7. bis 10. August 2022 – Stanley Lake, Stanley, ID

1°, drinnen immerhin 9°. Furny tritt seinen schweren Dienst an, aber Heizung und Batterie schaffen das schon. Der Himmel makellos blau und die Luft klar wie selten. Wir brechen unsere Zelte ab und dislozieren rüber an den Stanley Lake. 13 Meilen und wir sind am Ziel. Natürlich hängt die Full Tafel, aber wir kurven durch den weitläufigen nicht reservierbaren Teil des Platzes und es werden etliche Site heute frei. Das Aufräumen dauert dann halt eine ganze Weile, nimmt man/frau doch den halben Hausrat oder auch mehr mit für ein Wochenende am See. Das erste Site wird nach einer Viertelstunde Warten geräumt und wir übernehmen es für die nächsten vier Tage. Der Preis: USD 20, dafür nur mit Pit Toilets und, zumindest unser Stellplatz, ohne Schatten. Wasser per Handpumpe und eine Dump Station gibt es weit und breit nicht. Die einzige uns bekannte bei der Stanley Ranger Station ist geschlossen. Es soll heiss werden, weiss die Camp Hostess(?) zu berichten, in der Nacht jedoch geht’s runter auf 6°, kein Grund zur Panik also. Wir marschieren runter/rüber zum Stanley Lake, das Ufer sehr gut belegt mit Badewilligen und Sonnenhungrigen. Motorboote sind auf dem See erlaubt, allerdings gibt’s ein Nachtfahrverbot zwischen 22:00 und 6:00 Uhr. Fischer, resp. ihre Boote, jedoch ausgenommen. Wir wandern weiter, die Elk Mountain Loop Road bietet sich an, ganz schon steil und staubig, so machen wir bald Schluss und dackeln heimwärts. Es steht ein Stellplatzwechsel an, die neuen Nachbarn lassen akustisch Ungutes erahnen und so dislozieren wir 200 Meter weiter nordwärts. Keine Wolken am stahlblauen Himmel und dies bleibt bis Sonnenuntergang so. Der Wind angenehm kühl. Der Abend wird einigermassen ruhig, die Action spielt sich noch weiter unten am Ende des Platzes ab.

7° zu 9°, Furny muss uns vor Unterkühlung retten. Wir schlafen zu lange….erst nach 8:00 Uhr wagen wir uns aus den warmen Federn. Es soll wieder heisser werden, doch dies erst gegen Mittag. Wir machen uns auf in die Büsche, nein, wir bleiben auf dem Wanderweg, die Bridal Veil Falls wären das Ziel. Doch, wie letztes Jahr, erreichen wir diesen eher schwachbrüstigen Wasserfall (wir haben ihn die letzten Jahre nie mit viel Wasser angetroffen) nicht. Die Wanderei macht Spass, das Verkehrsaufkommen recht hoch. Wolken tauchen auf und es wird wirklich heiss, der kühlende Wind von gestern ist leider Geschichte. Etwas über drei Stunden und die körperliche Betätigung ist erledigt. Zurück auf dem Camping bekommen wir die Strafe für das Wechseln des Stellplatzes: drei der unmittelbaren Nachbarn terrorisieren den Platz mit unglaublich lautem Generatorenlärm. Wie auf einer Grossbaustelle! Um 16:00 Uhr wird es uns zu bunt, resp. laut, wir verschieben unseren ‚Wohnsitz‘ raus auf den grossen Parkplatz. Hier sind wir nun allein und die Ruhe findet wieder zu uns. Apéro, Abendessen und Verdauungsspaziergang wird alles hier erledigt. Erst um 20:30 Uhr wagen wir uns zurück und, oh Wunder, es ist schön ruhig geworden.

12° zu 12°, ich wollte eigentlich runter zum See, aber ein Blick nach oben um 5:50 Uhr hat nichts Gutes verheissen: Wolken! Wir stehen erst gegen 9:00 Uhr auf, Schande. Es bleibt recht kühl, die Wolken wollen nicht weichen. So geht’s erst nach dem Lunch auf einen Spaziergang dem Seeufer entlang. Regen setzt ein, keine Sintflut, doch wir ‚optimieren‘ unsere Kurzwanderung, nass wollen wir nicht werden. Dann und wann drückt die Sonne durch und es wird sofort warm. Der Regen ist Geschichte, ebenso die vielen dunklen Wolken. Die Sonne gewinnt den Kampf, das Thermometer klettert innert kürzester Zeit auf über 30°.

18° zu 18°! Das haben wir wohl der geschlossenen Wolkendecke zu verdanken. Immerhin brauchen wir keine Heizung um uns aus dem Bett zu locken. Leider muss ich es nochmals sagen: die ‚Wetterraterei‘ für heute völlig daneben. Doch um die Füsse zu vertreten bietet sich das temperierte Klima förmlich an, wäre nur nicht der drohend schwarze Himmel. Immer wieder beginnt es kurz zu regnen. Auf geht’s, mit dabei unsere Regenschirme, welche wir dann tatsächlich brauchen. Unterwegs begegnen wir einem Mann in einen ‚Raupen-Rollstuhl‘, extrem geländegängig, daher ist er auch mit seinen beiden Hunden auf dem steinigen Wanderweg unterwegs. Wir kommen ins Plaudern und der gute Mann erzählt von seinem urplötzlichen Leid. Nach einer Impfung im letzten Jahr ist er am nächsten Morgen aufgewacht, ohne sich gross bewegen zu können. ‚Spinal Cord Hemorrhage‘ die Diagnose der Ärzte. Drei Monate im Spital und Tests ohne Ende. Wir schauen uns etwas betreten an, was sollen wir erwidern? Das Gespräch ändert zum Glück die Richtung, wie plaudern über weniger ernste Sachen…. Benommen marschieren wir weiter, nun kommt der Regen, aber nicht zu dolle. Wir kämpfen uns bis ans Ufer des Stanley Lake vor, der Wanderweg ist seit letztem Jahr Geschichte. Eine Tafel am Ende, resp. Anfang des ehemaligen Weges,  bringt Licht ins Dunkel. Im März 2020 gab es hier ein grösseres Erdbeben, 6.5 auf der Richterskala. Das Westufer des Sees ist abgesackt, daher unsere frühere Annahme, der See hätte sehr viel Wasser. Es geht zurück auf den nun wieder vollen Campground. Der Geräuschpegel auszuhalten, wir können bleiben.

