8. bis 16. Januar 2020 – Adelaide, SA

Der Himmel ist wieder blau, der Wind hat gedreht, glaube nämlich kaum, dass alle Feuer plötzlich aus sind. Heute sind wieder etwas über 200 Kilometer angesagt, unsere letzte Etappe, morgen geben wir den Bishi zurück. Die Fahrt wieder ähnlich wie gehabt. West-Kanada und Süd-Australien seien die grössten Weizenanbaugebiete, habe ich gelesen. Wir machen zwei Stopps, den ersten in Tailem Bend, der alte Bahnhof soll fotogene sein. Mittelmässig, leider nur..… Murray Bridge dann die Nummer 2. Hier hat es alles, natürlich auch den nun recht breiten Murray River, so kühlen wir uns in einem riesigen Coles etwas ab und essen dann, eher unzeremoniell, im Auto einen kurzen Lunch. Die Parkfläche ist netterweise überdacht, so ist die Temperatur recht gut zu ertragen. 19,000 Einwohner soll es hier haben, Haupteinnahmequelle, einmal mehr die Landwirtschaft. Noch sind es 80 Kilometer bis zum Ziel. Die Gegend nun anders, hügliger, erinnert an Südkalifornien, auch was die Temperatur anbelangt. Es geht in die Höhe und bald erreichen wir das bekannte Hahndorf, wollte schon immer einmal hierhin. Erinnert stark an Franschhoek vor den Toren Kapstadts, dieses hier halt vor den Toren Adelaides. Ein mächtiger Rummel herrscht hier. Es wird, logischerweise, auf Deutsch gemacht. Doch dies hat auch seine Vorteile, wir kriegen Leberkäse zu kaufen! Nach einer halben eher hektischen Stunde fahren wir weiter. Nun geht runter von den Adelaide Hills in die Grossstadt, 1,316,000 Einwohner stark. Die Strasse führt mächtig in die Tiefe, hatten den Aufstieg gar nicht so richtig mitgekriegt. Dann sind wir unvermittelt unten und im dichten Verkehr. Doch nicht mit Melbourne oder gar Sydney zu vergleichen, wohl eher ein grösseres Zürich. Die Bleibe ist schnell gefunden und liegt an einer ruhigen Seitenstrasse im Stadtteil Unley. Das Haus schon älter, aber die Wohnung sehr schon eingerichtet und blitzblank. Alt muss nicht heruntergekommen bedeuten, ich erinnere an Echuca. Der Schlüssel liegt zwischen zwei Schirmen vor der Eingangstüre. Nach obligatem Einräumen erscheint die Vermieterin, welche gleich nebenan wohnt. Frau plaudert eine längere Weile mit der sehr sympathischen Dame. Hier fühlen wir uns sehr wohl. Auch ein anständig grosser Aussenbereich ist mit im Angebot und so sitzen wir zur Apérozeit unter zwei grossen Sonnenschirmen und schlürfen zur Feier des Tages einen Pink Bubbly von YT. Die Nachbarn sind nah, aber bis jetzt ruhig, den Strassenverkehr hören wir nicht, da gering und die Klimaanlage läuft ja auch ununterbrochen. Verdauungsspaziergang runter an die eher noble King William Road, Beizen hat es hier und dort, die meisten servieren Essen von Bella Italia, dabei suchen wir eigentlich einen Vietnamesen. Morgen…..

Die Nacht war ruhig und temperaturmässig gut auszuhalten. Das Wetter ist gut, der Himmel blau und die Temperatur, wie erwartet, im Steigflug. ‘Maximale Reiseflughöhe’: 40°! Nach einem Frühstück in unserem kleinen Garten machen wir uns auf zum Flughafen, eine knappe halbe Stunde Fahrzeit. Der Verkehr stark, aber ohne Stau. Bei Europcar sind alle drei anwesenden Damen nicht in der Lage, mir die Schlussrechnung zu erklären. Wir sollten uns an den Hauptsitz in Melbourne wenden, dafür sind die Damen sehr freundlich. Der Wagen ist weg, wir brauchen einen neuen fahrbaren Untersatz. Uber bietet sich an, zwei Minuten nach Bestellung ist der Wagen da, AUD 24 kostet der Spass zurück zu unserer schönen Bleibe. Es ist mächtig heiss geworden. Trotzdem marschieren wir rüber ins nahe Shoppingcenter. Coles, Woolies, BWS…….. alles ausser ALDI ist vor Ort. Wir erwerben eine grillierte Bibe, zwei Flaschen Wein und spazieren sehr langsam nach Hause, nur nicht unnötig Schweiss vergiessen. Das Huhn wird auf dem Weg nicht kalt, ganz im Gegenteil, die knapp 40° Temperatur lassen das Federvieh praktisch weiter garen. Momentan (13:30 Uhr) ist die Luft in Bern schlechter als in Sydney. In den Top (oder besser wohl Worst) 10 sind drei europäische Städte: Sarajevo (#4), Belgrad (#6) und Pristina (#10), bin sehr erstaunt. Wir bleiben bis auf weiteres in unserer sanft gekühlten Stube. 40.9° um 16:10 Uhr, ich hoffe, die Klimaanlage hält noch ein paar Stunden durch, habe sie gnädigerweise auf 26° eingestellt, etwas Wärme sollten wir schon abbekommen. Die Luftqualität hier gleich auf mit Dübendorf und dort lodern keine Buschfeuer. 41.5° um 16:50 Uhr….habe ja nichts Besseres zu tun. Der Verdauungsspaziergang wie ein Vorgeschmack auf das Fegefeuer! Es ist sehr heiss, immer noch, der Asphalt strahlt die gespeicherte Hitze schamlos zurück auf uns ahnungslose Fussgänger. Wir hoffen auf den angekündigten Temperatursturz. Wir lassen die AC in der Stube über die Nacht an, ebenso dreht der Ventilator über unseren Köpfen, so ist es recht gut auszuhalten, ein Fenster öffnen wir (temperatur)sicherheitshalber nicht.

Endlich: alles grau in grau und angenehm frisch! Immer wieder unglaublich diese Wetterveränderungen hier in Australien. Es beginnt leicht zu regnen, doch das Frühstück wird trotzdem draussen serviert. Danach wird etwas nasser und wir warten einige Minuten, bis wir uns auf in die Stadt machen. Ohne Regenschirm, wir sind Optimisten, geht’s dann los, immer auf der King William Road Richtung Innenstadt. Richtig eindrücklich ist es (noch?) nicht, aber die Städte-Messlatte hängt nun leider sehr hoch. Wir schlendern bei recht frischer Temperatur (jawohl, wir tragen beide eine Jacke) bis zur Tramstation City South (eine vorher, South Terrance, wäre auch gegangen….), ab hier sind in der Innenstadt die Trams kostenlos. Es kommt eins der roten modernen Dinger (gebaut von Alstom), die älteren Modelle (gelb) sind von Bombardier. Dank des schlechten Wetters wird es ziemlich eng im Tram. Aber es ja nur eine Station bis Victoria Square. Hier will natürlich die ganze ‘Traminsassenschar’ auch raus und rüber zum Central Market. Ich sag’s wie’s ist: kein Vergleich mit Melbourne! Unsere Wege trennen uns für eine halbe Stunde, bald ist ja Lunch angesagt. Wieso hat es so viele Leute hier? Halb Südaustralien scheint sich hier versammelt zu haben. Ich bin etwas überfordert, weiss nicht mehr genau, ob ich die Zeit am Telefon umgestellt hatte und so bin ich zu früh oder zu spät zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort. Meine Beste Hälfte taucht nicht auf, ich warte, warte, werde immer nervöser. Telefon! Doch ich habe nur die CH und USA Nummern gespeichert. Panik steigt in mir auf, es hat immer mehr Leute, ich meine, kaum Luft zum Atmen zu kriegen. Was muss/soll ich tun. Ich kann nicht mehr klar denken, muss wohl am fortgeschrittenen Alter oder so liegen. Ein Versuch eine Text Message an die Australien Nummer (nach langem Suchen doch noch gefunden) zu senden, gelingt zu meiner grossen Erleichterung. ‘Bin an der Rolltreppe’, die erlösende Antwort. Meine Uhr war richtig, bin einfach zu früh am vereinbarten Ort wieder aufgetaucht. Ich muss 10 Minuten ausruhen, bin erleichtert, aber immer noch ziemlich durcheinander. Dann sehe ich meinen Bubentraum in einem Schaufenster eines, nein des ältesten Fotofachgeschäftes von SA eine ‘P2’. Was soll ich sagen, dies Bijou bringt mich wieder zu Verstand, wenn auch ins Träumen. Aber was soll ich mit einer riesengrossen Sinar P2 in der heutigen Zeit noch anfangen? Aber dies ist ein Schweizer Präzisionsinstrument, eine technische Meisterleistung, zumindest seinerzeit (1984). AUD 1,200 will der Laden für die Kamera. Aber wie soll ich dies Schmuckstück in die Schweiz bringen? So träume ich noch eine ganze Weile bis der Hunger sich meldet und wir in diesem Ameisenhaufen auf Futtersuche gehen müssen. Der Andrang unglaublich, aber wir kämpfen uns durch, jeder bestellt an einem anderen Ort, doch beide warten ein halbe Ewigkeit auf das Essen. Und für meinen Teil hat es sich nicht einmal gelohnt, das Laksa fast an der Grenze zu ungeniessbar, AUD 13.80 der Preis. Zumindest waren die Dim Sum meiner wieder gefundenen Besten Hälfte sehr gut. Draussen regnet es in Strömen, gut für die Natur und die vielen Feuer. Für uns bedeutet dies 17°, nass und kalter Wind! 25° Temperaturunterschied, einmal mehr! Der Regen lässt etwas nach, wir schlendern zur Tramstation und lassen uns ein paar Stationen weiterbefördern, genauer gesagt: es geht zur Rundle Mall. Auch in Adelaide ist Shopping eine der Lieblingsbeschäftigungen der Leute in Australien. Ich finde, ich hätt es fast vermutet, nichts Brauchbares, die Sinar schwirrt mir immer noch im Kopf herum. Nach einer Stunde haben wir genug Leute gesehen, es geht zurück zur Tramstation und diesmal runter bis South Terrance. Von hier sind es immer noch 30 Minuten per pedes, bis nach Hause. Der Abend wir, trotz der Nachbarsnähe recht ruhig. Es lebt sich gut in unserem kleinen Häuschen.

Immer noch Wolken und angenehm kühl bis fast kalt. Doch die Sonne kommt und wärmt uns etwas auf. Frühstück natürlich draussen. Dann geht’s ab in die Stadt, erstes Ziel der Bahnhof. Dort wollen wir einen 3 Tages ÖV-Pass lösen, AUD 25 pro Stück, gilt für Tram, Bus und Bahn. Nach einer halben Stunde Fussmarsch sind wir an der Tramstation und alsbald kommt eine Trämli daher. Heute hat es trotz Samstag nicht so viel Volk im Tram, aber die Sonne scheint ja auch und es ist einige Grade wärmer als gestern. Wir steigen an der Rundle Mall Station aus und schlendern die restlichen Meter rüber zum Bahnhof. Nie und nimmer so schön und imposant wie sein Cousin in Melbourne….Die Tickets sind gekauft, brauchen werden wir sie allerdings erst ab morgen, heute bleiben wir in der Innenstadt und dies geht sehr gut zu Fuss. Wir schlendern der Hindely Street entlang, ziemlich abgekämpft, leider, erinnert an die Langstrasse in Zürich vor der Gentrifizierung. Adelaide kann architektonisch nicht mit meinen beiden Favoriten S und M mithalten, nie und nimmer. Eher der etwas weniger begüterte Cousin auf Platz drei. Die Verlängerung gen Osten dann eben wieder die Rundle Street/Mall, hier kommt langsam Leben in die Bude, resp. die Strasse. Es findet sich da und dort auch ein klein Wolkenkrätzerchen für ein paar Fotos. Nach einer Solostunde treffen wir uns wieder, heute ohne Panik meinerseits. Essen soll es beim Vietnamesen geben. Doch auch heute ist mir der Gourmet-Gott nicht hold, meine sehr scharfe Pho eher mittel- bis unterklassig. Das Fleisch Siedfleisch…… Wieder ein kulinarischer Ausrutscher! Noch einer Stunde Soloflanieren und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Nun hat es mächtig Volk auf der Gasse, die Temperatur angenehme 24° mit kühlendem Wind. Der Wind wird immer stärker, trotzdem werden Apéro und Abendessen draussen serviert, allerdings sind wir mit Faserpelz ausgestattet. Der Verdauungsspaziergang eher knapp gehalten, der Wind und so…. 18° ist es noch um 20:00 Uhr, Zeit für ein Glas Rotwein und zwar in unserer warmen Stube.

