29. und 30. September 2014 – Idaho Falls

Ich fasse diesen beiden, wettermässig schlechten Tage zusammen. Viel wird nicht unternommen. Der Campingplatz ist recht angenehm, doch herrscht ein emsig Kommen und Gehen. Ab und an taucht auch schon mal ein Rental auf, wohl auf der Durchreise vom/zum Grand Teton oder/und Yellowstone National Park. Jackson, WY, wäre gerade mal 90 Meilen weiter östlich, doch wir beobachten das Wetter genauestens (zumindest im Internet) und die Prognosen sind ernüchternd, so können wir getrost hier länger verweilen. Wir fahren kurz in die nahe Stadt, eigentlich wären die knapp 3 km (oneway) auch zu Fuss zu schaffen, doch der schwarze Himmel rät von diesem Unterfangen ab. So schlendern wir in reichlicher (10° C.) Kälte durch die historische Altstadt von Idaho Falls, ganz 13 historische Gebäude sind anzutreffen, ganz nett anzusehen, doch für Fotos reicht’s nicht ganz. Um 11:30 Uhr verschwinden wir in ein Thai-Beizchen mit Namen Krung Thep (366 Shoup Ave, Idaho Falls, ID 83402). Die aufgetragenen Speisen nicht schlecht, wenn auch der letze Schliff und die Finesse fehlen. Um $34 ärmer geht’s zurück zum Gratisparkplatz (mitten in der Stadt!) und weiter in den nahen WalMart. Leider werde ich schwach und kaufe erneut eine Festplatte, meine Phobie plötzlich all meine Bilder/Musik zu verlieren nötigt mich fast dazu….. Der Laden gross, neu und gut ausgestattet, 20% Rabatt auf Wein, wenn man 6 Flaschen kauft. Dies muss man uns nicht zweimal sagen! So kommt die Flasche Yellow Tail auf $5, Preise/Leistung wohl unschlagbar. Zurück auf dem Camping erst einmal ein Redd’s und dann leben wir halt so vor uns hin. An beiden Nachmittagen/Abenden füllt sich jeweils der Platz recht gut, am nächsten Morgen sind die meisten dann schon wieder weg. Wieso diese Eile, die meisten sind ja auch wie wir im Ruhestand? Gegen Abend des 29. klart es unvermittelt auf, vielleicht ist es ja bereits morgen schön(er). Doch in der Nacht zum 30. dann wieder Regen und am Morgen ist der Himmel grau in grau, die Temperatur klebt an der 10° Marke (draussen, drinnen angenehme 22°). Wir planen die nächten paar Tage, lassen aber vieles noch vage im Raum stehen, alles hängt vom Wetter ab…..

...kalt wird's werden.....

…kalt wird’s werden…..

