4. bis 10. November 2018 – Zurück und in der Schweiz

Um 4:45 Uhr geht’s bereits los, allerdings nur die diversen Wecker. Langsam verlassen auch wir das Land der Träume und machen uns reisefertig. Ein letztes (Sehr)frühstück und ab geht die Post. Gail fährt uns durch meist leere Strassen zum 30 Minuten entfernten Flughafen. Eingecheckt ist wie immer sehr schnell bei Southwest, es folgt die übliche TSA Schikane, immer mehr Kleidungsstücke,so scheint mir, muss der geplagte Reisende ablegen um die Sicherheitskontrollen  passieren zu können. Dann die ebenfalls übliche Warterei, die Maschine scheint wohl nicht voll zu sein, sehr viele Leute warten nicht um uns herum. Dies ist dann auch tatsächlich so, 45 Sitze bleiben leer. Der Flug ist schnell ‘erledigt’, etwas über eine Stunde und wir landen in Las Vegas. Hier dauert natürlich die Warterei einiges länger, dafür dürfen wir auch noch einmal einchecken. Immer noch verkehrt ein Shuttle Bus zwischen den Domestic und International Terminal, das eher spärliche Verkehrsaufkommen rechtfertigt wohl noch keine Monorail oder ähnliches. Die Schalter  der Edelweiss machen recht früh auf und ohne Kommentar werden uns die Boardingkarten ausgehändigt, keine Rede mehr von Stand-by. Auf schlechtes und masslos überteuertes Essen sind wir auch heuer nicht angewiesen, wir bringen unsere eigenen Sandwiches mit. Es folgt erneut der TSA Drill, auch hier recht scharf. aber wir haben Zeit und nichts zu verbergen. Erneut ist Warten angesagt, doch das WiFi ist gut und so stolpere ich im Internet auf ein interessantes Angebot. Es würde sich hier um eine Fuji Kamera handeln, ziemlich diskontiert, aber nur noch bis Sonntag. Nach reiflichem Überlegen werde ich weich und sage zu. Es folgt, oh Wunder, ein relativ gesittetes Einsteigen nach Sitzreihen, gemäss Durchsage soll dies Pflicht/Gesetz sein. Kann uns nur Recht sein. Kaum zu glauben: 317 Leute quetschen sich in den schon in die Jahre (15!) gekommenen A340 Airbus mit Namen Belalp und natürlich die übliche Jammerei unsererseits betreffend nicht existierendem Sitzabstand. Aber nach einem Fläschli Weisswein sieht die Welt über den Wolken bereits ganz anders aus. Es folgt ein erstaunlich gutes Essen begleitet natürlich vom Senza Parole Rotwein. CHF 8 pro Fläschli muss man/frau schon auslegen. Es folgt TV und nur sehr wenig Schlaf, doch der Flug ist erstaunlich schnell (10.30h) vorbei und wir sind (noch) nicht todmüde. So, die Schweiz hat uns wieder, allerdings nur für eine Woche, nächsten Sonntag geht’s weiter nach Singapur.

Einmal Langnau ohne Schnee:

Es folgen die üblichen Tage in der Schweiz, viele administrative ‘Arbeiten’ stehen an, diverse soziale Anlässe ebenfalls. Das Wetter einigermassen auszuhalten, an zwei Tagen jedoch dicker Nebel…… Aber es scheint auch ab und zu die Sonne und so kann ich den neuen, winzigen Fotoapparat etwas ausprobieren. Ich werde wohl die beiden ‘normalen’ Kameras  hier lassen und wirklich mit sehr leichten Fotogepäck auf die nächste Reise gehen. Meine Einträge betreffend Schweiz-Aufenthalt werden von Jahr zu Jahr kürzer….

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28. Oktober bis 2. November 2018 – Tucson, AZ

Nächstes Jahr werden wir wohl die letzten Campiertage oben im Catalina State Park verbringen. Der Krach hier ist leider zu heftig. Das Wetter ist gut, warm und blau der Himmel. Nach letztem Frühstück geht’s ans Dumpen, alles Wasser, ob gebraucht oder noch frisch, muss raus. Dann holpern wir auf der sehr schlechten Zufahrtsstrasse runter zum Ajo Way, dieser bringt uns dann ohne Umschweife, ausser unzähligen roten Ampeln, zur Golf Links Road. Von hier aus sind es noch wenige Meilen bis ‘nach Hause’, doch wir wollen uns noch etwas die Füsse vertreten und Hunger haben wir auch. So gibt’s einen Halt bei der Park Place Mall. Auch diese recht grosse Mall liegt wohl im Sterben. Es ist Sonntag und kaum Leute, mehr Angestellte als Kunden. Wir statten dem riesig grossen Total Wines einen kurzen Besuch ab. Alles ist zu haben, Preise nach oben offen. Wir verpflegen uns mit Mall Fast Food: ein Stück Pizza (im Microwave schnell aufgewärmt) von Villa Fresh Italian Kitchen und Chicken Nuggets von MD (wage es nicht, den Namen auszuschreiben). Dann aber rüber auf die andere Strassenseite zu Gail. Grosses Hallo und viel Geplauder. Abends kurven wir raus zum Bistro 44, die Halbpreis-Burger (immer Sonntags) lassen wir uns nicht entgehen. Der Burger schmeckt ausgezeichnet, noch besser allerdings kommen die superguten French Fries daher. Die besten Pommes seit Neuseeland! Danach noch mehr Geplauder und endlich auch Nachtruhe.

Die nächsten Tagen verlaufen ähnlich ab: sehr viel Geplauder mit diversen Leuten, Louise aus Atlanta, Shirley & Frank von gegenüber, Mike & Robert, Neuzuzüger hier, aber einst vor Jahren schon oben in Cortez getroffen, Rex & Karen natürlich auch. Es müssen auch diverse Arbeiten am Camper erledigt werden. Ölwechsel, inkl. Getriebeservice und neuer Truck Batterie, total USD 500! Carl’s RV Service: USD 283.50! Generator Ölwechsel, Gasheizung (geht nun noch weniger!), etc. Ein wenig erfreuliches Erlebnis mussten wir auch erleben: der Camper wurde mit etlichen Eiern beworfen (Halloween Scherz oder ungehaltene Nachbarn?) und die hintere Seitenscheibe zerkratzt. So stellen wir den Camper über Nacht in den nahen RightSpace Storage, haben ja bereits für sieben Monate (USD 370) bezahlt. Am Halloween Abend stossen auch noch Kenny & Joanne dazu, so viele Leute bin ich mir überhaupt nicht gewohnt. Die Gasheizung haben wir mittlerweile auch im Griff, sie läuft einwandfrei, wenn man vorher das Propan aufdrehen würde!! Am Freitag dann noch etwas Kultur, wir treffen uns Downtown mit Rex & Karen und deren Schwester Carla zum Early Dinner bei El Charro. Dieses Etablissements ist schon seit über 95 Jahren hier in Tucson ansässig und hat, man/frau ist nicht erstaunt, mexikanische Gerichte auf der grossen Speisekarte. Die Speisen dann recht gut und die Portionen riesig. Rex & Karen übernehmen freundlicherweise die Rechnung, Danke! Dann marschieren wir zum nahen Kunstmuseum von Tucson rüber. Am ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt frei. Es hängen halt so diverse mehr oder weniger (nach meinem Dafürhalten) geglückte Bilder im schön aufgemachten Museum. Um 20:00 Uhr macht der Laden dicht, wir verabschieden uns von Rex  & Karen und ihrer Zwillingsschwester Carla. Die Rückreise dann etwas schneller, der sehr starke Verkehr hat merklich nachgelassen. Tucson ist mittlerweile eine richtige Grossstadt geworden. Am letzten Abend, Freitag, dann ein letzter Social Event: wir treffen uns mit Grace und nochmals mit Mike & Robert bei Thirsty’s Neighborhood Grill & Bar. Der Abend wird lustig, es wird viel geplaudert, das Essen, All You Can Eat Fish’n’Chips nicht schlecht und preislich sehr räsonabel (USD 11 & T & T). Noch anzumerken: die Güter- und wenigen Personenzüge rumpeln und hupen mitten durch Downtown Tucson, ein Geräusch das uns zwei sehr zuwider ist. Noch eine Zahl: etwas über 8,100 Meilen waren es diese Saison, somit immer etwa gleich 5 x +/-8,000 = 43,000, soviel hat das Mobil mittlerweile auf dem Buckel.