Das Wetter perfekt, noch leicht kühl, aber es geht stetig in die Höhe. So blau war der Himmel schon lange nicht mehr, was ist los mit all den Feuern? Hoffentlich im Regen ‘ersoffen’. Nach dem Morgenessen geht’s los, Ziel Port Adelaide. Verkehrsmittel: Bus und Bahn. Wir zücken unseren Dreitagespass und entern den Bus Nummer 200, 100 Meter von unserem schönen Stübli entfernt, sehr praktisch. In der Stadt heisst es dann rüber zum Bahnhof, ein Spaziergang von nur wenigen Minuten. Der Zug ist bereits da und wir setzen uns rein. Natürlich nicht elektrifiziert sondern Diesel, aber immerhin öffentlicher Verkehr. Wir zuckeln, wie in Melbourne, durch endlose Vororte, da möchte ich doch lieber in der Stadt selber wohnen. Port Adelaide ist in 20 Minuten erreicht, den Hafen erreichen wir dann nach 15 Minuten Fussmarsch. Sehr schön anzusehen, wenn auch keiner ‘richtiger’ Hafen. Etwas touristisch kommt die Sache daher, aber für das eine oder andere Bild reicht es allemal. Unsere Wege trennen uns, hier hat es keine Menschenmenge, ich finde mich nicht eingeengt, habe Zeit und Treffpunkt im Griff. Es folgt die übliche Suche nach etwas Essbarem. Viele Möglichkeiten bieten sich uns nicht, wir schwanken zwischen Griechenland und, erneut, Vietnam. Der Ferne Osten siegt, es gibt eine weitaus bessere Pho als gestern. Nicht Vancouver Niveau, aber durchaus befriedigend. Dann geht es auf eine Schiffsreise, den Port River runter und wieder rauf, zwei Stunden lang für sehr anständige AUD 10 pro Nase. Das Geld wird wohl mit der Masse gemacht, eine Unmenge von Menschen drängt sich aufs Schiff. Es geht los, immer dem Port River flussabwärts, wohin sonst…. Die Landschaft, ich muss es sagen, flach und langweilig. Ein kleiner Mangrovenwald rechterhand, eine Fabrik linkerhand, ein (stillgelegtes?) Kraftwerk wieder rechterhand, dann lauter Nichts….. In der Ferne die Stadt Adelaide, dahinter die Adelaide Hills, das Wetter perfekt blau, die Temperatur zu ertragen, wenn auch je nach Wind etwas kühl. Nach einer Stunde, kurz vor einem imposanten Hafenkran dreht der Kahn um und die Heimreise kann angetreten werden. Diese dann so langweilig wie die Herreise, aber allemal die AUD 10 wert. Das Ausschiffen dann chaotisch, jederman/frau drängt über die einzige, schmale Gangway, keine Disziplin! So, nun zurück zum Bahnhof mit einem kurzen Abstecher zu Coles. Wir brauchen Lebens- und Trinkmittel. YT bei Coles Liquor unverschämte AUD 10 teuer, ein Skandal (Dan Murphy’s: AUD 7.49, BWS: AUD 8. Ein Flasche reicht. Ein Dieselzüglein kommt bald und ebenso bald sind wir wieder in der Stadt. Vom Bahnhof rüber zur Busstation ein Katzensprung, ein paar Minuten auf den 200er gewartet und ab geht’s nach Hause. Das ÖV Netz hier recht gut ausgebaut, soweit ich dies als Laie beurteilen kann. Trotzdem hat natürlich der Privatverkehr Vorrang, es finden sich nur wenige Zebrastreifen, das Überqueren der Strassen auf eigene Gefahr, so die Devise. Es ist warm geworden, doch es ist ja auch Sommer und da wird’s sogar auch in der CH warm bis heiss. Es folgt in strikter Reihenfolge: Apéro, Abendessen und Spaziergang.

Das Wetter erneut perfekt, die Temperatur bereits höher als gestern um die selbe Zeit. Es soll heute heiss werden, also ab ans Meer. Wir lassen uns, erneut mit dem 200er, in die Stadt bringen und dann geht’s mit dem Tram runter nach Glenelg. Die Fahrt dauert, es hat etliche bis viele Stationen, doch dies hier ist ja auch kein Express oder gar ein Shinkansen. Das Tram fährt fast bis ans Ufer. Hier unten ist mächtig was los! Unsere Wege trennen sich, ich schlendere dem Strand entlang immer mit Blick auf das wunderbar blaue (türkis auch schon…) Meer, im Auge behalte ich allerdings den nahen Flughafen. Dann und wann startet eine Maschine raus übers Meer, ein imposanter Anblick (falls man dies heute noch sagen darf….). Essensmässig werden wir leider nicht fündig und so geht’s zurück in die Stadt. Wir finden die anvisierte Thai-Beiz, sie macht einen ansprechenden Eindruck und heisst Star of Siam. Der hellste Stern wohl nicht von Thailand, aber das Essen schmeckt. Etwas viel Fischsauce wurde ins Curry gemischt…. So, ein Spaziergang ist fällig, doch es ist mittlerweile brüllend heiss geworden, also rüber in die kühlen Hallen des Central Market. Ich drücke mich erneut längere Zeit vor dem Schaufenster des Kameraladens herum und liebäugle mit der P2. Doch wie transportieren und wo aufstellen, brauchen kann ich sie ja sowieso nicht. Die Vernunft siegt, bin eigentlich kein richtiger Sammler und ein Kameramuseum habe ich auch nicht ‘in Arbeit’. Wir nehmen den 200er bis praktisch vor die Haustüre, sehr praktisch. Abends ein Lammnierstück der zartesten Art. Der folgende Spaziergang bei erhöhter Temperatur, aber gut auszuhalten, morgen soll es nochmals heiss werden, dann kühlt es merklich ab.

Wieder ein Traumtag und die Temperatur noch höher als gestern. also wieder am ans Meer, diesmal mit dem Bus und zwar an die Henley Beach, nördlich des Flughafens. Die Busse 200 und H30 kommen ‘zum Einsatz’. Die Fahrt dauert seine Zeit, doch wir haben sie. Leider werden die Busse stark, zu stark für uns, gekühlt, ein längeres Verweilen leider nicht ganz angenehm. Erneut hält der Bus kurz vor dem endlos langen Sandstrand. Hier ist nicht ganz so viel los, die Gegend eher gehoben, dem Strand reiht sich ein Ferienhaus ans andere. Wir spazieren südwärts, der Wind, nun gewünscht, hält sich sehr zurück, also schwitzen wir halt. Der Besucherandrang im Rahmen, doch im laufe der nächsten zwei Stunden wird’s dann etwas voller. Doch der Strand hat genug Platz für alle und noch viel mehr. Sehr schön anzuschauen! Australien hat wirklich Strände der 1A Klasse und davon eine unglaubliche Menge. Heute haben wir, so glauben wir zumindest anfänglich, das ‘Lunch-Problem’ im Griff. Doch leider hat der Fisch & Chips Laden Montag UND Dienstag seine Pforten geschlossen! Lange Gesichter bei allen Reiseteilnehmern. Es findet sich jedoch nach kurzem Umherirren Joe’s Kiosk, nicht Edelgastronomie, aber geniess- und bezahlbar und draussen sitzen können wir auch. Der Batter meines Fisches leider eine Spur auf der fettigen Seite, doch die Pommes erstklassig, klein und knackig. Es wird wieder marschiert, diesmal gen Norden. Nun hat es etliche Leute und die Temperatur bewegt sich im noch knapp erträgliche Hitzerahmen. Genug ist genug, wir warten ein paar Minuten auf den 30H Bus und lassen uns in die Stadt zurück chauffieren. Es wird immer kälter im Bus, doch wir schaffen es dem Erfrierungstod zu entrinnen. Buswechsel, kurz über die Strasse und erneut ein paar Warteminuten und es geht, wieder kühl/kalt weiter, runter nach Unley, soll heissen nach Hause.

Das Wetter, ein Traum! Heute sogar richtig angenehm bis (halb)kühl, maximal 26° sind angesagt. Es geht erneut in die Stadt, unser Dreitagespass nun nicht mehr gültig, so lösen wir ein 2 Stunden Ticket für AUD 3.70. Aussteigen tun wir erst jenseits des Karriwirra Parri (früher auch bekannt unter dem Namen River Torrens) einer der eher kurzen Flüsse (85km) hier in Australien. Viel zu sehen gibt es nicht, aber auf der Hinfahrt habe ich eine imposante Kirche gesehen, die St. Peter’s Cathedral. Also zurück zum monumentalen Bauwerk, zumindest von aussen, drinnen eher schlicht ‘eingerichtet’. Dann schlendern wir wieder über den Fluss der hier sogar als Lake bezeichnet wird zum auffallenden(aber nicht schönen)  Convention Center. Wieder ein paar Bilder und der Marsch geht weiter, Ziel das vor ein paar Tagen ‘entdeckte’ koreanische Restaurant Mandoo. Der Andrang sehr strak, das Etablissement sehr klein, die Portionen sehr gross, die Preise gerechtfertigt (AUD 16 pro Nase). Die Dumplings schmecken recht gut, wenn sie auch etwas ‘trocken’ daherkommen. Habe ich mich zum Gastro-Kritiker erhoben oder was? Ein längerer Fussmarsch rüber zum Botanischen Garten ist angesagt. Vorbei geht’s vorbei an diversen imposanten Gebäuden der Adelaide University. Die Mehrheit der Studenten die wir sehen, kommen (oder kamen) aus Asien. Bildung ein einträgliches Geschäft für Australien (gilt natürlich auch für Kanada und die USA). Nach getanem Schlendern geht’s per Bus nach Hause, AUD 3.70 auch diese Fahrt. Es folgt das übliche Prozedere, wir haben Alltagsroutine und die ist nicht einmal so schlecht, wir könnten noch länger hier wohnen. Gegen Abend kommt Wind auf und es wird, wie immer aus heiterem Himmel, kühler, doch die Abkühlung soll erst in der Nacht erfolgen.

Ja, es ist schön kühl und der Himmel zeigt heute einige Wolken. Trotzdem wird das Frühstück draussen serviert, wir sind allerdings mit einem Faserpelz ausgerüstet. Heute machen wir keinen Ausflug in die Stadt, eine kurze Lunchexkursion an die King William Road soll genügen. Das Thema heute: Taiwan. Wir warten lange in der sehr kleinen Beiz und das Essen ist dann auch schmackhaft, wenn auch nicht denkwürdig. So muss sich Adelaide auch kulinarisch mit dem dritten Platz begnügen. Ein kleiner Trost: Perth ist auf Platz vier, zumindest bei uns. Es ist fast schön kühl heute, etwas über 20°, aber wenn ich an die Temperaturen für die kommenden Tage in der CH denke, bin ich mehr als zufrieden. Die Zeit hier in Australien ist um und sie war nicht die schlechteste, so ist ein Wiedersehen durchaus im Rahmen des möglichen. Wäre da nur nicht der seeeeehr lange Flug, den wir morgen in Gegenrichtung antreten müssen: 8:50h bis HKG und nochmals 12:50h bis ZRH. Zum Trost gibt es ein Rindsfilet, nicht bei Cathay, sondern zu Hause, in unserem ruhigen Reiheneinfamilienhäuschen. CHF 650 für 9 Nächte sind wirklich ein fairer Preis. Zum Wetter: drüben im Osten soll es regnen, natürlich nicht normal, sondern ‘Heavy’ begleitet von ‘Severe Thunderstorms’. Heutzutage ist alles immer im Superlativ, ansonsten gibt’s halt keine Klicks im Internet und weniger Werbeeinnahmen. Aktuell sind es 21°, 7 ° kühler als ‘üblich’, keiner berichtet von dieser ‘Kältewelle’!

6. und 7. Januar 2020 – Keith, SA

Der Himmel ist blau, als ob er dies schon immer war, gestern ist vergessen! 220 Kilometer die heutige Fahrt durchs In- und wohl Niemandsland. Wir räumen unsere schöne Kate im dunklen Wald und machen uns auf den Weg. Die Landschaft immer gleich: Landwirtschaft, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und auch ein paar Eukalyptuswälder. Natürlich auch alle 50km oder so ein hübsches Städtchen, immer sauber aufgeräumt und immer mit öffentlichen Toiletten, Picknicktischen und Gasgrill ausgestattet. Sehr lobenswert, wenn wir auch die Barbies bis dato noch nie ausprobiert haben. Erster Stopp im recht schmucken Städtchen Naracoorte, sogar einen grossen Wollies gibt’s hier. Einen Lunchstopp machen wir in Bordertown, weit und breit keine Grenzen in Sicht! Wir durchfahren das ‘Rotweinzentrum von Australien’: Coonawarra. Leider keine pittoresken Weinberge, nur Rebenfelder, soweit das Auge reicht. Immer wieder meine Frage: wer trinkt auch all den Wein? Seit 1890 wird hier Wein produziert. Es finden sich so bekannte Namen wie Wynns, Lindemans, Yalumba und viele weitere, mir nicht geläufige Weingüter. Der Star natürlich Penfolds, deren Spitzenwein bei Dan Murphy’s für satte AUD 1,000 (pro Flasche) über den Ladentisch geht. Ob der Star hier oder im Barossa Valley drüben wächst, muss ich noch abklären. Die Fahrt geht weiter und bald ist auch unser Ziel, Keith, erreicht. Das Städtchen, klein, verschlafen (Montag!) und sauber. Einen grossen IGA hätte genügend Lebensmittel, doch wir haben mehr als genug ‘an Bord’. Unsere Bleibe, Doza Downs, ist schnell gefunden, ein paar Meter von der Durchgangsstrasse entfernt auf einem Bauernhof, oder wie das hier heisst. Von aussen wie eine Scheune, innen dann topmodern eingerichtet, eine sehr schöne Loge, CHF 120 der Preis. Eine Klimaanlage ist vorhanden, auch gegen Kälte, doch es wird in den nächsten Tage wieder anständig warm bis heiss. Momentan ist es sehr angenehm: 25°. Wir ruhen aus und geniessen das Farmleben, neugierige Hühner ‘beschnuppern’ uns, man solle die Autotüren schliessen, sonst hat man/frau die Chooks als Beifahrer drin. Bei Woolworths gesehen: 1kg Pflanzenburger: AUD 54, 1kg Rindsfilet: AUD 44. Du hat die Wal, Fisch! Früher konnten sich die Armen kein Fleisch leisten, heute keine Vegi-Burger!!!

