28. März bis 10. April 2021 – La Camella, Tenerife

Es ist Sonntag und wir fahren runter nach Palm-Mar, also muss es Palmsonntag sein! Das Wetter im brauchbaren Bereich, das Wanderaufkommen erwartungsgemäss sehr hoch. Wir wandern trotzdem, Bewegungsmangel unser Antrieb. Heute belassen wir es bei zwei gemütlichen Stunden. Leider herrscht Ebbe, also keine Wellenbilder. Das wär’s bereits gewesen für heute. Natürlich machen wir auch die angenehmen Sachen: Sprudelbad, Apéro, Abendessen…. Gelesen: ‚Wer viel misst, misst viel Mist‘.

Montag, schon wieder! Das Wetter scheint akzeptabel zu sein. Es geht in die doch weit entfernte Malpais de Güimar. Aber ist ist ja alles Autobahn, wie immer gut ‚besetzt‘ oder besser wohl befahren. Die Wolken werden immer dichter und vor allem schwärzer. Es beginnt zu regnen. Am Ausgangspunkt der nicht sonderlich anstrengenden, aber eindrücklichen Wanderung finden wir, wie meist, mit viel Mühe eine der raren Parklücken. Auch hier hat es diverse Wandersleute, auffallend die zahlreichen Familien, aber heute beginnen ja die Osterferien. Zwei Stunden nur unsere Wanderung, dann geht’s noch ein paar Kilometer rauf gen Santa Cruz. Hier mitten im Nichts hat es diverse Einkaufsmöglichkeiten, welche den lähmenden Verkehr wohl verursachen: Mercadona, Hiper Dino und ein grosser Lidl. Das war’s für heute aus dem Reich der körperlichen Betätigungen. Am Abend kein Verdauungsspaziergang, es regnet, der Himmel über uns pechschwarz.

Lubina normal! Unser heutiger Schlachtruf. Wir kurven runter nach Los Abrigos, immer im sehr dichten Verkehr. Das Wetter perfekt und auch der Wind ist heute sehr zurückhaltend, vielleicht ist ihm einfach die Puste ausgegangen. Der Fisch im El Cangrejo exzellent, die Bedienung wie immer schrullig. Wir kommen mit einem südafrikanisch/maltesischen Ehepaar ins Gespräch, sehr interessant und vor allem wohltuend, einmal wieder mit Menschen reden zu können. Ist dies überhaupt erlaubt? Vorher bei einem Kreisel in Las Chafiras machte die Polizei mit Grossaufgebot Kontrolle, wegen fehlender Masken?? Aber deswegen gleich mit umgehängter Maschinenpistole herumzustolzieren!!! Mehr machen wir heute nicht, sehr zufrieden geht’s nach Hause.

Die Wetterprognosen sehr optimistisch, doch wie so oft nicht der Realität entsprechend. So planen wir eine grössere Inselrundfahrt. Es geht westwärts direkt auf die dicken Wolken zu. Bei Santigao del Teide sind wir dann in den Wolken und diese lassen sogleich ihre nasse Fracht auf uns runter. Dichter Nebel, Regen und starker Verkehr, nicht zu vergessen die unzähligen Kurven begleiten uns die nächsten paar Kilometer. Wir ändern unserePläne und kurven nicht runter nach Garachico, sondern ostwärts am Ort des Autoeinbruchs vorbei nach Icod de los Vinos runter auf die TF5 und das Meer. Dieser Seite der Insel dann wirklich sehr grün aber auch der Verkehr sehr dicht. Muss keinen Zusammenhang haben. Der Regen bleibt, doch zwischen den Wolken erhaschen wir einen kurzen Blick auf den Teide. Also wieder Änderung der Route, bei La Orotava biegen wir rechts weg, rauf in die hoffentlich wolken- und regenfrei Höhe. Der Nebel bleibt, mit jeder umrundeten Kurve hoffen wir auf Besserung, diese stellt sich sehr spät ein. Erst oben bei El Portillo, jenseits der zweitausend Meter Marke, scheint die Sonne. Alles hat seinen Preis: es ist eher kühl, nein kalt sogar und natürlich ist auch Kollege Wind mit von der Partie. So verdrücken wir unsere Stulle im warmen Auto. Draussen schlendern etliche Ausflügler warm eingepackt durch die bizarre Mondlandschaft. Eigentlich müsste ich hier fotografieren, doch die Spielverderber oder Ausreden habe ich ja erwähnt. Weiter geht die Fahrt, beim Parador holen uns die Wolken wieder ein und die Fahrt geht im dichten Nebel talwärts, nun runter an die ‚Sonnenküste‘. Mensch muss ja nicht alles so wörtlich nehmen. Doch unten in Adeje ist es fast wieder sommerlich und wir versöhnen uns mit dem heute sehr turbulenten Wetter. Ein Nachtrag zur Maskenpflicht im Auto: diese wurde nun präzisiert (korrigiert?), sie gilt nur für nicht im gleichen Haushalt lebende Personen. Hätten sie auch früher sagen können!

Gründonnerstag heisst hier jueves santo, demnach also ein Feiertag. Das Wetter anfangs sehr schön, wir können draussen zwei Sonnenstunden geniessen, dann überzieht sich der Himmel in Windeseile mit dicken Wolken. ‚Bleiben Sie zu Hause‘ wird einem ja ständig eingetrichtert, also machen wir dies auch.

Karfreitag und wir bleiben immer noch daheim, resp. heute längere Zeit im Garten und an der Sonne. Am Nachmittag kommen wie erwartet die Wolken und auch etwas Wind. Es gibt zwar keinen Fisch, aber die schmackhaften Shrimps kommen ja auch aus dem Wasser. Aus dem Reisearchiv:

Samstag und das Wetter ist gut, runter ans Meer. Pal-Mar einmal mehr der Ausgangspunkt unserer Naturschlenderei. Erwartungsgemäss sind etliche Leute zu Fuss und auf Mountain Bikes unterwegs. Mensch glaubt es kaum, wir sehen ein Flugzeug! Nach den zweieinhalb Stunden Wandern sind es dann total sieben landende Flieger, darunter auch ‚unsere‘ Edelweiss. Für mich als ‚Flughafenkind‘ ein lange Zeit vermisster Anblick. Ab nach Hause, es warten noch andere angenehme Sachen auf uns.

Ostersonntag und die vielen Wolken hängen knapp über unseren Köpfen. Diese unbrauchbaren Wetter Kaulquappen! Also machen wir das Schlechtwetter Programm und kurven hoch nach Vilaflor um uns die nun hoffentlich in voller Blüte befindlichen Taginasten anzuschauen. Tausend Kurven und Höhenmeter später sind wir im schönsten Sonnenschein….. Doch Echium wildpretii meint es gut mit uns. Die zwei Meter hohen Pflanzen zeigen sich in voller Pracht. Nur eben das störende Sonnenlicht… Nach einigen Fotos noch ein Bummel durch das pittoreske Dorf und wir kurven heimwärts. Der Motorradverkehr resp. der dazugehörende Lärm extrem störend, zumindest für uns zwei. Auch bei uns unten herrscht nun bestes Wetter und wir dislozieren in den Garten. Lagen die Frösche also nur halb daneben. Doch gegen 16:00 Uhr ist Ende der Vorstellung, die Wolken melden sich zurück. Es folgt same procedure as every day….

Echium wildpretii

Ostermontag und die Wettersituation sieht nicht besser aus! Nein, sogar noch schlechter, wir können nicht einmal raus in unser Gärtchen und einige Sonnenstrahlen tanken. Muss mir das mit dem besten Klima der Welt noch einmal überlegen….. Miete ist fällig, wir müssen die letzten 25 Tage hier berappen. Cash wäre sehr gerne gesehen. Also runter ins Dorf und an den Geldautomaten. Die Maschine lässt und gnädigerweise die Wahl zwischen vor Ort in CHF zu bezahlen oder normal in Euro. Der offerierte Wechselkurs raubritterhafte 1.24! So wählen wir Euro und hoffen, dass unsere UBS einen für uns besseren Kurs anwendet. Das Geld ist, wie wir bei unserer Heimkehr sehen, bereis vom Konto abgebucht. Kurs 1.12!!! Wir haben ‚gewonnen‘. Abends kommt, wie so oft, die Sonne für ein paar Minuten hinter den Wolken hervor nur um dann alsbald zu versinken.

Das liebe, oder eben nicht so liebe Wetter….. Trotz dicken Wolken fahren wir runter ans Meer. Tatsächlich scheint in Playa San Juan prächtig die Sonne. Die meisten Wolken stauen sich am Berg, etwa auf ‚unserer‘ Höhe. Der übliche schöne Spaziergang dem Meer entlang nach Alcalá wird unter die Wanderschuhe genommen. Hier ist nun wieder Englisch die ‚Amtssprache‘, aber auch etliche Italiener*innen sind unterwegs. Unser Mittagessen verdrücken wir verbotenerweise auf einer Parkbank am Meer. Essen in der Öffentlichkeit ist ja untersagt. Auf dem Rückweg sind wir ziemlich alleine unterwegs, es ist wohl Siesta angesagt. Nach einem nötigen Stopp bei einem der 12,500 Läden von Herrn Schwarz (€113,000,000,000 Umsatz von Lidl & Kaufland) geht’s nach Hause, wo nun auch die Sonne scheint. Aus aktuellem Anlass: über das Osterwochenende waren die Impfzentren in der Schweiz geschlossen, in Frankreich hat man in dieser Zeit eine Million Leute geimpft! Passt zu unserer Armee, die auch nur während den Bürozeiten unser Land verteidigt!

Mittwoch, der Parkplatz beim Restaurante Fleytas wäre ohne schlechtes Gewissen zu benutzen. Auch das Wetter ist brauchbar, von richtig schön jedoch noch weit entfernt. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto bedeckter wird es. Der Teide ist von dicken Wolken umhüllt, leider kein Foto, dabei habe ich extra die ‚lange Linse‘ eingepackt….. Es geht los, die Wanderung wie immer sehr schön und abwechslungsreich. Etwas weniger Wolken wäre ganz schön, aber wir nehmen, was wir kriegen. Einige Mitwanderer sind auch unterwegs, eine grössere Gruppe aus Brexit Island stellt das Hauptkontingent. Der Teide zeigt sich leider nicht, also mache ich halt ein paar Wolkenbilder.

Wetter nicht schlecht und Temperatur auch gut. Wir wagen nochmals einen Wanderversuch unten bei San Miguel de Tajao. Heute lässt uns der Wind in Ruhe, doch nach einer halben Stunde durch ziemlich karge Landschaft und ungewöhnlich hohen Celsiusgraden wären wir froh um ein kleines Lüftchen. Die Natur rächt sich an uns! Der staubige und steile Wanderpfad immer mehr oder weniger dem Meer entlang. Ziemlich einsam die Gegend hier, wären nicht die zahlreichen Windturbinen, die gemächlich oder auch gar nicht vor sich hin drehen. Wir erreichen das nächste, recht schmuck daherkommende Dorf, wohl La Jaca mit Namen. Es geht noch ein Stück weiter nach Las Listadas und weiter gen Abades, die Leprakolonie fast schon in Reichweite, aber wir geben auf. Es ist warm bis heiss und die Luftfeuchtigkeit wohl im vierstelligen Bereich….. Lunch verdrückt und die Heimreise angetreten. Viel Mitwanderer hat es nicht, wer verirrt sich schon hier raus? Das wär’s gewesen für heute, zumindest was Aussenaktivitäten anbelangt.

Wetter unten gut, oben geschlossene Wolkendecke. Playa Paraiso unser Ziel. Das Hard Rock Hotel wartet immer noch auf eine Wiedereröffnung, wie wohl viele andere auch….. Wie gestern ist es anständig warm, kein oder nur wenig Wind und es herrscht eine hohe (70% gemäss Wetterprognose) Luftfeuchtigkeit. So kommen wir trotz mässigem Wandern ganz schön ins Schwitzen. Flut wäre ausnahmsweise, doch das gebotene Wellenschauspiel von sehr bescheidenem Eindruck. Auf dem Heimweg noch ein kurzer Einkauf bei Lidl, dann geht’s im heute sehr dichten Verkehr nach Hause. Ab Morgen ist das Essen im Freien wieder erlaubt, hurra!

Es ist schon wieder Samstag, Zeit um auszuruhen. Das Wetter wie immer: mittelprächtig bis stark bewölkt. Wir geniessen zwei Sonnenstunden im Garten, Morgen- und auch Mittagessen draussen, ab 15:00 Uhr ist einmal mehr Schluss mit Sonne. In Bülach wurde ja ein neues UPS Verteilzentrum gebaut. 5’500 Pakete pro Stunde, 200 Mitarbeiter….. und trotzdem liegt ‚mein‘ Paket aus Deutschland seit Tagen dort.

14. bis 27. März 2021 – La Camella, Tenerife

San Miguel, aber nicht de Abona, sondern de Tajao, unser heutiges Ziel. Schlechte Wahl! Kaum sind wir im eigentlich ganz hübschen Städtchen am Meer, bläst uns ein sehr kräftiger Wind von Osten um die Ohren. So belassen wir es bei einem kurzen Dorfrundgang und fliehen dann gen Westen. Asyl soll uns Las Galletas geben, die Malpais de la Rasca vor den Toren der Stadt. Es ist Sonntag und mächtig viel Volk ist auf der Gasse. Hier ist der Wind nun auszuhalten, aber einmal an der riesigen Bananenplantage vorbei, bekommen wir den Westwind zu spüren. Viele Wanderer, ja ganze Grossfamilien sind unterwegs, wie immer, der rettende Griff zur Maske schon in Fleisch und Blut übergegangen. Doch unten am Strand ist Partytime! Nix Maske und Abstand, hier wird mit viel Musik und wohl auch Alkohol gefeiert, sollen doch die Wanderer mit der Gesichtswindel herumlaufen. Vorne am Leuchtturm kriegen wir keinen Platz, alles besetzt, also verdrücken wir unser Sandwich am Strand und auf harten Steinen. Der Weg zurück immer noch im dichten Ausflugsverkehr. In Las Galletas dann sind die zahlreichen Restaurants sehr voll, mensch geniesst halt die freien Tage! Das Wetter nun wieder eher auf der wolkigen Seite, aber die Temperatur stimmt allemal.

Lava! Das Wetter anfänglich sehr gut, doch die Wolken kommen schnell. Wir sind schneller und bald über den immer dichter werdenden Wolken. Wir finden diesmal eine Parklücke beim Mirador auf den Montaña Samara (1,936m). Gewandert wird allerdings Richtung Montaña de la Botija (2,081m). Der Weg steinig und staubig, die Aussicht jedoch wirklich nicht von dieser Welt, wir könnten auch auf dem Mond sein. Heute dreieinhalb Stunden, weil’s einfach sooo schön ist. Kann auch am reduzierten Wanertempo liegen, es ist steil & steil und natürlich auch rutschig. Unter uns liegt ein Nebel/Wolkenmeer, darunter dann auch das richtige Meer. Bald tauchen wir jedoch in diese Suppe, sieht aus wie in der CH im November. Ein Besuch bei Lidl steht an, wir brauchen Ess- und Trinkwaren. Dann heimwärts wo auch bald schon das Sprudelbad auf uns abgekämpfte Wander*innen wartet. Unterwegs noch ein Fotostopp bei zahlreichen Echium virescens Sträuchern, sehr schön!

LOCKDOWN!  Ja, es ist nun exakt ein Jahr her seit dem Freiheitsentzug-Super GAU. Etliche Länder praktizieren dies wieder, hier zum Glück (noch) nicht. Es lebe die Freiheit! Das Wetter kein Thema, es geht rauf nach Arona, der Roque Imoque wartet erneut auf unserern Besuch. Wir parkieren beim ehemaligen Hundeheim oberhalb der Stadt und müssen diesmal herausfinden, dass die Anlage wohl als Hunde-Psychiatrie weitergeführt wird. Es bellt ein Hund, ein anderer heult, ununterbrochen. Wir marschieren raus in die Natur, runter in die Schlucht und klettern auch wieder rauf und die Hunde bellen & jaulen immer noch. Nach einer halben Stunde sind wir ausser Hörweite und geniessen die unglaublich grüne Landschaft hier. Welch Gegensatz zur gestrigen Mondlandschaft! Wir gehen den sehr langen Aufstieg gemächlich an und werden belohnt, keine übermässige Ermüdungserscheinung zu verzeichnen, allerdings sind wir nun schlecht dran in der Zeit. Lunch wird erst um 13:00 Uhr serviert, wie immer bei der Finca-Ruine. Es geht nach Hause, bei der Hunde-Psychiatrie ist es ruhig, die Patienten wohl in der Gummizelle oder sediert.

