24. November 2014 – Pomona

Holy Cow: 2° Aussen- und gerade mal 5° Innentemperatur! Jetzt hat uns die Kälte doch eingeholt. Der Himmel ist blau, wenn auch mit etlichen Schleierwolken verunziert. Heute wagen wir uns also in die Höhle des Löwen: Los Angeles, resp. Pomona. Die Fahrt auf den ersten 30, 40 Meilen ziemlich langweilig, danach nicht interessanter, dafür Städte am Laufmeter. In Lancaster machen wir einen längeren Shopping Halt, bevor wir noch tiefer in den immer dichter werdenden Grossstadtverkehr von Greater Los Angeles tauchen. Natürlich bietet sich ein WalMart an, riesengross und gestossen voll, es ist erst Montag…Dann weiter nach Palmdale, Santa Clarita und wir komen ins berüchtigte San Fernando Valley, der Hochburg der Porno-Industrie. Vorher erleben wir noch Los Angeles live: es überholt uns in unglaublichem Tempo ein grosses, weisses SUV, wechselt die Spuren, wo es gerade eine Lücke hat….dicht dahinter ein Polizeiwagen mit Blaulicht. Dann folgen noch, ohne zu übertreiben, 10 weitere Highway Patrol und Sheriff Schlitten, alle in besagten, unglaublichen Tempo. Eine veritable High Speed Chase ist hier im Gange. Erinnert mich an die O.J. Simpson Story vor über 20 Jahren…..Wir holpern weiter auf zum Teil sehr schlechtem Strassenbelag Richtung Pasadena, Arcadia, Azusa, Glendora und wie sie alle heissen mögen bis wir San Dimas erreichen. Hier geht’s weg vom extrem hektischen Freeway in den Frank G. Bonelli Regional Park. Den East Shore RV Park zu finden gestaltet sich etwas schwierig, das Kartenmaterial eher ungenau und der Park von riesiger Dimension. Doch wir finden den auf nobel machenden Camping und berappen zähneknirschend die geforderten $47 (dank Good Sam, sonst noch teurer). Das erste zugewiesene Site eine Zumutung, schiefer geht’s wohl kaum, obwohl geteert und mit feinem Rasen drumrum. Ich marschiere zurück ins Office und bitte um ein neues Site. Mehr oder weniger enthusiastisch wird meinem Begehren stattgegeben. Dieses Site nun etwas weniger schief, einen Teil des enormen Gefälles können wir ausnivellieren, doch noch immer stehen wir schief in der Gegend herum. Was soll’s, zuerst einmal ein R. genehmigen. Immerhin haben wir heute 150 zum Teil recht anstrengende Meilen abgespult. Dann inspiziere ich die nahen Facilities und mich trifft fast der Schlag. Wie in einem Gefängnis, spartanisch, abgekämpft und schmutzig!  Dann wollen wir schnell ins Internet, es müsste noch dies oder das abgecheckt/gebucht werden. WiFi gibt es, sicher, meinte die Receptionistin kühn, allerdings nur im Office und der Laundry. Aber weder noch funktioniert. Ach ja, die lakonische Antwort, momentan funktioniere es eben nicht….Welch überteuerter Saftladen!!!

23. November 2014 – Red Rock Canyon II

Die Nacht war wunderbar ruhig. Die Temperatur beim (späten) Aufstehen magere 6°. Holt uns doch die arktische Kälte ein, welche über weite Teile der USA regiert? So lassen wir uns Zeit mit der vorgenommenen Wanderung. Erst um 11:30 Uhr geht’s los, kein richtiger Wanderweg, einfach mehr oder weniger ziellos in die Gegend hinausgewandert. Die Landschaft ist nicht übermässig umwerfend, wieso der Park Red Rock Canyon heisst, wissen wir noch nicht, hier ist alles schneeweiss, gelb und lavamässig schwarz, von Rot keine Spur. Wir entdecken einen kleinen Slot Canyon, immer ein Freude, noch ein Durchkommen ist unmöglich zu eng, da müssten wir noch etliche Pfunde mehr abnehmen. Doch die gesamte Tour dauert dann doch drei Stunden. Zufrieden sind wir zurück an unserem Stellplatz und können draussen eine R. schlürfen. Der Wind macht heute Pause, kann uns nur recht sein. Erneut wird der Abend und die Nacht ruhig, aber einiges kühler als gestern.

