12. und 13. September 2018 – Sinks Canyon State Park, Wyoming

6°, der Sommer kommt zurück! Doch die relativ hohe Temperatur will mit viel Wolken erkauft werden. Doch die Heizung schnurrt, die Batterien halten die Spannung, alles im grünen Bereich. Um 7:40 Uhr stehen wir endlich auf, dabei ist die heutige Fahrt 150 Meilen lang. Doch nur keine Hetze, erst einmal ein Frühstück und dann erst denken wir an Abreise. Der Platz hier, wie bereits zig Mal erwähnt, überteuert, die gebotene Leitung mangelhaft. Wir kurven über Moran Junction raus aus dem schönen Park, erneut bekommen wir keine Tiere zu Gesicht oder vor die Linse. Elche müssen wohl in der Zwischenzeit ausgestorben sein. Auch ausserhalb des Parks macht die Landschaft mächtig Eindruck, trotz der reinen oder anderen Ranch. Der Verkehr hier einiges ‘dünner’ es geht richtig gemütlich zu und her. Die Strasse steigt in die Höhe, die schöne Landschaft wird noch schöner und einsamer, wunderbar!  Der Togwotee Pass (9,548’ oder 2,910 Meter) wartet auf uns, die Aussicht immer gut bis sehr gut, das Wetter eher durchzogen, viele Schleierwolken lassen nicht Fotografiergefühle aufkommen. Nach dem Pass bleibt die Landschaft sehr schön, dies bis ca. 15 Meilen vor Dubois. Jetzt nun Farm- und Weideland, die Hügel kahl und mattgrün, so richtig Why-Coming halt. Das kleine Dubois (pop. knappe 1,000, elev. 6,917’) präsentiert sich dann als ganz hübsch, ein richtiges Westernstädtchen. Wir brauchen Benzin und für USD 3.43 sind wir ‘dabei’, Im Park selber hätte wir USD 3.56 berappen müssen. Wyoming übrigens wieder ein 85 Oktan Staat. Die ‘billigste’ Sorte dann auch meist 20 Cents günstiger zu haben, wir halten uns an regulären ‘87er Moscht’. Rechterhand sehen wie nun die grosse, imposante Wind River Range. Doch von dieser Seite sehen wir die ganz grossen ‘Brocken’ nicht, eine Art ‘Vorgebirge’ schirmt die 4,000er ab. Weiter geht die Fahrt, nun eben durch typisches Wyoming (579,000 Einwohner und sechs Mal grösser als die Schweiz): öde und langweilig. Doch Lander (pop. 7,642, elev. 5,387’) ist bald erreicht. Es findet sich ein sehr schöner, wenn auch nicht ganz günstiger Safeway und wir können unseren leeren Kühlschrank wieder füllen. Nun noch 9 Meilen und 400 Höhenmeter in die Berge hoch und wir sind im Sinks Canyon State Park. Hier suchen wir uns ein Site am Popo Agie Flüsschen, mit zwei  Ausnahmen sind die total 23 Sites alle schiefer als schief. Wir kriegen unser Gefährt einigermassen ausnivelliert hin, doch für USD 11 (als Non-Resident, USD 6 für ‚Wyomingites’) kann man nicht gross reklamieren. Gegenleistung Pit Toilets der sauberen Art und in genügender Anzahl, Wasser, Bachrauschen und Ruhe. Doch es windet ungemein stark, draussen ist es richtig, trotz Sonnenschien und ansehnlicher Wärme, ungemütlich. Erst nach Sonnenuntergang flaut der doofe Wind ab. So können wir zumindest einen längeren Verdauungsspaziergang machen. Die Anlage recht gut belegt, trotz der schiefen Stellplätze. Der Abend wird herrlich ruhig, nur das Rauschen des Popo Agie ist zu hören, es stinken auch keine Lagerfeuer zu uns rüber. Noch ein Bild vom Yellowstone, weil’s so schön war:

 

Wir haben wunderbar und wunderlang geschlafen: 8:30 Uhr! Trotzdem ist es erst 8° und 11°, doch die Sonne lacht auf uns Faulpelze herab und füttert die Solar Panels, Strom für Furny ist im Überfluss vorhanden. Beim gemütlichen Frühstück schauen wir dem geschäftigen Camp Host zu, wie er die Yurte nebenan reinigt, ob hier wohl heute bereits Gäste kommen?  Jawohl, eine katholische Schule, inkl. Eltern und was halt noch so dazugehört (Hunde?). Diesem Umstand Rechnung tragend, machen wir uns auf die Suche nach einem neuen Site, wir stehen hie praktisch vor Yurte #3. Eines der einigermassen ebenen Sites wird frei, wir marschieren rüber und klemmen unser neu erworbenes Schild ‘Campsite Occupied’ an den Pfosten. Nun schnell zusammengepackt und umparkiert. Der ‘neue’ Stellplatz wirklich einiges ebener, die Aussicht genauso gut, keine nahen und sehr nahen Nachbarn und Sonnenlicht dürften wir auch zur Genüge abkriegen. Der Himmel strahlend blau, der Wind frischt immer mehr auf und kommt heute von Südost, also etwas kühler als gehabt. Nach dem Mittagessen dreht der Wind, es wird sofort einiges wärmer, der Südwest-Wind hat wieder das Sagen. Wir machen uns auf einen einstündigen Spaziergang, zwischendurch schon mal in Kletterei ausartend, aber Bewegung tut Not und gut! Die angekündigte Gruppe kommt, es wird dementsprechend laut, aber an unserem Site ist es sehr gut auszuhalten. Auch sonst wird der kleine Platz ziemlich voll, das Wochenende beginnt erst Morgen Nachmittag. Abends Bisonburger vom Grill, sehr saftig und schmackhaft, wenn auch nicht sehr günstig: USD 10 für 450 Gramm. Danach der übliche Spaziergang durch die nahe Umgebung, es kühlt erneut sehr rasch ab und so verziehen wir uns in unsere warme Stube, hören Musik und trinken unseren YT. Wyoming ist übrigens ein Abwanderungsstaat, nur noch 579,000 Einwohner soll der Präriestaat beherbergen, es waren auch schon mal 586,000! Der Grund, resp. einer der Gründe,  werden wir morgen erfahren.

 

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6. bis 8. September 2018 – Yellowstone NP, Wyoming

Erneut ist um 6:40 Uhr Tagwache. Heaty Logan hat uns auch diesen Morgen nicht im Stich gelassen, die Stube ist bereits schön warm. Es hat etliche Wolken, aber diese werden anständig rot. Die Sonne scheint auch einen Rauchfilter vorgeschaltet zu haben, das Licht relativ fahl. Trotzdem ist die Fahrt natürlich wunderschön. Das Norris Geyser Basin ist erreicht, natürlich sind wir nicht die ersten Schaulustigen, aber Platz hat’s noch genug. Ab auf Fotosafari! Doch heute bin ich nicht sonderlich inspiriert, oder meine Muse schläft noch. Trotzdem mach ich viel zu viele Bilder, aber die Delete Taste wartet geduldig auf ihre zahlreichen Opfer. Es folgt ein Frühstück auf dem nun nicht mehr ganz so ruhigen Parkplatz. Nun aber geht die Fahrt weiter, es soll über das Canyon Village runter am Yellowstone Lake entlang nach West Thumb gehen. Die ersten 12 Meilen dann schön, aber nicht spektakulär, es fehlt ein Fluss und weite Ebenen. Wir wagen den Versuch und fahren raus zum Artist Point, dem Besuchermagnet erster Güte. Der Parkplatz beim Uncle Tom’s Trail soll ja Ende August fertig gestellt worden sein….denkste! Immer noch eine grössere Baustelle. So wird’s wohl eng oben am Artist Point. Wir finden auf dem für RV ‘reservierten’ Teil eine Parklücke, wer hätte dies gedacht. So nun rauf zum Aussichtspunkt auf den Grosse Schlucht des Gelben Flusses, trotz Touristenhöchstandrang, ein absolutes Must! Sehr schön! China und Indien wohl in der Überzahl, aber es scheint auch noch ein paar Amerikaner zu haben. Es kann weiter gehen, schade allerdings, dass wir einen so guten Parkplatz nach so kurzer Zeit wieder preisgeben. Doch die kommende Fahrt dem Yellowstone River entlang durch das pittoreske Hayden Valley entschädigt uns voll und ganz für diesen ‘Verlust’. Es hat die üblichen Bison Herden, etwas weit von der Strasse entfernt, doch dies hält die Touristen nicht davon ab, überall kreuz und quer zu parkieren, erlaubt oder nicht, es wird einfach gemacht. Einen Stopp machen wir bei der nicht sehr sehenswerten Mud Volcano Area, aber wir müssen unsere Füsse bewegen. Wir erreichen den grossen und imposanten Yellowstone Lake, 2,357 Meter über Meer gelegen. Nun führt die Strasse immer dem dicht bewaldeten Seeufer entlang,  viel vom See bekommen wir nicht zu Gesicht. Nur gerade der kurze Gull Point Drive führt baumfrei am riesigen See entlang. West Thumb ist erreicht, wir fahren zum Geyser Basin runter, nicht oberspektakulär, aber trotzdem extrem gut besucht. Lunch ist fällig. Natürlich spazieren wir auch über die knarrenden Holzplanken durch die nur mittelprächtige geothermische Attraktion. Der Himmel überzieht sich blitzesschnell mit schwarzen Wolken, nochmals ein Ausrücken mit der Kamera. Dann beginnt es ernsthaft zu regnen, allerdings nur gewittermässig, dafür auch mit Donnergrollen. Der Spuk ist schnell vorbei, wir dislozieren die wenigen Meilen runter auf den 430 plätzigen(!) Grant Village Campground. USD 33.62 sind dieses Jahr fällig, die Gegenleistung erfährt jedoch keine Inflation, nur drastische Abnützung. Wir kriegen ein mittelprächtiges Site auf dem sehr engen und dunkeln Platz zugewiesen (G-181). Lange bleiben wir nicht, eine Shower ist fällig, inkludiert gnädigerweise im Xanterra Discountpreis. Ohne Camping = USD 4.51! Dann fahren wir rüber auf den Parkplatz beim Visitor Center, resp. dem verlassenen Post Office und bald ist Apérotime. Dies ohne nahe Nächstbarn und in ziemlicher Ruhe. Danach versuchen wir unser Glück auf unserem Site, das Abendessen soll dort eingenommen werden. Nicht die beste aller Ideen, leider! Generatorengeknatter, Kinder- und Hundelärm, rauchende Feuer, alles, was unser Herz NICHT begehrt. Doch um 20:00 Uhr ist Schluss mit den überaus lästigen Strommachern und auch das Kindergeschrei (nach Labourday!) ist erträglich geworden. Es folgt eine längere Runde durch zwei Loops, alle Camper eng zusammengepfercht, als ob es in den USA nicht Platz im Überfluss hätte.