Wir kriegen ein neues Auto! Das Wetter gut, die Prognose für die Nordwest Seite der Insel auch, also ab nach Erjos. Es ist Mittwoch, also hat das Restaurant Fleytas Ruhetag und wir können ohne schlechtes Gewissen dort parkieren. Hier hat es nun allerdings mächtig viele Wolken und auch mit der Temperatur und dem Wind steht’s nicht zum Besten. Ein Entscheid ist schnell gefällt, wir fahren weiter. Dabei wählen wir eine uns ziemlich unbekannte Route TF-373 mit Namen. Das Ende wäre Icod de los Vinos, doch soweit kommen wir nicht. Unterwegs halten wir an einer imposanten Lavalandschaft (was sonst?) und marschieren ein Stück raus in die interessante Natur. Zuerst eben Lava, dann durch lichten Wald führt der Weg, links und rechts wieder Blumen (Schluss mit Lava), was unser Herz begehrt. Lange wandern wir allerdings nicht, die Wolken oder der Nebel holt uns alsbald ein. Grosser Schreck zurück beim Auto: die hintere, linke Scheibe ist eingeschlagen, überall Scherben! Was wurde gestohlen? Unser Minirucksäckchen mit unserem Mittagessen drin, leider auch mit im Diebesgut mein ‚Union Rück‘ Sackmesser von 1997. Betretene Gesichter, Wut und etwas Hilflosigkeit sind die Dinge, welche mir einfallen. Also ab zum weit entfernten Flughafen zur Autovermietung, unterwegs ein kurzer Stopp um etwas Brot zu kaufen, unser Lunch ist ja weg. 80km/h maximal auf der Autobahn, das fehlende Fenster macht sich akustisch unangenehm bemerkbar. Nun folgt viel Papierkram und ein ordentliches Hin und Her. Die Polizei nicht gerade Freund und Helfer, sie hätten mächtig viel zu tun(!!). Ein Protokoll kann nicht vor Ort aufgrnommen werden. Dafür sei die Zentrale in Madrid(!) zuständig. So ergibt sich ein sehr langes (25 Minuten) und teures (CHF 35) Telefongespräch. Am Ende kriegen wir eine Nummer und mit dieser sind dann die schwerbeschäftigen Beamten in der Lage das Protokoll vor Ort auszudrucken. Nochmals viel Getippe am Computer, dann x-fach unterschreiben und mit offiziellen Stempeln abgesegnet und das war’s dann. Nun runter zum Vermieter und ein neues Auto angefragt, kein Problem, aber leider kein SUV mehr. Wieder ein unglaublich langer Papierkrieg, geht dies nich einfacher, effizienter? Nun rauf zum Parkplatz, hier erneut Papierkrieg und wir sitzen endlich in einem neuen Auto. Es geht nach Hause. Viel machen wir heute nicht mehr. Aber es hätte alles auch viel schlimmer kommen können…… Unfall mit Verletzten, Auto gestohlen….

Keine Schlagzeile heute! Wetter gut und warm, wir fahren mit der neuen Coche runter nach Playa San Juan und schlendern dem Meer entlang, einfach herrlich und entspannend. Das Schlendern dauert dann doch drei Stunden. Der Spaziergänger*innen sind recht viele. Der Genderstern wird in den Duden ‚aufgenommen‘. Nun noch nach Las Chafiras in den grossen chinesischen ‚Walmart‘, wir  müssen uns um Ersatz des gestohlenen Rucksäckchens bemühen. Der Laden darf aus aktuellem Anlass nur 1/3 der Kapazität nutzen. Nur 625(!) Personen können sich gleichzeitig drinnen aufhalten. Ja, so gross ist das Etablissement! Das Wetter weder so noch irgendwie anders…… Wir fahren auf einen Sprung rauf nach Vilaflor. Vielleicht sind ja die Taginasten bereits in voller Blüte. Leider nicht, müssen wohl nächste Woche nochmals vorbeikommen. Trotzdem gibt’s ein paar Bildli, mensch weiss ja nie…. Dann geht es über San Miguel (kein Fotostopp) runter nach Las Chafiras zu ‚unserem‘ Discounter. Es sind auffallend viele Mietwagen unterwegs. Schluss nun, ab nach Hause, das Mittagessen wartet, sogar draussen serviert.

Es ist Samstag, also Ruhetag. Das Wetter eher durchzogen, obwohl die Wetterfrösche anderer Meinung sind. Frühstück draussen, dann wird es langsam ungemütlich, also Zeit, um in der warmen Stube in alten Tagebüchern zu stöbern:

20. MÄRZ 1997

Um 7.30 Uhr ist bereits Tagwache. Ein letzes Mal treten wir den Gang ans Frühstücksbuffet an. Heute ist Tag der Deutschen, die sonst das Feld beherrschenden Franzosen sind weit in der Minderzahl. LTU fliegt ja neuerdings direkt von Deutschland nach Chiang Mai, daher wohl die Germaneninvasion. Um 9.00 Uhr sind wird abholbereit und werden sogleich in den Hotelbus verfrachtet. Dieser bringt uns trotz immer dichten Verkehr sehr schnell zum auch sehr nahen Flughafen. Viel läuft hier leider nicht, so warten wir halt geduldig, bis unser Flug dran kommt. Dieser ist, wie zu erwarten, nicht sonderlich pünktlich, aber Zeit haben wir ja genug. Der Flug ist kurz, eine knappe Stunde und auch weiter nicht eines Kommentars bedürftig, ausser vielleicht die Landung in Bangkok, oder viel eher wohl der Bremsversuch des schon etwas abgekämpften Airbus A300. Für einen Augenblick hatte ich gedacht, der grosse Vogel würde sich um die eigene Achse drehen, so ungleichmässig ging die Bremserei über die Bühne. Man lässt wieder die üblichen Abfangjäger auf uns los: Hello, Mister, Taxi, Hotel?! Wir alten Hasen lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und erspähen den gesuchten Schalter, welcher (seriöse) Taxis vermittelt. Diesmal nehmen wir ein solches mit Taximeter, was sich am Ende auch bezahlt macht. Trotz Benützung der teuren Autobahn bezahlen wir lediglich B190, B40 allein Maut. Ein Zimmer im altbekannten Minihotel ist schnell bezogen und wir machen uns sogleich auf ins zum Glück nahe Kub Khum. Das Essen ist hervorragend! Nach kurzem Beinevertreten geht’s zurück in unsere Zelle und ans Ausruhen. Abends dann der unvermeidbare Sprung, resp. die Taxifahrt, ins Laikram. Der Verkehr ist enorm, die Fahrt dauert unverhältnismässig lange (>30 Minuten), die Distanz kaum zweieinhalb Kilometer. Doch das phänomenale Essen entschädigt uns doppelt und dreifach für die Mühe, hierher zu pilgern. Ebenso unvermeidlich dann ein kurzer Besuch bei den unzähligen Ständen mit Copy Watches. Wieder geht’s danach zurück ins Hotel, das Taxi schlängelt sich nun weit schneller durchs nicht mehr ganz so dichte Gewühl von Autos, Lastwagen, Motorrädern und Tuk Tuks, die Zeche immer etwa um 50 Baht.
                                   
Auch am Sonntag meint es das Wetter nicht sehr gut mit uns. Ein weiterer Ruhetag wird anberaumt. Doch heute keine Tagebuchstöbereien. Am Morgen gibt es für eine Stunde Sonne, also raus und diese genossen. Wolken wohl das Motto des Tages, aber keine richtig dramatischen, so kommt auch die Kamera nicht zu einem Einsatz. Es geht mir der Schreibstoff aus….Doch noch etwas gefunden: 7 von 10 Mietwagen auf den Kanaren wurden verkauft, teilen die 300(!) hiesigen Vermieter mit. Das Volumen auf dem Stand von 1985! Von 82’000 auf 22’000 die absoluten Zahlen. Wetter mittelprächtig mit Starker Tendenz zu schlecht, ganz entgegen den überaus positiven Wetterprognosen. Wieder geniessen wir viele und dicke Wolken, es könnte etwas Drama entstehen. So kurven wir ins 24 km entfernte Abades und schlendern durch die verlassane Leprakolonie, welche aber anscheinend nie eröffnet wurde. Leute hat es keine, dafür mächtig Wind und eben Wolken. Ich übe mich eine Stunde lang an verfallenen Häusern und Graffiti. Lunch gibt es ein Dorf weiter, Tajao. Hier waren wir vor ein paar Tage und mussten die vorgesehene Wanderung ’stornieren‘, der Wind unser Spielverderber. Heute windet es auch, doch wir finden eine relativ windlose Parkbank und hier verdrücken wir unsere schmackhafte Stulle. Es folgt ein Einkauf, resp. deren zwei in San Isidro: Mercadona und Lidl, Tür an Tür, sehr praktisch. Gegend Abend schaut, wie so oft, die Sonne für ein paar Minuten zwischen den Wolken hervor.

Das wettermässige Lamentieren hat sich gelohnt: keine Wolke am tiefblauen Himmel! Ab nach Las Vegas und die üblichen drei Wanderstunden absolviert. Herrlich! Wanderaufkommen auf tiefem Niveau. Mehr ereignet sich nicht und dies ist auch gut so. Keine Wolke am Himmel! Aber es liegt Staub in der Luft. Keine Fernsicht, wir können nur knapp bis runter zum Fährhafen schauen. Aber es ist angenehm warm, allerdings nicht so heftig oben am Teide, unserem heutigen Wanderort. Leute hat es einige auf der Gasse, aber es findet sich ohne Probleme ein freier Parkplatz beim Parador. Die Wanderung altbekannt, aber immer wieder eindrücklich. Der ziemlich ‚diesig‘ dreinschauendeTeide begleiet uns praktisch auf staubigem Schritt und Tritt. Die drei Stunden sind um, der Berg kaum noch auszumachen, sehr speziell! Bleibe noch der starke und kühle Wind zu erwähnen, so wird die Wanderung nicht in die Top 10 eingehen.

Ich fasse zwei gleiche, aber doch verschiedene Tage zusammen……. Am Samstag zeigt die Calima ihre ganze Wucht, die Sicht praktisch bei Null, der Wind sehr stark…. wir bleiben daheim! Es folgt der Sonntag: die Calima ist Geschichte, nun tobt ein einges kühlerer Westwind, der den gestrigen Sturm weit in den Schatten stellt. Dafür haben wir wieder eine gute Fernsicht. Die Sache heute ist einiges ungemütlicher als gestern. Weder die Calima noch der ‚Gegensturm‘ wurden in der Wetterprognose erwähnt. Trotzdem fahren wir schnell runter nach Los Cristianos. Ab heute gilt Maske im Auto bei mehr als einer Person. Inselhüpfen für Einheimische wieder nicht mehr erlaubt! Essen und trinken im Freien(!) nicht erlaubt…. Nicht so beim Restaurantbesuch (nur noch Aussenplätze), hier kann munter zusammen weitergemampft werden. Nach etwas luftigem Spaziergang und Kurzeinkauf bei Mercadona geht’s nach Hause. Der ekelhafte Wind pfeift, schüttelt und rüttelt ohne Pause an unserer  Unterkunft. Der Himmel makellos blau…… eine verrückte Sache. Ich muss hier einmal meine Kamera loben. Das Bild unten ist mit ISO 12800 aufgenommen.

Es ist Samstag und der Westwind tobt immer noch! Das Wetter wäre brauchbar, ebenso die Temperatur, aber eben der Sturmwind. Also wieder Hausarrest, es geht mir der Schreibstoff aus. So bleibt es bei Belanglosem: die Luftfeuchtigkeit ist von 45% auf 60% geschnellt. Kein aktuelles Bild, im Archiv hat es genug:

1. bis 13. März 2021 – La Camella, Tenerife

Bananen, wer isst auch nur all die hier produzierten Bananen? Wir kurven runter nach Las Galletas, dabei fahren wir an etlichen grossen Plantagen vorbei. Europlátano wohl der Platzhirsch. €22.6 Millionen Umsatz mit 371 Angestellten, so die Zahlen von 2019. Jährlich werden 60 Millionen Kilogramm der krummen gelben Dinger auf La Palma, El Hierro und eben hier geerntet. Es geht wandermässig raus zum Leuchtturm, Malpais de la Rasca die Landschaft. Das Wetter wunderbar, nur oben am Berg beginnen sich die ersten Wolken zu stauen. Wenige Mitwanderer sind unterwegs, natürlich mit Maske. Abends dann in der Bar Salazar bei uns unten im Dorf, kennt mensch weder Abstand noch Maske, eine verdrehte Welt. Heute wandern wir ein gutes Stück weiter gen Palm-Mar, die letzten zwei Ruhetage haben in uns Bewegungsdrang geweckt. Ohne Einkauf geht’s heimwärts, bei uns oben ist dann das Wetter eher durchzogen. Aber wir denken schon an das bevorstehendene Sprudelbad…..

Das Wetter, wer kann es nur korrekt voraussagen? Wir wagen den Sprung in die Höhe, nach Ifonche, um genau zu sein. Auf Augenhöhe mit dem altbekannten Roque Imoque sind wir nun, die Strasse findet hier ihr Ende und wir starren auf das Thermometer: 13°! Nicht mit uns! Es geht runter ans Meer, wir haben Wärme ‚gebucht‘ und die wollen wir auch. Unsere Wärmeflucht endet in Callao Salvaje. Wie früher wohl bereits erwähnt, scheint dies eine englische Enklave zu sein, nicht, dass uns die stören würde, ganz im Gegenteil. Leider wurde an der Strandpromenade nicht weitergewerkelt…… immer noch verhindern hohe Zäune ein Vorankommen. Also drehen wir um und wackeln zum Auto zurück. Wir versuchen unser Glück im nächsten Dorf, Playa Paraiso. Parkplätze gibt’s hier im Überfluss. Die Twin Towers des Hard Rock Hotels stehen leer, Wiederöffnung am 30. April, sagt die Website. Beim 5* Bahia Principe schweigt man sich ganz aus, im Moment nicht buchbar….. Wir schlendern nun endlich dem Meer entlang, allerdings nur bis El Puertito. Die Wellen gut, es reicht für ein Bild oder zwei. Dann geht es heimwärts, ein Stopp noch bei Lidl, das wär’s für heute gewesen.

Chirche soll 85 Einwohner haben und diese mehrheitlich vom Weinbau leben. Auf geht die Fahrt nach Guia de Isora, dem Ausgangsort der steilen Wanderung hinauf in eben dieses Chirche. Die Sonne scheint, wir kommen leicht ins Transpirieren. Oben am Aussichtspunkt/Restaurant empfängt und dann ein eher frisches Lüftchen. Wieder halten wir uns an die selber gesetzte Dreistundenvorgabe. Der Abstieg ist einiges schwieriger, da, einmal mehr, Lavageröll den unbedachten Wanderer leicht ausrutschen lässt. Heute keine aktuellen Fotos und auch keinen Einkauf.

Noch tiefer im Archiv gegraben und ein Foto von August 1980 ‚gefunden‘ :

Erneut steht Las Vegas auf dem Wanderplan. Das Wetter perfekt, ein leicht kühler Wind macht den doch recht langen Aufstieg erträglich. Heute hat es diverse Mitwanderer, Deutschland und England die Herkunft. Echium virescens überall am Wegesrand, eine sehr stattliche Pflanze, die aber natürlich neben dem grossen Bruder Echium wildpretii regelrecht verblasst. Die grossen roten Dinger, auch Taginasten genannt, gibt’s oben am Fusse des Teide. Doch die bis zu drei Meter hohen Pflanzen blühen erst im April/Mai. Drei Stunden erneut unsere körperliche Aktivität, dann kurven wir runter nach San Isidro, wo wir längere Zeit im Stau stehen. Vor dem üblichen Lidl Besuch geht’s schnell rüber zu Mercadona. Dies der grösste Lebensmittelhändler Spaniens, €25.5Mia. Umsatz, der Laden sehr sauber und aufgeräumt, kein Vergleich mit ‚Nebenan‘, doch dies schlägt sich natürlich auf die Preise nieder. Die Schweiz hätte die höchsten Lebensmittelpreise Europas. EU = 100, CH = 163. Natürlich spüren wir dies, hier lässt es sich einiges günstiger leben als in der CH. Es wartet das Spudelbad……

Der alte Mann und das Meer…….. ich ersterer, letzteres besuchen wir unten im nahen Palm-Mar. Das Wetter schön und klar, es weht ein leicht kühler Wind aus Nordwest. Heute hat es nur wenige Wanderer in der Malpais de la Rasca und dank Ebbe kommen wir ohne langwierige Fotostopps sehr schnell voran. Trotzdem werden es nur zweieinhalb gemütliche und schöne Wanderstunden. Wolken ziehen auf, das benachbarte La Gomera bereits dicht in Wolken gepackt, auf ‚unserer‘ Insel ist der Teide verhüllt, sonst stören uns die Wolken wenig. Es gibt natürlich wieder die obligsten Staus in den zu durchfahrenden Dörfer. Teneriffa hat die höchste Verkehrsdichte in ganz Europa, habe ich ergoogelt. 800’000 Fahrzeuge auf 1’000’000 Einwohner!

Drüben wieder einmal eine nächtliche Party, die Jungen wollen halt feiern….. Es ist Samstag, das Wetter weder noch, wir bleiben daheim. Es ereignet sich nichts, also Zeit für alteTagebücher.