Die Nacht nicht ganz so totenstill wie im Dschungel von Glencoe. Das Wetter hat sich, sagen wir mal, verändert…. Rauch liegt in der Luft, kein blauer Himmel und die Temperatur noch nicht im grünen Bereich. Also einmal mehr hier im Süd-Sommer die Heizung angeworfen. Nach dem Frühstück wird’s langsam wärmer, doch der recht dicke Rauchschleier bleibt leider. Es wird nichts mit einem Ausflug zum 15km entfernten Mount Monster. Die Rundsicht von dort oben sei eindrücklich….doch nicht bei diesem Wetter. So kurven wir in die kleine Stadt und es scheint immer noch Montag zu sein, sehr wenige Leute ‘auf der Gasse’, die wenigen Läden (ausser IGA) gähnend leer oder immer noch (oder für immer?) geschlossen. Nach einer halben Stunde ist die Sightseeing Tour beendet und wir verkriechen uns wieder in unsere sehr schöne Behausung mit Air-Con, es wird immer wärmer…..doch der Rauch bleibt, schade. Das wär’s von der Aktivitätenseite. Das Preis/Leistungsverhältnis hier doch etwas fragwürdig, werden wir doch in Adelaide für eine viel grössere Wohnung mitten in der Stadt einiges weniger zahlen.

3. bis 5. Januar 2020 – Glencoe, South Australia

South Australia..… damit es klar ist, dass wir nicht in  Schottland sind. Heute geht’s rüber, eben nach South Australia. Die zu durchfahrende Landschaft immer wieder gleich: Weiden, Felder und Eukalyptuswälder. Wir machen einen Stopp im recht grossen und ansprechenden Portland. Ein grosser Hafen lacht mir entgegen. Holz wird hier exportiert, wohl nach China, wie drüben in Neuseeland. Die Temperatur beginnt, wie angekündigt, zu steigen. Auch wir steigen, wenn auch nur ins Auto und kurven weiter. Die Küste lassen wir wohl für längere Zeit hinter, resp. unter uns. Wir sehen eine Rauchsäule in der nicht sehr fernen Ferne, wohl wieder ein Buschbrand. Plötzlich sind wir dann mitten im dicken, gelben Rauch, höchst unangenehm. Wohin wohl die Reise gehen mag, direkt ins (Fege)Feuer? Nach einer Viertelstunde sind wir ‘draussen’, die Luft wieder klar und der Himmel blau, die Temperatur jenseits der 30° Marke und ein Ende ist nicht in Sicht. Vor der Bundesstaatgrenze zu South Australia wird dem Reisenden (erst jetzt?) mitgeteilt, dass keinerlei Früchte, Gemüse und sonstige Pflanzen über die ‘Grenze’ dürften. Es stehen Abfalleimer zur Entsorgung bereit, mit Sofortbussen muss bei Zuwiderhandlung gerechnet werden. Wir verdrücken zwei Äpfel und opfern die Birnen dem strengen Gesetz. Die Grenze ist überschritten und wir kommen in Mount Gambier an. Die Kontrollstelle war natürlich geschlossen, hätte aber auch anders sein können….. Stopp bei Woolworths und neue Äpfel und Birnen kaufen. Es ist heiss: 38°. Die Fahrt raus in die Pampas kann weitergehen. Nach einer halben, ziemlich einsamen Stunde erreichen wir, mitten im Wald, unsere Blockhütte. nicht aus Holz, sondern Wellblech. Die Kate steht in einer Waldlichtung, die Temperatur knapp am Siedepunkt. Wie werden wir dies wohl hier aushalten, es ist keine Klimaanlage im Angebot! Der Schlüssel liegt nicht unter sondern auf der Fussmatte. Kriminalität wird hier wohl mit einen kleinen ‘K’ geschrieben, es gefällt. Wir öffnen die Türe und es kommt uns keine Gluthitze entgegen, ganz im Gegenteil, es ist schön kühl hier drinnen! Ich klopfe an der Decke, solider Beton! Die grossen Fenster: Doppelverglasung, man/frau hat hier mit Verstand (und Geld) gebaut. Das Häuschen macht einen sehr gediegenen Eindruck, wenn es auch nicht übermässig gross ist und kein WiFi im Angebot hat. CHF 100 pro Nacht scheinen angebracht. Der sympathische Hausherr kommt noch ein einen Schwatz vorbei und erklärt und dies und das. Wir bleiben drinnen! Draussen ist es trotz Wald einfach zu heiss. Morgen soll es wieder normal sein, das Wetter, nicht mein Geisteszustand. Der Abend wird ruhig und zappenduster. Natürlich machen wir auch unser Spaziergängli, hier durch den Dschungel. Ausser Vögel sehen/hören wir keine anderen Tiere. Dabei soll es hier Echidnas, Wallabies, Kängurus und drei gifte (sind sie es nicht alle in Australien?) Schlangenarten haben.

 

Die Nacht war ‘schwarz wie die Nacht’ und wirklich totenstill. Draussen sieht’s heute ganz anders aus: alles verhangen, leichter Nieselregen und 20° kühler als gestern. Jetzt wäre fast eine Heizung angebracht, doch wir wagen uns nicht an den Holzofen, die ellenlange Instruktion schreckt mich ab. So sitzen wir halt drinnen und lauschen raus in die Stille. Ab zu zu kommt ein Vögelein und nimmt ein Bad, ganz lustig anzuschauen. Es ist kurz nach 12:00 Uhr mittelaustralischer Zeit, eine halbe Stunde vor der bis dato gehabten und magere 18° kühl! Offiziell, wie sich später herausstellt, sogar nur 16°. Telefonempfang oben an der Strasse, aber nicht hier im Wald….. Ich durchstreife die nähere Umgebung, ein paar Bilder liegen alleweil drin. Die Gegend fotogen, hinter dem Wald ist nämlich Schluss damit, eine weite Ebene tut sich auf, welch ein Kontrast zum schummrigen Wald! Auch morgen soll das Wetter übrigens so bleiben, allerdings ein Grad oder auch zwei ‘wärmer’. Es gibt einen heissen Tee! Ich muss es nochmals sagen: der Temperatursturz einfach oberkrass! Es wohnt sich sehr gut hier, also kann uns das lausige Wetter nicht viel anhaben. Allein nach den letzten Gewittern hier in South Australia soll es, gemäss unserem Hausherrn, 120 neue Buschfeuer gegeben haben. So bleibt es bei zwei, drei Kurzwanderungen um unsere Kate herum. Erneut sehen wir keine der angepriesenen Tiere, also auch keine Schlangen.

Halb Australien schwitzt – ich friere! Und dies den lieben, langen Tag! Ein wärmendes Feuer zu entfachen wird mir mehr oder weniger deutlich verweigert. Es ist immer noch kalt, nur damit ich es nochmals los werden kann. So bleiben wir halt drinnen, abgesehen von drei Spaziergängen (einer davon zum Aufwärmen). Ruhig ist es immer noch, aber mit der Kühle wird’s ziemlich übertrieben. Morgen, morgen, soll es besser, wärmer werden….. So kann ich auch keine weltbewegende Neuigkeiten berichten aus dieser stillen Ecke der Welt, resp. Australiens. Heute vor einem Jahr waren wir in Singapur, vor zwei in Teneriffa, vor drei in Perth  und vor vier gar in der kalten Schweiz.

29. Dezember 2019 bis 2. Januar 2020 – Warrnambool

Die idiotisch lauten Vögel haben uns in Ruhe gelassen. Unsere Zeit hier ist um, es soll wieder runter an die hoffentlich kühle Küste gehen. Die Fahrt durch den schönen Eukalyptuswald bis Dunkeld erneut eindrücklich. Dann wird’s langweilig, Getreidefelder, die meisten bereits abgeerntet und Kühe, Kühe und nochmals Kühe. Trotzdem mussten wir im General Store in Halls Gap erneut Milch aus Brisbane kaufen. Versteh einer die Milchwelt. 160 Kilometer sind heute angesagt, mit Einkaufsumweg dann 170. Zwei kurze Stopps liegen drin, Dunkeld und irgendein Kaff auf halbem Weg zum Meer. An beiden Orten saubere öffentliche Toiletten und, ein Novum, gratis Duschen. Die Temperatur wird immer angenehmer, der Himmel ist blau, ob heiss oder auch nur warm. Unser Ziel ist erreicht, 35,000 Einwohner soll die Stadt haben, dem Verkehr nach zu beurteilen würde ich sagen sogar wesentlich mehr. Wir sehen einen Car Wash, unser Bishi hat es bitternötig. Wir opfern AUD 14 für fünf Minuten Autowaschen, natürlich nicht von Hand. Es geht wieder durch erwähnt dichten Verkehr. Erst beim DRITTEN Woolworths machen wir halt, hier sind auch Aldi, Coles und Dan Murphy’s anwesend, happy shopping! Die Temperatur nun herrlich, leicht über 20° und ein sanfter Wind. Leider soll es morgen auch hier an der Küste brüllend heiss werden, kaum vorstellbar. Nach Grosseinkauf kurven wir erneut durch die eher gesichtslose Stadt, unsere Unterkunft ist am anderen Ende der Stadt, gleich beim Golfplatz, also einfach zu finden. Die Bleibe entpuppt sich als ‘Kellerwohnung’, die Gastgeber wohnen obendrüber und die Enkelkinder liefern die akustische Unterhaltung. Kein Vergleich mit den letzten sechs Tagen, aber gross und sauber, der Aussenbereich ziemlich klein und dunkel. Hier bleiben wir als bis zum nächsten Jahr. CHF 100 pro Tag müssen wir für den Spass hinblättern. Kein Dishwasher, habe mittlerweile verlernt, wie man von Hand Geschirr, etc. abtrocknet….. Abends ein kleiner Spaziergang durch die Nachbarschaft, hat aber noch keine, es ist alles im Bau, nur eine neue, breite Strasse komplett mit Beleuchtung führt hinaus ins Grün, resp. Nichts. Eine neue Subdivision mit 30 Häusern soll hier entstehen. Platz hat’s ja genug. WiFi ist inkludiert, etwas schwach, doch für einen ‘gestreamten’ Tatort reicht’s allemal.

Um 7:00 Uhr ist die Temperatur bei 21°, um 10:00 bei 39°, einfach unglaublich!!!! Um 18:00 Uhr soll es wieder normal sein: 20°! Alle Fenster zu, keine Hitze reinlassen. Nach dem Frühstück ist es bereits unangenehm heiss, wir unternehmen einen Fluchtversuch runter ans Meer, genauer gesagt an die ‘weltberühmte’ Great Ocean Road. Lange Zeit denke ich, hier könnte die Strasse auch Where ist the Ocean Road heissen, wir fahren durch endlose Landwirtschaftszone, Kühe, Felder, Kühle, Felder……. Endlich sind wir am Meer, dies bei der Bay of Islands nähe Peterborough. Beim Aussteigen haut es uns fast vor Hitze und Orkan um. Fluchtversuch misslungen! Der Besucherandrang enorm, die meisten wohl flugschamlose Überseetouristen, der Sprache nach zu urteilen. Die Aussicht auf ein paar im Meer stehende Felsen ganz schön, aber nicht umwerfend, dies tut dann schon der Orkan. Meine Augen schmerzen, sehr viel Staub wird durch die Luft gefegt, eine beinahe Weltuntergangsstimmung. Nach einer halben Stunde machen wir uns auf den Heimweg, die Fahrt war doch 50km lang und im Nachhinein betrachtet, nicht sehr ergiebig. Wir kühlen uns etwas in der langweiligen Gateway Mall ab, die kennen wir ja von gestern. Hier fallen mir erstmal die zahlreichen sehr dicken Leute auf. Lunch daheim, meinem Wunsch nach ‘Japanisch’ wird nicht stattgegeben. Nun erweist sich unser Kellergeschoss als ganz brauchbar, keine Klimaanlage nötig, der alte Backsteinbau ist schön kühl. Um 15:00 Uhr ist es offiziell 39.6°, um 16:00 Uhr 22.1°, dies soll ein anderes Land einmal nachmachen! Es ist nun 16:30 Uhr und es regnet, nicht übermässig, aber etwas feucht wird’s schon. Der krasseste Temperaturanstieg und -sturz, den wir je erlebt haben. Der Abend wir ruhig und entspannt, nach dem obligaten Spaziergang gibt’s TV, allerdings nur auf dem Tablet und jeder schaut sein eigenes Programm.

Es ist einiges kühler als gestern. Ich muss leider die Klimaanlage um etwas Wärme für unsere kühle Stube bitten. Heute geht’s per pedes runter ans Meer, nicht ganz so nah, wie erhofft, doch ein paar oder auch viele Schritte zu Fuss schaden nie. Die Küste um den Thunder Point dann ganz imposant, eine verdünnte Great Ocean Road Ausgabe. Unsere Schlummermutter hat uns übrigens abgeraten rüber zu den 12 Aposteln zu fahren, der Touristenansturm sei erdrückend, einen Parkplatz zu kriegen unmöglich. So muss ich wohl in meinen Archiv nach einer alten Aufnahme dieser Attraktion suchen. Weiter geht unsere Wanderschaft dem Foreshore entlang, etliche Mitwanderer begleiten uns. Das Wetter kühl und windig, so, wie es hier ‘normal’ ist. Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder in unserem Stübli, welches immer noch recht kühl daherkommt, aber wir sind ja quasi auch im Keller des grossen Hauses untergebracht. Lunch, ein paar Minuten Pause und unser Programm geht weiter: Port Fairy ist auf unserem Radar. Es geht westwärts, leider nicht ganz bis Arizona….. Einige Kilometer vor unserer Destination kurven wir runter ans Meer, Killarney Beach unser Zwischenziel. Dies eine wilde, windzersauste Angelegenheit, doch die Wolken sind interessant und auch das Umland, der Strand selber weniger. Nach ein paar Bildern aber weiter in das 3,000 Einwohner zählende Dorf. Ganz hübsch anzuschauen, hier zu wohnen wohl auch nicht ganz billig. ’World’s Most Liveable Community’, so der bescheidene Slogan hier. Es hat ein paar Leute….. Parkieren ist jedoch kein Problem und so schlendern wir alsbald dem Moyne River entlang, der hier ins Meer fliesst, überall natürlich Ferienhäuser und Restaurants, Hotels, etc. Es macht Spass und gut tut es obendrein auch noch. Alles wollen wir noch nicht abklappern, wollen wir doch morgen nochmals hierher kurven und die vorgelagerte Griffiths Island erkunden. Sehr zufrieden treten wir dann den Heimweg an. Abends dann ein Rindsfilet der butterzarten Sorte! Erneut von Aldi, das Kilogramm zu AUD 43.98, aber natürlich haben wir nur zwei kleine Stücke eingekauft, sind ja auf auf dem Weg zum Vegetariertum (ha, ha, ha…..).

Happy New Year! Neuer Rekord: 6°, ‘normalerweise’ ist die Nachttemperatur 12° hier in Warrnambool (weatherzone.com.au). Also einmal mehr die Heizung in Betrieb nehmen. Tower Hill Reserve unser erstes Ziel. Hatten wir gestern bereits passiert, aber rechts liegengelassen. Noch hat es freie Parkplätze, doch die Anlage füllt sich zusehends, es ist der erste Tag im Jahre 2020 und wohl ein Feiertag. Wir sehen in ziemlicher Nähe ein paar Emus, welche sich wohl an den Besucherandrang gewöhnt haben und wohl auch auf Futter hoffen. Eine sehr interessante Vulkanlandschaft erwartet uns. Der letzte Ausbruch zum Glück schon 32,000 Jahre her. Alles ist hier grün und nochmals grün, dann natürlich die Kraterseen, aber dank oder wegen dichter Vegetation ist kaum ein Bild möglich. Sehr eindrücklich! Wir wandern längere Zeit in dieser merkwürdig interessanten Landschaft herum, natürlich sind wir nicht alleine, aber es ist sehr gut auszuhalten.Dann geht es weiter, wir wollen nochmals nach Port Fairy, doch heute hat es noch viel mehr Leute als gestern. Das Glück ist uns hold, wir finden eine Parklücke, nur keine Parkbank, so müssen wir den Lunch einmal mehr im Auto verspeisen. Dann marschieren wir los, das Wetter ist perfekt, der Wind etwas auf der arg kühlenden Seite. Die Griffiths Insel erreichen wir natürlich trockenen Fusses, dafür sorgen diverse Holzplanken, überhaupt sind hier die Spazierwege sehr schön und grosszügig angelegt. Wir marschieren bis raus zum Leuchtturm und auf der anderen Insel(chen)seite wieder zurück aufs Festland. Unterwegs begegnen wir der Fisch-Polizei. Zwei Beamte kontrollieren die gefangenen Fische der diversen anwesenden Angler, die Grösse wird mit Messband genau gemessen, es geht nichts über klare Vorschiften. Ein sehr gelungener Ausflug. Nun aber ab nach Hause. Wie immer erwartet mich ein sehr gutes Abendessen und dann folgt der Spaziergang durch die ruhige, da noch nicht vorhandene Nachbarschaft. BILD Schlagzeile: Das halbe Land brennt – und Sydney böllert. Journalismus auf allertiefstem Niveau!

Wir schlafen bis 8:00 Uhr…… Das Wetter? Nebel! Und erst noch kühl. Also wieder die Heizung in Betrieb nehmen. Morgen soll es nochmals einen Hitzetag geben, 33° sind angesagt, heute normal bei 22°. Wir kurven in die Stadt und tätigen nötige Einkäufe, die nächsten fünf Tage sind wir ziemlich im Niemandsland , nicht einmal WiFi kriegen wir, ein Skandal! Am Nachmittag geht’s, der Einfachheit halber, mit dem Auto zum Thunder Point, zu Fuss machbar, doch dann hätten wir keine ‘Reserven’ mehr, um gross dem Meer, resp. der Steilküste entlang zu marschieren. Die Steilküste wild und fotogen, das Wetter gut, der Wind im Rahmen, was will ich mehr. Ja, eines: meine Jahrhundertwelle. Doch auch nach langem Warten und unzähligen Fotos bleibt sie aus, die Welle. Also wieder ab nach Hause. Viel mehr läuft nicht, abgesehen natürlich von unserem Verdauungsspaziergang. Erneut haben wir einen wirklich schmackhaften Wagyu Burger verspiesen. Vegetarier? Nein Danke! Für den doppelten(!) Preis gäbe es auch hier ‘Pflanzenburger’, jetzt mit noch mehr ‘Rindergeschmack’, wohl alles aus dem Chemielabor…..Die Tage hier wären auch erledigt, es wohnte sich ganz angenehm, wenn auch etwas kühl.

23. bis 28. Dezember 2019 – Halls Gap, VIC

Erneut ein eher kühler Morgen. Das Wetter perfekt, das Thermometer sollte nicht in schwindelerregende Höhen steigen, 32° oder so sind angesagt. Wir räumen das Feld, dies eine der wenigen Unterkünfte, welcher wir keine grosse Tränen nachweinen. Die heute Fahrt wird lang, 290 Kilometer stehen an. Die Gegend ziemlich flach und landwirtschaftlich genutzt. Getreide hier wohl die Haupteinnahmequelle. Die riesigen Felder sind bereits abgemäht, so sieht die Sache eher trostlos aus: gelbe Stoppelfelder soweit das Auge reicht. Dann und wann grosse Getreidesilos und eine kleinere Stadt drumrum. Zur Auflockerung hat es natürlich auch die obligaten Eukalyptusbäume. Ganze Wälder bekommen wir erst später zu sehen. Dies im weitverzweigten Kooyoora State Park zwischen den Siedlungen Inglewood und Logan, wirklich mitten in der Walachei. Wir fahren rauf zur Melvile Caves Picnic Area und werden mit skurrilen Steinformationen dafür belohnt. Der Besucherandrang sehr schwach, es hätte auch einen (kostenlosen?) Campground, ein Site nur ist belegt. Die Gegend sieht nun aus wie bei Woodend, resp. dem dortigen bekannten Hanging Rock. Es ist heiss, die Grillen zirpen lauthals, fehlt nur noch die etwas unheimlich Panflötenmusik von Gheorghe Zamfir aus dem Film von Peter Weir. Bin beeindruckt, natürlich auch wegen der vielen Steine und so gibt’s wieder etliche Bilder. Es geht runter zur Picnic Area. Lunch wird draussen serviert, es kommen tatsächlich noch eine paar verirrte Seelen hier an, was die wohl hier suchen? Die Fahrt muss weitergehen, Kilometer haben wir noch etliche vor uns. Nach dem dichten Eukalyptuswald folgen wieder abgeerntete Getreidefelder und das eine oder andere Dorf. Endlich erreichen wir einigermassen die Zivilisation: Stawell. Eine ehemalige Goldgräberstadt, nun aber mit einem grossen Woolworths ausgestattet. Viel brauchen wir nicht, aber etwas die Füsse vertreten tut gut, auch ist es draussen etwas warm, so kommt der kühle Supermarkt gerade recht. Noch sind es knappe 30 Kilometer bis Halls Gap in den Grampians. Diese sehen wir nun in der immer weniger werdenden Ferne aufragen. Imposant! Ziel erreicht, wir finden unsere Cabin ohne Probleme. Die Unterkunft ein Traum, nicht sehr gross, aber blitzsauber und sehr neu, höchst geschmackvoll eingerichtet, die Möbel so, wie auf den Fotos, eine nette Willkommenskarte und Lindt Schokolade. Fühlen uns sofort wie zuhause, wenn wir dann eines hätten! Die hier in Australien verkaufte Lindt Schoggi kommt entweder aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz oder den USA. Zur Landschaft: links und rechts ragen schroff die Grampians auf, sehr schön. Natürlich sind wir nicht die einzigen Lete, welche hier die Weihnachtsferien verbringen wollen, dann und wann steigt der Lärmpegel in etwas unerwartete Höhen. Es ist herrlich auf der Veranda, die Temperatur perfekt, die Lounge Möbel sehr bequem, zum Glück bleiben wir hier sechs Tage. Die Unterkunft ist nicht die allerbilligste mit CHF 140 pro Nacht,  doch die gebotene Gegenleistung rechtfertigt den Preis. Die Klimaanlage, falls wir sie dann auch brauchen würden, flüsterleise, die beiden Sofas überaus bequem, die Küche bestens ausgestattet. Ein krasser Unterschied zur gehabten Loge in Echuca. Zur Feier des Tages, resp. der schönen Unterkunft gibt es einen Pink Bubbly von YT. Im Kühlschrank steht auch ein ‘normaler’ Bubbly ebenfalls von YT, ein Willkommensgeschenk unserer Gastgeber. Nach dem draussen verspiesenen Abendessen folgt unser Verdauungsspaziergang. Was sehen wir? Kängurus in grosser Anzahl und Emus, aber leider keinen Wombat.

Haben sehr gut geschlafen, da natürlich auch das Bett sehr gut ist. Weniger gut leider die oberdoofen Cockatoos, welche einen Heidenkrach vollführen. Man/frau solle bitte diese grossen, weissen Viecher nicht füttern, steht überall zu lesen. Ausser uns hält sich wohl niemand dran. Die lauten Viecher terrorisieren die Nachbarschaft und auch uns. Irgendwann oder nach genügend Futter ziehen sie von dannen, von mir aus auch für immer. Frühstück draussen, es ist wunderbar warm, der Himmel strahlendblau, noch kein Rauch in der Luft. Dann geht’s in die Höhe. Die Strasse eng, der Verkehr zunehmend stark. Nach wenigen Kilometern und vielen Kurven erreichen wir den Parkplatz für die Wanderung zum Pinnacle. Mal sehen, was es dort zu sehen gibt! Wir ergattern noch eine Parklücke, eher halb offiziell, doch beim Parkieren ist man/frau in Australien sehr tolerant, so scheint es zumindest. Auf geht die Wanderei, 2km pro Weg, so steht’s geschrieben. Ein bizarre Felslandschaft erwartet uns, wie das Chiricahua NM in Arizona, sehr schön. Es geht in die Höhe, nicht ein Sonntagsspaziergang und barrierefrei schon gar nicht. Doch die Anstrengung lohnt, die Felsen werden immer skurriler und es gilt auch eine Art Slot Canyon zu durchwandern. Die Aussicht oben dann runter nach Halls Gap und in die nähere Ferne nicht soo umwerfend, der Weg war eindeutig das Ziel. Wir kurven weiter, nächstes Ziel: The Balconies. Wieder ein paar Kurven durch Eukalyptuswald und immer mehr Verkehr, wir sind am Ziel und finden auch ohne Probleme einen Parkplatz. Diese Wanderung nun sehr einfach, topfeben sozusagen. Die Aussicht am Ende des kurzen Marsches nicht übermässig eindrücklich, eher das Gebaren der zahlreich anwesenden ‘Gäste’, jederman/frau klettert auf die Felsnase raus und muss sich ablichten lassen. Wohlgemerkt, die Sache ist eingezäunt und es hat etliche Verbotstafeln. Ich schnauze einen der Missetäter an, als er über den Zaun mit der Verbotstafel drunter klettert, aber er versteht mich nicht oder will es einfach nicht. Weiter geht unsere Sightseeing Tour durch die schöne Landschaft, nun auf etwas engerer und noch kurvigeren Strasse. die Silverband Falls das Ziel. Wie es der Name erahnen lässt, ist nicht viel mit Wasserfall, ein dünnes Wässerchen rinnt einen schwarzen Felsen runter. Doch die Landschaft ist üppig grün und Vögel zwitschern, was die Kehlen hergeben. Wir denken an unsere Rückreise, runter bis zum (aufgestauten) Lake Bellfield und dann noch ein paar Kilometer weiter gen Norden und wir sind zurück in Hall Gap. Es geht kurz durch das eher harmlose, langweilige Dorf, ein schneller Blick in den teuren General Store und wir haben ‘es’ gesehen. Es ist übrigens Heiligabend, die Nachbarn erstaunlich ruhig, sitzen wohl alle um den Weihnachtsbaum und packen ihre Geschenke aus. Oder macht man dies hier erst morgen, am ‘richtigen’ Weihnachtstag, ich weiss es nicht und Internetzugang habe ich keinen. Unser jährlicher Lachs schmeckt vorzüglich, wenn er auch von Aldi (und Dänemark!) kommt.

Etwas kühl, der Morgen….. 6:30 Uhr ist Tagwache und ich mache mich auf eine kleine Wanderung, möchte die schroffen Berge über mir im Morgenlicht abknipsen. Gelingt leider nicht, dafür bieten sich zahlreiche grasende Kängurus als Fotomodelle an. Habe ich nicht gewusst: frisst der ‚Beutler‘ Gras, ist’s ein Känguru, frisst er Blätter ist’s ein Wallaby. Ein Teleobjektiv wäre hierfür sehr von Vorteil. Aber ich wolle ja mit leichtem Gepäck auf die Reise…… Erneut ein Frühstück draussen, die Temperatur ist nun sehr angenehm. Der Himmel nicht ganz knutschblau, muss wohl noch Rauch in der Luft sein. Wir machen uns erneut auf einen Ausflug, diesmal zu den Mackenzie Falls, natürlich wieder oben in den Bergen, also verbunden mit vielen Kurven und heute noch viel mehr Verkehr. Zuerst geht’s zum Aussichtspunkt hier sind wir praktisch allein und sehen runter auf die doch imposanten Wasserfälle. Dann geht’s steil runter und in eine unglaubliche Menschenmenge. Wieder fallen die vielen Inder oder Indischstämmigen auf. Nach ein paar Bilder des fotogenen Wasserfalls machen wir uns auf den Rückweg, der Aufstieg ist steil, es ist heiss und der Gegenverkehr stark. Die Fahrt nach Hause nicht sehr lang und so können wir drinnen unser Mittagmahl einnehmen, draussen ist es leider zu heiss. Abends dann ein erweiterter Verdauungsspaziergang, wir könnten hier wohl eine ganze Weile durch die schöne Gegend schlendern, alles auf einem kombinierten Fuss- und Veloweg.

Stehe erst nach 7:00 Uhr auf, habe lange genug den oberdoofen Vögeln zugehört. Auch wieder ein eher kühler Tag, zumindest bis jetzt. Also soll die Klimaanlage bitte etwas Wärme liefern. Dies tut sie und flüsterleise obendrein. Die Temperatur hat es nun plötzlich sehr eilig in die Höhe zu schnellen. Also machen wir uns auf einen Ausflug mit dem Auto und zwar runter nach Dunkeld. die Fahrt,resp. die Landschaft, wunderschön, der Verkehr auffallend schwach, es ist Boxing Day, bei mir unter dem Namen Stephans Tag bekannt. Der National Park übrigens 168,000 ha gross und jährlich angeblich (wie wird gezählt?) von 1.3 Millionen Leuten besucht. Dunkeld selber keine Offenbarung, doch soll es hier eines der besten Restaurants von ganz Australien(?) haben. Das Royal Mail Hotel die Pilgerstätte der (gutbetuchten) Foodies. Nach ein paar Minuten durch das ziemlich langweile Dorf getapst geht’s wieder zurück in/an die Berge. Wir wählen die Route über das Victoria Valley. Dies wohl nicht die Beste Entscheidung, wir kurven durch endloses Farmland, in der Ferne nur ragen die Grampians auf. Doch nach nicht all zu vielen Kilometern geht’s durch die Berge wieder auf die Hauptstrasse zurück, hier, wie gehabt, nun sehr Scenic. ein kurzer Halt am Lake Bellfield, leider nicht sehr pittoresk und wir sind bald daheim. Erneut Lunch in gewohnter Umgebung, diesmal wieder draussen, wir können die Hitze ertragen, erst morgen soll es 38° heiss werden. Dann muss ich mein Buch unbedingt fertiglesen: The Poet von Michael Connelley, eines der besten Bücher seit langem…. Mehr läuft nicht, ausser natürlich dem längeren Verdauungsspaziergang, bei dem wir erneut viele Eastern Grey Kangaroos zu Gesicht bekommen. Immer mit dabei und immer sehr störend die weissen Cockatoos, eine richtige kleine Terrorbande, welche hier ihr Unwesen treibt.

Es wird tatsächlich schnell warm und dann auch heiss. Nach spätem, der Schlaf war zu schön, Morgenessen machen wir uns auf in die Natur, zu Fuss. Zwei Stunden dauert unser ‘Waggel’ immer im Eukalyptuswald’ und meist im Schatten. Was bekommen wir zu Gesicht: etliche Emus und natürlich wieder hüpfende Kängurus. Die lästigen Cockatoos versuche ich einfach zu vergessen/ignorieren, wenn’s auch schwer fällt, das Trommelfell wird richtiggehend vergewaltigt, das Gekreische einfach unglaublich laut. Am Nachmittag ein kurzer Einkauf vorne im Dorf. Mit dem Auto nun, 2.2 km in dieser Hitze (es ist nun wirklich 38° heiss geworden) trauen wir unserem Kreislauf nicht zu. Wir warten kühlere Zeiten ab. Australien ist schön, doch ich glaube, die Heimat ruft: Utah! Aber es wird wohl Juni werden bis wir wieder richtig ‘daheim’ sein werden. Am Abend dann der ausgedehnte Verdauungsspaziergang, mehr liegt fitnessmässig nicht drin. Wieder treffen wir auf etliche äsende Kängurus und auch Emus sind mit von der Partie.

Der Himmel ist völlig bedeckt, es hat auch mächtig geblasen in der Nacht. Draussen ist es bereits oder immer noch unangenehm warm. Heute steuert auch die unerwartet hohe Luftfeuchtigkeit ihren Teil zum Tropenklima bei, wie in Singapore! Die Wolken verschwinden langsam das Thermometer steigt und steigt, es wird noch heisser als gestern. Wir beschränken die körperliche Betätigung auf ein Minimum, es geht die paar Kilometer rauf zum Aussichtspunkt beim Wonderland Carpark. Der Besucherandrang einiges höher als vor ein paar Tagen und dies trotz der unerträglichen klimatischen Bedingungen. Mit Glück findet sich eine Parklücke, es wird nun überall parkiert, wo’s Platz hat oder auch nicht. Unsere Wanderung: der Grand Canyon. Etwas arg übertrieben die Bezeichnung der kleinen Felsschlucht, doch imposant und schweisstreibend ist es allemal. Tiere kriegen wir keine zu Gesicht, allein 230 verschiedene Vogelarten soll es hier in den Grampians haben, wir müssen meist mit den lauten Cockatoos vorlieb nehmen. Knapp 1,000 Pflanzenarten soll es hier geben, auch nicht schlecht. Wir kurven die paar Kurven wieder runter und verziehen uns in unsere wohlgekühlte schöne Behausung. Preismässig noch ein Vergleich: hier bezahlen wir, wie erwähnt, CHF 140 pro Nacht, im Januar letzten Jahres waren es im Addo Elephant NP CH 130 für eine weitaus bescheidenere Unterkunft (ohne die tägliche CHF 40 Conservation Fee!). Nach einem sehr guten Lammnierstück folgt der obligate Spaziergang, die Hitze hat nachgelassen, die unangenehme Feuchte nicht. Heute sehen wir nur zwei hoppelnde Beuteltiere und einen Emu, ist den Tieren wohl zu heiss. Die Zeit hier ist um, es soll wieder runter ans Meer gehen: Warrnambool. Aber auch dort sind hohe Temperaturen angesagt……

18. bis 22. Dezember 2019 – Echuca, VIC

Heute soll es also heiss werden. Könnte hinkommen, bei unserer Abreise um 9:30 Uhr ist es bereits ‘plenty’ warm. Ungern verlassen wir die schöne und interessante Stadt und unser ‘Löftchen’. Eine weitere Woche hätten wir es hier noch gut ausgehalten. Der Ernst beginnt, wir müssen durch den dichten und nicht immer sehr rücksichtsvollen Verkehr raus aus der Stadt kommen. Anfangs müssen sich Autos und Tram die doch engen Strassen teilen, dann ist aber Schluss und es kann ungehindert ‘gebrettert’ werden, natürlich meine ich die anderen Verkehrsteilnehmer. Links geht’s, rechts geht’s, dann ein paar Kilometer geradeaus und wieder links und rechts, ohne Navigationshilfe wären wir mächtig überfordert. Endlich sind wir ‚draussen’, Melbourne und seine Vororte sind wirklich riesig! Ein erster Halt in Kilmore, 1837 bereits gegründet und nun fast 8,000 Einwohner stark. Es hat die üblichen Verdächtigen: Woolies, Coles und Aldi. Landwirtschaft wohl die Haupteinnahmequelle hier. Überall abgeerntete Getreidefelder und da und dort ein paar schwarze Kühe die wohl heute langsam gegart werden. Die Temperatur schleicht sich an die 40° Marke heran. Wenig später dann sogar darüber, doch wie genau das Thermometer des Wagens ist, kann ich nicht sagen. Weiter geht’s, die Gegend nun etwas trockener, Eukalyptusbäume hat es deswegen immer noch in Hülle und Fülle. Es taucht sogar ein Gewässer, mehr ein armseliges Rinnsal mit Namen Campaspe River auf. Immer weiter nordwärts geht unsere total 240 Kilometer lange Reise, nächster Stopp: Lunch. Dies wenig romantisch im Auto, da keine Picknick Facilities geboten werden, dafür hat es genug Fliegen und andere störende ‘Surrlis’. Wenige Kilometer weiter hätte es dann eine kleinere Stadt, Elmore, mit ebendiesen Annehmlichkeiten (nicht die fliegende Plagegeister) gehabt. Es ist übrigens richtig mächtig heiss, doch es ist eine trockene Hitze, bessere auszuhalten als vor zwei Wochen unten an der Küste in Cape Paterson. Echuca ist erreicht, 15,000 Einwohner leben hier in dieser Gluthitze, doch es kann im Winter auch schon mal Minustemperaturen geben, der Rekord steht bei -5.5°, der Gegenrekord bei 46.8°. Wir kaufen ein und zwar bei Aldi. Ganz neu, ganz sauber und die Preise gut. Nun rüber zu Dan Murphy’s, sind wir doch ohne Alkoholvorrat angereist, Wein reist in der Hitze nicht gerne. Woolies ist gleich ums Eck, etwas weiter dann Coles. Es ist 15:00 Uhr, wir können unsere Loge beziehen. Das Haus ist schnell gefunden und ist nicht mehr in allerbestem Zustand. Von neu renoviert kann nicht die Rede sein, das Badezimmer ist neu, der Rest müsste man/frau eigentlich abreissen. Etwas harte Worte, ich weiss….. Es ist heiss, ach, habe ich ja schon erwähnt. Der Swamp Cooler hier verrichtet seinen schweren Dienst anstandslos, im Innern ist es gut auszuhalten, wenn auch kaum weit unter 30°. Es hat keine Weingläser! Lieber keine Klimaanlage, als dies! Es geht zurück ins Städtchen, zuerst zu Target, dann rüber zu Woolies und zum Schluss zu BigW, wo wir endlich fündig werden. All dies zu Fuss in der ’Monsterhitze’, die eigentlich hier normal ist, aber Rekorde und Lamentieren sind heuer ja ‘en vogue’. Zurück in unsere ‘Behausung’ und die relative Kühle. Wir verzichten ausnahmsweise auf unseren Verdauungsspaziergang, aus verständlichem Grund. Übermorgen soll es 46° oder 115° F. werden, wir werden sehen, resp. spüren und leiden.

Die Nacht war gut auszuhalten, der Swampy macht seine Sache gut. Es ist noch relativ kühl, wir können Türe und Fenster öffnen und versuchen, den hier herrschenden unangenehmen Geruch zu vertreiben. Hatten unsere Vormieter wohl einen Hund? Schnell schiesst dann das Quecksilber in schwindelerregende Höhen. Offiziell waren es gestern 41.5°, heute soll es nur 40° warm werden. Wir kurven in die Stadt, runter zum Murray River zu den bekannten Raddampfern. Viel ist nicht los, muss wohl an der lähmenden Hitze liegen. Kein Paddle Steamer auf dem braunen Fluss, immerhin der längste Australiens (2,500 km). Natürlich hat es Boote, aber keines fährt. Wir schlendern, ganz gemütlich, durch das recht hübsche Städtchen, die übliche ‘Colonial Convict Architektur’, welche mir ausserordentlich gut gefällt,  manifestiert sich hier an zahlreichen Ecken. So gibt’s halt wieder ein paar Bilder, löschen kann ich sie ja problemlos. Immer noch, oder je länger je mehr, macht das Knipsen mit der neuen Kamera Freude. Die Ausschussquote in Bezug auf Unschärfe liegt bei 0%!!! Hätte mich schon früher von der Fuji scheiden lassen sollen. Danach geht’s rüber nach New South Wales, der Fluss bildet hier die Bundesstaatgrenze. Doch die Stadt hier, Moama genannt, macht einen nicht sehr pittoresken Eindruck auf uns. Woolies ist angesagt, dieser hier, wie die meisten eigentlich, sehr gross und schön. Lunch gibt’s zuhause in klimakontrollierter Umgebung. Roastbeef (AUD 28/kg) und Salat (AUD 3.24). Es gibt einen Verdauungsspaziergang durch die eigentlich ganz hübsche Umgebung, ‘unser’ Haus bildet da leider eine unrühmliche Ausnahme. Es ist 20:20 Uhr und 32° draussen, in unserer Absteige jedoch lebt sich’s sehr angenehm, so dann man/frau auch Strom hat.

Die Nacht war erneut sehr gut zu ertragen, fast schon auf der kühlen Seite. Auch draussen ist es (noch) sehr erträglich, also raus auf einen Marsch durchs Quartier. Heute soll es also heiss werden, wir werden sehen. Frühstück draussen, immer noch sehr angenehm. Dann machen wir uns auf in die nahe Stadt, diverse Einkäufe stehen an. Kaum auf dem Parkplatz bei Dan Murphy’s, unserem ersten Stopp und wir spüren die Hitze, verbunden noch mit Rauch in der Luft, davon war nicht die Rede. Es geht rüber zu Woolies, dann rauf zu Aldi. Die Fleischauswahl in den Läden sehr schön, mein Beitrittsgesuch für Aufnahme bei den Vegetarier ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Kurz nach Hause und all die Waren in den Kühlschrank verstaut und es geht nochmals schnell rauf zu Coles. Wir brauchen ja Lebensmittel nicht nur für die verbleibenden Tage hier, sondern auch für die 6 Tage drüben in Halls Gap. Es existiert dort nur eine kümmerliche Lebensmittelinfrastruktur: nix Aldi und so. Es wird immer heisser! Wir verkriechen uns in unsere wohltemperierte Behausung und starren auf das Thermometer, natürlich im Internet. Um 16:00 Uhr ist es brüllendheisse 44.7°, aber die Luftfeuchtigkeit bei bescheidenen 6%, ein schwacher Trost. Der Swamp Cooler macht seine Sache gut, in der Stube haben wir geschätzte 30°, man/frau gewöhnt sich an alles. Es ist 19:00 Uhr und das Quecksilber ist auf 43.7° gefallen, eine Wohltat! Heute gelesen bei CNN:  ‘Beijing is building hundreds of airports as millions of Chinese take to the skies.’ Wie kriegen wir Greta nur nach China? Ich mache mich heute alleine auf einen kurzen Verbrennungs-, ähh Verdauungsspaziergang, es ist immer noch brüllend heiss.