22. November 2014 – Red Rock Canyon S.P.

Die Nacht war tatsächlich sehr laut, nicht zuletzt Dank des nicht enden wollenden Hundegeheuls. Es ist erstaunliche 6° kalt, draussen, versteht sich. Doch dem Elektoöfeli sei’s gedankt, drinnen haben wir angenehme 20°. Heute soll es nur ein paar Meilen südwärts gehen, der Red Rock Canyon State Park das Ziel. Die Fahrt ist kurz und langweilig. Der Ricardo Campground hat noch, trotz Samstag, genügend freie Sites zur Auswahl. Ein Stellplatz hier kommt auf nicht sehr günstige $25 zu stehen, geboten werden Pit Toilets, zum Teil nicht überdacht und geruchlich schon im roten Bereich. Plötzlich frischt der Wind kräftig auf, an ein Wandern, wie ursprünglich geplant, kann nicht gedacht werden. Wir haben Stubenarrest. Gegen 15:00 Uhr lässt der unangenehme Geselle nach und wir schnappen uns die Wanderschuhe und es kann losgehen. Nicht sehr Scenic die Landschaft hier, aber um die Füsse zu vertreten allemal gut. Doch der Wind meldet sich zurück, wir treten die Heimreise an. Wieder bei Camper zurück, ist der Wind weg und wir können uns ein R. in freier Wildbahn genehmigen. Unten beim mittlerweile geschlossenen Visitor Center stehen RVs Schlange um gratis ihre riesigen (…meiner fast schon 150 Gallonen, meint ein 5th Wheeler) Wassertanks zu füllen. Dies obwohl alle paar Meter eine Tafel auf die prekäre Wassersituation in Kalifornien aufmerksam macht. Man möge bitte nur das Nötigste an Wasser hier brauchen. Auch bezahlen diese Wasserdiebe natürlich nichts, die Ranger sind ja längst weg. Das Auffüllen würde mit $6 in Rechnung gestellt, Campierende bezahlen nichts (resp. ist in den erhobenen $25 inkludiert). Auch fürs Abwasserentsorgen wollen (als Nichtcamper) $15 berappt werden, doch die Dumpstation ist nur am Sonntag während ein paar Stunden offen. Der nahe OHV Lärm (vom angrenzenden BLM Land, wo gratis campiert werden kann, aber natürlich kein Wasser im Angebot hat…) nimmt gegen Abend glücklicherweise ab und wir haben wieder unsere angestrebte Ruhe. Es ist 15:45 Uhr hiesige Zeit und wir sitzen bereits seit längerem im Schatten, die Sonne geht sehr früh unter: 16:42 Uhr, Aufgang: 6:34 Uhr. Da passt uns Mountain Time schon besser….