6. März 1996, Ort der Handlung war Südkalifornien:

Eigentlich sollte ja das Wetter bereits gestern Nachmittag besser werden. Aber in der Nacht hat es noch dann und wann kräftig geregnet. Um 7.00 Uhr stehen wir auf, ein blauer Himmel begrüsst uns zwei Frühaufsteher. Nach dem Frühstück geht’s ans Zusammenpacken, wir wollen rauf an den Lake Elsinore, die erste Etappe der Reise nach Mammoth. Kurz nach 9.00 Uhr sind wir tatsächlich on the Road. Diverse Einkäufe stehen jedoch noch an, Albertsons in Ramona, K-Mart & Trader Joe’s in Poway, resp. Carmel Mountain Ranch, wie die Gegend dort korrekt heisst. Ich erstehe einen Keramik-Elektrominiheizstrahler für ganze $26, einst $40 teuer. Für die kommenden, kalten Tage will ich gewappnet sein, zwei Öfeli sind allemal besser als nur eins! Die Fahrt geht weiter nach Escondido, immer dem I15 north folgend. Hier wollen wir billiges Benzin bunkern, kennen wir doch eine Tankstelle, wo’s vor zwei Jahren Saft für unter einem Dollar gab. Pech gehabt, die einstige am pm/Arco ist jetzt eine Mobil und unverschämt teuer. Aber auch an anderen Tankstellen ist kaum billigeres Benzin aufzutreiben. Unter $1.23 pro Gallone geht heuer gar nichts mehr. Dann ein verdientes Philly Cheesesteak Sandwich bei Jack in the Box. Für $4 plus Tax ist man dabei und das Riesending schmeckt auch noch unglaublich gut. Jetzt aber nichts wie weg und wieder auf den Freeway. Der Belag ist schlecht, aber die Rennbahn 48 kann immerhin an die fünf holprige Spuren aufweisen. Temecula, mittlerweile ist die Bevölkerung auf über 36’000 angeschwollen, ist schnell erreicht und passiert. In der Ferne ragen sehr imposant drei Gebirgszüge tiefverschneit auf. Man soll mich hier nun nicht allzu sehr beim Wort nehmen, wenn ich die Berge aufzuzählen versuche. Rechts wohl die San Jacinto Mountains bei Palm Springs mit dem höchs￾ten Gipfel San Jacinto Peak, 10’804 Fuss hoch. Quasi „in der Mitte“ die San Bernardino Mountains deren höchste Erhebung meines Wissens der San Gorgonio Mountain mit 11’502 Fuss ist. Links dann,  sagen wir mal, die San Gabriel Mountains mit ihrem Star Old Baldy Peak, 10’064 Füsse über dem doch recht nahen Meeresspiegel. 20 Meilen nördlich von Temecula ist dann Endstation für heute, wir sind im über 25’000 Einwohner zählenden Lake Elsinore am gleichnamigen See. Diesmal kostet die Übernachtung auf der Lake Elsinore State Recreation Area $3  mehr, nämlich $17.50, als vor 2 Jahren und einem Tag genau. Der seinerzeit extrem hohe Wasserspiegel ist immer noch so hoch und muss wohl jetzt als normal gelten, dies obwohl ein Viertel des grossen Campingareals unter Wasser steht. Wir richten uns ein, nehmen ein erfrischende Dusche und geniessen unser wiedergewonnenes Zigeunerdasein. Der neue Sticker vom DMV ist heute Morgen gekommen, so wäre auch dies erledigt. Auf einem Begleitzettel steht da geschrieben, wer ein Fahrzeug ohne Führerschein fährt, dem kann dieses weggenommen und verkauft werden. Rauhe Sitten, hier in Kalifornien, aber anders geht’s wohl kaum, mit nur einer Busse bestraft, würde ein jeder sofort die Fahrt ungeniert fortsetzen. 

Das wär’s für damals und auch heute. 

Sonntag. Wetter schlecht, kein Regen aber doch ziemlich trüb, die Sonne sehen wir praktisch nie. So bleiben wir erneut daheim. Heute vor einem Jahr machten wir die Las Vegas Wanderung, das Abendessen sogar draussen, ist momentan leider nicht der Fall. 

Eine neue Woche, was wird sie wohl bringen? Nebel, Wind und Regen, zumindest heute…. Der Nebel natürlich nicht bei uns unten, sondern oben in den Cañadas. Ja, wir kurven rauf, beim Start unserer Reise ist der Himmel nämlich wolkenlos. Wir machen die Roques de Garcia Wanderung, 75 zum Teil steile Minuten, aber die Landschaft immer wieder eindrücklich! Hier bekommen wir einen Vorgeschmack auf den kalten Wind, der uns die nächste Wanderung verunmöglicht. Es wäre dies die Rother Wanderung Nr. 17, am Fusse des Pico Viejo. Es scheitert schon an einer Parkgelegenheit, alles besetzt. Viele junge Franzosen sind unterwegs….. Also lassen wir dieses Unterfangen sausen, der Wind hat auch merklich an Stärke zugenommen. Essen unromantisch im Auto, aber eben der garstige Wind draussen….. Wir kurven über Vilaflor und meist im dichten Nebel heimwärts, da und dort ein kurzer & kühler Fotostopp. Ein längerer dann in Vilaflor, auch hier Nebel und sogar leichter Nieselregen. Echium wildpretii, der Grund unseres Aufenthalts, leider erst in der Anfangsphase. Eine Woche noch, we shall return! Gegen Abend beginnt es auch bei uns zu regnen, keine diluvio universal, aber immerhin wird alles ziemlich nass. 

Unser Wolfsbarsch verschwindet hinter mächtig vielen Wolken! Es muss ein Ersatzprogramm her, nach Los Abrigos runter zu fahren und drinnen im Restaurant El Cangrejo zu sitzen und womöglich noch zu frieren behagt uns nicht. Wolken sind gut für San Miguel, also nichts wie hin. Die Fahrt nur kurz, aber oft im Schritttempo, der Verkehr! Unsere Wege trennen sich, ich bin an der Kirchgasse zu finden, immer wieder sehr fotogen. Einmal fotomässig ausgetobt, disloziert die ganze Reisegruppe runter nach Las Chafiras in den dortigen Lidl. Lunch dann daheim, auch hier nun eher lausiges Wetter…. Kurz vor ihrem Untergang macht die Sonne einen kurzen Abschiedsauftritt.

Der gestern entgangene Fisch taucht wieder aus den heute weniger dichten Wolken auf. So kurven wir gemütlich nach Los Abrigos, natürlich stehen wir an der Autobahnausfahrt Schlange, diesmal sogar auf dem Pannenstreifen. Was wollen all die Autos/Leute hier? Unten pfeift uns dann ein eher frisches Lüftchen um die Ohren. Trotzdem können wir draussen sitzen und unser leckeres Fischlein verspeisen. Ein kurzer Verdauungsmarsch, dann geht’s auf einen längeren Sprung ins China Town in Las Chafiras. Der Laden ist gigantisch gross, WalMart lässt grüssen. Die angebotenen Waren zum Teil sicher identisch oder zumindest aus der selben Fabrik in China stammend. Hier noch die Roques de Garcia Bilder:

Wer heute eine Wolke sucht, wird enttäuscht: schönstes Sommerwetter. Frühstück draussen und dann ab, runter ans Meer. San Juan – Alcalá und natürlich wieder retour unsere Wanderung für heute. Besucheraufkommen im Steigen, so unser Eindruck. Die Temperatur einfach herrlich, ein leichtes Lüftchen und eben kein Wölkchen, wie in den Ferien. Die üblichen Verdächtigen sind unterwegs: Engländer, Deutsche und Franzosen. Ab und zu etwas aus weiter östlich… Polen? Wizz Air fligt 4x wöchentlich von Warschau nach Teneriffa. Die ungarische Airline soll 120 Maschinen mit einem Durchschnittsalter 5.9 Jahren betreiben. Swiss: 93 Flieger, 9.9 das D-Alter. Es herrscht Ebbe, also keine neuen Wellenbilder.

Wer heute blauen Himmel sucht, wird enttäuscht, hohe Wolkenfelder. Eine eher trübe Suppe. Kein Frühstück draussen, wir müssen wohl für den Prachtstag gestern büssen. Also wandern wir halt durch die Fussgängerzone von Los Cristianos, auch ganz unterhaltsam, wenn auch maskenbedingt etwas unangenehm. Heute fallen die Italiener auf, allesamt gesetzteren Alters. Das Schlenderaufkommen auch schon spärlicher, aber auch schon massiv grösser. Wir machen eine Reise nach Asien. Allerdings nur in Gedanken, aber der Asia Store macht es fast möglich: all die exotischen Lebensmittel und dazu die chinesische Akustik. Dann der Ernst des Lebens: es werden wieder Parkgebühren von €2.35 fällig, da ja alle kostenlosen Parkplätze hier unten übervoll sind. Noch ein Stopp bei Lidl in Las Chafiras, heute wieder sehr gut besucht. Deutsch und Englisch die Amtssprachen. Zur Lunchzeit sind die hohen Wolkenfelder weg, einem Mittagessen draussen steht nichts im Wege. Doch nach ein paar Stunden sind die weissen Dinger zurück und die Sonne zeigt sich nur noch kurz vor Sonnenuntergang ein letztes Mal. Kürze und Irrelevanz meine herausragenden schreiberischen Fähigkeiten.

Was war vor dem Urknall? Nichts! Das genau wollen wir heute nachspielen. Das Wetter ähnlich dem gestrigen, eher mager, nur die Temperatur mag zu gefallen, 20+°. Lunch draussen, heute zur Feier des Nichtstuns mit ‚Tschampanski‘. Ich stöbere erneut in Erinnerungen, diesmal nicht gar so weit zurück: 13. März 2015.

Freitag, der 13.! Das Wetter ist erwartungsgemäss durchzogen bis schlecht, kann sich aber noch ändern. Tiefe Wolken hängen über den nahen Bergen. Die Fahrt kann weitergehen, Ziel wäre Motueka, ein Ferienort in der Nelson Bay. Die ersten paar Kilometer natürlich wieder kurvig und der Verkehr stark, ist dies doch einer der nur vier Übergänge an die Westküste. Die Wolken und/oder Nebel lichten sich, die Sonne erobert den Himmel zurück. Nach unzähligen Kurven erreichen wir so etwas wie eine Passhöhe (> 600 MüM), doch keine Beiz wartet auf den Reisenden, um die Erklimmung zu feiern. Ziemlich nüchtern geht es dann ist sehr engen Kurven sehr steil bergab Richtung Nelson. Es wird trockener, die Landschaft meine ich. Hier werden im grossen Stil Früchte abgebaut, auch grosse Hopfenfelder stechen unübersehbar ins Auge des Reisenden. Natürlich auch die nun überall vorhandenen Weinberge, eher Felder, dürfen nicht fehlen. Wer trinkt auch nur all den teuren Wein hier? Wenige Kilometer vor Nelson biegen wir links weg und folgen, wie unzählige andere auch, der Tasman Bay bis wir alsbald Motueka (pop. 7,100) erreichen. Der Verkehr enorm, nicht nur von Überseetouristen diesmal, auch die Einheimischen sind zahlreich auf der Gasse. Wir erreichen den gewünschten Campingplatz, Fernwood mit Namen. Von Farnwald keine Spur, dafür praktischerweise zwischen zwei stark befahrenen Strassen. Man, resp. Frau knöpft uns stolze NZD 42 ab, geboten werden kleine, nein sehr kleine, Facilities dafür überhäuft man uns mit je 500MB ‘Free WiFi’. Der Laden eher nüchtern, aber für eine Nacht taugt er allemal. Der Lastwagenverkehr der nahen Strassen ist unglaublich stark, etliche bedienen sich verbotenerweise der Engine Break, was die Sache noch einiges lauter macht. Der Himmel ist mehrheitlich blau und es ist sehr warm, wir sitzen draussen und geniessen einen lauten Freitagnachmittag. Schluss mit Herumhängen, wir fahren in den nahen New World Supermarkt, 2.5km, aber zu Fuss der lauten, hektischen Strasse entlang wäre doch etwas arg an der Schmerzgrenze. Es findet sich sogar ein Parkplatz, nicht immer selbstverständlich und so frönen wir einmal mehr dem Shoppen. Zurück auf dem immer noch recht leeren Camping ist wieder Ausruhen angesagt. Der Feier des Tages trinken wir ein Glass La Trappe (die Flasche zu NZD 10!!), den Rest sparen wir für den regulären Apéro. Die Zeltsektion hier wird praktisch ausnahmslos von Pickern in Beschlag genommen, viele davon, erneut, Deutsche. Abends dann endlich ein Red Curry in Vollendung! So muss es schmecken und nicht anders, all die vorherigen Versuche waren eben nur Versuche. Der Laden füllt sich auch am Abend nicht viel mehr, wir haben unsere relative Ruhe, da ein paar überlaute Pflücker bis um 23:00 Uhr Rabauz machen.

Schluss mit copy & paste, der Jacuzzi wartet auf uns zwei Faulpelze. 

 

14. bis 28. Februar 2021 – La Camella, Tenerife

Es ist doch der siebte Tag der Woche, an dem mensch ruhen soll. Also machen wir dies auch. Das Wetter ist gut und so lümmeln wir längere Zeit in unserem Gärtchen herum. Gegen Abend wird die Sicht immer eingetrübter, ich muss kein Wetterfrosch sein um sagen zu können: Calima! Nebenan gab’s dieses Wochenende ausnahmsweise keine Party.

Jawohl, die Sicht ist schon fast keine Sicht mehr, aber es ist dafür einige Grade wärmer geworden. Doch mit der reduzierten Sicht und der Wärme kommt auch ein starker Wind einher. So flüchten wir auf die Windschattenseite der Insel. Es geht nach Arguayo, wenige Kilometer entfernt vom Autobahnende bei Santiago del Teide. Hier wird ja bekanntlich die Autobahn verlängert, dies um 11.2 km bis nach El Tanque, die Hälfte davon übernimmt ein Tunnel, €240’000’000 soll der Spass kosten. Zurück zu unserem Ausgangspunkt: das kleine Dorf kommt ganz hübsch daher. Wir passieren etliche stattliche Anwesen/Villen. Der Wanderweg durchwegs auf Lavageröll, das Marschieren erfordert ziemliche Konzentration, denn ‚wenn er fällt, dann schreit er‘. Aber die Gegend macht mir unglaublich Eindruck, so viel Lava gibt’s wohl nicht einmal auf Hawai’i! Immer mit dabei die beiden noch verschneiten Gipfel Teide und Viejo. Es ist anstrengend, stetig geht’s bergauf und die Temperatur ist, wie erwähnt, einges höher, als gehabt. Es hat Mitwanderer unterwegs, doch heute greift man/frau/kind sofort zur rettenden Maske, anstatt ein paar freundliche Worte zu wechseln. Es werden keine drei Wanderstunden, trotzdem sind wir müde, aber zufrieden. Es geht nach Hause, die Sicht wird immer schlechter, doch die Temperatur hat Hochkonjunktur: 28° unten in Costa Adeje.

Garachico! Dies hübsche Städtchen stellt die Ehre für Teneriffa wieder her. Wir brauchen also nicht extra rüber nach Gran Canaria zu fahren um schöne Dörfer zu geniessen. Die Calima regiert immer noch, die Nacht war warm und der Wind stark. Die Sicht momentan sehr schlecht. Etwas über eine Stunde brauchen wir bis zu ebendiesem schmucken (Touristen)Ort. Die Kurven wohl im niedrigen vierstelligen Bereich. Doch der Aufwand lohnt. Erneut wundern wir uns über das starke Touristenaufkommen. Letzten März war der grosse Parkplatz vor dem Städtchen LEER. Nun sichern wir uns die zweitletzte Parklücke. Unsere Wege trennen sich für eine Stunde, ich muss fotografieren, eine sehr gute Therapie/Ablenkung vom nun schon zu lange andauernden Welt(untergangs)geschehen. Nach dem Lunch nochmals eine Stunde Freigang, immer mit Maske versteht sich. Die Restaurants hier sehr gut besucht, auch von Ausländern, doch die Einheimischen wohl in der Überzahl, aber es ist Faschingsdienstag, sehr viele Läden sind geschlossen. Die kurvenreiche Heimfahrt kann angetreten werden. Ein Stopp bei Lidl in Adeje liegt drin, die Filiale in Las Chafiras hat aus erwähntem Grund geschlossen, ebenso alle Geschäfte/Läden bei uns in La Camella. Die Sonne verabschiedet sich eine halbe Stunde früher als sonst, sie versinkt unzeremoniell im Saharastaub. Es ist jedoch Besserung in Sicht, beim Abendspaziergang spüren wir einen merklich kühleren Wind aus Südwest.

So schnell lässt sich La Calima nicht vertreiben, die Sicht immer noch sehr mager, doch zum Glück nicht annähernd so schlimm wir vor einem Jahr. Wir machen einen Freitag, die Luft gemässr Air Quality Index schlecht, je nach konsultierter Website sogar gefährlich…….. Also haben wir kein sonderlich schlechtes Gewissen was unsere heutige Lethargie betrifft. Es wird auch so Abend und der Jacuzzi ruft bald.