28. September 2014 – Idaho Falls

Noch regnet es nicht….aber der Himmel lässt nichts Gutes erahnen. Wir nehmen, wie so immer, die Sache gemütlich. Ein kurzer Telephonanruf nach Bülach, alles mehr oder weniger OK, lässt man uns wissen. Um 10:30 Uhr fahren wir die paar Meilen (50 an der Zahl) hoch nach Idaho Falls. Die Gegend ziemlich flach und langweilig, alles ist hier Landwirtschaft und dem gutmütigen Snake River zu verdanken.  Der Himmel ist völlig ‚zugewolkt’, nur eine Frage der kurzen Zeit, wann der nächste Regen auf uns niedergehen wird. Unser erstes Ziel ist die Grand Teton Mall, obwohl die Grand Tetons noch ein ganzes Stück von hier entfernt sind, ich würde schätzen etwa 70 Meilen. Die Mall öffnet erst um 12:00 Uhr, heute ist Sonntag und man/frau ist im Tempel oder der Kirche. Natürlich haut uns der Shopping-Tempel nicht um, immer die gleichen Läden versuchen Kunden zu ködern: Sears, Macy’s, Dillard’s, Barnes & Noble und natürlich die allgegenwärtigen Kleiderläden. Ich kaufe/brauche nichts. Nach verdrücktem Mittagsmahl nehmen wir den ersten RV Park (Sunnyside Acres) unter die Lupe, 4 Meilen entfernt, in einer besseren Wohngegend, so der erste Eindruck. Doch schaut man genauer, ist dies wohl eher ein Trailer Park mit ein paar Sites für eilige, einmalige Durchreisende. Es geht zum nächsten, Snake River RV Park & Campground, wie der Name vermuten lässt, unmittelbar am Fluss gelegen. An der Aufmachung zu schliessen, wohl ein Ex-KoA, aber der Platz & sanitären Anlagen sind sauber, der Preis, wie immer an der $35 Marke, vertretbar. Einmal eingerichtet, will ich schnell auf die Toilette und komme 20 Minuten später wieder zurück….kaum aus dem Camper, geht die Sintflut nieder, begleitet von Blitz und Donner. So sitze ich in der Laundry und harre der Dinge, die da kommen mögen, am liebsten kein Regen mehr. Dieser hört leider nicht auf, lässt nur kurz an Intensität nach und ich kann den nassen Sprung zurück in die warme Stube wagen. Der Kies/Gras Platz ist mittlerweile übersät mit riesigen Pfützen, trockenen Fusses schaffe ich es nicht. Wir haben Stubenarrest, doch wir geniessen diesen, ein Redd’s dann und wann und wir haben unseren Frieden hier in der 60,000 Seelen Stadt auf 1,400 Meter Höhe. Schnell etwas aus Wikipedia:

The top five ethnic groups in Idaho Falls are:

  • English – 22%
  • German – 16%
  • Irish – 7%
  • Mexican – 5%
  • Swedish – 4%

27. September 2014 – Pocatello

…der Regen!! Und noch immer regnet es, alles ist grau in grau, die Wolken hängen tief und an ein baldiges Aufklaren ist kaum zu denken. Etwas ratlos sitzen wir in der trockenen Stube und beraten. Wir entschliessen uns für Aufbruch, rüber nach Pocatello. Die 40 Meilen müssen im strömenden Regen bewältigt werden, ein richtiges Sch….wetter. Ein erster Halt gilt einem Fred Mayer, seit fast 20 Jahren haben wir keinen mehr besucht. Der Laden gross, die Auswahl etwas gehoben, ebenso natürlich die Preise. Dann ein längerer Blick auf die Wetteraussichten für die kommenden Tage: ernüchternd bis erschreckend! Der Regen bleibt und die Temperaturen fallen weiter. Nach verspiesenem Lunch geht’s nochmals zu Freddie’s, wir bunkern noch Wein, soll es doch irgendwann wieder runter ins eher trockene/teure (Wein-mässig!) Utah gehen. Entschluss für heute ist gefasst: wir nisten uns wieder, trotz Güterzug-Lärm, auf dem Cowboy RV Park ein, erneut werden $34.21 fällig. Nur heuer bockt das WiFi, eher unangenehm bis saumässig störend! So verbringen wir den Nachmittag und den Abend drinnen, während es draussen regnet und heftig windet.

...so sah es gestern aus, heute alles grau in grau

…so sah es gestern aus, heute alles grau in grau

Religionszugehörigkeit der Einwohner von Pocatello (aus Wikipedia):

25.und 26. September 2014 – Massacre Rocks S.P.