21. November 2014 – Ridgecrest

Ich sichere mir den Preis für den grössten Deppen des Tages: hatte den Wecker nicht richtig gestellt und dieser (Naughty Pinky, diesmal) hat uns um 6:15 Uhr nicht aus dem Tiefschlaf gepiepst. Es ist 7:15 Uhr als ich die Augen öffne und mich ob der Helle des Morgens wundere. Schnell, rauf in die Alabama Hügel, vielleicht schaffen wir es noch, das erste Licht zu erwischen. Auf der Fahrt dorthin kommen wir dann in den Genuss des besagten Lichtes, wunderschön anzusehen, doch leider nicht mit der Kamera festgehalten. Auf halbem Weg springe ich praktisch aus dem fahrenden Mobil und stelle Stativ und Kamera am Strassenrand auf, das Licht ist himmlisch, doch der Vordergrund eher weniger. Weiter, rauf die letzten Meilen, Enttäuschung macht sich in mir breit, auch etwas Wut über meine Beklopptheit. Einmal oben, ist das schöne Licht weg und fades, gelbes Licht strahlt die Sierra Nevada an, na ja, ein andermal vielleicht. Es geht zurück auf den Camping (Checkout Time ist erst am Mittag) und ein Frühstück will verdrückt werden. Dann wieder ins Netz, Wetterprognosen studieren, Routen diskutieren. Bleiben wir oder nicht, etc. Wir bleiben nicht, sondern wollen runter entweder nach Ridgecrest (pop. 27,500, elev. 2,300’) oder doch in den Red Rock Canyon State Park. So kurven wir mit Nordwind im Rücken und der Sierra zur Rechten südwärts. Die Gegend wird leider ziemlich schnell langweilig, wüstenhaft kahl, die durchfahrenen Weiler meist Geisterdörfer, nicht gerade eine aufstrebende Gegend Kaliforniens. Wir müssen uns entscheiden, links nach Ridgecrest rüber oder rechts in den roten Canyon. Die Stadt lockt mit Thai Restaurant und WalMart. Also links! Hier hat es eine grosse Navy Base (Naval Air Warfare Center – China Lake). Die Stadt ist schnell erreicht, ebenso das Bangkok House. Es ist 11:30 Uhr hiesige Zeit und wir entern das kleine, etwas heruntergekommene Restaurant. Natürlich sind wir nicht die ersten/einzigen Gäste, der Amerikaner isst ja bekanntlich 24 Stunden am Tag. Das Buffet wäre für lächerliche $7.95 zu haben. Wie halten uns an die speckige Speisekarte und bestellen meine obligaten Thai Nudeln, dazu einen Beef Salad und eine Tom Ka Gai. Die Portionen sind riesig und schmecken ansprechend, erreichen aber nicht Idaho Falls Niveau. Die Buffet Gäste (es sind dies die meisten) schlagen sich wirklich den Wanst voll, gehen dann ein letztes Mal ans Buffet und bringen Unmengen von Futter zurück, dann werden Doggy Bags bestellt und die Riesenmengen an Futter fein säuberlich eingepackt, hat man noch Worte!!! Das ist ja noch viel billiger als bei McDonalds und Co. und dazu ist die Fressmenge nach oben unbegrenzt, Gier kennt keine Grenzen/Anstand. Wir fahren weiter in die relativ hektische Stadt und suchen den WalMart, vorher tanken wir noch nicht allzugünstiges Benzin ($3.29), es gäbe auch welches für $3.19. Im riesigen Konsumtempel vertreten wir uns die Füsse, das Mittagessen muss verdaut werden. Ich kaufe (erneut) 2 Paar Hosen, diesmal hoffentlich in der richtigen Grösse, die letzten beiden sind deutlich zu schlabberig (geworden!). Dann noch rüber zu Albertsons. Das Sortiment gut, aber die Preise eindeutig im oberen Niveau. Quartier machen wir weit ausserhalb auf dem Bertrand Mobil Home Park, $20 für einen Stellplatz in nächster Nähe zur Durchgangsstrasse, Facilities werden KEINE geboten. Ist ja nur für eine (laute) Nacht.

...doch noch ein Pano: Mount Whitney und Konsorten

…doch noch ein Pano: Mount Whitney und Konsorten

20. November 2014 – Lone Pine II

Trotz der Nähe zu schönen Bergen stehe(n) ich/wir nicht auf. Ein fauler Morgen ist angesagt. Da das WiFi ziemlich gut funktioniert (ausser wieder mal mein Web Site….) turnen wir halt im weltweiten Netz herum. Am Nachmittag fahren wir die Whitney Portal Road hoch, wenige Meilen nur und wir sind mitten in den Alabama Hills. Die Gegend macht Eindruck! Wir stellen unser Gefährt auf einen der zahllos vorhandenen Abstellplätze neben den ebenso zahlreichen Sand/Staubstrassen. Mein erklärtes Ziel ist der bekannte Granitbogen durch den man den Mount Whitney elegant ablichten könnte. Trotz langem Suchen gelingt das Unterfangen nicht, ich finde zwar einen grossen Felsen mit einem eher kleinen Loch, aber als Steinbogen kann ich dies nicht verkaufen. Aber auch vor 20 Jahren bin ich ziemlich zufällig an/über diesen Arch gestolpert, so möge man mir mein schlechtes Erinnerungsvermögen verzeihen. Macht trotzdem Spass zwischen, über und unter den skurrilen Steinformationen die Gegend zu erkunden. Der Himmel ist nicht über jeden Zweifel erhaben, ich glaube nicht, dass wir hier oben Boondocken. So kurven wir die wenigen, aber steilen Meilen runter ins Dorf und weiter zum RV Resort. Wir werden dann nochmals $36 fällig, doch Preis/Leistung scheint uns vertretbar zu sein. Am Abend ziehen immer dunklere Wolken heran, davon war aber nirgends die Rede. Hoffentlich ist es Morgen in der Früh klar, möchte ich doch ein Bild des höchsten Berges der ‘Lower 48’ machen, 4,421 Meter hoch soll dieser sein, trägt aber trotz dieser Höhe noch keinen Schnee. Der Abend wird ruhig, wie immer, perfekt für uns.