Viva Las Vegas! Die einzige Gemeinsamkeit ist die Wüstenluft, welche wir auch heute wieder einatmen, ansonsten ist das hiesige Dorf nicht mit dem grossen & glitzernden Namensvetter in Nevada zu vergleichen. Wir marschieren unsere übliche dreistündige Runde ab, der Wind leicht kühl und die Sicht ebenso schlecht wie die letzten zwei Tage. Heute treffen wir auf keine Menschenseele. Wo sind die Leute? Bei Lidl, wie wir auf dem Nachhauseweg sehen können, machen doch auch wir einen Stopp in San Isidro und decken uns mit Lebensmitteln ein. Es geht zu wie auf einem Kinderspielplatz, auch akustisch.

El Teide! Dies unser heutiges Ziel. Natürlich fahren wir nicht mit der Seilbahn rauf, wir begnügen uns mit der üblichen, flachen Wanderung durch und über Lava. Hier oben auf >2’000 Meter ist die Luft einiges klarer als bei uns unten. Es liegt immer noch sehr viel Wüstenstaub in der Luft. Der Parkplatz beim Parador wird jedesmal voller, hier überwiegen die Mietwagen klar, Platzhirsch ist CICAR. Drei Stunden in der herrlichen Landschaft lässt einem die Alltagssorgen vergessen. Heute kein Einkauf, wir kurven ohne Umschweife nach Hause.

Wind – Kaltlufteinbruch! Dies meine heutige Schlagzeile. Jawohl, der starke Wind, diesmal nicht aus Afrika, terrorisiert uns den ganzen Tag. Kein Ausflug, nicht einmal ein Spaziergang, es ist derart ungemütlich draussen….. Aus der Weterprognose: Calima, starker Wind, Kälte und Regen: alles in 48 Stunden. Es ist 22:00 Uhr und ich glaube der Sturm macht unsere ‚Bude‘ platt! Dagegen war die Calima ein sanftes Lüftchen. Ununterbrochen rüttelt der ekelhafte Wind, wohl Sturmtief Karim mit Namen, an Fenster, Tür und Dach. Es wird eine sehr unruhige Nacht werden, sogar der übliche Verdauungsspaziergang fällt dem Sturmtief zum Opfer….

Karim ist endlich die Puste ausgegangen! Es ist, völlig unüblich, völlig windstill. Doch richtig schön präsentiert sich die Wetterlage auch nicht. Sonntag heisst wir bleiben daheim. Am Nachmittag sitzen wir draussen und geniessen die momentan scheinende Sonne. Karim erinnert sich plötzlich wieder an seine aufgetragene Arbeit und so verziehen wir uns halt wieder in die Stube und dann schon bald ins Sprudelbad.

Roque Imoque! Das Wetter weiss nicht so genau was es eigentlich will. Wir schon, eben rauf zum Roque Imoque. Dank aufziehenden Wolken wird der nicht enden wollende Aufstieg sehr erträglich. Wir klettern praktisch durch einen wunderschönen botanischen Garten, überall blühen Blumen und Sträucher, eine wahre Augenweide. Oben dann ein leicht kalter Wind, also ohne grosse Pause auf der anderen, noch farbigeren Seite runter zur verfallenen Finca. Hier unsere übliche Mittagsrast und danach das letzte Stück bis zum ehemaligen Hundeheim, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Es folgt die tägliche angenehme Routine, wie Ausruhen, Jacuzzi und dergleichen.

Lubina normal! Dies unser heutiger Schlachtruf. Zeit für ein Mittagessen im El Cangrejo unten in Los Abrigos. Das Wetter ‚impekabel‘. Es hat diesmal etwas mehr Gäste im doch recht leeren Lokal. Der Fisch schmeckt, ebenso die Kartoffeln nach Kanarier Art und die mojos rojo & verde. Es folgt ein Grosseinkauf bei Lidl in Las Chafiras, der Verkehr wie immer hier: erdrückend, Stau auf einer Ferieninsel, jawohl. Gehört/gesehen im TV: ‚Was interessiert mich die Wahrheit, ich bin Anwalt!‘

Die Wanderung auf den Montaña de Guama verdient ihren Platz in den 5 nicht zu wiederholenden körperlichen Anstrengungen! Der Aufstieg gleich hinter dem geschäftigen Städtchen Tamaimo ist sehr steil, aber dies wussten wir ja. Auch diesmal pfeift uns ein kühler Wind um die Ohren. Ich zitiere den Rother Wanderführer: Diese bequeme Rundwanderung…… Die Bequemlichkeit beschränkt sich, einmal oben angekommen, auf ein paar ebene Wanderminuten, zugegeben mit überaus eindrücklicher Rundsicht. Der Abstieg noch einiges anstrengender, da extrem rutschig, wir müssen uns extrem konzentrieren um nicht auszurutschen, das Geröll natürlich sehr scharfkantig. Nach drei Sunden ist diese leider nicht zu empfehlende Kletter- und Rutschpartie zu Ende. Wir kurven runter über Los Gigantes und Playa Santiago, ein Novum für uns, aber auch nicht weiter spektakulär. Bei einer der im Überfluss vorhandenen Tankstellen belohnen wir unseren gutmütigen Wagen mit korrektem Reifendruck und einer wohlverdienten Autowäsche. €4.99 kostet der Spass, die Druckluft einen Euro extra…. Das Wetter kann ich nur loben, kaum eine Wolke am tiefblauen Himmel, einfach herrlich. Noch herrlicher empfinden wir heute den Jacuzzi, die Muskeln werden wunderbar entspannt.

Wieder einmal aus den alten Tagebüchern, hier vom 24. Februar 1997:

Es geht bereits um 6.00 Uhr los, allerdings nur hotelintern. Um 7.00 Uhr verlassen wir vorübergehend dieses Hotel und schleppen unser reduziertes Gepäck rüber zum nahen Bahnhof von Kuala Lumpur. Es ist noch stockdunkel, aber ein Verkehr herrscht, der seinesgleichen sucht. Schweissgebadet stehen wir am Bahnsteig Nummer 1 und hetzen diesen auf und ab nach der Suche des Wagens mit der Nummer Q1. Nicht zu finden, alle Wagen heissen hier K1, K2, usw. Des Rätsels Lösung ist dann, dass hier zwei Züge stehen, dieser eben abgeklapperte fährt nach Singapore runter, unser Zug ist fast schon ausserhalb des Bahnhofes und die dortigen Wagen tragen dann auch die Bezeichnung Q1, Q2, usw. Die ganze Sache macht einen sehr sauberen, seriösen Eindruck, dass recht neue Rollmaterial von Hyundai, Südkorea geliefert. Welch Gegensatz zum Zug vor sieben Jahren, mit welchem wir seinerzeit von Singapore nach Kota Bharu hinaufgezuckelt sind.

Wellen! Allerdings wird das schöne Wort seit einem Jahr mit einer Nummerierung versehen und dient nun wohl eher repressiven Zwecken, mit Wasser hat es nichts mehr zu tun. Das Wetter perfekt, etwas kühler als gestern, also runter ans Meer. Das Glück ist uns hold, wir finden eine Parklücke wenige Meter vom Ausgangspunkt der Wanderung von Playa San Juan nach Alcalá. Natürlich müssen wir die ersten 20 Minuten maskiert dem tosenden Meer entlang marschieren, etliche Mitspaziergänger geniessen ebenfalls das warme Wetter, mensch hört wieder vermehrt die englische Sprache, auch Untertanen von Macron sind zugegen. Ich meinerseits widme meine Zeit den erwähnten Wellen, davon hat es heute mehr als genug. Leider sind auch diverse ältere männliche Semester bauchfrei unterwegs, ihnen würde statt einer Gesichts- eine Wampenmaske gut anstehen. Sehr weit komme ich heute nicht, die Wellen haben mich einmal mehr in ihren Bann gezogen. Nach drei Stunden sind wir zufrieden zurück und kurven heim, wo ja bald das Sprudelbad an die Reihe kommt.


Wind! Dieser macht uns einen Strich durch unsere Wanderrechnung. Wir kurven runter ins völlig falsch benannten Städtchen Costa del Silencio. Costa Tormentosa wäre weitaus zutreffender. So macht das Wandern keinen Spass, nach Erklimmen der Montaña Amarilla und einer halben Stunde durch Lavalandschaft drehen wir um. So kommen wir nicht einmal auf zwei Wanderstunden, ein leicht schlechtes Gewissen macht die Runde. So tun wir Busse und muten uns eine Viertelstunde im übervollen Lidl in Las Chafiras zu. Vorher jedoch die übliche Warterei am völlig überlasteten Doppelkreisel. Wieso sind soviele Leute unterwegs? Aha, am Freitag ist bereits um 13:00 Uhr Schulschluss….. Trotz zahlreich verkehrenden Schulbussen werden viele Sprösslinge von Mama und Papa(!) mit dem Auto abgeholt, etlichen völlig erschöpften Schüler*innen wird auch noch der Schulranzen getragen. Eine längere Schlechtwetterperiode ist angekündigt, warten wir einmal ab…

Samstag….und das Wetter ist tatsächlich schlecht und kühl ist es auch. Also bleiben wir daheim, so schlecht wohnt es sich hier ja nicht. Gegen Abend kommt die Sonne kurz vorbei, der Himmel jedoch grösstenteils dunkel bis schwarz und wir kriegen ein paar Regentropfen ab. Also krame ich erneut in meinem Tagebuch Archiv und lande im Jahre 1983. Also nix digital und copy & paste, ich muss den nicht sonderlich geistreichen Text selber eintippen.

27. Februar 1983:

….mit Regen aufgewacht. Um 10:00 Uhr Regen aufgehört. Ca. 11:00 Uhr losgefahren über Outeniquapass (sehr steil, aber nur ca. 800 Meter hoch) nach Outshoorn. Safari Ostrich Farm besucht (2R. p.P.). Recht amüsant (Straussenritt). Danach weiter zu den Cango Caves, Wetter diesig, leichter Regen. Eintritt 2R., sehr langgestreckte Höhle, recht viel photographiert. Abends gute Spaghetti. In der Nacht wieder Regen.

Na ja, dagegen ist mein heutiger Schreibstiel geradezu literaturpreisverdächtig. Aber mensch bedenke, dass wir damals die Monate zuvor fern jeder Zivilisation waren und ich wohl schreibtechnisch ziemlich gelitten hatte. Zum Eintrittspreis von 2 Rand muss ich erwähnen, dass wir 2018 nochmals in diesen Tropfsteinhölen waren, Eintritt 110 Rand! Doch 1983 waren 2 Rand stattliche 4 Franken und die 110 Rand 35 Jahre später erträglichen 9 Franken entsprachen.

Manchmal haben die Wetterfrösche auch recht, allerdings stimmt der Ort nicht ganz. Strahlender Sonnenschein begrüsst uns an diesem Sonntagmorgen. Aber wir machen keine Wanderung, ganz faul planen wir eine Inselrundfahrt. Rauf zu ‚unserem Berg‘, dann weiter nach El Portillo und hier rechts weg Richtung Oberservatorium. Und genau hier hört auch der Sonnenschein auf und dichter Nebel umhüllt uns. Der Verkehr enorm stark, der Parkplatz vorne beim Parador ziemlich voll….. Na ja, so sehen wir halt nichts von der Lava- und Waldlandschaft, letztere präsentiert sich triefendnass, hat es doch zu regnen begonnen. Nach etlichen Kilometern und Kurven sind wir unten beim ‚berüchtigten‘ Aeropuerto Norte (27.3.1977, Pan-Am & KLM). Dann geht es sehr vorsichtig mit kaum 60km/h auf der Autobahn im Stärkstregen gen Santa Cruz. Die Temperatur oben schon mal bei 3°, je mehr wir uns dem Meer nähern, desto erträglicher wird’s: 21° und Sonnenschein. Wir kurven nach Hause, wo es zwar Wolken hat, aber entgegen der Prognose keinesfalls regnet. Wieder zwei Wochen vergangen und der Februar zu Ende, es lebt sich ganz gut hier auf Tenerife. Keine aktuellen Bilder heute, nur eins aus dem Archiv, 21. Januar 1993:

1. bis 13. Februar 2021 – La Camella, Tenerife

Um Mitternacht, wie könnte es auch anders sein, wurden wir einmal mehr von einem Erdbeben aus dem Tiefschlaf gerissen. Dies bereits das Vierte innert Jahresfrist! Das Schütteln dauert nur einige Sekunden, aber das Einschlafen danach fällt schwer. Was doch hier so alles passieren könnte: hinter uns thront ein schlafender Vulkan, vor uns tobt das Meer, welches ohne grosse Vorwarnung eine Flutwelle schicken könnte, Erdbeben habe ich schon erwähnt, bleibe da noch ein „gewöhnlicher“ Hurricane, der über die Insel fegen kann. Diese Gefahren scheinen der Preis zu sein, den man für das Leben hier im Paradies zu bezahlen hat. Das Radio meldet eine Stärke von 5.1, Epizentrum 20 Meilen unterhalb des aktiven Vulkans Kilauea…….. der Tag stimmt, das Jahr und der Ort nicht. 1994 und Hawai’i die Lösung. Der momentan hinter uns thronende Vulkan ist vor 112 Jahren letztmals ausgebrochen. Eine Flutwelle wird uns hier oben 400 Meter über dem Meer wohl kaum erreichen, bleibt noch ein Sturm…. den hatten wir ja bereits drüben auf La Gomera. Doch Erdbeben gibt es hier sehr viele, im Jahr 2018 deren 1’527. Wir fordern unser Glück heraus und kurven zum schlafenden Vulkan Teide hoch. Das Wetter muss ich nicht kommentieren. Die Wanderung startet beim Besucherzentrum bei El Portillo, auf der feuchten Seite des Berges. Der sonst volle Parkplatz ist halbleer, also sind doch einige Wanderer unterwegs. Ziel ist der markante rote Berg La Fortaleza. Die Landschaft, wie immer hier oben, sehr, sehr eindrücklich. Der Teide kann sogar noch mit etwas Schnee am Nordhang aufwarten. Auch entlang des Wanderweges liegt an schattigen Stellen noch Schnee, wir sind auf 2’100 MüM. Lunch dann hoch oben auf der roten Festung mit tollem Ausblick auf den alles dominierenden Teide. Auf dem Rückweg erwischen wir irgendwo eine falsche Abzweigung und werden mit einer zusätzlichen halben Stunde Fussmarsch bestraft. Aber Bewegung tut gut. Der lange Heimweg kann unter die Räder genommen werden. In Adeje ein kurzer Lidl-Stopp, morgen ist hier ein Feiertag und so haben womöglich diverse Läden geschlossen. Fest der Heiligen Jungfrau von Candelaria heisst der festive Anlass.

Das Wetter mittelprächtig, es hat eine grössere Wolkenbank über dem Meer und dann auch bald an der Küste. Erst am Nachmittag fahren wir kurz rauf nach Vilaflor. In diesem, nach unserem Dafürhalten zweitschönsten Städtchen der Insel, vertreten wir uns für eine Stunde die Füsse. Die Mandelbäume in schönster Blüte, eine Augenweide. Die Restaurants recht gut besucht, aber wohl meist mit Einheimischen, zumindest der Sprache nach zu urteilen. Bald ist wieder Abend und die angenehme Routine hat uns wieder. Weniger gute Nachrichten: im Dezember 2020 sind die Hotelübernachtungen verglichen mit Dezember 2019 um 83% zurück gegangen. Arbeitslose – Dezember 2013: 274k, Oktober 2015: 247k, Januar 2020: 211k, Januar 2021: 279k. 

Es wird uns ein neues Unwetter in Aussicht gestellt. Also nützen wir den letzten schönen Tag und kurven nochmals zum Teide hoch. Der Himmel so blau wie nie, der Wind jedoch mächtig kühl bis kalt. Alles hat seinen Preis. Das Besucheraukommen einiges über dem gehabten, aber Parkplätze hat es genug. Wieder vergehen drei Wanderstunden bevor wir uns in niederige Gefilde begeben. Der Abend wird ruhig, der Sturm soll ja erst morgen kommen und erneut Schnee, diesmal bis runter auf 1’600 Meter, bringen.

Der Himmel blau, aber der Wind wird immer stärker, also erlegen wir uns Hausarrest auf. Hoffentlich zerdeppert der Sturm nicht wieder das wieder reparierte Glasdach draussen. Die Temperatur ist etwas schwindsüchtig geworden, aber wohl immer noch besser als in der Schweiz. Die Teide Seilbahn fährt übrigens wieder, allerdings nur MI, FR und SO, €37 für uns Touristen, €14 für Einheimische kostet der Spass.

Der Himmel mittelprächtig, die Temperatur tief. Wir fahren runter nach Los Cristianos, bescheidene sieben Kilometer. Einen der sehr zahlreich vorhandenen kostenlosen Parkplätze zu ergattern scheitert kläglich. Was machen nur all die vielen Leute hier? Wir müssen uns mit dem Parkhaus begnügen, drei Cents pro Minute kostet der Spass. Für €10 könnte man den Wagen den ganzen Tag stehen lassen, eher gehobenes Preisniveau, kriegt man doch nebenan bei Burger King für €5 zwei veritable Hamburger. Bei KFC ein komplettes Mittagessen für €3.99. Es hat wirklich wenige Touristen in den Strassen und Gassen und trotzdem sind alle Parkplätze belegt. Im Chinaladen decken wir uns mit den nötigen Zutaten für ein Red Curry ein und denken dann auch schon bald wieder an Aufbruch, ist es doch auch hier auf Meereshöhe ungemütlich kühl. €2.06 kostet uns das Parkhaus, für einen € mehr gibt es Frühstück in einem der zahllosen Restaurants….Auf der kurzen Heimfahrt wird der Himmel immer dunkler und kaum daheim beginnt es mächtig zu regnen. 

