31. Oktober bis 6. November 2019 – Hong Kong

Es ist soweit, unser Nomadenleben kann weitergehen. Tagwache um 7:00 Uhr, Abmarsch dann um 9:00 Uhr, um 10:00 Uhr am Schalter der Cathay Pacific. Alles in kürzester Zeit erledigt. Denkste! Am letzten Sonntag noch dunkelgrün gewählt und heute steht man/frau/kind ungeniert an der Sicherheitskontrolle an, alle Flugscham dahin! 40 Minuten dauert das Warten, haben wir noch nie erlebt! Die Menschenmasse erdrückend, wird das Fliegen morgen verboten? Endlich sind wir durch und müssen uns beeilen, um noch rechtzeitig draussen im Terminal E anzukommen. Hier dann nur kurzes Warten, das undisziplinierte Einsteigen geht sogleich los. Ein zweites Mal sind wir überrascht: die A350 ist bis auf den letzten Platz besetzt. Dabei habe ich von 50% Reduktion des Touristenaufkommens in Hong Kong gelesen. Wir fliegen pünktlich ab, die Maschine ziemlich neu, das Personal sehr freundlich und grosszügig, was den Weinausschank betrifft. Das Essen ebenfalls auf der besseren Seite. Wir sind heute erstmals positiv überrascht. Die 11 Stunden vergehen wie im Flug, das Unterhaltungsprogramm sehr gut und sehr umfangreich. Ich schaue mir die gesamte zweite Staffel von Young Sheldon an. Dann noch Toy Story 4 und etwas Schlaf und die Zeit ist um. Kurz nach 6:00 Uhr landen wir im warmen Hong Kong. Noch herrscht keine Hektik, Immigration ein Kinderspiel und innerhalb weniger Minuten erledigt, keine endlosen Schlangen vor den Schaltern. Nun geht’s per Aiport Express Bahn in die noch weit entfernte Stadt. Zwei Tickets sind für angemessene HKF 170 (CHF 22) zu haben. 25 Minuten braucht der saubere und bequeme Express bis Hong Kong Station. Hier geht’s weiter per Hotel Shuttle, alles im Preis inbegriffen, alle Achtung! Nach wenigen Minuten Warten kommt der Fahrer daher und heisst uns einzusteigen. Wir sind die einzigen Fahrgäste, fast wie ein Privattransfer. Nach wenigen, aber hektischen Minuten sind wir am Ziel, es ist erst 8:00 Uhr und trotzdem kriegen wir bereits unser Zimmer im Hotel Ibis. Dies natürlich keine Edelabsteige, aber sauber und das Personal freundlich und effizient. Wir sind müde, könne jedoch nicht richtig schlafen, also geht’s wieder raus in die nun erwachte Stadt. Hier wird gearbeitet, jerderman/frau ist fleissig, arbeitsscheue Elemente wie unsereins sind wohl nicht gerne gesehen. Die Enge zwischen unzähligen Hochhäusern ist eben etwas eng, wir finden uns nicht richtig zurecht. Trotzdem finden wir Ess- und Trinkbares, dies am HK Macao Ferry Terminal. Zuerst ein guter Kaffee bei McCoffee und nach etlichem Umherschlendern gibt es ein frühes Mittagessen. Das Essen nicht denkwürdig, aber schmackhaft und bezahlbar. Es geht aufs Zimmer, nun sind wir müde genug für eine Mütze Schlaf. Am späteren Nachmittag dann ein Versuch, den Man Mo Tempel ausfindig zu machen. Soll ganz in der Nähe unseres Hotels sein, sagt mir MAPS.ME. Doch die Orientierung ist sehr schwierig, einerseits durch die vielen erwähnten Hochhäuser und andererseits wegen meiner bescheidener Kartelesefertigkeit. Aber auch mein Telefon bekundet Mühe, ein GPS Signal in den Strassenschluchten zu kriegen ist schwierig. So irren wir mehr oder weniger kopflos durch die hektische Stadt und finden mehr durch Zufall denn Können den Tempel. Dieser sah im Reiseführer einiges imposanter und interessanter aus, aber man/frau nimmt was man/frau kriegt.

Der Rückweg gestaltet sich einiges einfacher, haben nun schon etwas mehr Routine und mein Orientierungssinn ist nicht mehr ganz so unbrauchbar wie vorhin. Essensmässig werden wir nicht so glücklich und so enden wir leider im 5. Stock unseres Hotels. Dies nicht gerade ein lauschiges Restaurant, eher eine grössere Snackbar. Doch das Essen ist gut, aber die Preise eher unverschämt hoch. CHF 50 für ein paar Stückchen Huhn mit Reis und eine Wonton Suppe, dazu zwei Minigläser Wein. Nun noch einen Schluck Whiskey und dann ist Nachtruhe angesagt, auch wenn es erst 20:00 Uhr ist.

Wir schlafen bis 7:00 Uhr, das Bett und die Kissen sehr gut. Frühstück ist nicht im Zimmerpreis inkludiert, also müssen wir los um etwas Essbares aufzutreiben. Wellcome heisst uns dann willkommen, dies ein allgegenwärtiger Convenience Store mit sehr gutem Angebot, alles ausser anständiges Brot und Müesli ist zu haben. Äpfel, Joghurt, Cracker und Instant Coffee unsere Wahl. Wieder zurück in unserem Minizimmer, wird das Gekaufte verspiesen und schmeckt nicht einmal schlecht. Das Wetter wie gestern: blauer, leicht dunstiger Himmel und eine angenehme Temperatur, 28° werden’s dann wohl werden. Heutiges Ziel ist Kowloon. Vorher jedoch erwerben wir zwei Octopus Karten, HKD 150 pro Stück, 100 Fahrguthaben, 50 Depot. Wir schlendern bis zum Pier 7, hier tuckert die altersschwache Star Ferry rüber nach Kowloon, HKD 3.10 kostet die leider nur kurze Fahrt. ‘Drüben’ gefällt es uns auf Anhieb, es ist offener, keine engen Strassenschluchten und viel Grünfläche. Auch hier natürlich Nobelhotels und vornedran Nobelkarossen der Marken Ferrari, Lamborghini, etc.. Frau/man hat hier ganz offensichtlich sehr viel Geld, nicht alle jedoch, wir sehen erstmals auch Homeless People. Es ist richtig heiss geworden, doch ein kühlender Wind bläst, herrlich! Ich schlendere längere Zeit durch den Kowloon Park, mitten in der Stadt, eine Oase der Ruhe, inkl. Free WiFi versteht sich. Es ist Samstag, also hat es auch dementsprechend viele Leute, aber richtig stören tut es mich nicht. Die Stadt gefällt, besser als Singapore (schon des besseren Klimas wegen….). Nach ausgiebigem Schlendern, nun wieder zusammen, finden wir uns im Shanghai Lao Lao Restaurant wieder. Es gibt Dim Sum! Dazu noch ein ausgezeichnetes und scharfes Nudelgericht und all dies zu sehr vernünftigem Preis. Wir sind sehr zufrieden und machen uns auf einen längeren Verdauungsspaziergang. Dann geht’s mit der Star Ferry wieder rüber nach Hong Kong, in zehn Minuten erledigt. Nun noch der kurze Gang zurück ins Hotel und wir ruhen uns aus, viele Eindrücke und noch mehr Menschen machen etwas müde und verwirrt. Abends wollen wir in ein nahes Dim Sum Restaurant, sechs Fussminuten vom Hotel entfernt. Doch nach nur drei Minuten Wanderschaft sehen wir immer mehr schwarz gekleidete junge Leute, die meisten mit schwarzen Gesichtsmasken. Also doch! Wir drehen um und marschieren in eine andere Richtung in der Hoffnung diesem Mob ausweichen zu können. Wir erreichen eines der auch in Frage kommenden Restaurants, Basmati mit Namen, indisch wohl die Küche. Wir sind die einzigen Gäste und werden dies auch bleiben. Wir studieren die Speisekarte, aber nicht sehr lange, draussen scheint sich wirklich etwas zusammenzubrauen. Ein Unmenge schwarzer Gestalten rennt vorbei, dann folgt eine ebenso grosse Menge von Polizisten in Kampfmontur, bewaffnet mit Schlagstöcken. Doch auch auf der Gegenseite habe ich den einen oder anderen Hammer in den Händen der rebellierenden Jugend gesehen. Es folgen unzählige Polizeifahrzeuge, alle mit Blau-, hier eher mit Rotlicht. Der Verkehr bricht zusammen, alles stockt, also gehen die Türen der Polizeiwagen auf und eine weitere Unmenge von Polizisten rennt halt zu Fuss weiter. Ah, wir sollten ja unser Essen bestellen, kann ich aber kurz fassen: das Essen ist recht, mehr nicht, doch: reichlich. Aber keine Gaumenfreude, ein weiterer Besuch wird es mit Sicherheit nicht geben. Draussen geht das Spiel weiter, zum Glück findet das Zusammentreffen der beiden Seiten nicht hier statt. Man versichert uns, dass man/frau als Tourist keine Probleme zu vergegenwärtigen hätte, wir werden sehen…… Tatsächlich treffen wir auf dem zum Glück kurzen Nachhauseweg auf keine der beiden verfeindeten Truppen. 100,000 DemonstrantInnen werden an diesem Abend erwartet, ob die Zahl denn auch stimmt, wer weiss? Schade, bisher hat uns HK sehr gut gefallen.