 

25. bis 27. Oktober 2018 – Gilbert Ray CG, Tucson, AZ

Nach 22:00 Uhr war endlich Schluss mit dem Hundeterror. 16° zu 16° die Situation an der Temperaturfront. Ich möchte trotzdem Furny bitten, etwas zu heizen. Er tut dies anstandslos, muss es also doch an der Batteriespannung liegen….. Der Himmel ist blau, vereinzelte Wölkchen spielen eine unbedeutende Rolle. Wir treten die Fahrt runter nach Tucson an. Wir bevorzugen Nebenstrassen, den Grossraum Phoenix wollen wir meiden, erstes Ziel Eloy. Dort hoffen wir auf einen Truck/RV Wash zu treffen. So geht’s zuerst ostwärts nach Florence Junction, vorbei an nimmer enden wollenden Alterssiedlungen. Hier dann südwärts nach Florence. Diese Stadt bietet sich für zweierlei ‚Gästearten‘ an: saisonale Überwinterer aus nördlichen Gefilden und Langzeitgäste, eingeladen vom riesigen Gefängnis hier. Weiter geht’s, rüber nach Coolidge, hier finden wir mitten in der Wüste/Pampa einen brandneuen Walmart. Eine kurze Pause ist fällig. Eloy ist dann schnell erreicht, wir kurven immer südwärts durch immens grosse Baumwollfelder. Blue Becaon Truck Wash nennt sich unser Halt hier in diesem tristen Städtchen, wir sind nicht die Einzigen, welche ihr Gefährt gewaschen haben wollen. So stehen wir eine geschlagene Stunde an, das Reinigen ist in wenigen Minuten von Billiglohnarbeiter südländischer Herkunft erledigt und bringt uns um gerechtfertigte USD 42. Diese Knochenarbeit machen wahrscheinlich nicht viele ‘Einheimische’ und so kommen Mexico und Co. sehr gelegen. Nun brettern wir, frisch gewaschen, die Interstate 10 runter. Der Strassenbelag zum Teil in einem erbärmlichen Zustand, aber Arizona erhebt ja nur eine relative bescheidene Benzinsteuer, dies wohl die Folge davon. Bei Marana, mitten im Niemandsland, verlassen wir die Rennbahn und fahren auf Nebenstrassen (ebenfalls in einem traurigen Zustand) raus in den Saguaro West National Park, resp. den dortigen Gilbert Ray Campground, jeweils erster und letzter Campierort unser USA Reisen. Der Preis immer noch USD 20 für ein meist schiefes Site zwischen wunderschönen Kakteen. Gegenleistung saubere Facilities, Strom, Wasser, Dump Station, aber keine Duschen. C5 unsere Stellplatzwahl, hoffentlich ruhig. Die Anlage ist eher schwach besucht, aber schauen wir einmal, was das Wochenende an Volk und Lärm bringen wird. Wir sitzen draussen und geniessen das perfekte, warme Wetter. Nach vorgezogenem Apéro marschiere ich, wie meistens hier, raus zu ‘meinen’ Saguaros, ein paar Panos sind fällig. Das Licht wunderbar, die unzähligen Riesenkakteen ebenfalls, was will ich mehr. Zufrieden marschiere ich die Viertelstunde zurück und sogleich gibt’s Abendessen. Immer noch ist der Platz schön ruhig, es hat abgekühlt, perfekt für einen langen, erholsamen Schlaf. Doch das Paradies gibt’s nicht, nebenan, in einiger Entfernung zwar, ist ja ‘Old Tucson’ und heute Nacht scheint etwas los zu sein. So geht es leider nicht ohne Ohropax, wer hätte dies gedacht!

15° zu 15° und wieder möchte ich Furny testen. Die Gasheizung springt sofort an, es muss definitiv an der Spannung oder vielmehr an der Zuwenig-Spannung liegen. Das Wetter ist perfekt, wir bereiten uns auf einen gemütlichen Tag vor. Etwas aufräumen hier, etwas putzen dort, dazwischen Bilder bearbeiten/löschen oder auch schon mal die eine oder andere Platzrunde. Nach dem Apéro rücke ich erneut aus, möchte nochmals die Saguaros ablichten, der Abendhimmel heute perfekt, keine Wolke am Westhorizont. Nach dem Verspeisen eines vorzüglichen Glasnudel Salates kommen wir in den Genuss eines mächtig eindrücklichen Abendrots. Der Westhimmel scheint wirklich zu brennen. So eine schöne Stimmung hatten wir schon länger nicht mehr und dabei ist es hier immer noch angenehm warm. Der Platz heute voller, es ist Freitag, aber bis jetzt (19:45 Uhr) mehr oder weniger ruhig, sieht man einmal von den diversen plärrenden Fernseher und Hunden ab. Abends dann leider wieder ziemlich Rama Zamba von Old Tucson herüber, die Mitcamper um uns herum allesamt ruhig.

16° zu 16° es wird wieder wärmer, morgen soll es gar 33° heiss werden. Der Morgen perfekt, keine Wolke am Himmel und ‘kein Dezibel’ in der Luft. Heute räumen und putzen wir. Diverses nicht (mehr) gebrauchtes wandert in den zum Glück sehr nahen Abfallcontainer. Es ist der letzte Campiertag in dieser, bereits der fünften, Amerika-Saison, wie schnell vergeht die Zeit! Geplant sind ja nochmals fünf Halbjahres-Aufenthalte. Mal sehen, was das Weltgeschehen, die Gesundheit und natürlich die Immigration Beamte dazu meinen. Am Nachmittag sichte ich meinen Bilderberg und werde wirklich fertig mit Löschen. Dann noch schnell(!?) zwei Kopien aller 2018 USA Bilder angelegt und mein Schaffen hat ein Ende. Fitnessmässig läuft, ausser uns zwei durch den grossen Platz, nicht viel. Wir sitzen draussen vor unserem treuen Mobil und lassen die vergangenen Monate revuepassieren. Da schleicht und züngelt doch keinen Meter neben mir eine Klapperschlange vorbei. Unter dem Camper durch, weiter über unser grosses Site langsam in die nahen Büsche/Kakteen. Ich springe auf, wie von einer Wespe, oder etwas viel Grösserem, gestochen und packe meine Beste Hälfte unsanft am Arm und wir bringen uns in ‘Sicherheit’. Dann kommt die Neugier zurück und ich schnappe mir eine Kamera und eile dem Tier in hoffentlich sicherer Distanz nach, ein Bild muss schon her.

Bald gibt’s Apéro, auch draussen, nun aber mit vier wachsamen Augen. Abendessen wird ebenfalls draussen serviert, die Wachsamkeit ist immer noch mit von der Partie. Der Sonnenuntergang wird apokalyptisch, ein Rot,  wie selten erlebt, färbt einen Grossteil des Westhimmels. Das Abendrot hält sehr lange an, wir geniessen dies bei einem letzten Verdauungsspaziergang durch den nur besser belegten Campingplatz. Abends dann erneut, leider, grosser Krach von Old Tucson herüber. So müssen uns Ohropax helfen, die letzte Nacht in unserem rollenden Heim zu ‘geniessen’.

