2. Mai 2019 – Cape Verde, AZ

Der Schlaf war recht gut, wenn sich nicht meine Hüpfte mitten in der Nacht wieder gemeldet hätte. Woran kann’s nur liegen? Das Wetter ist gut, die Temperatur noch leicht kühl, doch dies ändert sich in den nächsten Minuten schnell. Es geht auf einen Morgenspaziergang durch den A Loop, danach folgt ein Morgenessen, natürlich draussen. Langsam machen wir uns danach auf den über 200 Meilen langen Weg mit Ziel Camp Verde. Wir wählen die ländliche Route, nicht die Interstate 10. Die Landschaft um uns herum, sind wir erst einmal aus dem immer grösser werdenden Grossraum Tucson draussen ist wunderschön. Die Palo Verde Sträucher/Bäume blühen in einen satten Geld, hatte wir bis dato noch nie gesehen. Auch die diversen Kakteen machen Fortschritte, es blüht gelb und knallrot wohin man auch schaut. Der Verkehr übrigens nun sehr zahm, nur Wüste und ein immer noch mit Schleierwolken überzogener Himmel um und über uns. In der Gefängnisstadt Florence machen wir keinen Halt, diesen machen wir bei Florence Junction, danach geht’s flott auf dem 60er Richtung Phoenix, allerdings nicht in die Stadt. Kurz vor Mesa, einer der zahlreichen Vorstädte der Riesenstadt Phoenix geht’s auf den 202, dieser dann zum Glück schwach befahren. Danach wechseln wir auf den 101er und sind bald in der Umgebung von Scottsdale. Nun nimmt der Verkehr etwas a Dichte zu, doch es ist auszuhalten. Metro Phoenix (Phoenix, Mesa, Scottsdale)  hat nun bereits über 4,700,000 Einwohner und wird wohl noch weiter wachsen. Der 101er Loop endet, wir wechseln auf die Interstate 17 über und kurven nordwärts. Alles ist überbaut und unzählige, riesige Shoppingcenters säumen die nun stark befahrene Autobahn. Wir machen einen Lunchstopp bei Adobe, (nicht die Software Firma……) auch hier hat es einen riesigen Shoppingkomplex und dieser scheint auch noch recht gut besucht zu sein. Man/frau sieht uns zwei einmal mehr im omnipräsenten Walmart. Dieser noch recht neu und eher gepflegt, wenn auch das Publikum halt ‘Walmart-isch’ daherkommt, resp. schlurft, kugelt oder fährt. Nach einem gesunden Lunch, Salat und Brot kann die Fahrt weitergehen, noch sind etliche Meilen zurückzulegen. Endlich sind wir wieder in der Natur, die Zivilisation hat ein Ende, es geht in die Höhe, dann wieder runter, doch danach wieder rauf. Die Gegend wird nun eher langweilig, die Kakteen sind verschwunden, muss wohl an der Höhe liegen. 1,400 Meter über Meer sind wir nun, das Wetter leider ziemlich diesig, die Aussicht wäre eindrücklich. Es geht wieder runter, all die mit teurem Benzin erkauften Höhenmeter müssen wir wieder preisgeben. doch bei 1,000 Meter ist Schluss, das Verde Valley ist erreicht. Wir beschliessen noch einen längeren Abstecher (>10 Meilen) zu einem Car Wash zu machen, Zeit haben wir genug und der Wagen müsste wirklich gewaschen werden. So kurven wir die immer noch (2 Jahre!) im Bau/Umbau/Erweiterung befindliche Strasse Cottonwood entgegen. Zum Trost für die lange Fahrt ist die Waschanlage sehr günstig: USD 4 für 8 Minuten. Nach einer knappen halben Stunde sind wir nass und der Camper einigermassen sauber. Nun kann’s zum Zane Grey RV Resort gehen, etliche Meilen östlich von Camp Verde. So kommen am Ende des Tages ansehnliche 242 Meilen zusammen. Der Campground ist erreicht, eingecheckt ist auch schnell, der Preis immer noch gleich hoch wie 2016: USD 42.50. Wie letztes Jahr haben wir das eher laute Site Nummer 2, hart an der stark befahrenen Durchgangsstrasse nach Payson rauf. Doch für One-Nighter gibt’s wohl nichts besseres geboten, die meisten hier machen einen eher lang bis sehr langen Bleibeeindruck. Es ist angenehm warm, doch der Himmel ist milchig weiss, aber Fotos gibt es hier ja keine zu machen. So warten wir bis die bald fällige Apérostunde naht. Abendessen drinnen, draussen kühlt es langsam ab könnte ein angenehm kühle Nacht werden. Morgen soll das Thermometer bis MINUS 4° sinken, dies jedoch 1,000 Meter höher am Grand Canyon.

1. Mai 2019 – Catalina State Park, Oro Valley, AZ

Heute bin ich erst um 5:30 Uhr wach. Tagwache dann allerdings erst um 6:45 Uhr. Wir haben es nicht sonderlich eilig, aber so langsam packt uns das Reisefiber. Nach dem Frühstück kurven wir noch mit Gail’s Pickup zu Home Depot, wir erwerben einen neuen Feuerlöscher, der jetzige ist von einer Rückrufaktion betroffen, doch wir lassen die Aktion sausen, wohin soll die Firma Kidde auch den Ersaztfeuerlöscher hinschicken und wer bezahlt’s. Wir erwerben einen neuen für wohl faire USD 21.50, doch noch schnell rüber zu Sprouts, ich möchte noch mehr Müesli und Cranberries, so muss ich diesen für mich äusserst wichtigen Nahrungsmitteln für längere bis längste Zeit nicht mehr nachstudieren. Um 11:00 Uhr verabschieden wir uns von Gail, Mitte Oktober, so denn alles klappt, sind wir wieder hier unten. Unser erstes Ziel ist der Lee Lee International Supermarket,fast schon oben in Oro Valley. Die Strassen hier in Tucson sind leider immer noch in einen bemitleidenswerten Zustand (himmeltraurig wohl eher zutreffend). Es ist warm/heiss, der Himmel blau und der Verkehr erneut stark. Die grosse Stadt wächst immer noch, an etlichen Orten sind neue Reihenhaussiedlungen und/oder Apartmentkomplexe aus dem Boden gestampft worden. Meine übliche Frage: woher kommt all das benötigte und zu verschwendende Wasser? Wir sind am Ziel und steuern schnurstracks auf das Restaurant, resp. eines der diversen hier ansässigen Restaurants zu: diesmal ist Vietnam an der Reihe, das letzte Mal hat uns Thailand nicht sonderlich umgehauen. Die Pho heute hingegen kann sich mehr als nur sehen lassen, auch die Springs Rolls schmecken vorzüglich. Nun kann es rüber ans Einkaufen gehen, nur eine Türe weiter und wir stehen mitten im riesigen Supermarkt. Wir brauchen unsere Zeit um all die Regale abzuklappern, kaufen könnte man hier so ziemlich alles. Aber auch die internationale Bierauswahl ist rekordverdächtig: BeerLao ist zu haben USD 3.30 & Tax die 640ml Flasche. Wir können nicht widerstehen. Ich leiste uns noch etwas exotisches, ein Bier, Fuggin Awesome mit (komischem) Namen aus Litauen mit angeblich 16% Alkohol, wir werden ja sehen. Wieder sind USD 100 weg! Nun aber ein Haus weiter, Trader Joe’s vorne an der Oracle Road wartet auf einen Kurzbesuch von uns. Viel brauchen wir nicht, ich erwerbe erneut ein Müesli, meine Beste Hälfte Gruyère. Noch ein paar Meilen, links und rechts hat es nur Häuser, Häuser und Shopping Centers und wir sind am Ende unserer heutigen Reise. Der Catalina State Park will für eine Übernachtung USD 30, Strom/Wasser mit dabei. Tagesbesucher: USD 7. Wir sind erneut auf Site A48 ganz am Rande des ziemlich leeren A Loops. Eigentlich verständlich, ist es doch arg heiss, nicht gerade das ideale Campier-Wetter. So, wir richten uns ein, füllen den Wassertank und geben der Wasserpumpe eine Chance, diese wird genutzt, das Ding schnurrt vor sich hin, als ob sie dies die letzten Monate immer getan hätte. Doch die Pumpe ist ja praktisch noch neu, letztes Jahr in Grand Junction, CO, erworben. Es ziehen Schleierwolken auf, die Hitze lässt nach, es ist nur noch sehr warm. Wir geniessen unsere rollende Freiheit! Apéro draussen, natürlich im Schatten, Abendessen auch, aber ohne Schatten, geht doch die Sonne recht früh unter. Die Santa Catalina Mountains werden wunderschön angestrahlt und so komme ich zu meinen ersten Bildern. Es kühlt erstaunlich schnell ab, die Klimaanlage kann in den temporären Ruhestand treten. Der Abend wird ruhig, wenn auch die relativ nahe Orcale Road ständig Verkehrslärm zu uns herüberträgt. Das BeerLao schmeckt übrigens auch hier und nicht nur in Laos vorzülich!

25. bis 30. April 2019 – Tucson, AZ

Heute soll und muss es also losgehen, Ziel: Tucson, Arizona. Wir kurven mit Bus und Bahn zum Flughafen raus, natürlich sind wir nicht die einzigen, welche ein schlechtes CO2 Gewissen mit im Reisegepäck haben. Der Andrang hält sich zu unserem Erstaunen in Grenzen. eingecheckt ist schnell, diesmal kriegen wir eine Einreisegenehmigung der US-Behörden. Wir verdrücken ein sehr gutes und preiswertes Riesensandwich der Migros und sind nun für die nächsten Stunden kalorienmässig unabhängig. Nach dem üblichen Warten und dem ebenso üblichen chaotischen Boarding sitzen wir im A340 und sehen, wieder zu unserem Erstaunen, dass die Maschine wohl nie und nimmer voll werden wird. Als Strafe für diese Erleichterung bleibt die Maschine eine halbe Stunde länger am Boden, angeblich zu starker Verkehr. Dank flottem Rückenwind sind wir mit knapp 1,000 km/h unterwegs, doch im Verlauf des Fluges ändert die Windrichtung und nun gibt’s Gegenwind. Das Essen leider eher medioker, einmal mehr die lauwarme fade Bratwurst mit einer Art Rösti. Doch der Wein schmeckt und wir freuen uns auf unsere ‘Heimkehr’. Wir ziehen in paar Filme rein, die Zeit vergeht so wie im Flug…… Das kleine Essen dann, zwei Stunden vor der Landung, sehr lecker! Landung erledigt, wir sind unten, doch wir erspähen noch zwei weitere Europäer: Condor und Virgin Atlantic, hoffentlich gibt’s kein Stau an der Immigration. Nein, gibt es nicht, die riesige Halle ist praktisch leer, wir sind in 10 Minuten durch, erneut ist der Officer sehr freundlich, keine Fragen, nix. Jetzt erst fühlen wir uns richtig wohl! Nun haben wir Zeit in Hülle und Fülle. Gemütlich dislozieren wir zum Domestic Airport rüber, die Busfahrt, so scheint mir, wird jedes Jahr länger. Hier dann ein leichter Dämpfer, die Maschine nach Tucson runter wird über eine Stunde Verspätung haben. Wir sind müde, hundemüde. Einchecken bei Southwest geht erst 4 Stunden vor Abflug, wir sitzen und warten und warten und…nicken dann und wann kurz ein. Einchecken! Dies ist innert einer Minute erledigt, Southwest ist sehr, sehr effizient. Nun heisst es, der Flieger komme doch früher, als erwartet, bitte alle am Abfluggate versammeln. Wenige Minuten später dann ein Rückzieher, die Maschine sei wohl früher da, aber die Crew (mit einer anderen Maschine ankommend) leider nicht. So fliegen wir um 23:30 Uhr endlich los, der Flieger ist erstaunlich gut besetzt, Der Flug ist kurz, eine Stunde und diese verschlafen wir voll und ganz. Erst ein ziemlich ruppige Landung lässt aus aufschrecken. Am Flughafen dann die übliche Leere, so müssten alle Flughäfen sein. Das Gepäck kommt schnell, ein Taxi kriegen wir ohne Mühe. Der Taxifahrer sieht uns unsere Müdigkeit leider nicht an, er redet und redet, will aber auch Antworten von uns…… Schwor derjenige in Kuala Lumpur noch auf den Koran, so tut unserer hier dasselbe auf die Bibel. USD 35 kostet die rasante Fahrt über meist schwachbefahrene Strassen und wir sind endlich zu Hause. Gail kommt erst morgen, war er doch auf einer längeren Wanderung oben am Grand Canyon North Rim. Müde, wie wir sind, lassen wir uns einen Tropfen oder zwei eines Yellow Tail ‘Big Bold Red’ nicht entgehen. So sind wir erst um 2:30 Uhr im Bett, draussen ist es angenehm frisch geworden, heute soll es 95° gewesen sein.