Die Nacht war ruhig, aber auf der eher warmen Seite. 8:00 Uhr ist Tagwache, aber es ist ja Sonntag. Heute wollen wir die Stadt per Tram erkunden. Doch zuerst erneut zu Wellcome, Emi Joghurt fehlt in unserem Mini-Kühlschrank. Danach entern wir eines der recht zahlreich verkehrenden Trams, eine etwas wackelige Fahrt beginnt und endet so schnell nicht, es hat sehr viele Stopps und das Tempo ist gemütlich, perfekt für eine Stadtrundfahrt. Der Preis: etwas über 70 Schweizer Rappen! Causeway Bay die Endstation. Die Menschenmenge enorm, aber es ist Sonntag, was aber hier nichts heissen soll, die meisten Läden sind offen, ebenso wird auf den meisten Baustellen gearbeitet. Überall sehen wir bunte Kopftücher, müssen wohl die zahlreichen malayischen und indonesischen (+/- 100,000) ‘Haushalthilfen’ sein, welche für wenig Geld sechs Tage die Woche zu arbeiten haben. Wir schlendern durch die belebten Strassen, sehr interessant, was hier abgeht. Ich muss es erneut sagen, mir gefällt es hier trotz der ‘Getümmels’. Wie es das kulinarische Schicksal so will, entdecken wir eine weitere Filiale von ‘Shanghai Lao Lao’, allerdings macht der Laden erst, wie viele andere auch, um 12:00 Uhr auf. Also nochmals rein ins Gewühl nach Indonesien. Kurz und bündig: das Essen erneut sehr gut und schmackhaft, Preise und Effizient sind wohl nicht zu überbieten, wir sind halt im geschäftigen/fleissigen Asien. Die Wolkenkratzer über mir schreien förmlich, abgelichtet zu werden, ein paar ganz imposante Dinger stehen hier rum. Wir marschieren langsam zurück, diesmal auf einer Parallelstrasse der ‘Tramstrasse’, die alle paar hundert Meter ihren Namen ändert. Hier hat es Sanitärgeschäfte, nicht eines, nein, gleich Dutzende und alle verkaufen in etwa die selben WCs, Armaturen, Boden- und Wandbelege. Erschöpfung macht sich breit, wir wollen wieder ein Tram als Fortbewegungsmittel. Doch nach längerem Warten kommt keins, nur ein Van der Verkehrsbetriebe zuckelt auf den Schienen an uns vorbei und schreit durchs offene Fenster: ‘No Tram Service’. Schöne Aussichten! Ob irgendwo wohl wieder eine Demo abgeht? Wir versuchen unser Glück mit dem Bussystem, diese grossen Doppeldecker fahren in einer unglaublichen Dichte durch die Strassenschluchten. 969 unsere Nummer, dieser Bus bringt uns zur HK-Macau Fährstation, ein Steinwurf vom Hotel entfernt. Auch hier ist der Preis lächerlich tief, 80 Rappen mögen’s schon sein. Die letzten paar Meter zu Fuss sind schnell zurückgelegt und wir können uns erneut dem Ausruhen widmen. Am späteren Nachmittag mache ich mich nochmals auf die Beine, möchte ich doch die Skyline von Kowloon in einem wärmeren, abendlichen Licht knipsen. Die Sonne geht früh, aber leider nicht sehr sauber unter, trotzdem mache ich ein paar Bilder, wohl mehr der Übung halber, habe die neue Kamera noch nicht im Griff. Um 18:30 Uhr machen wir nochmals einen Versuch, das gestern nicht erreichbare Dim Sum Restaurant zu finden. Dies gelingt auf Anhieb, heute keine Strassenschlacht im Gange. Das winzige Restaurant ist bereits übervoll, trotzdem kriegen wir innert kürzester Zeit einen Minitisch zugewiesen. Der Laden ist eine Goldgrube, die Gäste wohl mehrheitlich Fremdländer unserer Sorte, aber das Essen (Dim Sum eben) sehr gut und schmackhaft, einzig eine Atmosphäre gibt es hier nicht, die Stimmung eher wie in einem Tollhaus oder am Oktoberfest, allerdings ohne Betrunkene. Ein Verdauungsspaziergang steht an, wird auch erledigt, dann ab nach Hause. Die durchschlenderten Strassen,resp. deren Trottoirs erstaunlich sauber, da liegt nix rum!

Heute geht es bereits um 7:00 Uhr los, allerdings nur zum Kaffee und einer weckenden Dusche. Erneut ein improvisiertes Frühstück im Minizimmer,dann geht’s aber los, Ziel Pier Nummer 5, von dort geht die Fähre nach Cheung Chau, einer ziemlich kleinen Insel, 30 oder 45 Minuten (je nach Art der Fähre) entfernt. Immer noch gefällt mir die Stadt, trotz Hektik und dichtem Verkehr. Wir haben Glück, nach nur wenigen Minuten Warten und dem Entrichten von HKD 27 (Sonntag: HKD 38!) nimmt uns eine Express-Fähre mit. der Andrang wohl eher spärlich für hiesige Verhältnisse. Leider sind die Scheiben ziemlich undurchsichtig, somit kriegen wir von der Fahrt wenig mit, also muss halt das Free WiFi herhalten, die 30 Minuten zu überbrücken. Wir sind am Ziel und auf einem anderen Planeten. Hier scheint es einiges weniger an Eile und Geschäftigkeit zu geben. Keine Hochhäuser, dafür die Gassen eng und die zweistöckigen Häuser pittoresk. Sehr fotogen! Doch zuerst muss der Fischerhafen für ein paar Bilder herhalten, auch dieser sehr fotogen, in der Ferne ragen imposante Hügel/Berge aus dem Dunst, in der Nähe unzählige farbige Fischerboote und –bötchen. Wir schlendern durch enge Gassen und geniessen die Unhektik und das exotische Treiben hier. Das Wetter übrigens erneut ein Renner: blauer Himmel und warm bis heiss, aber mit einem kühlenden Wind: perfekt! 21,000 Einwohner soll die nur zweieinhalb Quadratkilometer kleine Insel haben. Doch nun kommt doch noch etwas Stress auf: wo sollen wir essen? Restaurants hätte es einige, aber nicht alle würden meinem Magen wohl ‘gefallen’. Wir einigen uns mit Mühe und bereits knurrendem Magen auf ein Etablissement im zweiten Stock, ohne verständliche Speisekarte wohlgemerkt. Oben angekommen, sind wir die einzigen Langnasen. Bestellt wird per Tablet und es hat sogar eine rudimentäre englische Version. Trotzdem sind wir heillos überfordert, auch die Bedienung kann uns nur wenig weiterhelfen, Englisch leider nicht ihre Stärke, aber Chinesisch auch nicht unsere….. Mit Mühe und Not kriegen wir etwas zusammen und die Bestellung landet in der kleinen Küche. Die Dim Sum schmecken sehr gut, besser als gestern, doch das Pork entpuppt sich als Knochen mit ein paar Fetzen Fleisch/Fett dran, ungeniessbar. Das Minced Chicken dann höllisch scharf und die dazu gereichten ‘Spaghetti’ mehr als nur al dente. Ein wahres Esserlebnis, Erlebnisse müssen ja nicht immer nur positiv sein. So, nun habe ich Freigang, eine Stunde ist mir gegönnt. Ich irre erneut durch die exotischen, eindrücklichen aber blitzsauberen Gassen. Es gefällt! Zurück am Fährhafen geht’s dann ohne Umschweife auf die bald ablegende Express Fähre und in 30 Minuten sind wir wieder in der üblichen Hektik. Es geht nach Hause, hier allerdings für längere Zeit zu wohnen, käme für uns eher nicht in Frage. Abends ein weiterer Versuch, in Hotelnähe zu Essen zu kommen. Wir hetzen mit tausenden anderen auch durch die Strassen und Gassen und nach einer Viertelstunde sind wir am Ziel: Mak’s Noodle, ein traditionell kantonesisches Restaurant. Der kleine Laden ist bereits ziemlich voll, doch schnell werden uns zwei Miniplätze zugewiesen, viele der Gäste, wie unsereins, Langnasen. Ich mache es kurz: das Essen ist unbefriedigend, die berühmten Nüdelchen fad, die gereichte Sauce ungeniessbar und obendrein (oder zum Glück!) die Portionen sehr mickrig. Dafür sind die Preise eher gehoben. Ziemlich ‘Underwhelmed’ spazieren wir zurück ins Hotel.

Erneut ein wunderschöner Morgen und das Wetter bleibt den ganzen Tag über auf der sehr guten, wenn auch warmen Seite. Heute soll es wieder rüber nach Kowloon gehen, doch diesmal mit der MTR. Alle Achtung, diese U-Bahn funktioniert perfekt, alles sauber ausgeschildert, ohne Probleme auch von Fremden zu benützen, die Züge unglaublich lang und in erstaunlicher Frequenz verkehrend, da muss sich Singapur mit Platz 2 begnügen! Wir steigen zwei Mal um, alles ohne Probleme, einziger Kritikpunkt: es ist schw….kalt in den Zügen. Diamond Hill unsere Endstation, hier wollen wir den Nan Lian Garden und danach die Chin Lin Nunnery besichtigen, praktischerweise liegen die beiden Sehenswürdigkeiten eng zusammen. Wir sind beeindruckt! Sehr schön angelegt der grosse Garten und die Architektur des Frauenklosters ebenfalls sehr ansprechend. Der Besucherandrang hier draussen hält sich in Grenzen, ebenfalls zum Glück die Hektik, trotz Nähe zu etlichen ‘vielberasten’ Strassen. Ein nächster Stopp soll dem Wong Tai Sin Tempel gelten. Hier endlich nun ein Tempel nach meinem Gusto, einfach schön und kitschig, aber auch sehr gut besucht. Nebenan bietet sich die riesige Temple Mall an, wir haben Durst, also zuerst rüber und ein eiskaltes Wasser heruntergestürzt. Dann melde ich mich ab, 40 Minuten sollten genügen um etliche Fotos dieses sehr schönen und farbigen Tempels zu machen. Danach ist es bereits wieder Zeit um an eine gemeinsames Essen zu denken. In der Mall hat es diverse Restaurants, wir wählen einmal mehr Shanghai Küche: Shanghai Popo. Der Laden gross und, einmal mehr, sehr effizient. Das Essen sehr gut! Die Preise moderat, eine Perle! Die Nudeln einige Klassen besser als gestern, die Dim Sum äusserst schmackhaft, was wollen wir mehr? Ein kurzer Verdauungsspaziergang zur nächsten MTR Station, wir wollen runter zur Fähre nach Hong Kong. Erneut ist das Zugfahren ein Kinderspiel und schnell erledigt, wir sind am Ziel und auch gleich an der sehr geschäftigen Nathan Road. Hier hat es uns definitiv zu viel Rummel, jeder zweite Inder will mir einen Massanzug aufschwatzen, andere versuchen es mit Uhren oder Handtaschen. Noch ein paar Minuten dem Meer entlang und dann hüpfen wir in die altersschwache Star Ferry, HKD 2.20 sind unter der Woche fällig, die erwähnten HKD 3.10 gelten fürs Wochenende. Noch sind es 20 Minuten bis zum Hotel, wir sind müde, abgekämpft, aber sehr zufrieden. Abends ein weiterer Reinfall, kulinarisch gesprochen. In der näheren Umgebung des Hotels finden wir einfach kein anständiges Restaurant. Der Kellner heute ist die Freundlichkeit in Person, natürlich andersrum zu verstehen. Das Essen, ein Chicken Curry und ein scharfes Nudelgericht eher ländlich, einfach aber doch geschmacklos. Dafür sind die Preise im Rahmen. Auf dem Zimmer dann die obligate Flasche YT (zwei für HKD 100 bei Wellcome, ein guter Preis).

Heute ist es etwas dunstig und auch sonst hat es diverse Fremdkörper am Himmel. Die Wolken lösen sich dann auf, der Dunst bleibt. wir marschieren los zum Pier 4, es gilt, eine Fähre nach Lamma Island zu erwischen. Plötzlich sind wir nicht mehr sicher, wie unser Ziel heisst, hat es doch zwei Fähren zu zwei Orten auf der Insel. Yung Shue Wan oder Sok Kwu Wan, wer kann die Namen aussprechen oder gar sagen wo welcher ist? Nach längerer Debatte nehmen wir die Fähre nach Yung Shue Wan, also noch eine Viertelstunde Wartezeit und HKD 17.80 Fährgeld abliefern  und es kann losgehen. Die Fernsicht, wie schon erwähnt, leider etwas eingetrübt, eindrücklich bleibt sie jedoch, hunderte von Hochhäusern dicht an dicht, dies sieht man nicht alle Tage. Die Fahrt dauert ein knappe halbe Stunde, wir sind am Ziel. Drei grosse Schlote begrüssen uns, dies die Lamma Power Station. Um es allen Recht zu machen, wird hier Strom mit Kohle, Erdgas, Solar und Wind gewonnen, wobei die Kohle am meisten dazu beiträgt.

Das Dorf sieht ähnlich aus, wie jenes auf Cheung Chau, auf der ersten Blick vielleicht nicht so ganz pittoresk, es fehlen die ‘malerischen’ farbigen Fischerboote im Hafen. Doch noch wenigen Minuten gefällt es uns auch hier, vor allem die erneute Antihektik geniessen wir. Viele enge und sehr enge Gassen und Gässchen, meist recht schöne Wohnhäuser und sehr viel Grün dazwischen und in der näheren Ferne. Hier könnte man/frau durchaus Urlaub machen. Um 12:30 Uhr versammelt sich die kleine Reisegruppe wieder, es geht an ein gemeinsames Mittagessen. Die Auswahl an Restaurants ist sehr gross, wir wählen eines mit Dim Sum (was sonst?) im Angebot. Die Dinger sind einmal mehr einfach wunderbar schmackhaft. Zufrieden und um HKD 134 ärmer geht jeder wieder seines Weges, Besammlung am Hafen um 14:15 Uhr, Abfahrt dann um 14:30 Uhr. Ich ‘entdecke’ noch eine winzigen, menschenleeren Strand, etwas versteckt und ausserhalb des Hafenstädtchens. Leider ist die Sicht auf die zahlreichen Inseln in der Ferne schlecht, die eine oder andere wäre sicher auch einen Besuch wert, so man könnte. Es geht zurück nach HK Central, mitten ins G’wurl. Wir beschliessen, auf ein Auswärtsessen zu verzichten, haben wir doch auf der Insel richtiges Baguette erstanden und bei Wellcome kommen wir zu gutem Parmaschinken. Diverses, einiges oder gar fast alles kann man/frau hier auch mit der Octopus MTR Karte bezahlen, nicht nur Bus- oder Fährfahrten, ganz praktisch. So bleiben wir auf dem Zimmer und haben unsere Ruhe und auch keine nicht sonderlich freundlichen Kellner. Die sechs Tage hier waren sehr interessant, meist etwas hektisch, die Mittagessen sehr gut, die Abendessen weniger, aber das kann durchaus an unserer falschen/schlechten Wahl liegen. Die Fotoausbeute gross, wenn auch noch lange nicht ‘gesichtet’, mit der neuen Kamera bin ich bisher sehr zufrieden, der Autofokus sitzt, eine wohltuende Abwechslung.

 

20. bis 30 Oktober 2019 – In der CH

Wie immer, fasse ich die Zeit in der Schweiz zusammen. Viel ereignet sich nicht. Wir machen die üblichen Besuche bei Freunden und Verwandten. Ich retourniere, einmal mehr, die Fuji Kamera, dies wohl das letzte Mal, im Januar kommt das störrische Ding auf Ricardo. Ersatz wird eine Nikon Z6, die mir auf Anhieb (hatte dies nicht auch die Fuji???) gefällt. Alle Bilder werden scharf, was will ich mehr? Das Wetter drei Tage lang auszuhalten, dann wird es kalt, nass und trüb, wir müssen dringendst weg von hier…. Aller Papierkram ist erledigt, das Steueramt beglückt uns mit diversen Forderungen, aber wir bezahlen anstandslos, wird wohl seine Richtigkeit haben. Wir buchen eine Reise für nächsten Mai: 10 Tage Rumänien, mal schauen, was uns dort erwarten wird. Auch sehe ich meine Stammtischkollegen endlich wieder einmal, auch ganz schön. Natürlich gibt’s das obligate Treffen mit dem unvergleichlichen Mister Vu, meinem ‘ Younger Brother’. Richtig zuhause fühle ich mich in Zürich und Umgebung nicht (nicht mehr?), wir scheinen uns langsam zu entfremden…..längere Zeit hier wieder zu wohnen kommt in den nächsten Jahren nicht in Frage. Es fehlen mir weitere Worte, also gibt’s noch ein paar Bilder von Zürich und aus dem Archiv.

19. Oktober 2019 – Reise in die CH

Jetzt gilt’s Ernst, eine grössere Dislokation steht an. Um 7:00 Uhr geht der Wecker, wir machen uns wohl oder übel bereit für den Abflug. Um 9:00 Uhr sind wir startklar, natürlich erst im Auto, Gail fährt uns, wie immer, zum Flughafen. Der Andrang erfrischend gering, so müsste jeder Flughafen sein. Einmal mehr müssen wir die Effizient der Southwest Airlines loben. Dazu immer noch ein kecker Spruch, es kommt keine Hektik beim sehr disziplinierten Einsteigen auf, alles Voll-Easy. Der Flieger vollbesetzt: 175 Nasen/innen. Der Flug kurz und ereignislos. In Las Vegas die übliche Jahrmarktsstimmung, heut ist ja Samstag, es hat also noch mehr Spielwütige/süchtige. Wir haben Zeit, Edelweiss geht, resp. wohl eher fliegt erst um 17:20 Uhr. Rüber in den zum Glück sehr schwach frequentierten Terminal 3, hier gibt ja auch internationale Flüge, neu sind, glaube ich, KLM und Hainan Airways dazugekommen, ob Condor noch fliegt, weiss ich nicht, Hauptsache Edelweiss tut dies. Wir verdrücken unsere hausgemachten belegten Brote, hier etwas Essbares in akzeptabler Qualität und annehmbarem Preis zu kriegen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die A340 hat eine halbe Stunde Verspätung, dies wird sie später leider nicht wieder aufholen. Das Einsteigechaos wie gehabt, jeder steht zuvorderst und will als erster rein. Zahlreiche Aufrufe, man/frau solle doch bitte sitzen bleiben und auf die jeweiligen Sitzreihen-Aufrufe warten, fruchten nichts. Dann wird’s auf Deutsch versucht, Erfolg bleibt ebenfalls aus. OK, wir und 303 andere Flugschamlose sind drinnen und es kann losgehen. 10:20h müssten auszuhalten sein. Das Essen medioker, aber geniessbar, der Wein immer noch gut, aber immer teurer: CHF 8 das Fläschchen. Kein Kindergeschrei, wunderbar und auch die Nachbarn sind gut zu ertragen. Flug erledigt, wir landen in Kloten im erwarteten Hochnebel. Wir werden freundlicherweise abgeholt und nach Langnau spediert. Der nur kurze „Alltag“ hat uns wieder, zum Glück nur für 10 Tage.

14. bis 18. Oktober 2019 – Tucson, AZ

So, ab heute ist Schluss mit Campieren und zwar für ein halbes Jahr. Die letzten Arbeiten stehen an, das Leeren der Tanks wohl die wichtigste Sache. Die Dump Station hier grosszügig angelegt und sauber (was nicht immer überall der Fall ist). Dann holpern wir auf der ziemlich schlechten Strasse rüber auf den Ajo Way. Nach ein paar langsam hektischer werdenden Meilen geht’s kurz auf den Freeway #19 und dann ebenso kurz auf den I10. Unser erstes Ziel ist erreicht: W.W. Williams. Hier sollen der Ölwechsel und allgemeine Kontrollarbeiten erledigt werden. Die Sache einiges teurer als bei Holmes Tuttle Ford, doch dieser bietet seinen Service nur noch für RV bis 20 Fuss an. Der Laden macht einen kompetenten Eindruck, die Leute sind freundlich und das WiFi schnell. Wir warten fast anderthalb Stunden, dann ist der Wagen ‘gemacht’ und wir müssen USD 186 über den Tresen schieben. Weiter geht die Fahrt, nächstes Ziel Barnes & noble, wie brauchen noch zwei Reiseführer. Dann weiter zur Park Place Mall, hier leiste ich mir erneut ein Stück Pizza, doch leider nicht mehr so gut wie im April, aber für USD 4.50 kann nicht ein Gourmetmahl erwarten. Und weiter geht’s, wir müssen noch den Tank füllen und dies bringt uns um knapp USD 100, trotz tiefem Benzinpreis von USD 2.56 bei Speedway, nicht die Strasse hier, sondern die Tankstellenkette. Diese hat 3,900 Filialen und soll die zweitgrösste Convenience Store Betreiberin der USA sein. Weiter geht’s, diesmal nur ein paar Meter über die Kreuzung Broadway/Wilmot bis zu Right Space. Hier soll unser Gefährt einmal mehr für ein halbes Jahr eingemottet werden. auch hier dreht man kräftig, trotz Nullinflation, an der Preisschraube: USD 79.95 pro Monat. Aber der Laden ist seriös und auch videoüberwacht, sogar Bewegungsmelder sollen installiert sein, ab 20:00 Uhr kein Zutritt mehr, bewegt sich dann noch was, geht der Alarm los. Letzter Stopp natürlich bei Gail. Nun wird erst einmal viel geplaudert. Wir immer können wir den Camper bei Kenny parkieren, diesmal jedoch belassen wir es bei drei Tagen, am Mittwoch geht’s definitiv in den Storage. Abends dann Apéro und ein Abendessen ‘daheim’, morgen soll’s dann zu Thirsty’s gehen.

Die Tage kann ich zusammenfassen: Packen, Räumen, Essen, Trinken und Plaudern. Die Hamburger bei Thirsty’s sehr schmackhaft, die Bedienung charmant, die Preise sehr moderat: USD 37 für drei Leute, ohne Tip. Wir sind auch bei Mike & Robert zu Gast, mit dabei auch Grace, die 80 jährige Weltenbummlerin. Dies interessante Dame reist einiges mehr als wir zwei, aber Flugscham scheint sie nicht zu kennen. Das Wetter immer sehr gut, wenn auch noch auf der eher heissen Seite. Am Wochenende soll drei dritte Wintersturm innert drei Wochen kommen, natürlich nicht bis hier runter, aber Idaho, Montana, Colorado, etc. wird’s schon treffen.  Natürlich fehlt auch der halbjährliche Schwatz mit den Nachbarn Frank & Shirley nicht. Nochmals ein Auswärtsessen: Beyond Bread, Freitags ist das köstliche Salmon Sandwich auf der grossen Karte. USD 11 teuer, aber gross und, wichtiger, sehr schmackhaft. Die Zeit hier ist um, morgen geht’s ein Haus und ein paar Tausend Meilen weiter.

12. und 13. Oktober 2019 – Gilbert Ray CG, Tuscon, AZ

Etwas wärmer heute: 12° draussen, trotzdem ein kurzer Griff zur Heizung, 14° in der Stube ist etwas frisch für uns. Heute kurven wir rüber gen Westen in den Gilbert Ray Campground. Als verabschieden wir uns von unseren Freunden und die Reise kann losgehen. Erster Stopp: Trader Joe’s im nahen Oro Valley. Der Laden ist sehr gut besucht, es ist Samstag und hier hat man/frau meist Geld und ernährt sich (hoffentlich) auch gesünder. Die Fahrt über Nebenstrassen und eine kleineren Pass (nicht der Gates Pass) dauert seine Zeit, die Strassen meist eng und sehr kurvig, müssen doch die Tucson Mountains überwunden werden. Das Gewichtslimit über eben diesen Pass wäre 12,000 lbs, da sind wir wohl leicht drüber…… Endlich sind wir auf dem altbekannten Camping und suchen uns ein Site, einer der grossen Loops ist geschlossen, so ist die Auswahl merklich kleiner und alleine sind wir auch nicht hier. C4 unsere Wahl, gleich neben einem stattlichen Saguaro. Es ist heiss: 35°, so muss erneut die A/C beansprucht werden. Diese verrichtet ihren schweren Dienst sang-, aber leider nicht klanglos. USD 20 immer noch der Preis, die Facilities immer noch ‘brauchbar’, aber nicht überragend, vergeblich sucht der verschwitzte Reisende hier eine Dusche, doch zumindest ist eine Dump Station im Angebot. Strom wird natürlich geliefert, ohne wäre der Platz wohl kaum so gut belegt. Die A/C muss wieder her, es ist heiss! Die treue Klimaanlage verrichtet ihren Dient ohne zu murren, nur halt leider etwas laut. Zwischen Apéro und Abendessen mache ich meine üblichen Kaktusaufnahmen, immer noch habe ich keinen besseren Standort gefunden, als den seit nun etlichen Jahren benutzten. Die Sonne geht perfekt unter, doch es schient etwas Schmutz in der Luft zu haben, die Farben werden nicht knallig, eher ‘verhalten’. Ich passe heuer sehr gut auf, wohin ich trete, die Klapperschlange letztes Jahr war mir eine Lehre. Nach Sonnenuntergang gibt es dann noch eine Zugabe, der Himmel verfärbt sich in den knalligsten Farben, keine Fotos, aber mit Augen und Herz genossen. Es kühlt hier oder heute nur langsam ab, 20:00 Uhr und immer noch 25°, aber wir wollen uns nicht beklagen.

 

15°, drinnen und draussen. Der letzte Campingtag dieser Saison! Viel unternehmen wir nicht, Aufräumarbeiten stehen an, eine oder auch zwei Runden durch den grossen Campingplatz, das wär’s auch schon. Auch heute ist es unangenehm heiss: 36°, so muss die A/C wieder für ein paar Stunden in Betrieb genommen werden. Am späteren Nachmittag ziehen unerwartet Schleierwolken von Südwesten heran, da wird wohl nix mit Kaktus im Abendlicht. Morgen um 10:00 Uhr geht’s in die Garage, Ölwechsel und andere ‘autotechnische’ Dinge müssen erledigt werden. Trotz der Wolken wäre der Sonnenuntergang mittelprächtig bis gut geworden, doch ich habe ja schon eine ganze Menge von Saguros im Abendlicht, also kann ich meine Zeit voll und ganz dem Apéro und dann dem letzten Abendessen im Camper widmen. Wie alle die Jahre zuvor schleicht sich ein komisches Gefühl ein, ist halt doch unser Zuhause, das Wohnmobil, wenn’s auch zwischendurch einmal eng wird und wir uns nach mehr Platz sehnen.

 

10. und 11. Oktober 2019 – Catalina State Park, Oro Valley, AZ

Die Nacht war angenehm frisch und die Temperatur lässt sich Zeit in die Höhe zu klettern. Es geht weiter, runter in den heissen Zeil von Arizona. Strasse #87 soll uns dabei helfen, die Fahrt anfangs noch recht waldig und mit imposantem Ausblick auf unzähligen Bergketten. Dann geht es unerbittlich in die Tiefe, aber erst bei 3’000 Höhenfüssen erscheinen die ersten Saguaros, immer ein imposanter Anblick. Noch vor Beginn des Grossraumes Phoenix biegen wir links weg auf einen Nebenstrasse, Forest Road #204 genannt. Diese bringt und durch wunderschöne, immer noch (oder schon wieder?) grüne Wüstenlandschaft. Wir passieren den Saguaro Lake, der Salt River wird hier aufgestaut. Natürlich ist auch Boating in Angebot, ein Halt an einem der diversen Parkplätze würde uns sofort Geld kosten, es sei denn, man/frau ist im Besitze eines Tonto Passes. Die Forest Road wechselt nun etwas grossspurig auf den Namen North Bush Highway und nach ein paar weiteren, menschleeren Meilen geht’s erneut links weg, diesmal auf die North Usery Road. Dies Strasse bringt uns an den äussersten Rand von Phoenix, fast schon in Apache Junction und hier beginnt die Zivilisation. Überall grossflächige Einfamilienhaussiedlungen, mitten in der praktisch nackten Wüste, Tankstellen an jeder Strassenkreuzung, ebenso Convenience Stores und auch ‘richtige’ Grocery Stores. Ungebremstes Wachstum! Woher kommt wohl all das benötigte Wasser? Wir erreichen den geschäftigen Superstition Freeway (#60) und kurven auf diesem einige Meilen ostwärts bis Florence Junction. Hier geht’s rechts weg auf die Nummern 80/79, die Landschaft nun flach und recht langweilig. Florence, die Welthauptstadt der Gefängnisse, erscheint mitten in der Wüste. Auf den ersten Blick zähle ich drei Correctional Facilities. Lunchhalt machen wir weiter südlich, hart an der Strasse, aber viel Auswahl haben wir hier draussen in der Pampa nicht. Orcale Junction ist nicht mehr weit, nun gibt’s schlagartig wieder Zivilisation und nicht zu knapp. Wuchert Tucson nun schon bis hier rauf? Wieder erscheinen riesige Siedlungen, alles schaut brandneu aus, wieder meine Frage nach dem Wasser…… Wir stoppen bei Walmart, gleich gegenüber des Eingangs zum Catalina State Park, unserem heutigen Ziel. Wie es der Zufall so will, steht auch Peter’s Hurricane auf dem Parkplatz, also kurzes Hallo und jeder geht seine Wege, wir sind ja quasi Nachbarn im erwähntem State Park und auf einen Abendessen bei uns verabredet. Kein Müesli bei Walmart, eine Schande! Rüber geht’s in den Park, dieser ist sehr gut bis übervoll belegt. Doch wir haben eine Reservation und können sogar noch eine Nacht anhängen, doch nicht alles ausgebucht. USD 30 der Preis (USD 5 Reservationsgebühr über Internet oder Telefon!), geboten werden grosszügige Sites, sehr gute sanitäre Anlagen und, man/frau staune, ein ganz passables WiFi. Natürlich ist auch eine Dump Station im Preis inbegriffen, nicht wie oben in Payson…. Es ist heiss, wir brauchen die A/C, doch nach drei Stunden ist es drinnen kalt und draussen zu ertragen, also A/C aus und alle Fenster und Türen auf, es lebt sich so einiges angenehmer, da ruhiger. 17:30 Uhr naht unerbittlich, Apérozeit zu viert, resp. die fünft, Leila ist auch mit von der Partie. Wir sitzen draussen und trinken, plaudern und snacken. Nahtlos geht’s über zum Abendessen, ein Red Curry wird serviert. Erst um 21:00 Uhr lösen wir unsere, doch etwas laute Tafelrunde auf und ziehen uns in unsere jeweiligen Heime zurück. Ein sehr schöner Abend! Es hat wunderbar abgekühlt, zarte Naturen würden bereits von kühl bis kalt sprechen.