19. November 2014 – Lone Pine, CA

Um 6:30 Uhr meldet sich Pinky Benson zu Wort (oder Gepiep). Ich kläre die Wetter/Wolkensituation kurz ab. In einer Minute bin ich wieder im warmen Bett und heisse Pinky mit dem Gepiepse aufzuhören. Der Himmel ist total verhangen. Wir schlafen nochmals eine Runde, eine Stunde oder so. Dann blinzle ich kurz aus dem Schlafzimmerfenster und sehe die Panamint Range im besten Fotolicht. Sofort auf, Kamera und Stativ geschnappt und raus. Doch bis ich meine Siebensachen aufgestellt habe ist der Spuk schon wieder vorbei. Die Sonne kriegen wir heute nicht so schnell wieder zu Gesicht. So wird wohl nichts aus meinen Dünen, vielleicht nächstes Jahr. Wir machen uns auf gen Westen. Ziel Lone Pine (pop. 2,030, elev. 3,700’). Die Fahrt geht ziemlich schnell ziemlich steil in die Höhe. Von Null auf 5,000 Fuss in wenigen Meilen. Doch nun geht’s wieder bergab, das vor (oder unter) uns liegende Tal eine Miniausführung des Death Valley. Wir passieren Panamint Springs, hier wäre Benzin für lächerliche $6.19 pro Gallone zu haben (Lone Pine ist nur gerade 60 Meilen entfernt, kein Grund für diese Spinnerpreise….). Es geht über den nächsten Bergrücken, wieder etwa 4,000 Fuss hoch und dann endgültig in die Ebene des Owens Lake, resp. Lone Pine. Die Fahrt, oder vielmehr die Landschaft, gar nicht schlecht. Auch hat sich die Wolkendecke gelichtet und blauer Himmel wechselt sich ab mit schneeweissen Wolken. Aber es ist einiges kälter hier oben. Wir machen einen kurzen Stopp beim grossen Visitor Center und checken die Wetterprognosen. Diese sind eher durchzogen, doch in eine paar Tagen soll wieder ewiger Sonnenschein vorherrschen. Ein nächster Stopp gilt McDonald’s. Brauchen einmal etwas anders zu Futtern, als die ewigen Sandwiches oder mein Müesli. Vorher checken wir noch unsere e-mails, WiFi reicht bis auf den Parkplatz. Doch das Essen, Chicken Wrap (immerhin $10.12 teuer) vertilgen wir in den eigenen vier Wänden. Der allgegenwärtige und alles durchdringende Fettgeruch muss nicht unbedingt sein. Dann ein Besuch im eher unterdurchschnittlichen aber einzigen Grocery Store und es geht ein paar Meilen südwärts ins Boulder RV Resort. Ziemlich nahe an der Strasse und finanziellen Schmerzgrenze ($40, dank Good Sam noch $36). Geboten werden: ein einigermassen ebener Stellplatz, Cable TV Anschluss (!!), saubere, wenn auch kleine Facilities und endlich funktionierendes WiFi.  Die Sonne hat nun die Überhand, die Wolken stark in der Defensive, doch richtig warm ist es trotzdem nicht. Hausaufgaben stehen an: ein Flug von Tucson nach Las Vegas will gebucht sein. Kein Problem: $184 für zwei Leute inkl. Gepäck, dafür Abflug um 6:00 Uhr in der Früh und Ankunft (der einzige Direktflug!) um 6:20 Uhr. Achtung: Zeitdifferenz von einer Stunde! Dann ein Hotel für drei Nächte in Hobart für $521 gebucht….das Geld geht weg wie warme Semmeln. Danach, als wirkliche Ausnahme, lassen wir den Fernseher an und amüsieren uns mehr oder weniger an ein paar Episoden von The Big Bang Theory. Doch die Hektik macht uns ziemlich unruhig, bald schalten wir den Flimmerkasten wieder aus und geniessen unseren Wein und lesen noch ein paar Zeilen. Natürlich kommt das vernachlässigte Elektroöfeli zum Einsatz, ist doch die Temperatur im Sturzflug. Anmerkung: auch hier sind die Spritpreise frech: $3.39, der nationale Durchschnitt bereits etliches unter $3.00. Ein Bild des hinter uns in den Himmel ragenden Mount Whitney (4,421 Meter).