Eine kühle und ruhige Nacht findet erst gegen 8:30 Uhr ihr Ende. Der Himmel ist wolkenlos, aber es windet und auch dieTemperatur hat noch Potenzial nach oben. So kurven wir erst nach dem Mittagessen runter nach Playa San Juan. Einen Parkplatz zu kriegen ist fast unmöglich, eimal mehr staunen wir. Leider ist der Wind hier unten noch eine ganze Spur steifer als bei uns oben uns so müssen wir es mit einer Stunde Schlendern belassen. Die zahlreichen Restaurants alle sehr gut besucht, man hört auch andere Sprachen als nur Spanisch. Der Blick vom Strand rauf zum Berg eindrücklich: ein tiefverschneiter Teide lacht auf uns herab. Auch ohne grosses Zutun unsererseits wird es Abend und wit freuen uns auf den Jacuzzi. Nebenan scheint wieder eine Party im Gange zu sein, Musik fehlt noch und auch ist es zu kühl, um draussen rumzuhängen.

Aber den S.. krach gab es in den frühen Morgenstunden, also wieder eine Bachelor Party oder ist dieses Mietobjekt weitherum bekannt für ungestörte Parties? Dies wäre also Feier Nummer drei. Zurück zum Wetter: kühl bis kalt und mit leider zunehmender Bewölkung. Nach verdrücktem Lunch geht es auf einen Sprung runter nach El Médano. Hoppla, hier ist die Hölle los! Geben die Rolling Stones ein Konzert…… Mit Mühe und Glück findet sich eine Parklücke. So, wir schlendern durchs sehr geschäftige Städtchen, hier sieht’s aus wie immer. Die fehlenden Touristen werden durch Einheimische wettgemacht. Die Restaurants entlang der Strandpromenade sehr gut besucht. Leider bläst auch hier der kalte Wind und so verzichten wir auf eine längere Wanderung. Das Sprudelbad scheint eine wesentlich bessere Idee zu sein.  Die Rabauzer von nebenan sind ausgezogen, ein Wagen einer Putzfirma und ein Haufen Müll stehen nun vor der Tür. Wir können auf eine ruhige Nacht hoffen. Wir haben einen Gast: Sammy, der Salamander, der ja eigentlich ein Gecko ist, ist es der selbe wie letztes Jahr, keine Ahnung, die Tiere sehen ja alle gleich aus. Zumindest ist unser neuer Mitbewohner ruhig. 

Ja, die Nacht war sehr ruhig. Das Wetter leider nicht wie angekündigt. Trotzdem wollen wir zum Teide hoch. Doch wir machen hier nicht die Spielregeln, 20 Kilometer vor dem Parador stehen wir an einer Strassensperre. Ende der Reise. Gemäss Webcam beim Parador hat es keinen Schnee mehr, wieso also die Sperrung?? Wir drehen, wie alle anderen zahlreich vorhandenen Ausflügler, um und suchen weiter unten eine Parkiergelegenheit. Nicht ganz einfach, fast wie unten in Los Cristianos, der Verkehr sehr stark und parkiert wird, wie üblich, wo es einem gerade passt. Wir werden fündig und ich renne raus in die bizarre Lavalandschaft, einfach herrlich. El Teide und der Pico Viejo immer noch schön verschneit, es gibt eine Menge Bilder. Endlich können wir runterfahren, doch bald sind wir im Nebel, trotzdem stoppen wir bei Chirche und verdrücken, wenn eher unzeremoniell, unseren Lunch im Auto. Runter nach Adeje, ein Einkauf steht an. Auch hier werden wir von einer unüblich grossen Masse von Menschen erwartet, schliessen morgen wieder alle Läden oder was ist los?  Das wär’s aktivitätenmässig gewesen für heute. 

Es ist Dienstag, Fischtag. Wir kurven runter nach Los Abrigos uns sitzen bald im Restaurant  El Cangrejo. Viele Worte müssen wir mit José nicht wechseln: Lubina normal, papas arrugadas und zwei Glas Wein, wie immer, wenn auch früher die Weinmenge grösser war. Wir kommen mit zwei anderen Gästen ins Gespräch, ein älteres Ehepaar aus Salzburg. Ist dies in ‚diesen Zeiten‘ überhaupt erlaubt? Die Welt ist klein, die beiden kennen unsere Vermieter, ja sogar deren Eltern. Die beiden kommen seit 25 Jahren nach Teneriffa und wohnen unten in La Chayofa, einen Steinwurf nur von La Camella entfernt. So, ausgeplaudert, wir machen einen längeren Verdauungsspaziergang durch das leider nicht sehr attraktive Los Abrigos. Keinen Flieger bekommen wir zu Gesicht, aber das kann auch am Westwind liegen, dann wird ja von Osten angeflogen. Es geht rauf nach La Camella, natürlich mit grösserem Stau in Las Chafiras und bald schon hüpfen wir ins Sprudelbad. 

Es ist Mittwoch, das Restaurante Fleytas hat Ruhetag und wir benutzen schamlos den dortigen noch leeren Parkplatz. Das Wetter eine Wucht, die Temperatur eher im unteren erwarteten Bereich, aber wir sind ja über 1,000 Meter hoch hier. Es ist einfach herrlich hier draussen/oben. Der Teide uns sein alter Kollege zeigen noch anständig viel Schnee. Die Wanderung ist erneut in drei Stunden erledigt und ab geht’s nach Hause. Mehr ereignet sich heute nicht und das ist auch gut.

Das Wetter unten gut, bei uns oben eher nicht, ganz oben dann wieder gut. Wir wählen ‚unten‘, die kurze Fahrt geht nach La Caleta. Wir wollen die schon längere nicht mehr unternommene Hippie-Wanderung nach El Puertito rüber abspulen. Wie gelesen, wurden die Hippies vertrieben, nun kann sich auch das Auge und vor allem die Nase wieder auf eine schöne Küstenlandschaft freuen. Es ist warm hier am Meer und die Luftfeuchtigkeit eher hoch, fast schon schwül. Es hat etliche Wanderer unterwegs, die ganz coolen sind mit Badelatschen auf dem steilen, steinigen und rutschigen Pfad anzutreffen. Dies sicherlich nicht die längste, aber die schweisstreibendste Wanderung bis dato. Die Fahrt zurück entlang den vielen wohl meist spärlich belegten grossen Hotels erinnert uns einmal mehr an die schon länger andauernde ‚komische‘ Lage in der sich die ganze Welt befindet. Heute vor 24 Jahren waren wir bei den 12 Aposteln an der Great Ocean Road.

Erneut mittelprächtiges Wetter, runter an die Küste ist angesagt. Palm-Mar das Ziel. Parkplätze sind hier nie ein Problem, im Überfluss vorhanden. Das nahe Meer lockt, die Wellen so hoch wie nie hier erlebt. Also wird es nichts mit gemütlichem Wandern. Ich nehme es vorweg: 300 Bilder knipse ich heute, die Wellen einfach und im wahrsten Sinne eine Wucht! Das Wanderaufkommen erneut recht stark, es ist erst Freitag… Nach diesem Highlight folgt ein zweites: Lidl hat die sehr guten Knödel wieder im Sortiment. So hamstern wir gleich 4 Packungen zu je 6 Stück. Die exzellenten Dinger werden gleich heute Abend verkostet.

Am sechsten Tage sollen wir ruhen, oder so….oder war’s der siebte…. Wir bleiben daheim und geniessen die warme Sonne draussen in unserem kleinen Garten. Was wollen wir mehr? Drinnen habe ich genügend Arbeit mit dem Sichten der gestrigen Bilderausbeute. Nur wenige überleben das Delete-Massaker. Heute gibt es Spätzli, doch die Knödel von gestern spielen eine Liga höher. 

20. bis 31. Januar 2021 – La Camella, Tenerife

Es ist soweit, es soll ’nach Hause‘ gehen. Das Wetter ist perfekt, wir wagen deshalb nochmals einen Sprung rüber nach Punta del Hidalgo. Ich möchte den schneebedeckten Teide vor die Linse und vor allem dann auch auf die Speicherkarte kriegen. Doch der grose Berg hüllt sich in Windeseile in eine Wolkendecke ein. Aber dem Geduldigen gehört die Welt oder dem gelingt das Foto. So, es kann definitiv runter an die Sonnenküste gehen. Die Wolken verschwinden nun so schnell wie sie gekommen sind. Der Verkehr auf der Autobahn recht dicht, die fehlenden Touristen scheinen nicht ins Gewicht zu fallen. Aus der Sicht der unzähligen Hotels hier sieht es wohl anders aus. Erster Halt natürlich bei Lidl, Filiale San Isidro. Nach Halbgrosseinkauf nehmen wir die letzten paar Kilometer unter die Räder. Ziel erreicht, nun heisst es Auspacken und dann wollen wir mit unserer normalen (falls möglich) Routine die nächsten drei Monate ‚rumkriegen‘. Die Wohnung sieht noch so aus, wie wir sie letzten Mai verlassen haben. Um 17:00 Uhr ab ins Spudelbad, einfach herrlich und entspannend. Es folgt Apéro, Abendessen und Verdauungsspaziergang, diesen Ablauf wollen wir so lange wie möglich beibehalten.

Die Nacht war ruhig, keine Mitternachtsraser, ein Dank den Sperrstunden. Wetter gut, Stimmung auch, also rauf zum Teide. Oben sieht man/frau recht deutlich, dass Touristen fehlen, der Parkplatz beim Parador praktisch leer! Wanderschuhe montiert und ab in die wunderschöne Landschaft. Auf dieser Seites des Berges hat es praktisch keinen Schnee mehr, kein Vergleich mit der gestrigen Nordseite. Viele Wanderer kommen uns nichts entgegen, so geniessen wir endlich einmal wieder ungesiebte Luft. Nach drei Stunden sind wir zufrieden zurück beim Parkplatz, der nun eine bessere Belegung vorweisen kann. Runter geht es, wir nehmen die längere Route über Chio und dann die Autobahn. Die Sicht hier oben wunderbar, El Hierro, La Gomera und La Palma liegen uns ‚zu Füssen‘. Auf der Hinfahrt haben wir natürlich auch Gran Canaria gesehen. Keinen Einkauf heute, es geht ungebremst nach Hause. Es folgt die erwähnte Routine.

Das Wetter mittelprächtig, also runter ans Meer. Die Malpais de la Rasca unser Ziel. Das schlechte Land sieht heuer so schlecht nicht aus. Das üppige Grün ist wohl dem Filomena Sturm zu verdanken. Auch hier ist das Wanderaufkommen bescheiden, keine Maske! Meine Tagebucheinträge werden wohl die nächsten Wochen immer kürzer, machen wir ja nichts Weltbewegendes, wir wollen lediglich unsere Zeit hier geniessen. Spudelbad, etc., etc..

Das Wetter eher nicht so gut, es hat Nebel bis weit runter. Doch die Sonne siegt, der Himmel wird blau und die Temperatur einfach herrlich. Lunch draussen, danach geht’s auf eine kürzere Wanderung rauf nach Sabinita Alta. Auch hier ist es mächtig grün, eher ungewohnt für unsere Augen. Wir geniesen unseren ‚Zweitwohnsitz‘, wobei wir doch langsam Heimweh nach unserem ‚Erstwohnsitz‘ haben.

Ich führe nun fast nur noch Buch über das Wetter. Dieses zeigt sich auch heute Sonntag von seiner guten bis sehr guten Seite. Kein Ausflug, unser kleiner Garten tut’s auch. Benzin kostet hier auf Teneriffa 83 Cents, drüben auf La Gomera gibt’s nichts unter €1.10. Ich ärgere mich mehr oder weniger glücklich mit dem neuen Tablet herum und gewöhne mich langsam an die Umstellung auf Fingerbetrieb. Das Tippen auf dem Bildschirm hingegen fällt mir eher schwer, aber dies war auch beim alten Tablet der Fall. Zumindest kann ich meine Bilder mit Lightroom bearbeiten, wo die Originale aber verbleiben ist mir nicht ganz klar, ich nehme an, oben in der Adobe Cloud. Aber auch Huawei will mir immer wieder ein Cloud Abo aufdrängen, 50 Rappen im ersten Monat, dann 1 Stutz, dies für 50GB; 2000GB wären dann für CH 7 pro Monat zuhaben.

Das Wetter ist für alle Schönwettermuffel ein Graus! So müsste es das ganze Jahr über sein. Heute ist die legendäre, nein, die einfach nur schöne Bergwanderumg oben in Las Vegas angesagt. Wir nehmen die kürzere aber weitaus zeitintensivere Route über San Miguel und Co. Die passierten Dörfer alle sehr geschäftig, die Häuser wohl meist vom Architekturbüro Ulbricht & Honecker entworfen und mit einer kleinen südländischen Note versehen. Die Wanderung ist in drei Stunden erledigt, ausser einer achtköpfigen englischen Wandergruppe bekommen wir niemanden zu Gesicht. Der Rest des Tages wie immer: Jacuzzi, Apéro, Abendessen, Spaziergang.

Auf nach Los Abrigos, heute ist Fisch-Tag. Der Verkehr an der Ausfahrt Las Chafiras ätzend, wir stehen im Stau. In Los Abrigos eine Parklücke zu ergattern ist schon Glückssache….. Dann die paar Meter runter zum kleinen Hafen, Ziel erreicht. José, der urige Kellner, winkt uns schon von weiten zu. Aber viel potentielle Kundschaft hat es sowieso nicht. Wir sitzen eine Stunde im leeren Restaurant und sehen gerade einmal zwei Flieger landen, normalerweise kommen sie im 5 Minuten Takt. Der Fisch natürlich sehr gut, der Wein, diesmal keine Flasche, ein grosszügiges Glas (€3!) pro Nase reicht, schmeckt. Der Preis immer noch bei sehr bescheidenen €12.50 pro Lubina. Nach der obligaten Verdauungsrunde kurven wir wieder nach Hause. Das übliche, entspannende Prozedere folgt.

Schlechtes Wetter? Nie gehört! Doch: in Tucson schneit es….. Hier regiert der Sommer. Eine Wanderung steht an: Cruz de Gala. Wobei wir allerdings nicht bis zum 1,347 Meter hohen Gipfel kraxeln. Parkiert, wie immer, auf dem grossen Parkplatz des Restaurants Fleytas, irgendwo zwischen Santiago del Teide und Erjos angesiedelt. Nun hat es eine grosse Tafel: Parkplatz nur für Gäste. Aber wir wissen ja, heute ist hier Ruhetag, also haben wir keine Zurechtweisung zu erwarten. Die Wanderung sicher in den Top 10, besonders heute bei perfektem Wetter. Das Wanderaufkommen relativ stark, wer hätte dies gedacht. Nach knappen drei Stunden ist diese schöne Sache vorbei, es geht nach Hause. So wie es aussieht, wird wohl die Autobahn, welche bis kurz vor Santiago del Teide führt, weiter gezogenen. Eine Riesenbaustelle sticht dem nun etwas müden Wanderer in die Augen. Ein kurzer Halt bei Lidl in Adeje, ich finde ich für freche €6.99 eine fast ‚klicklose‘ Maus. Diese lässt sich problemlos und ohne Treiber ans Tablet anschliessen, natürlich nur über den USB Hub mit OTG. Dies Teil hatte ich gestern beim Chinesen in Cabo Blanco für bescheidene €2.89 erworben. Auch ein Adapter USB-C auf Micro-USB gab es für €1.99 (3 Stück!), in der CH ab CHF 10 zu haben (1 Stück! ).

Eine lange An- und natürlich Rückfahrt sind auf dem Programm, 56 Kilometer pro Weg. Dazwischen wandern wir durch die recht grüne Malpais de Güimar. Eine wunderschöne Wanderung durch ebensolche Landschaft, vorausgesetzt, man/frau mag Lava. Das Wetter eine Wucht! Fast schon zu warm, fehlt doch heute der sonst immer wehende Wind. Auch bei ‚uns‘ oben, immerhin 400 über dem blauen Meer, ist es Sommer geworden, Türen und Fenster offen, so muss der Januar sein!