Ich fasse zwei ähnliche Tage zusammen. An beiden geht es um 6:30 Uhr in der Früh los und an beiden komme ich zufrieden gegen 9:00 Uhr zurück in die warme Stube. Es muss unsere Neusterwerbung zum Einsatz kommen, es ist jeweils recht kühl am Morgen. Es soll ja auch eine Kaltfront runterziehen und die Temperaturen mächtig purzeln lassen. Tatsächlich ist es am 26. etliche Grade kühler, doch die Sonne scheint und ein paar harmlose Wolken segeln über den blauen Himmel. Natürlich machen wir uns auf je eine Wanderung pro Tag. Die Wagenspuren der Oregon Siedler muss man einfach gesehen haben…aber der Weg ist das Ziel, die angeblichen Wagon Ruts  schauen etwas unglaubwürdig aus. Am zweiten Tag wandern wir dem Snake River entlang flussabwärts, nichts spektakuläres, doch es tut gut in dieser Landschaft zu marschieren, heute hat der Wind gedreht und die Autobahn ist nur noch als entferntes Brummen zu hören. Eine Wohltat! An den Nachmittagen jeweils Ausruhen & Lesen, ich Panos zusammenschustern. Es ist 15:00 Uhr und 10 Grad kälter als gestern, nicht, dass ich friere, aber doch ein grösserer Unterschied (von 33° auf 23°). Die weitere Routen ist noch unklar, erst einmal abwarten, was die Kaltfront bringt und wie lange diese gedenkt zu regieren. Trotz Freitag ist hier noch nicht der übliche Jahrmarkt im Gange…eben doch der hohe Preis? Am späteren Nachmittag zieht die Kaltfront wirklich schnell rein….der Himmel ist im Nu mit schwarzen Wolken verunziert, doch der Regen lässt auf sich warten.  Ein, zwei Tropfen und die Front macht sich nach Osten auf, wird wohl den Grand Teton N.P. heimsuchen. Die Freude ist von kurzer Dauer, eine weitere schwarze Wand kommt auf uns Wetterbanausen zu. Diesmal gibt’s nun wirklich Regen und nicht zu knapp. Schön, wer ein Camper sein eigen nennen kann, in einem Zelt wäre es wohl gar und ganz ungemütlich. Der Platz ist praktisch leer, dies trotz Weekend, OK das angekündigte schlechte Wetter wird wohl den einen oder andern davon abgehalten haben, hier draussen zu campieren. Der Regen endet, ein paar Sterne kommen zum Vorschein, aber es ist merklich kühler/kälter geworden. Den Abend verbringen wir wetterbedingt drinnen, es ist richtig ‘heimelig’ in unserem rollenden und vor allem trockenen Heim. Um 22:00 Uhr kommt dann der ganz grosse Regen, welcher praktisch die ganze Nacht über anhält. Oben im doch relativ engen Alkoven ist das Regen-Getrommel ziemlich ausgeprägt, doch der Schlaf siegt.

Der hier etwas träge Snake River im Morgenlicht

Der hier etwas träge Snake River im Morgenlicht

24. September 2014 – Massacre Rocks S.P.

Einmal mehr ist keine Eile angesagt, unser heutiges Ziel ist der nahe Massacre Rocks State Park, westlich von American Falls. Es herrscht eine Aufbruchstimmung, als ob man weiter im Westen gratis Land verteilen würde. Je älter die Leute sind, desto eiliger haben sie es. Wir machen eine Einkaufsstopp bei Albertons, der Laden nicht umwerfend, die Weinauswahl jedoch schon. Doch wir bleiben bei unserem Yellow Tail, den man auch hier zu $6.99 die Flasche erwerben kann. Dann ein Tankstopp, dieser jedoch bereits ausserhalb von Pocatello, wohl schon in Chubbuck. 88 Oktan ist recht teuer, $3.76 wollen schon berappt sein. Die Fahrt westwärts kann weitergehen, nun auf dem Freeway #86. 80mph sind erlaubt, für Lastwagen jedoch nur 70mph, in Utah unten konnten auch die Trucks 80mph donnern……auf diesen nicht sehr gut unterhaltenen Strassen, ich weiss nicht so recht. Nach 42 Meilen ist bereits wieder Schluss, wir erreichen den gewünschten State Park. Das Visitor Center ist geschlossen, so rätselt der eventuelle Camping-Kunde, wie viel hier wirklich abzuliefern sind. $28.32 plus $5 Eintritt pro Fahrzeug oder ist dies bereits im recht hohen Campingentgelt inkludiert? Der Camp Host sieht’s pragmatisch: Wenn Du über 55 bist, $16.66 pro Tag, ab Freitag dann $28.32, kurz und knapp. Wir wählen einen Stellplatz mit Sicht auf den träge vorbeiziehenden Snake River, die Gegend wäre wunderschön, doch der immense Verkehr der nahen Autobahn ist extrem störend. Es ist heiss und ein starker Wind bläst von Südost (daher das laute Verkehrsgeräusch). Wir sitzen draussen und geniessen die Landschaft, versuchen dabei die laute Autobahn zu verdrängen. Dann mache ich mich auf Erkundungstour, muss einen Platz für Morgen ausfindig machen. Der erste angepeilte, hoch über dem Fluss entpuppt sich als nicht ideal, ist doch die gegenüberliegende Felswand zu weit links. Ein Pano sähe ziemlich verzerrt aus. So mache ich mich eben auf nach links und versuche die Felsen in die Bildmitte zu kriegen. Ich mache drei Probepanos, welche ich dann auch sofort auswerte und danach meine Standortwahl treffen kann. Viel mehr läuft heute nicht, auch auf dem Camping ist nicht gerade die Hölle los, muss wohl am ungünstigen Preis- Leistungsverhältnis hier liegen. Die sanitären Anlagen, wohl sauber, haben bereits Jahrzehnte hinter sich und würden eine Rundumerneuerung sicher gut ertragen können. Der Platz wird nie und nimmer voll, kann uns nur recht sein, doch nebenan übt eine Mitcamper die globale Erwärmung zu beschleunigen. Der Rauch zieht, wie es Murphy so will, genau in unser Schlafzimmer.  Wir sitzen lange draussen und betrachten den grandiosen Sternenhimmel, es ist Leermond, keine störende Lichtquelle am rabenschwarzen Himmel…..

 

23. September 2014 – Pocatello

Das Wetter scheint gut zu sein, den Teil des Himmels, den wir einsehen können ist knallblau. Wir müssen die laute Heizung in Betrieb nehmen, ist es doch etwas arg frisch für uns. Der Entschluss ist gefasst, heute muss eine Elektroheizung her. Wir finden unseren Weg zurück auf die Strasse #40 in Heber City und kurven, immer im dichten Verkehr, nordwärts. Es geht in die Höhe und kurze Zeit später gleich wieder talwärts, dann wieder ein Hügel und wieder bergab bis wir auf den Freeway #80 treffen, hier dann mein erster grosser Patzer: ich lotse gen Westen, Salt Lake entgegen, während es in Tat und Wahrheit ostwärts, Richtung Cheyenne gehen sollte. So verfahren wir ein paar unnütze Meilen bis zur nächten Ausfahrt, drehen um und schon ist der Schaden behoben. Die Fahrt eher langweilig, der Verkehr eher dicht. Bei Echo dann kann ich meine Kartelesekünste wieder unter Beweis stellen, diesmal geht’s westwärts auf den Freeway #84, ansonsten wären wir wirklich bald in Wyoming gelandet. Die Gegend wird nicht viel ansprechender, was bleibt, ist der Verkehr. Bald haben wir die Wasatch Range überwunden und landen in Ogden. Hier nun das volle Programm: alle erdenklichen Konsumtempel auf engsten Raum gleich neben dem Freeway. Ein erster Halt gilt, fast schon Tradition, einem WalMart. Tatsächlich findet sich eine erstaunlich grosse Auswahl an Elektroheizungen. Lange wird diskutiert, dieser oder jener, oder doch der andere….Wir entscheiden uns für einen Infrarotstrahler mit leisem Gebläse (man denke an unsere empfindlichen Ohren) für $59. Diesen Model sei letzte Nacht (!) erst eingetroffen, wird uns an der Kasse mitgeteilt. Dann rüber zum Dollar Tree, wir brauchen Batterien, hat das Öfeli doch eine Fernbedienung (man wird älter & bequemer….). 8 AAA Batterien sind für eben einen $ zu haben, im billigen WalMart einiges teurer. Noch kurz eine Kleinigkeit gegessen und die Fahrt nordwärts kann weitergehen. Wir sind nun auf dem Interstate 15, zusammen mit tausenden anderen auch. Die Wasatch Front (von Brigham City bis runter nach Provo) ist sehr dicht bevölkert, der Rest von Utah ist ja meist Wüste oder Berge & Wald. Wir nähern uns Idaho, die Landschaft sieht nicht anders aus, die Strasse vielleicht eine ganze Spur schäbiger, aber die allgegenwärtigen Mormonentempel bleiben. Wir machen halt bei Malad City, einem Rastplatz mit Info-Center. Die gebotene Info ist etwas dürftig, dafür ist superschnelles WiFi gratis zu haben. So kann ich noch schnell meinen fehlenden Roadmaps runterladen & e-mails checken. Die lange Fahrt hat noch keine Ende, noch sind es etliche Meilen bis Pocatello (Pop. 54,000, elev. 4,460′). Um 16:30 Uhr sind wir am Ziel: Cowboy RV Park, ziemlich mittig in der ansehnlichen Stadt gelegen und knappe $35 teuer (10% Good Sam!). Der kleine Laden ist sehr gut besucht, etliche Dauercamper und natürlich die neuerdings allgegenwärtigen brandneuen und riesigen Class A Motorhomes. Die sanitären Anlagen sind klein, aber sauber, ab und zu kläfft  ein Hund und leider allzu oft hupt eine Diesellok unüberhörbar vor sich hin. Der Güterzugsverkehr hier ist enorm, was wohl so alles transportiert wird? Ansonsten wird der Abend ruhig, wir essen draussen und geniessen den wohlverdienten Feierabend. 350 Kilometer wurden heute abgespult.

22. September 2014 – Wasatch S.P.

Der Himmel ist einiges freundlicher als gestern, doch tummeln sich zahlreiche Wolken an diesem herum. Wir bleiben noch einen Tag, vielleicht küsst mich ja noch die Herbstlaub-Muse. Nach einem gemütlichen Morgenessen schlendern wir zur Zahlstation, wo, oh Wunder, erneut niemand anzutreffen ist. Wir inspizieren noch den Cottonwood Loop, den untersten der insgesamt drei und treffen dort auf eine State Park Angestellte (natürlich im Auto sitzend und nicht zu Fuss…..), diese knöpft uns dann die fälligen $25 ab, bedankt sich und braust wieder los. Was all die Angestellten hier den lieben, langen Tag zu tun, entzieht sich unserer Kenntnis. Eines ist jedoch klar: möglichst viele Meilen in ihren riesigen Pick-ups zurücklegen. Wir machen uns auf die einzige Wanderung hier, einen neuangelegten Weg in die nicht mehr ganz so farbigen Hänge hoch, meinen ‘alten’ haben sie wohl in  Rente geschickt. Da und dort meine ich ein Sujet entdecken zu können und zücke die Kamera. Der Himmel über uns, resp. dem nahen Park City wird immer schwärzer. Den Retourweg erledigen wir in leicht erhöhtem Tempo…Der Himmel öffnet seine Schleusen doch nicht, aber richtig schön wird es auch nicht. Zurück im Camper dann Lagebesprechung: wohin weiter? Machen wir den Mount Nebo Loop von Payson runter nach Nephi, immer in der Hoffnung, auf noch farbiges Herbstlaub zu treffen oder lassen wir diese Idee sausen und kurven stattdessen doch nach Idaho rauf. Idaho kriegt den Zuschlag dank zwei Vorteilen: Wärme und dem Massacre Rocks State Park am idyllischen Snake River. Der Camping ist heute weit besser besucht, als gestern Sonntag. Doch es ist sehr ruhig, klar, wir sitzen ja auch drinnen und hören so keinen eventuellen Krach eventueller Nachbarn. So geht auch dieser Tag zu Ende und ein gutes Abendessen erwartet den zufriedenen Camper.

Herbstlaub-Komposition, das meiste Rot ist jedoch bereits verblasst...

Herbstlaub-Komposition, das meiste Rot ist jedoch bereits verblasst…

...und noch eins

…und noch eins

....und noch ein drittes

….und noch ein drittes

21. September 2014 – Wasatch Mountain S.P.

Die Sonne weckt uns nicht…… Der Himmel ist ziemlich verhangen, wer hätte dies nach dem/r gestrigen perfekten Abend/Nacht gedacht! Morgenessen gibt’s den Umständen entsprechend, es regnet leicht, drinnen. Wir räumen das Feld, wie so viele andere auch. Der Himmel gen Westen präsentiert sich tiefschwarz, heftiger Regen wohl nur noch eine Frage der kurzen Zeit. Dieser beginnt dann auch, als wir bei Jenson in die Hauptstrasse einbiegen. Und er begleitet uns, Meile für Meile, für Meile….obendrein noch langweilge. Wir erreichen Vernal, doch schon vor diesem erstaunlich grossen Dorf/Stadt ballt sich eine grössere industrielle Infrastruktur. Öl und/oder Schieferöl gibt hier den Ton an, unzählige brandneue Hotels/Motels aller nationalen Ketten wollen hier den gut bezahlten Ölarbeiter beherbergen. Wir machen halt bei einem Smiths’, mittlerweile auch zur Kroger Familie gehöhrend (wie City Market), der Laden kommt uns als sehr teuer rüber, muss wohl an den hohen Löhnen hier liegen. Weiter geht’s, die Stadt will kaum aufhören, überall schiessen neue Hotel- und Restaurantbauten aus dem Boden. Nach etlichen langweiligen  und vor allem nassen Meilen, es regnet, was das Zeug, resp. der Himmel hergibt, erreichen wir Duchesne. Hier hat man vom momentanan Energieboom nichts abbekommen, ein selten trostloses Kaff.  Die Strasse windet sich in die Höhe, langsam, aber stetig, der Verkehr, vor allem Tanklastzüge Richtung Ostutah, ist enorm, dabei ist heute Sonntag. Wir überqueren den Daniel’s Pass, immerhin 8,000 Füsse hoch und zum Teil mit schönen Herbstfarben ködernd. Doch der Regen & der Verkehr sind stark, es geht zu Tale. Ziel Heber City. Diese Stadt ist enorm gewachsen, aber unser letzter Besuch liegt ja bereits Jahrzehnte zurück. Im allgegenwärtigen WalMart hat es ‘unseren’ Elektroofen nicht, dabei ist es heute 20° kälter als gestern. Es findet sich auch kein Super K-Mart, dafür eine günstige Tankstelle. Kroger Kunden, wie unsereins, kriegen hier Mid-Grade (88 Oktan) für schlaffe $3.26, das günstigste Benzin bis dato! 30 Cent pro Gallone Rabatt dank der Mitgliederkarte von City Market! Doch das Tanken kommt auch so noch auf über $100 zu stehen! Wir kurven die restlichen paar Meilen nach Midway rüber, wollen wir doch auf dem altbekannten Wasatch State Park unterkommen. Kein Mensch am Empfang, so suchen wir uns ein freies Site, es hat, dank Sonntagnachmittag, genug davon, am Wochenende war er gemäss Anschlag voll. Es regnet, ich montiere den Poncho von Monticello’s Dollar Store ($4, stinkt fürchterlich nach Plastic) und wandere zurück zum Parkeingang, müssen doch die etwas an der Schmerzgrenze liegenden $25 abgeliefert werden. Das Geld in einen der üblichen gelben Enveloppe gepackt & eingeworfen und ich schlendere im Dauerregen zurück zum Site, eine kleinere Wanderung…..Da und dort erspähe ich eine Photogelegenheit, würde nur der Regen endlich nachlassen/aufhören. Nach einer Stunde ist Schluss mit der Sintflut und die Sonne will schon kommen, jetzt aber ‘hurtig’ ab in die Büsche mit der Kamera. Für den Moment bin ich zufrieden, muss mich zuerst an die neue, komplett andere Photolandschaft gewöhnen: überall Bäume mit farbigen (aber nicht knalligem) Laub. Das Rot hier habe ich weitaus röter/satter in Erinnerung, mal schauen, was der morgige Tag bringt. Wir machen es uns in unserem Heim gemütlich: fein Essen, Musik hören und eine Flasche Rotwein zwappen! Um 21:15 Uhr steht das Temperaturduell 13° zu 20°, letztere Zahl natürlich die Innentemperatur, ohne Heizung, versteht sich.