3. bis 6. August 2022 – Little Redfish Lake, Stanley, ID

10° draussen, 13° drinnen. Furny kommt zu einem Einsatz. Der Himmel scheint blau zu sein, aber hier im doch engen Tal des Lachsflusses sieht mensch noch nicht viel davon. Ziemlich zeitig machen wir uns auf den 30 Meilen langen Weg zum Little Redfish Lake. Hoffentlich können wir ein freies Site ergattern! Das Glück ist uns hold, eine Familie will heute ihren Platz räumen, allerdings erst um 12:00 Uhr. so geht’s zum Host um den üblichen Papierkram zu erledigen. USD 22 für anständige Toiletten und einen kleinen See fast vor der Haustüre. Wir kurven raus zur Lodge, resp. zum dortigen bereits sehr vollen Parkplatz und schlendern zum nahen Visitor Center (Free WiFi, es wird jedoch um eine Spende gebeten) und dann zum Redfish Lake. Es tummelt sich eine ganze Menge Leute hier am Ufer und im Wasser. sieht aus wie der Katzensee, nur einiges grösser und auch sind der umliegenden Berge einiges höher. Gegen 12:00 Uhr sind wir zurück auf dem Camping und unsere ‚Vormieter‘ sind immer noch da. So plaudern wir mit den sehr interessanten Leuten. Der Vater von zwei kleinen Kindern war vier Jahre bei der US Army als Übersetzer tätig, dies in seinem Heimatland Afghanistan. So, wir können unseren Wohnsitz für die nächsten vier Tage beziehen und gleich ist Lunch angesagt. Viele Wolken über uns, aber die Temperatur sehr angenehm, Ferienstimmung kommt auf. Am Nachmittag verschwinde ich ins Unterholz und suche ein paar Fotosujets, werde aber nicht übermässig glücklich, Hauptsache Bewegung. Unser Nachbarn beehrt uns mit zwei Stunden Genaratorenlärm, dies während unserer Apérozeit draussen. Die Steigerung dann: die Leute lassen ihren Water Heater die ganze Nacht über laufen! Am Abend beginnt es zu regnen (die Chance war 15%), so halten wir unseren Verdauungsspaziergang eher kurz.

Der Wecker weckt mich nicht, ich bin schon vorher wach und versuche das verflixte Ding abzustellen. Um 6:00 Uhr bin ich vor Ort, resp. unten am See. Predawn eher nicht, aber immer mehr daher brausende Wolken könnten für eine gute Stimmung bei Sonnenaufgang sorgen. Jawohl, ich bin zufrieden und unterkühlt, obwohl es nur 7° kalt ist. Nach anderthalb Stunden geht’s zurück ins warme Bett und Furny übernimmt die schwierige Aufgabe, unser gute Stube aufzuheizen. Die Batterien lassen Furny nicht im Stich, bald ist es einiges wohnlicher und wir genehmen uns aufzustehen. Die Wolken kommen und gehen, wir gehen auch, allerdings nur bis zum grossen Parkplatz bei der Lodge vorne. Bereits ist die Hölle los, doch wir finden eine Parklücke für unser Mobil. Wir machen uns auf die Paradewanderung für alte Leute: der Fishhook Trail steht auf dem Programm. Glücklicherweise begegnen und auch Jugendliche und Kinder, so dass wir uns nicht übermässig blamieren. Der Pfad eher staubig, hier wird auch geritten. Die Hinterlassenschaft der Tiere unübersehbar mitten auf dem Wanderweg ‚platziert‘. Die Temperatur steigt, der Trail führt meist durch recht erbärmlich anzuschauenden Wald, die Hälfte der Bäume liegt am Boden oder steht ohne Nadelkleid skelettartig herum. Was ist los, ein Schädling? Keine Ahnung. Lunch zurück im Camper, der nun mächtig aufgeheizt auf uns wartet. Doch es weht ein leichtes Lüftchen, 28° sind gut auszuhalten. Ich sichte meine Ausbeute von heute in der Früh, ein oder zwei Panos kann ich schon gebrauchen. Auch am Abend gibt es ein oder zwei Panos, die Sonne geht perfekt unter. Der Platz ruhig, kein Generator und auch der Water Heater macht sich nicht unangenehm bemerkbar.

Zu unserem und der Wetterpropheten Verblüffung ist der Himmel ziemlich bedeckt. Dafür haben wir eine sehr erträgliche Temperatur. Es geht schnell nach Stanley rauf, wir wollen unseren Sticker abholen. Schon etliche Male haben wir uns Post nach Stanley liefern lassen, doch heute haben wir kein Glück. Keine Post von Gail. So werden wir auf der Rückreise nach Arco nochmals hier vorbeischauen. So, wir marschieren eine Stunde Richtung Stanley und auch wieder zurück. Der Wochenendverkehr auf der nahen Strasse enorm. Es wird immer düsterer, doch Regen sehe, resp. spüre ich (noch) nicht. Der Abend wird leider nicht so ruhig wie auch schon, aber es ist Freitag und so wollen wohl die meisten Leute hier ihr Wochenende ‚geniessen‘.