Mount Whitney im (verpassten) Morgenlicht

Mount Whitney im (verpassten) Morgenlicht

 

18. November 2014 – Death Valley V

Der Wind kam nicht, doch die Temperatur ist noch tiefer als gestern: 8°, 10° in unserer guten Stube. So muss kräftig aufgeheizt werden. Kein Problem, die Batterie ist voll und Propan haben wir noch genug. Um 8:30 Uhr (!) kriechen wir aus den warmen Federn und denken bereits an ein Morgenessen. Die Sonne scheint und heizt nun unser Gefährt von aussen rasch auf, die Heizung kann in den Ruhestand treten. Wir wollen dislozieren: Stovepipe Wells. Ich möchte den Dünen einen Besuch abstatten. Die 23 Meilen nehmen wir diesmal etwas gemütlicher als noch vor 2 Tagen, Zeit ist jetzt genügend vorhanden. Wir stellen unser Gefährt bei den Mesquite Flat Sand Dunes auf dortigen grossen (und ebenen) Parkplatz und wandern in die ziemlich entfernten Dünen hinaus. Natürlich sind alle Dünenkämme völlig zertrampelt, der Besucherandrang recht ansehnlich und jeder will natürlich so hoch hinaus wie möglich. Nach einer knappen Stunde auf und ab finde ich ein fast jungfräuliches Stück Dünenlandschaft und kann ein paar Bilder machen. Leider ist das Licht alles andere als ideal, aber die Landschaft ist trotzdem mächtig eindrücklich. Waren wir gestern noch in einem Wadi im Oman sind wir heute in der Sahara! Die Dünen sind, wären sie ohne menschliche Spuren, sehr schön anzusehen. Vielleicht bringt der spätere Nachmittag etwas mehr Biss in meine Bilder. Doch der Himmel bewölkt sich zusehends, aber wir werden sehen. Es geht auf den nahem Stovepipe Wells Campground. 190 sehr nüchterne Sites für $12 das Stück sind im Angebot. Die Anlage wirklich eine grosse, flache Kiesgrube, mehr nicht. Wir nehmen ein Randsite, um möglichst ungestört zu sein, doch der Platz ist sowieso praktisch leer. Bezahlen können wir nicht, die tollen Automaten (2 in der Zahl) sind kaputt und die Rangerstation hat geschlossen. Der Campground Host meint, die Ranger hätten keinen Bock die Campinggebühr einzutreiben, kein Wunder hat Washington kein Geld…….Der Himmel wird immer unansehnlicher, wir werden nicht nochmals zu den Dünen rüber fahren. Dafür besprechen wir detailliert die kommenden Tage, welche uns hier noch verbleiben und sind uns ziemlich schnell einig. In zwei Monaten werden wir bereits in Tasmanien sein…..die Zeit vergeht im Fluge (der sehr lang sein wird!). Ich möchte mein Dünenglück morgen in der Früh nochmals testen, hoffentlich sind die Wolken, von denen in den Wetterprognosen nie die Rede war, dann weg.