Ist es noch Januar oder bereits Sommer? Wir umrunden unseren Hausberg, den Roque Imoque. Start, wie üblich, bei der lauten Hundepension oberhalb von Arona, 7 Kilometer von Zuhause entfernt. Auf dieser Strasse (der Rennbahn rauf zum Teide) gab es in den letzten fünf Jahren 12 tödliche Motorradunfälle. Dies besagt ein neu aufgestelltes Hinweisschild, ob es nützt….. Es ist bereis ein Mitwanderer da, der CICAR Mietwagen verrät ihn/sie wohl als Touristen. Der Weg ist steil, sehr steil, doch die Aussicht lässt uns die Schweisstropfen vergessen. Überall blühen Blumen, einfach herrlich. Das Wanderaufkommen sehr gering, doch auch hier draussen weit ab von menschlichen Ansiedlung trägt man/frau Maske. Ganz früher waren die Menschen wachsam auf etwaige wilde Tiere, dann auf Strauchdiebe und nun kriegt man einen Schreck, wenn Wanderer entgegenkommen. Lunch, auch wie immer, bei der verlassenen Finca, dann noch ein paar steile Minuten runter und es kann nach Hause gehen. Ab 17:00 Uhr startet auf der anderen Strassenseite eine Party, die Musik und das Gejohle laut. Um 20:00 Uhr kommt die Polizei und es ist wieder ruhig. Nach Mitternacht geht es dafür noch lauter weiter, dies bis in die frühen Morgenstunden. Die Poizei mag wohl nicht nochmals ausrücken.

Der Sommer hält an, allerdings ist es leicht kühler, es weht ein ‚anderer‘ Wind. Frühstück draussen. Nebenan geht die Party weiter….. Wir bleiben heute daheim, der Krach hört gegen Mittag auf, Ruhe kehrt wieder ein. Die Wetterprognosen für die nächsten Tage gut, wenn auch etwas weniger warm. Mehr zu berichten wäre erfunden. Nochmals ein Bild der gestrigen Blumenpracht.

Sonntag und der letzte Tag im Januar. Wetter gut, aber wie bereits erwähnt, etwas kühler. Am Morgen geniessen wir die Sonne in unserem Gärtchen, am Nachmittag ein kurzer Ausflug ans Meer bei Palm-Mar. Unten treffen wir auf unerwartet viel Volk, die Einheimischen wohl klar in der Überzahl. Doch das Marschieren durch die bizarre Lavalandschaft dem tosenden Meer entlang macht trotzdem Spass. Nach zwei Stunden bei schönstem Wetter ist die Sache erledigt, ab nach La Camella rauf und bald ins Sprudelbad.

16. bis 19. Januar 2020 – San Andrés, Tenerife

Es kann losgehen, Inselwechsel. Wir als Touristen dürfen dies, die Einheimischen anscheinend nur mit triftigem Grund. Nur um uns zu ärgern ist der Himmel strahlend blau. Wir schleppen unsere Habe die 152 Stufen hoch, eine sehr anstrengende und sogar schweisstreibende Angelegenheit. Nun noch ein letztes Mal die ‚Klaustro’strasse runter und wir sind in San Sebastián. Wetter und Temperatur perfekt, der Teide drüben wolkenlos und mit Schneekleid. Wir flanieren und geniessen den Sonnenschein, welchen wir immer als eine Selbstverständlichkeit, fast schon als ein Grundrecht erachten. Die Fred Olsen Fähre geht um 14:00 Uhr, um 13:00 Uhr stehen wir bereits an. Viele Passagiere und Autos scheint es heute nicht zu haben, muss aber nicht unbedingt am hohen Preis liegen. Die etwas schwankende Überfahrt ist schnell erledigt, wir sind im Tenerife und wollen dies auch bis zum 20. April bleiben. Der Verkehr auf der TF-1 sehr verhalten so, wie er eigentlich sein sollte. Wir beehren die Lidl Filiale San Isidro mit einem kurzen Besuch. Sieht immer noch gleich aus und ‚unsere‘ Weine sind auch noch vorrätig. Nun aber weiter, die Autobahn wird einiges vor Santa Cruz dreispurig, alle Achtung. Von der Stadt mit 210,000 Einwohnern (Ballungsraum 423,000) kriegen wir nicht viel zu Gesicht, bald schon naht unser Ziel, resp. wir ihm: San Andrés. Wir verteten uns am bekannte Playa de Las Teresitas etwas die Füsse, müssen ja erst um 17:00 Uhr oben am Ende der ‚Militärstrasse‘ sein. Die Dame verspätet sich, aber weit störender ist, dass wir unsere gebuchte Unterkunft nicht kriegen. Wir wohnen nun in einer sehr engen Wohnung, der Meerblick zwar vorhanden, aber stark eingetrübt. Auch getrübt daher unsere Stimmung. Der Grund für den Wechsel ist nicht ganz klar, die Kommunikation ist etwas holprig, aber wir könnten ja auch Spanisch lernen und nicht von jedermann/frau erwarten, mit uns in Englisch zu palavern. Erst einmal Apéro, dann schau’n wir weiter. Aber hier bleiben wir nicht 10 Tage, das ist schon einmal klar. Doris kommt zu unserer Rettung, ‚unsere‘ Wohnung ist ab Mittwoch frei und so wird dies wohl unser Abreisetag werden.

Die Nacht warm warm (!) und relativ ruhig. Das Wetter durchzogen, aber dies kann sich ja noch (in beide Richtungen) ändern. Frühstück draussen! Unter vor dem grössten Sandstrand der Insel dümpeln nicht weniger als sieben Kreuzfahrtschiffe vor sich hin. 2 von Tui und 5 von AIDA. Wer soll das bezahlen? Nun aber hoch ins Anagagebirge, den Grund unserer Anwesenheit hier im hohen Norden der Insel. Es hat Kurven, doch die Strasse ist zumindest zweispurig und der Verkehr noch gering. Es ist grün hier, nicht so grün wie auf La Gomera und es fehlen auch die stattlichen Palmen. Kaum oben angekommen, geht’s gleich wieder runter, diese Strasse nun nur noch anderthalbspurig. Die Aussicht jedoch grandios, die Landschaft wild, das Licht interessant, es müssen ein paar Bilder her. Runter an die offensichtlich wilde Küste, Endziel Benijo, dort endet die Strasse, das Ende der Welt, resp. der Insel scheint erreicht. Plötzlich ist die Strasse auf beiden Seiten mit unzähligen Autos und Campern ‚verziert‘, langsam dämmert es uns: ein weiterer Surferhotspot! Eine Parkgelegenheit zu finden ist schwierig, doch wer sucht, wartet oder einfach Glück hat, der wird belohnt. Ein paar Fotos müssen her, die Küstenlandschaft recht eindrücklich. Der Verkehr nimmt immer mehr zu, es ist Sonntagmittag und die Leute wollen raus. Wir wollen rauf, resp. wieder rüber, nun aber mit mächtig Gegenverkehr und nicht nur Einheimische, Mietwagen sind sehr zahlreich mit dabei. Später Lunch gibt’s daheim, dann geht’s runter an den bereits erwähnten Strand und dem schlendern wir eine ganze Weile entlang. Das Gästeaufkommen bescheiden, sind wohl alle drüben am Surfen. Doch die Restaurants in der kleinen Stadt scheinen gut besucht zu sein. Teneriffa hat die Farbe gewechselt und ist jetzt gelb, Sperrstunde eine Stunde später und was ändert sich noch zum Normalen? Keine Ahnung! Wir einigen uns mit unserer Vermieterin, Abflug am Mittwoch, wir bezahlen für zwei nicht benutzte Nächte und sind so unser schlechtes Gewissen betreffend Wohnungsverweigerung los.

Die Nacht war angenehm kühl und auch sehr ruhig. Das Wetter zur Abwechslung kein Thema, es ist schön. Frühstück draussen, wie im Urlaub! Wir machen erneut einen Ausflug rauf ins Anagagebirge. Die bergige Landschafts erinnert stark an La Gomera, aber wir ziehen dies hier vor, die Insel hat bessere Einkaufsmöglichkeiten. Oben ist es natürlich etwas kühler und so ist unsere Wandertätigkeit reduziert. Der Verkehr, es ist Montag, ziemlich stark, Mietwagen sind sehr gut vertreten. Mittagsrast mit Ausblick auf den schneebedeckten Teide, leider arg mit Wolken verhangen.

Runter ins Gewühl von Greater Santa Cruz! Der Verkehr nun immer dichter, eine Light Version von Los Angeles. Die Autobahn schon einmal vierspurig, pro Fahrtrichtung, versteht sich. Erster Halt bei Lidl. Dieser sicherlich einer mit der schönsten Aussicht auf das tiefblaue Meer und einen ebensolchen Himmel. Im Innern des Discounters herrscht dann Business as usual. Es geht weiter zu Mediamarkt, ich brauche ein neues Tablet, eigentlich ja einen neuen Computer, aber für solche Sachen bin ich sehr ungern bereit, Geld auszugeben. Der Laden ist gut besucht, bis Mittwoch wird die 21%ige MWSt nicht erhoben. Natürlich ist mein auserwähltes Gerät nicht mehr zu haben. Ich entscheide mich bedauerlicherweise für das nächst (unverschämt) teurere. Wie sich zeigen wird, einer meiner kapitalsten Fehlkäufe. Es geht nach Hause, wenige, aber eher hektische Kilometer, klein LA eben. Ebenso hektisch und laut dann das Familienleben über unserer Wohnung, sind wir hier in einer Kita? Übermorgen ziehen wir aus, eine gute Entscheidung. Mit dem neuen Tablet werde ich leider nicht warm, auch fehlt mir der Gegenwert für die doch happigen € 420. Keine Liebesheirat, eher eine Zweckgemeinschaft!

Das Wetter erneut gut, wir machen einen Ausflug nach Punta del Hidalgo. Dies kleine Dorf am Nordhang des Anagagebirges ist relativ schnell erreicht, ein grosses Stück führt über die breite, aber hektische Autobahn. 40 Minuten für 40km, so schaut’s aus. Die Gegend dann sehr ansprechend, es müssen ein paar Bilder her, Meer und zackige Berge geben immer was her. Dann bummeln wir der Uferpromenade des Feriendorfes entlang, in der nicht so fernen Ferne der ziemlich verschneite Teide. So verbringen wir einige Zeit mit Flanieren, wir sind nicht die einzigen, welche diese Idee haben, aber ein Gedränge ist es noch nicht. Es kann heimwärts gehen. Zuhause dann die Ernüchterung: die ach so zuverlässige XQD Speicherkarte hat NICHTS gespeichert! Welch Frust! Auch mit dem Tablet geht’s nicht vorwärts, ich bin wohl schon zu alt und unflexibel, um dieses Ding in den Griff zu kriegen. Was gefällt, ist der wirklich tolle Bildschirm, über den Rest schweige ich mich momentan aus. So, morgen geht es ’nach Hause‘, zumindest, was die Kanaren betrifft. Bilder gibt’s nur wenige, die Ursache habe ich ja erwähnt. Lightroom auf dem Tablet……nicht so mein Ding. Muss es aber leider werden, da ich die nächsten drei Monate kein Notebook benützen werden kann.


 

2. bis 15. Januar 2021 – La Laja, La Gomera

Domizilwechsel! Wetterwechsel? Leider nein, es bleibt verhalten bis mies. Check-out Zeit ist hier 12:00 Uhr sehr gnädig. Also haben wir keine Eile, haben auch sonst kaum Eile, das Leben ist eindeutig ein oder zwei Gänge langsamer geworden. Wir nehmen die lange Route über den Lorbeerwald, vielleicht gibt’s wieder ein paar Bilder. Leider nein! Das Wetter passt schon, aber meine Inspiration ist abhanden gekommen. Beim imposanten Roque de Agando erneut Mittagsrast, heuer aber im dicksten Nebel, der Felsen will sich trotz Geduld meinerseits nicht zeigen. Also weiter ohne Bilder, immer runter nach San Sebastian. Leider ist das Wetter unten am Meer auch nicht viel besser, wenn auch einiges weniger kühl. Wir schlendern durch die belebten Strassen/Gassen, es ist Samstag und man/frau ist halt unterwegs. Ein Einkauf zum Schluss bei Tu Trébol und die Fahrt in die Höhe kann losgehen. Ausserhalb des Städtchens, quasi im Industrie/Gewerbegebiet ein Stopp bei SPAR. Ein sehr schönes, blitzsauberes und aufgeräumtes Etablissement präsentiert sich uns hier. Nur die Preise sind etwas höher als unten bei Tu Trébol, aber das Einkaufserlebnis wesentlich entspannter. Nun geht’s aber wirklich los, die Strasse windet sich in die Höhe und verliert laufend an Breite. Nicht, das dies die Eiheimischen vom Parkieren quasi mitten auf dem Strässchen abhalten würde. Kaum zu glauben, es wird noch enger, einspurig ist schon fast übertrieben und natürlich da und dort parkierte Autos, man/frau muss dies einfach gesehen haben. Bei 400 Höhenmetern ist Schluss, wir sind am Ziel und müssen nun unsererseits auf der Strasse parkieren. Wer hat nur diese Bleibe auserwählt……ich war es! Die Schlepperei runter in ein Barranco ein Abenteuer und Fitnesstraining zugleich. Frau ist noch am Reinemachen, aber bis ich alles Gepäck unten habe ist die Dame fertig und zischt ab. Da sitzen wir nun mitten in der Einsamkeit in einer engen Schlucht in einer noch unbeheizten Behausung und versuchen uns mit unserem Schicksal anzufreunden. Es ist kalt, die Elektroheizung bringt nicht viel Wärme in die nicht/schlecht isolierte Bude. Diese kommt jedoch sehr gediegen und ziemlich neu daher. Wir haben ja unseren Heizstrahler auch dabei und so probieren es die beiden Elektrodinger mit vereinten Kräften uns nicht fieren zu lassen. Es ist kalt, um es nochmals zu erwähnen. Die Wetteraussichten ernüchternd: ein neuer Sturm sei im Anmarsch, die ganze nächste Woche über Regen, Regen und kühl. Aber wie gesagt, die Wohnung ist schön, es lebt sich gut darin, das WiFi funktioniert, wenn es auch nicht rasend schnell ist. Ausser etwas Hundegekläff ist es ruhig, schauen wir mal, was die Nacht, resp. die frühen Morgenstunden bringen werden.

Kein Gockel! Welche Wohltat, wir schlafen bis nach 8:00 Uhr, aber was kann/soll man/frau hier auch anderes tun? Ausser einem kurzen, aber steilen Aufstieg zum Auto, welches noch unversehrt an/auf der Strasse steht, machen wir nichts ausser Haus. Die beiden Heizstrahler sind voll beschäftigt uns Wärme zu spenden. Ich versuche die grössten Ritzen an den grossen Fensterfronten etwas abzudichten, wir wollen ja nicht die Natur aufheizen, und die Natur soll ihre Kälte nicht in die Stube bringen. So vergeht auch dieser Tag und einem Apéro steht nichts mehr im Wege. Im Schlafzimmer sind es ungeheizt flotte 15°, in der Stube 23° mit konstantem Heizen.

Wieder kein Gockel und wir schlafen bis 9:00 Uhr. Könnten eigentlich gleich weiterschlafen, das Wetter ist noch mieser. Es beginnt zu regnen und dann setzt auch noch Wind ein. Es wurde ja eine Sturmwarnung für die Kanaren ausgegeben. So sitzen wir drin und heizen, kein Ausgang heute. Morgen soll es kurzzeitig besser werden, doch am Mittwoch geht’s wieder mir Regen & Sturm weiter. Aber nur um ehrlich zu sein: vor einem Jahr waren wir in Glencoe, South Australia und das Thermometer fiel von 38° auf 18° und dies mitten im Hochsommer. Also bitte kein Lamentieren hier wegen etwas Kühle und Nässe, es ist Winter. Vor zwei Jahren waren wir in Singapore und hatten uns Stubenarrest wegen der Hitze & Schwüle auferlegt. Vor drei Jahren waren wir drüben auf Teneriffa und hatten bestes Sommerwetter….Vor vier Jahren hatten wir ein riesiges Haus in Quinns Rocks, 50km nördlich von Perth, WA, gemietet, Wetter natürlich gut.

Wir bessern uns, Tagwache bereits um nächtliche 8:30 Uhr. Das Wetter scheint tatsächlich besser zu werden. Gegen 11:00 Uhr sehen wir erstmals die Sonne, die ihre liebe Mühe bekundet uns hier unten in der Schlucht ausfindig zu machen. Wir setzen uns draussen auf die Bank und geniessen richtige Sonnenstrahlen, besser als die Elektoheizung. Nach dem Mittagessen geht’s runter nach San Sebastian, ein Einkauf steht an, nur noch zwei Flaschen Wein…… Die Strasse ist zumindest für mich ein Alptraum, aber auch der hört einmal auf und wir sind unten bei 24° und mehrheitlich blauem Himmel. Welch ein Kontrast zu unserer düsteren Schlucht. Wir trennen uns für eine Stunde, ich marschiere dem Meer entlang und geniesse das herrliche Wetter. Dann aber geht’s zu 5 Océanos und Tu Trébol, letzterer präsentiert sich praktisch leer, so macht Shopping Spass. Noch ein Stopp auf dem Nachhauseweg beim schönen SPAR, hier hat es nun einiges mehr an Kunden. Oben angekommen, empfängt uns Nieselregen, das halbwegs brauchbare Wetter leider bereits Schnee von gestern.