Regen in der Nacht und nicht nur ein paar Tropfen! Der Himmel ziemlich bedeckt und er wird auch zusehends schwärzer. Chance of Rain today: 1%. Dies stellt sich bald als Irrglaube heraus. Aber viel ist es nicht, trotzdem bleibt der Himmel grösstenteils bedeckt. Wir machen keine Ausfahrt, lassen unser Mobil stehen und lauschen dem nimmer endenden Hundegejaule von nebenan. Heute ist Aufbruchstimmung, dabei ist erst Samstag. Doch kaum sind diverse Sites leergeworden haben so schon bald neue Okkupanten. Angesagte Höchsttemperatur 26°, es ist 12:00 Uhr und bescheidene 19°, aber ich beklage mich nicht. Wundere mich nur an den Fähigkeiten der Wetterfrösche. OK, es ist 17:00 Uhr und wir sind bei 22°. Viele Wolken haben sich verabschiedet, dafür weht ein recht kalter Wind. Am 28. Juli 1992 waren wir das erste Mal hier. USD 9 der Stellplatz, die Facilities heuer immer noch gleich wie vor 30 Jahren. Der wohl übliche ‚Wochenendcampierlärm‘ begleitet uns bis nach 22:00 Uhr.

2. August 2022 – Bei Stanley, ID

Sehr zu unserem und wohl auch einigen Meteorologen Erstaunen gab es Regen in der Nacht und der Himmel ist grau, die Temperatur bei 19°. Sollen wir verlängern und nochmals einen Ausflug nach Thailand machen? Nein, wir fahren weiter, rauf in die Berge um Challis/Stanley. Die Fahrt eher langweilig, ein Stopp in Arco, noch ein paar Gallonen teures Benzin zu USD 5.15 die Gallone. Nebenan gibt den lange verdienten Car Wash, USD 9.50 werden fällig. Nun geht’s weiter ins Niemandsland Richtung Mackay, resp. dann Challis. Die Strasse anständig, meist flach, doch nach Mackay beginnt sie merklich anzusteigen. Rechts passieren wir den Mount Borah (3,859m), den höchsten Berg des Staates Idaho. Die Bergkette hier Lost River Range genannt. Auf der linken Seite erheben sich die White Knob Mountains. Kurz vor Challis führt die Strasse durch den Grand View Canyon, schön anzuschauen, aber leider nur wenige Kurven lang. Es regnet mittlerweile, aber dies war nicht anders zu erwarten, immer nach einer Wagenwäsche ereilt uns dieses Schicksal. Kein Stopp in Challis, es geht links weg, nun immer dem anständig wasserführenden Lachsfluss entlang. Dies Tal nun recht eng und ein paar imposante & farbige Gesteinsformationen bringen Abwechslung in die doch lange und nun kurvige Fahrt. Lunch beim Bayhorse Campground. Nun noch 33 kurvige Meilen bis zu unserem heutigen Ziel, dem Upper O’Brien Campground. USD 18 teuer und um 14:00 Uhr bereits gut besucht. Wir sichern uns ein (Fast-)Randsite, doch nebenan gibt’s kurze Zeit später einen Nachbarn mit einem Faible für Knattermaschienen auch bekannt als Generatoren. Die Gegenleistung für den niederen Preis je eine grenzwertige Pit Toilet, Wasser muss per Handpumpe ‚gefördert‘ werden. Die Temperatur einiges besser auszuhalten als die ‚Idaho Falls-ische‘. Ein Spaziergang runter zum ebenfalls gut belegten Lower O’Brien Campground können wir als einzige körperliche Aktivität vorweisen. Akustisch hört’s sich leider nicht sehr gut an, bis nach 22:00 Uhr knattern zwei Generatoren vor sich hin. Wir hören Musik und schlürfen unseren Yellow Tail.

31. Juli bis 1. August 2022 – Idaho Falls, ID

Ein WC ist beileibe nicht genug für den recht grossen morgentlichen Ansturm! Auch eine Dusche reicht nicht, also muss dies bis morgen warten, die Dusche, meine ich. Los geht die erneut lange (170 Meilen) Fahrt rüber nach Idaho. Der Himmel blau, die Temperatur, na ja, sie steigt halt. Wieso hat das durchfahrene Pinedale so viele Hotels und Motels, was gibt es hier zu sehen/tun? Die Wind River Range verabschiedet sich langsam, es taucht die Gros Ventre Range auf, linkerhand die auch ganz imposante Salt River Range an/auf der Staatsgrenze Whyoming/Utah. Der Freizeitverkehr enorm, kommen die alle vom Grand Teton, resp. Yellowstone? 7,900 Fuss die Passhöhe, es geht in die relative Tiefe, nun folgt die Strasse dem noch schwachbrüstigen (ist dies noch woke?) Hoback River. Beim Hoback Junction ist Schluss mit dem Fluss, er ergiesst sich in den doch einiges breiteren Snake River. Wir folgen diesem südwärts bis Alpine Junction. dies das ‚Grand Canyon of the Snake River‘, einiges übertrieben finden wir. Schlauchbootfahren ist hier das Thema. Ein Stopp beim Edelsupermarkt Broulim’s, gekauft wird, ausser einem Müesli, nichts. Rechts weg und wir sind sehr bald in Idaho und am Palisades Reservoir. Hier wieder Boating, Boating, Boating. Immer weiter geht die flotte Fahrt gen Westen, Idaho Falls ist noch weit, für unsere Verhältnisse, entfernt. Der See endet, die Staumauer eher kümmerlich, nun hat der Schlangenfluss wieder freien Lauf. Die grosse Rest Aera mit der imposanten Aussicht ist geschlossen, betretene Gesichter unsererseits. Weiter geht’s, links und rechts Weizenfelder, mehr sehen wir nicht. Die ersten ‚Vororte‘ von IF tauchen auf, Gewerbe und (Klein-)industrie prägen das immer noch landwirtschaftliche Bild. Der Verkehr nimmt zu, es ist Sonntag, Rückreiseverkehr! Ein Einkaufsstopp steht an: Fred Meyer (auch zur Kroger Familie gehörend). Alles wäre zu haben, aber alles hat auch seinen Preis, der ist hier eher gehoben. Der Wein teuer als auch schon hier, muss wohl an der oft zitierten Inflation liegen, ‚Supply Chain Issues‘ sehe ich nicht, die Regale alle übervoll. Wir rächen uns an den hohen Preisen indem wir die erhaltenen und gesammelten Fuel Points einlösen. So bekommen wir das heuer kostbare Benzin für ‚lächerliche‘ USD 4.93 statt USD 5.13! Weiter geht’s, nur noch drei Meilen und wir landen auf dem altbekannten Snake River RV Park. USD 40, wie erwähnt und wir kriegen das beste Site (80A) überhaupt: praktisch völlig unter grossen Bäumen, Schatten wohin das verschwitzte Gesicht schaut. Aber natürlich geht nichts ohne die gutmütig mitspielende Klimaanlage, sie muss bis 21:00 Uhr durchhalten. Dann versuchen wir unser Glück mit dem Ventilator bis Nachtruhe angesagt ist.

Nationalfeiertag! Als gute Schweizer feiern wir diesen Tag mit einem Lunch beim Thailänder! Den Morgen geniessen wir bei angenehmer Temperatur unter den erwähnten Bäumen, gegen Mittag dann die kurze Fahrt zum riesigen Parkplatz bei WalMart. Nun aber zu Fuss bei nicht mehr ganz so angenehmer Hitze in die nahe Innenstadt. Den Inder, den wir eigentlich auch ausprobieren wollten gitbt’s nicht mehr, es soll ein neues Etablissement kommen: Himalayan was immer. Der Vietnamese neben ‚unserem‘ Thailänder ist noch ‚im Business‘. Das Restaurant, Krung Thep mit Namen, ist bereits sehr gut besucht, es ist kurz nach 12:00 Uhr. Die Speisekarte neu und das wichtigste: die Speisen noch besser! Der Glass Noodle Salad sehr gut, das Khao Soi phänomenal! Wir sind im Goumethimmel und um USD 33 ärmer. Trotz der Hitze steht ein Verdauungsmarsch an. Wir sind die einzigen Verrückten, die durch das Städtchen ’schlendern‘. Es folgt ein Einkauf bei WalMart, hier zeigt sich nun klar, wer die besseren Preise hat. Auch das Benzin wäre trotz Fuel Points hier billiger zu haben: USD 4.86. Zurück auf dem sich nun wieder füllenden Campingplatz geht jede/r seine Wege. Der Platz wirklich gross und auch sehr gut ausgebucht. Die ‚Klassenunterschiede‘ brutal: da stehen drei Prevost Luxuswohnmobile (Stückpreis > USD 2,000,000!) neben alten, ziemlich abgehalfterten Trailern, dessen Bewohner schon seit Jahren hier ‚hausen‘ (müssen?). Unser Rand-Site #80 gefällt uns, wir haben eine ziemliche Ruhe, die Nachbarn leise und der Strassenlärm ist auch auszuhalten. Der Himmel verfinstert sich gegen Abend, die Sonne ist weg, aber die Hitze kann nun nicht mehr ‚entweichen‘. so wird es ein sehr warmer Abend und eine ebensolche Nacht. Keine Bilder, weder vom Gefährt noch von der Stadt.

30. Juli 2022 – Boulder, Wyoming

16° und ein knallblauer Himmel, wieso ziehen wir eigentlich weiter? Die ‚Unrast‘ in uns befiehlt es wohl. Wir nehmen die etwas längere Route über Manila, anfangs recht schön anzuschauen, die Landschaft, meine ich. Manila selbst nur eine Strassenkreuzung mit ein paar Häusern/Hotels. Nun ist die Gegend oberlangweilig, wie in Wyoming…aber wir sind ja bereits im bevölkerungsärmsten Bundesstaat. Der Gegenverkehr erstaunlich, es ist Samstag und so bringt wohl jeder, der ein Speedboat sein eigen nennt dieses an den aufgestauten Green River. Kein Halt in Green River, der erste folgt im geschäftigen Rock Springs. ‚Fossil Fuel City‘ wohl die genauere Bezeichnung. Wie lange noch? Alles ist hier vertreten, Supermärkte und Hotel/Motels in ungeheurer Anzahl. Wir vertreten uns nur kurz die Füsse im grossen WalMart, dann Lunch auf dem Parkplatz und Benzin für ‚vernünftige‘ USD 4.50 gebunkert. Die Fahrt gen Norden kann weitergehen. Erneut typisch langweiliges Wyoming: alles flach und es weht ein konstanter Wind. Rechts taucht die imposante Wind River Range auf, etliche Viertausender gäbe es zu bestaunen, wie erhaschen lediglich ein paar letzte Schneereste. Ziel erreicht, wir quartieren wir auf dem Wind River View RV Park ein, USD 41.60, vor zwei Tagen noch unter USD 40, die Inflation galoppiert schnell als die Pferde hier. Schuld daran sei das teure Erdgas, welches unter uns in grössten Mengen schlummert. Es ist warm, 30°, nicht heiss, wir kommen ohne Klimaanlage aus, wir sind ja auf über 2,100 MüM. Aber trotzdem ist alles flach um uns herum, die Wind River Range leider zu weit entfernt. 14 Viertausender sehe ich auf der Karte, alle in der Nähe des höchsten, Gannett Peak (4,207m). Der Platz wird immer voller, einige Zeltcamper lassen sich hier nieder, wohl nur für eine Nacht. Wir sind im Wind-oming, es beginnt wie aus dem Nichts sehr heftig zu stürmen. Natürlich muss sofort die Markise rein, sonst können wir sie drüben in Utah suchen, der Starkwind kommt von Osten über die Wind River Berge. Mit dazu gibt’s auch mächtig Wolken, diese sorgen für Abkühlung und eine dramatische Sonnenuntergangsstimmung. Raus in den tobenden Orkan und ein paar Fotos geschossen! Auch nach Sonnenuntergang hört der Starkwind nicht auf. Nach einer Stunde ist im wohl die Puste ausgegangen, es ist windstill und sehr angenehm, temperaturmässig. Unsere diversen Nachbarn sind alle von der leisen Sorte, einmal mehr Glück gehabt.