24. Oktober 2018 – Lost Dutchman State Park, AZ

Kein Regen in der Nacht, oh Wunder! Doch kalt ist es: 8° zu 21°. Draussen hat es nun keine einzige Wolke mehr, blauester Himmel, als ob er nie anders gewesen wäre. Unser Ehedrama geht weiter. Küsnacht teilt uns mit, dass ein Personenstandsausweis genüge (?), dieser jedoch bei der Heimatgemeinde zu bestellen sei. Also ins Internet und tatsächlich kann man auch in der tiefsten St. Galler Provinz alles online ‘erledigen’. Zuständig ist jedoch die Gemeinde Buchs……. Na ja, CHF 30 werden fällig, aber Küsnacht hat ja freundlicherweise unseren gestrigen Antrag storniert und so bleiben die Kosten auf gehabtem Niveau. Nach verdientem Frühstück und ebenso verdienter Dusche verlassen wir Payson und kurven weiter gen Süden, hoffentlich in wärmere Gefilde. Es geht runter, dann wieder rauf, erneut runter und nochmals rauf aber dann nur noch runter bis auf 500 Meter. Durchfahrene Städte/Dörfer: keine! Gesehene Saguaros: hunderte! Wir sind definitiv in Südarizona. Rund um Apache Junction frisst sich die Zivilisation unerbittlich weiter in die Wüste vor. Woher kommt das WASSER für all die vielen Häuser? Wir erreichen den State Park um die Mittagszeit, es herrscht bereits ein reges Treiben, ist aber erst Mittwoch. Es werden dies wohl schon die ersten Snowbirds sein, welche hier ein paar Tage verweilen bevor sie für vier Monate in ihre Ghettos im Grossraum Phoenix ziehen. USD 30 werden für ein Site fällig, geboten werden Strom, Wasser, Duschen und kein WiFi. Dafür eine gute Dump Station, welche wir alsbald benutzen. Dann ist Lunch fällig und danach Arbeit am Computer, es sollten noch über 1,000 Bilder gelöscht werden. Die Temperatur übrigens bei ganz angenehmen 28°. So sitzen wir drinnen und warten auf kühlere Zeiten. Ein paar Platzrunden liegen dann schon drin. die Anlage scheint mässig belegt zu sein. Was leider eher saumässig ist, sind die ekelhaften Hunde in der nahen Umgebung, nicht tim Park selber, sondern in den immer näherer rückenden Einfamilienhaussiedlungen.

Ein riesiger Vollmomd (Hunter’s Moon) geht auf, leider nicht übet den nahen Superstition Mountains. Die Hunde bellen immer noch. Abends eine Tom Ka Gai und die Verdauungsrunde. Die Hunde bellen immer noch. Wir sitzen noch etwas draussen, es ist angenehm kühl geworden. Danach ab in die Stube und arbeiten, ich zumindest. Die Hunde bellen immer lauter, es ist kaum auszuhalten. Hier bleiben wir keine weitere Nacht.

23. Oktober 2018 – Payson, Arizona

Es hat geregnet und geregnet und nochmals geregnet. Dabei ist die Wetterprognose für heute blauer Himmel und warm, doch es ist weder noch! Es ist kühl, wir möchten heizen, aber Furny will wieder einmal nicht wie wir wollen. Liegt es doch an der etwas niedrigen Batteriespannung, die Fachleute werden es uns in ein paar Tagen wohl sagen können. Leider müssen wir unsere Pläne ändern, noch einen Tag hier zu verweilen bringt nicht viel, wir brauchen Strom und ein anständiges Internet, Probleme schweizerisch-administrativer Natur sind zu lösen. Einen Zivilstandsausweis (Eheschein) müssten wir der Bank präsentieren bevor diese das Pensionskassengeld rausrückt. Dafür entfalle die notarielle Beglaubigung…… So verabschieden wir uns von den zwei lieben Menschen und ‘drohen’ ihnen, nächstes Jahr wieder auf der Matte zu stehen. Die Fahrt rüber/rauf nach Payson kann losgehen. Der Himmel schwärzer als schwarz, Regen eine Sache von wohl nur wenigen Minuten. Doch der Himmel hält, wir schaffen es fast bis zu unserem Ziel. Die durchfahrene Landschaft ansprechend, recht einsam und meist in luftiger Höhe, 2,100 Meter keine Seltenheit. Erster Halt, wie meist, bei Walmart. Doch zuerst gibt’s Lunch, mit knurrendem Magen soll man/frau nie einkaufen gehen. Die Sales Tax hier stattliche 9.6%! So kaufe ich nix, eine neue Festplatte kriege ich in der CH günstiger. Dann noch anderthalb Meilen durch das geschäftige Städtchen (pop. 15,500, elev. 1,500 Meter) und der heutige Übernachtungsort ist erreicht. Payson Campground and RV Resort nennt sich das Etablissement, hart an der Durchgangsstrasse. Doch die Sites sind etwas zurückversetzt, der Lärm, wie sich später zeigt, hält sich in Grenzen. USD 42.30 (dank Good Sam) kostet der Spass, geboten werden nicht mehr so neue Facilities in knapp genügender Anzahl, ein einigermassen ebenes Kies/Sand-Site und ein mittelmässig bis langsames WiFi. Unter dem Stricht ergibt dies bei uns ein ‘überzahlt!’ Ach, fast hätt ich es vergessen: die Nachbarn…..recht oder schon zu nahe. So, wir müssen uns um unsere Ehe kümmern, resp. den Beweis liefern, dass wir überhaupt noch verheiratet sind. Wir bestellen online in Küsnacht (Ort der Trauung) einen Zivilstandsnachweis für CHF 30, dies sollte reichen. Draussen wird das Wetter nicht besser, immer noch ist es schwarz und eher ungemütlich, wir sind hier auf etwas über1,500 Meter. Am späteren Nachmittag beginnt es dann richtig mit Blitz und Donner und erneut sehr, sehr viel Wasser. Bratkartoffeln und geschnetzeltes Schweinefilet lassen uns das lausige Wetter vergessen, es gibt auch noch etwas Musik damit wir den Regen weniger gut zu Ohren bekommen.