Dünenkamm in den Mesquite Flat Sand Dunes

Dünenkamm in den Mesquite Flat Sand Dunes

17. November 2014 – Death Valley IV

Oh, die Nacht war wunderbar ruhig, kein Wind, kein Gejohle oder Gejaule, aber dafür ist es noch knapp 10° draussen. Die Polarluft (hier natürlich ziemlich abgeschwächt) hat uns erreicht. Die Temperaturvorhersage für den Grand Teton: MINUS 16° maximum, MINUS 28° minimum. Da sind wir hier recht gut aufgehoben. Heute soll es allerdings nur gerade 20° warm werden, doch in den nächsten Tagen geht’s wieder aufwärts Richtung 25° Marke. Wir müssen die Gasheizung bitten, das Camperinnere auf erträgliche Temperatur zu bringen, 13° sind etwas arg wenig. Um 10:30 Uhr sind wir wanderbereit am Anfang des Golden Canyon. Einen ebenen Parkplatz konnten wir auch ergattern, doch der Andrang ist bereits stark. So wandern wir den wunderschönen Canyon hoch bis zur Abzweigung auf den Gower Gulch Loop (ab hier 3 Meilen bis zurück zum Parkplatz, bis hierher 1 Meile ab Ludi). Der Weg führt steil hinauf, die Landschaft einfach schön, wenn man Steine mag, wächst hier doch kein Grashalm. Was rauf geht, muss auch wieder runter, so auch wir. Dann wir die Wanderung etwas langweilig, immer in einem sehr breiten Bachbett. Doch kaum ist die Kritik verstummt wird’s wieder sappertonihaft eindrücklich. Das Bachbett wird enger, fast schon Slot Canyon mässig, man kriecht auch schon mal auf allen Vieren zu Tale.

Der Manly Beacon

Der Manly Beacon

Gower Gulch...die Farben sind echt!

Gower Gulch…die Farben sind echt!

das Ende der Gower Gulch

das Ende der Gower Gulch

Die letzte halbe Meile dann oberhalb der Durchgangsstrasse eher wieder unterdurchschnittlich für uns verwöhnte Stein-Enthusiasten. Wir kurven ins Visitor Center. Riesengross und auch der Besucherandrang ansehnlich. Der Furnace Creek Camping ist gleich nebenan: 136 topfebende, asphaltierte Sites, $18 der Preis, zusätzlich wären $12 für Full Hook-up fällig (18 Sites). Die Anlage scheint sehr neu und auch gut besucht zu sein. Aber hier darf man den Generator (7 to 7) knattern lassen, also für uns nicht sehr attraktiv. Nach verspiesenem Lunch fahren wir die zwei Meilen auf ‘unseren’ Camping zurück und setzen uns an die Sonne, die aber ihre liebe Mühe bekundet, mich warm zu halten. Auch weht immer noch, schwach zwar, der kalte Nordwind, welcher übrigens in der kommenden Nacht wieder auffrischen soll. Betreffend stetig sinkender Rohölpreise habe ich einen interessanten Artikel in der NYT gelesen: der Benzinpreis ist mittlerweile unter die $3 Marke gerutscht (Ausnahme: Utah und natürlich hier unten!). So hat der durchschnittliche Haushalt wieder mehr Geld zum Ausgeben, was auch getan wird: man rennt zum Autohändler und kauft einen grösseren (= less fuel efficient) Wagen. Oder, weniger absurd, man kauft mehr Weihnachtsgeschenke. Der Abend wird zu unserer Zufriedenheit sehr ruhig. Doch es ist etwas arg kalt, um lange in den Nachthimmel zu starren. So vertagen wir diese sonst angenehme Tätigkeit. Ende der heutigen Berichterstattung.

16. November 2014 – Death Valley III

Was für eine Nacht! Kurz nach 22:00 Uhr begann der Wind und zwar mächtig heftig. Der Camper schaukelt wie ein Schiff in Seenot. An tiefen Schlaf ist nicht zu denken, allerlei geht einem durch den Kopf, allem voran: es könnte was angeflogen kommen und den Wagen beschädigen. So hoffen wir, dass sich der ekelhafte Wind nach Sonnenaufgang verzieht. Dies ist entschieden nicht der Fall! Der kalte Nordwind bläst uns bis nach 13:00Uhr um die Ohren und rüttelt und schaukelt am Wohnmobil. Dann ist plötzlich Schluss, kein Lüftchen mehr, nix. Aber es ist kälter auch auch schon. Nun montieren wir die staubigen Wanderschuhe und machen einen kleinen Ausflug in die schöne Umgebung. Nach einer Stunde ist Schluss, wir wollen es ja nicht übertreiben. Redd’s ruft zum Apéritiv, wir gehorchen! Der Abend wird ruhig (zur wohltuenden Abwechslung). Wir sitzen noch, ziemlich warm eingepackt, draussen und warten auf die Leoniden, resp. den Meteoriten Schauer. Aber wir sehen keine einzige Schnuppe. Na ja, vielleicht morgen, wollen wir doch noch einen Tag hier anhängen.