Wieder eine gut ertragene Nacht, der Swamp Cooler macht seine Sache richtig gut. Es ist noch schön kühl, also steht einem Vorfrühstücksspaziergang nichts im Wege. Es soll heute nur noch 34° werden, in Melbourne unten sogar nur 20, gestern 43.5°. Natürlich sind 20° viel zu kalt für die Jahreszeit, aber es werden nur die positiven ‘Rekorde’ vermeldet. Nach dem Morgenessen, wieder draussen, spazieren wir zum Campaspe River runter und folgen diesem bis zum Port of Echuca, alles immer noch eher abgekämpften Eukalyptuswald, nicht sonderlich schön fürs Auge, aber Bewegung tut gut und die Temperatur ist immer noch sehr gut zu ertragen. Für den Rückweg wählen wir die Stadtvariante, hier ist einiges mehr los. Überall plärren Weihnachtslieder aus den Läden, es hat erstaunlich viele Leute in den ebenso erstaunlich zahlreichen Juweliergeschäften. Die Kundschaft in kurzen Hosen, Flipflops und einem Becher Kaffee in der Hand, nicht gerade so, wie man in der Schweiz in solche Läden gehen würde. Gesehen: Firmenauto der ‘Nullarbor Sustainable Timber’. Kommt da das Sustainable nicht etwas zu spät? Am Nachmittag sind wir wieder in unserer Bleibe, auch Nichtstun ist schön. Es ist 15:50 Uhr und das Quecksilber bei bescheidenen 27.7°, satte 17° kühler als gestern! Es ist 19:00 Uhr und wir sind bei 22.9°, über 20° kühler als vor 24 Stunden. 42.6° zu 16.2° so der Vergleich von Melbourne (auch 19:00 Uhr). Unglaubliche Temperaturdifferenzen hier im Süden von Australien! Interessant ist, dass heute das Wetteramt keine Temperaturmeldungen am laufenden Band bringt, ist es zu kühl, ist es nicht ‘newsworthy’.

Hui, es ist kühl! Draussen offiziell 12°, in unserer Loge 18°. Kaum zu glauben, dass es heute 33° werden soll. Draussen weht ein kalter Wind. Was hat Australien nur für ein merkwürdiges Klima? Heiss und kalt liegen nur wenige Stunden auseinander. Die Höchsttemperatur von vorgestern wurde ‘angepasst’: 46.3°, diesen Wert hatte ich zu keiner Zeit auf der Website ablesen können. Muss von Langweile sprechen, wenn ich nicht Besseres zu tun habe, als Temperaturen abzuchecken….. Wir nehmen, man/frau möge es uns verzeihen, die Heizung in Betrieb. Nach dem Morgenessen, heute drinnen, in der ‘freien Natur’ ist es noch zu kühl, spazieren wir ins Städtchen, erneut dem kleineren der beiden Flüsse entlang. Die Läden sind recht gut besucht, jederfrau will/muss wohl noch letzte Weihnachtseinkäufe tätigen. Wir statten unserem Lebensmittel-Triumvirat (Woolworths, Coles & Aldi) erneut einen Besuch ab. Die Temperatur (…schon wieder…..!) nun sehr angenehm so müsste sie eigentlich sein. Viel wärmer wird es im laufe des Tages nicht, knappe 30° sind bei trockener Luft gut zu ertragen. Das wär’s eigentlich schon gewesen von Echuca, sicher keine Traumdestination, aber unter 40° sehr gut auszuhalten, der vielgepriesene Murray River, na ja, nicht sehr attraktiv anzuschauen. Morgen geht’s wieder eine ganze Menge Kilometer weiter in die Grampians.

11. bis 17. Dezember 2019 – Melbourne, VIC

Das Wetter, na ja……. eher auf der lausigen Seite. Es ist kühl, aber nicht kalt, trotzdem haben wir vom Sommer etwas anderes erwartet. Wir räumen das Feld, das Haus hat sehr gut gefallen, trotz fehlender Isolation. Dies musste halt die Klimaanlage wettmachen, eigentlich eine enorme Energieverschwendung. Aber kalt mögen es wir zwei nicht, hätten ja gleich in der CH bleiben können. Die heutige Fahrt um die 150 Kilometer, leider nicht mehr sehr viel der Küste entlang. Einzig einen Abstecher runter nach Corinella leisten wir uns. Ziemlich verschlafen, aber immer mit sehr vielen Ferienhäusern/Zweitwohnsitzen/Alterssitzen ‘ausgestattet’. Wir schlendern einige Zeit am Strand hin und her, der Blick rüber auf French Island (170 km2 und 120 Einwohner, 70% ist National Park) nicht übermässig imposant, kann aber auch am mediokren Wetter liegen.

Es geht wieder zurück auf die M420, eine regelrechte Autobahn mit dementsprechend viel Verkehr. Dann geht’s auf die M1 und wir nähern uns unerbittlich dem Moloch Melbourne mit 5 Mio. Einwohnern (in meinem Tagebuch von 1997 lese ich 3.5 Mio.!) und wahrscheinlich eben so vielen Autos. Der Hunger meldet sich, wir suchen eine Verpflegungsstätte. Es bietet sich ein riesiges Shopping Center an, Westfield Fountain Gate, hart an der Autobahn gelegen. Wir erleben den Sydney/Miranda Shopping Center Effekt! Es findet sich mit allergrösster Mühe ein Parklücke und auch diese weit weg der Läden. Ist jederman/frau heute wieder am Shoppen, es ist erst Mittwoch, bitte sehr! Nach fünft Minuten Fussmarsch sind wir in der Mall und finden auch sogleich den Food Court. Dim Sum bieten sich an, wir sind uns einig und nach wenigen Minuten laben wir uns an den überaus feinen Teigtaschen. Frisch gestärkt wagen wir die Fahrt mitten in die Stadt. Plötzlich stehen wir im Stau, Schritttempo allerhöchstens, wenn dies mal gutgeht. Unsere Airbnb  Dame erwartet uns um 14:00 Uhr, es wird 14:20 Uhr, nicht schlecht für völlig Ortsunkundige! Dora, der Name unserer Vermieterin, klein, aber hübsch unsere Loft für eine Woche. Dies war einmal eine Schokoladenfabrik, nun wird halt yuppig-alternativ gewohnt. Auch einen Parkplatz hat die liebe Dame für uns reserviert, ebenso eine Parkplatzkarte. Nicht jeder Krattler kann hier im Quartier dauerparkieren. Nach einem längeren Einführungsgespräch sind wir alleine und ruhen aus, die letzte Stunde war sehr hektisch. Das Wetter leider schlecht, kalt und windig, aber wir sind ja in Melbourne. Trotzdem streifen wir natürlich einige Zeit später durch die hiesigen Strassen, meist auf der Bridge Road. Es hat eine Unmenge von Läden und natürlich noch mehr Restaurants, allerdings stehen auch viele Lokalitäten leer. Trams fahren hier ‘haufenweise’ rum, ich meinte gelesen zu haben, Melbourne hätte das grösste Tramnetz der Welt. Langsam werden wir müde, nach dem Abendessen noch ein kleiner, kalter Verdauungsspaziergang und wir verkriechen uns in unsere erstaunlich (bis jetzt) ruhige Loft. Vor zwei Tagen war es hier 38° heiss, so unsere Vermieterin, allerdings nur für kurze Zeit, gegen Abend fiel dann das Thermometer (wie bei uns unten in Cape Paterson) um 15°.

Die Nacht war ruhig, sehr zu unserem Wohlgefallen. Das Wetter beim Aufstehen schlecht, aber wir sind in Melbourne, es kann sich schnell auch zum besseren wenden. Das Bessere lässt allerdings auf sich warten. Nebenan bei Tatts erwerben wir einen Wochenpass für Tram/Bus/Zug, AUD 50 der Preis (AUD 6 allein die Plastikkarte, welche nicht retourniert werden kann!). Wir nehmen Tram Nummer 75 bis zur Flinders Street Station. Der Bahnhof riesig und architektonisch sehr ansprechend. Hier trennen sich unsere Wege, ich renne lieber alleine und kopflos mit der Kamera durch die Gegend. Es gibt diverse bis viel zu viele Bilder. Die Skyline nicht so imposant, es fehlt auch ein Meer, der eher schmale Yarra River (242 Kilometer lang) dient als Ersatz. Dunkle Wolken über den Wolkenkratzers bringen Stimmung! Die Stadt beginnt langsam zu gefallen. Es scheint sich hier noch mehr als in Sydney vieles und alles ums Essen zu drehen. Essen: Lunch gibt es in einem eher gehobenen Food Court, keine Hektik hier oben im ersten Stock. Das Essen, ein Chicken Biryani und eine japanische Bento Box (resp. deren Inhalt), schmeckt gut, wenn auch nicht überwältigend. Dann wieder eine Trennung auf Zeit, es hat hier auch ansprechende Kirchen, welche ich ablichten kann. Reunion am schönen Flinders Bahnhof und eine längere Tramfahrt steht an. Das Ziel, die Docklands eher langweilig, die Architektur nicht nach meinem Geschmack, aber ich bin ja auch kein Fachmann. Langsam werden wir müde, es soll nach Hause gehen, natürlich wieder mit dem Tram. Die älteren Modelle eine Koproduktion von ABB und AEG, die neueren von Bombardier, über eine verspätete Lieferung wie in Zürich weiss ich nichts. Ausruhen ist angesagt, das Wetter hat sich übrigens endlich gebessert, blauer Himmel und weniger Wind. Also wird er Verdauungsspaziergang recht angenehm.

Wieder eine sehr ruhige Nacht. Das Wetter nun gut, doch nach dem Frühstück ist der Himmel wieder grau in grau. Die Temperatur ein wenig höher als gestern, der Wind ein wenig kälter….. Auf in die Stadt! Natürlich mit einem der Trams. Nun erkunden wir zusammen die Innenstadt und landen gewollt/ungewollt in Chinatown und dann wohl im Wartezimmer des Paradieses: Queen Victoria Market (seit 140 Jahren ‘in Betrieb’)! Noch nie haben wir beide so eine Huldigungsstätte für Ess- und Trinkwaren gesehen/erlebt! Alles ist zu haben, einzig das persönliche Budget oder das gemeinsame Bankkonto ist die Limite. Wir trennen uns, ich knipse noch ein paar imposante Wolkenkratzer, zu lange kann ich nicht an den wunderschön präsentierten Esswaren entlang schlendern. Lunchtime. Canton Malay das Thema: Seafood Laksa und eine Pork Dumpling Suppe, beides schmeckt wunderbar! Es folgt ein längerer Spaziergang durch nun sehr volle Strassen und Gassen, es scheint hier niemand einer Arbeit nachzugehen. Alles dreht sich ums Essen und natürlich Trinken. Ab Flinders Street Station dann wieder eine Tramfahrt, raus bis Stopp 21, hier hat es praktischerweise einen Dan Murphy’s. Zu Fuss von unserer Loft gut zu erreichen, allerdings nicht vollbepackt mit diversen Weinflaschen, so kaufen wir nur zwei YT, hier AUD 0.5 pro Flasche teuer als in NSW. Es heisst, Melbourne habe innerhalb eines Tages alle vier Jahreszeiten. Dem muss ich vehement widersprechen: es reicht auch schon eine Stunde um all dies zu erleben. Wie immer, verbringen wir den Abend zuhause in unserem ‘Löftchen’, es lebt sich auch hier recht gut, die Nachbarn sind leise, der Verkehrslärm erstaunlich niedrig. Am frühen Morgen hört man (nicht frau) manchmal ein Tram vorbeibrausen, mehr nicht.

Ich fasse die beiden Tage zusammen. Das Wetter, wer hätt es nicht erraten, eher auf der schlechten Seite. Total bedeckt die meiste Zeit, die Temperatur knapp auszuhalten, wo bleibt der Sommer? Ach ja, er soll in ein paar Tagen kommen: 40° sind einmal mehr angesagt. Wir kurven an beiden Tagen mit dem Tram in und durch die Stadt, es  gibt sehr viel anzuschauen, nicht rote Steine in wüstenhafter Landschaft, dafür schöne Häuser und Hochhäuser. Zwei Märkten machen wir unsere Aufwartung: Prahran Market und dem South Melbourne Market. Ersterer etwas steril, da relativ jung, dafür ist die Umgebung recht interessant. Der SMM dann ein Ameisenhaufen sondergleichen, aber es ist ja auch Sonntag, wir hätten’s wissen/ahnen können. Auch hier hat es in der näheren Umgebung sehr schöne Häuser, erneut im ‘Colonial Convict Style’. In der nahen Ferne ragen natürlich die Wolkenkratzer der Innenstadt in den grauschwarzen Himmel. Lunch einmal eine sehr gute Pho im ‘I love Pho’ im Vietnamesenviertel (Victoria Street zwischen Hoddle und Burnley St), der nächste Lunch in der Nähe des SMM dann eine Katastrophe! Dim Sum in schlechtester Qualität zu völlig überrissenen Preisen: 9 Stück für AUD 26. Die Dinger kaum geniessbar, aber wir haben mächtig Hunger. Der Laden nennt sich ‘miss chou’, und wird im ‘Franchise Verfahren’ betrieben. Ich schreibe es nochmal: eine Frechheit, was hier serviert wird! Ziemlich frustriert geht’s zurück zum nun völlig überquellenden South Melbourne Market, wir haben noch Hunger. So kaufen wir ein sehr gutes Olivenbrot, dies schmeckt dann vorzüglich. An beiden Tagen sind wir wandermässig sehr gut drauf, aber Tramfahren liegt auch noch drin. Trotz des sehr launischen Wetters gefällt es uns hier in Melbourne sehr gut.