In der Nacht kam die ‚zweite Welle‘ des Sturms und zwar ziemlich heftig. Die Sintflut geht nieder, anders kann ich die Menge des Regens nicht beschreiben. Unsere Schlummermutter erkundigt sich nach unserem Befinden. Sie meint, es hätte hier noch nie so stark geregnet, völlig aussergewöhnlich. Stubenarrest, einmal mehr. Am Nachmittag klart es auf, die Sonne gibt sogar ein kurzes Gastspiel. Wir verkriechen uns hinter unsere e-Reader und lassen die einsamen Stunden verstreichen. Mein Computer macht mir immer mehr Sorgen, ich glaube die SSD Festplatte verabschiedet sich langsam, ich versuche dies und das, aber hauptsächlich sichere ich meine Bilddateien. Die Apérozeit kommt ungefragt, doch allzeit gerne gesehen. Die Rückfahrt mit Fred Olsen inkl. Auto kostet fast schon raubritterische EUR 94.27, die Einheimischen zahlen 1/3!

Wieder Regen in der Nacht und wohl auch nicht zu knapp. Wir schlafen bis 9:00 Uhr, haben ja nichts Besseres zu tun. Alles grau in grau, gegen Mittag bessert sich das Wetter wenig und ab und zu scheint die Sonne, allerdings nur für ein paar Minuten. Am Nachmittag dann erneut Starkregen. Im Nordwesten von Gran Canaria (Agaete und Umgebung wohl) gab’s gestern 80 Liter Regen pro Quadratmeter, dies innerhalb von 12 Stunden. Hier auf La Gomera in Vallehermoso wurden Windgeschwindigkeiten von 130km/h gemessen, also spielend Orkanstärke. Die Wasserreservoirs sind bereits voll, der Wetterspuk soll allerdings noch bis zum Wochenende andauern, na dann mal Prost! Das Rinnsal neben unserem Häuschen ist schon seit zwei Tagen zu einem anständig grossen und lauten Bach mutiert.

Wieder Regen und Wind in der Nacht. Alles grau in grau, um mich einmal mehr zu wiederholen. Der Starkregen kommt in Schüben, immer mit ein paar Pausen dazwischen, wo auch schon mal die Sonne für eine Minute scheinen darf. Das mit den Regenmengen muss ich relativieren, am 28. November letzten Jahres gab es auf La Palma 15 Liter/m2 PRO STUNDE! Also sind die gestrigen 80 Liter/m2 innerhalb von 12 Stunden ein Klacks. Fred Olsen hat einen Unfall ‚gebaut‘. Die Zeitungen berichten von ‚auf Grund gelaufen‘. Wie ich internetmässig herausfand besagt dies lediglich, dass ein Schiff mit einem im Wasser befindlichen Hindernis (Felsen, Sandbank…..) kollidiert ist.

Das Hindernis war wohl die Felsen rechts unten in Bild. Die Fähre manövriert hier ja rückwärts in den Hafen rein. Nun ja, die Fähren fahren momentan ab Las Palmas nach Santa Cruz. Die Passagiere mussten auf der Fähre übernachten. Drüben auf Tenerife ist auch einiges los, zwei Zufahrtsstrassen (TF21 und TF-24) zum Teide hoch sind gesperrt. Grund: Erdrutsche und Eis! Bei Alto de Igualero, keine 10 Kilometer Luftlinie von hier, wurden eine Windgeschwindigkeit von 128km/h gemessen. Unten an den Küsten soll es fünf Meter hohe Wellen geben. Auf dem spanischen Festland mass man mit -34.1° die tiefste je registrierte Temperatur der iberischen Halbinsel. Wir sitzen in der warmen Stube und lassen die Sintflut über uns ergehen. Der Bach nebenan wird immer lauter, schon fast unangenehm…..Wohl dem, der einen (noch) gefüllten ‚Weinkeller‘ sein Eigen nennen kann! Morgen Samstag soll das Unwetter mit Namen Filomena abklingen…warten wir’s ab….

Aber auch in der Algarve werden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erwartet. Da geht es uns hier (+/-400m) bei mageren 12° gerade noch gut.

Das Warten war vergebens. Wieder Regen und Wind in der Nacht und dies nicht zu knapp! Die Temperatur auf bedenklich tiefem Niveau. Doch auf der Glattalp in der CH soll das Thermometer gestern auf minus 30° gefallen sein, da sind wir hier vergleichsweise gut dran. Doch der Wind pfeift durch alle grossen Ritzen und Spalten, unsere Kate warm zu kriegen und zu halten ist eine schwierige Aufgabe für die Heizstrahler. Es ist 9:00 Uhr und es stürmt und regnet wie selten erlebt. Heute soll Besuch kommen: Noah! Er wird uns beim Bau unserer Arche behilflich sein. Es ist 11.00 Uhr, der Regen hat aufgehört, wir vertagen die Konsultation mit Noah. Nun wäre wohl eher ein Windkraftwerk angebracht. Der Sturm will und will sich nicht legen…… Zu früh gefreut, es ist 13:00 Uhr und die Sintflut ist zurück, der Wind spielt nun nur eine unangenehme Nebenrolle. Schnee liegt bereits auf Teneriffa und La Palma, auch für Gran Canaria soll etwas mit dabei sein. Schneefallgrenze 1,700m, könnte aber auch tiefer fallen, die Wetterfrösche sind sich nicht einig. Zum Glück ist der höchste Berg hier, nur ein paar Kilometer entfernt 1,487 Meter hoch. Mitte Februar 2014 scheint dies jedoch der Fall gewesen zu sein!

Es ist Sonntag, die angekündigte Wetterbesserung ist nicht eingetreten, ganz im Gegenteil. In der Nacht hat es gestürmt wie noch nie (immer auf unseren Aufenthalt hier bezogen). Wind und Regen kämpfen erbittert um die Vorherrschaft, heute scheint der Wind zu gewinnen, aber der Tag ist noch jung (10:00 Uhr). Der Teide hat seit fünf Jahren nicht mehr soviel Schnee abbekommen wie jetzt. Das Wasser in den Stauseen (-becken) auf Gran Canaria soll für die nächsten zwei Jahre reichen, gebraucht wird es anscheinend hauptsächlich für die Landwirtschaft (Bananen?) Ein neuer Rekord: Vega de Liordes in der Provinz Léon: minus 35.8°! Es ist 15:00 Uhr, wir waren immer noch nicht draussen! Der Wind ist schwächer geworden, dafür regnet es wieder…… Hoffentlich ist dies nicht auch das ‚Neue Normal‘!

In der Nacht gab es, na was wohl: REGEN! Will der Sturm denn nie enden? Trotz dem lausigen Wetter machen wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg runter nach San Sebastian. Hier unten scheint tatsächlich die Sonne, wenn auch ein arg ungewohnt kühles Lüftchen weht. Leider sieht man den Teide nicht, hätte gerne ein ‚Andenkenfoto‘ gemacht. Jeder geht, wie immer hier, seine/ihre Wege. Einkaufen tun wir dann zusammen, aber heute hat es weder im Tu Trébol noch im SPAR anständiges Fleisch oder gar Salat. Es ist Montag, doch Fred Olsen ist gekommen, so könnte auch Nachschub für die Insel da sein. Hauptsache es hat genügend Wein und auch das Judas Bier bei SPAR wurde wieder aufgefüllt. Hier eines, wenn nicht das einzige Foto der zwei Wochen in La Laja:

Das Wetter ist engegen der Wetterprognose (wolkenloser Himmel!) wie gehabt. Grau, nass und ziemlich kühl. Erst am Nachmittag dürfen wir draussen eine Viertelstunde Sonne geniessen, dann zieht der Wolkenvorhang wieder zu. Langsam kriegen wir den Hüttenkoller! Um die Sache noch einen ganzen Zacken schlimmer zu machen, verabschiedet sich mein Notebook definitiv: Exitus! Garantie endet am 12. Mai, mal schauen, wo wir dann sein werden… Von nun an werden meine Tagebucheinträge noch knapper, auf dem Tablet ist die Schreib-, resp. Tipperei sehr mühsam. Wir warten auf besseres Wetter.

Sturm und Regen in der Nacht kann uns nicht mehr erschüttern. Der Himmel logischweise grau, die Temperatur im Keller. Trotzdem oder gerade deswegen wagen wir einen Ausbruchsversuch runter an die hoffentlich sonnige Küste bei Playa Santiago. In San Sebastion ist das Wetter bereits einiges besser, 21° und viel weniger Bevölkung. Wir brauchen Benzin, hier deutlich teurer als auf Teneriffa. Nun geht’s wieder in die Höhe Richtung Lorbeerwald, doch je höher wir kurven, desto dicker die nun sehr tiefhängenden Wolken. Wir biegen links weg auf die Strasse GM-3, diese hat wohl viele Kurven und ein mächtiges Gefälle, aber sie ist breit. Bald erreichen wir unser Ziel, doch auch hier unten erwarten uns zahlreiche Wolken und ein kühler Wind. Viel zu sehen gibt es ja nicht, wir kommen wegen des Sonnenscheins. Die Sonne erbarmt sich unser, wir tanken etwas bitternötige Wärme. So kalt hatten wir es auf den Kanaren noch nie. Die Wolken kommen, die Sonne und wir gehen. Wir wählen die längere Route über, resp. durch den Lorbeerwald. So komme ich doch nochzu ein paar Bildern, weiss aber nicht, wie ich diese speichern und dann bearbeiten soll. Im Wald ist es zappenduster und sehr feucht, von den wohl nur wenigen Grade Übernull ganz zu schweigen. Weiter soll es gehen, San Sebastian das nächste Ziel. Wir vertreten uns unten am Strand etwas die faulen Füsse. Die Sonne scheint zwar, doch der Wind ist wirklich saukalt. Wieder oben bei uns, sieht’s aus wie immer: grau der Himmel, grün und feucht die Landschaft. Noch dreimal schlafen und dann ab nach Teneriffa mit hoffentlich besserem und vor allem wärmeren Wetter.

Zumindest kein Sturm und auch kein Regen. Aber der Himmel immer noch total mit Wolken verhangen. Also fahren nochmals runter ans Meer, dies auch in Anbetracht des plötzlich fehlenden Stroms. Wir wollen hier oben/hinten nicht den ganzen Tag frieren. In San Sebastian ist es 21° und die Sonne scheint, allerdings hat es auch hier ein paar Wolken. 6° Unterschied auf 400 Höhenmetern, nicht gerade so, wie wir es in der Schule gelernt hatten. Ein halbes Grad pro 100 Meter hiess es damals, aber das gilt wohl für die Schweiz. Wir geniessen die Sonne und Wärme. Viel los ist nicht, doch fremde Sprachen hört man/frau allenthalben. Die immer noch verschneite Spitze des Teide lugt über die Wolken, schnell ein Bild, wenn ich auch nicht weiss, wie und wann ich dieses bearbeiten und hochladen kann. Es folgt, eher ungern, die Fahrt rauf in unser kühles Heim. Immer noch kein Strom, es ist satte 18° in der Stube. Unsere Hausherrin ist nicht anwesend, so muss eine Nachbarin einspringen, sie telefoniert mit der Schlummermutter, muss dann in ihr Haus und scheint den richtigen Schalter gefunden zuhaben. Wir haben wieder Strom.

Same Procedure as every Morning….. Aber morgen geht’s ja weiter, ob wir allerdings drüben mit besserem Wetter beglückt werden, wird sich zeigen. Wir sind dann zwar auf Meereshöhe, aber hinter uns ragt das Anagagebirge in den Himmel. Wir machen nix, einmal mehr. Nein, stimmt nicht ganz: wir heizen den ganzen Tag, aber dies haben wir hier ja jeden Tag gemacht. Bilder gibt’s keine: kein Computer, keine Fotos!

26. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 – Agulo, La Gomera

Der Wind ist weg, doch das miese Wetter bleibt. Etwas verspätet können wir dann doch noch weisse Weihnachten feiern: der Teide trägt ein Schneekleid. Allerdings stören die sehr vielen Wolken um den Berg, aber wir nehmen, was wir geboten bekommen. Also gibt’s auch Hausarrest, draussen ist es arg feucht, Regen immer wieder, auch schon mal etwas heftiger. Die Regenpausen werden immer kürzer, man könnte bereits von Dauerregen sprechen….. Dies mit Abstand der wettermässig schlechteste Tag auf den besuchten drei Inseln. Es ist Waschtag, die Maschine braucht für das Eco-Programm glatte 3 Stunden und 35 Minuten!!! So kommt leider das Musikhören etwas zu kurz, das Waschding scheint nächstens abheben zu wollen. Abends Shrimps mit Pasta, die Dinger von Lidl schmecken jedoch deutlich besser als die 5 Océanos Variante….

2:20 Uhr, ein neuer Rekord für den Terror-Gockel! Es hat in der Nacht geregnet und auch jetzt sieht es danach aus. Das Wetter einfach nicht stabil, oder stabil schlecht. So verlassen wir unsere warme Stube erst am Nachmittag für einen stündigen Spaziergang, das Wetter nun besser, die Sonne scheint dann und wann. Wie es mit Schnee drüben am Berg aussieht, weiss ich nicht, ich sehe ihn ja nicht! Viel mehr passiert heute eigentlich nicht, die Ruhe (abgesehen von der Nachtruhestörung) ist herrlich, wir werden langsam zu Einsiedlern. Kommuniziert wird nur per WhatsApp und e-mail (nicht zwischen uns beiden natürlich). Die erste C Impfung in der Schweiz hat stattgefunden. Nein, nicht unsere Bundesräte sind mit gutem Beispiel vorangegangen, eine 101 jährige Person hatte diese Ehre und das mediale Rampenlicht.

Das liebe Wetter……aber es ist Dezember. Wir machen einen Ausflug rüber/runter nach San Sebastian. Auf der Fahrt bessert sich das Wetter merklich und in der kleinen, aber geschäftigen Inselhauptstadt geniessen wir strahlenden Sonnenschein und eine frühsommerliche Temperatur. Wieso hat es nur so viele Autos hier? Am Eingang zum Supermarkt steht neu eine Temperaturmessmaschine. Unter 37° und man/frau darf eintreten. Der Andrang heute leicht unter dem vor ein paar Tagen gehabten, aber der Laden ist halt einfach eng. Es hat sogar frischen Salat, einen Dank an Fred.Olsen, der wohl die frische Ware rüberbringt, draussen steht ein Sattelschlepper von Tu Trébol. Wir schlendern getrennt durch das Städtchen, eigentlich ganz nett anzusehen. Lunch auf einer Parkbank mit Blick auf Strand und Meer. Die Nachhausefahrt kann angetreten werden. Nun scheint auch bei uns im Garten die Sonne, so können wir ein paar Sonnenstrahlen geniessen.

Ich muss erneut das Wetter erwähnen: lausig! Und es bleibt auch lausig, aber dies ist halt die Nordseite, wo die meisten Wolken wohl hängenbleiben. Die einzige Aktivität meinerseits besteht in der Erkundung der riesigen und vielen Terrassen hier bis fast runter ans Meer. Ein riesiger Aufwand wurde da betrieben, nun scheint nichts mehr angepflanzt zu werden. Früher waren es wohl Bananen, liegen doch noch etliche Meter Bewässerungsschläuche überall herum. Aufräumen wird hier nicht gross ‚gepflegt‘. Ich klettere auf einem offiziellen Wanderweg steil runter, dann durch einen Halbdschungel, über ein Rinnsal nur um dann wieder raufkraxeln zu müssen. Trotz dem mediokren Wetter schweisstreibend. Ich stehe unvermittelt im Minidorf Lepe. Alles tote Hose hier, kein Mensch, nur zwei Mietwagen von Cicar. Dann tauchen doch noch zwei Leute auf, der Deutschen Sprache nach zu urteilen Touristen wie ich. Hier leben……nein Danke! Die Kraxelei in umgekehrter Richtung kann angegangen werden.

Mittelprächtig, das Wetter heute. Wir müssen raus an die Luft. Eine längere Fahrt soll unternommen werden. An Vallehermoso vorbei in die Höhe rauf zum Lorbeerwald und dann über Hermigua wieder runter nach Hause. Viele, viele Kurven sind im Angebot. Das schlimmste Stück in Vallehermoso, die Strasse praktsich einspurig, aber es wird darauf parkiert und Gegenverkehr gibt’s kostenlos dazu. Um auszuweichen müssen wir halb in eine Garage ausweichen…….Valleclaustrophobo! Nach dem Dorf wird die Strasse zum Glück wieder anständig breit, nur die Kurven bleiben, aber wir müssen ja in die Höhe. Erneut fallen die sehr zahlreich umherkurvenden Mietwagen, meist von Cicar, auf. Oben im schönen Wald scheint leider die Sonne, Pech gehabt! Trotzdem irre ich zwischen den moosbehangenen Bäumen umher und versuche ein paar Bilder hinzukriegen. Mittagshalt bei den Roques, vor uns der markante Roque de Agando. Aber dieser nun präsentiert sich nebelverhüllt, doch ich habe Zeit, Geduld bringt Rosen oder weniger Nebel. Ich werde belohnt, hoffentlich sind die Bilder brauchbar. Nun aber runter ans Meer, dort unten sehen wie nämlich die Sonne scheinen, hier oben (+/- 1,100m) ist es für unsere Verhältnisse bedenklich kühl bis kalt. Nach Hermigua noch ein kleiner Abstecher unter an den Strand bei Lepe, dem Dörfchen meiner gestrigen Kraxelei. Das Meer tobt, die Wellen kommen ununterbrochen rein, einmal mehr für mich ein immens eindrückliches Schauspiel. Viele Bilder……. Zuhause können wir uns dann tatsächlich auf die Schaukel setzen und noch ein paar Sonnenstrahlen geniessen. Doch die Wolken sind unerbittlich, die Sonne hat bald keine Chance mehr uns aufzuwärmen, also geht’s rein in die gute und warme Stube.