25. bis 29. Juli 2022 – Red Canyon CG, Flaming Gorge NRA, UT

Eine wunderbare Nacht, temperaturmässig, versteht sich. Es hat sehr tiefhängende Wolken und diesen werden langsam von der unerbittlichen Sonne verbrannt. Es wird wieder ein normal heisser Tag werden, also ab in die Berge. Vorher ein Stopp im geschäftigen Vernal bei Smith’s. Hier läuft alle paar Minuten, wie schon in Fruita, eine Impfwerbung, ’sponsored by Pfizer and BionTech‘. Ab 6 Monaten kann geimpft werden, nicht nur gegen C, auch alles andere, was es wohl so geben mag ist im Angebot. Dies in einem normalen Supermarkt draussen in der Pampa. Es geht in die Höhe, der Freizeit-Gegenverkehr unglaublich dicht, in den Bergen darf praktisch überall ‚wild‘ campiert werden. Wir halten uns an etablierte Campgrounds, wenn auch unsere Wahl nicht die schönste ist: Red Cayon Campground, hart am Abgrund mit Blick auf die Flaming Gorge. Diese Aussicht kostet uns USD 22, Gegenleistung: eine Toilette (keine Flush, eine Pit Toilet) pro biologischem Gender, älter noch als die gestrige unten am Green River. Die Strasse gespickt mit tiefen Schlaglöchern…Preis/Leistung mangelhaft. Der Camping auch hier grösstenteil reserviert, wir schnappen uns mit Mühe um 12:00 Uhr einen freien Stellplatz. Es ist ein paar Grade kühler als vorgestern, der Himmel nun wieder praktisch wolkenlos. 27° meine inoffizielle Messung. Wir wandern zum schönen Visitor Center rüber, ein paar Meter nur und schauen runter auf eben die flammende Schlucht, mit uns etliche Mitgucker. Ich kämpfe mich durch meinen grösser gewordenen Bilderberg, die Temperatur im Camper bei erträglichen 28°. 3 Sites sind nicht reservierbar, die andern 5 sind und sind es auch. Der Abend wird erstaunlich ruhig, unsere unmittelbaren Nachbarn, 6 an der Zahl, sind sehr zivilisiert. Die Temperatur ist auch auf erträglichem Niveau, was wollen wir mehr?

Erneut eine erholsame und kühle Nacht. Doch der Himmel ist blau und das Thermometer klimmt wacker in die Höhe. Es soll rüber zum Skull Creek Campground gehen, wir möchten uns die Anlage etwas genauer ansehen. Der Canyon Rim Trail, unser Weg für die meiste Zeit, führt leider nicht sehr lange dem Abgrund entlang, meist im Wald oder über weite Wiesen. Es wird warm, auch hier oben auf 2.2km über Meer. Der Pfad, heuer scheinbar nicht mehr mit Pferden zu teilen, kann einen regen Wanderverkehr vorweisen. Dies wohl, weil der schöne Aussichtspunkt beim Visitor Center geschlossen ist. Einmal weg vom Rim, sind auch plötzlich die zahlreichen Mitwanderer weg. Der Camping ist erreicht und nach einer Inspizierung durch uns Fachleute lassen wir den Gedanken sausen, hier ein, zwei Nächte zu verbringen. Weit weg von der Scenery und sehr nahe an der Durchgangsstrasse. USD 15 der Preis, doch dafür gibt’s kein Wasser. Es geht heimwärts, die Temperatur nur noch in knapp annehmbarer Höhe. Vier Stunden Wanderzeit, nicht schlecht für Leute in unserem Alter……. Der unter uns liegende Stausee sei zu 75% voll, weiss das Internet zu berichten.

8:00 Uhr und bereits 20°, die Hitze holt uns hier oben ein! Wir legen einen Freitag ein und dies an einem Mittwoch. Der Himmel heute nicht durchgehend blau, viele Schleierwolken sind auch mit von der Partie. Wir lümmeln auf dem fast leeren Camping herum, die Ruhe wunderbar. Meine Beste Hälfte kümmert sich um die nächsten Unterkünfte: Boulder, WY und Idaho Falls, ID. Den bereits bekannten Highline RV Park in Boulder lassen wir erschreckt links liegen. Der Preis nun auf USD 55 hoch geschnellt (2021: USD 41, 2019: USD 35). Mit Tax: USD 68!!! Dies ist Boulder, Wyoming und nicht Beverley Hills, California! Also werden wir auf der andern Strassenseite auf dem Wind River View RV Park nächtigen, USD 35 (2018: USD 26) der Preis, die Facilities einiges unter dem Niveau des nun geschmähten ‚Boutique RV Parks‘. Idaho Falls kein Problem, der Preis USD 80, allerdings für zwei Nächte.