10° und12°, also doch etwas kühl! Um unseren Propanvorrat noch etwas zu reduzieren heizen wir mit Furny. Erneut ein wolkenloser Tag, leider bald einer der letzten, in 8 Tagen geht’s in die CH. Heute wollen wir ein wenig das Wanderbein schwingen. Doch zuerst kümmern sich Peter & Erin um eine Verlängerung, wollen sie doch noch bis Sonntag bleiben. Für morgen Samstag ergattern sie das letzte freie Site, heute haben sie bereits einen neuen Platz und für Sonntag sei es überhaupt keine Problem. Erin fährt uns drei zum Ausgangspunkt diverser Kurzwanderungen. Wir machen uns auf in die schöne Natur, die Temperatur nun bereits recht hoch, doch es ist auszuhalten. Erin bleibt mit Leila beim Camper. Nach anderthalb kurzweiligen Stunden sind wir zurück, es geht zum Camping und jederman/frau/hund hält Siesta. Nächstes Zusammentreffen: 17:30 Uhr zum Apéro in Costa Rica. Der Apéro mutiert zum Apéro riche und zieht sich in die Länge, was aber keiner der Beteiligten zu stören scheint. Um 20:30 Uhr ist Schluss und ein Abendessen brauchen wir keines mehr, haben mehr als genug ‘gefuttert’. Wir hoffen, dass wir unsere Costa Ricaner auch nächstes Jahr irgendwo wieder treffen werden.

 

7. bis 9. Oktober 2019 – Flagstaff und Payson

Ich fasse diese ‘Überführungstage’ zusammen. Der Water Heater nebenan ging die GANZE Nacht über an und ab, von Schlaf, sogar mit Ohropax, kann nicht gross gesprochen werden. Leicht mürrisch stehen wir auf und machen uns auf den langen (170 Meilen) Weg runter in unseren Heimatstaat Arizona. Die Fahrt anfangs natürlich noch John Wayne (genauer wohl John Ford, der Regisseur) mässig: rote Sandsteinzinnen wohin das Auge reicht. Nach Kayenta wird die Landschaft dann recht eintönig, der Sandstein ist weg, nur noch in der Ferne ist dieser noch auszumachen. Tuba City, die nächste Ansiedlung, hat sich recht ‘gemausert’, vorbei ist das Dorf im Dornröschenschlaf, überall neue Hotels/Motels und ein schöner Bashas’ erwarten den verwunderten Reisenden. Der Touristenandrang natürlich enorm, jederman/frau kommt wohl vom Grand Canyon und will ins Monument Valley oder eben auch umgekehrt. Das Fahrt kann weitergehen, nun noch eine Spur langweiliger, aber bald mit noch mehr Verkehr, kommt nun noch der Touristenstrom von Page/Lake Powell dazu. Es ist wirklich Höchstsaison! Die San Francisco Mountains kommen immer näher, recht eindrücklich nun, die Berghänge dunkelgelb verfärbt. Humphreys Park, immerhin 3,850 Meter hoch und der höchste Berg in Arizona trägt noch keine Schneekappe. Könnte jedoch in den nächsten paar Tagen der Fall werden, drückt doch eine sehr kalte Kaltfront von Kanada weit runter. Im Yellowstone werden Tiefsttemperaturen von minus 18° erwartet. Flagstaff ist erreicht und damit auch noch mehr Verkehr, der 89er wird hier zum Teil schon dreispurig (pro Richtung) geführt. Boomtown! Wir fahren eine Meile weiter alles nötig wäre, um zum RV Park zu gelangen, ein Safeway bietet sich nämlich an, unsere Weinvorräte aufzubessern. Der Laden sehr schön, wenn auch wie immer) nicht ganz billig. Doch unsere Lieblingsweine (diesmal nicht der YT) sind freche USD 3 billiger zu haben. USD 6.99 & Tax die Flasche, wir müssen zugreifen. Gnarly Head ‘Old Vine Zin’ und ‘1924 Double Black Red Wine Blend’, ebenfalls von Gnarly Head, nennen sich die beiden Verführer. Praktischerweise parkieren wir in der Nähe von McDonald’s und so kann ich mich ungeniert dessen WiFi bedienen und es ist sogar ziemlich flott und sehr schnell! Nun kann es zurück auf den auserwählten Campground gehen. Greer’s Pine Shadows heisst die Anlage sehr nahe der Strasse, was der nebenan liegende KOA ebenfalls wäre. Doch hier kriegten wir, wie wir leider zu spät feststellen, zumindest WCs und Duschen. Unser Platz hingegen bieten für USD 39.50 KEINE solchen selbstverständlichen Annehmlichkeiten. Wir sind sprachlos! Zumindest kriecht das WiFi vor sich hin. Da haben wir ja eine schöne Niete gezogen! Was es im Überfluss hat, ist Strassenlärm, doch dieser legt sich dann spätabends etwas.

 

 

In der Nacht war es anständig ruhig, die Temperatur bei 7°, aber es wird ja langsam Winter und wir sind auf über 7,000 Höhenfüssen. Ohne Kaffee und Frühstück kurven wir die paar Meilen Richtung Stadt, Ziel das Walmart Supercenter mit anständigen Toiletten. Der morgendliche  Berufsverkehr erinnert stark an Zürich, nur sind hier die Autos einiges grösser! Ohne Problem findet sich ein Parkplatz bei Walmart, hier wäre eine Übernachtung nicht erlaubt, trotzdem steht in der hintersten Ecke ein Pickup Camper und draussen steht ein…..Generator! Ein Kaffee muss her! Dann ein Frühstück und ein Einkaufsbummel. Ich bleibe in der warmen Stube und lösche Bilder, nebenbei benutze ich das WiFi des nahe Hotels La Quinta Inn, das Walmart Wifi ist zu schwach hier draussen. Es kann losgehen, heutiges Tagesziel Payson, nur noch auf 5,000 Füssen, aber hoffentlich nicht übermässig warm/heiss. Die Fahrt in die (relative) Tiefe nicht weiter zu kommentieren, eher langweilig. Saguaros bekommen wir noch nicht zu Gesicht, dafür sind wir noch zu sehr in der Höhe. Bei Camp Verde geht’s runter vom zum Teil sehr schlechten Freeway auf den General Crook(!?) Highway. Die Fahrt nun wieder etwas gemütlicher, es geht wieder in die Höhne, 7,000 Füsse werden’s dann schon sein. In der Nähe sehen wir eine grössere Rauchsäule in den stahlblauen Himmel ragen, eines der wenigen dies Jahr gesehenen Feuer, Gott sei Dank. Nach 120 Meilen erreichen wir Payson, resp. das grosse Home Depot. Lunch ist fällig! Dann geht’s rüber in den wirklich stadtnahen Forest Campground mit Namen Houston Mesa. Die Anlage ist riesig, verteilt auf diverse Loops. Sehr ansprechend gemacht, diverse Sites an der prallen Sonne, andere im Schatten, wir wählen Halbschatten. Der Preis: USD 26! Ohne Strom, ohne Dump Station (USD 10 extra!), dafür mit vielen Flush Toilets und noch mehr Verkehrslärm, leider. Wir bezahlen für eine Nacht, schauen wir mal…… Das kommende Wochenende ist Columbus Day Weekend, aber natürlich ist der halbe Platz jetzt schon mit Kindern belegt, die Eltern meist auch dabei. Es ist warm, richtig angenehm, nicht die Hitze von Südarizona. Gegen Abend kühlt es wunderbar ab, unser Site bereits seit längerem im Schatten und so ist nix mit lange ‘compüterle’. Hier soll es, neben ‘Rasselschlangen’ auch Bären haben, entnehmen wir dem ausgehändigten Flyer. Wir treffen auf weder noch. Der Verkehr am Abend dann enorm, doch nach 21:00 Uhr lässt er nach.