Der Gockel hat wohl Sylvester einen Tag zu früh gefeiert und heute verpennt. Der Krach ging erst nach 5:00 Uhr los, ein neuer, positiver Rekord. Wolken hat es wenige, es ist einiges klarer, der Wind hat gedreht und ein kühleres Lüftchen weht. Endlich sehen wir die Nachbarinsel wieder und sind nicht mehr so allein weit hier draussen auf dem Meer. Frühstück draussen! Dann geht jeder seine Wege, ich runter zu den Terrassen, meine Beste Hälfte rauf ins Dorf. Lunch draussen. Das nenn ich Urlaub! Am Abend noch einmal Lachs von 5 Océanos, aber dies war wohl der letzte für längere Zeit. Wir schauen per Internet das wirklich gigantische Neujahrsfeuerwerk von Sydney an, allein die Musik (wie letztes Jahr auch schon) mag nicht zu gefallen. Kurz vor 23:00 Uhr beamen wir uns in die mitteleuropäische Zeitzone und stossen auf ein hoffentlich besseres 2021 an.

Kurz nach 4:00 Uhr ist das doofe Vieh wieder an der Arbeit. Das Wetter, ich schäme mich bald, ist lausig und bleibt es auch den ganzen, lieben langen Tag über. Hoffentlich nicht ein Zeichen für das noch junge Jahr 2021! Wir üben uns in Stubenarrest, ab und zu einmal ein kurzer Gang in den Garten, der Wind ist arg kühl und der Himmel total verhangen. Um 17:00 Uhr findet ein stündiger Skype-Apéro statt, La Gomera – Thalwil – Antwerpen sind die Teilnehmer aus geografischer Sicht. Die zweite Woche hier ist auch um, morgen dislozieren wir auf 400 Höhenmeter, aber ein ganzes Stück näher an San Sebastian.

18. bis 25. Dezember 2020 – Agulo, La Gomera

Wieder eine Nachtübung, heute jedoch erst um 7:00 Uhr. Trotzdem ist es draussen noch dunkel, aber wir haben ja Routine…Um 8:00 Uhr geht die Fahrt los, soll ja nur 20 Minuten dauern, aber der Verkehr im Grossraum Los Cristianos ist ja unberechenbar. Wir kommen ohne Verkehrsstau durch, sind aber nicht die ersten Reisewilligen unten am Hafen. Die Fähre von Fred Olsen ist noch unterwegs, Armas dagegen bereit zum ‚Abdampfen‘, in diesem Falle wohl eher ‚Abrauchen‘, schwarzer Rauch steigt in den Morgenhimmel auf. Hier wird wohl Rohöl verbrannt. Die Benchijigua Express kommt und die Reise nimmt bald ihrenLauf. Kaum sind die letzten von Bord, sind die ersten Passagiere schon wieder drin, sehr speditiv, alle Achtung. Der Trimaran ist 15 Jahre alt und 127 Meter lang, fasst 1,291 Passagiere und 285 Autos. Bald schon zuckeln wir mit knapp 60 Sachen rüber nach La Gomera, der drittkleinsten Insel (ich zähle auch La Graciosa mit…) und soll etwas über 25K Einwohner haben. Das Ausladen dann so speditiv wie vorher das Einladen. Kaum aus dem kleinen Hafen, stehen wir im Verkehrsstau, hier soll es doch gemäss Reiseliteratur ganz ruhig und gemütlich zu und her gehen….. Tu Trébol unser erstes Ziel, dies der einzige anständige Supermarkt der ganzen Insel. Eine sehr enge Parklücke findet sich in der klaustrophobischen Tiefgarage. Alles scheint momentan am Einkaufen zu sein. Den Laden haben wir schöner und sauberer in Erinnerung, aber man nimmt, was frau kriegen kann. Raus aus dem Hexenkessel, hinein in die hoffentlich ruhigere Landschaft. Die Strasse nach Hermigua ist anfangs sehr gut ausgebaut, da und dort sogar ein Tunnel und die Landschaft wunderbar, noch zackiger die Berge als die drüben bei Aegete….es gefällt. Nun kommen doch noch etwas engere Kurven, wir machen Mittagspause hoch über dem Städtchen Hermigua. Der Himmel hier, wie zu erwarten, ziemlich bedeckt, aber die Sonnenseite der Insel ist ja auf der anderen Seite bei Playa Santiago & Valle Gran Rey. Unsere Unterkunft zu finden erweist sich als sehr herausfordernd. Agulo heisst das Dorf, aber das Haus ist ausserhalb irgendwo am steilen Abhang über dem nahen Meer. Beim zweiten Anlauf werden wir fündig, das Haus ist wirklich am A…. der Welt. Eine weitere Hürde muss genommen werden, eine Lockbox mit dem Schlüssel ist vorhanden, aber wir haben unsere liebe Mühe das Tor aufzukriegen….aber wir schaffen das! Eigentlich sollten wir ja empfangen werden, doch die Dame hat Verspätung und spricht nur Spanisch in einem formidablen Tempo. Aber wir schaffen auch das…. Das Haus ist klein, doch für zwei Personen mehr als genug, die Aussicht absolut unschlagbar, der Teide nah, fast zum Anfassen, wenn er auch drüben auf Teneriffa steht. Der Aussenbereich des Hauses ist dafür riesig, die momentane Temperatur lässt allerdings ein langes Verweilen nicht zu, oder sind wir zwei einfach Weicheier? Die Loge gefällt, auch der himmlischen Ruhe hier zu verdanken. Freundlicherweise wird ein Heizstrahler zur Verfügung gestellt und den benutzen wir auch, so ein Steinhaus ist einfach von Natur aus kalt, was vielleicht im Sommer ganz gut ankommt, zur jetzigen Jahreszeit aber nicht.

Güggerügüü, morge am Drüü! Der Gockel nimmt dies wörtlich und reisst mich um drei Uhr aus dem Schlaf! Natürlich ist der Ruhestörer nicht der einzige in der Nachbarschaft, etliche andere müssen natürlich sofort Antwort geben. Hätte ich nicht erwartet! Ich stehe um 7:00 Uhr auf und bereite mich auf einen Sonnenaufgang vor, der Teide wird mittelprächtig beleuchtet, aber ich habe ja noch ein paar Morgen Zeit um eine besseres Bild hinzukriegen. Das Wetter, na ja…… Wolken hat es etliche, doch kalt ist es nicht. Trotzdem gibt’s das Frühstück drinnen. Wir wollen das Dorf Agulo besichtigen, wenige, aber steile Fussminuten entfernt. Überraschend stellen wir fest, das diese menschliche Ansiedlung eine richtige Perle ist, das Dorfbild sehr, sehr ansprechend. Es gibt wieder zu viele Bilder…… Das Wetter bessert sich, den Nachmittag verbringen wir draussen im grossen Garten auf den diversen Sitz- und Liegemöglichkeiten. Immer mit dabei der Teide, mal mit weniger, mal mit mehr Wolken. Bei anständigem Wetter lebt es sich hier sehr gut. Zum Sonnenuntergang zeigt sich leider mein Fotoobjekt der Begierde wieder verhüllt, aber morgen ist ja auch ein Tag. Die Wetteraussichten, so man/frau ihnen Glauben schenken darf, sind nicht schlecht. Das Haus bringt uns übrigens um CHF 80 pro Tag, für das Gebotene angemessen. Einzige Beanstandung könnte das eher kleine Badezimmer sein.

Die Gockel haben natürlich wieder ein Nachtkonzert gegeben, aber vorher schloss ich das Fenster, so war die Belästigung auszuhalten. Erneut lichte ich den frühmorgendlichen Teide ab, wieder nicht perfekt, aber es wir wohl schon noch ein wirklich schöner Tag kommen. Es ist Sonntag, wir machen einen Ausflug hoch in den Parque Nacional de Garajonay (+/- 4,000ha), resp. den dortigen Lorbeerwald. Die Strasse, nein das Ministrässchen raus aus Agulo ist ein Abenteuer, enger geht’s nimmer, zum Glück ist Einbahnverkehr. Endlich oben auf der anständig breiten Hauptstrasse, geht’s durch wunderbar wilde Landschaft, aber hier draussen wohnen….eher nicht. Kurz vor dem Weiler Las Rosas geht’s nochmals und nun kräftig in die Höhe. Das Wetter schlecht, aber genau richtig für den Wald. Leider wird nun die Strasse etwas schmaler, aber Verkehr hat es kaum. Ist wohl Ausgangsperre auch tagsüber, wir haben keine Ahnung……Der bekannte Aussichtspunkt Mirador del Abrante (Glasbodenplatform) hoch über Agulo ist aus aktuellem Anlass leider gesperrt. Also weiter rauf zur Laguna Grande, dem Weekendausflugsziel der Einheimischen. Etliche Grillstellen stehen, resp. ständen zur Verfügung, doch es herrscht gähnende Leere. Hier war die letzten paar Male regelrecht die Hölle los. Kaum ein freier Parkplatz, busweise ‚ausländische‘ Touristen, eine Jahrmarktsstimmung. Kann mir nun recht sein, doch die Sonne spielt mir einen Streich und scheint frech vom Himmel, dabei wünschte ich mir Nebel/Wolken. Trotzdem mache ich ein paar Bilder des eindrücklichen Lorbeerwaldes. Die Fahrt geht ein paar Kilometer weiter Richtung Valle Gran Rey. Unterwegs ein kurzer Stopp im dichten Wald, nun ohne Sonne. Herrlich! Der Stopp wird leider nicht soo kurz, zumindest für mich jedoch ein voller Erfolg. Noch ein paar Minuten auf der gut ausgebauten Strasse und wir erreichen Arure, dem angeblich schönsten Dorf der Insel. Dies ein steiles Strassendorf, den Charme finden wir nicht, also treten wir die Rückreise an. Lieber oben bei den markanten Felsen noch ein Stopp einlegen, bevor es dann wieder auf Meereshöhe runtergeht. Es fallen die sehr zahlreich umherkurvenden Mietwagen der 12,000 Autos starken Flotte von Cicar auf, mehr Touristen als Einheimische auf der Gasse!

21. Dezember, der kürzeste Tag und auch der kürzeste Sonnenaufgang. 7:57 Uhr kommt die Sonne für zwei Minuten über den Horizont und taucht dann sogleich in eine dicke Wolkendecke. Das Wetter aller Voraussicht nach nicht so dolle heute! Der Sonnenuntergang, so wir ihn auch mitverfolgen werden können, dann um 18:18 Uhr. Tageslänge 10 Stunden und 21 Minuten. Zürich: Auf 8:11 Uhr, Unter 16:38 Uhr. Länge  8.27. 2 Stunden länger hell hier, nicht schlecht. Am 21. Juni allerdings dann: 7:13 Uhr und 21:09 Uhr, Länge 13.55h. Zürich: 5:30 Uhr, 21:27 Uhr, Länge 15.57h. 2 Stunden länger für Zürich! Das Wetter ist, ich muss es sagen, nicht überwältigend, dicke Wolken wohin man/frau auch schaut. So machen wir einen Einkaufsausflug ins 22 Kilometer entfernte San Sebastian. Die Strasse wohl kurvig aber sehr breit, alles im grünen Bereich. Unterwegs ein Stopp, die Wolken kleben an den zackigen Felsspitzen hoch über Hermigua, wie in der Südsee! Nur die Temperatur ist etwas tiefer….. Heute hat es im Tu Trébol nicht gar so viel Volk, wir parkieren auch nicht in der klaustrophobisch engen Tiefgarage, sondern einiges weg vom Geschehen. Ein paar Schritte marschieren liegt schon drin. Dann rüber zu 5 Océanos, wir brauchen noch etwas Tiefkühlware, leider haben wir im Haus keinen Ofen, somit gibt es keine Calamares Ringe, schade….. Lammnierstücke führt der kühle Laden leider auch nicht und auf das riesige Rindsfilet (fast schon ein halbes Rind!) aus Uruguay können wir gut verzichten. Die Fahrt geht zurück, unterwegs wieder ein Stopp, doch ich bin zu spät, die diversen Roques werden in Windeseile von Wolken umhüllt. Abends dann ein Rindsfilet von Tu Trébol und dieses schmeckt wirklich sehr gut, auch wenn nachher die ganze Bude etwas arg streng riecht….. Der Abend wird ruhig, die Gockel beginnen ja erst mitten in der Nacht.

4:30 Uhr, das liegt ja noch im Rahmen, dank geschlossem Fenster war es gut auszuhalten. Vielleicht hätten wir statt Rindfleisch lieber Gockelfleisch gegessen, es wäre dann mehr Ruhe in der sonst totalen Einsamkeit. Um 7:00 Uhr geniesse ich das perfekte Morgenrot über dem Teide, der Wind arg kühl, aber keine einzige Wolke am Himmel, ein Novum. Heute soll’s nach Vallehermoso gehen, etwas über 7 km Luftlinie, doch auf der Strasse dann 15 km mit etlichen Kurven, doch auch hier ist die Strasse wohltuend breit und der Verkehr spärlich. Ja, der ganze Verkehr ist wohl im kleinen Städtchen, wir finden keine einzige noch so winzige Parklücke. Parkieren wie die Einheimischen, wo’s grad passt, ist nicht unser Ding. So kurven wir zu einem Aussichtspunkt zurück und marschieren der Strasse entlang, durch einen Tunnel, ins lebhafte Städtchen. Ein, zwei Strassenzüge kommen pittoresk daher, der Rest, na ja…..Noch ein Versuch runter ans Meer, aber auch hier unten eher mager bis langweilig. Alles verrammelt und ziemlich heruntergekommen und wohl nicht erst seit Virus-Zeiten. Es geht nach Hause, Mittagessen endlich einmal draussen, herrlich, immer mit dem Blick auf den majestätischen Teide. Den weiteren Nachmittag verbringen wir ebenfalls draussen an der frischen Luft in wunderschön ruhiger Umgebung. Es folgt ein ruhiger Abend, genau nach unserem Gusto.

Wind! Und der ver…. Gockel hat bereits um 2:30 Uhr begonnen! Es ist mild, trotzdem können (wollen?) wir nicht raus, der Wind tobt ununterbrochen, die Sicht rüber auf den Teide wird immer schlechter. Um 15:00 Uhr ist Schluss, die ganze Insel Teneriffa ist ‚verschwunden‘. Wetterwarnung Stufe gelb ist für heute und morgen ausgerufen. So bleibt mir nicht viel zu berichten, aber geniessen tun wir unser Leben trotzdem hier fast am Ende der Welt. Es ist mittlerweile 20:00 Uhr und der Wind hat an Stärke zugelegt, er pfeift durch etliche und diverse Türspalten und sonstige Ritzen.

Heiligabend! Dabei sieht’s draussen eher nach Weltuntergang aus. Der Wind tobt immer noch in beinahe Orkanstärke (na ja, Orkan ist erst ab 117km/h….), draussen fliegt der halbe Garten durch die Luft. Die schöne Induktionsherdplatte in der Aussenküche wurde von einem Steintopf zertrümmert, die Schaukel ist erneut in ein Blumenbeet gekippt. Wir räumen noch nicht auf, zuerst soll sich der Sturm legen. Aber wir warten vergeblich, der Wind will und will nicht nachlassen. So haben wir Stubenarrest, nicht der Temperatur wegen, diese ist immer noch +/- 20°. Teneriffa ist nicht mehr sichtbar. Na ja, es ist halt auch hier ‚Winter‘. Abends Lachs von 5 Océanos, schmeckt immer noch sehr gut, dazu ein Rosé ‚Chlöpfmoscht‘ von Freixenet, schmeckt eher harmlos…..

Wettprognose für heute Freitag: eine Sonne ohne Wölkchen. Realität: Wind, eine geschlossene Nebeldecke und Regen wird es wohl auch bald geben. Der Wind lässt nun wirklich nach, aber sonst sieht die Inselwelt hier eher trübe aus. Am Nachmittag ein längerer Spaziergang durch die steile Berg/Küstenlandschaft. Wir konnten/können sich die Leute hier nur ansiedeln? Die Sonne scheint zwei Stunden, mehr nicht, die Wetteraussichten sind ernüchternd: Regen, Regen…….. Aber es ist ja Winter, wenn auch bei 20° Aussentemperatur. Es beginnt zu regnen, wurde auch Zeit, die dunklen, schweren Wolken haben es mächtig lange ausgehalten, ihre nasse Fracht zu behalten. Abends den Rest des vorzüglichen Rindsfilet, 0.8kg für EUR 25, dies gilt jedoch für das ganze Stück. Eine Woche und ein Tag sind um, Ende der eher mageren Berichterstattung. Unten der bisherige Reiseverlauf: