22. bis 28. November 2020 – La Garita, Gran Canaria

Nur keine Eile heute, wir müssen die Wohnung bis 11:00 Uhr verlassen haben. Wir kurven schwer beladen ein paar Kilometer weiter rauf mit Ziel Playa de Arinaga. Nicht, dass es hier etwas sensationell interessantes oder schönes zu sehen gäbe, einfach nur um Zeit zu überbrücken, können wir doch erst um 13:30 Uhr bei unserer neuen Schlummermutter aufkreuzen. Parkplätze sind genügend im Angebot, der Spaziergängerandrang eher auf der starken Seite, aber es ist ja Sonntag. Das Meer tiefblau, der Himmel ebenso, einzig die Maske stört das schöne Gefühl  hier draussen herumzuflanieren. Lunch, wie so oft, im Auto, aber wir sind flexibel und auch nicht anspruchsvoll. Weiter geht die nur noch kurze Fahrt, der Verkehr nimmt nun einiges zu, wir näheren uns der Inselhauptstadt Las Palmas de GC. 380,000 Einwohner soll es hier haben, einer der zwei(!?) Hauptstädte der Kanaren.Die Stadt soll häufig unter dichten Wolken liegen, ‚Eselbauch‘ nennt sich die Wetterlagen gemäss Wikipedia. Um 13:32 Uhr (…wie sind halt Schweizer…..) stehen wir auf der Matte, resp. vor dem grossen Haus. Den oberen Stock sollen wir für zwei Wochen in Beschlag nehmen dürfen, gegen Bezahlung versteht sich. Unsere Gastgeberin spricht ein gutes Englisch, dies macht die Sache für uns zwei wesentlich einfacher. Die Wohnung dann riesig, nicht mehr superneu, aber sehr viel besser eingerichtet als gehabt. Der Renner natürlich die riesige Fensterfront, der Blick aufs Meer unbezahlbar! Eine sehr schöne Loge, ich habe sogar mein eigenes Arbeitszimmer, WiFi ist natürlich auch mit von der Partie. Einzig die zwei riesigen und furchteinflössenden Hunde der Gastgeberin stören die Idylle dann und wann, akustisch meine ich. Wie setzen uns in zwei sehr bequeme Sessel und träumen aufs Meer hinaus, wie Ferien, nur schöner! Der Abend dann, wie erwähnt, etwas hundegebelllastig, doch in der Nacht sind die Riesenköter (Deutsche Doggen) dann ruhig.

Eine ruhige und kühle Nacht. Ich stehe um 6:45 Uhr auf und ziehe mir seit langer Zeit wieder einmal einen Sonnenaufgang rein. Die Sonne taucht aus dem Meer auf, sehr schön! Das Wetter erneut sehr gut, der Eselbauch lässt auf sich warten und muss, ginge es nach uns, auch gar nicht erst kommen. Wieder sitze ich vor dem grossen Fenster und starre auf Wellen, Meer und Wolken, könnte dies wohl stundenlang tun. Doch wir haben auch Pflichten: es geht ans Einkaufen. In nächster Nähe zu hier und zueinander buhlen Lidl, Mercadona und Hiper Dino um Kunden und deren hat es in allen drei Supermärkten in genügender Anzahl. Am Nachmittag machen wir einen Dorfrundgang, immer hart der Steilküste entlang, das Dorfbild nicht sehr einladend, wohl kaum für eine Tourismus Broschüre zu verwenden. Doch das Meer ist ja da und dies reicht mir voll umfänglich.

Der Eselbauch ist da, hätte ich nur nicht davon geschwafelt….. Doch die Wolken verziehen sich mehrheitlich und die Sonne hat einmal mehr das Sagen. Ich werde wegrationalisiert, ein Staubsaugerroboter übernimmt meine häusliche Reinigungsaufgabe, welche mir eigentlich recht Spass macht(e). Na ja, zumindest kann die Maschine noch keine Weinflaschen öffnen. Wir nehmen es, wie so oft, von der gemütlichen Seite. Es wohnt sich hier sehr schön, nur das verd…. Hundegebell leicht nervig. Am Nachmittag geht’s runter an den nahen Strand, hier hat es trotz Verbot, mehr Hunde als Leute. Der Sand schwarz und nicht sehr einladend, aber das Marschieren tut einfach gut. So schlendern wir ein ganzes Stück südwärts, meist auf dem schönen Paseo Maritimo. Eine längere Pause legen wir beim El Bufadero de la Garita ein. Imposant wie Wasser und Vulkangestein kämpfen und eben fauchen.

Das Wetter in gewohnter und erwarteter Form: schön und warm. Es soll rauf in die Berge/Hügel gehen. Ziel ist Santa Brígida, 18 km von Las Palmas entfernt und auf 500 Meter über Meer. Zuerst geht’s flott auf der Autopista nordwärts, dann nach Westen, die Strasse nun keine Autobahn mehr, aber immer noch breit. Der Verkehr, wer hätt’s gedacht, unglaublich stark. Die Kurven beginnen und die Strasse wird schmaler. Schnell sind wir oben und finden einen Parkplatz im doch sehr geschäftigen Städtchen. Es geht zu Fuss weiter, wir fliehen von der Hektik entlang der sehr stark befahrenen Hauptstrasse in Nebensträsschen und -gassen. Wirklich viel aufregendes bekommen wir nicht zu Gesicht, einzig das kleine Viertel um die Kirche mag zu gefallen. So sind wir in einer Stunde ‚durch‘ und denken bereits wieder an die Heimreise. Diese soll nun, auf meinen (blöden?) Wunsch hin, über Nebenstrassen runter ans Meer gehen. Ich werde bestraft: viele Kurven und eine enge Strasse erwartet uns. Doch zumindest hält sich der Gegenverkehr in Grenzen, wenn er auch immer sehr flott unterwegs ist. Lunch daheim, dann ein Nickerchen meinerseits und es folgt ein weiterer Dorf/Strandspaziergang. Die frische, wenn auch gesiebte Luft tut gut, ebenso der prächtige Sonnenschein. Wieder ein Stopp beim ‚Fauchenden‘ diesmal hat’s noch mehr Wasser, ein eindrückliches Schauspiel wird uns geboten. Der Wind hat nun merklich aufgefrischt, die Medien hier berichten von den ersten ‚Herbststürmen‘, in den kommenden Tage soll es Regen geben. Den Regen gibt’s bereits am Abend…..

Etliche Regengüsse kamen in der Nacht runter, das Wetter nun durchzogen, doch ein Teil des Himmels kann das schöne Blau aufrechterhalten, der andere Teil zeigt sich düster und dunkel. Tatsächlich regnet es von einer  Minute auf die andere, dann ist Schluss, ein paar Minuten später das selbe Prozedere. In einer längeren Regenpause, so hoffen wir zumindest, kurven wir kurz rüber zu Mercadona und Lidl. Mercadona liefert das gute/bessere Fleisch, Lidl den Rest. Prompt werden wir nass, als wir den Supermarkt wechseln, aber es ist ja immer noch recht warm, kein Grund zur Panik. Am Nachmittag geht’s nochmals runter ans heute tobende und tosende Meer, hier unten werden wir nun kräftig nass, aber man/frau müsste  halt die schwarzen Wolken über uns besser beobachten/einschätzen. Wir sitzen in der Stube und schauen dem Wolkenschauspiel über dem Meer zu. Nebenbei schauen wir uns auch die sehr häufig vorbeifahrenden Frachter/Tanker an. Die Kreuzfahrtschiffe machen ja momentan Pause, zwei AIDA Schiffe hier, drei andere drüben in Santa Cruz. Was wird wohl in all den Frachtern transportiert, einer kommt von Queensland, diverse andere klappern etliche westafrikanische Häfen ab bevor sie hier in Las Palmas anlegen….. ein weiterer nimmt von hier aus Kurs auf Corpus Christi, Texas, eigentlich ganz interessant, aber ohne Internet nicht machbar, sind die Kähne doch zuweit draussen, als dass man den Namen erkennen könnte. Heute meinen es die beiden Riesenköter unserer Vermieterin nicht gut mit uns, das Gebell sehr, sehr lästig und eben auch laut. So hören wir halt etwas Musik in etwas erhöhter Lautstärke.