Kein Heaty Logan! Dafür muss ‘Furny’, die Gasheizung an die Arbeit. Um 8:00 Uhr erst geht die kurze Reise zum Old Faithful los. Diese Fahrt immer durch recht dichten Wald, auf und ab, auf und ab, nicht sehr eindrücklich, da hilft auch das zweimalige Überqueren der Continental Divide nicht viel. Der grosse Parkplatz ist noch spärlich belegt, ‘unser’ Spot ist noch frei. Jetzt aber ist ein Frühstück fällig. Das Wetter übrigens etwas anders, als auch schon: recht viele Wolken und etwas weniger warm. Die Wolken könnte ich gut hinten beim Black Sand Basin ‘gebrauchen’. Es kommen immer mehr Schaulustige angekurvt und nur schon nach dem Morgenessen sieht der Parkplatz einiges voller aus. Los geht’s wieder über die Holz- und zum Teil nun auch schon Kunststoffplanken durch grandiose geothermische Landschaft. Island und Neuseeland werden hier klar auf die hinteren Ränge verwiesen. Die Wolken werden immer dunkler, hatten wir doch bereits letztes Jahr und wurden dann auch verregnet. Ich erhöhe das Wandertempo, die Wolken würden wirklich in mein Konzept passen. Kurz vor Erreichen des Black Sand Basin ist Schluss mit Sonne, hätten doch schneller marschieren oder früher los sollen. So gibt’s ein paar Panos des interessanten Opalescent Pool ohne Sonne, nur mit dunkeln Wolken. Es beginnt tatsächlich wieder zu regnen! Zum Glück endet der Spuk nach wenigen Minuten und nun zeigt sich sogar die Sonne für ein paar Augenblicke. Also komme ich doch zu meinen gewünschten Panos. Die anderen Sehenswürdigkeiten hier sind unseres Erachtens nicht übermässig sehenswert. Die Reise rüber ins Upper Geyser Basin kann angetreten werden. Es ist etliche Grade kühler geworden, doch bald gewinnt die Sonne den Kampf am Himmel und es ist schön warm. Dank dem forschen Wandertempo sind wir bereits zur Lunch Time zurück auf dem nun vollen Parkplatz. Danach geht’s nochmals zum Alten Treuen, diesmal ist die Leistung etwas besser als die letzten paar Male, aber immer noch nicht so, wie wir ihn in Erinnerung haben. Am späteren Nachmittag verlassen wir den hektischen Ort und kurven wieder rüber zum Yellowstone Lake und suchen uns eine Parklücke beim West Thumb Gesyer Basin. Hier ist immer erstaunlich viel los, dabei wird herzlich wenig geboten. Wir geniessen die relative Ruhe hier, schlürfen dann alsbald unseren Apéro und es geht auch nochmals auf den hier üblichen Rundgang. Ich übe einmal mehr am farbigen Abyss Pool, die dunklen Wolken bringen auch hier Stimmung. Es folgt ein gemütliches Abendesssen, der Parkplatz wird nun endlich leer bis auf ein paar wenige Ausnahmen, eine solche platziert sich in nächster Nähe zu uns und lässt den Generator knattern. Dabei wäre jetzt gerade das Essen bereit! Dies lassen wir uns nicht bieten, wir verziehen uns ans andere Ende des Parkings. Hier nun haben wir 1) Ruhe und 2) noch herrliche Sonne. Das Schlussbouquet wird uns dann auf unserem Verdauungsspaziergang präsentiert. Die Sonne fast schon untergegangen, strahlt sie noch ein wenig die Wolken am gegenüberliegenden Seeufer an, ein ganz mystisches, zauberhaftes Licht. Natürlich habe ich eine Kamera dabei! So knipse ich, was der Speicherchip fassen kann. Drei Meter neben dem Boardwalk äsen Mutter und Kind Wapiti, dahinter der rosaleuchtende Yellowstone Lake und in der Ferne die erwähnten Wolken, richtig kitschig. Höchst zufrieden kurven wir, es ist nun nach 20:00 Uhr, zurück auf den drei Meilen entfernten Klaustro-Camping. Die Generatoren sind aus, einzig die Atembeschwerden müssen wir erdulden, wir können kein Fenster öffnen.

In den frühen Morgenstunden hat der Regen eingesetzt, kein Blitz und Donner, nur schöner, sanfter Regen, eine Wohltat. Dann stoppt der Regen für eine Weile, nur um wieder zu beginnen, dies etliche Male. Nichts Schöneres, als ein warmes Bett und draussen Regen. Wir geniessen die Sache bis 8:00 Uhr und dann begehen wir eine Todsünde: wir lassen ebenfalls unseren Generator knattern, andere knattern bereits seit längerer Zeit, erlaubt wäre  8:00 bis 20:00 Uhr. Den Strom brauchen wir, resp. die Klimaanlage, um die mageren 10° Innentemperatur ein wenig in die Höhe zu treiben. So knattern halt Generatoren um und inklusive uns um die Wette. Nach einer halben Stunde ist genug, die Temperatur noch nicht so hoch wie gewünscht, aber dafür haben wir ja Furny, der seinen Dienst klaglos, trotz nicht allzu starker Batterie, verrichtet. Ein gemütliches Morgenessen folgt. Die Facilities hier, nicht die neusten, doch sauber und auf knappe 30° hochgeheizt. Wir denken langsam an Aufbruch, die Reise heute theoretisch nur 25 Meilen lang, doch wir wollen nochmals durchs wunderschöne Hayden Valley kurven. Zuerst jedoch noch Abwasser ab und Frischwasser rein, dann eine Dusche und die Fahrt kann losgehen. Es geht, wie gehabt, dem Ufer des grossen Yellowstone Lake entlang, dann das Filetstück: Hayden Valley. Natürlich hat es Bison, eine ganze Menge sogar, doch weit unten am Yellowstone River, trotzdem stockt der Verkehr, jeder will ein Bild, am liebsten wohl ein ‘Ich und der Büffel’ Selfie. Trotzdem, die Gegend ist unvergleichlich schön! Bald schon sind wir im Canyon Village und da versuchen wir doch unser Glück nochmals auf dem nicht sehr grossen Parkplatz am Artist Point. Das Glück ist uns auch heute hold, wir kriegen einen Platz, aber der Besucherandrang unglaublich stark, Labor Day vorbei hin oder her. Ich versuche ein Bild der Lower Falls mit dem dunkelsten der Graufilter zu machen, das Wasser soll fliessen. Nur schon das Stativ aufstellen erfordert Mut und Rücksichtslosigkeit, auf der Plattform herrscht das Faustrecht. Nach wenigen Versuchen breche ich die Übung ab, ständig tritt man/frau mir ans Stativ, so kann ich nicht arbeiten. Es geht zurück auf dem über-übervollen Parkplatz, der für RV reservierte Teil zu 90% von normalen Autos in Beschlag genommen. Jeder ist sich selbst der Nächste. Wir wollen unseren Spot an ein RV vermachen, so warten wir geduldig, bis eines daher kurvt. Es kommt eins und erst noch ein Lazy Daze! Ich marschiere an der wartenden Kolonne vorbei uns übermittle den Insassen die frohe Botschaft: ihr könnt unseren Spot haben. Die Leute (Michael & Sheri Coleman) sind überaus dankbar, kommen übrigens aus Sedona, AZ und laden uns ein falls in Sedona, bei ihnen zu campieren, auch das ist Amerika! Wir parkieren eine Meile weiter unten, der Parkplatz wäre für Wanderer zum Wapiti Lake gedacht. Doch der Weg ist wegen ‘Bärenproblemen’ gesperrt. So marschieren wir auf die andere Seite des Flusses zum Brink of Upper Falls. Dies nicht die längste unserer Wanderungen, doch Bewegung tut Not. Es folgt ein später Lunch und erneut die Fahrt durchs schöne Hayden Valley. Natürlich machen wir einen Stopp, die Szenerie verdient es. Unten am Fluss eine riesige Bisonherde, um uns herum eine Menschenhorde. Weiter geht’s, nun nicht mehr so spektakulär dem Yellowstone Lake entlang. Einen kurzen Stopp machen wir beim Lake Village. Eine riesige Lodge und ein General Store sind im Angebot, allerdings auch noch ein sehr schönen Blick auf dem imposanten See mit ebenso imposanten Wolken drüber. Die letzten paar Meilen nun und wir sind am Ziel: Bridge Bay Campground, dieser kann noch mit zwei Stellplätzen mehr als Grant Village aufwarten: 432!  Der Platz etwas ‘günstiger’ als gehabt, da keine Duschen im Angebot sind. Wir werden in die hinterste Ecke der gigantisch grossen Anlage verfrachtet. Das Site ist gross & eben, hat recht Umschwung und noch herrscht ein wohltuende Ruhe. Die Sonne scheint, dann wieder nicht, dann donnert es, die Wolken werden im schwärzer, Aprilwetter im September. Klammheimlich haben wir unsere Route geändert, es soll morgen runter in den Grand Teton NP und nicht rüber nach Cody gehen. Der Abend wird erstaunlich ruhig hier hinten/oben, wir fühlen uns fast wie in einem mittelgrossen Forest Campground. Allerdings hat es auch hier Neandertaler, unser Nachbar macht ein Feuer und braucht Holz, selber sammeln ist hier komischerweise erlaubt. Aber das Sammeln wird im zu bunt, in nächster Nähe seines rauchigen Feuers versucht der grosse und starke Typ einen stehenden Baum umzudrücken! Gelingt im nicht, kurze Zeit später ziehen die beiden davon und kommen erst spät abends wieder zurück. Dann gibt’s natürlich wieder ein Feuer, kann ihn nun verstehen, es ist mittlerweile keine 15°. Kein Campground Camperbild!

3. bis 5. September 2018 – West Yellowstone, Montana

Die Nacht war ruhig, wenn auch heute etwas kurz. wir stehen mittelfrüh auf, der Weg ist lang und der Campingplatz füllt sich sicher im Laufe des Tages. Das Bombenwetter bleibt uns treu, die Temperatur richtig angenehm, die Hitzewelle scheint überstanden zu sein. Nach zeitigem Frühstück geht’s los, wir nehmen, auf Empfehlung eines der Routenplaner (Google Maps, Maps.me und Scout), eine schmale Nebenstrasse, welche uns in kürzester Zeit zur Autobahn Nummer 20 bringen soll. Das Vorwärtskommen eher mühsam, die Strasse schlecht bis lausig. Wir durchholpern das Dorf Ririe, sauber, aufgeräumt. Landwirtschaft muss doch rentieren! Der 20er ist erreicht, keine Interstate, doch zumindest richtungsgetrennt. Alles ist immer noch flach, es geht an Rexburg vorbei, dann tauchen rechterhand die Umrisse der Grand Tetons auf, eindrücklich, wenn auch zu weit weg. Nochmals: das Wetter ist perfekt, klar wie selten, aber das habe ich schon ein paar Mal gesagt. Kurz nach Ashton ist Schluss mit der riesigen landwirtschaftlich genutzten Ebene, die Strasse steigt in die Höhe, der Targhee National Forst beginnt, unschwer an den vielen Tannli zu erkennen. Nun wird’s einsam und auch landschaftlich ansprechend. Der Wald ist zum grössten Teil neu aufgeforstet. Es steht jeweils das Jahr der Pflanzung auf grossen Tafeln. Die dreissigjährigen Tannli schon recht hoch, die 20er halt noch keine 5 Meter hoch. Nach etlichen Meilen folgt der grosse Freizeitkomplex um Island Park: Lodges, RV Parks, NF Campings und natürlich ein See. Der Targhee Pass (7,072’) ist erklommen, nun geht’s sanft bergab nach West Yellowstone, bereits in Montana gelegen. Der Freizeit-Rückreiseverkehr ist enorm, wir hoffen nun definitiv auf ruhigere und weniger volle Campingplätze. Um 10:30 Uhr stehen wir auf der Matte, resp. auf dem 71 plätzigen Baker’s Hole Campground. Die Anlage, einst ein Geheimtipp, sehr gut belegt, aber da und dort herrscht Aufbruchstimmung. Dieses Jahr hätten wir gerne ein Site mit Strom, die Nächte sollen kalt werden. Eine grosse Wahl haben wir momentan nicht, doch ein Ehepaar macht sich zur Abreise bereit und wir ‘erbetteln’ ihr Site. Kein Problem. In 5 Minuten sind die alten ‘Kunden’ weg und die neuen belegen das grosse, sonnige Site. Einzig die Nähe zur Strasse könnte man bemängeln und vielleicht die nicht über jeden olfaktorischen Zweifel erhabenen Pit Toilets in unmittelbarster Nähe. USD 16 Grundgebühr sind fällig, Strom extra USD 7. Angesichts der Lage kann man hier von einem Schnäppchen reden. Drei Nächte werden bezahlt, ein paar Minuten geruht und dann ab ins Getümmel. Der Parkeingang ist ja praktisch vor der geschäftigen Kleinstadt West Yellowstone. Ein kurzes Anstehen und unseren Pass gezückt und wir sind drinnen. Das Touristenaufkommen wie erwartet enorm, aber die gebotene Landschaft eben noch enormer. Es gefällt uns hier einfach extrem gut! Zuerst geht’s dem seichten und träge dahinfliessenden Madison River entlang, nach Madison Junction folgen wir dann dem Firehole River. Dann kommt unerwartet (oder eben nicht!) ein längerer Stau. Nach einer Viertelstunde sind auch wir dran und können den nahe der Strasse liegenden Bison ablichten, wird nicht das beste aller Bilder, aber immerhin unser erster Büffel seit langem. Natürlich gibt es keine frei noch so winzige Parklücke beim Midway Geyser Basin. Doch ein paar Hundert Meter weiter ist ‘unser’ Geheimparkplatz. Dieser ist gross und LEER. Man/frau müsste zu weit zurück zu den geothermischen Attraktionen marschieren, unzumutbar. Lieber das Fahrzeug so schief es nur geht an den steilen Strassenrand stellen, als einen Meter zu viel latschen. Ab zum Superstar, der Grand Prismatic Spring! Wie immer ein Hammer dies farbige Ding, ebenso Hammer halt die vielen Leute, hier mehrheitlich Inder, Chinesen sieht man sehr wenige. Nach etlichen Fotos und einfach nur staunen und geniessen der grandiosen Natur marschieren wir zum Camper zurück. Der Verkehr lässt kein bisschen nach, kaum zu glauben. Ein Lunch und Ausruhen stehen nun auf dem Programm. Ich kämpfe mich auch durch meinen wieder wachsenden Bilderberg, Strom liefert die kräftig brennende Sonne im Überfluss. Am späteren Nachmittag kurven wir wieder, wie viele andere auch, durch den wunderschönen Park mit Ziel Camping. Lange haben wir auf unserem Site Sonne, es kühlt nicht so schnell ab, wie erhofft. Heaty Logan kommt nicht zum Einsatz. Der Abend wird, abgesehen vom nahen Durchgansverkehr, recht ruhig. Hier scheint sowieso die Rentnerecke zu sein, die meisten Sites haben Strom und so hat’s halt nur RVs und keine Zeltler.

6:40 Uhr ist Tagwache, die Sonne geht nach 7:00 Uhr auf und wir wollen zeitig drüben im Norris Geyser Basin sein. Die Fahrt pro Weg 31 Meilen. Der Tag verspricht erneut perfekt zu werden. Die Sonne geht auf und blendet ungemein, fahren wir noch ostwärts in die aufgehende Sonne. Tiere bekommen wir keine zu Gesicht oder vor die Linse, aber wir kommen in erster Linie wegen der Landschaft und der Geothermik. Die heutige Fahrt erneut wunderbar, nach Madison Junction geht’s dem ebenfalls sehr schönen Gibbon River entlang. Da und dort Bodennebel, das flach einstrahlende Morgenlicht, einfach herrlich! Der fast noch leere Parkplatz ist erreicht und ich mache mich gut angezogen (4°!) runter zu den diversen Geysers, Pool, etc. Es dampft und blubbert, wunderbar! Heute sind auch die Chinesen wieder in sehr zahlreich vor Ort. Nach einer Stunde Hin und Her rennen habe ich genug, ein Frühstück wäre jetzt nicht schlecht. Zurück im Camper macht die Gasheizung wieder auf stur, erst beim dritten Versuch und nach etwas zu viel ‘Gschnorr’ springt sie an und beginnt zu wärmen. Danach versuche ich wieder meine Bilderflut einzudämmen….aber die Landschaft hier ist soooo schön! Nach dem Lunch auf dem mittlerweile hoffnungslos überfüllten Parkplatz machen wir uns nochmals auf in die Natur. Wir spazieren zum etwas über eine Meile entfernten Norris Campground. Der Weg geht durch recht dichten Wald, wenn da nur kein Bär im Unterholz lauert. Ohne Wildtierbegegnung jeglicher Art erreichen wir besagten Camping, es wären sogar noch freie Sites zu haben, USD 20 das Stück. Es geht wieder zurück durch den dichten Wald. Dann rücke ich nochmals für eine ganze Weile aus, es sollen noch mehr Fotos geschossen werden, die Gegend ist es wert. Langsam, aber nur langsam, nimmt der Andrang hier ab, da und dort hat es eine Parklücke. Wie es Murphy oder das Schicksal so will, erspähe ich einmal mehr ein gerade ausgebrochenes Feuer. Gewitter gab es in den letzten paar Stunden keines hier, also wohl ‘menschliches Versagen’. Wir denken langsam an Aufbruch, der Weg ist weit und Kurven hat es auch zahlreiche. Ein kurzer Stopp noch um die grosse Rauchwolke (Bacon Rind Fire, doch Blitzeinschlag) abzulichten, das Feuer scheint hinter einem Berg zu sein. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto näher ist auch die Rauchsäule, also doch wieder hier bei uns, wie vor zwei Jahren. Auf dem Camping angekommen marschiere ich mit der Kamera zum Madison River runter, könnte ja ein gutes Bild gegen. Gibt es nicht, der Rauch ist zu weit nördlich, keine Spiegelung im trägen Fluss. Es ist übrigens recht warm geworden, um nicht zu sagen heiss! So kommt Blasi Boise zum Einsatz. Doch wir beklagen uns nicht, es ist wunderschön hier. Der Abend kommt und somit die Apérozeit, immer noch ist es ruhig hier, der Campingplatz ist mittlerweile voll geworden. Nur gerade ein Generator trübt die Idylle, jedoch weit genug von uns entfernt. Natürlich ein OBI Baumarkt Riesending, produziert wohl mehr Krach als Watt. Die übliche Campingplatzrunde führt uns runter an den träge vorbeifliessenden Madison River, da müssen noch ein paar Panos her. Das Feuer leider (oder zum Glück) nicht sichtbar, aber brennen tut’s wohl noch.

Wieder 6:40 Uhr Tagwache, es ist 4°, drinnen 20°, Heaty Logan ist seit 5:00 Uhr an der Arbeit. Schnell sind wir reisefertig und ab geht die Post, Ziel heute der Old Faithful. Die Sonne geht heute Dank des nahen Feuers etwas röter auf als auch schon, doch sonst scheint der Himmel klar zu sein. Wieder ist die Fahrt einfach wunderschön. Einen kürzeren Stau gibt es einige Zeit später bei einem Büffel. Dieser weidet wirklich fotogen in Strassennähe, ich kann in aus dem Auto ablichten, ohne mich gross zu bewegen, Scheibe runter, abgedrückt und weiter geht die Fahrt. Es ist herrlich hier, ich wiederhole mich zum x-ten Male. Wir fahren durch bis zum riesigen und noch spärlich belegten Parkplatz beim Old Faithful. Der Alte Treue scheint etwas Dampf abzulassen, so sind wir in sehr kurzer Zeit unten und warten mit bereits vielen anderen auf seine Darbietung. Diese ist, einmal mehr, sehr mager. Dem alten Herrn ist wohl die Puste ausgegangen. Also zurück und endlich ein Frühstück. Die Sonne heizt bereits ganz kräftig, trotzdem brauchen wir für ein paar Minuten ‘Furny’, die Gasheizung. Dann Wanderschuhe, Sonnenhut und Kamera geschnappt und ab geht die Wanderreise durch dieses grandiose geothermische Feld. Wir sind nicht allein, doch es stört mich nicht, die Landschaft ist zu umwerfend um mich auch noch um meine Mitwanderer zu kümmern. So marschieren wir meist auf zum Teil losen Planken durch ebendiese Superlandschaft. Wir erleben nach kurzer Zeit das Abklingen des Grand Geyser, aber man/frau kann nicht überall gleichzeitig sein. Überall um uns herum blubbert, zischt und spritzt es, höchst eindrücklich! Vor 38 Jahren, ebenfalls im September, waren wir zum ersten Mal hier, danach lange nicht mehr. Später dann in den 90er Jahren des letzten (!) Jahrhunderts und erst 2015 wieder, dafür dann jedes Jahr. Wir erleben dafür einen anständigen Grotto Geyser und einen sehr kraftvollen, nimmer enden wollenden Castle Geyser. Der Morning Glory Pool dann unser Ende für heute, wollen wir doch noch rauf zum Aussichtspunkt auf die Grand Prismatic Spring. Der Morning Glory Pool kommt mir etwas farbiger, erholter daher als auch schon, vielleicht täusche ich mich auch nur. Nicht weiter zu erwähnen wohl der ansehnliche Besucherandrang, aber wer kann es den Leuten verwehren, diese höchste pittoreske Landschaft zu besuchen? Zurück auf dem immens grossen Parkplatz sieht dieser nun einiges anders aus, eine Parklücke zu ergattern wohl Glückssache. Es geht wieder nordwärts, parkieren können wir natürlich nicht auf dem grossen, nicht für RVs zugelassenen Parkplatz beim Trailhead zu den Daisy Falls. So missbrauchen wir ein Pull-out und marschieren dann etliche Meter hart an der Strasse zurück Richtung Trailhead. Ein eher grimmig dreinschauender Bison-Bulle lässt uns blitzschnell auf die andere Strassenseite wechseln. Wir machen uns klein und versuchen möglichst unauffällig an diesem Riesentier vorbei zu schleichen. Es gelingt und bald schon sind wir auf dem Wanderweg zum  Aussichtspunkt auf die phänomenale Grand Prismatic Spring. Es lohnt den kurzen steilen Anstieg allemal. Unglaublich eindrücklich!

Sehr zufrieden geht’s runter und wir suchen einen schattigen Ort, Lunch ist fällig. In der nicht so weiten Ferne grast ein Büffel, doch wir fühlen uns sicher, die Minimaldistanz, welche es einzuhalten gilt wäre 23 Meter! Aber für ein geiles Foto tun die Besucher/Touristen alles, da wird Kopf und Kragen riskiert. Dies sehen wir hautnah bei unserer ‘Rückreise’ zum Camper. Der grimmig Bulle ist immer noch da, mit von der Partie nun aber eine Horde kamerabewaffneter Dummköpfe……. Der Bulle ist wohl zu müde oder alt, die lästigen Eindringlinge zu vertreiben. Auch wir können unbehelligt passieren. So, nächster Stopp nochmals die Grand Prismatic Spring, ich muss meinen Lapsus ausbügeln, die Bilder vor zwei Tagen waren allesamt unscharf. Der Andrang momentan eher gemässigt, die Busgruppen wohl schon über alle Berge. Die Schärfe habe ich heute im Griff, dafür bläst der Wind etwas heftig, es gibt keine schöne Spiegelung. Trotzdem mache ich zu viele Panos. OK, genug geknipst, ich marschiere zum nicht sehr nahen Camper zurück. Mein Weg führt mich, wie immer, dem Firehole Flussufer entlang, doch bald muss ich weichen, es kommt wir ein etwas arg grosser Bison entgegen. Also geht’s rauf auf die Strasse und ich kann unbehelligt mein ‘Wandertum’ fortsetzen. Wir fahren nach Hause, immer ein rechtes Stück Weg mit sehr viel Verkehr, aber landschaftlich eine Augenweide. USD 3.10 die Gallone bei Exxon, wir greifen zu. Andere Tankstellen haben für diesen oder höheren Preis nur 85 Oktan, darauf sind wir letztes Jahr reingefallen….. Baker’s Hole ist voll! Aber ruhig bleibt der Platz trotzdem. Es ist warm bis fast schon heiss. Abends ein mariniertes Flat Iron Steak, eine superzarte Sache. Nach einem Rundgang ziehen wir uns für heute in unsere Stube zurück. Morgen soll es in den Park, ins Grant Village, gehen. Die drei Tage hier zu unserer vollsten Zufriedenheit!

31. August bis 2. September 2018 – Ririe, ID

Ich fasse die drei nicht sehr ereignisreichen Tage zusammen. Am ersten Morgen verfolge ich den Sonnenaufgang aus dem Stubenfenster: die dunkelorange Scheibe quält sich mühsam über den Horizont. Also auch hier wieder mächtig Rauch in der Luft. Die unter mir liegende Lavalandschaft kriegt kein bisschen Licht ab. Trotz kühler Temperatur wage ich einen Versuch, ein paar Fotos zu machen. Es passiert nichts unter mir, ich warte, es passiert immer noch nichts. Um nicht mit leeren Händen oder eher leerem Chip nach Hause zu kommen, drücke ich ein paar Mal uninspiriert ab. Der angedrohte Wind in der Nacht hat sich nicht eingestellt und auch jetzt ist es (noch) windstill. Der Himmel sieht leider alles andere als vielversprechend/interessant aus. Nach dem Morgenessen und einer Platzrunde sind wir uns einig, wir fahren weiter nach Idaho Falls, resp. Ririe. Doch die 7 Meilen lange Loop Road fahren wir natürlich ab, etwas Lava muss man/frau noch gesehen haben. Die Gegend wäre interessant, aber das Licht ist mehr als nur flau und der Wind scheint langsam zu erwachen. Also weiter Richtung Idaho Falls. Kaum endet die Lava, wird wieder gelandwirtschaftet. Dies zieht sich hin bis vor die Tore der Stadt (pop. > 60,000). Lunch und Mini-Einkaufsstopp im bekannten Albertsons. Hier wieder der Weintrick: 20% Rabat auf Yellow Tail, die Flasche statt USD 7.50 eben nur USD 6 (plus Tax, versteht sich). Preis bei Fred Meyer: USD 5.40. Wir nehmen die Umfahrungsstrasse, ein Stück über die Autobahn raus nach Ririe. Hier draussen herrscht noch Ruhe, wir kriegen nach leichtem Zureden das Site #50, relativ fern von etwaigen Nachbarn. Der Preis: USD 34.20, Facilities wie gehabt, sauber, aber etwas knapp, WiFi gut, dank unserem Extender. Es ist angenehm kühl, vor zwei Monaten war es zwar anfänglich auch ungewohnt kühl, hat dann aber wieder mächtig ‘aufgedreht’. Gegen Abend (Freitag, Labour Day Weekend) kommt ein 5th-Wheeler nach dem anderen, alle in unsere unmittelbare Nähe. Wohl wieder eine Family Reunion. Die diversen Familiy Member sind trotz grosser Anzahl erstaunlich ruhig, nicht jedoch die fast so zahlreich mitgenommenen Köter. So wird der Abend, auch noch verstärkt durch Outdoor Musik, nicht einer der ruhigsten.

9° draussen wäre hätte dies erwartet? Heaty Logan ist zur Stelle und beschert uns bald eine warme Stube. Draussen ist es strahlend blau und kristallklar, weg ist der Rauch. Doch heute gibt’s keine Landschaften abzulichten, unere einziges Programm ist eine Fahrt in die Stadt. Unterwegs dann noch Propan für USD 1.99 (& Tax), Benzin (USD 3.32) und YT (wie erwähnt USD 5.40 & Tax). Nun aber wirklich in die recht geschäftige Stadt, mittendurch und schnurstracks auf den grossen Walmart Parkplatz. Von hier, wie bereits des öfteren unternommen, zu Fuss zurück in die Innenstadt und in ‘unsere’ Thai Beiz ‘ Krung Thep’. Die Curries schmecken uns immer besser! Für USD 25 sind wir sehr zufrieden und auch satt. Es geht auf einen Stadtrundgang, Endstation wieder der Walmart Parkplatz. Im Walmart dann noch ein grösserer Einkauf, drüben/oben im Yellowstone ist die Supermarkt- Dichte nicht übermässig gross. Das Wetter immer noch gut bis sehr gut, der Wind aber leicht auf der kühlen Seite. Zurück auf dem Camping hat sich leider der Lärmpegel sehr zu unseren Ungunsten entwickelt. Laut, lauter und noch mehr Kötergejapse. Wirklich kaum auszuhalten! Wir machen die Schoten dicht und hören Musik, so ist zumindest das Gekläffe nicht mehr so gut hörbar. Kaum zu glauben, aber niemand scheint sich daran zu stören. Wie gesagt, es ist Labour Day Weekend und so werden wir wohl morgen ‘Same Procedure as Yesterday’ haben.

9° zu 18°, aber nur Dank Heaty Logan. Wieder ein wunderbarer (nicht akustisch!) Tag, der Himmel tiefblau, die Sicht klar, die Temperatur halt noch etwas im unteren Bereich. Noch herrscht Ruhe, unsere diversen Flintstones sind wohl noch im Land der Träume und ihre Hunde zum Glück auch. Es ist Sonntag und da soll man/frau ruhen. Dies tun wir, ich bin mit meinen Bildern sehr beschäftigt, meine Beste Hälfte kämpft mit ihrer ‘Lismete’. Am Nachmittag spazieren wir etwas durch die nähere Umgebung, etliche Häuser sind da zwischen hohen Bäumen versteckt. Nicht der schlechteste Ort ein Haus zu haben! Auf dem Camping herrscht eine unheimliche Ruhe, die Hunde sind ruhig, die Goofen ebenfalls. Die Männer sind wohl alle beim Fischen und die Frauen müssen die diversen Tische vom morgendlichen Essgelage säubern und danach neues Futter für den Abend vorbereiten. Just zu unserer Apérozeit verwandelt sich die gehabte Idylle schlagartig wieder in einen Jahrmarkt. Die Hunde heulen los, rauchende, stinkende Feuer werden entfacht, so wie halt früher in der Steinzeit. Erneut, wie schon vor zwei Monaten, müssen wir anmerken, dass die Reinigung der Facilities auf ein minimalstes Minimum reduziert worden ist, die WCs und Duschen in einem sehr schmutzigen Zustand, letztes Jahr unter dem Regime des Engländers Tony war alles immer blitzsauber. Es kühlt schön ab, wir können Türe und Fenster schliessen, draussen hat es, wenn schon keine Waldbrände, so doch diverse Stinkefeuer. Morgen werden wir unser Glück vor den Westtoren des Yellowstone NP versuchen, eine zeitige Abreise von hier wäre von Vorteil, es sind immerhin 115 Meilen.

30. August 2018 – Craters of the Moon NM, Idaho

Ich stehe nicht auf, der Himmel ist ziemlich mit Wolken, aber schönen, verziert. Es soll weitergehen, Ziel die Mondlandschaft kurz vor Arco, 130 Meilen von hier. Die Fahrt nicht weiter eines Kommentars nötig, Landwirtschaft, wo’s Wasser hat, nix wo’s Lava hat. Die Lavalandschaft fängt schon weit vor dem eigentlichen National Monument an, beim Minidof Carey (pop. 604). Südwärts erstreckt sich das Monument & Preserve (damit die Rancher weiterhin ihr Vieh weiden lassen können) bis fast runter an den Massacre Rocks SP am Snake River, eine Fläche von über 300,000 Hektar. Das Wetter ist durchzogen, die Temperatur auszuhalten, Wolken etwas störend, weit mehr allerdings stört der starke Wind. Das Ziel ist erreicht, USD 20 wären als Eintritt zu berappen. Ein Camp Site wird  mit USD 15 verrechnet, nur mit Kredit Karte am Automaten zu lösen. Also, es geht doch auch ohne die doofen Couverts und speckigen Dollarnoten! 51 Sites stehen zur Auswahl, recht viele bereits belegt. Doch wir finden einen schönen Platz mit sehr schöner Aussicht auf die Lavalandschaft. Nachbarn ‘halbweit’ entfernt. Der Wind hat nun an Stärke zugelegt, richtig lästig! Wir schlendern zum Visitor Center rüber um uns etwas die Füsse zu vertreten, ob wir heute noch in den eigentlichen Park reinfahren oder -wandern glauben wir eher nicht. Der Wind stört immer mehr und wird, gemäss Prognosen, auch noch eine Zeit weiter sein Unwesen treiben.

Der Platz füllt sich immer mehr, viel Platz hat’s am Abend nicht mehr, und auch dieser wird noch unter Spätankömmlingen verteilt. Nach dem Essen renne ich noch eine halbe Stunde runter zwischen grosse Lavabrocken, das eine oder andere Bild müsste noch gemacht werden. Halbzufrieden geht’s zurück in die warme Stube, der Wind lässt leicht nach. Endlich können wir alle Fenster öffnen, ohne im Lavestaub ersticken zu müssen. Der letzte Ausbruch hier übrigens vor etwas mehr als zweitausend Jahren, erdgeschichtlich vorgestern und ein neuerlicher sei nicht auszuschliessen. Doch heute passiert nichts mehr. Ein letzter Rundgang durch den nun wirklich vollen Platz und wir kümmern uns um unseren YT.

28. und 29. August 2018 – Bruneau Dunes State Park, Idaho

13° zu 12° und dies im Sommer und in Boise! Heaty Logan muss unser Heim aufwärmen. Der Wind ist immer noch kühl, soll heissen angenehm, ist erst die Temperatur oben, wird’s dann wohl anders aussehen. Blauer Himmel, keine Frage. Nach dem Morgenessen geht’s rüber in den Car Wash, unser Mobil sieht jämmerlich aus. Für sehr günstige USD 6.50 ist der Wagen wieder blitzsauber. Wir kurven rüber zum nahen und grossen Fred Meyer. Erneut sind Einkäufe fällig und anständige Läden hat es bis Idaho Falls nicht. Yellow Tail immer im Angebot, aber nicht zusätzliche 20% wie oben in Washington, aber auch mit USD 5.40 & Tax kann man/frau sehr gut leben. Es folgt ein Mittagessen, der Einfachheit auf dem Fred Meyerschen Parkplatz. Benzin brauchen wir auch noch, 10 Cents sind unsere Fuel Points diesmal wert, immerhin. USD 3.08 der Nettopreis. So, es kann losgehen, Ziel die seit 25 Jahren nicht mehr besuchten Bruneau Dünen bei Mountain Home (grosse Air Force Base). Schnell sind wir raus aus der Stadt und zuckeln auf dem 84er Freeway ostwärts, 80mph wären erlaubt, 55mph reichen uns jedoch. Die Land(wirt)schaft flach und recht langweilig. Wir erreichen Mountain Home (pop. 14,200), dies Städtchen macht einen freundlichen und aufgeräumten Eindruck, Utah ist ja nicht sooo weit weg. Immer weiter raus in die Pampa führt unser Weg, die Ausschilderung zum State Park vorbildlich, ein GPS wäre nicht nötig. Wir hätten die Anlage nicht wieder erkannt, sieht alles irgendwie anders aus. Viel Betrieb herrscht (noch) nicht, die meisten Sites sind jedoch für das kommende lange Wochenende reserviert, wer hätte es nicht vermutet. Wir pflücken uns ein Site unter einem grossen Baum und sogleich kommt der Camp Host angebraust. Eine Nacht könne er garantieren, mehrere Nächte wären vorgängig im Visitor Center zu besprechen…… Wir bezahlen den Mid Week Senior Preis, dies wären exakt USD 19.31! Freitag/Samstag keine Verbilligung, dann > USD 33! Inkludiert ist der $5 Eintritt in den State Park für Ausländer (= Nicht Idahoaner). In Oregon gibt’s in den State Parks für Pflegeeltern(!) einen Rabatt, nicht aber für Senioren. OK, wir richten uns ein, es ist schön ruhig hier draussen, aber natürlich hört man die nahe Luftwaffenbasis, resp. die über uns kreisenden Bomber. Die Temperatur perfekt, es bräuchte gar nicht wärmer zu werden, allerdings soll es dies morgen bereits wieder tun: 30° sind angesagt. Einmal mehr geniessen wir unser süsses Nichtstun. Nach dem Abendessen jedoch mache ich mich auf in die nähere Umgebung, ein paar Fotos müsste ich schon noch machen. Der Abend wird perfekt, das Licht ein Traum und ich wandere immer weiter in die einsame Landschaft hinaus. Plötzlich bin ich am Observatorium, sehe aber dahinter Wasser und eine Spiegelung, also schnell runter und die Sache angeschaut. Ein Steg, etwas wackelig zwar, steht mir zur Verfügung, so bin auch ein paar Meter draussen auf dem See, ich mache meine Fotos, bin allerdings etwas zu spät dran, die grosse Düne bereits im Schatten und auch das falsche Objektiv dabei….. Sehr zufrieden bin ich dann um 20:30 Uhr zurück und die Flasche YT kann genossen werden. Viel ist immer noch nicht los hier, genau nach unserem Gusto.

Der Wecker ging um 6:12 Uhr (eine mir immer noch bekannte Zeit!), doch es ist noch dunkel, ich schlafe weiter. Um 6:30 Uhr stehe ich auf, das Morgenrot in vollstem Gange! Die Temperatur draussen: 9°! Umdisponieren, ich brauche viel wärmere Kleidung. Nun aber los, runter an den gestrigen Standort. Leider bin ich nicht alleine, es tummeln sich unzählige Wasservögel auf dem See. Eine Spiegelung praktisch unmöglich! Trotzdem übe ich, ein oder auch zwei Bilder müssten wohl gelingen. Es ist ziemlich kühl, bin froh, habe ich mich sehr warm angezogen. Die Sonne geht perfekt auf, doch: Fowl Play! Die Viecher vermasseln mir meine Dünen-Spieglung gründlich. Nach knapp zwei Stunden bin ich zurück im warmen Camper, natürlich muss die Heizung in Betrieb genommen werden, die Sonne wärmt nur sehr zaghaft. Heute soll es wie gesagt 30° werden, wagen wir zu bezweifeln. Den halben Morgen verbringen wir mit Reservationsversuchen im Yellowstone NP. Haben wir doch kurzfristig unsere Pläne erneut geändert, die Berge von Nordcolorado wurden zu Gunsten von Yellowstone aus dem Programm gekippt. Nach dem Mittagessen spazieren wir runter zum ‘meinem’ Standort, dann noch etwas durch Wald und Gestrüpp und etwas in die Höhe und wir stehen unerwartet auf einer der grauen Dünen. Natürlich ist das Licht alles andere als gut, aber es ist dies schliesslich eine Wanderung, kein Fotoworkshop. Es beginnt nun plötzlich mächtig warm zu werden, die 30° könnten also doch erreicht werden. Nach der ‘Wanderung’ ist eine Dusche fällig, die Anlage eher altersschwach und aus den 50er Jahren, Unterhalt/Erneuerung: nein. Es trudeln heute ein paar mehr Campierwillige ein, aber Platz hat’s ja genug. Nach dem Abendessen, einem Top 5 Glass Noodle Salad, marschiere ich nochmals runter zum See, vielleicht gibt’s eine bessere Spiegelung. Doch leider haben die Kojoten noch nicht alle Wasservögel gefressen, in grosser Schar schwimmen die Viecher herum und vermasseln mir meine Spiegelung erneut. Nun kommen auch noch Wind und Wolken mit ins Spiel, die Fotosafari wird ein Totalverlust! Zurück auf dem etwas lauteren als auch schon Camping trinken wir unseren YT, die Hälfte davon draussen, es ist immer noch recht warm, einige ° mehr als gestern. Nach 22:30 Uhr ist leider noch nicht überall Lichterlöschen, eine Frauschaft brüllt um die Wette. Auch diesen Damen geht dann der Schnauf aus und endlich ist Ruhe.

26. und 27. August 2018 – Nach und in Boise, Idaho

Die Nacht war angenehm, nicht sehr kalt und nicht zu warm. Trotzdem wagen wir einen Gasheizungsversuch. Nach anfänglichem Zögern zündet die Heizung und wir sind erleichtert. Der Himmel ist total verhangen, kaum zu glauben, aber es ist eine wahre Wohltat! Die ewigen blauen oder rauchverhangenen Himmel waren langweilig und störend (gilt für letztere). Wir machen uns rauf, über den Berg nach Baker City, knappe 10,000 Einwohner zählend und ebenfalls noch auf 1,000 Meter über dem nun recht fernen Meer. Die Fahrt zuerst durch Wald, da und dort eine Behausung, auch schon mal der primitiveren Art, am Wegesrand. Die Passhöhe keine 1,300 Meter hoch, nun ist Schluss mit Wald, es wird wieder gelandwirtschaftet, alles abgeerntet und ziemlich gelb. Die Landschaft wechselt zu Sagebrush Steppe, es wird also trockner. Rollende Hügel soweit das Auge reicht, darüber, zur Abwechslung, dunkle Wolken, eine eigentlich schöne Landschaft bietet sich uns hier. Mitten in dieser Pampa treffen wir unvermittelt auf den Freeway #84, dieser bringt uns nach wenigen Meilen schon nach Baker City. Eine richtig grosse Kleinstadt oder kleine Grossstadt. Die grossen Parkplätze vor den zahlreichen Kirchen sehr gut besetzt, es ist Sonntag. Wir besuchen unseren eigenen Tempel, Albertsons mit Namen. Dieser sehr schön eingerichtet, aber eben ein wenig auf der teuren Seite. Zumindest führt der Laden mein Gluten Free Müseli und erst noch on Sale: USA 4.77. Apropos on Sale: 30% Rabatt auf Wein aus dem Nordwesten plus zusätzliche 10% bei Abnahme von 6+ Flaschen. Verlockend! Doch prüfe wer da ewig sündigt: der Boom Boom Syrah aus Walla Walla kostet hier ‘regulär’ USD 22.50, 30% Rabatt und nochmals 10% macht USD 14.20! Bei Fred Meyer regulär USD14.50 minus 10% bei 6+ Flaschen. Nepper, Schlepper, Bauernfänger!!! Weiter geht die Fahrt, der Freeway ist nahe und dieser bringt uns bald in die Tiefe. Die Landschaft um uns herum nun nur noch gelbe, nackte Hügel, da und dort auch ein grösseres schwarzes(!) Stück. Bei Huntington verlasen wir die Rennbahn und kurven die wenigen Meilen raus zum Farewell Bend State Park. Die riesige Anlage präsentiert sich als unerwartet schwach besucht/belegt. 91 Sites mit und 30 Sites ohne Strom stehen im Angebot. USD 26 der Preis mit, USD 18 ohne Strom. 2015 kostete der Spass noch USD 24. Wir einigen uns im zweiten Anlauf auf ein Site mir partiellem Flussblick, diejenigen mit vollem River View sind entweder belegt oder reserviert. Der Himmel ist immer noch bedeckt, die Temperatur bei 23°, herrlich, um mich nochmals zu wiederholen. Es ist ruhig hier draussen, spitzt man die Lauscher kann man/frau etwas Autobahnlärm vernehmen. Ich mache eine kurze Fotoerkundungstour, der Himmel interessant und der Snake River ein Katzensprung entfernt. Wir sind hier nun wieder in der Mountain Time Zone, Pacific wohl dieser Jahr nicht mehr….. Übrigens beträgt die Maximalstrafe für Highway Littering in Oregon (pop. 3,962,710) happige USD 6,250! Duschen müssen wir bei uns, die offerierten Showers sind solarbetrieben und heute hat es ja keine Sonne und das Wasser somit zu kühl für unsere empfindlichen Körper. Der Abend wird kühl, aber sehr ruhig. Kaum zu glauben, dass wir vor drei Jahren hier, ebenfalls im August, satte 38° hatten. So nächtigten wir nur gerade drei Mal in Oregon, der Staat hätte aber einiges mehr zu bieten, wir heben uns dies für ein nächstes Mal auf.