 

20. September 2014 – Dinosaur N.M.

Wieder weckt uns die Sonne, diesmal erst um 8:00 Uhr, nicht, dass diese später gekommen wäre, nein, wir hatten einfach den Vorhang gezogen und uns vor ungesunder Sonneneinstrahlung geschützt. Wieder die alte Leier von der Gemütlichkeit….aber es ist leider so. Nach vertilgtem Morgenessen und nochmaligem Bezahlen (wir verlängern unseren Aufenthalt hier um einen Tag) machen wir uns erneut auf eine Wanderung, ziemlich ähnlich, wie gestern, nur ohne den zweiten, anstrengenden Loop. Es ist mächtig heiss, keine gnädige Wolke würde uns schützen, auch der Wind lässt uns im Stich. Doch wir halten durch, sind ja nur drei Stunden, aber schöne. Kurz nach 13:00 Uhr sind wir zurück und ich brutzle ein knusprige Rösti draussen auf meinem Ein- Brenner Herd der Firma Coleman. Den Nachmittag verbringen wir mit Schattensuchen, wird dieser doch immer rarer. Drinnen ist es momentan 27°, alle Fenster zu, während draussen das Thermometer immer noch im Steigen begriffen ist, die 30° Marke schon Schnee von gestern. Zur Info: 69% der Staatsfläche von Utah gehören dem Federal Government in Washington, Land dass Utah nicht wollte und nun ist es einen Haufen Kohle, resp. Öl wert……Zwei Stunden später ist es 33°, die Sache mit der extrem guten Isolation muss also etwas relativiert werden, 2° Unterschied zu draussen ist nicht alle Welt. Am späteren Nachmittag gibt es unmittelbare Nachbarn, beide hoffnungslos dem Generator-Teufel verfallen, die beiden Knatterkisten dröhnen & stinken stundenlang vor sich, derweil man/frau sich auch schon mal am Campfire Programm amüsiert/informiert. Um 17:00 Uhr marschiere ich in der sengenden Hitze 25 Minuten die Strasse hoch, von oben soll der Aus/Anblick auf die Steinformationen noch besser sein, stelle ich mir zumindest vor. Doch ich bin nicht all zu sehr angetan vom eindrücklichen Panorama, wirkt ziemlich flach, kein Vordergrund gibt dem Bild benötigte Tiefe. Nach einem Probepanorama geht’s zurück, retour nur noch 20 Minuten, da bergab. Ich vergleiche die beiden Aufnahmestandorte am Computer und meine Vermutung findet Bewahrheitung: der Blick von oben ist zu flach! So werde ich kurz vor 19:00 Uhr wohl wieder zum nahen Fluss marschieren und mein Glück dort erneut versuchen. Gesagt, getan, Abendessen wird auf 20:00 Uhr verschoben. Die Stimmung wird gut, die Felsen einigermassen orange, aber es fehlt die gestrige Dramatik mit roten Wolken am Himmel…..Nach getaner Panoramiererei geht’s sofort ans Abendessen brutzeln: Ahi Steak (Herkunft: City Market, resp. Indonesien). Die Fischdinger schmecken sehr gut, dazu Koriander-Couscous, ein gelungenes, wenn auch spätes Abend/Nachtessen. Nebenan dröhnen weiterhin die ekelhaften Generatoren, solche Leute haben hier in der wunderbaren Landschaft/Einsamkeit nichts zu suchen! Wir schnappen unsere Campingstühle und dislozieren ans Ufer des Green River, eine Wohltat: Ruhe und Sterne zu Tausenden, so schlürfen wir einen anständigen Tempranillo aus Spanien und warten auf Sternschnuppen. Gegen 21:00 Uhr, es ist mittlerweile recht kühl geworden geht’s zurück in den Camper. Tatsächlich lässt einer dieser I…… um 21:40 Uhr seinen Generator nochmals an (Ab 21:00 Generatorverbot!). Doch hat er nicht mit einer energischen Frührentnerin/Lehrerin gerechnet: ein heftiges Klopfen an die Campertüre und ein autoritärer Satz genügen und es ist wieder Ruhe auf dem Platz.