Die Faulheit obsiegt! Wieder fasse ich das nicht sehr aktive Geschehen hier zusammen. Das Wetter könnte launischer nicht sein, bedeckter Himmel, kühl und Nieselregen am ersten der beiden Tage, am Nachmittag ab 14:00 Uhr zeigt sich endlich die Sonne. Wir fahren mit der Eisenbahn. Dies ab West Richmond Station bis raus in die Pampas nach Hurstbridge. Vorher jedoch eine sehr gute Pho in einem der zahlreichen Vietnamesen (Hung Vuong 2) an der Victoria Street. Der Zug kommt pünktlich ist sauber und recht gut besetzt. Diverse Vororte werden durchfahren, hier draussen wohnt man also auch. An den Bahnhöfen jeweils immer volle Parkplätze, Park & Ride? Zwischendurch geht’s auch mal durch lichten Eukalyptuswald. An der Endstation, eine Stunde ab Einstieg, dann nur ein kurzer Halt, der nächste Zug in die Stadt wäre erst in 45 Minuten. Also wieder rein in die leider etwas sehr unterkühlten Waggons. Man/frau könnte wohl hier ganz anständig leben und wohnen. Wir steigen eine Station früher aus und machen noch Woolies an der quirligen (leider auch etliche Drögeler) Victoria Street unsere Aufwartung. Nun ist es erstmals hier angenehm warm. Das Abendessen sehr schmackhaft: Wagyu Burger (AUD 6.50 für 2 Stück). Der Verdauungsspaziergang auch ohne Jacke, es kann auch herrliches Wetter hier sein. Der nächste Tag bringt noch eine Wettersteigerung, es geht ohne Jacke ab in die Stadt, natürlich mit dem Tram. Wir schlendern durch die gepflegten Fitzroy Gardens, es folgen die Carlton Gardens etwas weiter nördlich. Alles ziemlich entspannt und doch mitten in der grossen Stadt. Dann warten wir auf Tram Nummer 35, dies alte, klapprige Ding macht den City Circle, natürlich kostenlos. Zürich!!?? Nach einem Fast Circle steigen wir aus und widmen unsere Zeit dem Chinatown. Wir kommen uns fast vor wie in Hong Kong! Natürlich essen wir hier auch Lunch und wagen uns nochmals an Dim Sum. Diesmal haben wir im Lotto gewonnen: herrlich schmecken die Dinger. Eine Speisekarte gibt es nicht, die Ware frisch aus der Küche wird durch die Gaststube gefahren und man/frau bestellt, was man sieht oder angeboten bekommt. Natürlich ist es hier nicht so günstig, wie auch schon, doch die Qualität und das exotische Ambiente rechtfertigen den Preis. Westlake Restaurant, der Name, 189 Little Bourke Street die Adresse. Nochmals streifen wir durch die Strassen und Gassen des Chinesenviertels, es gibt viel anzuschauen und trotz der Menschenmasse macht es mir unglaublich Spass. Danach runter an den Yarra River und diesem noch eine Weile entlanggeschlendert. Überall Restaurants, die meisten voll mit vergnüglich futternden Erdenbürgern, niemand scheint es hier eilig zu haben um zurück ins Büro oder Amt zu kommen. Tram Nummer 75 bringt uns dann nach Hause, genug gewandert, flaniert und ‘gesightseet’. Es ist warm geworden, angesagt waren 29°, könnte wohl hinkommen, morgen dann die angedrohten 38°. So, Melbourne wäre auch ‘erledigt’. Vancouver ist nun leider auf Platz 3 abgerutscht, immerhin Bronze, hoffentlich wird Adelaide nicht auch noch so gut wie Sydney & Melbourne…..

 

8. bis 10. Dezember 2019 – Cape Paterson, VIC

Wolken oder Nebel oder beides? Nach dem Frühstück hat es weder noch. Unsere lange Fahrt kann angetreten werden, 280 Kilometer oder so. Die meiste Zeit auf dem Princess Highway, die letzten Kilometer jedoch auf dem unaussprechlichen Strzelecki Highway und ein wenig noch auf dem Bass Highway. Die durchfahrenen Städte/Dörfer wie immer sehr schön anzuschauen, die spezielle Architektur (Convict Style?) mag zu gefallen. Ausserhalb der Besiedlungen natürlich Farmland, eher trocken, je weiter wir westwärts fahren, desto grüner werden die Weiden jedoch. Nun hat es auch wieder ein paar grüne Hügel, nicht mehr so flach wie das East Gippsland, wir sind nun im South Gippsland. Einkaufsstopp erst kurz vor dem Ziel in Wonthaggi, alles ist hier vertreten: Woolworths, Coles, Aldi und sogar einen Dan Murphy’s erspähen wir. Aldi und Woolies unsere Wahl. Bei Aldi ‘entdecken’ wir ein Joghurt, welches praktisch gleich daherkommt, wie mein Gippsland Dairy. Der Preis ist allerdings anders: AUD 3.99 zu den sonst üblichen AUD 7. Aldi hat bereits über 500 Läden in Australien und ist in den Top 10 der ‘Lebensmittelverteiler’. Weiter geht’s runter ans Meer, Cape Paterson unser Ziel. Die Gegend oder Besiedlung, einen Dorfkern gibt es nicht, wohl ausschliesslich für Ferien bestimmt. Die Ferienhäuser relativ eng beieinander, aber dies scheint niemanden zu stören oder das Bauland ist enorm teuer. Wir finden unsere Bleibe, ziemlich versteckt und unauffällig dreinschauend. Doch im Innern herrscht ein Überangebot an Platz, wer will hier noch mit uns zwei wohnen? Der Blick aufs Meer ist da, ebenso der Blick auf viele Häuserdächer zwischen uns und dem Meer. Das Haus gefällt, bemängeln könnte man/frau das fehlende WiFi. Ausruhen! Die Fahrt war lange, jeden Tag würden wir dies nicht machen wollen, sind wir doch eher auf der gemütlichen (faulen?) Seite des Reisens angesiedelt. Nach verspiesenem Abendessen ein kurzer Rundgang durchs Quartier, viel los ist (noch?) nicht, Ferienbeginn ist erst ein paar Tage vor Weihnachten.

Heute soll es also 32° heiss werden. Es ist 7:00 Uhr und die Heizung läuft auf Volltouren. Um 8:00 Uhr ist es wärmer und wir können zum ersten Mal draussen frühstücken. Das Aldi Joghurt hat die ‘Ed Zachary Disease’! Es schmeckt ‘exactly the same’ wir das teure von Woolies. Dann geht es runter ans Meer, ein paar Minuten Fussmarsch nur. Nun wird es markant wärmer und der Wind weigert sich seine sonst lästige Tätigkeit auszuüben. Der Strand nicht sooo lang, die Felsen nicht sooo imposant, aber es gefällt trotzdem. Der Besucherandrang erneut zu vernachlässigen, doch stärker als auch schon. Es wird immer heisser, also doch! Am Morgen noch die Heizung am Nachmittag dann die Klimaanlage. Doch morgen ist der Spuk vorbei, resp. andersrum: maximal 17° sind angesagt. In Melbourne heute 38°, morgen 21°. Am späteren Nachmittag mache ich mich trotz schwüler Hitze auf und es geht runter an den Strand, alles ganz langsam, der Schweiss rinnt aus allen Poren. Nun hat es entgegen meiner Erwartung noch viel weniger Wasser, sozusagen eine Super-Ebbe, ich könnte wohl trockenen Fusses bis runter nach Tasmanien wandern. Es hat genug Steine hier um mich eine ganze längere Weile zu beschäftigen. Die Wolken halb dramatisch, dann und wann drückt die Sonne durch und es wird noch schwülheisser, welch ungewohntes Klima/Wetter. Doch wir hatten dies bereits 1997 hier an dieser Küste erlebt. 40° waren es damals und am nächsten Tag kalt und Regen. Die Wüste ein riesiger ‘Inlandsee’, die Bahnverbindung Sydney – Perth unterbrochen, das Trassee unter/weggespült. Ja, auch damals gab’s Wetterkapriolen! Ich komme zu spät zum Apéro, aber schnell marschieren liegt einfach nicht drin. Kaum zuhause, fängt es an zu winden, eigentlich normal, doch dieser Wind hat es in sich. Innert einer halben Stunde stinkt das Thermometer um 10°, es ist richtig angenehm. Den Verdauungsspaziergang treten wir mit Windjacke bewaffnet an. Wir können die Fenster öffnen und unsere Loge auf natürliche Weise (ohne AC) runterkühlen.

 

Es ist trüb und nass und kalt! Von nass war nicht die Rede, doch was wissen/können die Wetterfrösche schon? Also müssen wir wieder die Heizung in Betrieb nehmen, es soll heute wirklich nur 15° kühl werden. Ob es auch stimmt, wird sich zeigen, zu oft liegen Vorhersage/Dichtung und Wahrheit weit auseinander. Betreffend Isolation: ist es heiss, wird das Haus sehr schnell auch heiss, bei Kälte natürlich gleich andersrum, also NULL-Isolation. Dabei ist Strom hier in Australien recht teuer. In Victoria z.B. 35 Cents pro kWh, in den USA: 16 Cents. Teurer wird’s in ein paar Tagen drüben in South Australia: 47 Cents! Während wir zwei ‘Klima Kriminelle’ hier frieren, soll es an der COP25 26,000 Teilnehmer haben, alle natürlich mit dem Fahrrad oder zu Fuss nach Madrid gepilgert. Die grössten Kontingente stellen die Elfenbeinküste (348) und die DR Kongo (293). Letztes Jahr hatte Guinea rekordverdächte 406 Delegierte an den COP24 ins winterliche Polen gesandt. Was die über 3,000 Journalisten wohl berichten werden? Schluss jetzt! Das Wetter bessert sich am späteren Nachmittag, die Wolken sind weg, der starke Wind und die tiefe Temperatur bleiben. Unser heutiger Ausflug: der Küste entlang rüber nach Inverloch (eher ein gediegenes Feriendorf) und rauf nach Wonthaggi, Aldi & Woolies unser Ziel. Dann nach Hause und bald in den Apéro. Es war gemütlich hier zu wohnen, die Temperatur bis auf ein paar Stunden am untersten Ende der Erwartung.

 

5. bis 7. Dezember 2019 – Lakes Entrance, VIC

Das Wetter gut, was will frau/man mehr? Wir räumen das Feld hier, es soll etliche Kilometer südwestwärts gehen, deren 270 genau. Die rasante Fahrt führt grösstenteils durch dichten Wald, es macht sich langsam eine Übersättigung breit. Da und dort leider wieder überfahrene Wallabies und sogar ein Wombat, allerdings auch tot. Mitten im Wald überschreiten wir die Grenze zu Victoria. Fast sechs mal so gross wie die Schweiz, aber nur 6,500,000 Einwohner. Allerdings ist der Norden nicht sehr ‘lebenswert’, ziemliche Wüste halt.  5 Millionen leben in Melbourne, der Rest ist dementsprechend dünn besiedelt. Die Strasse, immer noch der Princess Highway, wird breiter, die Bäume stehen weiter weg. Wir fahren auf einer Schneise durch den Wald, vorher war es eher ein Tunnel. Dann und wann gibt es einen Toilettenstopp, auch hier draussen überaus zahlreich anzutreffen. 36 Kilometer vor Orbost kurven wir runter ans Meer, ein weiterer Tourist Drive ist ausgeschildert. Cape Conran unser Lunch Stopp, nur gerade ein paar Häuser und viel Wind erwarten uns. Ein nächster Halt am Beach, zumindest ein Versuch. Der Weg über die Dünen endet abrupt an einer Steilkante, alles weggespült, kein Zugang zum erneut langen und menschenleeren Sandstrand. Nächster Versuch und dieser klappt dann auch, doch dieser Abschnitt ist nicht soooo Scenic, es hat auch zu viele Leute, ganze Schulklassen oder Pfadfindergruppen tummeln sich hier. Es geht weiter, rauf zum Princess Highway und Lakes Entrance unserem Ziel entgegen. Der Wald ist Geschichte, hier ist alles ebenes Farmland, Kühe, Kühe, Kühe….. Doch hier wird wohl auch mein Lieblingsjoghurt produziert: Gippsland Dairy, Mango & Blutorange (AUD 7, wenn im Angebot AUD 5). Nach langer Fahrt erreichen wir Lakes Entrance, unsere Loge können wir erst um 15:00 Uhr beziehen, so verkriechen wir uns in den grossen Woolworths und danach rüber zu BWS, unser Wein ist alle. Die Zeit ist um, wir beziehen unser Quartier für drei Nächte. Das Haus gross, nicht das neueste Modell, aber es hat alles und noch viel mehr, was man braucht oder brauchen könnte. Der Wind, einmal mehr unser ungeliebter Freund. So bleibt das grosse Deck vor dem Wohnzimmerfenster unbenutzt. Den Blick aufs Meer haben wir auch von drinnen. Es gefällt! Apéro dann doch draussen, wir ziehen uns warme Sachen an und schlürfen zur Feier des Tages einen YT Pink Bubbly. Abendessen drinnen, Verdauungsspaziergang draussen. Ende des Tagesgeschehens.