Es hat geregnet, sicher an die 17 Tropfen! Grau in grau und ich kann Heaty Logan in Betrieb nehmen, welcher Kontrast zu 2015 als wir schon am Morgen schwitzen wie die Pferde. Ich mache nochmals ein paar Fotoversuche unten am Schlangenfluss, der Himmel sehr dramatisch, die Spiegelung leider nicht. Es gilt noch Frischwasser aufzufüllen, dies gerade während einer längeren Regenperiode, doch ich beklage mich nicht, das Himmelsnass ist bitternötig. Auch bei der anschliessenden Abwasserentleerung werde ich nass, nicht durch das Ab- sondern eben das Wasser von oben. Schnell sind wir auf der Autobahn und durchfahren gelbe Hügel, draussen regnet es nun ein wenig stärker, doch richtig heftig wird’s nicht. Wir erreichen die Staatsgrenze, nun sind wir einmal mehr in Idaho. Die erste Ausfahrt bringt uns zum Welcome Center. Kartenmaterial und Prospekte in Hülle und Fülle sind zu haben, ebenfalls ein sehr schnelles WiFi (4 Stunden oder 5GB, sehr grosszügig!) Es kann weiter gehen, die gelben Hügel sind nun weg, hier nur noch Landwirtschaft und die ersten Vorstädte von Boise tauchen auf: Caldwell, Nampa und dann Meridian, unserer nächstes Ziel. Ganz Idaho hat mittlerweile knappe 1,700,000 Einwohner, der Grossteil siedelt natürlich hier. Bruneel Tire & Auto Service (9699 Fairview Avenue) ist schnell gefunden, vor drei Jahren liessen wir hier zu unserer vollsten Zufriedenheit den Ölwechsel machen. Auch dieses Mal sind wir zufrieden, die Sache dank eines neuen Luftfilters (USD 25) etwas teurer: USD 95.80. Letztes Jahr bezahlten wir bei Les Schwab oben in Washington freche USD 40. Total ein Preisunterschied von USD 40. No more Business with Les Schwab! Während des Wartens vergnügt man/frau sich im Internet dank sehr guten WiFi. Hunger! Wir kurven Richtung The Village at Meridan (die noble Outdoor Shopping Mall) auf der Suche nach etwas Essbarem. Ich erblicke rechterhand ein grosses Schild, welche für Pho Reklame macht, wir sind dabei! Das vietnamesische Restaurant sehr gut besucht, der Service freundlich und speditiv. Die Suppen dann nicht zu vertilgen, meine Medium Portion ist riesig. Die Sache schmeckt recht gut, wenn auch nicht ganz Pho Japolo Vancouver Niveau. Um USD 26 ärmer und sehr zufrieden kann die Fahrt weiter gehen. Nur ein paar Meilen, meist über Nebenstrassen und wir stehen vor dem Boise Riverside RV Park. Der Platz gross, nüchtern, kein Schatten, aber wenigstens ist es diesmal nicht 40°, die Hälfte tut’s auch. In den 40er ist jedoch der zu berappende Preis für ein Full Hook-up Site: USD 44.80! Die Nachbarn sind nahe und auch hier hat es wieder sehr viele Dauergäste, welche sich offensichtlich nicht gross kümmern, wie es um ihr Site herum aussieht. Die Facilities jedoch sehr sauber und in genügender Anzahl. Das WiFi brauchbar, aber langsam. Vom nahen Strassenlärm hört man nicht sehr viel, länger jedoch hier zu bleiben/wohnen, kommt natürlich überhaupt nicht in Frage. Der Verdauungsspaziergang um den grossen Platz bringt uns dann noch näher an die Dauermieter, da haben wirklich einige den American Dream nicht geschafft oder verschlafen. Zurück zum Wetter: sehr angenehm, die Wolken sind auf dem Rückzug, es ist leicht über 20°, so könnte es bis November bleiben. Vor drei Wochen hätten sie hier in Boise 109°F. (43° C. ….für uns normale) gehabt, wurde uns erzählt und vor zwei Jahren den strengsten Winter seit Urzeiten.

25. August 2018 – Union, Oregon

4° zu 7°, kommt nun plötzlich der Winter? Wie sieht’s mit der Gasheizung aus, müssen wir den Generator quälen und mit der A/C heizen? Sehr zaghaft hantieren wir am Thermostaten herum, wollen die laienhaften Einstellungen von gestern nicht verändern. Nach längerem und bangen Warten ‘zündet’’ die Heizung, es lag ja nicht am kräftig prustenden Gebläse sondern am Entzünden des Propans. Langsam wird es warm, wir sind erleichtert, dies erspart uns hoffentlich einen Gang zu einem RV Repair, aber lieber nicht zu früh freuen. Doch es wärmt und wärmt und wärmt, trotz der etwas schwachen RV Batterie. Wir wollen weiter, der Sprung vom Hochsommer in den Winter hier oben ist gar etwas arg, es soll in niederere Gefilde gehen. Die Strasse #204 bleibt noch ein ganze Zeit auf +/- 1,500 Meter, es erscheinen noch zwei Campingplätze, etliche Sno-Parks sind ausgeschildert, ein richtiges Wintersportmekka scheint dies hier zu sein. Es geht zu Tale, Elgin ist erreicht, nur ein Dorf, dieses aber plötzlich am Rand einer flachen, gelben Ebene. Landwirtschaft hat uns wieder. Die Strasse #82 bringt uns nach La Grande, links und rechts enorm grosse Weizenfelder, wir passieren die sehr sauber ‘aufgeräumten’ Dörfer Imbler und Alice. Die Stadt La Grande, immerhin 13,150 Mann/Frau stark, bekommen wir nicht richtig zu Gesicht, unser Weg führt an ihr vorbei rauf in in die nächsten Berge. Union, ein auch sehr sauberes, wenn auch verschlafenes Dorf, ist der letzte Vorposten der Zivilisation, dann sind wir im Wald. Auf der Hauptstrasse stehen zwei stattliche Rehböcke, wir sind wirklich in der Natur….Die enge, aber stark befahrene Strasse windet sich dem schmalbrüstigen Catherine Creek entlang. Das Wasser nur knöcheltief und kaum über drei Meter breit. Der Catherine Creek State Park (45.152676,  –117.743438, die Koordinaten) ist erreicht, 9 Meilen östlich von Union. 19 Sites zu USD 10 das Stück. Flush Toilets und Wasser sind im Angebot. Die kleine Anlage leider hart an der Strasse, aber sehr gepflegt und einladend dreinschauend. Wir nehmen uns ein sonniges (hoffentlich) Site und setzen uns an die wärmende Sonne. Die morgendliche Kälte sitzt uns noch in den Knochen. Der Himmel ist blau, aber leider nicht mehr sooo klar wie gestern, der kalte Wind ist weg. Auf der Fahrt konnten wir im Nordwesten die dreckige, rauchgeschwängerte Luft ausmachen, soll sie bitte dort oben bleiben.

Am späteren Nachmittag zieht der Himmel den Vorhang zu. Es sieht nach Regen aus, doch leider nicht hier. Kurz vor Sonnenuntergang lugt die Sonne noch für ein paar Minuten unten der Wolken durch, das wär’s gewesen. Der Abend wird trotz neu angekommenen Velofahrer, 8 insgesamt, vertretbar ruhig. Die Temperatur sinkt, aber nicht mit gestern Abend zu vergleichen. Wir sind hier nur noch auf 1,000 Meter, morgen soll’s dann noch einiges tiefer, runter an den Snake River gehen.

23. und 24. August 2018 – Elgin, Oregon

Ohne Ohropax war’s nicht auszuhalten! Mit jedoch haben wir anständig geschlafen, aber noch eine Nacht hier, nein Danke. Die Sonne hängt wieder dunkelorange am fahlgelben Himmel. Ist also der Rauch immer noch da. Wir räumen unsere Siebensachen und verlassen den ganz und gar nicht ungastlichen Ort, wäre nur nicht der viel zu nahe Freeway-Verkehr. Schnell sind wir wieder auf der Rennbahn und schaukeln Richtung Tri-Cities (Richland, Pasco, Kennewick). Alles ist verlandwirtschaftet hier, doch wo kein Wasser hingeleitet wird, ist es eine bessere Steppe/Wüste. In der ersten der drei Städte suchen wir den Fred Meyer, finden ihn natürlich auch. Wie immer, ein sehr schöner und grosser Laden. Bei Abnahme von 12 Flachen Wein, so wird uns mittgeteilt, gäbe es glatte 20% Rabatt. Yellow Tail ist zum Glück (wo nicht?) im Angebot und so kommt uns eine Flasche auf knappe USD 5.40 zu stehen, ein sehr fairer Preis. Nun noch etwas Benzin, dieses auch Dank Fred Meyer bezahlbar: 30 Cents Rabatt Dank unsere Treuekarte, resp. gesammelten Fuel Points USD 2.92, weit und breit nicht zu schlagen. Nun aber raus aus dem ziemlich grossen Autobahn- und Stadtgewirr. Es geht weiter nach Walla Walla, auch ein ‘bekanntes’ Weingebiet, über 100 Wineries soll es hier geben. Immer noch alles Landwirtschaft, ein Dank an den grossen Snake und den noch grösseren Columbia River, welche östlich von Pasco zusammenfliessen. Walla Walla (pop. 32,130, elev. 287 Meter), hart an der Grenze zu Oregon ist erreicht. Die Stadt macht einen eher gepflegten Eindruck, es muss wohl Geld vorhanden sein. Einer der grossen Arbeitgeber soll das Washington State Penitentiary sein, 2,000 ‚Gäste‘ und 1,000 Aufpasser. Prison ist übrigens politisch nicht mehr korrekt: Correctional Institution, der neue Euphemismus. Nun Mittagshalt auf dem Parkplatz von Walmart, drinnen wird allerdings nichts gekauft, nur die Toiletten benutzen wir. Schnell sind wir dann in Oregon, die Gegend wird weniger landwirtschaftlich, wirkt aber recht zersiedelt. Bei Weston biegen wir links weg in die Berge hoch, diese sehen wir jedoch vor lauter Rauch nicht. Langsam geht es in die Höhe, doch der Rauch will und will nicht verschwinden. Dieser Rauch, habe ich der Zeitung entnommen stammt von einem sehr nahen Feuer bei Kennewick, einer der Tri Cities, ein paar Häuser sind bereits verbrannt und zwei Pferde umgekommen. Die Gegend wirkt nicht wirklich einsam, überall Häuser, wohl für Ferien/Wochenende gedacht. Überall ‘Private Road’, ‘No Entry’ und dergleichen. Wir sind im Umatilla National Forest, aber die erwarteten Campingplätze sind noch nicht aufgetaucht. Die Passhöhe, 5,350 Fuss ist erreicht, hier oben hat es sogar ein Skigebiet. Nach wenigen Meilen talwärts endlich ein erstes Schild: Woodward Campground. Wenige Sites auf einem sehr weitläufigen Areal. Die Picknick Plätze mit Fast-Seeanstoss. Die Gegend oder eben der See nennt sich Tollgate. USD 12 werden fällig, im Angebot sind mehrere Pit Toilet in sauberem Zustand, Feuerholz (wenn Feuern erlaubt wäre!) und eine, bis jetzt zumindest, unglaubliche Ruhe. Die Temperatur einiges tiefer, aber gerade zu himmlisch. Der Himmel scheint nun ein wenig blauer zu sein als heute morgen. Wir einigen uns auf ein isoliertes (wie immer!) Site, weg von der Zivilisation. So stehen wir unter hohen Bäumen, die Sonne findet einen Weg, die Sonnenkollektoren zufriedenzustellen, was wollen wir mehr! Nochmals: die Ruhe hier ist unbezahlbar! Ein Grossandrang herrscht hier (noch) nicht, es ist Donnerstag. Wir erholen uns von der Hitze, dem Lärm und der schlechten Luft. Abends kühlt es rapide ab, draussen sind wir zwei nicht anzutreffen. Es gibt Spargelrisotto, danach YT und Musik….und Ruhe.

8° zu 11°, die Gasheizung muss her. Um 9:00 Uhr kriechen wir aus dem halbwarmen (hatte gegen den Morgen gefroren) Bett und schauen, was der Tag so bringen wird. Er bringt Ärger: plötzlich will die Heizung nicht mehr heizen, Luft gibt’s, aber nur kalte. So frühstücken wir halt bei lauschigen 17° und diskutieren, was wir tun könnten. Sicherung raus und wieder rein, warten auf Sonnenlicht (die Batterie ist etwas schwachbrüstig), Motor an, nützt alles leider nichts. Die Gebrauchsanweisung, wohl wörtlich aus dem Chinesischen übersetzt, hilft uns auch nicht weiter. Zumindest suchen wir ein anderes, etwas sonnigeres Site. Nur eines bietet sich an, doch dieses beschert uns nach nur einer halben Stunde erneut tiefsten Schatten. Es ist übrigens strahlendblau, der Rauch ist weg und die Temperatur mächtig gesunken. So stellen wir unser Gefährt auf den sonnigen Picknickplatz und verbringen so den Tag. Draussen erneut Wetterwechsel, alles ist im Nu weiss, nicht Schnee, nur dichte Wolken. Zwei Stunden später ist wieder Sonnenschein und blauester Himmel auf dem Programm. Freitagnachmittag: es trudeln diverse Mitcamper ein und lassen sich in relativ naher Nähe zu uns ein. Doch ausser Kindergeschrei passiert nichts, Lagerfeuer sind auch hier strikte verboten. Des einen Freud, des anderen Leid, wir sind erstere! Kurz vor Apéro fahren wir dann zurück auf unser schattiges Site. Es wird relativ schnell recht kühl, kann uns nur Recht sein, der Lärmpegel wird wohl dann auch sinken. Jawohl tut er, wunderbare Ruhe, klare Luft und ein gutes Abendessen, was will man/frau mehr. Der Platz hier übrigens auf 1,500 Meter ü.M. Nachtruhe ist bei kühlen 16° um 22:30 Uhr.

22. August 2018 – Prosser, WA

Wieder eine herrlich ruhige und kühle Nacht. Doch dies wird sich heute sicherlich ändern. Der Wecker ging bereits um 7:00 Uhr, etwas arg früh, wir hängen noch eine Viertelstunde an unseren wohlverdienten Schlaf. Die Luft wieder schlechter, der Wind fehlt. Ab geht die Reise, natürlich erst nach gemütlichem Morgenessen. Die Innentemperatur beträgt magere 16°, doch wir lassen die Finger von der Heizung. Bis wir startklar sind, ist auch die Temperatur bei 19° angelangt. Ein erster Halt wieder am Ricksecker Point, doch die Aussicht auf Tahoma ist einiges trüber als gestern, trotzdem mache ich ein Pano oder auch zwei. Dann weiter zu den Reflection Lakes, der fehlende Wind könnte heute zu meinem Vorteil sein. Die Sache hier oben sieht ein wenig besser aus, allerdings ist die Spiegelung nicht übermässig gut, aber man nimmt, was man kriegt. Es kann weiter gehen, nun den recht steilen Stevens Canyon hinab. Die Luft wird immer schlimmer, das White Pass Feuer muss wohl noch wüten. Immer tiefer führt die recht gut ausgebaute Strasse, wie verlassen den Park am  Stevens Canyon Entrance. Nun geht’s am Ohanapecosh Camping (188 sites)  vorbei, tief im dunkeln Wald. Dann wechseln wir bald rüber auf die Strasse Nummer 12, diese bringt uns rauf auf den White Pass (4,500’). Die Sicht wird immer schlechter, in der Schweiz würde man dies Nebel nennen. Hier wohl eher dicker Rauch. Solch dichten Rauch haben wir bis dato noch nie gehabt/erlebt, der Vordermann ist kaum zu sehen, ebenso wenig die entgegenkommenden Fahrzeuge. Doch zumindest ist die Strasse noch offen. Das Dorf White River ist erreicht, hier ist mächtig was los. Dutzende Zelte stehen in den Wiesen herum, ein emsig Treiben herrscht. Als dieser Aufwand, um das (noch) nicht sehr grosse White Pass Feuer, auch Miriam Feuer genannt, unter Kontrolle zu bringen. Blöderweise ist nebenan nochmal ein Feuer entfacht, Arbeit haben die Feuerwehrleute mehr als genug! Auf der Talfahrt wird der Rauch wieder enorm dicht, wie Nebel im November in der CH!! Wir passieren angeblich den Rimrock Lake, ein recht grosses Gewässer, doch wir sehen nichts. Dann geht es immer dem breiter werdenden Tieton River entlang runter nach Naches. Obst ist hier Kaiser, nicht nur König. Die Strasse wird nun zur Autobahn, wohl auch nötig bei dem starken Verkehr. Yakima ist erreicht, wir suchen einen Walmart und finden ihn auch. Dieser aber eher durch- bis unterdurchschnittlich. Wein gibt’s nicht! Leider ist auch hier unten die Luft mehr als nur trübe. Weiter geht die Fahrt auf dem Freeway #82 südostwärts, Ziel ist Prosser. Ursprünglich wollten wir ja nach Toppenish, doch der dortige RV Park scheint nicht mehr zu existieren. Die Fahrt trübe und langweilig. Landwirtschaft, Obst- und Weingärten, soweit das Auge in dieser schlechten Sicht schweifen kann. Unsere heutige Adresse: Wine Country RV Park. Gelegen am Merlot Drive. Wieso macht man hier in diesem Glutofen Wein und wer trinkt in dann auch? Das Park Office ist vollgestopft mit lokalen Weinen, leider, ausser einem (USD 25!) ohne Preise. Wir bezahlen die sehr mässigen USD 37.82 und kriegen dafür einen rechten Stellplatz, natürlich ist die Autobahn in allernächster Nähe und nur wenige Meter hinter uns weiden auch Kühe. Doch die Facilities sind eines Hotels würdig, allererste Sahne! Das WiFi ist nicht schlecht und für die herrschende Mordshitze können die Leute hier nichts dafür. So muss die Klimaanlage für die nächsten paar Stunden in Betrieb genommen werden. Es kommt ein leicht kühlender Wind auf, Apéro gibt’s draussen, nach 20:00 Uhr auch das erste Glas Rotwein. Der Verkehr ist ohrenbetäubend! Ohropax ist unvermeidlich. Um 22:30 Uhr ist es angenehme 24° und wir machen Sendepause.