Wir schlafen bis 10:00 Uhr! Gegen Mittag kommt dann auch Gail und die Plauderei beginnt. Natürlich statten wir auch unserem rollenden Heim eines Besuch ab, schaut immer noch ganz gut drein, der ‘alte Knabe’. Wir starten bereits die sechste Saison! Dies und das wird auf- und eingeräumt, die grosse Arbeit dann am Montag, wir wollen noch ein paar Ferientage geniessen. Abends kurven wir kurz zu Beyond Bread, ein frühes Abendessen ist fällig. Immer schmeckt das Lachssandwisch sehr gut und die Portion eher reichlich, doch ich habe mächtig Hunger. Zuhause geht jeder seinen Weg, wir zwei sitzen noch lange draussen und geniessen die herrliche Wärme und die trockene Luft. Gail geht früh zu Bett, ist dann aber auch bereits im Morgengrauen wieder auf den Beinen. Die nächsten paar Tage fasse ich zusammen, es wird meist geplaudert, getrunken und gepostet, bei Walmart, unserem ersten Grosseinkauf lassen wir über USD 200 liegen. Sprout’s ist ebenfalls auf der Wunschliste, hier erstehen wir  nur gesundes Essen: Nüsse, Trockenfrüchte, Müesli und schwupps sind wieder USD 82 weg. Bei Walmart entdecke ich endlich eine Blutdruckmessstation, also doch, muss ich nun nicht immer einen Albertsons, City Market oder Safeway aufsuchen. Das Benzin hier übrigens teuer wie selten USD 2.85, plus minus ein paar Cents. Bis bisher aufgefallen ist: die meisten Leute nehmen ’es’ viel  lockerer, man/frau ist offener, gesprächiger, weniger verbissen, liegt es wohl am fast ewigen Sonnenschein….. Am Samstagabend geht’s zu Thirsty’s, wir treffen auf Rex, Karen und ihre Schwester Carla. Der Laden ist brechend voll, so ist eine vernünftige Konversation leider nicht möglich. Es ist Burger Night: The Regular USD 6, The Speciality Burger USD 7. ausgezeichnet, das beste Essen bis dato in diesem Etablissement, welches wir zwei Mal pro Jahr mit unserer Anwesenheit beehren. Die Fries sind ein Gedicht! Der Service speditiv und freundlich, das Publikum jung bis alt bis sehr alt, einfach etwas schräg der Laden. Die Toiletten sind aber eher grenzwertig, erinnern stark an Restrooms auf zweitklassigen Campingplätzen. Am Sonntag pilgern wir erneut zu unserem nahen rollenden Heim und richten dieses weiter zur baldigen ‘Bewohnung’ ein. Dann schlendern wir im schönsten Sonnenschein und angenehmer Hitze rüber in die Park Place Mall. Die Läden machen erst um 11:00 Uhr, doch der grosse Food Court hat bereits geöffnet, wir belassen es bei einem Diet Coke von McDonalds für schlappe UHS 1.09. Die Läden öffnen, meine Beste Hälfte tätigt ihren Einkauf und danach kann ich sie sogar überreden, mit mir ein Stück Pizza von ‘Villa Italian Kitchen’ zu teilen. Auch dies natürlich eine Kette mit Filialen an so exotischen Orten wie Kairo, Neapel oder gar Baku in Aserbaidschan. Das schmackhafte und sicher kalorienbehaftete Teil kommt auf ebenfalls schlappe USD 5.05 zu stehen. Von solchen Preisen kann man am Airport Las Vegas nur träumen! Das Thermometer ist erneut jenseits der 90° Marke, doch wir beklagen uns nicht, zuhause ist es angenehm kühl, dem Swamp Cooler sei’s gedankt. Wieder bin ich um 3:00 Uhr wach……Tagwache dann allerdings erst um 6:00 Uhr. Der Montagmorgen begrüsst uns mit dicken Wolken! Die Temperatur einiges tiefer, aber immer noch anständig warm. Um 9:00 Uhr marschieren wir einmal mehr zum Camper, diesmal aber mit der Absicht in aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken, übermorgen soll es ja losgehen. Wir kurven durch die eher hektische Stadt und statten zwei Läden einen Besuch ab: Albertsons und Walmart. Hier ist nun das liebe Geld schneller weg, als wir es verdient hatten. Muss wohl an der Inflation und nicht an unseren recht bescheidenen Ansprüchen liegen. Etwas richtig Unnötiges kaufen wir wirklich nicht ein, doch nach diesen zwei Einkäufen sind wir um stramme USD 320 ärmer, der Wein allein USD 116, aber es sind ja auch 24 Flaschen und Utah steht bald auf dem Reiseprogramm. Zuhause läuft nicht viel, jeder geht seiner Arbeit oder meist Freizeit nach. Am Dienstag geht’s früh auf die Gasse, wir müssen um 8:00 Uhr unten bei Carl’s RV sein. Der Verkehr ziemlich stark und halt normal rücksichtslos und schnell unterwegs. Aber wir stehen pünktlich um 8:00 Uhr auf der Matte. Zuerst jagt man, resp. frau uns einen Schrecken ein, die kleine Reparatur könne schon einen ganzen Tag dauern…… Wir warten und plaudern mit den Leuten und nach einer Stunde ist der Wagen plötzlich fertig. Doch das dicke Ende kommt noch: USD 338 wollen berappt, oder besser ‘bedollart’ werden. Nun kann’s also weitergehen, nächstes Ziel der Barnes & Noble an Broadway. Trotz Internet & e-books hat es in diesem sehr schönen Laden jedesmal erstaunlich viele Kunden, doch wir kaufen nur eine Agenda,  Bücher sind zu schwer und nehmen viel Platz in unserem doch engen Heim weg. Ab nach Hause, es gilt noch dies und das einzuräumen, morgen gehen wir auf grosse Fahrt, allerdings nur rauf in den Catalina State Park bei Oro Valley. Abends ein sehr frühes Essen, erneut bei Thirsty’s. Ich verdrücke nochmals einen schmackhaften Burger und noch schmackhaftere Fries. Um 18:30 Uhr sind wir zurück und die Nachbarn Frank und Shirley warten bereits, kommen die beiden lieben Leute doch auf ein Bier/Wein rüber. Es wird viel geplaudert, sehr viel über die diversen Hunde, die die beiden älteren Herr/frauschaften in ihrem Haus halten. Ein gemütlicher und entspannter Abend. Morgen geht’s los, falls ich dies noch nicht erwähnt haben sollte, wir sind etwas nervös, freuen uns aber mächtig, endlich wieder in unserem  rollenden Heim durch die Gegend zu kurven.

13. bis 24. April 2019 – In der Schweiz

Wie halt so üblich, fasse ich die Tage hier zusammen und berichte herzlich wenig bis fast gar nichts. Am ersten Sonntag meint es das Wetter sehr gut mit uns: alles ist weiss, der Winter hat uns doch noch eingeholt! Zum Glück ist der weisse Spuk nur von kurzer Dauer und wettermässig fahren wir diese Tage gar nicht einmal schlecht.

Es ist Frühling, alles ist grün, eigentlich ganz schön anzuschauen. Wir erledigen diverse anstehende Besuche bei Verwandten und Freunden, essen und trinken genügend bis manchmal zu viel. Wir machen auch ein paar längere Spaziergänge in und um Langnau, der interessante und sehr nahe Tierpark (Eintritt frei! Parkieren CHF 10) zum Beispiel, oder zwei Wanderungen der Sihl entlang. Bewegung tut gut, nach diesen Anstrengungen habe ich keine Hüftbeschwerden mehr, diese hatten sich schon ziemlich rasch hier wieder eingestellt, in Teneriffa hatte ich praktisch nie Probleme. Meine einzige Sorge ist erneut die Fuji Kamera. Der Austausch war problemlos, nun habe ich wieder meine ‚alte‘, angeblich reparierte und auf Herz und Nieren geprüfte Kamera und sehe keinen Unterschied. Die Scharfeinstellung ist wie die Ziehung der Lottozahlen, 6x mal scharf hintereinander gibt es nicht!

Auch die Belichtungskorrektur Einstellung macht was sie will. Ich bin extrem frustriert, aber die Zeit reicht einfach nicht, um die Kamera erneut zu retournieren. Langsam denke ich wirklich über eine Scheidung nach…… Doch ich habe in der Zwischenzeit die kleine Nikon und drei Objektive verkauft. Eine Notkamera müsste ich schon haben. Schluss mit dem Gejammer! Wie üblich, können wir nicht online einchecken, die US Behörden würden uns keine Einreisegenehmigung erteilen….. Es wird Zeit, wir freuen uns auf unser ‘richtiges’ Zuhause.

7. bis 12. April 2019 – La Camella, Tenerife

Das Wetter anfangs gut, doch sehr schnell hängen wieder dunkle Wolken oben ‘am Berg’. Also fahren wir runter ans Meer, nochmals nach Playa San Juan. Und nochmals machen wir die Wanderung der schönen Küste entlang über Alcalá  nach Puerto de Santiago bei Los Gigantes.  Hier unten ist das Wetter ein Traum ,herrlich warm und ein leichtes Lüftchen weht. Es ist Sonntag, wir sind nicht alleine unterwegs, aber das stört uns nicht, es hat  Platz für alle. Wieder ist Englisch die meistgehörte Sprache, aber dies verwundert nicht. Gemäss ‘Flightradar24’ sollen wöchentlich 51 Flüge aus Birmingham in Tenerife Süd landen, 43 weitere kommen, ebenfalls wöchentlich, von London Gatwick und die Liste der englischen Flughäfen geht weiter…… Düsseldorf kann lediglich mit 25 Flügen aufwarten, Platz vier in der Rangliste. Es ist momentan Flut, so donnern recht ansehnliche Wellen an die Lavaküste, herrlich anzusehen. Logischerweise sind auch die Surfer wieder vor Ort, besser wird’s wohl nimmer. Lunch gibt’s am Ziel, auf der gleichen Parkbank wie vor ein paar Tagen. Dann geht’s logischerweise zurück. Das Wetter hält, oben ‘am Berg’ kleben die üblichen bedrohlichen Wolken. Die Heimfahrt kann angetreten werden, der Verkehr auffallend ‘dünn’. Oben dann die in den letzten Tagen immer gehabten dicken Wolken. 400 Höhenmeter machen hier schon einiges aus. Jacuzzi, leider nur noch 5x! Abends haben wir unsere Vermieter zu Gast. Ein Thaiabend: Papayasalat und ein Red Curry, scheint allen Anwesenden zu schmecken. Wir hören nun auch von den weniger guten Seiten der Insel. Die Bürokratie überbordend, die Kontrolle/Überwachung  grenzt ans Stasihafte. Dem Privatvermieter werden alle nur möglichen und unmöglichen Hindernisse in den Weg gestellt, es sollen ja nur die grossen Hotels von den Touristen profitieren dürfen. Die beiden denken an ein baldiges ‘Schlussmachen’, sogar an eine Rückkehr nach Deutschland, dies nach 30 Jahren!

Heute erlauben wir uns frei zu machen. Das Wetter ist durchzogen, wir hatten eigentlich im April besseres, ja sogar bereits Sommerwetter erwartet. Sogar die Gasheizung kommt am Nachmittag zu einem Einsatz. Ich beschäftige mich mit dem Computer, meinen Bildern und dem Internet. Gemäss Letzterem soll es wöchentlich 223 Flüge von Tenerife Norte rüber nach Gran Canaria geben, unglaublich! Ich versuche zu zählen, heute waren/sind es 25, aber die Liste ist leider nicht komplett (das ganze ‘Wissen’ nur gegen Bezahlung!), so muss ich wohl die genannte Zahl als Wahrheit akzeptieren. Es wird wirklich zu viel geflogen! Zum Vergleich: 140 wöchentliche Flüge von Los Angeles nach Honolulu. Aber wer im Glashaus sitzt….. Abends noch einmal zähes Lammfleisch von 5 Océanos, aber was gekauft (für teures Geld!) wird, wird auch verspiesen. Doch das diesmal als Stroganoff servierte Fleisch erweist sich als gar nicht so zäh wie gehabt. Mehr gibt es für und von heute nicht zu berichten. Doch: nur noch 4x Sprudelbad! Air Canada betreibt mehr Flugzeuge als British Airways!?

Unser heutiger Schlachtruf: Malpais de Güimar! Das Wetter wie gehabt, es hat Wolken , klart beim Frühstück auf und wir brausen davon. Der Verkehr normal stark und normal zügig bis schnell unterwegs. Die doch 50 km sind erstaunlich schnell abgespult. Es findet sich erneut unten am Hafen ein Parklücke. Es ist warm, doch ein leicht frischer wind aus dem wieder üblichen Nordosten bläst uns entgegen. Schnell sind wir aus dem kleinen Städtchen und mitten in der imposanten Lavalandschaft. Auch heute geht’s wieder im Uhrzeigersinn auf die Rundwanderung. Nun ist es endlich grün, die Blätter sind da, die Landschaft sieht noch apokalyptischer aus: schwarze Lava und grünste Büsche und Sträucher, einfach herrlich! So macht die Wanderung trotz erwähntem Wind mächtig Eindruck. Wie verzichten allerdings heute auf die Zusatzschlaufe, der Himmel wird immer dunkler. Das Wanderaufkommen übrigens normal stark, es ist halt eine beliebte Strecke. Lunch, wie gehabt, vorne im Städtchen auf einer Parkbank. Wir müssen es beichten: vom Brot über den Serrano Schinken bis zum Eistee, alles stammt von Lidl, doch es mundet, auch wie immer, sehr gut. OK, es kann nach Hause gehen. Unterwegs bekommen wir noch ein paar Regentropfen ab und es liegt auch noch eine aller letzter Besuch bei Lidl drin. Bald ist Sprudelbad und Apéro angesagt, Essen gibt’s heute, erneut, ‘vom Thailänder’, wobei es sich hier wohl um meine Frau handelt.

Ich stehe eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang auf, lohnen tut es sich trotzdem nicht. Aber ich mache brav meine üblichen Stubenfensterbilder, aber ist halt nicht der Grand Canyon, den ich hier allmorgendlich ablichte…. Das Wetter wie gehabt, blauer Himmel hier, viele Wolken dort, aber unten am Meer scheint’s gut zu sein. Also soll es nochmals runter nach Playa San Juan gehen. Die Fahrt einiges kürzer als gestern. Doch auch hier unten ist es nicht über jeden Zweifel erhaben schön. Aber es wird gewandert, das letzte Mal! In 15 Tagen sind wir bereits in Las Vegas, diesmal das richtige. Zuerst marschieren wir auf einem neu angelegten, sehr breiten Weg westwärts, die kleine Beach, welche wir passieren ist gesperrt, ein Bagger schaufelt den schwarzen Sand von hier nach da….. Der gut angelegte Weg hat leider plötzlich ein Ende. Aber ich habe da noch eine verlassene Steinkirche unten an der sehr steilen Steilküste entdeckt.Tatsächlich führt eine enge und steile Treppe hinunter, da muss ich runter und ein paar Bildli knipsen! Nach 20 Minuten schnaufe ich wieder hoch, aber sehr zufrieden. Die Wanderung oder besser der Spaziergang kann weitergehen, unser Ziel sind die blühenden Kakteen etwas ausserhalb von Alcalá. Das Wetter nun besser, die Sonne scheint wieder und die Temperatur sehr angenehm, nur oben ‘am Berg’ kleben schwere dunkle Wolken. Es ist Mittwoch, es hat nicht so viel Volk wie am Wochenende auf der Gasse, aber wie immer sind die Touristen englischer Muttersprache in der Überzahl. Lunch auf einer Parkbank, aber es schmeckt. Da der sich in die Länge ziehende Nachhauseweg, ich bin etwas ausser Form heute. Die Heimfahrt dann ereignis- und fast verkehrslos. Nix mit Einkaufen heute, der Kühlschrank muss geleert werden, am Freitag ist Abflug. Das Lamm Stroganoff heute noch eine ganze Spur besser!

Wir schlafen lang: 8:30 Uhr! Aber es ist unser letzter Tag hier und es steht keine Wanderung auf dem Marschbefehl. Das Wetter erneut durchzogen, doch eine ganze Spur wärmer, dafür ist die Fernsicht im ‘Eimer’. So bastelt halt jeder vor sich hin, ich am Computer, meine Beste Hälfte hat sich dem Packen verschrieben. Lunch draussen, die Temperatur stimmt, nur der Wind ist grenzwertig. Auch ohne grosses Dazutun unsererseits vergeht der Tag flott, die drei Monate hier waren nicht die schlechtesten, ganz im Gegenteil, mehr nur als ein klein wenig fühlen wir uns schon zuhause. Geht alles nach Plan, was frau/man nie weiss, sind wir in neun Monaten wieder hier. Ein letzter Besuch bei Jacques Uzi, wir werden unser Sprudelbad vermissen! Um 21:00 Uhr kommen unsere Gastgeber und verabschieden sich von uns, wir werden die beiden morgen in der Früh wohl nicht mehr antreffen. Ich spende meine Singapore Flugmeilen einem guten Zweck: Make-A-Wish, besser als irgendein weiteres Gadget zu erwerben scheint mir dies allemal. Keine Bilder heute!

6:00 Uhr Tagwache….wohl eher Nachtwache! Lieber zu früh am Flughafen, als unten auf der Autobahn im Stau stehen. Wolken hat es genug, zumindest sieht’s in der Dunkelheit danach aus. Ein frühes Frühstück will vertilgt sein, dann die letzten Aufräum- und Packarbeiten. Um 7:30 Uhr kann es losgehen. Die Dunkelheit macht sich langsam aus dem Staub, so sehen wir die Wolken besser. Es hat erstaunlich wenig Verkehr, immer für hiesige Verhältnisse, so viel Autos wie hier sieht man/frau in Namibia in einem ganzen Jahr! Auch unten auf der Autobahn geht es flott voran. Nicht allerdings in Gegenrichtung, hier staut sich der morgendliche Berufsverkehr über Kilometer. Grund ein Unfall, hätte auch auf unserer Seite passieren können! So erreichen wir den Flughafen etliches zu früh, wir sind aber nicht die ersten ’Gäste’, welche bei Edelweiss einchecken möchten, die Schlange schon ganz doll! OK, eingecheckt ist, jetzt kommt der Warteteil. Im Duty Free Shop werden dem ahnungslosen Fluggast gesalzene, fast schon freche Preise präsentiert: €26 für 1 Liter Jameson Whiskey, im Hiperdino für €17.80 zu haben. Zum Vergleich dann in Zürich CHF 30! Die Maschine aus ZRH kommt pünktlich, so stände einem pünktlichen Abflug ja nichts im Wege. Es steht auch nichts im Wege, sogar ein paar Minuten zu früh erhebt sich die kleine und doch schon betagte (bejahrte?) A320 in den mittlerweile blauen  Himmel. Adios Tenerife! Der Flieger natürlich voll und zu meinem Erstaunen/Erleichtern sehe ich keine Scham oder Reue in den Gesichter meiner Mitflieger was das CO2 betrifft. Vier Stunden und fünf Minuten und wir landen in der CH, das Wetter wie ich’s eben nicht mag: grau in grau. Das Essen übrigens war sehr gut, eines der besseren/besten bei/mit Edelweiss bis dato, nicht eine riesige Portion, aber die Qualität…. und der Service. Nach längerem Warten am Gepäckband kommt endlich unser grosser Koffer, allerdings schrecklich malträtiert, was machen diese Leute auch mit dem Gepäck?!? Aber beweisen können wir natürlich nichts, also machen wir die Faust im Sack und dislozieren rüber zum Bahnhof, ÖV ist angesagt. CHF 17.80 für zwei Tickets nach Langnau, bitte schön, bitte wieviel! Doch der Zug ist sauber und pünktlich und auch den Bus in Thalwil ‘schaffen’ wir problemlos, also nicht stänkern, die Leute verdienen hier auch einiges mehr als auf Teneriffa. Ich bin müde, hatte schon die halbe Zeit über im Flieger mit dem Schlaf zu kämpfen und unterlag. In Langnau alles wie gehabt. Wir versuchen uns in die Routine hier einzuklinken.

31. März bis 6. April 2019 – La Camella, Tenerife

Das Wetter könnte gut sein/werden…. Nach kurzer Beratung einigen wir uns auf die etwas weit entfernte Malpais de Güimar. Doch dank der Autobahn sind wir schnell am Ziel. Es ist Sonntag, der Wanderandrang bereits recht ansehnlich. Aber wir sind ja auch eine Stunde später ‘dran’, wurde doch auf Sommerzeit gewechselt. Heute machen wir die Rundwanderung einmal im Uhrzeigersinn, zuerst durch die schönen  Euphorbienbestände und dann dem Meer entlang zurück. Wir hängen sogar noch eine ‘Schlaufe’ an, diese bringt uns nahe ans grosse Gewerbe/Industriequartier von El Socorro. Leider ist das erhoffte Grüne der diversen aus der schwarzen Lava wachsenden Pflanzen noch nicht sehr grün, trotz des kräftigen Regens der letzten Tage. Trotzdem macht die Wanderung Spass, die Aussicht gut, um den Teide formen sich wieder grosse, schwere Wolken, könnte erneut Regen geben. Das Wanderaufkommen nun sehr stark, viele Einheimische sind auch unterwegs, auch eine Botanikergruppe mit geschwätzigem Führer. Lunch gibt’s wieder vorne im Dorf Puertito de Güimar. Hier ist der Rummel noch etwas grösser, aber die meisten sind wohl ‘Locals’, keine Vergleich zu den Touristenhochburgen Los Cristianos oder Playa de las Américas. Es geht nach Hause. Hier oben hat es dann bereits geregnet alles ist nass und die Wolken über uns sind noch immer schwarz und hängen tief. Das Sprudelbad haben wir uns heute reichlich verdient, ebenso natürlich Apéro und Abendessen: Lammfilet & Reis.

Haben lange, aber nicht sehr gut geschlafen. Der Terrorhund in der näheren Umgebung hat die halbe Nacht über wohl ganz La Camella mit seinem ekelhaften Gebell ‘beglückt’. Ich musste um 3:00 Uhr alle Fenster schliessen….. Das Wetter sieht nicht sehr gut/stabil aus. Was sollen wir Thun, Fisch? Du hast die Wal, Fisch! Es geht mit dem Bus runter nach Los Cristianos, an die Wärme, hier oben ist es unerwartet kühl, vor einem Monat, gar sechs Wochen, was es einiges wärmer. Der Bus hat eine Minute Verspätung, ein Skandal! Die Fahrt kostet im Gegensatz zu Zürich praktisch nichts. Unten warten wir dann auf einen Anschlussbus rüber nach Costa Adeje. Die Temperatur nun sehr angenehm, der Faserpelz kann wohl bald in den Rucksack. Wir sind an der grossen Busstation angekommen, nun geht’s zu Fuss weiter, runter ans Meer durch einen dichten Dschungel von Hotels und Apartmentkomplexen. Hier ist verdichtetes Wohnen ganz hoch im Kurs. So, wir wandern nun mit 120,000,000 anderen Urlaubern dem Meer entlang zurück nach los Cristianos. Es ist schön warm und sofort werden unanständig dicken Wampen zur Schau gestellt….widerlich! Ich bin ganz klar für die Einführung einer ‘Wampen-Steuer’, ebenso wäre eine Überbräunungssteuer angebracht, etliche, meist weibliche ‘Badegäste’ sehen wie mumifiziert aus….. Ich tummle mich eine ganze Weile am Hafen rum, es herrscht reger Fährbetrieb. Fred Olsen geht, ebenso eine Armas, dann kommt sofort die andere Armas, welche einige Zeit schon draussen im Meer vor sich gedümpelt ist. Alles Trimarane, die Benchijigua Express immerhin der grösste zivile Trimaran weltweit: 127 Meter lang, für maximal 1,291 Passagiere zugelassen und natürlich auch für etliche Autos. Maximalgeschwindigkeit angeblich 75km/h, nicht mit mir drauf, bitte! Die Armas, ebenfalls Trimarane und ebenfalls in Australien gebaut (allerdings in Tasmanien und nicht Westaustralien) sind erst seit 2015, resp. 2016 hier in Betrieb. Nach La Gomera kostet es €30 pro Weg für Nichtkanarier, Fred Olsen will noch €7 mehr für die relativ kurze Reise. Um 14:45 Uhr ist Besammlung an der Busstation, ‘unser’ 480er macht sich pünktlich um 15:00 Uhr auf in den Grossstadtverkehr des doch kleinen Los Cristianos. Nach 15 Minuten ist die bequeme Reise vorbei und wir stapfen die letzten steilen Meter hoch nach Hause. Es folgt das übliche Prozedere….

Regen in der Nacht und Regen bis am Nachmittag! Es ist kalt, für hiesige Verhältnisse zumindest. Schneefallgrenze 1,700m, oben am Teide MINUS 8°, so sieht die Sache aus! In einer kurzen Regenpause geht’s schnell runter zu Lidl, es ist nur wenig wärmer auf praktisch Meereshöhe. Die Wolken tief, schwarz und dramatisch. Danach wieder rauf und auf Wetterbesserung gewartet. Diese stellt sich im Laufe des Abends langsam ein, es soll morgen merklich besser sein, ab Donnerstag jedoch wieder schlecht. So macht wohl auch hier der April was er will! Im Januar/Februar war es einiges wärmer und das Wetter stabiler….. Auch heute natürlich unser Prozedere, es wird schwer sein, in knapp zwei Wochen wieder ohne Jacuzzi leben zu müssen! Abends ein sehr gutes/zartes Lammfilet von 5 Océanos. Der Sonnenuntergang dann recht spektakulär, es könnte durchaus sein, dass wir morgen in schönstem Sonnenschien auf Wanderschaft gehen können. Betreffend Fähren: alle Armas Schiffe tragen je einen Namen eines hiesigen Vulkans (beginnen alle mit einem ‘T’), hat ja genug davon….

Ich steh noch vor Sonnenaufgang auf, da dieser seit kurzem ja eine Stunde später ist….. Das Wetter ist tatsächlich sehr gut, kaum noch Wolken, aber dafür bläst, einmal mehr, ein saftig Lüftchen. Heute haben wir uns eine Inselhalbrundfahrt vorgenommen, also nix mit wandern, mehrheitlich im Auto. Mit von der Partie sind nicht 99,000 sondern 188,000 Kurven, doch ich scheine mich langsam daran zu gewöhnen. Es geht rauf zum Teide, über die Vilaflor Route, der Verkehr noch zahm, ebenso die Temperatur. Einmal oben, lacht uns der Teide mit einer mickrigen Schneekappe entgegen. Ohne anzuhalten kurven wir weiter nach El Portillo. Die Strecke zwischen Seilbahnstation (noch geschlossen) und eben diesem El Portillo ist die unangenehmste vom ganzen heutigen Tag. Die Strasse sehr eng und kurvig, dazu der enorme Ausflugsverkehr, hauptsächlich grosse Reisecars. Ein kurzer Stopp bei den sauberen Toiletten beim Visitor Center in El Portillo und die Fahrt talwärts kann losgehen. Wir kommen nicht ganz unverhofft in die Passatwolken rein, dickster Nebel könnte man/frau auch sagen. Doch hier ist wirklich einiges los im botanischen Bereich, wo viel Feuchte/Regen da viel Vegetation. Der Gegenverkehr enorm, jederfrau will rauf zum Vulkan und hofft natürlich auch auf Sonnenschein. 41,500 Menschen sollen in La Orotava wohnen, der Verkehr nun sehr dicht und halt eher forsch, von der Stadt kriegen wir nicht viel mit, wir suchen lediglich die Autobahn um raus aus dem G’wurl zu kommen. Unsere Fahrt geht nun gen Westen, die TF-5 bringt uns zügig durch dicht besiedeltes Gebiet Richtung Icod de los Vinos. Einnahmequelle sind hier Bananen, Wein und natürlich die Touristen. Auch Icod de los Vinos mit 22,500 Einwohners statten wir keinen Besuch ab. Ein Halt bei einer Tankstelle mit Aussichtspunkt und Toilette soll uns genügen. Das Wetter hier unten an der Küste nun nicht schlecht, die Wolken kleben alle oben an den Bergen. Nun geht es auf engen Strassen in die Höhe, La Vega das Zwischenziel. Die Zivilisation nimmt ein Ende, Lava und nicht zu knapp, übernimmt wieder das Sagen. Sehr eindrücklich, wenn auch nicht für das nun unter uns liegende Garachico, wurde doch dies hübsche Städtchen 1706  von ebendiesen Lavamassen zerstört. Hier oben ist die Lava recht grün und überall blühen Blumen, sehr exotisch anzuschauen! Nach Mittagspause und ein paar Bildli geht es weiter rüber nach Santiago del Teide, der Landschaftseindruck immer noch im oberen optischen Bereich. Das geschäftige Dorf (Abzweigung zum Touristenmagnet Masca) ist erreicht und auch sogleich durchfahren. Bald sind wir auf der Autobahn und die Heimreise kann beginnen. Der Verkehr mittelprächtig, prächtig aber die Aussicht rüber nach La Gomera, man/frau könnte die Insel fast anfassen. Ohne Stau geht’s heute, wunderbar! Es flogt, ich muss es nicht erwähnen, unser Feierabend-Prozedere.

Das Wetter ist gut, ändert sich aber im Laufe des Tages zu weniger gut und eher kühl. Unten an der Küste scheint die Sonne, aber runter nach Playa Paraiso. Diesmal machen wir die Hippiewanderung von West nach Ost. Allerdings erreichen wir die besagten Aussteiger nicht, der Weg ist zu weit, starten wir doch von einiges weiter westlich, als jemals marschiert. Im eher noblen und vornehmlich englischsprechenden Playa Paraiso findet sich nicht so leicht eine Parklücke, etwas ausserhalb des engen und geschäftigen Dorfes hat es jedoch einige zur Auswahl, aber von hier ins Dorf sind es dann noch ein paar Meter zu Fuss, für viele Leute wohl eine Zumutung. So wandern wir immer der eindrücklichen Küste entlang, links von uns natürlich ein Hotel nach dem anderen. Störend eigentlich nur die beiden grossen und aus meiner Sicht abscheulichen Türme des Hard Rock Hotels, aber dies ist Geschmackssache. Der Name ist Programm und so plärrt an der grossen, ‘Hotel Guests Only’ Poolanlage Rockmusik durch die ansonsten ziemlich ruhige Landschaft. Doch die Hotelzivilisation hat ein Ende, wir sind schnell mitten in der Pampa und bald ist El Puertito erreicht. Ein kurzer Halt und weiter geht der gemütliche Spaziergang. Wie gesagt, bis zu den Hippies schaffen wir es nicht und so geht’s in recht forschem Tempo zurück. Lunch unterwegs an einem kleinen Steinstrand, wir die einzigen Gäste. So, eine eine bessere Stunde und wir sind wieder zurück beim mittlerweile sauberen Auto, der Regen der letzten Tage hat kräftig geholfen. Nach einmal Verfahren im etwas unübersichtlichen Städtchen sind wir auf dem Autobahnzubringer und dann auch schnell auf der eigentlichen Autobahn. Der Verkehr sehr zahm, kein Stau, so müsste es immer sein. Am Abend kriegen wir Besuch: Tamara & Tim kommen auf ein Nachtessen vorbei. Thai Spaghetti! Es wird viel gelacht und geplaudert, ein ganz schöner Abend.

Ich stehe erst um 8:00 Uhr auf, war wohl etwas zu viel Essen oder Wein gestern Abend. Leicht verkatert mache ich meine üblichen paar Aufnahmen aus dem Stubenfenster, nicht sehr spektakulär heute. Es hat etliche bis diverse Wolken, die Prognose hatte diese nicht erwähnt. Ist ja egal, es ist Freitag und wir machen einen Freitag. Es geht mit dem 10:08 Uhr Bus (der 480er) runter nach Los Cristianos, hier ist es dann etliche Grade wärmer als oben in La Camella. Der 470er Bus geht erst um 11:55 Uhr rüber nach Los Abrigos und so hat jeder Zeit sich einmal mehr im überfüllten Touristenort zu ‘amüsieren’. Nun wird es auch hier am Meer schlecht, dunkle Wolken hängen über mir und es ist kühl geworden. Regen gibt es keinen. Besammlung 10 Minuten vor Abfahrt an der Estacion de Guaguas. Natürlich fährt der Bus pünktlich los, 33 Stationen und eine Stunde später sind wir im sonnigen Los Abrigos. Zwei Minuten bis zur Fischbeiz El Cangrejo und er Schmaus kann beginnen. Der fast schon ‘kultige’ Kellner schüttelt uns die Hand. Einmal mehr essen und trinken wir sehr gut, falls möglich, werden wir nächste Woche nochmals auf ein Abschiedsessen vorbeischauen. Der Bus zurück nach Los Cristianos hat glatte fünf Minuten Verspätung, ein kleinerer Skandal! Mit etwas rennen erwischen wir jedoch unser 480er und die letzten 15 Minuten Fahrt nach Hause können losgehen. Über uns hängen, wie meist hier, dunkle Wolken und es ist kühl. Januar/Februar war wärmer! Aber ich sage lieber nichts, der Krieg ist schon länger eröffnet, es gibt nur noch Klimaleugner und Klimahysteriker – keine Grauzone. Abends dann ein Veggie-Burger, man/frau will ja auch einmal auf der Anti-Fleisch-Welle mit reiten. Das Mitreiten hat sich gelohnt: das Ding schmeckt sehr gut, optisch allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Auch der Preis (€2.50 für 2 Stück) eher hoch, Fleisch wäre günstiger! Diese Abkürzung wird immer länger: LGBTIQ…..

Erst um 7:45 Uhr bequeme ich mich aufzustehen. Doch das eher schlechte Wetter lässt mich mein schlechtes Gewissen schnell vergessen. Heute keine Morgenbilder aus dem Stubenfenster. Doch die Wettersituation entspannt sich, es sieht nun ganz passabel aus, also runter ans Meer. Es soll nach Pal-Mar, der Retortensiedlung hinter dem Berg westlich von Los Cristianos gehen. Westlich ist auch heute der Wind, das Lande/Startspektakel ist heute dementsprechend umgekehrt, kommt nicht sehr oft vor, zumindest war dies in den letzten fast drei Monaten nicht der Fall. Es findet sich ein Parkplatz in einer ruhigen Nebenstrasse des etwas steril wirkenden Feriendorfes, dafür muss ich hier auch keine dickbäuchigen Altherren anschauen. Die Wildnis beginnt gleich hinter dem letzten Haus, alles flach, erinnert an Wüste, doch dann kommt grüne bis grünste Vegetation mit ins Spiel. Der Regen und wohl auch die Jahreszeit lassen nun etliche Blätter an den eher verdorrt wirkenden Bäumen, Büschen und Sträuchern spriessen. Die Wanderung schön und kurzweilig, immer gibt es etwas zu sehen und entdecken, meist botanischer ‘Natur’. Der kleine Leuchtturm (mit EU Geldern kürzlich frisch gestrichen) ist erreicht, eine kurze Rast, aber dann geht’s weiter an der riesigen Bananenplantage vorbei Richtung Las Galletas. Bis ganz ins Dorf wagen wir uns nicht, die Heimreise gilt es ja auch noch zu absolvieren. Lunch unterwegs, einmal mehr bei der Bananenplantage. Den Rückweg zu finden gestaltet sich als unerwartet schwierig, es hat zu viele Wege und Strassen/Strässchen hier in der Natur. Ein Dank an die Wanderkarte auf meinem altersschwachen Samsung Tablet, wir finden den Weg ohne ‘Irrweg’. Wir kurven noch eine Runde durch die Feriensiedlung, sieht eigentlich ganz passabel und vor allem rummelfrei aus. Auf geht die Fahrt, Lidl wartet auf uns, unser Kühlschrank wird’s im später danken, ist dieser doch ziemlich leer. In einer Woche ist es jedoch soweit, wir müssen ein Haus weiter, 11 Tage in der Schweiz warten auf uns, hoffentlich ist bis dann der Schnee weg!.

24. bis 30. März 2019 – La Camella, Tenerife

Sehr viele Wolken und eine merklich tiefere Temperatur begrüssen mich um 7:10 Uhr. Gemäss Wetterprognosen soll es ab morgen ein ganze Woche lang regnen! Wir haben Bewegungsdrang und kurven trotz mediokrem Wetter runter ans Meer, genauer gesagt nach Las Galletas, die Malpais de la Rasca ist immer für ein paar Schritte gut. Unten ist das Wetter merklich besser und auch wärmer. Es ist Sonntag, der Strand praktisch leer, doch dies wird sich noch ändern. Der Spaziergang zum Leuchtturm immer wieder schön und eindrücklich, heute mit sehr guten Wolken, ich knipse nach Herzenslust, doch nur mit der kleinen Sony, die Fuji liegt seit 10 Tagen im Schrank. Lunch gibt es erst am kleinen Hafen in Las Galletas. Nun hat es mächtig Leute gegeben, der Strand voll und laut, es wird grilliert und getrunken, gelacht und wohl gefeiert, südländische Lebensfreude halt. Es kann nach Hause gehen, unser Sprudelbad wird bald fällig. Heute nehmen wir eine Uhr mit ins Bad, gestern hat uns Jacques, so glauben wir zumindest um ein paar Sprudelminuten geprellt. Tatsächlich, nach 12 Minuten quittiert er den Dienst. Diese drei Minuten werden wir wohl morgen nachholen. Ich habe ein neues Wort aufgeschnappt: Inselbegabung. Nach längerem Nachdenken bin ich zum Schluss gekommen, dass ich auch eine solche habe: vor über zwei Monaten begab ich mich auf diese Insel hier. Abends TV, eine Verfilmung eines Martin Suter Buches, ganz gut gemacht: Allmen und der rosa Diamant.

Gegen 7:00 Uhr beginnt es zu regnen, ganz sanft. Schön im warmen Bett zu liegen und dem Regen zuzuhören. Um 8:00 Uhr stehe ich endlich auf, der Himmel ist grau bis schwarz und wird noch schwärzer. Nun beginnt es richtig zu regnen! Eine kleinere Sintflut kommt auf uns nieder, natürlich hält das Dach dicht. Habe ich mir nicht schon längere Zeit Regen gewünscht? Nun, es regnet wirklich lange und heftig, oben am Teide ist es natürlich Schnee und die Temperatur soll auch nur noch magere MINUS 7° betragen. Hier unten haben wir noch knapp brauchbare 15°. In einer Regenpause machen wir uns auf zu Lidl runter, wir sind nicht die einzigen, welche diese Idee haben, es herrscht ein Gedränge ohnegleichen. Wieder in der warmen Stube kommt der Regen erneut. Die Wolken dramatisch und so mache ich dieses oder jenes Bild, natürlich aus der warmen & trockenen Stube heraus. Am Nachmittag schauen wir fern. Jeder auf seiner eigenen Maschine, ich bin dem Staatsanwalt ‘verfallen’, was genau meine Beste Hälfte schaut, weiss ich nicht. Der Regen lässt gegen Abend nach, ein leichter Nieselregen nur noch. Wir buchen noch die Unterkunft für Hong Kong, nicht ganz billig, aber es ist halt eine teure Stadt, es ist ein ’normales‘ Hotel, nicht eine airbnb  Wohnung.

Ein paar Restwolken, ansonsten ist der Himmel kristallklar. Dies bedeutet natürlich, dass wir möglichst schnell rauf zum Teide müssen/sollten. Gesagt getan, ab geht die Kurvenfahrt in die Höhe und Kälte. Wir sind nicht alleine auf der Rennstrecke, diverse Cars schnaufen ebenfalls  um die unzähligen Kurven. Es ziehen Wolken auf, hoffentlich bekommen wir den Berg trotzdem zu Gesicht. Dann um die letzte Kurve und der bis weit runter verschneite Vulkan zeigt sich in fast voller Pracht. Ein paar harmlose Wolken lümmeln in der Gipfelregion rum. Welch ein Anblick! Der Schnee kommt fast bis in die Cañadas runter, 2015 war nur gerade die Spitze etwas schneebedeckt. So gilt es bald anzuhalten und die weisse, wahrscheinlich schnell schmelzende Pracht abzulichten. Wir sind nicht alleine hier, doch weiter vorne beim Parador finden sich noch genügend freie Parkplätze. Hier steht auch ein Mietwagen frech auf dem für den Linienbus reservierten Platz, Nerven haben manche Leute….. Trotz Kälte und noch kälterem Wind machen wir uns auf unsere übliche Wanderung. Alle paar Meter bleiben wir stehen und bestaunen den weissen Berg, wunderschön! Dann und wann pfeift uns wirklich ein arg kaltes Lüftchen um die Ohren, aber wir halten durch. Lunch unterwegs, unzeremoniell auf harten Lavasteinen, aber die Aussicht…..! Wieder vorne auf dem nun randvollen Parkplatz sehen wir die Guardia Civil Parkbussen verteilen, etliche Touristen parkieren der Einfachheit halber im Kehrplatz, ein Bus kommt so sicherlich nicht mehr vorbei. Es kann nach Hause gehen, wie immer über die weniger kurvige Strecke. Als Alternative zu den fehlenden Kurven wird jedoch heute dichter Nebel geboten, auch nicht schlecht. Wir fahren mitten durch die tiefhängenden Passatwolken. Dieses Spiel wiederholt sich noch ein paar Mal, dann sind wir in tieferen Lagen, die Wolken nun über uns. Auf der Autobahn der übliche Verkehr, anfangs sehr spärlich, je näher wir uns Costa Adeje, resp. Los Cristianos nähern, desto dichter wird er. Wir kommen ohne Stau durch. Heute haben unsere leicht durchfrorenen Knochen den Jacuzzi wirklich verdient, auch beim Apéro haben wir kein schlechtes Gewissen, erst Recht nicht beim Chüngel, der später folgt. Es sehr schöner Tag!

Wieder einmal ein Hundekonzert erster negativer Güte! Stört dies hier niemanden??? Rechtzeitig zum Sonnenaufgang bin auch ich auf, doch heute gibt’s keine Fotos, das Licht ist zu ‘normal’. Das Wetter ist gut, nicht ganz klar, aber dies war es seit zwei Wochen nie mehr richtig. Es soll eine neue Calima im Anmarsch sein, so die sehr ungenauen Wetterprognosen. Letzte Woche hiess es noch, diese Woche würde es jeden Tag regnen, praktisch keine Sonne und Temperaturen unter 20°. Alles Fake News, nun ist alles wieder anders, viel schöner. Also nützen wir das unerwartet gute Wetter und machen nochmals einen Versuch unten in Abades, der verlassenen Lepra Station einen Besuch abzustatten. Letztes Woche hatten wir dort Starkst-Wind und mussten ‘unverwanderter’ Dinge zurückkehren. Dank der Autobahn sind wir schnell am Ziel. Hier unten im künstlichen Feriendorf (760+ Häuser) sollen gemäss Wikipedia hauptsächlich Tinerfeños vom nassen und eher kühlen Norden wohnen, zumindest in der Ferienzeit. Auch Rentner aus Deutschland gäbe es zu finden. Wir finden ohne Probleme unten, praktisch am Meer, einen Parkplatz, genügend stehen zur Auswahl und sind auch noch unbesetzt. Vorne hart am Strand ist für Wohnmobile reserviert, diese dürfen maximal 72 Stunden stehen, ganz schön grosszügig. Es kann losgehen, wir wandern westwärts, hart der wilden Küste entlang. Auch hier unten hat es pechschwarze bis dunkelbraune, auch rote Lava in Überfluss. Sehr pittoresk!

Der Weg kein eigentlicher Wanderweg, wir müssen uns quasi selber durchschlagen, dann und wann geht’s auch schon mal ein Stück zurück. Richtig Spass macht dann die Wanderei nicht, nach einer knappen Stunde ‘Pfadfinden’ haben wir genug, es wartet ja auch noch, weiter östlich, die verlassene Leprastation auf uns. Also stolpern/kraxeln wir zurück in die nicht viel Charme ausstrahlende Feriensiedlung, Ziel nun die von weitem sichtbare Kirche der erwähnten (aber nie in Betrieb genommenen) Leprastation. Im ‘Dorf’ ist nun etwas mehr los, wir finden auch einen ziemlich neuen und gut bestückten Dialprix, alles wäre zu haben, nur kein Lidl Brot. Nun aber rüber in die Ruinenanlage. Hier bin ich eine ganze und längere Weile beschäftigt, alles sehr fotogen. Natürlich ist es in den verlassenen Gemäuern alles andere als sauber, aber es ist auszuhalten. Die Graffiti zum Teil sehr gut! Der Himmel hat sich meiner erbarmt, schwere dunkle Wolken stauen sich an den Berghängen, sehr gut, macht die Sache noch interessanter. Ich brauche einiges mehr als eine Stunde, könnte noch viel länger hier herumschleichen, doch ich beherrsche mich. Lunch gibt’s vor Ort, dann zurück ins nahe Dorf und ab geht die Post nach Hause. Am Abend gelten dann plötzlich wieder die ursprünglichen Wetterprognosen: es giesst, was es nur kann! Trotzdem scheint am Westhimmel ungeniert die untergehende Sonne, sehr eindrücklich, doch es gibt kein Bild, es ist zu nass, draussen natürlich.

 

Tagwache, wie oft, um 7:00 Uhr. Die Sonne ist schon ‘oben’, aber das Licht ist heute eher flau, also doch Wüstenwind? Noch kurzer Ratlosigkeit entscheiden wir uns nach Playa San Juan zu fahren.In diesem +/- 7,000 Einwohner zählenden Städtchen waren wir seit über 10 Jahren nicht mehr. Dank Autobahn und neuer Zubringerstrasse sind wir in kürzester Zeit unten am Meer. Wir schnappen uns einen Parkplatz, einer der letzten freien…. Dann geht’s immer dem Meer entlang nach Alcala und natürlich weiter Richtung Los Gigantes. Die Landschaft, wenn auch wieder vulkanisch, sehr, sehr schön. Der Wanderweg zum Teil eng und nichts für Leute ohne Schwindelfreiheit, das tosende Meer ist nah, aber weit unten. Oben an den  Bergen kleben wieder dunkle Wolken, es könnte oben ziemlich bald Regen geben. Hier unten ist es warm, kein Wind! Alcala ist bald erreicht und wir sehen einen anderen, noch nie besuchten Teil des Städtchens, dieser ist sehr schön anzuschauen, da und dort kann man auch Apartments mieten. OK, wir sind am Parkplatz, wo normalerweise unsere Wanderung rauf nach Puerto de Santiago startet. Das ‘Verkehrsaufkommen’ nun einiges stärker, geht ja hier alles geradeaus, keine nennenswerte Steigungen gilt es zu überwinden. Trotzdem ist es einfach schön hier! Am Ziel angekommen, immerhin waren wir knappe zwei Stunden unterwegs, gibt’s Lunch: Lidl Nussbrot, Lidl Serrano und, allerdings erst eine Stunde später den Triple Chocolate Muffin, ebenfalls von Lidl (€0.79). Wir treten die Heimreise, resp. -wanderung an. Die dunklen Wolken sind nun über unseren Köpfen, nicht nur hoch oben am Berg, hoffentlich bekommen wir keinen Regen ab. Bis Alcala schaffen wir es, dann gibt’s ein paar harmlose Regentropfen, wir wandern tapfer weiter, allerdings in erhöhtem Tempo. Das Wetter bessert sich, je näher wir Playa San Juan kommen. Wir passieren eine architektonische ansprechende Meerwasserentsalzungsanlage der Gemeinde Guia de Isora. Der Tourist soll hier auf der Insel 380 Liter Wasser pro Tag verbrauchen, 1kg Bananen gleich 400 Liter (jedoch nicht pro Tag). Die grössten Sünder seien jedoch die Golfplätze hier im regenarmen Süden der Insel. Was das Internet auch alles weiss…….! Playa San Juan macht eher auf gediegen, das Wetter soll das beste von ganz Teneriffa sein, wird  wohl in den Übernachtungspreisen ‚eingepreist‘ sein. Trotzdem müssten wir diese Lokalität einmal ins (nähere) Auge fassen. Schnell sind wir dann wieder zu Hause, der Verkehr noch zahm. Der Himmel über La Camella ist dunkelschwarz! Es hat bereits geregnet hier oben, ein grösserer Sturzbach kommt uns auf der steilen Anfahrtsstrasse entgegen. Der Regen kommt und geht, kommt und geht und die Wolken bleiben oben am Berg hängen. Also stimmten wohl die ersten, schlimmen/schlechten Wetterprognosen doch. Es ist kühl geworden, so kommt unser ‘Gasöfelchen’ zu einem unerwartet späten Einsatz, der Frühling hat ja bereits vor ein paar Tagen begonnen.

7:00 Uhr Tagwache, klare Sache! Die Sonne beginnt ihr Tagwerk ja auch um diese Zeit, am 20. Januar, unserem ersten Morgen hier, war der Aufgang eine Stunde später. Untergang damals 18.40 Uhr, heute 19:20 Uhr. 100 Minuten mehr Tageslicht, alle Achtung. Es hat diverse Wolken, die Stimmung nur gerade eine Aufnahme wert.  Wir nehmen den heutigen Tag beim Wort und machen einen Freitag. Nach dem Morgenessen beginnt es zu regnen, der Himmel grau, nicht so schwarz wie gestern Nachmittag. Trotzdem machen wir einen Ausflug, dies während des Regens, nämlich rüber/runter zu Lidl. Wir durchfahren tiefe und grosse Wasserlachen, das Wasser kann so schnell nicht ablaufen, die Kanalisation (falls vorhanden) hat ihre liebe Mühe. Zumindest schaut nun unser Wagen recht sauber aus, ohne Waschanlage. Es tummelt sich wieder viel Volk im bekannten Supermarkt, ich glaube auch russisch zu hören, bin aber kein Experte, könnten ja auch polnisch sein. Den Nachmittag widme ich meinen Bildern, 90% geht in den ‘Müll’, endlich habe ich aufgeräumt, wenn auch auf die brutale Art. Das Wetter bessert sich, Sonnenschein lacht auf uns runter, doch es weht ein zügiger Wind. Wir sind nur noch zwei Wochen hier, freuen uns jedoch bereits mächtig auf unser ‘richtiges’ Zuhause, aka Ludi.

Auch ohne grosses Zutun unsererseits wird es Abend und Zeit ins warme Bad zu hüpfen. Apéro, etc. folgt unweigerlich.