21. und 22. Oktober 2018 – Sedona, AZ

Die Güterzüge, praktisch im Minutentakt! Wirklich kaum zu glauben geschweige denn auszuhalten. 13° zu 20°, die Temperaturen, letztere natürlich nur Dank Heaty Logan. Ich mache mich nochmals auf in die nähere Umgebung, die Südwestwolken hängen bereits (oder immer noch) am nicht über jeden Zweifel erhabenen Himmel. Trotz des eher rustikalen Zustandes der Duschen benützen wir diese, bezahlt ist bezahlt. Dann klären wir die Sache mit dem verschobenen Flug von Scoot, auf e-mails wird bei dieser Billigairline nicht reagiert, aber drei Wochen warten ist doch etwas zu viel verlangt. Die Fahrt kann losgehen, zunächst ins wirklich verschlafene Dorf, ich brauche noch Knopfzellen für den kleinen Passwortgenerator der UBS. USD 3 das Stück und dies im Family Dollar Store, nicht extrem günstig, aber ohne geht’s leider auch nicht. Nun aber ab auf die Interstate 40, ostwärts natürlich die Richtung. Die Gegend bleibt mittelprächtig langweilig bis einigermassen interessant. Die Trucks donnern uns wieder um die Ohren und natürlich auch der starke RV Verkehr, das Grand Canyon fast schon in Sichtweite….. In Williams machen wir einen längeren Stopp, Kurzeinkauf bei Safeway gefolgt von einem längeren Aufenthalt auf dem Parkplatz, ein Zopf muss gebacken werden. Es folgt Lunch, ebenfalls hier vor dem Safeway, die Leute denken wohl, wir campieren hier. Nun aber weiter Richtung Flagstaff, der grössten Stadt (pop. 66,000, elev. 2,100 Meter) weit und breit. Doch es gibt keinen Halt, wird sind etwas spät dran, wollen/sollen wir doch um 14:00 Uhr unten in Sedona eintrudeln. So wechseln wir nahtlos rüber auf die Interstate 17 Richtung Moloch Phoenix. Lange bleiben wir in der Höhe immer über 6,000 Fuss, erst bei den ersten knallroten Felsen bei Sedona geht kräftig in die Tiefe. Die richtige Ausfahrt kommt, die Strasse #179 soll uns rauf/rüber nach Sedona (pop. 11,500, elev. 1,320 Meter) bringen. Wir lieben diesen eher snobige Nobelort nicht sehr, aber wir wurden ja eingeladen, hier zwei Tage zu verbringen. Unser Ziel ist schnell erreicht/gefunden, es liegt in einem ‘Vorort’ mit Namen Village of Oak Creek. Keine Mobil Homes hier, alles sauber und piekfein. Vorauf haben wir uns hier nur eingelassen? Die beiden älteren Leute, unsere Gastggeber, hatten wir vor über zwei Monaten oben im Yellowstone NP kurz getroffen. Wir hatten ihnen unseren Parkplatz ‘vermacht’, wir wechselten kaum zwei, drei Sätze, wurden aber runter nach Sedona eingeladen. Also hier sind wir! Die Adresse finden wir ohne Probleme, die Leute wohnen draussen, hart an der Grenze zum Coconino National Forest, die Aussicht auf dunkelrote Felsburgen unbeschreiblich. So haben wir uns eigentlich Sedona vorgestellt, aber nie gefunden, resp. wohl nicht hart genug gesucht. Das Haus/Studio ein Riesending, aber nicht protzig.  Michael ‘DL’ Coleman und seine Frau Sheri begrüssen uns wie alte Bekannte. Hier sind die Schlüssel für unseren Wagen, ihr müsst nicht mit dem Camper rumkurven. Dort könnt ihr euer Mobil hinstellen. Dies und das gibt es hier anzuschauen, falls ihr etwas braucht, einfach anklopfen. Dann verschwinden die beiden wieder in ihrem riesigen Haus und wir sind alleine und sprachlos. Doch die Landschaft ist viel zu schön, um lange zu staunen, ich renne los in die Sandsteinlandschaft. Motive hat es in Hülle und Fülle. Der Star hier wohl ganz klar der Cathedral Rock. Knallrot und imposant thront er gleich hinter dem Haus in den schwarzen, düstern Himmel, wunderbar! Ich mache viel zu viele Bilder. Nach einem ersten Glas Apéro kann mich nicht einmal mehr der Chardonnay halten, ich renne wieder los, das Licht nun wunderbar warm, die Farben richtig kitschig, aber echt, nicht Photoshop! Erschöpft bin ich kurz vor dem Abendessen wieder im Camper. Heute fleischlos: Pasta! Es ist wunderbar ruhig hier draussen. Aber richtig warm ist es deswegen auch nicht. Doch es geht ohne Furny.

 

Haben sehr gut geschlafen, es hat etwas Regen gegeben und diverse, aber interessante Wolken hängen am Himmel. So renne ich nach dem Morgenessen erneut los, rauf in die nahe Sandsteinlandschaft. Danach nehmen wir den Wagen von Sheri, ein Suzuki Vitara mit 127,000 Meilen auf dem Buckel und kurven die paar holprigen Meilen runter zum Parkplatz für die Wanderung zum äusserst beliebten Aussichtspunkt auf den Cathedral Rock. Sagt man Sedona, meint man/frau diesen Anblick: der Oak Creek und eben diesen markanten Felsen. Auf jeder Broschüre über Sedona findet man dieses Bild. Eintritt USD 5, mit Annual Pass natürlich kostenlos, doch unser Pass ist in unserem Auto und nicht hier im Suzuki. Also wird bezahlt und auch gleich losgewandert. Das Wetter eher schlecht bis mies und der Star hier leider im extremen Gegenlicht. Tatsächlich ist die Szenerie extrem schön/fotogen und der Besucherandrang gleich Null (wie’s jedoch am Abend bei gutem Licht aussieht, wissen wir nicht). Wir nehmen nun den Baldwin Loop unter die Wanderschuhe, ein einfacher Wanderweg durch phantastisch schöne Landschaft. Ich muss mein Urteil über Sedona wirklich revidieren, hier hinten (Sedona ist noch ein ganzes Stück entfernt!) ist es wunderschön! Nach zwei sehr schönen Wanderstunden sind wir zurück auf dem nun vollen Parkplatz. Es geht ins nahe Dorf, Village of Oak Creek. Hier statten wir dem einzigen Grocery Store, Weber’s mit Namen, einen Besuch ab. Der Laden hat hohe Preise, macht aber einen etwas lieblosen, fast schon heruntergekommenen Eindruck und dies in einer solch noblen Gegend. OK, es geht ‘nach Hause’. Ausruhen ist angesagt und am späteren Nachmittag, resp. frühen Am frühen Abend bin ich wieder oben bei den Sandsteinen. Das Licht heute nicht mehr so knallig und satt wie gestern, es hat zu viele Wolken. Trotzdem bin ich sehr zufrieden und schaffe es zur Apérozeit zurück zu sein. Um 18:00 Uhr marschieren wir die paar Meter zu unseren Gastgebern Michael und Sheri rüber, ein Abendessen und viel Geplauder/Gelächter warten auf uns. Der Abend wird sehr, sehr schön, die beiden sehr interessante Leute, das Essen gut und auch der von uns mitgebrachte Wein entpuppt sich als mehr als nur trinkbar. Hier zu wohnen, wäre schon was, das Haus ist riesig, aber natürlich zur Hälfte eine Bildergalerie. Michael malt seit 40 Jahren, vorher bei Arthur Andersen tätig. Um 23:00 Uhr ist Schluss, wir verkriechen uns in den nicht eben sehr warmen Camper. Ziemlich bald ist definitiv Sendeschluss für heute.

 

20. Oktober 2018 – Seligman, Arizona

Wieder ist die Temperatur ein ° höher, so lassen wir Furny in Ruhe. Es heisst Abschied nehmen, wir müssen nochmals kommen, die Gegend ist soooo schön!