17°, perfekt, aber leider bleibt es nicht so. Wir machen uns auf Wanderschaft, bereits vor 9:00 Uhr sind wir startklar. Wir wollen zum Greens Lake, keine Gewaltstour. Der See findet sich, ebenso die dazugehörige Red Canyon Lodge, eine grössere Tourismusinfrastruktur. Preise der Cabins nicht bekannt, aber sicherlich nicht auf der günstigen Seite. Der angrenzende Campground dann USD 28 teuer, die Facilities auf dem Niveau des unsrigen. Aber die Lage am See muss auch bezahlt sein. Dieses Jahr müssen wir übrigens den Wanderweg nicht mit Pferden teilen, also ist er einiges weniger staubig. Am Nachmittag wird der Himmel immer dunkler und in der Ferne hören wir Donnergrollen, es kühlt wunderbar ab. Es gibt kein Donnerwetter, nur die Bewölkung und die perfekte Temperatur bleiben. Heute ist auf dem Platz mehr los, es naht das Wochenende und der Donnerstag ist ja bekanntlich der neue Freitag, einem verlängerten Weekend steht nichts im Wege, ausser vielleicht fehlende Camp Sites. Unser ‚Laden‘ wird, bis auf unser reserviertes Nachbar Site, voll. Heute vor 8 Jahren haben wir unser ‚Lazy Daze Abenteuer‘ begonnen. Nicht, dass der Camper bereits fertig war, wir mussten noch satte drei Wochen auf diesen Augenblick warten.

15° in der guten Stube, doch wir lassen die Finger von der Heizung, etwas Kälte schadet nicht. Schnell wird es warm und wir machen einen weitern Spaziergang, dieser führt uns zum uns noch nicht bekannten West Greens Lake. Lake ist etwas übertrieben, bei uns heisst dies Weiher. Aber schön anzuschauen ist er allemal und die Ufer, im Gegensatz zum grösseren Bruder, unverbaut. Wir stolpern beinahe über eine Bull Snake, dies Ding sicher über einen Meter lang und gar nicht scheu. Bei einer Klapperschlange würden wir nicht so lange stehenbleiben und das eigentlich schöne Tier genauer anzusehen… Lunch daheim, die Wanderung war schöne, aber nicht übermässig lang. Am Nachmittag gibt es erneut schwarze Wolken im Westen. Gegen Abend sogar einige Tropfen und es kühlt ab, so ist es hier sehr gut auszuhalten. Auch mit den Nachbarn hatten wir die letzten Tage Glück: kein Rabauz, keine Musik. Morgen geht’s für eine Nacht nach Wyoming, es folgt Idaho, dies dann aber einiges länger.

24. Juli 2022 – Dinosaur NM, Vernal, UT

27° drinnen um 7:00 Uhr, nicht sehr angenehm. Die Wolkendecke ist immer noch da, doch ist die Temperatur endlich gesunken, es ist richtig angenehm draussen. Wir machen uns reisefertig, es soll in die Höhe gehen: Flaming Gorge. Propan brauchen wir noch, nur wenige Meter vom Site entfernt, sehr praktisch und nicht übermässig teuer, USD 3.70 die Gallone. Los geht’s, immer nordwärts, die Strecke bekannt und nicht weiter lobenswürdig. Der Douglas Pass ist erklommen, 2,520 Meter hoch. Steil nach unten geht die Fahrt auf grösstenteils miserabler Strasse. Tief unter der Strasse liegt der wahre Schatz für die einen, für die anderen eher Zeufelszeug: Erdgas und -öl. Es beginnt zu regnen, dann für ein paar Minuten sehr heftig und danach ein leichter, kühler Nieselregen. In Rangley machen wir keinen Halt, wir arbeiten ja nicht in der ‚Fossilbrennstoffindustrie‘, Chevron hier wohl tonangebend. Bald erreichen wir Dinosaur, der letzte oder erste Ort, je nach Wohnsitz, wo man/frau/div+ ungeniert Alkohol kaufen kann. Die Strasse nun gut, da frisch asphaltiert und bald sind wir erneut im Life Elevated Staat. Die Landschaft nun eindrücklich, da ’steinig‘. Jenen ist erreicht, wie immer machen wir dem Visitor Center unsere Aufwartung. Wir steigen aus und meinen, wie seien in einem anderen Land: es ist herrlich kühl, so soll es bleiben, ginge es nach uns. Wir haben unsere Reisepläne geändert, es soll raus ins Dinosaur National Monument gehen, Anlass die herrliche Temperatur, morgen wird’s hier wieder 36° heiss. Die wenigen Meilen sind bald abgespult, freie Stites hat es einige und wir einigen uns schnell auf eines, der Hunger zwingt uns zu schnellem Entschluss. USD 18 immer noch der Preis (Eintritt ins Monument doch grenzwertige USD 25), die Facilities aus den 50er Jahren, aber für den Preis….. Vorne in Vernal auf dem KOA wäre ein Premium Site mit ‚Patio‘ für unverschämte USD 112 zu haben, pro Nacht versteht sich. Ich streife eine halbe Stunde durch die nasse, kühle Landschaft, dann aber beginnt es richtig zu regnen. Die Temperatur bei 21°, ein Glück sind wir nicht rauf in die Berge gefahren! Wie immer bleiben trotz Reservation etliche Sites frei, aber auch sonst wird der Platz nicht voll. Wir haben unsere Ruhe & Kühle.

22. und 23. Juli 2022 – Fruita, CO

Eine warme Nacht endet, aber es wird wohl noch nicht die letzte gewesen sein. 23° beim Aufstehen und keine Wolke am blauen Himmel. Wir brechen auf, die heutige Etappe nicht mehr ganz so lang wie die gestrige (150 zu 164 Meilen), heute aber fast durchgehend Freeway, ausser das Stück von hier rauf an die I70. Es geht dem San Rafael Reef entlang, ganz imposant, dann Autobahn (80mph, nicht wir) bis Green River. Hier der übliche Stopp beim Love’s Truckstopp. Hier wäre das Benzin 20 Cents billger zu haben, aber wir haben in Hanksville für raubritterhafte USD 5.60 die Gallone gebunkert. Mittlerweile ist es wieder heisser als heiss. Den RV Wash lassen wir sausen ein Class A Motorhome ist in der Waschanlage ’steckengeblieben‘, die Air Breaks seinen defekt. Weiter also rüber nach Colorado. Wären nicht die schön anzuschauenden Book Cliffs linkerhand des Freeways, müsste ich sagen die Fahrt ist recht eintönig. Der Freizeitverkehr übrigens dicht und (immer noch) mit den grössten Mobilen flott unterwegs. Fruita ist erreicht, wir machen Mittagspause beim grossen Visitor Center. Eine Dumpstation ist im kostenlosen Angebot und wird auch rege benutzt. Dann ein paar Meter über die Autobahnbrücke und wir sind im City Market. Der schöne Laden ist wunderbar kühl, ein Temperaturunterschied von 20°, meine Annahme. Es gibt ‚mein‘ Noosa Joghurt in allen Variationen, aber kein anständiges (Kilt Lifter) Bier. Um Alkoholika werden wir uns sowieso morgen in der Liquor Barn drüben in Grand Junction ‚bemühen‘. Noch ein paar Meter, diesmal wieder retour und wir landen auf dem Monument RV Park. USD 45.25 für Strom/Wasser und ebenfalls NULL Schatten sind abzugeben. Die Facilities sehr sauber, das WiFi mittelprächtig. Es ist 17:00 Uhr und 105° oder 41° für ’normale‘ Leute. Um 22:00 Uhr sind wir runter auf 33°….das kann ja heiter werden…..

Ich ertrage die Hitze einfach nicht mehr! Es ist bewölkt, aber warm ist es allemal. Heute stehen einige Einkäufe an. Der Car Wash fällt aus, die Firma hat Samstag & Sonntag geschlossen. Also zuerst zur Liquor Barn, unser Yellow Tail etwas teurer als unten in Arizona, aber allemal erschwinglich. Dann rüber zu Sprout’s, ich brauche Müesli und Nüsse sind ebenfalls gefragt. Der Hunger meldet sich, ich dränge auf ein unscheinbares Etablissement praktisch am grossen WalMart Parkplatz gelegen. Thai Chili & Pho der etwas komische Name. Aber nicht immer ist Nomen auch Omen, der Laden bereits sehr gut besucht und die aufgetragenen Speisen können sich mehr als nur sehen lassen. Die Singapore Noodles wunderbar, das Red Curry vielleicht etwas zu wässrig, aber schmackhaft. USD 30 (inkl. Tip) kostet die Gaumenfreude, nicht ganz billig, aber die Portionen auch recht grosszügig. Rüber zu Walmart! Wir verbringen wohl eine Stunde im angenehm kühlen Riesenladen. Draussen leider regiert noch immer oder wieder eine hochsommerliche Hitze. Aber die Sache ist eine Spur weniger brutal als gestern, es hat etliche Wolken. Wieder auf dem Campingplatz, steht ein Mitcamper auf unserem Platz…..! Also suchen wir uns einen anderen, natürlich mit Einverständnis der ‚Platzdame‘. Die Bewölkung nun bei satten 98%, die Temperatur um 17:00 Uhr runter auf 33° gerutscht. Doch diese 33° bleiben unter der Wolkendecke ‚gefangen‘, es kühlt leider nicht ab. Also verlegen wir unser Schlafzimmer vom Alkoven in die Stube. Etwas weniger stickig als letzte Nacht.

21. Juli 2022 – Hanksville, UT

Relativ früh ist heute Tagwache, wir haben einen langen Weg, Ziel Hanksville. UT12, eine All-American Road (was immer dies heissen mag), wird uns bis Torrey bringen, dann verdoppelt sich die Strassennummer und das Landschaftserlebnis verdreifacht sich! Ist die Fahrt von Escalante bis Boulder schon ein Leckerbissen, habe ich für das Stück von Torrey bis Hanksville gar keine Worte mehr übrig. Vielleicht ausserirdisch, paradiesisch (nein, zu viel Steine).

Der Verkehr auf dieser Paradestrecke erstaunlich gering. Einen Lunchstopp gibt es oben, fast auf der Passhöhe (ohne Namen, einfach ‚Summit‘) des Boulder Mountain. Hier ist es herrlich kühl, ich würde am liebsten bleiben, zumindest für eine Nacht. Nach Erreichen von 2,927 Meter über Meer geht’s in die heisse Tiefe. Die Kurven hier enger und die Strasse einiges steiler als der Aufstieg von Boulder her. Torrey ist erreicht und somit auch wieder die Gluthitze, doch es geht noch tiefer, runter in den Capital Reef National Park, 1,650 Meter hoch, resp. tief gelegen. Aus einer kurzen Wanderung zwischen den Apfelhainen wird nichts, es ist brüllend heiss. Nur gerade den ausgebuchten Campingplatz umrunden wir, dann geht die Fahrt weiter nach Hanksville. Die Landschaft, wie gesagt, nicht zu beschreiben, einfach unglaublich eindrücklich. Unser Ziel ist erreicht: 1,300 Meter über Meer, nein, die Sache nennt sich Duke’s RV Park und bringt uns um knapp USD 45. Geboten werden: KEIN Schatten, saubere Facilities und ein flottes WiFi. Es ist beinahe unerträglich heiss, wie konnte ich dies früher auch ohne gross zu murren aushalten? Die gutmütige Klimaanlage läuft und läuft, sie lässt uns nicht im Stich, auch nicht nach ein paar anstrengenden Stunden. Doch schlafen mit dem lauten Ding….wir versuchen es mit Blasi Boise, dem Ventilator.