Stehe erst um 7:30 Uhr auf, wir lassen es heute nochmals Freitag sein. Nein, keine weitere Einkaufstour, einfach nix machen ist angesagt. Um 11:00 Uhr kriegen wir Besuch: Tamara und Tim. Die beiden sind für eine Woche auf der Insel, allerdings nicht bei uns sondern in Guia de Isora einquartiert. Es wird viel geplaudert, Tim scheint ein ganz angenehmer Zeitgenosse zu sein. Es folgt ein Brunch mit viel Essen und auch Wein, allerdings in Massen. Gegen 14:00 Uhr machen sich die beiden auf ihre Heimreise. Es hat aufgehört zu regnen, zumindest temporär, ist der Himmel nach wie vor mit schweren, schwarzen Wolken verhangen. Wir opfern noch etwas Zeit für unsere Australienpläne, machen eine Anfrage für die Jahreswende, die Preise überall an der Küste natürlich hoch bis unverschämt. Kurz vor Sonnenuntergang haben die meisten Wolken über uns abgeregnet, es ist klar, wie seit Wochen nicht mehr. La Gomera und sogar das weit entfernte El Hierro sind zu sehen. So, die Woche wäre auch ‘erledigt’, gefallen hat es uns allemal.

17. bis 23. März 2019 – La Camella, Tenerife

Heute haben wir frei, keine Wanderung. Das Wetter ist gut, wenn auch nicht klar. Wir diskutieren, ohne Erfolg zwar, unsere weiteren Australienpläne. Zumindest haben wir den Wilsons Promontory National Park aus dem Wunschprogramm gekippt. Zu teuer, AUD 200 für eine Chalet pro Nacht, aber mit vielen negativen Kommentaren über den Park. Völlig überlaufen, Strassen schlecht, Preis/Leistung ungenügend, etc. Meine Beste Hälfte putzt unsere Wohnung, als ob es eine Generalinspektion geben würde. Am späteren Nachmittag fahren wir runter zum Hafen von Los Cristianos, wir wollen Ingo von der Fähre von El Hierro abholen. Unten ist wie immer die Hölle los, wir parkieren unten am Hafen, kostenpflichtig, versteht sich. Die Armas Fähre aus El Hierro ist nicht in Sicht, also warten wir, marschieren etwas herum. 10 Minuten Verspätung kann man/frau tolerieren, wir sind ja im Urlaub. Unser Gast sehen wir schon von Weitem, überragt der Hamburger doch alle Mitreisenden um etliche Zentimeter. Grosses Hallo, aber dann ab ins sehr, sehr dichte Verkehrsgewühl. Einmal zu Hause gibt es natürlich viel zu erzählen, 10 Jahren haben wir uns nicht gesehen. Erst nach 23:00 Uhr ist Schluss.

Es geht früh raus, wir wollen rauf zum Teide. Um 8:00 Uhr gibt’s Frühstück, knapp vor 9:00 Uhr sind wir reisefertig. Es geht über die direkte, aber kurvengespickte Strasse hoch zum Parador. Es hat natürlich noch genügend freie Parkplätze, aber es ist kühl, der Wind ist dafür verantwortlich. Keine Ausrede, es geht los in die wunderschöne Natur, heute nun zu dritt. Auf den ersten paar Kilometern kommt uns keine Menschenseele entgegen, erst auf den letzten zwei Kilometern vor dem Parador, wird’s ‘eng’. Die Landschaft ist einmal mehr sehr, sehr eindrücklich, vorausgesetzt man*In mag karge Lavalandschaft. Die Heimreise geht über Chio, resp. dann die Autobahn, weniger Kurven, landschaftlich eindrücklich und dauert etwas gleich lang wie über Vilaflor und den 99,000 Kurven. Es folgt das unvermeidliche Sprudelbad, der unvermeidliche Apéro und das schmackhafte Abendessen ohne Fleisch: Spaghetti.

Erneut zeitiges Aufstehen, heute soll’s rüber/rauf nach Las Vegas (wäre ganz schön, wenn es schon das ‘richtige’ wäre und wir uns die Fliegerei sparen könnten). Das Wetter gut, aber mit starkem und erstaunlich kaltem Wind. Die Rundwanderung kennen wir nun bereits auswendig, ein Verlaufen unmöglich. Unser Gast hält natürlich locker mit, ist er doch einiges sportlicher als wir zwei. Erneut ist die Wanderung wunderschön, das Verkehrsaufkommen relativ gross, es fällt eine grössere Gruppe Engländer auf. Wahrscheinlich Brexit Flüchtlinge, die nun endlich spanisches Territorium erreicht haben, machen die Leute doch einen ganz zufriedenen Eindruck. Lunch wie letztes Mal bei der kleinen Kirche, doch heute an der prallen Sonne, der kalte Wind macht dies möglich und nötig. Wir kurven runter auf die Autobahn, machen den wohl obligaten Halt bei Lidl, wir brauchen noch Spargeln und Risotto. Letzteren Artikel hat der Discounter nicht im Regal, also muss es rüber zu Mercadona gehen. Hier werden wir fündig. Nun aber ab auf die stark befahrene TF-1, noch es hat keinen Stau, wir sind schnell oben in La Camella. Bald natürlich dann wieder die Routine: Jacuzzi – Apéro – Abendessen.

Ruhetag! Das Wetter kein Thema, allerdings der Wind immer noch auf der leicht kalten Seite. Wir frühstücken draussen, Ingo reist heute zurück nach Hamburg, der Flug geht erst am frühen Nachmittag, so lassen wir uns Zeit. Um 11:00 Uhr dann los, runter zum nahen Flughafen, kein Stau zum Glück, wir sind in sehr kurzer Zeit am Ziel, kurzer Abschied, hoffentlich nicht erst in 10 Jahren ein Wiedersehen. Es geht nach Hause, ich ruhe mich aus, war es doch die letzten drei Abende für mich spät geworden. Sogar ein Power Nap liegt drin. Abends sind wir bei unseren Vermietern eingeladen, wir sind in Spanien, es geht erst um 20:00 Uhr los. Das Essen ist gut und reichlich, der Wein und die Gespräche sowieso. Erst um 1:00 Uhr ist Sendeschluss!

Wir fahren, etwas hung-over, mit dem Bus runter nach Los Cristianos, diesmal mit dem 416 über Cabo Blanco, Buzanada, etc. Auch ganz kurzweilig, doch einiges länger natürlich. In der Touristenhochburg dann wieder eine nackte Wampe nach der anderen, heute zeigen auch die praktisch schwarz-, nicht braungebrannten Damen alles an Haut, das ich nie und nimmer sehen will. Um 11:55 Uhr geht’s los rüber nach Los Abrigos, ein Fischessen ist fällig. Nach exakt einer Stunde rumkurven und unzähligen Stopps sind wir am Ziel und auch gleich in ‘unserer’ Beiz El Cangrejo. Erneut nickt uns der Kellner zu und macht sogleich, in seinem üblichen Zeitlupentempo, einen Tisch für uns bereit. Kein Anlass zur Klage, alles sehr gut, der Fisch (Lubina) sowieso. €40 für zwei Fische, Papas Arrugadas, Mojo, Brot und eine Flasche Weisswein, sehr fair. Und wieder stellt uns der schrullige Kellner ungefragt zwei Schnäpse auf den Tisch. Um 14:15 Uhr geht’s mit dem Bus wieder zurück nach Los Cristianos, diese Route nun etliches schneller und so erwischen wir auch wieder den kurze Zeit später abfahrenden 480er rauf nach La Camella. Eine Siesta ist fällig, wir sind ja auch im Land der Siesta, also bitte kein schlechtes Gewissen an den Tag legen. Abends ein wenig Suppe und Brot, dies reicht.

Das Wetter gut, wie eigentlich immer. Doch wir hätten die Windvorhersagen etwas genauer lesen sollen. Unten am Meer tobt ein Mini-Orkan und so wird mit unserer Wanderung bei Abades zur ehemaligen (aber anscheinend nie in Betrieb genommen Lepra Station) leider nix. Der Wind wirklich sehr, sehr ungemütlich. Also zurück und bei Las Chafiras in ein Panda Center. Diese Läden sieht man allenthalben hier, dieser hier ein recht grosser an einen kleineren Wal Mart erinnernd. Auch die Waren sind alle aus China und wohl auch aus den selben Fabriken. Viel läuft hier allerdings nicht, wie können diese Läden überleben? Kaufen tun wir nix, dies geschieht dann in der Nähe bei Lidl. Es kann nach Hause gehen, ein Mittagessen wird fällig. Am Nachmittag diskutieren wir die Route ab Tucson rauf nach Vancouver. Nebraska und die Dakotas haben wir wieder aus dem Programm gekippt, ebenso die Great Sand Dunes in Colorado. Es soll, wohin wohl….ziemlich zügig rauf ans Grand Canyon gehen und dann werden wir wohl für längere Zeit in Utah weilen. Allein die Wein-Logistik schon eine kleinere, nein, grössere Herausforderung. Einzige Rettung: Page, Arizona.

Schon wieder eine Woche vorbei! Rennt uns die Zeit  davon oder bleiben wir stehen? Das Wetter ist gut, wenn auch heute ausnahmsweise ein paar gröbere Wolken mit von der Partie sind. Kein Wandern ist angesagt, wir machen diverse Routenpläne für den nächsten Monat und natürlich die folgenden. Auf dem Mather Campground am Grand Canyon ist es unmöglich auf einem der unzähligen Stellplätze sieben Tage in Folge zu bleiben. So werden wir unseren Aufenthalt auf FÜNF verschiedenen Sites verbringen müssen, die Reservation dauert fast eine halbe Stunde. Die Web Seite ist nicht eben sehr bedienerfreundlich. Doch der Preis ist immer noch sehr gut: USD 18! Draussen nehmen die Wolken immer mehr Überhand, gut haben wir selbstauferlegten Stubenarrest. Zum Lunch gibt es Veganer-Burger (€2.30 für 2 Stück) von Lidl: schmecken ausgezeichnet! Am Nachmittag, man/frau glaubt es kaum, schauen wir eine knapp dreistündigen Krimi ‘Mordkommission Instanbul’, spielen tut der sehr spannende Film aber in Thailand. Der Film ist fertig und das Sprudelbad ruft sogleich. Dem Krimi angepasst gibt es ein thailändisches Khao Soi.

10. bis 16. März 2019 – La Camella, Tenerife

Wetter gut, Temperatur auch, nur mein Rücken nicht. Trotzdem geht es raus, nämlich runter/rüber nach Alcalá. Wir machen die Wanderung für alte Leute, ich zähle mich heute auch dazu, geradeaus marschieren kann ich einigermassen, nur rauf und runter und über Stock und Stein möchte ich heute sein lassen. Wir sind früh dran, es hat noch wenig Leute und sogar zwei freie Parkplätze. Es ist wunderbar warm hier unten, die Fernsicht nicht ganz so fern, der Wind ist noch sehr zahm, kommt aber von Osten, wie meist, wenn es diesig ist. Schnell sind wir wieder im geschäftigen Puerto de Santiago, wo die Umgangssprache Englisch ist. Wir benützen die 20 cents teuren und sehr sauberen Toiletten am Strand La Arena. Dieser wird langsam voll, die Leute haben wohl ausgeschlafen und pilgern nun runter an den kleinen, aber schönen Stadtstrand. Ebenso schnell sind wir wieder zurück in Alcalá, doch nun sind weit mehr Mitspazierer zugegen. Der Wind hat nun etwas an Stärke zugelegt, kühlt aber ganz angenehm, ist es doch auch recht warm geworden. Auch wieder schnell sind wir oben auf der Autobahn und dann auch zu Hause, es ist noch früh, also kein Stau. Wieder ein neues Wort: sapiosexuell! Darunter kann ich mir nun mehr vorstellen als dem neulich erwähnten demisexuell. Zurück zum Ernst des Lebens! Meine CO2 Bilanz ist am A…. Ich dürfte, je nach Klima-Ablasshändler zwischen 600 kg und 2,300 kg pro Jahr ‘verbrauchen’, alleine der Flug nach Sydney und retour soll aber, wieder je nach Ablasshändler, entweder 6,300 kg oder 8,850 kg produzieren. Eine nicht ganz so exakte Wissenschaft……

Keine Bilder heute!

Ich stolpere, resp. stehe um 7:00 Uhr auf. Der Rücken ist besser, wenn auch nicht perfekt. Das Wetter gut, aber diesig. Wir beschliessen heute eine längere Tour zu machen, allerdings per Auto und nicht per pedes. Es soll ins weit entfernte Anaga Gebirge nördlich der Hauptstadt Santa Cruz gehen. Beim Frühstück lerne ich wieder ein neues, aber brauchbares Wort: ’Gender-Unfug’! Los geht die rasante Fahrt, meist auf der TF-1 Autopista, zusammen mit vielen anderen Rennteilnehmern. Vor Santa Cruz wird die Autobahn immer breiter, schon fast Los Angeles Dimensionen! Wir wechseln, mit nur einmal kurz verfahren, rüber auf die TF-2 nach La Laguna, ein UNESCO Weltkulturerbe, aber keine Zeit, der Lorbeerwald ruft. Nun beginnen die wirklich endlosen engen und dunkeln Kurven rauf in die Höhe. Der Verkehr recht stark, trotz relativ früher Stunde und Montag. Beim Parade Aussichtspunkt Cruz del Carmen gibt es nicht einen freien Quadratzentimeter Parkfläche, wir sind nicht ganz überrascht. So kurvt frau uns weiter bis zum nächsten Mirador: Pico del Inglés. Es findet sich ein Parkplatz und wir staunen auf die unter uns liegende, sehr wilde Berglandschaft. Es ist, wie erwähnt, leider nicht sehr klar, aber zumindest scheint die Sonne von einem blauen Himmel, was hier oben nicht immer der Fall sein dürfte. Die kurvenreiche Fahrt kann weitergehen. Der Verkehr recht stark, meist Touristen natürlich. Hier oben wird kräftig gewandert, so man/frau denn auch einen Parkplatz ergattern kann. Wenn nicht, wird frohen Mutes neben der Strasse parkiert (korrekt Deutsch wohl ‚geparkt‘), jedem, wie es gefällt. Auch wir ‘schmeissen’ unseren mittlerweile sehr schmutzigen Wagen unzeremoniell an der Strassenrand  und machen ein paar Wanderschritte. Der Weg ist sehr glitschig und geht auch nach wenigen Bergauf-Metern schnell sehr steil in die Tiefe. Also kehren wir um, ich versuche zwischendurch, den etwas unaufgeräumten Lorbeerwald abzulichten, es ist dunkel  und ich werde bei dieser ‘Arbeit’ nicht recht glücklich. Kann es an der Kamera liegen…….? Wir kurven weiter, nun immer runter ans noch leider weit entfernte Meer. Einmal nehmen die Kurven ein Ende, wir sind unten, nun hat es nur noch sehr viel Verkehr, ohne Kurven.

Wir schlafen sehr gut bis 8:00 Uhr. Das Wetter perfekt, warm aber immer noch diesig. Neues Wort: Sozialneidkoeffizient: 1.26 in Frankreich, Deutschland  0.97, USA 0.42 . Heute ist Lunch unten in Los Abrigos angesagt. Wir fahren mit dem Bus, nicht so sehr wegen dem CO2 sondern wegen dem Alkohol…… Die Busse hier fahren wirklich pünktlich, fast beängstigend, dass dies andere ‘Nicht-Schweizer’ auch können! In Los Cristianos machen wir einen ausgedehnten Stadtbummel und bestaunen einmal mehr die nackten Wampen aus aller Herren Länder (Betonung auf Herren). Um 11:55 Uhr fährt der Bus nach El Médano, über Las Galletas und Los Abrigos, pünktlich los. Diese 50 Minuten sind ganz kurzweilig, wir sehen einmal den wirklich lähmenden Verkehr des Grossraumes Los Cristianos aus erhabener/erhöhter (Sitz-)position. Der Bus (#483) ist sehr gut besetzt, Englisch hört man sehr oft bis praktisch immer. Der Fahrer sehr relaxt und erneut sehr höflich, er fährt zu plärrenden Latino-Rhythmen, als wären wir in Südamerika, eine Ferienstimmung kommt auf. Hier unten an der Küste reiht sich eine riesige Feriensiedlung an die andere, ob die wohl in naher oder ferner Zukunft alle leer stehen werden? Mit dem e-Bike kommt man momentan noch nicht bis hier auf die Inseln….. Los Abrigos ist erreicht und bald auch unsere kleine Beiz El Cangrejo. Es findet sich ein Tisch, der Kellner zwinkert uns zu, hat er uns also erneut ‘erkannt’. Lubina unsere Wahl, erneut schmeckt der Fisch ausgezeichnet, die €12.50 mehr als nur wert. Auch der Wein (daher unsere Bus-und nicht Autofahrt) kann auf dem hohen Niveau mitlallen, ähh -reden, natürlich. Der Kellner ist wirklich ein Unikum, verliert kaum ein überflüssiges Wort, schlurft gemächlich durch die Gegend, macht aber seine Arbeit sehr souverän. Wir legen ein paar € Trinkgeld drauf und der gute Mann kommt mit zwei Gläsern Schnaps zurück. Nun aber ab, unser Bus, diesmal die Nummer 470, kommt in ein paar Minuten, ansonsten müssten wir eine Stunde warten. Dieser Fahrer dann nicht ganz so ‘cool’, aber immerhin bringt er uns sicher durch das wirkliche Grossstadtgewühl rüber nach Los Cristianos. Die Route ist einiges kürzer, wird Las Galletas doch nicht ‘bedient’. Am geschäftigen Busbanhof angekommen, erspähen wir ‘unseren’ 480er der eben im Begriff ist abzufahren, wir kriegen in dennoch, die Türe geht hinter uns zu und der Bus stürzt sich sogleich ins Gewühl. Diese vier Busfahrten bringen uns um keine €4! Wenn ÖV-en nur in der Schweiz so preiswert wäre! Abends dann nur noch ein leichtes Mahl, die zum Fisch gereichten Papas Arugadas können ganz schön füllen.

Grauenhaftes Hundegebell gegen 23:00 Uhr, hatte meine liebe Mühe, meinen verdienten Schlaf zu finden. Steh um 7:00 Uhr und finde ein wolkenverhangene Szenerie vor, doch richtig dramatisch wir die Sache dann doch nicht. Die grosse Wolkenbank ist schnell weg und blauer Himmel und Sonnenschein herrschen wieder. Es ist eine Spur kühler als gestern, trotzdem wollen wir in die Höhe, nicht ganz rauf zum Teide, nein, rüber nach Las Vegas soll’s gehen. Die Fahrt ist schnell (120 km/h sind ja erlaubt) erledigt, es findet sich ohne Probleme ein Parkplatz und die Wanderei kann losgehen. Hier oben ist es noch eine ganze Spur frischer als bei uns zu Hause. Doch nach ein paar steilen Wanderminuten ist die Kühle vergessen. Immer wieder begeistert diese Landschaft, es ist einfach schön und ruhig hier. Natürlich hört man/frau auch dann und wann Hundegeheul, aber damit müssen wir wohl leben. Nach zweieinhalb Stunden ist die Wanderung erledigt und wir auch ein bisschen. Lunch gibt’s im kleinen Dorf bei der noch kleineren Kirche. Nun aber ab, es sind noch Einkäufe zu tätigen. Lidl und Mercadona werden mit unseren Besuchen beehrt. Dies die beiden San Isidro Filialen, versteht sich, sind ja gleich an der Autobahn. Das wär’s für heute bereits wieder. Über meine andere Sorge will ich nicht weiter Worte verlieren, ausser vielleicht: ich könne die kleine Kamera zum Mond schiessen!

Ein neues, zumindest mir unbekanntes, Wort: Grammar Nazi. Selbsterfunden: Cybersoziophob. Das Wetter erneut gut, also muss eine Wanderung gemacht werden. Las Galletas und die angrenzende Malpais wählen wir uns aus. Zuerst machen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch das architektonisch ziemlich nüchterne Städtchen. Allerdings kann es mit etlichen wirklich autofreien Strassen aufwarten, ganz nett. Dann geht’s rüber in die Lavalandschaft, immer wieder herrlich, hier zu wandern. Der Ost-Wind ist etwas kühl, dreht dann aber ungefragt und bläst nun von Westen. Doch die Temperatur auf Meereshöhe ist auszuhalten. Beim Leuchtturm angekommen bleibt der Wind ganz aus, es ist nun angenehm bis unangenehm warm. Es kann zurück gehen. Lunch unterwegs, ziemlich unbequem auf Lavabrocken, über uns landet ein Flieger nach dem andern, aber gemäss Medien, keine 737 MAX mehr, etliche davon (Norwegian) sollen nun hier auf dem Flughafen stehen und warten, was die Welt, Boeing oder der Herr Präsident entscheidet. Es kann nach Hause gehen, wir machen noch einen Stopp in Las Chafiras bei Hiperdino, Fleisch ist einfach nicht so gut bei Lidl. Danach flogt das übliche, sehr angenehme Prozedere. Wie wär’s mit ‘Gender Audit’ oder ‘Gender Mainstreaming’ als mir unbekannte Wörter, ich komme mir langsam wie ein Einsiedler vor, keine Ahnung, was da draussen in der Welt so abgeht.

Es ist erneut bestes Wetter, ich stehe um 7:00 Uhr auf und versuche mich zum x-ten Male an morgendlichen Bildern, doch diesmal rühre ich die Fuji nicht an. Mein Opfer die bereits in die Jahre gekommene kleine Sony Cybershot DSC-RX100. Der Sensor winzig im Vergleich zur Fuji, die Bedienung umständlich, das Fotografieren macht keinen Spass, doch die Resultate lassen mich vom Fuji-Himmel (meist leider Hölle) auf den Boden der Wirklichkeit zurückkommen. Ich kriege mit dieser Minikamera gleich-, wenn nicht sogar schärfere Aufnahmen hin. Autofokus sitzt, kein Problem, doch eben: die Bedienung…. Was soll ich tun: die Scheidungspapiere einreichen? Bekommt Fuji die Hälfte meines Ersparten? Nach obligatem Frühstück schlage ich die Roque Imoque Wanderung vor, das Echo eher verhalten denn euphorisch….ist ja sooo steil. Also geht’s trotzdem los, die Fahrt nur ein paar Minuten, ein sehr grosser Pluspunkt dieser Wanderung. Der Parkplatz beim ewig lauten Hundeheim/hotel noch leer, oh Wunder. Ich gebe es zu, dies Wanderei grenzt da und dort an Kletterei, es ist steil, doch die Landschaft und die Aussicht machen alle Mühen wieder wett. Nach drei Stunden ist es überstanden, es kann nach Hause gehen. Wir nehmen die längere Variante, brauchen wir doch noch Benzin, dies gibt’s immer im Dorf, etwas von unserem Geld soll ja auch in La Camella bleiben. Die Benzinpreise variieren übrigens recht stark, dies im Gegensatz zu Südafrika, aber im Einklang mit den USA. Es ist, falls noch nicht erwähnt, anständig warm, die Fernsicht jedoch nicht schlecht, so ist jeder Tag hier auf unserer sehr geschätzten Insel anders. Abends ist einmal mehr Lamm angesagt. Erneut lässt die Zartheit zu wünschen übrig, muss wohl eher Schaf als Lamm gewesen sein.

Schon wieder ein Woche um! Ich mache meine üblichen aus-dem-Stubenfenster Aufnahmen, rühre jedoch die Fuji nicht mehr an. Die kleine Sony kann es fast so gut, der Fokus sitzt immer, aber es macht natürlich viel weniger Spass. Das Wetter muss ich nicht erwähnen, es ist warm, soll aber nächste Woche ein bisschen weniger warm werden. Wir kurven hoch Richtung Teide, allerdings über die Autobahn und nur bis zum Parkplatz für die Wanderung bei der Montaña Botija (2,122m). Es findet sich ein freies Plätzchen auf dem bereits sehr gut belegten, engen Areal. Hier oben ist es natürlich etlicher weniger warm 15° und es weht auch ein zartkühles Lüftchen. Doch die wirklich überwältigende Landschaft hier macht alles wett. Wie wandern auf dem Mond! Die Aussicht immer auf die beiden Hauptakteure, Teide in Pico Viejo. Alles ist dunkelbraun, schwarz und recht staubig, da und dort ein Bäumchen in der kargen Fels/Gerölllandschaft. Ausserirdisch! Die Wanderung ist nicht sehr lang, aber optisch eine der ganz guten. Zum Schluss schnaufen wir noch kurz auf den Gipfel der Montaña Samara (1,936m) hoch. Wieso sind die Berge eigentlich weiblich? Es wäre nun Lunch angesagt, doch wir finden keinen passenden Ort, so kurven wir wieder talwärts, bis sich etwas findet, nicht allererste Sahne, aber zum Verdrücken eines sehr guten Jamon Brotes recht’s allemal. Auch hier unten dominiert pechschwarze Lava, erstarrt in allen möglichen Formationen. So, die Heimreise kann angetreten werden. Es ist Samstagnachmittag und so hat es fast so viele Velos wie Autos auf der Strasse. Unten auf der Autobahn sind wir dann die ‘Nabler’ los und schnell sind wir wieder in der Zivilisation. Ein kurzer Stopp bei Lidl, mein Müesli geht langsam zur Neige. Der Andrang im Laden sehr moderat, auch auf den Strassen lässt’s sich gut herumkurven. Wo sind all die Leute? Es ist warm, muss ich nochmals erwähnen und so können wir Tür und Tor unserer Bleibe öffnen und dem beruhigenden Amselgesang zuhören. Amsel auf dem Papayabaum, etwas ungewöhnlich für einen Mitteleuropäer. Bald ist natürlich wieder Sprudelbad angesagt, Apéro folgt um 18:00 Uhr, Abendessen (Conejo, €6 bei Lidl) um 19:00 Uhr alles hat seine (zeitliche) Ordnung bei uns. Morgen gibt’s Besuch: Ingo aus Hamburg kommt von El Hierro rüber und wird ein paar Tage bei uns wohnen.