Wir wollen Las Vegas meiden, so kurven wir auf der Strasse #167 durch absolut einsame Landschaft, die ersten paar Meilen relativ langweilig, dann wird’s aber wieder Scenic. Auch hier könnte man durchaus einen State Park einrichten, schöne Landschaft hat es genug. Wir erhaschen dann und wann einen Blick auf den Lake Mead, heisst doch diese Strasse auch etwas übertrieben Lakeshore Drive. Da und dort könnte man/frau, falls ein Boot im Schlepptau, runter an den See kurven. Die Strassenführung nun neu, wir fahren nicht mehr über den altehrwürdigen Hoover Dam (221 Meter hoch, der aufgestaute Lake Mead soll ein Fassungsvermögen von 37.3 Milliarden m3 haben, etwas grösser noch als der Lake Powell). Der Stausee dient unter anderem der südkalifornischen Trinkwasserrversorgung, Kunden hat’s dort ja mehr als genug. Nun führt die Strasse unmerklich in die Höhe, die Landschaft anfangs recht imposant, rechts unten sieht man den Colorado durch eine wilde Schluchtenlandschaft fliessen. Es wird einsamer, nicht jedoch auf der Strasse #93, der Verkehr sehr dicht. Die Gegend wird nun recht langweilig, Kingman scheint immer noch unerreichbar weit weg zu sein. 214 Meilen die heutige zurückzulegende Distanz! Endlich erreichen wir  besagte Stadt, welche in den letzten Jahren doch kräftig gewachsen zu sein scheint. Anfang der 90er Jahre wohnten hier knapp 15,000 nun bereits an die 30,000! Es findet sich ein sehr anständiger Safeway und wir machen Lunchpause. Dank Fuel Points von Safeway kriegen wir 20 Cents Rabatt auf das von ihnen vertriebene Benzin. Allerdings gilt der Rabatt nur für 25 Gallonen, aber immerhin USD 5 ‘gespart’. Weiter geht’s nun durch die wildromantische Gegend der Route 66 Nostalgiker. Die Landschaft weit und offen, der Himmel mit tiefhängenden Südwestwolken verziert. Nicht die langweiligste Gegend, muss ich eingestehen. Wir sind nun auf der Interstate 40 (4,110 km lang, von North Carolina bis Barstow, Kalifornien. Man/frau sieht sehr viele Out-of-State Fahrzeuge aus dem Osten der USA. Die Lastwagen dürfen hier nur noch 75 und nicht 80 Meilen wie oben in Utah brettern. An den diversen Steigungen bleiben die ach so pfeilschnellen Riesendinger jedoch kläglich hängen. Die Autobahn steigt in die Höhe, wir kommen den mächtigen Wolken immer näher. Am späteren Nachmittag erreichen wir Seligman (Betonung, wie man uns später sagt, auf dem i). Die üblichen Angaben: pop. 415, elev. 5,242’. Benannt ist dieser Ort nach Jesse Seligman, geboren in Baiersdorf, Bayern, einem Bruder des bekannteren Joseph Seligman (Banker, etc., etc.) Wikipedia weiss Bescheid. Wir quartieren uns auf einem eher älteren KoA ein, der Spass bringt uns um etwas über USD 36. Geboten werden altersschwache Facilities, noch aus den Heydays der Route 66 wahrscheinlich, das WiFi langsam aber stabil und das Beste im Angebot: praktisch ununterbrochener Güterzugsverkehr. Die Schienen wenige Meter nur hinter dem ziemlich leeren Campground. Zumindest hupen die schweren Dieselloks (meist 6 pro Zugskomposition) nicht, aber der Krach ist trotzdem an der Grenze des Erträglichen. Ich versuche noch etwas die Stimmung (…nicht unsere!) hier einzufangen, der Himmel wirklich dramatisch und die Gegend einsam, hier wohnen zu müssen…..bitte nicht! Der Abend kommt, doch die Ruhe lässt auf sich warten. Ein vorzügliches Spargelrisotto heitert die lärmgeplagte Stimmung etwas auf.

16. bis 19. Oktober 2018 – Valley of Fire, Nevada

Das Wetter ist gut, die Temperatur im Steigen begriffen. Wir räumen das Feld und kurven nun ins 70 Meilen entfernte Feuertal, quasi vor den (erweiterten) Toren von Las Vegas. Der Verkehr auf dem Freeway natürlich stark, es dominieren Lastwagen. Der Himmel nun leider nicht mehr ganz so schön, Wolken segeln von Süden heran. Wie letztes Jahr verlassen wir die Rennbahn bei Exit #93 und kurven auf der Strasse #160 Richtung Overton, diverse Dörfer werden durchfahren, da und dort ein paar  schöne Anwesen, aber da und dort auch ziemlich viel eher heruntergekommene Behausungen. Gleich zwei Mormonenkirchen passieren wir, sind ja auch noch sehr nahe bei Utah. Die Gegend eher langweilig, der Himmel jedoch immer düsterer oder interessanter, je nach Standpunkt. Der Eingang zum State Park ist erreicht, USD 10 Eintritt wären fällig, vor Ort zu bezahlen, es sein denn, man/frau campiert im Park. Wir haben dies vor und so müssen wir den Gesamtbetrag von USD 20 am Campingplatz abliefern. Nun wird die Gegend höchst Scenic, eine wahre Augenweide, überall rot und röteste Felsen aller Formen: herrlich! Wir versuchen unser Glück zuerst auf dem Atlatl Camping, oberhalb ‘unseres’ normalen Arch Rock Campings. Alle Sites bereits in Beschlag genommen, besonders natürlich diejenigen mit Strom (+ USD 10), also doch runter. Hier findet sich ein sehr gutes Plätzchen, wenn auch die Auswahl erstaunlicherweise nicht sehr gross ist. Lunch ist fällig, sehr gutes Baguette und Roast Beef, gestern bei Smith’s erworben. Dann marschieren wir los, raus in die wunderschöne und nun immer dramatischer wirkende Steinlandschaft. Wie es das Schicksal, ohne meine Dummheit so will, gehe ich ohne Kamera auf Wanderschaft. Dies bereue ich bereits nach wenigen Minuten. Ich lasse mir ausser einem leicht enttäuschten Gesichtsausdruck, nichts anmerken. Ich muss mich wiederholen: die Landschaft ist stark, sehr stark! Wie ein ‘konzentriertes Utah’, alle schönen Dinge auf recht kleinem Raum. Ich wollte eigentlich den Pagoda Arch suchen/finden, aber werde nicht fündig oder ich weiss es einfach nicht. Diverse kleinere und mittlere (keine grossen) Steinbögen bekommen wir zu Gesicht. Nach einer Stunde sind wir wieder zurück. Kurzes Ausruhen meinerseits und nun mache ich mich los auf Fotopirsch. Der Himmel ist zum Glück immer noch sehr dramatisch, dunkler Himmel und dunkelrote Sandsteingebilde. Wie in Utah, nur leicht anders! Ich ‘entdecke’ diverse weitere Steinbögen und glaube nun auch den Pagoda Arch gefunden zu haben. Ziemlich weit oben steht ein filigraner Arch, also nichts wie rauf, nicht ganz einfach allerdings. Ob dies wirklich der gesuchte Arch ist, ich weiss nicht, fotogen ist er allemal. Wie lange hält dieser Steinbogen noch, so wie es aussieht keine 10 Minuten! Höchst zufrieden trabe ich nach Hause. Der Camping ist mittlerweile voll, sehr viele grosse 5th-Wheels machen sich heute hier breit, letztes Jahr waren die Mietcamper die Platzhirsche. 5th-Wheel heisst meist auch Generator und so knattert es auf dem unteren Teil des weitläufigen Platzes ganz ordentlich. Spaziert man/frau an diesen Riesendingern vorbei, sieht man natürlich drinnen den Fernseher flimmern! Der Abend wird einigermassen ruhig, nebenan hat es drei Burschen, die sich halt mehr oder weniger laut unterhalten.

14° drinnen und draussen. Um 8:45 Uhr treffen die ersten Sonnenstrahlen auf die Solar Panels und die Batterien werden aufgeladen. Es hat zwei Mal in der Nacht sanft geregnet, nun ist der Himmel meist blau, doch hartnäckige Restwolken hängen immer noch herum. Wir wollen heute den Pinnacles Trail abspulen, Tür zu (selbiger) Tür 5.5 Meilen. Der Weg ist sehr schlecht markiert, aber besser als letztes Jahr. Man/frau hat nun gelbe ‘Caution’ Bänder an grössere Sträucher gewickelt und so wird die Orientierung einfacher. Trotzdem verlaufen wir uns dann und wann, ist aber nicht weiter tragisch. Die Pinnacles erscheinen hinter einem Hügel, der Weg führt mitten durch, sehr schön! Danach immer in einem ausgetrockneten Bachbett in die Ebene, doch diesmal passen wir auf und finden den richtigen Weg zurück, eigentlich gut markiert, würde man/frau genau hinschauen, aber die Landschaft um uns herum ist viel interessanter als eine doofe Markierung am Wegesrand. Am Schluss verlaufen wir uns noch einmal kurz, dies in Sichtweite des Zieles, aber Fährtenlesen ist nicht jedem gegeben. Etwas abgekämpft (5.5 Meilen) erreichen wir unser Ziel. Lunch ist fällig! Dann etwas ausruhen, der Platz, zumindest hier oben, scheint ruhiger zu sein als gestern. Wir haben neue Nachbarinnen, diese beiden Damen sehr unauffällig und leise. So werten wir Site #23, ‘unseres’, als sehr gut, Sonne relativ früh am Morgen und bis relativ spät am Abend. Andere Sites sind dann schon (oder noch) längere Zeit im Dunkeln. Allerdings ist dieser Platz wohl im Hochsommer denkbar ungeeignet. Vor dem Apéro mache ich nochmals eine Expedition rauf zum gestern ‘entdeckten’ Arch. Es ist heute einiges wärmer, die Kraxlerei bringt mich mächtig ins Schwitzen. Der filigrane Steinbogen ist erreicht und wird auch sofort abgeknipst, auch heute steht er noch, aber ich frage mich wirklich, ob er noch eine Saison ‘durchhält’. Zurück geht’s auf der Diretissima, steil runter ins nächste Tal hinter den beiden Campingplätzen. Es findet sich dann auch ein Durchstich zurück zum vollen Arch Rock Campground. So bin ich noch vor Apérobeginn daheim. Abends dann Rindsfilet vom Grill, aber diese zwei Stücke Fleisch sind mit Sicherheit keine Filetstücke, eher wohl London Broil, oder dann war das Rind schon sehr, sehr alt. Ein Schritt näher zum Vegetarier, sage ich mir. Der Abend wird wunderbar ruhig in unsere Ecke oben, unten ist schon mehr los, aber dies dringt nicht zu uns rauf.