Das Wetter ist sehr gut, der Wind noch stärker, wird wohl nichts mit dem Ausflug auf die ‘Koala Insel’ aka Raymond Island. Wir kurven kurz ins doch vier Kilometer entfernte Städtchen und schauen beim Visitor Center vorbei, ich kann nie genug Kartenmaterial haben. Leider haben sie die gesuchte Karte nicht. Also geht’s nebenan in eine grossen und sehr schönen Aldi. Ich kaufe einheimischen Wildschweinsalami, schmeckt nicht schlecht. Die Weinabteilung bei Aldi geradezu winzig, aber ich versuche mein Glück mit einem relativ teuren (AUD 13) Shiraz von Tudor. Zurück in unsere Loge geht’s, ein Mittagessen ist fällig. Der Wind wird immer stärker! Wieder können wir das grosse Deck nicht benutzen. Am Nachmittag: Stubenarrest! Draussen tobt der Orkan unvermindert weiter. Es gibt auch keinen Verdauungsspaziergang. Doch das Rindsfilet (AUD 40 das Kilo) vorher hat trotzdem geschmeckt. Wieder nix mit Vegetarier! Der Wein leider eher auf der harmlosen, ‘schwachbrüstigen’ Seite. Wir hoffen morgen auf weniger Wind, es wären Raymond Island und die dortigen Koalas auf der Wunschliste.

Der Wind hat sich etwas beruhigt. Frühstück leider, trotz der grossen Terrasse, nicht draussen. Wir wagen den Sprung rüber nach Bairnsdale, resp. Paynesville. Die Fahrt wie üblich durch Wald- und Weideland, wobei letzteres nun eindeutig überwiegt. Irgendwo müssen ja die Kühe grasen, die den wichtigsten Bestandteil meines geliebtes Joghurts produzieren. Wir sind am Ziel, immerhin 50 Kilometer von Zuhause entfernt. Nun unternehmen wir wohl die kürzeste Schiffsreise aller Zeiten. Die Fähre rüber nach Raymond Island ist für Fussgänger kostenlos, doch der Spass dauert nur eine knappe Minute! So, hier soll es also Koalas oben in den Bäumen haben, der Weg gut ausgeschildert, der Besucherandrang zu vernachlässigen. Schon taucht das erste Exemplar auf, natürlich hoch oben in einer Astgabel eingeklemmt und mit Schlafen beschäftigt. Auch einer weiterer Kollege übt sich schwer im Nichtstun. Leider sind die putzigen Tiere ziemlich weit oben in den Bäumen oder meine Linse ist zu kurz (bei 70mm Ist bei mir Schluss). Erst der vierte Kandidat macht einen nicht ganz so scheintoten Eindruck und bewegt auch schon mal den Kopf, aber natürlich in Zeitlupentempo. Dann folgt ein weiteres australisches Unikum: der Echidna. Dieser Kerl dann ganz munter, ist er ja gerade beim Fressen, Ameisen, wie es scheint. Das stachlige Ding lässt sich nicht stören, wir können knipsen, was die Kamera und das Handy hergeben. Es geht wieder rüber aufs Festland, der Fährbetrieb ist schon seit 130 Jahren in Betrieb, wieso keine Brücke über die 100 Meter Wasser gebaut wurde, weiss ich nicht. Dann Lunch an einem der immer irgendwo vorhandenen Picknicktische, leider windet es nun wieder unangenehm stark. Die Heimfahrt wartet auf uns, diese wird länger als angenommen, erwischen wir doch oben in Bairnsdale die falsche Strasse und kurven munter Richtung Berge. In der nicht sehr ferne Ferne sehen wir plötzlich eine Rauchsäule in den Himmel ragen, ein Buschfeuer, was sonst. Leider findet sich keine geeigneter Fotostandort, so lasse ich halt das ‘Sensationsbild’ sausen. Endlich wieder in Lakes Entrance dann noch einen Besuch bei Woolies und BWS. Abends panierte Kalbsschnitzel, diesmal selber gemacht, nicht das Fleisch, nur das drumrum. Die Loge hier war sehr gut, die Aussicht aufs tosende Meer noch besser, einzig (einmal mehr!) der Wind hat die Ferienstimmung etwas geschmälert.

1. bis 4. Dezember 2019 – Eden, NSW

Kurz nach 6:00 Uhr stehe ich auf und sehe ein dunkelrote Scheibe am Himmel aufgehen. Ist also, trotz Regen, der Rauch immer noch in der Luft. Ungern nehmen wir Abschied von dieser schönen Bleibe und auch vom schönen Ort Tuross Head. Es geht weiter südwärts meist auf dem Princess Highway, total werden es 167 Kilometer werden. Die Landschaft immer etwa gleich, Wald, Landwirtschaft, Küste und blaugrauer Himmel. Einen ersten Halt machen wir in Narooma (pop. 3,300), einem grösseren wohl Badeferienort. Ein brandneuer Woolies begrüsst uns. Irgendwie sind die Städtchen und Dörfer hier in Australien einiges attraktiver als ihre Cousins in den USA. Die Fahrt geht weiter, nach Tilba Tilba verlassen wir den Princess Highway und nehmen die Scenic Route, hier Tourist Drive genannt, immer gut ausgeschildert. Ein Strandhalt dann in oder bei Bermagui, wieder ein praktisch menschenleerer Strand (es ist Sonntag!) und ein paar interessante Felsen. Wer löscht auch all die vielen Bilder! Weiter, immer weiter gen Süden an die Kühle geht die Fahrt. Die Strasse führt nun meist durch Wald, aber immer schön anzuschauen. Tathra dann unser Lunchstopp. Überall finden sich (nicht nur) hier kleine Parks mit Picknicktischen und sauberen Toiletten. Nun wieder durch Wald, meist natürlich Eukalyptus und da und dort leider ein totes Wallaby am Strassenrand. Ein lebendiges Exemplar bekommen wir auch zu Gesicht, hart am Strassenrand, doch dieses Tier hüpft zu seinem Glück wieder zurück in den nahen Wald. Merimbula passieren wir ohne Halt, 3,500 Einwohner stark, der Grossraum kann sogar mit 18,000 Leuten auftrumpfen. Dann erreichen wir das kleine Eden, ganz so wie ein Paradies sieht’s allerdings nicht aus. Doch sollen auch hier über 3,000 Leute wohnen. Das Wetter ist in der Zwischenzeit miserabel und kalt geworden. Beim zweiten Anlauf finden wir unsere Bleibe, Eagle Heights genannt. Unit Number 1 sei unser Zuhause für vier Tage. Dies eine grössere Feriensiedlung der nicht ganz so gediegenen Art. Allein die Preise sind hoch: AUD 160 pro Nacht. Doch nach den letzten zwei Übernachtungsorten fällt alles ziemlich schnell ab. Das ‘Unit’ ist sauber, Platz haben wir genug und wir sehen aufs nahe Meer, dies wohl die Rechtfertigung für den stolzen Tarif. Viel machen wir nicht mehr, ich gehe auf eine Erkundungstour in die nähere Umgebung. Runter an die Küste komme ich nicht, die Felsen zu hoch und steil und es findet sich kein Weg runter. Doch die Wolkenstimmung lädt förmlich zum Fotografieren ein, allein, es fehlt ein anständiger Vordergrund. Nach dem Abendessen nochmals einen Ausflug, gestern hatten wir ja unseren üblichen ‘Gate Walk’ wegen des schlechten Wetters absagen müssen. Ausnahmsweise habe ich die Kamera dabei und wieder gibt es diverse Bilder. Der Abend wird ruhig, die Anlage scheint (noch) sehr schwach belegt zu sein.

Huii, sehr viel Regen in der Nacht! Das Wetter scheint in Ordnung zu sein, also wagen wir nach dem Frühstück (nun mit ‚Morning Sun‘ Müesli) den Sprung ins nahe Dorf. Doch wir gehen getrennte Wege, ich drücke mich nochmals eine Zeit lang am kleinen Hafen herum. Hier sollen bis 325 Meter lange Kreuzfahrtschiffe anlegen? Kann ich nicht glauben! Wir sind am Meer, das Wetter ändert sich innerhalb von ein paar Minuten. Die Sonne weg, es ist kühl bis kalt und es regnet. Ich alter Seebär trotze dem Unbill der launigen Natur und marschiere ins Dorf rauf. Ganz schön anzuschauen, wenn auch recht verschlafen, aber dies macht gerade der Charme aus. Zu verschlafen allerdings, wie etliche Ansiedlungen in Westaustralien ist dann aber auch langweilig. Ich traue meinen Augen nicht! Da kommt doch tatsächlich so ein Dampfer angeschnauft! Also wieder zurück zum Hafen und Warten auf das Einlaufen. Das Schiff, Vasco da Gama mit Namen, kommt kaum zu glauben und fährt in den kleinen Hafen ein. Etliche andere Leute verfolgen ebenfalls das eindrückliche Geschehen. Der ‘Dampfer’ dann nicht von der aller grössten Sorte, bei 220 Metern und 1,260 Passagieren ist Schluss. Das Wetter nun wieder grauenhaft, es tobt ein kleinerer oder gar schon grösserer Sturm und Regen gibt’s kostenlos dazu. Der Kahn kommt aus der Südsee, die Leute werden hier wohl erfrieren. Nach längerem Unterstehen, eine Norfolk Pine mein ‘Regenschutz’, marschiere ich nach Hause, es regnet immer noch, aber nicht mehr so stark. Kaum daheim nimmt der Wind wieder extrem an Fahrt auf, richtig ungemütlich, zumindest draussen. Hier drin haben wir ja eine Heizung, welche auch in Betrieb genommen wurde. Oben in den Snowy Mountains hat es tatsächlich Schnee gegeben, so zeigen es die Webcams, die Temperatur MINUS 5°, dies auf 2,200 Meter über Meer. Die Skisaison dauert bis Oktober…..Bisher hat sich der Garten Eden nicht gerade paradiesisch gezeigt.

Habe praktisch die ganze Nacht über gefroren! Es ist kalt, auch in der Stube, ich muss die Klimaanlage bitten, uns vor dem Erfrierungstod zu bewahren. Auto, Klimaanlage und Kühlschrank alles von Mitsubishi! Nach einer halben Stunde ist es einigermassen auszuhalten. Draussen scheint die Sonne, also sollten wir etwas unternehmen. Der zweiteilige Ben Boyd National Park bietet sich an, wir nehmen den südlichen Teil und werden nicht belohnt. Der durchfahrene Wald kümmerlich, grosse Teile abgeholzt, es hat ja auch eine riesige ‘Holzschnipselfabrik’ vorne am Meer. Riesige Trucks donnern uns in forschem Tempo um die Ohren. Was wollen wir hier eigentlich? Die Sehenswürdigkeiten nur auf Gravel Roads zu erreichen…. unser Vertrag mit Europcar sagt was anderes! Also drehen wir unverrichteter Dinge um und kurven die paar Kilometer zurück nach Eden. Hier trennen sich unsere Wege, ich marschiere durch das gemütlich verschlafene Dorf runter zum Aslings Beach. Der Strand recht lang und praktisch menschenleer. Es weht kein Lüftchen, kaum zu glauben nach dem gestrigen Sturm. Unterwegs marschiere ich an einer ziemlich zerdepperten Parkbank vorbei, erschlagen von einem Baum nebenan. Ja, es sei von gestern, teilt man mir auf Anfrage mit. Allerdings verstehe ich nur das ‘Yes’ des jungen Mannes, die Details entziehen sich meinem Hörverständnis, ich nehme jedoch an, er spricht eine Art Englisch. Auf dem Nachhauseweg treffe ich unverhofft auf meine Reisepartnerin, aber das Dorf ist ja nicht sooo gross. Wir (wobei ich die treibende Kraft bin) beschliessen unten am kleinen Hafen Fish & Chips zu erwerben und dann in unser warmen Stube zu vertilgen. Mittlerweile hat der leidige Wind wieder sein Unwesen aufgenommen. Die Portionen gross, der Preis bescheiden (je AUD 10) und der Fisch, die Calamari und die Prawns schmecken dann auch recht gut. Nur die vielen Pommes mögen wir nicht zu verdrücken, so müssen diese leider entsorgt werden. Am Nachmittag nochmals einen Spaziergang ins Dorf, wir brauchen dringend etwas Bewegung nach dem üppigen Mittagessen. Das Nachtessen von der leichteren Art: Salat, Brot und etwas Käse und nochmals einen Spaziergang! Das Wetter ist wieder besser geworden, resp. der Wind ist weg und es ist anständig warm.

Habe überhaupt nicht gefroren! Es ist einige ° wärmer als gehabt, der Himmel wolkenlos, die Temperatur sehr brauchbar. Es soll in den nördlichen Teil des Ben Boyd NP gehen, wieder nur ein paar Kilometer und auch heute eine Gravel Road, allerdings nur etwas über einen Kilometer lang, dafür in schlechtestem Zustand: schlimmstes Wellblech. Wir werden dafür mit einem einmal mehr riesig langen und menschleeren Strand belohnt. Die Hauptattraktion hier, die Pinnacles, eher wohl zweite Wahl. Wir spazieren dem wunderbaren Strand entlang, der Wind hält sich noch zurück, einfach herrlich! Nach diesem Highlight machen wir uns rauf in die umliegenden Hügel, nicht wirklich denkwürdig, aber die Wälder auch ganz schön anzuschauen. Lunchpause unten am sehr schönen Aslings Beach, doch heute mit sehr viel Wind. Es folgt der Verdauungsspaziergang und ab geht’s ins nahe Dorf zu Coles, Einkäufe sind zu tätigen. Wir kurven nach Hause und geniessen den Rest des Nachmittages, draussen wird der Wind immer stärker, doch gegen Abend lässt er wieder nach, dafür ist nun der Himmel völlig mit Wolken verhangen. Natürlich folgt nach dem Abendessen der Verdauungsspaziergag durchs Quartier mit Blick auf unendliches Meer und weit entfernte Hügel/Berge, der markanteste wohl der 888 Meter hohe Mount Imlay. Die Tage hier waren geruhsam, interessant, aber auch ein wenig von der luftigen Seite.