3. bis 9. März 2019 – La Camella, Tenerife

Kurz nach 7:00 Uhr stehe ich auf, doch auf ein Morgenrot warte ich heute vergebens. Es hat erstaunlich wenig Wolken, doch kalt ist es allemal, zumindest draussen. Heute soll es Regen geben, sieht nicht danach aus. Also nutzen wir die Gunst des blauen Himmels und kurven kurz nach Arona hoch. Der Roque Imoque steht wieder einmal auf dem Wanderprogramm. Etliche Mitwanderer straucheln ebenfalls über den steinigen und staubigen Wanderpfad. Es ist herrlich hier oben, die Luft frisch, aber ideal, um sich körperlich zu betätigen. Der Weg ist steil, die Vegetation dicht, aber schon etwas dürr, Regen wäre wirklich gut zu gebrauchen. Auch heute verzichten wir auf die Besteigung des markanten Roque Imoque, vielleicht ein andermal….. Nun ziehen schnell schwere Wolken auf und es weht ein sehr kühler Wind. Wir erhöhen unser Abstiegstempo runter zur Hundepension. Lunch bei der alten, verfallenen Finca, recht fotogen und so bin ich nach dem Verspeisen des sehr guten Lidl-Brotes Fuji-mässig im Einsatz. Die letzten steilen Meter können in angriff genommen werden, der kühle Wind wird nun kalt, doch ich weigere mich, die Windjacke anzuziehen, resp. mein Stolz lässt es nicht zu. OK, zurück beim Auto und schnell die wenigen Minuten runter zu unserer Bleibe abgespult. Am Nachmittag, wie so oft, übe ich an einem meiner ‘Power Naps’, wenn ich etwas gut kann, das dies! Abend steht ein Chüngel auf dem Menuplan, dazu natürlich Muskatnuss mit Kartoffelstock.

Schlecht geschlafen, soll vorkommen. Um 8:00 Uhr stehe ich müde auf, natürlich ist die Sonne bereits kräftig an der Arbeit, der Himmel wolkenlos, doch die Temperatur solidarisiert sich mit mir müdem Zeitgenossen. Trotz der Kühle wagen wir den Sprung rauf nach Vilaflor, ich möchte dieses 1,600 Seelen starke Dorf etwas genauer anschauen. Wir fuhren bis anhin (ausser einmal) jeweils nur daran vorbei, der Teide weiter oben ruft, keine Zeit für dieses, wie sich herausstellt, sehr schöne Dorf. Wir sind auf 1,400 Meter und es ist kalt. Die Sonne scheint, kann aber nicht richtig wärmen, dabei ist es bereits März und wir bekommen auch die ersten blühenden Taginasten zu Gesicht, imposant. Echium wildpretii der ‘richtige’ Name dieser zu den Natternköpfen gehörenden Pflanze. Ich verabschiede mich für zwei Stunden und schleiche mit der einmal mehr störrischen Fuji durch schönen Strassen, Gassen und Gässchen. Dier Ort wird schnell zu meinem neuen Favorit, einiges ‘ergiebiger’ als das von mir bisher für schön befundene San Miguel. Bin, ausser mit der Kamera, sehr zufrieden. Die Temperatur steigt nur wenig, dürfte aber wohl um die 15° oder so betragen, dazu ein kühler Wind, eher Frühling als Sommer hier oben. Lunch gibt’s unten in La Camella, der Weg zurück ist ja nicht weit, wenn auch unzähligen Kurven auszuhalten sind. Es folgt ein Power Nap, danach Bildersicht und Ärger, sind doch viel der gemachten aufnahmen wieder nicht scharf. So eine Kamera hatte ich noch nie! Ich Jacuzzi kann ich mich dann erholen, auch der folgende Apéro hilft, meinen Ärger zu vertreiben. Ich lerne immer wieder neue Worte: ‘Transphobie’ zum Beispiel. Vor ein paar Tagen war es Demisexuell.

Ich stehe bei Zeiten auf, aber es lohnt sich nicht. Zu viele Wolken und auch sonst langweilig…. Erneut ist es kühl, einiges kühler als noch vor 10 Tagen. Was sollen wir tun? Wir fahren runter zu Lidl und stehen unverhofft auf einem gähnend leeren Parkplatz. Déjà-vu! Hatten wir doch schon, damals war es ein ‘Maria was-immer Feiertag’, aber heute?? Uneingekaufter Dinge geht’s nach Hause, nun sehen wir doch, dass praktisch alle Läden geschlossen sind. Wieder in der warmen Stube und nach Google-Studium kommen wir zum Schluss, dass es mit dem Carnaval zu tun haben muss. Gestern war in D Rosenmontag und morgen ist Aschermittwoch. Fleisch ade…zum Glück gibt’s heute Calamari. So frönen wir dem nicht soo schlechten Stubenarrest und freuen uns auf unser tägliches Sprudelbad. Gefolgt von Apéro und eben den Calamari von 5 Océanos.  …..à propos Transphobie….die wahrscheinlich nächste D-Bundeskanzler*in hat wohl auch Mühe mit den neuen Wörtern, so die heutige, sehr schlechte Presse über sie.

Tagwache um 7:10 Uhr, es lohnt sich sogar ein Bild zu machen, nicht von mir noch schlaftrunkener Person, sondern vom üblichen Sujet, der ‘Oberstadt’ von La Camella. Das Wetter scheint gut zu werden, es hat in der Nacht geregnet, nicht sehr lange/stark allerdings, dafür sind die Pfützen zu seicht. Heute muss es wieder einmal auf eine Wanderung gehen, wir einigen uns auf die Malpais de Güimar, der Weg weit und der Verkehr stark und schnell unterwegs. Es findest sich sogar eine Parklücke fast im Dorf, zumindest im Schatten, die Sonne hier unten brennt erstaunlich stark, mit der Temperatur scheint es mächtig aufwärtszugehen. Einmal mehr geniessen wir zwei die wirklich eindrückliche Lavalandschaft, heute hat es sehr wenige Wanderer unterwegs. Die Wanderer kommen eben doch noch, allerdings spät, wir haben soeben die Rundwanderung abgeschlossen, da machen sich diverse andere auf den sehr steinigen Weg, die meisten machen die Tour im Uhrzeigersinn, wir ausgenommen. Nach etwas mehr als zwei Stunden sitzen wir in El Puertito auf einem der zahlreich vorhandenen Parkbänke und verdrücken unser obligates sehr gutes Sandwich. Die Heimreise kann angetreten werden, grösserer Zwischenstopp in San Isidro: Lidl. Der Weisswein ist fast zur Neige, aber auch sonst brauchen wir halt dies und das, ich kaufe mir eine Maus, möchte die arg strapazierte linke Hand etwas entlasten. €14 kostet das Ding, einziger Haken, die Treiber Software wird auf einer Mini CD geliefert, wer hat denn heute noch ein CD Laufwerk? Doch Windows ist schlau genug und erledigt das Treiber installieren von alleine. Doch das Ding will nicht, so turne ich im Internet herum und versuche weitere Software ausfindig zu machen, Fehlanzeige. Man*in müsste halt nicht ein Lidl-Billigprodukt ‘reinziehen’. Jemand hat Erbarmen mit mir und ich finde den on- off Schalter, Ente, resp. Maus gut, alles gut. Es naht die Sprudelbadzeit, ein Grund mit dem Schreiben aufzuhören.

8:00 Uhr Tagwache, die Sonne scheint bereits, aber nicht mehr lange. Etliche Wolken ziehen heran, es könnte ein Hausarresttag geben. Nach dem Frühstück ist die Sache klar: nix mit Wandern, lediglich ein Einkauf bei Lidl liegt drin. Diesmal nehme ich die (störrische oder eigenwillige) Kamera mit und mache unterwegs ein paar Bilder, kann einfach nicht sein ohne knipsen. So nehmen wir ‘die Sache’ von der gemütlichen Seite. Abends gibt’s neues Wasser für den bis dato jeden Tag benutzten Jacuzzi. Auch eine neue Gasflasche für das Gas Cheminée ist fällig, so sehen wir, wie die Zeit hier an diesem schönen Ort vergeht. Der Sonnenuntergang einmal mehr mager bis schwach, aber ich habe sowieso bereits zu viele Bilder dieses Sujets. Die Morgen (wenn man bei Zeiten aufstehen würde….) sind jeweils interessanter. Wir nun seit 47 Tagen hier auf Teneriffa und es uns auch noch kein bisschen ‘verleidet’.

Tamaimo (pop. 2,500), unser heutiges Ziel! Dies Städtchen ist zwischen Guia de Isora und Santiago del Teide. Das Wetter perfekt, die Sicht klar, doch je weiter wir gen Nordwesten kurven, desto mehr Wolken ziehen von Norden heran. Der Verkehr, wie immer, schnell und dicht. Wir finden mitten im Städtchen einen Parkplatz. Doch hier oben (570m) pfeift an anderes Windchen um unsre verwöhnten Ohren. Trotzdem wagen wir uns raus in die Natur, resp. rauf auf den nahen Montaña de Guama, 877 Meter hoch. Der Weg findet sich dank Tablet und Wanderführer (es ist dies die Nummer 29) relativ einfach. Der Wind ist sehr stark und kalt, sollen wir forfait geben? Nein, wir kämpfen uns weiter und für diesen mutigen Entscheid werden wir kurze Zeit prompt bestraft. Der ‘Wanderweg’ geht steil, extrem steil, in die Höhe. Originalzitat aus dem Wanderführer: ‘bequeme Rundwanderung….überwiegend leichte Wanderung…’. Das einzig ‘leichte’ hier ist unser Wandertempo, sind wir doch meist auf allen Vieren unterwegs. Die Kraxlerei hört und hört nicht auf, ebenso wenig der kalte Wind. Endlich sind wir oben, denken wir zumindest. Die Aussicht auf den Risco Blanco umwerfend, es hat sich mehr als gelohnt. Ein paar Bilder müssen her, ist da auch noch ein Regenbogen mit von der Partie. Wunderschön! Doch nun geht es noch weiter in die Höhe, in den Himmel wollen wir allerdings noch nicht…… Wieder eine Aussicht, die ihresgleichen sucht, einfach grandios. La Gomera ist in eine dicke Wolkendecke gehüllt, über uns sind die Wolken weg, der Wind auch, es ist schön warm. Eine extrem schöne, wenn auch anstrengende Wanderung. Der Abstieg natürlich auch steil und noch tiefer runter. Tamaimo ist 100 Meter weiter oben, also geht’s wieder in die Höhe. Nach knappen 2km hat unser Leiden ein Ende, wir sind am Ziel. Allerdings finden wir unser Auto nicht auf Anhieb, alles halt eben noch fremd. Beim dritten Anlauf werden wir fündig. Es kann auf die Heimreise gehen. Trotz unerwarteter Anstrengung hat sich die Wanderung sehr gelohnt, eine der ganz schönen Touren. Knappe 6 km klingt nach nicht sehr viel und drei Stunden auch nicht, aber…..  Schnell sind wir auf der Autobahn und brettern westwärts, kommen aber, wohl unvermeidlich, in den obligaten Stau an der Costa Adeje, resp. Las Américas.  Eine Viertelstunde geht wohl drauf, aber eilig haben wir es nicht, es ist Freitagnachmittag, kurz nach 14:00 Uhr, jedermann/frau hat wohl bereits Feierabend.

Mein Rücken macht mir zu schaffen, nein, nicht wegen der gestrigen Wanderung. Wohl mehr das zu lange Sitzen vor dem Computer, so hat mir dies seinerzeit der Arzt erzählt….. Das Wetter ist wieder sehr gut, eine Spur weniger klar. Leider gibt’s heute keine Wanderung, so bleibt es bei einem Ausflug zu Lidl. Neue Weine werden ab heute in den Regalen sein. Sind sind auch, wenn auch am falschen Ort, nicht bei den all den anderen Rebensäften. Die Preise verlockend niedrig, einzig ein €7 teurer Rioja schlägt obenaus. Ein Kilogramm Schweinefilet kostet bescheidene €7.80!  Der Laden, trotz relativ früher Tageszeit, bereits sehr voll. Einer kauft gerade ein ganzes Palett Bier, die Büchse zu €0.21. Auch weitere Grosseinkäufer bekommen wir zu Gesicht, wohl Restaurants. Am Nachmittag nimmt der Wind wieder an Fahrt auf, die Fernsicht wird schnell recht eingetrübt. Ich turn im Internet rum, habe ja meine Fotos bereits bearbeitet oder gelöscht. Ich versuche, meinen ‘Senf’ zu einem reisserischen Artikel über Flugeinschränkungen oder sogar –verbote zu kommentieren, indem ich den Tagi auf eine seiner zahlreichen Leserreisen, diese gar nach Hawai’i , aufmerksam mache. Zensur! Wird nicht gedruckt…freie Meinungsäusserung? Nicht immer ist wo ‘Kein-Co2’ draufsteht auch keines drin!