Wieder 14° zu 14°, wir wagen Furny um Wärme zu bitten, doch er will nicht, wieso, warum, wir wissen es einfach nicht. Doch es wird auch ohne Heizung schnell erträglich. Heute wollen wir raus zu den White Domes und dort den Prospect Trail unter die Füsse, bzw. Wanderschuhe nehmen. Die Fahrt knappe 10 Meilen, aber eine Augenweide, die Landschaft ist einfach obersappertonihaft schön! Wir sind früh dran, es hat noch genügend Parkiermöglichkeiten, war auch schon mal anders…. Nun geht’s los in die wunderschöne Steinlandschaft. Einfach herrlich hier draussen! Das Wetter perfekt, blauer Himmel und angenehm warm mit Tendenz zu heiss. Der Wanderweg findet sich ohne Probleme, führt er doch meist einem sehr steinigen Bachbett entlang. Pardon, aber ich muss die Landschaft nochmals loben: wie ein konzentriertes Utah, alles ist vorhanden: weisse Sandsteinschlösser, ein Slot Canyon, rote Sandsteinfestungen und Steinbögen wohin man sieht! Das Marschieren ist allerdings recht anstrengend, die grossen Steinbrocken fordern Konzentration, ein Fehltritt und….. Wir schaffen 5 Meilen, sehen das Ende des Wanderweges vor uns, aber diese halbe Meile lassen wir sausen, die Szenerie nun unter Herzinfarktniveau. Nach verspiesenem Lunch geht’s retour, diesmal gegen den schwachen, doch kühlen Wind. Es ist nun sehr angenehm durch diese Märchenwelt zu wandern. Dieser State Park rückt definitiv in die Top 10 vor! Es kann nach Hause gehen, natürlich ist der Camping voll, aber wir haben oben ‘bei uns’ wieder unsere Ruhe.

16° zu 16°: der Spätsommer meldet sich zurück. Der Himmel ist makellos blau, die Temperatur steigt. Heute fahren wir raus zum Südeingang des Parkes und wandern kurz um den sehenswerten Elephant Rock. Danach stolpern für noch ein wenig durch die wirklich immens schöne Steinlandschaft und kurven dann hoch, am Visitor Center vorbei, zum Fire Canyon Aussichtspunkt. Hier oben windet es kräftig, doch ich wage mich trotzdem an ein paar Panos. Das Licht nicht optimal, aber man nimmt, was man kriegt. Ein nächster Stopp und dann eine kürzere Wanderung zum Rainbow Vista Point steht an. Hier hat es, wie immer bis anhin, sehr viele Touristen. Der Blick am Ende der kurzen Wanderung runter in den dunkelroten Fire Canyon eindrücklich, doch ohne Kamera gibt’s auch kein Foto. Ein weiterer Stopp: das sehr schön aufgemachte Visitor Center. Nun aber kurven wir zurück auf unser Site Nummer 23. Ausruhen muss auch mal sein.Es ist Freitag und der Laden schon längst voll, trotzdem kurven unentwegt Optimisten auf der Suche nach einem Site durch den engen Platz. So auch ein Riesen 5th-Wheel (40’) gezogen von einem aufgemotzten Ford Pick-up. Trotzdem schafft der Mann es nicht, die kurze steile Passage zu uns rauf zu kurven. Er versucht es einige Male, immer mit weniger Erfolg, die Gravel Road wird immer ‘zerschliessener’. Der Wagen dreht ständig durch und gräbt sich in den weichen Untergrund. Nach einer Viertelstunde gibt sich der Mann geschlagen und muss rückwärts den Ort des Geschehens verlassen. Man/frau könnte ja vorher schnell zu Fuss (!) die paar Meter abmarschieren und dann entscheiden, ob’s passt oder nicht. Ruhe kehrt wieder ein. Hier sind wir, ginge es nur nach mir, nicht das letzte Mal gewesen. Abends gibt’s Wagyu Burger vom Grill, sehr schmackhaft. Die vier Tage hier ein voller Erfolg.

11. bis 15. Oktober 2018 – Auf dem Weg ins Valley of Fire, Nevada

Es regnet und regnet und regnet! Das Frühausstehen ist ersatzlos gestrichen. Die Wolken hängen sehr tief oder ist dies Nebel? So ein Schw….wetter! Habe ich die tiefe Temperatur schon erwähnt? Aber wir sind hier auf 1,800 Meter und der Herbst oder bereits Frühwinter kennt kein Pardon. Doch ein letzter Blick hinab auf den Colorado sei uns gegönnt, wir fahren kurz an den Aussichtspunkt raus doch es ist nix mit Aussicht, alles tief in Nebel/Wolken gehüllt! Nun also definitiv Aufbruch, es soll runter nach Green River gehen, etwas über 60 Meilen. Es regnet immer noch, sei angemerkt. So wird die Fahrt durch eigentlich ansprechende Landschaft eher triste. In Green River treiben wir zuerst Propan auf, hatten in der letzten Zeit sehr oft Furny um Wärme gebeten. Fündig werden wir bei ACE Hardware im ‘Downtown’ Green River, einer immer noch sehr heruntergekommenen Städtchen von knappen 1,000 Einwohner auf etwas über 4,000 Fuss angesiedelt. Bei ACE finden wir auch noch zwei sehr gute Leveler, nicht ganz billig (USD 42), aber die gelben Dinger kommen robust daher. Es geht auf den nahen Shady Acres RV Park, hier kriegen wir für 42 ein Strom/Wasser Site in relativ ruhiger Umgebung, das WiFi unbrauchbar. Aber ich habe ja hunderte von Bilder, die ich sichten/löschen muss, es wird mir sicher nicht langweilig werden. Das Wetter ist schlecht und bessert sich zum Abend hin nur sehr ungern. Doch morgen soll es gemäss den Wetterfröschen wieder blau sein, die Temperatur jedoch noch immer im unteren Bereich.