8° auf 1,500 Meter in Mittelarizona sind nicht alle Welt! Sonne haben wir keine, erst gegen 9:00 Uhr (unsere alte, bessere Zeit: 10:00 Uhr) gibt’s Licht auf die Kollektoren. Doch Furny arbeitet auch mit dem vorhandenen Batteriestrom einwandfrei. Kurze Diskussion und wir verlängern um eine Nacht. Aufräumarbeiten stehen an, der Camper wird in ein paar Tagen eingemottet, der übliche sechsmonatige Winterschlaf steht an. Ist die Zeit doch schon wieder vorbei, sappertoni! Aber es geht ja nicht zurück an die Arbeit sondern neuen Zielen auf der Südhalbkugel entgegen. Am Nachmittag kurven wir in die geschäftige Stadt und kaufen noch dies und das, aber der Hauptgrund für unseren Besuch wohl der anstehende Car Wash. Die Anlage auf den ersten Blick imposant, doch Wear and Tear wohin man genauer schaut, USD 15 der stolze Preis für ein wieder einigermassen sauberes Fahrzeug. Zurück auf dem heute eher spärlich belegten Campground, geht’s an die Feinarbeit. Doch bald ist Apérozeit und wir hören auf mit der Putzerei. Das Wetter übrigens perfekt, 25° und ein kühler Wind, damit können wir sehr gut leben. Der Verkehr scheint heute deutlich geringer zu sein, bereits ab 19:00 Uhr ist es ziemlich ruhig, auch auf dem Campingareal, wunderbar! Die Kälte kommt, hoffentlich sind wir vor dem massiven Wintereinbruch unten in Tucson. Im Needles sind -5° angesagt, im Yellowstone -7°, dies aber die Höchsttemperatur! In der Nacht gibt’s dann -22°. In Denver ist das Thermometer von 28° auf MINUS 7 gefallen, dies übernacht. Nach der bitteren Kälte wird ein Schneesturm erwartet, letzte Woche gab’s ja bereits Rekordschneemengen, allerdings nur in den höheren Lagen, diesmal werden auch tiefere Lagen nicht verschont bleiben.

 

6. Oktober 2019 – Monument Valley UT/AZ

Eine doch recht kühle Nacht: 6° zu 8°! Die Sonne lässt sich Zeit, ein grösserer Sandsteinhügel trennt uns von ihr, resp. ihren wärmenden Strahlen. Doch die Batterien gehören noch lange nicht ins Altersheim, die Gasheizung läuft perfekt, die Spannung fällt nur auf 12.6 Volt, immer noch alles im grünen Bereich. Wir nehmen Abschied von diesem, einer (für uns) schönsten Plätze dieser Welt und kurven raus, resp. hoch nach Monticello. Der Gegenverkehr ist enorm, die Landschaft jedoch noch enormer. Der schönste Abschnitt wohl um die Dugout Ranch, hier möchte ich, wie schon früher erwähnt, sehr gern eine Kuh sein, die Landschaft einfach nicht zu beschreiben! Schluss mit den Lobhudeleien und Superlativen, wir kurven hoch in die Abajo Mountains, es winkt Herbstlauf auf uns herab. Diese Strasse ein paar Meilen kürzer. als die ‘normale’, dafür ein paar Minuten länger, doch der Aufwand lohnt, die Aussicht enorm, die Sicht leider etwas eingetrübt, das Herbstlaub knallgelb, wenn auch ziemlich zittrig, der Wind, der Wind… Es ist kalt hier oben, der höchste Punkt knapp 2,700 Meter über Meer. Wir sehen rüber nach Colorado und New Mexico, mit etwas ‘Gummihalsen’ auch nach Arizona runter. Doch was rauf geht, muss auch runter, die Abfahrt nach Monticello dann sehr steil, doch dank Tow Haul kein Problem für die Bremsen. Ein erster Stopp erst in Blanding, die Toiletten des schönen Vsitor Center (Sonntag geschlossen) 24h offen, alle Achtung! Erstmals sehen wir einen Tesla ‘tanken’, hat es hier doch eine solche ‘Tankstelle’. Die Fahrt geht weiter, die Landschaft nun eher langweilig, Bluff ist erreicht, das Twin Rocks Café hat (einmal mehr!) seine Türen geschlossen, also wird nix mit auswärts essen. Also weiter nach Mexican Hat, hier parkieren wir vor einem (verlassenen?) Motel und verdrücken unseren Lunch. Die vorher durchfahrene Landschaft natürlich eine Augenweide, führt die Strasse doch (erneut) durch die Comb Ridge und streift danach das Valley of the Gods. Rötester Sandstein hat hier das Sagen. Weiter, nur noch etwas über 20 Meilen und wir erreichen das vielbesuchte Monument Valley. Am Forrest Gump Standort natürlich der übliche Menschenauflauf, jederfrau/man will hier ein Selfie machen. Ohne Halt geht’s durch bis zum Goulding’s RV Park. Der Laden hat uns seinerzeit alles andere als gut gefallen. Jedem eine zweite Chance! Und die wird genutzt, die Leute diesmal sehr freundlich und speditiv, der Preis: USD 44.13, geradezu ein Discountpreis zieht man die weltbekannte Lage mit in Betracht. Die Facilities sehr gross und sauber, heuer sind die Duschen bis 21:00 und nicht nur bis 19:00 Uhr geöffnet. Was blieb, sind die engen Sites und der enorme Besucherandrang, hauptsächlich Mietwohnmobile mit Überseeischen temporären Bewohnern. Flugscham? Denkste! Das Wetter übrigens perfekt, keine Wolke am blauen Himmel, aber ein kühler Wind treibt sein nicht weiter störendes Unwesen. Wir fahren nicht raus zur Attraktion, den Mittens, USD 20 wären zu entrichten, doch diese Felsen habe ich nun wirklich schon in allen Variationen abgelichtet. So bleiben wir auf dem sich immer mehr füllenden Camping und hören den zahlreich vor sich hin ‘zischenden’ Water Heaters zu, der Lärm nervtötend. Es gibt nun neuerdings einen sehr gut bestückten Supermarkt, natürlich auch von Goulding’s betrieben, eine knappe Meile vom Camping weg, zu Fuss nicht machbar, da die Strasse zu eng und der Verkehr zu stark ist, also geht’s per Mobil runter. Der Abend dann eben nicht ganz auf der leisen Seite, aber die meisten der Anwesenden sind ja im Urlaub und geniessen den Nichtalltag, während wir den Alltag versuchen zu geniessen. Es wird gefeuert, was das arme Holz hergibt, der Sinn dieses Rituals, anders kann ich dies nicht bezeichnen, bleibt mir immer noch verborgen. Also muss halt Musilk her und wir vergessen das bunte Treiben um uns herum. Ach wie schön war doch die Woche im Needles! Also noch ein letztes Bild……

 

 

28. September bis 5. Oktober 2019 – Needles, Canyonlands NP

Wir müssen nicht früh auf, die Fahrt heute 50 Meilen und wir haben ja eine Reservation beim Needles Outpost RV Park in der Tasche. Das Wetter einmalig, die Temperatur bereits erstaunlich hoch: 12°, dies auf über 2,000 Meter Höhe. Nach Dusche und Morgenessen und Anruf nach Bülach geht’s in die Stadt, wir bunkern noch relativ günstiges Benzin zu USD 3.00 die Gallone. Weiter geht’s, dem Paradies entgegen, der Verkehr hält sich im Rahmen, mehrheitlich natürlich RVs und Lastwagen. Die Fahrt muss ich nicht zum x-ten Male beschreiben, einfach unvergleichlich schön. Der Needles Outpost ist erreicht, wir checken ein, suchen uns ein einigermassen ebenes, sandiges Site und lassen ein Tischtusch als Beweis unserer Okkupation hier. Es geht weiter in den nahen Park, wir möchten uns, trotz Starkwind, etwas die Füsse vertreten. So kurven wir zum grossen Parkplatz im A-Loop (First Come – First Served) und passieren doch um 11:30 Uhr an einem Samstag ein noch freies Site! Ungläubig fahren wir weiter, doch nach wenigen Metern drehen wir um und schnappen uns diesen Platz, ehe es ein anderer tut. Site #5 ist nicht sehr gross, hat wenig Umschwung und Null Schatten. Aber in Anbetracht des kommenden kühlen Wetters ist dies eher von Vorteil. Nun marschieren wir den Rest des weitläufigen Loops ab, morgen und  übermorgen würden einige Sites freiwerden. Wir bezahlen vorerst nur für eine Nacht, vielleicht werden wir morgen zügeln. Lunch steht auf dem Programm, dann fahren wir die paar Meilen wieder raus zum Outpost und beichten unsere neue Situation, wir verschieben einfach unsere Reservation auf kommenden Samstag, beide Seiten sind einverstanden. So gelten die USD 22.50 für nächste Woche, keine finanzielle Einbusse, perfekt! Nun wieder, definitiv, in den Park der Pärke, einer der schönsten National Parks für uns. Weniger schön immer noch der extrem böige Wind, Sturmspitzen bis 55 mph sind angesagt. Also wir nicht viel mit spazieren. Erst um 16:30 Uhr verdrücke ich mich für eine Stunde zwischen die zahllosen Felsen und suche einen Weg für meine morgendlichen Fotoabenteuer. Nicht ganz einfach, auf dem Rückweg stehe ich zwei Male vor einem unüberwindbaren Abgrund und muss mir einen neuen Weg suchen. Mit nur einer Minute Verspätung bin ich zurück, Apéro-time! Leider kein weiteres Ausrücken, der Wind ist zu stark und rote Sandsteinfelsen habe ich schon genug in meinem Portefeuille. Das Handicapped (korrekter wohl: People with Mobility Issues) Site neben uns bleibt leer. Dies wäre ab 20:00 Uhr auch für ‘normale’ Camper zu haben. Unisex Toiletten heissen hier neuerdings Gender Neutral. Ohne Orkan würde es sich hier ganz gut leben lassen…..