 

Gesamtübersicht des Platzes am Green River, aber im grellen Mittagslicht

Gesamtübersicht des Platzes am Green River, aber im grellen Mittagslicht

19. September 2014 – Dinosaur N. M.

In der Nacht hat es angenehm abgekühlt, wir schliefen wir die Herr/frau-Göttlein. Um 7:15 Uhr weckt uns die aufgehende Sonne, doch nur kein Eile. Es hat ein paar störende Wolken am Himmel, doch die Temperatur ist bereits jenseits der 20° Marke, nicht viel jedoch. Frühstück logischerweise draussen, dann ist aber Schluss mit Rumsitzen, Wandergaloschen montiert und ab geht’s, Ziel zuerst der Split Mountain Campground, etwas mehr als eine steile Meile, immer hoch über dem Green River entlang. Dies eher ein Saumpfad oder Wildwechsel, als ein anständiger Wanderweg, doch die Aussicht ist wunderbar und es weht ein kühlender Wind. Wir erreichen den besagten Camping, aber hier sieht es aus, als ob seit Jahren niemand mehr campiert hätte, überall wuchert Gras zwischen dem altersschwachen Asphalt, die Natur erobert sich ihr Territorium zurück. Tatsächlich ist dieser Teil des Campimgs gesperrt und der andere Teil nur für Gruppen ($25 & $10 Reservation!). Hier lässt man auch Wasserfahrzeuge jeglicher Art in den Green River, natürlich keine Motorboote…..Wir wandern weiter, der Weg geht bergauf, ebenso die Temperatur. Der Trail nennt sich Desert Voices und kann mit dem Sound of Silence Trail zu einem grösseren Rundweg ausgestaltet werden. Natürlich wollen wir die grosse Tour machen, was kümmert uns die mittlerweile brutal auf uns niederbrennende Sonne. Der Pfad, Weg wäre übertrieben, geht bergauf und bergab, zwischen, über und unter Sandsteinfelsen durch, eine schweisstreibende und längere Wanderung, als angenommen. Doch wir meistern die uns selbst auferlegte Prüfung, wenn auch mit hochrotem Kopf auf der letzten, anstrengenden Meile. Wir genehmigen uns ein Redd’s und ruhen danach wohlverdient aus. Der Himmel ist mittlerweile mit vielen Wolken übersät, so haben wir zumindest nicht mehr die pralle Sonne auf unserer, resp. des Campers Breitseite. Der Platz scheint heute voller zu  sein, muss wohl am Wochenende liegen. Ich brutzle ein Flank Steak, nicht schlecht, dazu gibt’s Kartoffelstock in der Mikrowelle aufgewärmt. Dazu müssen wir logischerweise den Generator laufen lassen, hat man uns doch aufgetragen, diese Knattermaschine einmal im Monat laufenzulassen. Das Ding springt nur widerwillig an, doch dann produzieren auch wir einmal Krach. Nach knapp 10 Minuten haben wir die Nase voll, das wär’s, das nächste Mal dann Ende Oktober! Andre Mitcamper haben da weit weniger Skrupel oder sind bereits schwerhörig, ein zum Glück weiter entfernter Zeitgenosse lässt seinen Krachmacher schon seit Stunden ununterbrochen die hier sonst herrschende Ruhe vergewaltigen. Abends dann die Lagerfeuer, nichts gegen ein Feuer, aber massiv stinkenden Rauch zu produzieren, wie zwei Deutsche unmittelbare Nachbarn, ist schon an der olfaktorischen Schmerzgrenze. Die Schlafzimmer (…eher Kojen) Fenster müssen geschlossen werden, an einer Rauchvergiftung zu sterben riskieren wir nicht. Ein schöner Tag findet sein Ende, dies kurz nach 22:00 Uhr.

...eine etwas interessantere Abendstimmung heute.

…eine etwas interessantere Abendstimmung heute.