 

 

Dichtester Nebel! Ist es November und sind wir bereits in der Schweiz? Es ist kalt, doch kein Regen scheint auf dem Programm zu sein. Der Nebel lichtet sich und ein blauer Himmel lacht auf uns herab. Hätten wir doch oben im Canyonlands ausharren sollen? Doch die tiefe Temperatur lässt unseren gestrigen Entscheid als richtig erscheinen. Wir machen uns auf die Räder, tanken vorher noch um drei Cents vergünstigtes Benzin nebenan (Camping, Blimpie und Tankstelle wohl unter einer Leitung). Über und an den Book Cliffs hängen Wolken, sehr eindrücklich, aber auf der Autobahn anzuhalten leider nicht möglich. Der Verkehr donnert mit satten 80 Meilen über die Fernstrasse. Die Gegend wird immer einsamer, das nächste Benzin erst wieder nach über 100 Meilen zu haben. Dafür wird der Landschaftseindruck ein Hammer. Der Durchstich durch das San Rafael Reef, resp. oder die Fahrt rauf aufs San Rafael Swell ein absoluter Traum. Die Steinlandschaft allererste Sahne! An einem der recht zahlreichen View Points machen wir einen längeren Stopp, nach 150 Bildern bin ich glücklich zurück im Camper. Der Nebel hat sich nun verzogen, die Szenerie weniger dramatisch, aber immer noch ausgezeichnet schön. Es tauchen, nicht unerwartet, die ersten verschneiten Berge auf, hat es noch in der näheren und weiteren Umgebung zahlreiche über 3,000 Meter hohe davon. Das San Rafael Swell ist durchfahren , es geht in die Tiefe, nun sind die Gegend aus wie unten im Capitol Reef, unglaublich!

 

Weiter in die Tiefe, es geht Salina entgegen, die Strasse folgt nun einem Canyon, dessen Name mir leider unbekannt bleibt, das Kartenmaterial ist für diese Gegend hier recht dürftig. Einen längeren Halt machen wir erst in Ritchfield (pop. 7,500, elev  5,350’). Diese Stadt kommt recht hübsch und aufgeräumt daher, was hier genau abgeht, verdienstmässig, meine ich, muss ich noch in Erfahrung bringen. Ich nehme einmal an Farming ist hier das grosse ‘Ding’. Es findet sich, etwas ausserhalb, hart am Freeway, ein nagelneuer Walmart, nein ein Walmart Supercenter sogar. Doch zuerst gibt’s Lunch, wie sooft auf einem Parkplatz. Dann stürmen wir den riesigen und sauberen Konsumtempel in dem sicherlich 80% der Ware aus China kommt. Das Handelsbilanzdefizit mit China im September, trotz massiven Strafzöllen, auf Rekordniveau. Aber jemand bestellt ja hier in den USA die Ware aus China, warum wird nicht hiesige Ware gekauft? Weiter geht die Fahrt, noch sind es 60 Meilen bis Beaver, unserem Tagesziel. Die Landschaft nun eben ‘normal’, da und dort verschneite Bergketten, dazu ein sehr blauer Himmel, aber mit der Wärme will’s nicht so richtig. Die Interstate #70 endet im Nichts, resp. mündet in die von Norden kommende Interstate #15, nun geht’s südwärts, es wird aber leider nicht viel wärmer. Beaver ist erreicht (pop. 3,000, elev 5,900’) und wir kurven durch das verschlafene Dorf. Der auserwählte Beaver Canyon RV Park findet sich, die Anlage kommt sehr speziell daher, nicht neu, aber mit einem eigenen Charme. Die Facilities sehr sauber, der Preis: USD 27 für Full Hook-up, allerdings kein WiFi. Der Platz praktisch nur von Dauermietern besetzt, aber bis jetzt ruhig. Und er bleibt es auch, die Temperatur sinkt nach Sonnenuntergang, der nun immer früher wird (19:00 Uhr). Aber wir haben ja Heaty Logan!

 

Es ist erstaunliche, fast schon unglaubliche und total unerwartete 2°! Doch Heaty Logan hält und schön warm. Das Wetter ist perfekt, keine Wolke am blauen Himmel. Wir verlassen diesen gar nicht so schlechten Platz, merken uns diesen für einen weiteren Besuch vor. Schnell sind wir auf der Rennbahn, auch I15 mit Namen und lassen uns die Autos, Pick-ups und natürlich Trucks um die Ohren donnern, 80 mph sind erlaubt. Die Fahrt in wärmere, tiefere Gefilde zieht sich in die Länge, es will und will nicht runtergehen. Cedar City ist erreicht, 30,200 Einwohner und immer noch auf 5,800 Füssen. Weiter geht’s, linkerhand tauchen immer mehr verschneite Berge auf, dort oben ist auch Brian Head ein Skigebiet und natürlich auch das Cedar Breaks National Monument, 3,000 Meter und höher! Langsam tauchen die ersten Vorstädte (-orte wäre untertrieben) von St. George auf. Nun geht’s endlich in die Tiefe, die Stadt liegt noch auf 820 Meter über Meer, hoffentlich ist es auch einiges wärmer. Ein Halt, wie so oft, gilt einem Walmart. Tatsächlich, beim Aussteigen weht uns ein merklich wärmeres Lüftchen um die noch kalten Ohren. Nach Kleineinkauf, den grossen verschieben wir über die Grenze nach Mesquite, Nevada, bunkern wir noch erstaunlich günstiges Benzin für USD 2.99 die Gallone. Weiter südwärts, sind wir doch erst in der Vorstadt Washington mit selber über 25,000 Einwohner. Der Verkehr nimmt von Minute zu Minute zu, hier hat wohl jedermann/frau zwei Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strasse. Es naht die Grenze zu unserem ‘Heimatstaat’ Arizona. Nun wird die Landschaft mächtig eindrücklich, die Virgin River Gorge. Sandsteinburgen und –festungen von monumentalsten Ausmassen präsentieren sich hier dem durchrasenden Automobilisten, View Points in der engen Schlucht sind rar und der Campingplatz, letztes Jahr kurz inspiziert, lädt nicht zum Verweilen ein. Nochmals: grandios hier unten! Dieser Streckenabschnitt soll einer der teuersten des ganzen Interstate-Strassensystem gewesen sein (Wikipedia). Schnell sind wir leider raus und wieder in der langweiligen Ebene, doch die Höhe, resp. Tiefe bleibt, knappe 580 Meter sind’s noch. Wir erreichen die Ausfahrt zum Dorf Littlefiled, der angepeilte Camping liegt jedoch auf der anderen Strassenseite beim Beaver Dam (wo ist der Fluss?). Chief Sleep Easy RV Park nennt sich die Snowbird Anlage. Sehr gut belegt oder bis unters Dach voll, gut, haben wir eine Reservation. Eine Nacht will mit bescheidenen USD 30 abgegolten sein. Die Gegenleistung kann sich sehen lassen: erstklassige Facilities. Das WiFi manchmal gut, manchmal weniger. Das Klima: herrlich! Endlich wieder warm und trockene Luft. Die Sites sind relativ nahe beieinander, doch, ausser einem neurotischen Köter, ist es recht ruhig hier draussen, 10 Meilen östlich der Seniorenwohn- und Spielerstadt Mesquite. Abends kühlt es sanft ab, wir brauchen keine Heizung, das Camperleben macht wieder mächtig Spass.

Die Nacht war ruhig und kühl, so kühl (16°), dass wir uns erlauben, kurz die Gasheizung in Betrieb zu nehmen. Draussen wird es langsam Sommer, doch heute soll es einiges kühler werden, ein mächtiger Sturm in im Anmarsch, dieser von Mexico. Wir haben beschlossen, noch weitere zwei Nächte hier zu verweilen. Drüben im Valle of Fire soll es bewölkt sein und ein heftiger Wind toben. Auch hier frischt der Wind am Nachmittag auf, aber es bleibt immer noch angenehm spätsommerlich, so, wie wir es eben mögen. Viel unternehmen wir fitnessmässig nicht, ein paar Mal zu den schönen Facilities rüber, immerhin an die 200 Meter pro Weg und natürlich die Verdauungsrunde nach erfolgtem Abendessen. Das Wetter heute im Dead Horse Point: Partly Cloudy, Temp. max. 6°, Feels Like 1°, min. -3°!! Nein Danke! Laramie, Wyoming: max. -7°, min. -18°! Momentan macht die Klimaerwärmung, zumindest im Westen der USA, eine Pause.

Der Winter holt uns ein: 9° draussen! Drinnen natürlich dank Heaty Logan bereits 20°. Heute ist ein Einkaufsausflug drüben in Nevada auf dem Programm. 10 Meilen pro Weg kann frau/man verantworten ohne von den Grünen als Umweltsünder abgestempelt zu werden. Zum Ausgleich für das ‘verjubelte’ Benzin ist der Yellow Tail extrem günstig: USD 4.30 plus Tax! Leider haben dies auch schon andere Leute bemerkt und so hat es gerade noch Shiraz und CS in den sonst übervollen Regalen, alle anderen Sorten sind ratzeputz weg! Nur Benzin ist hier in Mesquite alles andere als günstig, unter USD 3.30 gibt’s nix. Mehr haben wir hier in Klein Las Vegas nicht zu suchen, die diversen Kasinos ziehen uns nicht rein, wir können unser Geld auch anders ausgeben. Es geht wieder zurück nach Arizona. Das Wetter ist gut, der Himmel blau, doch der Wind immer noch empfindlich kühl, aber wir beschweren uns nicht. Auf dem Snowbird Camping herrscht immer noch eine wohltuende Ruhe, man/frau kann es hier gut aushalten, wenn es auch recht schnell langweilig wird, viel gibt’s hier ja nicht zu tun. So vergeht auch dieser Tag im Nu und bald wartet der Apéro auf uns. Abends wird ein Thai Bison Stew serviert, das Fleisch heute morgen bei Smith’s erworben. Mageres Fleisch, kein Fett, aber natürlich auch nicht butterzart.

 

9. und 10. Oktober 2018 – Dead Horse Point SP, UT

Zumindest gab’s keinen Regen in der Nacht, aber der Himmel schaut immer noch himmeltraurig drein! Es ist recht kühl, zu kalt für unseren Geschmack. Es soll heute rauf in den Dead Horse Point State Park gehen, 32 Meilen von Moab entfernt. Die Fahrt, nicht durch die hektische Stadt natürlich, immer sehr schön, das Wetter immer auf der Kippe: wird es besser oder noch schlechter? Wir wollen jedoch nicht schon auf den Tote Pferd Camping, sondern etwas weiter rein in den Island in the Sky District des Canyonlands NP. Die Warteschlange an der Zahlstation (USD 30 Eintritt) war auch schon kürzer. Vorbei geht’s am immer vollen Parkplatz beim Visitor Center, wir wollen raus zum Green River Overlook beim Willow Flat Campground, 13 Meilen ab Visitor Center. Die Stimmung dramatisch, tiefhängende dunkle Wolken über der grandiosen Green River Landschaft 600 Meter unter uns. So müssen ein paar Fotos her. Der Besucherandrang auch hier übrigens recht stark, aber wer kann es den Leuten verwehren….. Weiter geht die Fahrt, nun raus zum Grand View Point Overlook, 9 Meilen von hier. Natürlich finden wir keine Parklücke am extrem betriebsamen Aussichtspunkt, war ja auch zu erwarten. Doch wenige Meter davor hat es einen weiteren, kleinen Parkplatz beim Orange Cliffs Overlook. So, nun marschiere ich los in die schöne Landschaft und mache, einmal mehr, viel zu viele Bilder, aber die Landschaft gefällt mir auch nach 38 Jahren noch (oder immer mehr)! Man/frau trifft sich wieder im Camper, ein Mittagessen wird serviert. Nun kurven wir wirklich zu unserem eigentlichen Ziel, dem Dead Horse SP. Eintritt ist USD 20 pro Tag, wer campiert wird noch einmal um USD 20 erleichtert. Wir kriegen unser Tag für die Windschutzscheibe, müssen aber morgen im Visitor Center einen neuen holen, da wir ja von Site #8 auf #21 wechseln werden. Nein, es geht noch nicht auf den Camping (wir sind wieder auf dem alten, Kayenta genannten Teil) sondern raus zum extrem eindrücklichen Aussichtspunkt am Ende der Strasse, 2.5 Meilen vom Camping entfernt. Natürlich haben wir Gegenlicht, mit Fotos ist es also nicht weit her, aber trotzdem ist es hier einfach schön. Aber die Schönheit hat ihren Preis, der Aufenthalt doch etwas an der Schmerzgrenze, vor allem für Tagesbesucher: USD 20 pro Tage Eintritt! Nebenan im National Park gibt’s sieben Tage für USD 30. Allerdings sind hier die Facilities sehr sauber und gediegen. Ich renne rum, suche meinen Standort von letztem Jahr, werde aber, für mich nicht weiter verwunderlich, nicht richtig fündig, so entscheide ich mich für einen neuen. Nach dem Apéro kurven wir endlich zurück auf den Camping. Site #8 dann sehr schief, aber wir haben ja Levelers. Die Facilities hier sind noch eine ganze Spur besser, jedes WC für sich abgeschlossen, mit eigenem Lavabo, Seifenspender und Handtrockner. Der Abend wird kühl bis kalt, aber ruhig. Die Outdooraktivitäten etwaiger Mitcamper werden doch dank der tiefen Temperatur etwas gedrosselt. Ich bereite mich für meinen morgigen Einsatz vor, etwas wärmere Kleidung als auch schon scheint angebracht.

Sturm und Regen, miten in der Nacht! Aus dem Nichts begann der Wagen zu schaukeln und rütteln, regen trommelte unablässig aufs Dach. alle Fenster zu! Davon war nie die Rede…diese Wetterfrösche. Zumindest kann ich den Wecker ausschalten, ein nächtliches Fotoabenteuer entfällt. Heaty Logan beginnt um 5:30 Uhr mit seiner Arbeit, um 8:00 Uhr haben wir gemütliche 20° und draussen 5°, blauer Himmel und keine Wolke. Hätte doch aufstehen sollen! Zur Feier des überstandenen Sturms leisten wir uns die guten Würstchen von Gerda, dazu gebutterte Muffins, wenn schon sündigen, dann richtig. Etwas ratlos feilen wir am heutigen Programm rum. Draussen verschlechtert sich das Wetter wieder zusehends, auch ist es empfindlich kalt geworden. Der Nordwestwind, für den Nachmittag angekündigt, bläst schon jetzt. So bleiben wir im Park, kurven, nachdem wir ein neues Campingpermit vorne am Visitor Center gefasst haben, zum Aussichtspunkt raus. Wir sind nicht allein, doch wir finden einen Stellplatz für unser Gefährt und machen uns dann alsbald auf eine kürzere Wanderung dem Rim entlang. Die Aussicht runter auf die Sandsteinlandschaft grandios, das Wetter ziemlich kalt. Danach gibt’s bald Lunch in unserer warmen Stube und ich versuche mich durch den enorm angewachsenen Bilderberg zu kämpfen. Zwischendurch renne ich raus und lichte die nun gut sichtbaren, tiefverschneiten La Sal Mountains ab. Am späteren Nachmittag dislozieren wir auf den Camping zurück. Wir werden mit einem ‚Tag‘ für einen ganz anderen Namen an unserem Site #21 begrüsst. Was ist nun wieder los? Also runter ins Visitor Center und die Sache geklärt. Frau versichert uns, dass wir sehr wohl auf dem Site stehen könnten, der ‘falsche Name’ sei wohl noch der vom ‘Vormieter’ welcher storniert haben muss, andernfalls hätten wir den Platz so kurzfristig nicht ergattern können. Nicht ganz überzeugt, kurven wir noch zur Zahlstation raus und verlangen eine definitive Klärung. Alles in Ordnung! Wir nehmen den geerbten Platz in Beschlag, nicht ganz gerade, aber einiges weniger schief als Site #8. Der Himmel ist nun fast vollständig von Schleierwolken überzogen, dafür ist der kalte Nordwind weg, es ist marginal wärmer geworden. Nach dem Abendessen reicht es noch für eine kleine Platzrunde, dann machen wir die Schoten dicht. Heute scheinen hier wirklich alle 21 Plätze belegt zu sein, ob dies auch auf die 31 Sites oben auf dem Wingate zutrifft wissen wir nicht.