Das Wetter nicht perfekt, aber warm alleweil. Wir wollen etwas in den Norden und die Hügel/Berge hinauf. Ziel: Arucas. Zu meiner vollsten Zufriedenheit ist der grösste Teil der Strecke auf Autobahnen zu absolvieren. Erst kurz vor dem Städtchen hat es zwei, drei harmlose Kurven. Der Verkehr auf den erwähnten Strassen mächtig stark, der Ballungsraum Las Palmas muss wohl etliches an Einwohnern haben und alle scheinen gleichzeitig mit jeweils zwei Autos unterwegs zu sein. Ich im Städtchen ist mächtig was los, wer hätte dies gedacht. Wir finden dank Parkplatzeinweiser einen Platz, der eigentlich für Leute mit Mobility Issues reserviert wäre, aber kein Problem, meint der fleissige Mann. Die Kirche San Bautista de Arucas (Spätgotik, Bauzeit 68 Jahre….) sehr eindrücklich, aber eben keine Kathedrale, da kein Bischofssitz, wie jeder Katholik wohl weiss. Die Altstadt um eben diese Kirche sehr sehenswert, ich knipse was die alten Gemäuer hergeben, mal ziemlich verfallen, mal sehr schön renoviert. Doch für den Wakkerpreis wird es wohl nicht reichen. Einzig der unglaubliche Verkehr in den noch so engen Gassen stört mich. Auch hier ist jederfrau/man mit dem eigenen Vehikel unterwegs. Wir bekommen auch eine grössere Gruppe ‚Deutscher Kreuzfahrer‘ zu Gesicht(Ohren). TUI macht’s möglich (….war zwar eher Neckermann seinerzeit……). Nach Lunch vor der imposanten Kirche kurven wir nach Hause. wir wollen am Nachmittag nochmals bei uns ans Meer runter, resp. ich möchte Wellen fotografieren. Wellen hat es zwar, aber ein richtig gutes Bild bleibt mir verwehrt. Das Wasser steht El Bufadero wirklich bis zum Hals, das Spektakel ist so keines mehr, aber spazieren an der (gesiebten) Luft tut gut. Die Logik scheint mir nicht ganz klar, Maskenpflicht hier draussen am Meer alle drei Minuten ein Mitwanderer, ansonsten herrliche Einsamkeit, vorne im Dorf sitzen die Leute in den Restaurants ziemlich eng zusammen und plaudern stundenlang, dies natürlich ohne Maske. Aber wie heisst der Spruch doch: „Theirs not to reason why, Theirs but to do and die“ (Alfred, Lord Tennyson). Heute Abend bellt einer der Riesenhunde fast ununterbrochen. Die Besitzerin scheint nicht zu Hause zu sein. Schade, die ‚Bude‘ gefällt uns sonst ausserordentlich gut, aber das Paradies gibt’s ja eben nicht (mehr?).

Viele Wolken verhindern einen sauberen Sonnenaufgang. Es ist drei ° kühler geworden, aber ich beklage mich nicht. Ich beziehe einmal mehr meine Position als Hilfshafenmeister und beobachte den regen Schiffsverkehr. Auf See tut sich momentan einiges mehr als in der Luft. 142 Schiffe im Hafen, 90 in den letzten 24 Stunden angekommen, 92 ‚abgedampft‘, da ist mächtig was los in Las Palmas. Drüben in Santa Cruz dümpeln nur gerade 36 Kähne rum. Die Zahlen für Singapur sind allerdings noch etwas eindrücklicher: im Hafen 213, angekommen 959, abgedampft 1,034! Hier, nicht in Singapur, hat es zwei IKEA Möbelcenter, keine fünf Kilometer voneinander entfernt. Kein Ausflug heute per Auto, am Nachmittag geht’s erneut runter ans tosende Meer, wieder gibt es sehr viele Bilder und die meisten werden auch wieder der Delete Taste zum Opfer fallen. Dem doofen Hund (es ist meistens das Weibchen, wobei der  Diminutiv fehl am Platz ist….) ist mittlerweile die Puste etwas ausgegangen, der Lärmterror hält sich in Grenzen. Eine Woche ist um, aber wir haben ja noch eine zweite hier in der Wohnung mit der schönsten Aussicht. Die Loge hier kostet übrigens CHF 69 pro Tag, pro Wohnquadratmeter ein sehr günstiger Preis (….wären da nicht die Hunde…). Unten im Castillo del Romeral waren es CHF 71 bei wesentlich weniger Wohnraum.

 

14. bis 21. November 2020 – Castillo del Romeral, Gran Canaria

Um 5:12 Uhr ist Tagwache, drei Wecker (man/frau weiss ja nie….) helfen uns dabei. Wir entern den ersten Bus um 6:00 Uhr, sind aber nicht die einzigen Gäste an diesem Samstagmorgen. Schnell sind wir wieder am Flughafen, doch heute hat es einiges mehr an Passagieraufkommen, dies trotz der Frühe des Tages. Diverseste Edelweiss Maschinen stehen rum, die scheinen alle heute abfliegen zu wollen. Dann die Überraschung: 141 Passagiere plus ein Kleinstkind sind an Bord! Fast wie in ’normalen‘ Zeiten. Oder will jederfrau/man noch raus an die Sonne bevor die Grenzen wieder zumachen? Bordservice und Freundlichkeit erneut sehr gut. Leider habe ich das zweifelhafte Privileg gleich hinter dem schreienden Kleinstkind zu sitzen und so muss die recht anständige Bordunterhaltung den Lärm übertünchen. Filme und Musik werden geliefert, das Abspielgerät muss selber gestellt werden, mein Telefon muss dafür herhalten. Die etwas über vier Stunden sind schnell um, es folgt eine sanfte Landung im warm/schwülen Gran Canaria. Das Touristenaufkommen massig!! Wie sieht es hier wohl zu ’normalen Zeiten‘ aus? Die Körpertemperatur wird beim Durchmarschieren registriert, überall Wachpersonal, damit niemand aus der Reihe tanzt. Der gestern von den spanischen Gesundheitsbehörden erhaltene QR Code wird gescannt und wir sind definitiv drinnen. Das Autoanmiete ist, wie immer bei Cicar schnell und unkompliziert erledigt. Es kann losgehen, die Fahrt kurz, 15 Minuten und wir sind im Dorf Castillo del Romeral, ein paar Kilometer südlich vom Flughafen oder ein paar Kilometer nördlich von Maspalomas, dem Los Cristianos dieser Insel. Acaymo, unser Vermieter, wartet bereits auf uns, zeigt uns dann unsere Bleibe und erzählt in sehr gutem Englisch dies und das. Wir sind zufrieden, aber auch etwas müde. Trotzdem muss es rauf zu einem der beiden nahen Lidl gehen, der Kühlschrank und der Weinkeller sind beide gähnend leer. Der Lidl wie drüben auf Teneriffa, ‚unsere‘ Wein sind immer noch im Angebot, nur ‚anständiges‘ Bier haben sie nicht. Zurück in unsere ‚Bude‘, wir wollen noch etwas unsere beiden Terrassen geniessen, der Himmel ist bedeckt, aber es ist wunderbar warm. Vor dem Apéro noch einen Spaziergang runter zum nahen Meer und durch ein paar Gassen des nicht sehr pittoresken Dorfes und wir laben uns bald am wohlbekannten Vegadelpas, einem Verdejo  aus Rueda.

Schallisolation ist nicht so das Ding der Leute hier, man/frau ist sich Lärm einfach gewohnt und kommt damit einiges besser klar als unsereins. Aber kein Klagen, es ist wunderbar warm, Frühstück auf der Westterrasse, Sonne tanken auf der Ostterrasse. Herrlich! Es ist Sonntag und wir ruhen uns aus, kein Ausflug heute. Wir geniessen wirklich das schöne und warme Wetter, so müsste es immer sein, allerdings nicht gerade hier in der etwas lauten Nachbarschaft. Lunch draussen, Abendessen draussen, was wollen wir mehr? Klar machen wir einen kombinierten Dorf-Strand-Spaziergang, doch das Dorf gibt, wie gesagt, nicht sehr viel her. Man/frau wohnt hier halt, gearbeitet (falls es noch Arbeit gibt) wird wohl drunten in Maspalomas. Auch den Strand müssen wir nicht übermässig loben, kein Sand weit in breit, der ist nämlich ebenfalls unten in Maspalomas. 28° war die heutige Temperaturprognose, kann wohl hinhauen….

Die Nachbarn, diesmal jenseits der Strasse, sorgten für eine nachmitternächtliche Unterhaltung. Der Wolken sind heute sehr viele, angesagt war ein Himmel ohne Wolken und 27°. Wir werden sehen. Es soll heute auf eine kleine Rundfahrt durch die nahen Berge gehen. Also schnell Benzin (94 cents/l) gebunkert und dann ab gen Süden Richtung Maspalomas. Vom Ort sehen wir ausser diversen grossen Hotelanlagen nichts, unser Weg führt nun in die Berge hoch. Leider hat dies einen entscheidenden Nachteil, die Kurven hören nie mehr auf und die Strasse wird von halbbreit zu schmal, was aber dem forschen Tempo der einheimischen keinen Abbruch tut. Die Landschaft ist sehr kahl, erinnert an die Nachbarinsel Teneriffa, ähnlich, aber doch anders. Kurve um Kurve gilt es zu umrunden, und endlich sind wir am ersten Ziel, dem Aussichtspunkt beim Weiler/dorf Tunte. Leider können wir nicht zu Hotel, resp. dem Aussichtspunkt rauf, oben hätte man Immigranten untergebracht, unsereins hat keinen Zutritt. Na ja, wir vertreten uns trotzdem die Füsse in der näheren Umgebung. Es ist sehr warm hier oben auf knapp 900 Meter über Meer. OK, die Fahrt geht ein paar Minuten und Kurven weiter bis runter nach San Bartolomé deTirajana, ein sehr hübsches Dorf mit etwas über 500 Seelen. Die ganz Gemeinde jedoch kann mit 53,400 Einwohnern aufwarten, geht das Gemeindegebiet doch runter bis Maspalomas. Ein weiter Halt, wenige Kurven entfernt gilt Santa Lucia, dies das schönste Dorf heute und hier verbringen wir auch längere Zeit. Doch es muss wieder runter an die Küste gehen, auf dieser Strasse nun sind noch mehr Kurven im Angebot, ebenso ein stärkerer Gegenverkehr. So schön die Dörfer in den Bergen auch sein mögen, so schnell bringt mich niemand wieder hier rauf! Vecindario (pop. 15,000) ist endlich erreicht, die Kurven haben ein Ende. Wir steuern zuerst den riesigen Hiper Dino an, er macht seinem Namen alle Ehre: Hiper! Dann noch ein paar Meter weiter und wir füllen unsere Weinvorräte bei Lidl wieder auf. Es hätte übrigens auch einen Mercadona, doch diesen Supermarkt heben wir uns für ein andermal auf. Endlich im kurvenfreien Zuhause ist bald Apérozeit, natürlich oben auf den Terrassen. Ein interessanter Tag findet sein Ende, wären nicht die Millionen von Kurven…..und engen Strassen!

Das Wetter ist erneut kein Thema, wir können es nur loben…. Es soll runter an die Süd(west)küste gehen, genauer gesagt nach Playa de Mogán. Die Autobahn GC-1 sehr gut ausgebaut und meist dreispurig bringt uns vorbei an Maspalomas, der Touristenhochburg, quasi das Pendant von Los Cristianos drüben auf Teneriffa. Herrlich so wenige Kurven! Aber etliche Tunnels hat es, der längste immerhin zweieinhalb Kilometer. Wir sind ab Ziel, ein Parkplatz, allerdings nicht gebührenfrei, findet sich unten am kleinen Hafen. Es ist heiss und sehr feucht, das Spazieren mit montierter Maske wird leider sehr unangenehm. Aber wir halten uns an die momentanen Vorschriften, wie eigentlich die meisten Leute hier, nur die Vorschriften betreffend Strassenverkehr werden völlig ignoriert, aber dies habe ich ja schon diverse Male erwähnt. Das Dorf macht einen recht gepflegten Eindruck, natürlich lebt man hier vom Tourismus, der momentan wohl eher auf Sparflamme daherkommt. Wir kurven zurück, erneut durch den langen Tunnel und versuchen unser Glück bei Taurito. Die Küste eindrücklich, aber nicht zu vergleichen mit der viel imposanteren Algarve. Hier in Taurito kleben riesige Appartementanlagen und wohl auch Hotels an den steilen Berghängen, kein sonderlich schöner Anblick. Lunch eher unromantisch in einer Art von Sukkulentengarten, doch Parkbänke sucht der hungrige Tourist vergebens. Alles ziemlich ausgestorben hier. Die Heimreise kann angetreten werden, dank Autobahn und relativ geringem Verkehrsaufkommen ist dies schnell erledigt. Es ist heiss, eine kleinere Hitzewelle gilt es ‚auszusitzen‘, berichtet der englische Radiosender Coast FM. Doch in unserer Bleibe ist die Wärme gut zu ertragen, auch ohne Klimaanlage, die beiden Dachterrassen werden auch kräftig benutzt, allerdings nur die schattigen Teile. Wir wollten ja an die Wärme und nun haben wir sie auch reichlich.

Das Wetter……keine einzige Wolken am Himmel und das Thermometer im Steigflug! So verzichten wir auf einen Ausflug per Auto und machen einem per pedes. Immer dem nicht sonderlich schönen Kies/Steinstrand entlang südwärts Richtung Playa del Inglés. Nicht, dass wir es bis dorthin schaffen würden……es wären doch drei Stunden und 14 Kilometer zurückzulegen. Einmal weg vom Dorf können wir wieder frei atmen, die Maske verschwindet, es hat keine Menschenseele hier draussen. Das Marschieren tut gut, die Temperatur heute eher wieder hoch: 30° und leider nur ein Hauch eines Lüftchens. Zwei Stunden genügen und wir sind zurück, können allerdings plötzlich nicht mehr in unsere Loge, der Schlüssel lässt sich beim besten Willen und auch mit sanftem Kraftaufwand nicht drehen. Der Vermieter muss her, zum Glück wohnt Acaymo im Dorf und der gute Mann ist nach nur kurzem Warten vor Ort und nimmt sich dem Problem an. Des Rätsels Lösung: nicht sanfter Kraftaufwand sondern energischer ist gefragt. Er verspricht uns, einen Schlosser kommen zu lassen. Den Rest des Nachmittages verbringen wir drinnen, oben unter freiem Himmel ist es noch zu heiss.

Ein Rückblick auf die 18. November der letzten Jahre sei mir erlaubt:

  • 2019: von Sydney runter nach Thirroul
  • 2018: Tokyo
  • 2017: von La Gomera rüber nach Teneriffa
  • 2016: Kalbarri, Western Australia
  • 2015: Teneriffa
  • 2014: Death Valley, CA

Ich fasse der Faulheit halber die nächsten drei Tage zusammen. Wir statten den bekannten Dünen vom Maspalomas drei Besuche ab. Die Dünen wirklich sehr, sehr imposant und sehenswert, natürlich ist das Licht nicht von der allerfeinsten Sorte, doch dies liegt eher an uns, resp. der Tageszeit. Der grösste Teil des grossen ‚Sandkastens‘ scheint eine Art Naturschutzgebiet zu sein. Zutritt nur über erlaubte Wege, es steht auch ‚Wachpersonal‘ auf den Dünen und da werden auch schon mal Leute zurechtgewiesen. Doch am Samstag hat das Wachpersonal wohl frei, jederfrau/man klettert auf den schönen Dünen rum und ich kriege keine anständigen Bilder hin…… Das Wetter immer auf der perfekten Seite, die Temperatur nun auf erträgliche 25° gesunken, schöner könnt es nicht sein. Einen Besuch statten wir dem Dorf Mogán, einige Kilometer bergwärts vom bereits besuchten Puerto de Mogán, ab. Trotz lobender Worte in den Reiseführern können wir dieser Ansammlung von eher unscheinbaren Häusern nicht viel abgewinnen. Wir belassen es bei einem kleinen Dorfrundgang, die Strassen und Gassen allesamt immens steil. Unten am Hafen gefällt es uns einiges besser und hier schlendern wir dann auch noch eine ganze Zeit herum. Einmal noch marschieren wir von unserer Bleibe an den Strand und dann südwärts, der Strand wie gesagt  nicht sehr einladend, aber keine Menschenseele und daher maskenfrei! Die Landschaft hier, resp. das bisher gesehene, kann leider nicht übermässig gefallen, mal schauen, was der eher grüne Norden bieten kann.