17. bis 20. Juli 2022 – Bryce Canyon NP, UT

Anfangs noch warm, doch dann kam der sanfte Regen und einher damit die wohltuende Abkühlung. Es hat Wolken, mehr als üblich für diese Urzeit. Regen! Und dies nicht zu knapp. Zwischendurch scheint die Sonne, dann wieder ein Regenguss. Wir brechen unsere Zelte hier ab und dislozieren 11.5 Meilen weiter auf den Sunset Campground oben im Bryce Canyon. Keine Wartezeit am Parkeingang und ein ziemlich leerer Campingplatz, so schaut’s aus! USD 30 pro Nacht werden fällig, die Gegenleistung nicht so dolle wie gehabt, aber hier wird wohl die grandiose Aussicht auf das Bryce Amphitheater inkludiert. Lunch gibt’s daheim, danach marschieren wir rüber zur nahen Shuttlestation uns lassen uns im praktisch leeren Bus zum Bryce Point chauffieren. Hier hat es dann erwartungsgemäss mehr Leute, aber kaum vom Aussichtspunkt weg, sind wir mehr oder weniger allein. Die Aussicht, auch wenn schon x-mal erlebt, einfach nicht von dieser Welt! Wir schlendern immer dem Rim entlang zurück zum Sunset Point. Schwarze Wolken tauchen erneut auf, in der Ferne Donnergrollen. Das Touristenvolumen hier am Sunset Point dann schon beachtlich. Ich geniesse die Aussicht hier auf Wolkentürme und eben halt rote Hoodoos. Zurück auf dem immer noch viel volleren Camping leisten wir uns bald ein Bier. Die Wolken verunzieren nun praktisch den ganzen Himmel, kein fotografisches Ausrücken meinerseits heute Abend. Es kühlt ab, wunderbar, als musikalische Unterhaltung wird uns entferntes Donnergrollen geliefert.

16° draussen, damit können wir leben. Es wird schnell warm, also geht’s bald los ans Marschieren. Der Shuttle bringt uns bis zum General Store und bald schon sind wir am Rand und wandern diesem nordwärts. Fairyland Loop nennt sich die Sache, für uns wird’s jedoch kein Loop (total 8 Meilen), nach anderthalb Stunden drehen wir um, es ist, wenn die Sonne scheint, mächtig warm und auch schwül. Der Himmel wird wieder schwärzer, doch nur wenige Tropfen landen auf uns. Nach drei Stunden sind wir daheim. Ausruhen! Sprachenmässig dominiert Französisch, noch weit vor Chinesisch oder Deutsch. Erneut kein Ausrücken, zu viele Wolken. Es werden hier im Park sehr oft Geschwindigkeitsmessungen gemacht, die Sheriff Sirene klingt allenthalben. Heute nun ziemlich Rabauz auf dem Platz, natürlich in unmittelbarer Nähe. Erst nach 23:00 Uhr ist Schluss mit dem Kindergebrüll.

16° drinnen und draussen, aber die Sonne lacht uns Langschläfer freudig an. Es wird schnell über 20°. Wir verlängern um zwei Nächte und hoffen, unser sehr lauter Nachbar & Kids machen sich aus dem Staub. Wir nehmen den Bus raus zum Bryce Point, diesmal gut besetzt und marschieren dann bei grosser Hitze auf dem Under-the-Rim Trail zum Hat Shop. Diese Steinformationen erreichen wir natürlich nicht, es ist einfach viel zu heiss. Zurück mit dem Bus bis zur Lodge, wir brauchen Anschluss an die Welt, resp. das Internet. Zwei Übernachtungsplätze sind zu reservieren, die jeweiligen Etappen lang und so können wir diese mit gemütlichem/beruhigtem Gewissen angehen. An der WC Türe gelesen: ‚CDC Facts: …..’may be’…..’thought to be‘. Facts? Auch heute dominiert die französische Sprache, doch nun erhaschen wir auch schon mal einen Brocken Schweizerdeutsch. Anscheinend sind diese Leute dem prophezeiten Chaos am Flughafen Zürich entkommen. Heute ist Ausrücken angesagt, allerdings erst nach dem Abendessen, die Sonne geht spät unter. Die Wolkenstimmung wunderbar, es müssen etliche Panoramas her! Die Ausbeute wird gross, hoffentlich stimmt auch die Qualität. Um 21:00 Uhr bin ich wieder in der guten, heute aber noch recht warmen Stube.

17° um 7:30 Uhr und ein perfekt blauer Himmel. Also los, raus per Shuttle zum Bryce Point und den Peekaboo/Navajo Combination Loop unter die noch nicht staubigen Wanderschuhe genommen. Dies wohl einer der schönsten Hikes, eindeutig Top 5 Material. Mitwanderer trifft man in grösserer Anzahl, insbesondere auf dem Navajo Teilstück. Hier treffen wir auf eine Thurgauer Familie und unterhalten uns ganz angeregt und angenehm ein Weile. Der Aufstieg durch die Wall Street dann steil, aber meist im Schatten, der Besucherandrang hier nun enorm und wiederum dominiert die französische Sprache. Nach acht wunderschönen und anstrengenden Kilometern sind wir oben am Sunset Point. Hier treffen wir erneut auf die Thurgauer und wir plaudern weiter. Danach aber Lunch und zurück auf den Camping. Hier wartet schmutziges Geschirr auf uns zwei. Dann geht es raus, 18 Meilen zum Rainbow Point, hier waren wir seit Jahrzehnten nicht mehr. Viele Jahre konnte man nur per Bus raus, neuerdings sind aber wieder alle Fahrzeuge inkl. Camper willkommen. Eine wunderbare Sache! Auf dem Rückweg halten wir an jedem Aussichtspunkt und geniessen die etwas andere Bryce Ansicht. Ein sehr empfehlenswerter Ausflug! Der Himmel nun erneut schwarz und ein paar Regentropfen werden auch geliefert.