 

Der Wind war auch in der warmen Nacht sehr aktiv! 19° zu 20° die Situation um 7:30 Uhr. Zum Wind gesellen sich nun noch riesige Wolkenschiffe die gen Norden ziehen. Ein früher Wintersturm werde unerwartet grosse Schneemassen in den Rockies bringen. Im Yellowstone fällt das Quecksilber in der Nacht auf Minus 10°! Auch hier wird es in drei Tagen nur noch 4°, allerdings plus,  in der Nacht. Seit 1934 soll es nicht mehr einen solch starken Sturm mit Rekordschneemengen gegeben haben, wissen die allwissenden Medien zu berichten. So üben wir uns vorläufig in Stubenarrest, auch ganz bequem. Zwischendurch tanze ich allerdings auf den fotogenen Felsen vor der Haustüre rum, die Wolkenstimmungen dramatisch, es gibt sogar Regen. Die Regentropfen füllen sich an wie kleine Nadeln, der Orkan erneut der Schuldige. Die meiste Zeit jedoch sind wir leider drinnen, der Orkan zu unangenehm. Lediglich ein Verdauungsspaziergang liegt drin und dieser bei relativer Windstille. Ist dies bereits das erhoffte ende des ewigen Sturmes? Leider nein, kurze Zeit später rüttelt es wieder an unserem Heim, dass einem Angst und Bange werden könnte. Doch heftigen Wind hatten wir hier schon etliche Male, keine Wetteranomalie.

 

Der Wind hat endlich gegen die Morgenstunden nachgelassen. Es ist drei Grad kühler und der Osthimmel ist mit dicken Wolken verziert. Doch die Sonne macht nach kurzer Zeit auch solchen, eben kurzen, Prozess. Der Himmel stahlblau, die Luft nun wieder sehr klar, der Wind in erträglichem Rahmen, aber es ist doch merklich kühler als die letzten Tage. Keine Ausrede, wir machen den Squaw Flat Loop. 7.6 Kilometer, immer rauf und runter, zwischendurch auch einmal ein ebenes Stück. Wunderschön! Leider fehlen natürlich die blühenden Kakteen, welche uns im Mai so begeistert hatten. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön und das Wanderaufkommen erstaunlich gering, was machen all die Leute hier auf dem immer vollen Camping wenn nicht wandern? Wir üben an unserer neunen Wandermethode: langsam. So brauchen wir diesmal über viereinhalb Stunden für den ganzen Loop. Trotzdem lege ich danach einen Kurzschlaf ein, verboten ist dies ja nicht. Unsere Nachbarn sitzen immer noch in ihrem grossen Airstream Trailer und hören Radio. Ein herrlicher Tag, morgen heisst es nun endlich für mich früh raus zu den Nadeln. Nach dem Apéro renne ich nochmals rauf auf die nahen Felsen und bin erst kurz nach Sonnenuntergang wieder daheim. Es ist einfach wunderschön hier draussen!

 

Zum Glück bin ich schon früh wach, der Wecker wäre erst um 5:55 Uhr abends los. Wieder einmal Mühe mit AM und PM! Es ist dunkel, der Sterne sind da viele. Es muss also losgehen. 13° ist nicht schlecht, eher leichte Kluft ist angesagt. Eine neue Route für mich, natürlich bin ich überfordert, der grösste Feind eben die Dunkelheit, kein Vollmond hilft mir, meine beiden Taschenlampen erhellen nur die nähere Umgebung. Doch ich finde meinen Weg, wenn er auch ein langer und im wahrsten Sinne steiniger ist. Ich bin zu früh dran, aber warten kann ich ja immer. Das Predawn kommt, wenn auch eher schwach, dann die fahlen 10 Minuten und das erste Licht trifft auf die Nadeln. Auch dieses Licht eher fahl, doch rot ist es allemal. Nach diversen Panos habe ich es einmal mehr gesehen, der längere Rückweg kann angetreten werden, diesmal satte 30 Minuten. Nach dem Frühstück geht’s los, wir wohlen einen, den grössten Teil hoffentlich, des Peekaboo Trails ‘machen’. Das Wetter perfekt, der Wind fast etwas auf der kühlen Seite. Nach zweieinhalb Stunden drehen wir um und sind auch nach fünf Stunden wieder zurück beim Camper, eine sehr, sehr schöne Wanderung, aber das sind sie ja alle hier……. Apéro heute um 17:00 Uhr ich möchte danach erneut raus, resp. rauf in die Steinlandschaft. Kurz vor 19:00 Uhr bin ich zurück und alsbald laben wir uns an einen formidablen Kao Soi. Der Verdauungsspaziergang dann während des sehr roten Afterglows, aber ich kann nicht noch mehr rote Steine fotografieren. Der Abend erneut wunderbar ruhig, der zwischendurch aggressive Wind hat sich gelegt.

 

Ich geniessen den Sonnenaufgang aus dem Stubenfenster, eine wunderschöne Sache, auch ohne Kamera. Dann geht’s wieder bis 8:00 Uhr ins warme Bett, 14°, resp. 12° sind nicht eben viel. So muss wohl kurz Furny zum Einsatz kommen. Es ist heute eine Spur kühler als auch schon, somit fühlt sich der wieder aufkommende Wind noch kälter an. Keine grosse Wanderung ist anstehend, ich möchte einfach in der Gegend ‘herumturnen’, immer auf Sandstein, versteht sich. Die Kryptobiotische Kruste gilt es um jeden Preis zu vermeiden und dies ist nicht immer ganz einfach, sind diese kleinen, schwarzen Erdhäufchen doch fast allgegenwärtig. So sind wir nach knapp zwei Stunden wieder zurück und denken sogleich an ein Mittagessen. Danach muss ich endlich mit meinen Bildern aufräumen, meine beste Waffe/Hilfe immer noch die Delete Taste. Um 16:00 Uhr mache ich mich nochmals auf die Socken, es hat sicherlich Steine, die ich noch noch nicht fotografiert habe. Natürlich finde ich genügend ‘Material’, der Speicherchip ist geduldig und gross. Exakt zur üblichen Apérozeit bin ich zurück, den YT Chardonnay lass ich mir nicht entgehen. Abends eine Art ‘Fischstäbli’, grossspurig als Fish Fillets’ deklariert, schmecken diese aber wir Fischmus im Teigmantel, heben wir uns den Fisch lieber bis Australien oder besser noch Teneriffa auf. Die Farben vor, während und vor allem nach Sonnenuntergang sind spektakulär, leider ohne Kamera und nur auf der Verdauungsrunde erlebt. Erneut ein totenstiller Abend hier im Paradies.

 

Es ist 9° und 6:20 Uhr, Zeit für mich einmal mehr zum Berg hoch zu pilgern. Doch diesmal sind es nicht die Felsnadeln, sondern der beiden Zwillingstürme hinter dem Campingplatz, bequem innert 20 (Kletter-)Minuten zu erreichen. Das Predawn Licht wird grandios! Ich bin im Himmel, nein, im Paradies, habe ich ja gestern erwähnt. Das extrem farbige Licht bleibt und bleibt, die fahle Phase dann nur kurz und dann kommt das ‘richtige’ Licht, auch nicht schlecht. Sehr, sehr zufrieden stolpere ich nach Hause. Nach Kaffee und Frühstück geht’s erneut raus in die fabelhaft schöne Natur, diesmal natürlich zu zweit. Wir spazieren auf der Gravel Road, welche runter zum Parkplatz beim Elephant Hill führt. Perfektes Wanderwetter, noch ist es nicht zu warm und ein kühler Wind weht. So sind die 5.3 Kilometer schnell abgespult, der Autoverkehr noch nicht stark. Doch der Parkplatz dann schon recht voll, hier wird nun entweder zum Chesler Park gewandert oder den Elephant Hill hoch ‘geviermalviert’, nur für richtige Männer, versteht sich. Wir nehmen die Wanderoute, doch nicht bis in den Chesler Park, es geht vorher links weg, zurück Richtung Campingplatz, auf und ab und nochmal auf und ab und nochmals auf und ab. Doch die Anstrengung lohnt, der Landschaft ist ein Knüller. Nach viereinhalb Stunden und 13.5 Kilometer ist die ‘Sache’ erledigt, müde und zufrieden sind wir zurück. Ein Power Nap, dann an an Arbeit, es warten sehr, sehr viele Bilder auf mich und die Delete Taste. Nach vorgezogenem Apéro und Abendessen mache ich mich kurz nach Sonnenuntergang nochmals auf, ich möchte die Nadeln im Gegenlicht fotografieren, gestern war der Himmel ein Traum. Heute leider nicht, wie sich nach knapp 30 Minuten herausstellt. Es hat Rauch am Westhorizont, dieser, der Rauch, wird wohl farbig/gelb, aber ich hatte auf ein dunkelviolett spekuliert. Halb zufrieden trete ich die für mich gefährliche Rückreise an. Es ist mittlerweile ziemlich dunkel und ich sehe weniger als nichts, da hilft auch die kleine ‘Koplamp’ nicht viel. Solche Ausflüge werde ich in Zukunft tunlichst vermeiden!

 

Kurz nach 7:00 Uhr stehe ich auf und erfreue mich an einem recht farbigen Morgenhimmel, dann endlich ‘dämmert’ es mir, ich könnte ja raus und ein paar Fotos machen. Im Nu bin ich reisefertig, das Stativ lasse ich hier, es ist ja bereits sehr hell und auch anständig warm: 17°! Dabei waren 4° angesagt gewesen. Kaum bin ich oben auf meinen Felsen kommt die Sonne und die grosse Sandsteinfestung wird angestrahlt, wunderbar! Dies könne morgen mein Panoramaplatz werden, wir werden sehen. Sehr zufrieden und mit sehr vielen Bildern strauchle ich runter nach Hause. Der Wind scheint heut wieder an Fahrt gewonnen zu haben, doch die höhere Temperatur wird dies wohl wieder ausgleichen und uns schönstes Wanderwetter bescheren.  Wie es der Zufall halt so will, kommen die Luzerner Noé und Andrea mit ihrem Jeep daher, Amerika ist halt klein. Die beiden suchen ein frei werdendes Site und haben Glück, das übernächste können sie ‘erben’. Nach ein wenig Geplauder gehen wir unseren Weg, nämlich den Wanderweg, auch Squaw Flat Loop genannt. Etwas über vier Stunden, im Uhrzeigersinn angegangen, können sich sehen lassen, 13 Kilometer war der ganze ‘Waggel’. Immer wieder wunderschön, wenn auch heute relativ stark bewandert. Der Wind wird immer stärker, nun sind plötzlich neue Wetterprognosen aufgetaucht, resp. ausgehängt worden, diese prophezeien Windböen von erneut über 40 mph. Also wohl wieder ein Kaltfront im Anzug. Es soll morgen nur noch 69° warm werden, für heute sind 81° angesagt. Die Wetterprognosen sind eher ein Ratespiel denn seriöses Handwerk oder gar eine Wissenschaft. Kein abendliches Ausrücken, nur eine Platzrunde und ein längerer Schwatz mit den Luzernern.

 

6:20 Uhr ist’s und ich stehe sofort auf! Der Himmel klar, also nix wie rauf auf die nahen Sandsteinfelsen. Ich finde, trotz Dunkelheit, sogar noch einen neuen, besseren Standort. Das Predawn Licht kommt und zwar gewaltig, selten solche intensiven Farben erleben dürfen. Needles verabschiedet sich bei mir mit einer wahren Feuerwerk. Ich bin mehr als zufrieden und die Panos, ich nehme es vorweg, gelingen recht gut. Es folgt ein Frühstück und nochmals eine längerer Schwatz mit Noé und Andrea. Die beiden wollen runter nach Mexico und weiter bis Panama, na ja, lieber sie, als wir. Leider brechen wir unsere Zelte ab, die sieben erlaubten Campiertage sind um, aber wir nächtigen ja nur ein paar Meilen ausserhalb des Parks, also können wir den ganzen Tag noch tun und lassen, was wir wollen. 10:00 Uhr kommt, Check-out Time und niemand will unser Site, dabei ist es Samstag und Hochsaison, komisch! Wir spulen den Scenic Drive ab, runter bis die Strasse aufhört und die Wanderung zum Confluence Overlook beginnen würde, nicht für uns, zumindest nicht heute. Wir machen den einfachen Slickrock Foot Trail, der aber auch einiges an wunderschönen Ausblicken in die Landschaft bieten kann. Es ist sehr wenig Fussvolk unterwegs. Der Wind heute kühl, die Temperatur auch, perfektes Wanderwetter. Lunch gibt’s dann auf dem unerwartet betriebsamen Parkplatz beim Visitor Center. Grund der Kommotion sind die zahlreichen Jeep Enthusiasten, welche hier ihre kostbare Fracht von den Anhängern bugsieren. Dann geht’s natürlich ab in die zu bezähmende Wildnis, aber nur nicht zu Fuss! Wir checken e-mails, WiFi langsam doch immerhin vorhanden und gratis. Am späteren Nachmittag dislozieren wir zum Needles Outpost Campground. Bezahlt haben wir ja bereits letzten Samstag, so okkupieren wir, diesmal für eine ganze Nacht, das Site #25, eines der wenigen weniger schiefen. Überall hat es roter Sand/Staub, zum Glück weht nur ein laues, aber kühles Lüftchen. Der Platz füllt sich erstaunlich gut, wir mögen es den engagierten und sehr freundlichen Betreibern gönnen. OK, die sanitären Anlagen sind nicht Grand Hotel Standard und es wären auch USD 3 für eine Dusche zu bezahlen. Wasser ist hier Mangelware und muss von etlichen Meilen entfernt herangekarrt werden. Benzin gäbe es auch: USD 6 die Gallone! Es ist ruhig, das Farbenspiel am Westhimmel eine Klasse für sich. Leider hat es keinen ‘anständigen’ Vordergrund, so ist nix mit Bildern.

 

 

27. September 2019 – Monticello, Utah

17° zu 17°, es wird immer wärmer. Heute gibt’s zur Abwechslung keine Bilder. Das Wetter perfekt, keine Wolke mehr am Himmel und wir könnten, so wir wollten, sogar noch eine Nacht hier bleiben. Wir müssen ablehnen, man/frau soll gehen, wenn es am Schönsten ist. Aber es wird noch schöner: die Fahrt durch den Park Richtung Hanksville sucht wohl ihresgleichen! Bei Caineville wird’s dann weniger schön: wir stehen unvermittelt im Stau, vor uns ein schwerer Unfall. Also heisst es warten, doch nach 20 Minuten können wir weiter, der sehr starke Verkehr wird einspurig um die Unfallstelle geführt. Die Sache sind gar nicht schön aus, weit mehr als Blechschaden. Später erfahren wir, dass es ein Todesopfer und eine Schwerverletzte gab, beides Australier. Die beiden anderen Beteiligten nur leicht verletzt (da viel grösseres Auto), diese beiden aus Österreich, resp. der Schweiz. Mit mulmigem Gefühl im Magen geht es weiter nach Hanksville. Unser üblicher Halt im skurrilen Supermarkt. Der Weg ist noch weit, wir wissen nicht genau, wo wir überhaupt nächtigen wollen/sollen/können. Nun ist die zweitschönste Strasse, UT95 am Zug (UT24 vielleicht noch schöner, gerade eben ‘befahren’), zuerst recht flach und langweilig, rechterhand die herbstlich verfärbten Henry Mountains geht’s an Little Egypt (von der Strasse aus leider nicht einsehbar) vorbei langsam in die Tiefe, rote Sandsteinformationen tauchen wieder auf, wunderbar. Ein kurzer Halt an einer, nein, der einzigen Raststätte weit und breit, und wir kurven noch tiefer in die Sandsteine. Dann geht’s in die Höhe, dem Aussichtspunkt hoch über dem kümmerlichen Rest des oberen Lake Powell entgegen. Hier natürlich ein längerer Stopp und wir müssen eingestehen, dass es so wenig Wasser gar nicht hat, wir hatten schon weit weniger gesehen. Also müssen Alibibilder her zum Vergleich mit früheren Jahren (falls nicht schon lange gelöscht).

Die Strasse führt runter zum Lake Powell, hier gäbe es die Möglichkeit an ein paar Orten relativ primitiv zu campieren, Pit Toilets sind im Angebot und USD 6 (gemäss Peter G.) wären zu berappen. Doch kein Schatten weit und breit und die Temperatur angenehm bis schon zu hoch für uns zwei. Wir kurven weiter, die Landschaft immer noch ein Knüller. Nun folgen wir längere Zeit dem engen White Canyon, leider nicht viel zu sehen vom Auto aus, man/frau müsste schon hinunterklettern. Dies könnte man dann etliche Meilen später im Natural Bridges NM. Der dortige Mini-Camping immer sehr gut besucht, wir versuchen unser Glück schon gar nicht. Es folgt ein weiteres Highlight, die Fahrt durch die Comb Ridge, es geht rauf und runter und rauf und runter, ohne Ende, so scheint’s zumindest. Endlich erreichen wir Blanding (pop. 3,400, elev. 6,100’) und steuern schnurstracks den uns bekannten Blue Mountain RV Park an. Der Schreck ist gross, alles restlos ausgebucht, OK, es ist Freitag, aber trotzdem…… Die Leute sehr freundlich, man ruft sogar nach Monticello rauf an und versucht bei zwei anderen RV Parks ein Site zu ergattern. Beim zweiten klappt’s: Old West RV Park. Beruhigt können wir nun ans Einkaufen denken. Es bietet sich der nicht einmal schlechte Clark’s Supermarket an. Die Preise natürlich weit über Walmart Niveau, aber wir brauchen Groceries und bezahlen sie halt. Noch 22 Meilen bis Buffalo, nein: Monticello (pop.2,000, elev. 7,100). Der RV Park ist mitten in der ‘Stadt’, hart an der Durchgangsstrasse angesiedelt. Wählerisch können wir nicht sein, wir bezahlen die geforderten USD 35, die Leute sehr freundlich und kommunikativ, wir eher müde und abgekämpft. Es wird ein sehr brauchbares WiFi geboten, die Facilities klein, aber blitzsauber, der Stellplatz eng, aber die Nachbarn bis jetzt leise. Man hatte uns unten in Blanding von einem neuen Thai Restaurant hier erzählt, so marschiere ich durch das kleine Dorf und treffe auf das Visitor Center und erkundige mich nach eben dieser Beiz. Jawohl, brandneu und gleich neben dem RV Park, wird mir mitgeteilt. Tatsächlich, keine 50 Meter von unserem Camper entfernt befindet sich das Restaurant. Nach unserem kustomarer Apéro kugeln wir dann rüber, das Etablissement hat bereits diverse Gäste. Muss wohl bis vor kurzer Zeit ein Western-Schuppen gewesen sein, das Décor sieht stark danach aus, von Thai-Atmosphäre keine Spur. Der Besitzer, ein Thai mit Cowboyhut hantiert noch etwas gar unsicher an seiner Kasse/Computer herum, alles geht ziemlich langsam über die Bühne. Endlich können wir bestellen und warten dann eine geschlagene Dreiviertelstunde auf ein Green Curry und einen Beef Salad. Was können wir sagen ausser: immenses Verbesserungspotential ist vorhanden. Die Speisen harmlos, das Curry noch einiges besser als mein lieblos fader Rindersalat. USD 34 waren hier wohl eine Fehlinvestition, wir werden kaum Wiederholungstäter werden. Zurück auf dem immer noch ruhigen Platz, erholen wir uns von der 185 Meilen langen Fahrt bei unserer Flasche YT.

Kein Camperbild, die Aufnahmen sind irgendwie ‚verloren‘ gegangen…..