So, die acht Tage wären ‚erledigt‘ morgen geht’s ein paar Kilometer weiter gen Norden nach La Garita. Wettermässig ein Renner, dezibelmässig eher weniger wäre das kurze Résumé unseres Aufenhaltes hier.

8. bis 13. November 2020 – Langnau

Um 6:00 Uhr geht der Wecker, kurz nach 7:00 Uhr sind wir unten im Frühstückssaal. Unser gestern bestelltes Essen wird sofort geliefert und ist von tadelloser Qualität und Menge. Einzig der etwas arge dünne Kaffee könnte der verwöhnte Gast bemängeln. Sonntagmorgen, wir die einzigen Gäste, ein schon etwas komisches Gefühl. Es geht rüber zur nahen Autovermietung, auch hier sind wir allein auf weiter Flur, aber ein irgendwo her aufgetauchter Angestellter nimmt sich unser an. Die Sache ist schnell erledigt, aber der gute Mann klagt, er habe kein Geld in der Kasse um uns die Versicherung zu retournieren…….Wir werden zum ebenfalls sehr nahen Flughafen ‚geshuttelt‘. Hier herrscht einiges mehr an Verkehr und natürlich Maskenpflicht. Auf dem Vorfeld stehen gleich SIEBEN Ryanair Maschinen, alle wollen nach England/Irland. UK Lockdown? 273 Maschinen soll die Billigairline haben und passagierzahlenmässig die zweitgrösste Fluggesellschaft Europas sein. Erster Platz geht an die Lufthansa-Gruppe. OK, es geht los, wir steigen ein uns diesmal sind 75 Sitzplätze belegt, eine kräftige Steigerung zu den 17 auf dem Hinflug. Schnell sind wir in Zürich, keine Fragen woher, wohin und es ist auch wieder eher viel los hier. Ebenso schnell erreichen wir unseren Unterschlupf in Langnau, wo wir bis Freitag ausharren wollen. Viel bleibt nicht zu berichten. Am Mittwoch Abend gehen wir ins Triemli Spital und lassen einen PCR Test machen, ohne negatives Resultat darf uns unser Vermieter auf Gran Canaria nicht beherbergen. 2 x CHF 137 wechseln den Besitzer, wer den Test ’nur wegen Ferien‘ machen will, wird gleich zur Kasse gebeten, bei Leuten mit Symptomen übernimmt’s die Krankenkasse. Vielleicht hätten wir auch etwas hüsteln sollen…..

Ab und an verzieht sich auch der von uns so sehr verhasste Nebel und wir können ein paar Sonnenstrahlen ‚tanken‘. Das Negativ Resultat wird am Freitagmorgen geliefert, dann das Online Formular der spanischen Behörden ausgefüllt und die Reise kann hoffentlich am Samstag angetreten werden. Wie üblich, das Bild von Langnau, November-Nebel das Thema:

29. Oktober bis 7. November 2020 – Silves, PT

Wir dislozieren runter nach Silves. Das Wetter erneut kein Thema, makellos blauer Himmel und eine anständige Temperatur, so schaut’s aus. Dieser Unterkunft werden wir sicher keine allzugrossen Tränen nachweinen, sie war OK, mehr nicht. Die Landschaft hier draussen müssen wir in den höchsten Tönen loben. Wir kurven rauf in die ‚Berge‘, Monchique unser erstes Ziel. Es hat Wald, Wald und nochmals Wald, allerdings mehrheitlich ‚fremder‘ Eukalyptus. Dieser wird auch stark ‚gemanaged‘, auf Deutsch wohl einfach abgeholzt. Doch wir bekommen auch die wohl eher heimische Korkeiche zu Gesicht. Die Fahrt natürlich kurvenreich, der Verkehr schwach, aber flott bis schnell unterwegs. Unser Etappenziel ist erreicht, Wir parkieren beim (allgegenwärtigen) intermarché und versuchen etwas durch das enge und steile Dorf zu schlendern. Der Spass hält sich in Grenzen, bald haben wir genug, noch kurz in den erwähnten Supermarkt, der sich gross, sauber und wie immer mit einer stattlichen Auswahl an Lebens- und Trinkmitteln präsentiert. Dann kurven wir etwas kopflos durch die wirklich sehr engen Gassen, finden aber noch noch einen Weg aus dem Labyrinth und die Fahrt, nun gen, Süden kann weitergehen. Unterwegs machen wir eine längere Mittagsrast, sind wir doch erst zwischen 15:00 und 16:00 Uhr unten in Silves ‚angemeldet‘. Die Stadt (>11,000 Einwohner) ist erreicht, die Strasse wird nun zu einer Gasse, dann zum Gässchen und der direkte Weg zu unserer Bleibe ist praktischerweise gesperrt. So holpern wir über Kopfsteinpflaster wohl noch aus Römerzeiten durch wirklich enge Gassen, die meisten davon mit Gegenverkehr und parkiert wird natürlich auch noch. Klaustrophobie macht sich breit. Endlich haben wir unser Ziel gefunden, unser Hausherr ‚besorgt‘ uns einen Parkplatz in der unmittelbaren Nähe und wir atmen erst einmal tief durch. Thylbert (aus Belgien) kommt sehr sympathisch rüber, die Wohnung auch, einiges wohnlicher, als die gehabte und eine Dachterrasse gibt’s auch noch. Wir fühlen uns sofort wohl. Nach kurzer Pause schlendern wir zum nahen SPAR Supermarkt runter. Klein, es reicht zum Überleben, so kaufen wir nur das absolut Nötige, gibt es doch ein paar Fussminuten weiter unten einen Lidl. Und was für einen Lidl: der grösste bis dato gesehene, mitten in der Altstadt, das riesige Parkhaus diskret in einer ehemaligen nun renovierten Fabrik untergebracht. Für unser leibliches Wohl ist für die nächsten 9 Tage gesorgt. Bald folgt Apéro, oben auf der Dachterrasse, es gefällt….. Der Abend und dann auch die Nacht werden erstaunlich ruhig, klar bellt dann und wann ein Hund, aber alles im erträglichen Rahmen.

Eine ruhige und erholsame Nacht. Das Wetter auch heute kein Thema: Sonnenschein und warm. Drinnen allerdings müssen wir temperaturmässig etwas nachbessern, ein Öfeli hilft uns dabei.Ab heute gilt allgemeine Maskenpflicht, im Schlafzimmer noch nicht! So schlendern wir durch die wirklich pittoresken Gassen/Gässchen von Silves, immer etwas, zumindest ich, kurzatmig. Das bekannte Castelo de Silves sehen wir nur von aussen, wir können uns die Eintrittsgebühr verkneifen, sooo doll sieht die Anlage wohl auch von innen nicht aus. weiter geht’s nun runter an den eher kümmerlichen Arade Fluss. 73 Kilometer seine Gesamtlänge, also kein Amazonas oder Jenissei. Es spaziert sich hier unten jedoch ganz ungeniert, praktisch kein Volk auf der Gasse und somit entledigen wir uns der störenden Maske. einen Halt machen wir bei, resp. dann im Continente, einem grossen Supermarkt/Warenhaus, einer Art WalMart sozusagen. Nebenan, hart am kümmerlichen Rinnsal Arade, ein grosser und gut belegter RV Park, die meisten Gäste Holländer. Wir wandern bei ordentlicher Hitze nach Hause. Lunch draussen, allerdings nicht an der prallen Sonne. Am Nachmittag geniessen wir unsere Sonnenterrasse und bald ist auch schon wieder Apéro angesagt. Ein neues Gesetz, wohl klammheimlich im Schlepptau mit dem Virus eingeführt: kein Alkoholverkauf nach 20:00 Uhr.

Es schläft sich hier ganz ungeniert! Das Wetter gut, unsere gute Stube noch etwas frisch, da hilft auch das kleine ‚Öfeli‘ nicht viel, die Wärme entweicht einer Dachöffnung, welche nur ein Fliegengitter als Schutz bietet. Doch droben auf der Terrasse wird’s schnell und kräftig warm. Dies nun also der Allerheiligen/seelen Wochendende-Lockdown, keine Reisen über das Gemeindegebiet (Grösse stattliche 680 km²) hinaus gestattet. Mal schauen, was es bringt hier unten, wo die ‚Zahlen‘ zum Glück etliches unter denen der CH liegen. Wir machen heute…..Nichts! Doch, wir geniessen den Sonnenschein auf unserer Dachterrasse, eine herrliche Sache. Am Nachmittag schnell runter zu Lidl, das war es bereits mit körperlicher Aktivität.

Die nächsten paar Tage spielen sich ähnlich ab: wir schlafen lange und gut (kein Hundegeheul in der Nacht), essen unser Frühstück draussen, sind viel auf der Dachterrasse und geniessen die warmen Tage hier. Natürlich schlendern wir im hübschen Dorf herum, wenn’s auch mit Maske nicht sonderlich Spass macht. Lidl sieht uns dann und wann, ebenso der riesige Continente. Alles gäbe es hier zu kaufen und die Preise sehr vernünftig. Viel, ausser uns zwei, läuft eigentlich nicht, aber auch ein Reisen auf Sparflamme kann ganz angenehm sein. Wir erwerben zwei kleine Blauzahn-Lautsprecher und unser eher kühle Stube verwandelt sich in einen kleinen Konzertsaal. Die anderen zwei Paar Boxen sind ja bekanntlich in Tucson und warten auf uns und bessere Zeiten. Störche hat es hier sehr viele, die Reise nach Afrika treten gemäss Literatur schon lange nicht mehr alle an. Hier und in Südspanien finden sie anscheinend genügend Futter. Die besseren Zeiten scheinen nicht zu kommen, wir planen radikal um: es soll nun doch in die CH gehen und dies 10 Tage Woche früher. Wir brauchen ein ’negatives Testergebnis‘ für die Einreise auf die Kanaren. Hier unten einen Test machen zu lassen scheint ziemlich schwer bis fast unmögllih zu sein, besonders die Wartezeiten auf das Resultat seien nicht genau abschätzbar. Also Flug umgebucht und Hotel, resp. Airbnb storniert. Die Hälfte des dafür bezahlten Geldes können wir uns ans Bein streichen. Leider ist auch das Wetter schlechter geworden, ein kühler Nordwind bläst durch die noch recht verlassenen Strassen und Gassen. Wir haben vom ‚Perpetual Traveller‘ zum ‚Fugitive Traveller‘ mutiert! Am Donnerstag gibt’s Regen, ziemlich kräftig und wir natürlich auf der Heimfahrt von der überaus pittoresken Algarveküste bei Carvoeiro. Aber Regen braucht es hier unten, wurde uns mitgeteilt. Die Wahlen, resp. die Stimmenauszählung in den USA ist noch immer in vollem Gang. Es wird knapp, für welche Seite man/frau auch sein mag……

Freitagmorgen: das endlose Gewitter und der ebenso endlose Regen haben nach 4 Stunden ein Ende. Der Himmel ist schwarz und es fällt erneut sporadisch Regen. 18° die Höchsttemperatur, alles nass und grau in grau…..keine Ferienstimmung! Immer wieder giesst es, regnen wäre untertrieben. In einer Regenpause ein letzter Besuch bei der Entsorgungsstelle und bei Lidl, bei erster kann man alles loswerden, die Leute hier hätten keinen Grund ihren Abfall so einfach in die Natur zu werfen. Schade!

Unser Abreisetag, nicht in die Schweiz, aber immerhin zurück nach Faro. Das Wetter ist in seiner alten Form zurück: kaum eine Wolke am tiefblauen Himmel, wer hätte dies gedacht, nicht einmal die Wetterfrösche….. Um 10:00 Uhr geht’s los, wir wollen noch etwas runter ans Meer, Zeit haben wir, Faro ist keine Weltreise. So kurven wir zu unserer ‚Lieben Frau der Felsen‘, ein paar Kilometer weiter östlich des vorgestrigen Carvoeiro. Erneut der pittoreske Strand mit den dunkelgelben Felsen und eine anständige Brandung. Das Besucheraufkommen spärlich, so macht’s Spass. Danach geht’s wieder zurück, eben nach Benagil bei Carvoeiro, hier nochmals ein paar Blicke auf die kitschig schöne Kulisse werfen, es ist wirklich wunderbar. Nun hat es aber etliche Touristen unterwegs, man hört Deutsche, Holländer und Franzosen parlieren. Luch, wie gehabt, im Auto, Picknickplätze/tische sind leider nicht im Angebot. Die Fahrt gen Osten geht’s weiter, noch ein letzter Halt an der Küste bei Santa Eulalia. Nicht sehr umwerfend, aber wir vertreten uns gerne nochmals die Beine. Unterwegs (nicht am Strand) ein kurzer Stopp bei einem Aldi (Nord), doch der Laden macht wirklich einen aldihaften Eindruck, nicht sehr gut aufgeräumt, da präsentieren sich die Lidl Filiale hier fast schon als Boutiquen. Faro ist erreicht, wir übernachten seit langem wieder einmal in einem Hotel, gleich an der gut frequentieren Autobahn zum nahen Flughafen raus. Hospederia Frangaria nennt sich dieser sehr saubere Etablissement, EUR 59 inkl. Frühstück sind ‚abzudrücken‘, die Gegenleistung weit über dem Erwarteten. Sehr schöne Zimmer, wir kriegen eins hinter raus zum Hundegebell, so hören wir den Strassenlärm nicht. Dann geht’s zu Fuss rüber in den nahen Continente, wir brauchen noch etwas Apéro-Weisswein. Gegen 17:00 Uhr die Nachricht: Trump ist weg (so glaubt/hofft ein Grossteil der Welt zumindest)! Ein Grund, ein Glas oder auch zwei Weisswein zu schlürfen. Das Abendessen ein unerwartetes Highlight: Seeteufel am Spiess. Die Ambiance im Speisesaal ziemlich bieder/nüchtern, doch was zählt ist das Essen. Ein Riesenmenge Fisch gilt es zu vertilgen, ebenso finden sich Shrimps am langen Spiess. Die ganze Sache kommt uns, inkl. 1L Wasser, auf freche EUR 28 zu stehen.

Das war’s dann wohl von der Algarve, leider zehn Tage kürzer, als geplant, aber die Kanaren rufen und es muss ein Corona Test her. Wir nehmen uns vor, hier nochmals aufzukreuzen, in ’normaleren Zeiten‘ versteht sich, die Region hat einiges zu bieten, nicht zuletzt Platz.

21. bis 28. Oktober 2020 – Aljezur, PT

Die Reise kann weitergehen, unser heutiges Ziel Aljezur. Doch vorher müssen wir den Mietwagen abholen. Über bringt und für etwas mehr als EUR 8 zur Vermietstation von Driveon Holidays. Dies der selbe Vermieter wie vor vier Jahren. Nun kommt wieder einmal die unschöne Seite der Autovermieter an den Tag. Frau schwatzt uns eine Vandalen-Versicherung auf, unser Full Coverage soll dies nicht decken, wird uns immer und immer wieder eingetrichtert. Mit der Angst macht man ein gutes Geschäft: jeder Kratzer werde uns mit EUR 300 berechnet, so die unverhohlene Drohung. Wir knicken ein. Doch die Faust in meinem Sack bleibt, dies wird noch ein Nachspiel haben. Endlich kann die Fahrt losgehen, der Verkehr nicht sehr stark, wir vermeiden die mautpflichtige Autobahn, die Hauptstrassen sind breit und gut ausgebaut. Einen erster Halt legen wir in Lagoa ein. Hier begrüsst uns ein riesiger und wohl brandneuer Lidl. Nebenan hätte es auch noch einen Aldi (Nord). Ein nächster Halt bei einem Pingo Doce, einen andern, gar nicht einmal so schlechten Supermarket. Doch hier benutzen wir nur die Toiletten und essen, unromantisch zwar, unser Mittagessen im Auto . Danach geht’s in die Wildnis, die Strasse enger und kurviger, wenige bis keine menschlichen Ansiedlungen mehr. Aljezur ist dann bald erreicht, doch wir können erst um 17:00 Uhr einchecken, also fahren wir schnurstracks runter an den bekannten Praia de Monte Clérigo. Der Strand ist weit und wunderschön, etlich Volk tummelt sich, die Mehrheit junge Surfer. Endlich wieder einmal am Meer! Schneeberge sind gut uns schön, aber ich habe genug davon gesehen. Die Sonne scheint, es ist warm, was wollen wir Meer? Schluss mit Strand, es soll zu intermarché in Alejezur gehen, ein paar Kurven wieder hoch und wir sind im Dorf. Der Laden ist uns bekannt, hatten schon 2016 hier eingekauft. Die Auswahl gross und, man/frau höre und staune, zum Teil die gleichen Weine wie Lidl und erst noch günstiger! Um 17:00 Uhr stehen wir dann vor dem Tor der Qinta de Lago Silencioso. Die Anlage etwas weit ab der Hauptstrasse und der Zufahrtsweg (Strasse wäre weit übertrieben) in erbärmlichem Zustand. Die Hausherrin ist anwesend und zeigt uns sogleich unsere Loge. Doch so haben die Bilder bei Airbnb nicht ausgesehen! Alles mächtig abgekämpft und nicht gerade schmuddelig zu sagen. Betretene Gesichter unsererseits! Aber gebucht ist gebucht. Das Stimmungsbarometer verharrt auf tiefem Niveau…… Doch es ist ruhig hier draussen, die krächzenden Hähne sind sehr weit weg und Hundegebell ist bis jetzt noch nicht im Angebot.

Die Kissen sind so gross wie ein Taschentuch: unbrauchbar. Mitten in der Nacht ging nochmal eine kleinere Sintflut nieder, doch am Morgen präsentiert sich der Himmel wolkenlos und die Temperatur meint es gut mit uns. Wir lesen nun unsere Versicherungsbedinugen bei rentalcars.com durch und, wer hätt’s nicht geahnt, Vandalismus ist natürlich gedeckt. diese Banditen!!! Dann eine kurze Diskussion, ob wir hier das Feld räumen sollen oder uns halt mit einer reduzierten Wohnqualität weiter begnügen sollen. Wir begnügen uns fürs erste, aber halten uns die Option offen, zwei Tage früher abzureisen, sind wir doch auch zwei Tage früher angekommen. Das Wetter lockt, wir wollen an den Strand. Es soll südwärts bis Carrapateira gehen. Doch zuerst runter zum nahen Strand von Arrifana, auch dieser Abschnitt fest in Surfer-Hand, die Campingbusse meist älterer Natur und von halb Europa, aber zumindest machen die Leute keinen Krach, also lasse ich sie leben. Bis ans Meer runter schaffen wir es nicht, die Aussicht von oben genügt und ist wirklich atemberaubend. So, nun aber ab in den Süden. Die Strasse natürlich nicht dem Meer entlang, ist ja alles Steilküste. Das Dorf ist erreicht, doch wir fahren gleich weiter Richtung Meer, auch hier kein Strandzugang, das Meer ist weit unter uns, doch erneut ist die Aussicht grandios. Die Küste mag sehr zu gefallen! Dann ein Versuch, das gute Restaurant Sitio do Forno ausfindig zu machen. Der direkte Weg wird leider zum Kuhpfad, wir wählen lieber die geteerte Variante. Kilometermässig keine Weltreise und wir sind da. Das Gästeaufkommen etwa so wie auf dem Edelweissflug: ein paar Nasen nur sitzen herum. Letztes Mal herrschte hier ein Jahrmarktstimmung ohnegleichen! Wir bestellen einen Seabass, ein schönes Stück Fisch und nicht ganz billig, die Zeche kommt auf EUR 50 zu stehen, wobei ein Glas Wein lediglich mit EUR 2 zu Buche schlägt. Sehr zufrieden machen wir uns auf einen Verdauungsspaziergang. Es ist herrlich hier draussen/oben! Danach geht’s nach Hause, mit einem kurzen Stopp bei intermarché natürlich. Das Abendessen fällt aus bekanntem Grund eher klein aus. Ein sehr schöner Tag mit etwas Frust dabei, aber immer noch auf der sehr guten Seite. Hoffentlich bleibt das Wetter so gut wie heute! Die Mietwagenfirma hat übrigens umgehend auf meine Reklamation betreffend aufgeschwatzter Versicherung reagiert und wird den Betrag von EUR 127 zurückvergüten. Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal halt aus.

Wir haben ein zweites, richtiges Kissen ‚erbettelt‘ und somit geschlafen wir die Herrgötter/innen. Erst um 8:00 Uhr stehen wir auf, das Wetter erneut ein Traum, so, wie es für uns im Herbst/Winter sein muss. Frühstück draussen, herrlich! Dann geht (wieso geht, wir fahren ja…..) es nordwärts, Ziel unbekannt, aber nicht allzu weit. Unser erster Stopp ist in Odeceixe (wie man dies genau ausspricht,wissen wir nicht….). 961 Einwohner soll das recht hübsche Städtchen haben. Wir schlendern die Gassen und Strässchen rauf und runter und geniessen das schöne Herbstwetter. Es zieht uns weiter gen Norden: Zambujeira do Mar unser Ziel. Dies ein noch schmuckeres Städtchen hart am Meer und demzufolge mit grandioser Aussicht auf dieses. 911 Einwohner, so weiss Wikipedia zu berichten, sind hier ansässig. Wieder schlendern wir umher, es tut einfach gut, an der frischen Luft zu sein und die Sonne auf der Haut zu spüren. Das Touristenaufkommen hier ist gering, es hat wohl keine Surfbeach im Angebot. So, viel weiter gen Norden fahren wir nicht, es geht wieder zurück in die Algarve. Einmal wieder zurück in unser nicht sonderlich geliebten Unterkunft, ist die Hausherrin noch am Werkeln, so geht es sogleich weiter, runter an die Arrifana Beach, resp. zum Aussichtspunkt oberhalb der wilden Steilküste. Im Dörfchen überquillt es von Surfern, praktisch alle Parkgelegenheiten (ich sage nicht Parkplätze!) rammel voll. Hochsaison? Oben am Aussichtspunkt findet sich eine (offizielle) Parklücke. Wir genehmigen uns ein sehr gutes Bier (aus Deutschland, woher sonst?….könnte auch dann und wann Belgien sein) und geniessen einmal mehr die grandiose Aussicht auf die Steilküste unter uns. Zurück in unserer Bleibe, wo ein richtiger Apéro serviert wird, gefolgt natürlich von einem Abendessen und einem Verdauungsspaziergang. Ehrlich gesagt, fühlen wir uns hier nicht sonderlich wohl und auch nicht willkommen, aber was soll’s…

Einmal meer(!) spielt das Wetter mit, blauer Himmel und steigende Temperaturen. Wieder wird das Frühstück draussen serviert. Dann aber ab ans Meer. Das WiFi will heute par tout nicht, also noch schnell ins Dorf zu intermarché, dort gibt’s gratis WiFi bereitgestellt von der Stadt Aljezur. Danke! Nun aber rauf in die Provinz Alentejo, diese beginnt wenig nördlich von Odeceixe und ist die Grösste Portugals (31,605 km2, pop. 760,000). Die durchfahrende Landschaft immer etwa gleich: flach, dann etwas wellig bis hügelig, Land- und Forstwirtschaft wohl die Einnahmequelle. Wir passieren einen Aldi und wenig später auch noch einen Lidl, wir sind also immer noch in der Zivilisation. Vila Nova de Milfontes (pop. >5,000!) unser Ziel. Die Stadt relativ lebendig (…unter den momentanen Gegebenheiten…) und auch ganz apart anzuschauen. Noch einmal schlendern wir durch ein Dorf, diesmal wohl eher eine Stadt und geniessen unsere (Fast-)reisefreiheit und natürlich das wunderbar warme Wetter. Nach zwei Stunden räumen wir das Feld, die lange Heimreise kann angetreten werden. Der Verkehr recht dicht, Holländer, Deutsche und Franzosen prägen das (ausländische) Strassenbild. Heute kein Vorapéro über den Klippen, wir bleiben daheim.

Das Wetter ist heute nur mittelprächtig mit Tendenz zu schlecht. Doch wir müssen den Tag nützen. Es gibt ein déja-vu, am Freitag wird es einen Lock-down geben, wir (und allen anderen auch) müssen innerhalb der Gemeindegrenzen bleiben, ein Reisen ist somit unmöglich! Auch eine Maskenpflicht, sobald man/frau das Haus verlässt, ist angekündigt. Nur das heutige Formal 1 Rennen im nahen Portimão darf durchgeführt werden. Was sind schon an die 30’000 Besucher wohl aus halb Europa!?! Aber Geld geht vor. Wir kurven nach Aljezur runter, Benzin wird fällig. Nicht ganz billig hier: EUR 1.47, aber der kleine Nissan ist ja genügsam. Dann aber südwärts, etwas mehr als eine halbe Stunde und wir erreichen Lagos. Die Stadt scheint einiges grösser zu sein, als das gestrige V.N. de Milfontes, doch Wikipedia ‚gönnt‘ mir nur etwas mehr als 3,500 Einwohner. Wir parkieren, wie vor vier Jahren, im altstadtnahen Parkhaus und dann trennen sich unsere Wege für eine Stunde. Die Gassen und Strässchen sind sehr, sehr fotogen, dazu dunkle Wolken, was will ich, resp. die Kamera mehr? Mittagessen gibt’s beim Inder, Koh-i-Noor mit Namen, nicht landestypisch, aber das Essen (keine Diamanten) ist sehr gut und einiges günstiger als in der CH. Danach und um EUR 35 ärmer geht jede/r nochmals seine/ihre Wege. Die Wolken nun noch tiefer und grauer, dann und wann fallen ein paar Tropfen. Es geht ’nach Hause‘, wieder in einer halben Stunde erledigt. Abends müssen wir, wie bereits gestern, den Holzofen in Betrieb nehmen, es ist uns einfach zu kühl in diesem Öko-Cottage. Draussen hat es mittlerweile zu regnen begonnen, drinnen ist es warm und heimelig und bald Apéro Zeit.

Das Wetter ist zuerst durchzogen, doch beim Outdoor-Frühstück wird’s merklich besser. Ab in den Norden heute, Ziel Odemira. Eine ansehnlich grosse Stadt mit 26,000 Einwohnern (allerdings bezieht sich diese Zahl auf das gesamte Gemeindegebiet, immerhin die flächenmässig der grösste Landkreise von ganz Portugal….). Der erste Anblick trügt, einmal in der Innenstadt kann es sich fast mit dem überaus pittoresken Lagos messen. Allerdings hat es hier praktisch keine Touristen. Einmal mehr, wir haben ja nichts anders zu tun, schlendern wir durch engen Gassen und bestaunen die sauber ‚herausgeputzten‘ Häuser. Doch dann zieht es uns runter ans 10 Kilometer (Luftlinie) entfernte Meer: Cabo Sardão. Hier nun Steilküste und tosendes Meer allererster Güte. Ein Hammer! Da und dort ein Mittourist, aber sonst menschenleer und wunderschön. Viele, viel zu viele Bilder mache ich, aber die Land/Meerschaft ist extrem eindrücklich. Nach diesen Höhepunkt zuckeln wir südwärts nach Aljezur, hier noch kurz in den intermarché und dann ab in unser kühles Cottage. Auch heute heizen wir ein, wir wollen einfach warm, wenn auch das Feuer etwas ‚riecht‘.

Das Wetter durchzogen, doch auf dem Weg zur Besserung. Morgenessen wieder draussen. Heute soll es runter nach Sagres gehen, einem Ort mit fast zweitausend Einwohnern. Die Hälfte der Reise, bis Carrapateira bereits bekannt, die andere Hälfte natürlich auch, wenn das Erinnern an 2016 etwas schwer fällt. Hier unten hat es nun anständig bis mächtig viel Touristen, Franzosen und Deutsche prägen das ‚Fremdenbild‘. die Fortaleza de Sagres besichtigen wir nicht von innen, gibt aber auch von aussen sehr wenig her. Also rüber zum sechs Kilometer entfernten Leuchtturm am Cabo de São Vicente, hier ist nun wirklich fast die Hölle los, halb Europa scheint sich hier ein Stelldichein zu geben. Hier möchten wir nicht in der Hochsaison sein! Wir schlendern hoch über den Steinklippen dem unter uns liegenden, sehr zahmen Meer, entlang, wie gesagt, wir sind nicht alleine unterwegs. Auch hier muss es einen bekannten Surfstrand haben, die Surferboys/mädels sind sehr zahlreich anwesend. Der Rummel ist uns zu viel, wir kurven weiter rauf nach Vila do Bispo, hier geht’s links weg, runter ans Meer. Unser Ziel die Praia de Cordoama. Oh Wunder, hier unten geht es sehr zivilisiert und eher einsam zu und her. Der lange Sandstrand aber eine Wucht! Praktisch menschenleer präsentiert sich und die Beach, so wandern wir bei schönstem Sonnenschein und traumhafter Umgebung diesem entlang. Ferienstimmung kommt wieder einmal auf. Nach diesem längeren, sehr erholsamen Stopp kurven wir heimwärts. Ein kurzer Halt oben im Dorf bei Lidl, ich brauche noch Müesli und der Wein wir auch langsam knapp. Einmal wieder in Aljezur sitzen wir draussen und geniessen die noch scheinende Sonne, um 17:00 Uhr heisst es bereits wieder anfeuern, es wird kühl und, wie gesagt, wir frieren ungern. Ein guter Tag heute, morgen ist unser letzter, am Donnerstag soll’s noch vor dem Lockdown rüber nach Silves gehen. Die Leute hier halten sich fast schon religiös an die Maskenpflicht, im Gegensatz dazu stört sie weder Tempolimits noch Parkierverbote…..

Das Wetter ist heute etwas bescheidener, viele Wolken, wenig Sonne, dafür kein Wind. Trotzdem frühstücken wir draussen. Wir wollen nochmals runter nach Carrapateira und im dortigen Restaurant Sitio do Forno eine Cataplana verspeisen. Die Fahrt ist ja bereits bestens bekannt, immer noch fallen die vielen Mitteleuropäer auf. Vor dem Lunch geht es jedoch noch auf einen Sprung raus an die Klippen, das tosende Meer unter uns immer ein, zwei oder auch hundert Fotos wert. Ich sage es nochmals. hier gefällt’s! Dann ist Zeit für ein ausgedehntes Mittagessen. Das Essen ist sehr gut und reichlich, inkl. Wein kommt der Schmaus auf EUR 55 zu stehen, durchaus vertretbar. Heute hat es anständig viel Gäste, alles Deutsche und Franzosen, letztere mit etlichen Kindern im Schlepptau. Sind in Frankreich die Schulen immer noch/schon wieder geschlossen? Sehr zufrieden kurven wir die sechs Kilometer zum heute morgen besuchten Aussichtspunkt zurück. Ich möchte noch mehr Wellen knipsen. Eine Fastjahrhundertwelle gibt ihr eindrückliches Schauspiel, der Finger war am Drücker und das Foto ist im Kasten. Allerdings nicht das einzige heute, 250 sind es am Ende des sehr schönen Tages. Die allermeisten Knipsversuche werde ich natürlich der Delete Taste opfern…….. Das wär’s gewesen von der wirklich imposanten Steilküste, nun wird’s etwas gemütlicher, zumindest was das Meer und die Strände betrifft.

18. bis 20. Oktober 2020 – Faro, PT

Es ist soweit, wir wagen einen Ausbruch! Diesmal in umgekehrter Richtung: wir wollen raus aus der Schweiz, das Wetter und die tiefe Temperatur machen dies leider bitternötig. Also raus zum Flughafen und ab nach Portugal. Das ‚Verkehrsaufkommen‘ unerwartet schwach. Noch schwächer und wirklich kaum zu glauben die Auslastung des Edelweiss Fliegers: 10%! 17 Nasen für 174 Sitzplätze. Die Verpflegung ist natürlich auf ein Minimum reduziert, aber zumindest kommen wir an unseren Senza Parole Wein. In zweieinhalb Stunden sind wir in Faro und bei lauschigen 20°. Auch hier gähnende Leere, niemand kann/will sich wohl die auferlegte Quarantäne nach der Heimreise leisten. Ein Tax i zu kriegen ist kein Problem, es hat einige mehr davon als ankommende Feriengäste. EUR 15 und wir sind mitten in Faro in unserem Stübli, ein sehr schönes, müssen wir sagen. CHF 49 pro Nacht, da kann kein Airbnb in der Schweiz mithalten. Nach kurzer Rast machen wir uns ans Einkaufen, Lidl gibt es auch hier. Die von Googlemaps vorgeschlagene Filiale gibt’s hingegen nicht, also weiter marschiert bis zu einem ‚richtigen‘ Lidl. In der Stadt und erst recht hier draussen im Industriequartier ist sehr, sehr wenig los. Von den 50,000 Einwohner bekommen wir nur wenige zu Gesicht. Die Preise, besonders der Alkoholika nicht ganz so tief wie unten auf den Kanaren, ist ja auch keine zollfreie Zone. Es ist angenehm warm, sollte ich dies noch nicht erwähnt haben. Zurück in unserer wirklich schönen Bleibe ruhen wir aus und freuen uns auch einen baldigen Apéro, natürlich in unserem Mini-Gartensitzplatz. Hier können wir nun endlich wieder einmal auf unseren lang vernachlässigten Gate-Walk, es ist nach dem Abendessen noch hell und die Temperatur im sehr angenehmen Bereich.

Leider war die Nacht nicht so ruhig, ein spätheimkehrender Nachbar, resp. die ganze Familie produzierte die längste Zeit einen Höllenlärm, das Wort Nachtruhe existiert wohl nicht in ihrem Vokabular. Schwamm drüber, wir sind hier ja nur zu Ganz und auch nur für kurze Zeit. Hauptsache das Weter ist gut und die Temperatur angenehm. Nach dem Frühstück folgt ein erster Rundgang durch die praktisch menschenleere Innenstadt. Wo sind all die Leute, schlafen sie noch oder trauen sie sich nun nicht mehr aus ihren Häusern? Na ja, stört mich eher weniger, ganz im Gegenteil, die engen Gassen sind so besser abzulichten. Lunch daheim, am Nachmittag dann einen längeren Spaziergang zu Lidl, etwas weiter weg, als der gestrige, aber besser bestückt und sauber aufgeräumt. Nun ist die Stadt erwacht, die Leute sitzen in den unzähligen Restaurants und essen und plaudern, was das Mundwerk hergibt. Also doch alles Morgenmuffel! Das Wetter ist immer noch gut, ein frischer Wind macht das Trages einer dünnen Windjacke vertretbar. Vor dem Apéro, man höre und staune, spazieren wir erneut durch kopfsteingepflasterte Strassen und Gassen und geniessen das Leben bei angenehmen Temperaturen. Natürlich gibt’s auch wieder einen Verdauungsspaziergang bei immer noch erträglicher Wärme.

Diese Nacht hat die laute Familie ihren Dezibel-Terror erst nach zwei Uhr in der Früh begonnen…. Das Wetter immer noch gut, wenn auch etliche Wolken mit von der Partie sind. Es soll Regen geben, allerdings erst am späteren Nachmittag und leider dann auch morgen und übermorgen, dies aber immer bei Temperaturen jenseits der 20° Marke. So geht’s wieder ab in die Stadt und ich knipse, was mir vor die Linse kommt, es macht Spass, wenn auch das Resultat, wie sich später zeigt, zu wünschen übrig lässt. Wir sehen/hören einige Touristen: Deutsche, Holländer, Franzosen und Engländer. Über unseren Köpfen starten etliche Flugzeuge, die meisten der Firma Ryanair. Am Nachmittag wird das Wetter einiges schlechter, die Temperatur bleibt jedoch im grünen Bereich. Coelho (nicht der brasilianische Bestseller-Author) gibt’s heute Abend, besser wohl bekannt als Kaninchen für EUR 7 von Lidl. Danach die nun wieder übliche Platzrunde, wir sind nicht die einzigen, etlich Volk tummelt sich in den diversen Gassen und Strassen.

Es folgt die Strafe für unsere Fahnenflucht: die halbe Nacht und leider auch den ganzen, lieben langen Tag über regnet und stürmt es, dabei ist es angenehm warm 20°! Wir haben Stubenarrest, aber dieser lässt sich gut aushalten, voausgesetzt natürlich, er dauert nur einen Tag und nicht sechs Wochen wie unten in Teneriffa im April/Mai.

 

16. und 17. Oktober 2020 – Langnau

Es geht weiter, zumindest bis nach Langnau. Das Wetter lausig, doch der angekündigte Regen/Schnee bleibt aus. Kalt ist es jedoch allemal, nicht ganz unser Klima! Wir sind nun schon 21 Wochen in der Schweiz, wir wollen in wärmere Gefilde. Am Samstag geht es hoffentlich nach Faro, aber die Reise/Einsperr-Situation ändert sich ja fast stündlich! Das ‚Stadler-Bähnli‘, bekannt wohl eher als BOB (Berner Oberland Bahn) kommt pünktlich, wir sitzen ganz alleine in einem Wagen, stimmt nicht: zwei Masken sind auch mit von der Partie. Die etwas holperige Fahrt runter nach Interlaken-Ost dauert eine kleinere Ewigkeit, da und dort verirrt sich noch eine weiterer Reisender und/oder Reisende in das Zahnrad-Zügli. Quietschen tut’s wie ein Zürcher Tram. Umsteigen in Interlaken, hier in einen ICE der, alle Achtung, gleich bis Berlin-Ostbahnhof fährt, knappe 10 Stunden Fahrzeit. Günstigster Fahrpreis (retour): CHF 258! Preis ohne Halbtax Langnau-Grindelwald retour: CHF 166. Wir wollen jedoch in Bern raus und dann nach 56 Minuten in Zürich ankommen. Die Züge zum Glück schwach belegt, jedermann/frau fährt in diesen Krisenzeiten mit dem eigenen Auto. Alle sind vermummt, man/frau sieht keine entspannten Gesicher, kein Lachen mehr…..welch grotteske/deprimierende Zeiten! Es bleibt bei meinem üblichen Langnau-Bild, Thema:der goldene Herbst.

Noch eines, diesmal etwas herbstlicher:

26. September bis 15. Oktober 2020 – Grindelwald, BE

Wieder keine Zeilen von mir. Nur: wie müssen zwei Tage früher abreisen, Edelweiss hat den Flug vorverschoben. Ob dieser dann auch wirklich durchgeführt werden wird, steht in den Sternen, resp. den Listen des BAG. Das Wetter erneut eher schlecht als recht, der ‚goldene Oktober‘ will nicht kommen und die ‚alten Weiber‘ sind wohl mittlerweile in Rente gegangen. So bleibt’s bei ein paar Bildern.