15. November 2014 – Death Valley II

Wir stehen zeitig (7:15 Uhr, 6:15 lokal) auf und kurven gen Süden. Badwater soll das Ziel sein. Hier hatte ich einst eine eindrückliche Aufnahme der spiegelnden Panamint Range gemacht und hoffe nun, dies zu wiederholen. Nach 17 Meilen sind wir am Ziel und ich kann meine Hoffnung zu Grabe tragen. Bis auf eine kleine Pfütze ist alles ausgetrocknet! Nun ja, Kalifornien soll ja eine 14 jährige Dürre haben und wir sind hier schliesslich auch in Kalifornien. Trotzdem mache ich mich auf eine Fotosafari. Statt Wasser gibt es halt Salzkrusten in skurrilen Formen, auch recht fotogen. Diese Dinger liegen 85 Meter unter dem Meeresspiegel während der Hintergrund, die Panamint Range 3,350 Meter über Null ist.

Badwater...mit dem wenigen noch vorhandenen Wasser

Badwater…mit dem wenigen noch vorhandenen Wasser

Badwater.....ohne Water

Badwater…..ohne Water

Danach ein Frühstück vor Ort und nochmal ein kurzes Ausrücken, ich versuche eine Spieglung in der einzigen verbliebenen Minipfütze festzuhalten. Gelingt mir nicht ganz nach Wunsch….Die Fahrt geht nun wieder nordwärts, der Artist Drive bietet sich an. Keine Fahrzeuge über 25 Fuss sind auf der engen und sehr kurvigen Strasse erlaubt, wir sind ja nur 24 Füsse lang, also los geht’s. Die Farben und Formen einmal mehr eine Augenweide. Fotostopp! Ein nächster, diesmal längerer Halt gilt dem Golden Canyon. Einen anständigen, sprich ebenen, Parkplatz zu ergattern gelingt uns nicht. So steht der Wagen schief wie selten in der Landschaft, aber wir schalten zur Sicherheit den Kühlschrank aus. Wanderschuhe montiert und ab den pittoresken Canyon hoch. Überall muss ich wieder stehen bleiben, die Landschaft verdient es wirklich, abgelichtet zu werden. Natürlich kommen wir so nicht vom Fleck…..Es gäbe hier noch weitere Wanderungen zu machen, doch wir verschieben diese auf Morgen. Erschöpft aber zufrieden bin ich als letzter zurück beim schiefen Camper. Lunch genehmigen wir uns lieber auf dem nahen Campground, unser Site ist zumindest topfeben. Danach falle ich in einen kurzen Schlaf (wie kurz oder lang, weiss ich nicht so genau).  Es folgt ein kurzer Abstecher nach Stovepipe Wells, satte 23 Meilen nördlich von Furnace Creek gelegen. Leider dauerte mein Schlaf zu lange, sodass dieser Ausflug eher kurz gehalten muss. Spätestens um 16:00 Uhr will ich nochmals zu meinem gestrigen Standort hochkraxeln und mein Glück erneut panoramamässig versuchen. Die Fahrt rasant, die Gegend lauter nichts. In Furnace Creek wäre die Gallone Benzin für freche $4.35 zu haben, in Stovepipe Wells: $3.85!! Der riesige Camping allerdings (190 Sites, $12) kommt nicht sehr ansprechend daher, noch öder als unsere jetziger. So beschliessen wir noch eine Nacht zu verlängern und dann vielleicht eine Nacht hier anzuhängen. Man wird sehen. Die rasante Fahrt geht zurück, die Zeit drängt, ich muss/will den Berg hoch. Um 16:00 Uhr bin ich bereit und mache mich an den Aufstieg. Mit von der Partie etwas 50 Jugendliche, welche heute ebenfalls hier nächtigen werden. Der ‘Anführer’ bittet mich um geographische Auskunft: wo denn hier der Slot Canyon wäre. Ich zucke die Schultern und marschiere weiter. Zum Glück zieht die Horde links weg in die Ebene, ich habe wieder meine Ruhe. Leider ist diese von kurzer Dauer. Einmal oben alles aufgestellt, kommt die Gruppe unter mir vorbei, sicherlich eine Meile Luftlinie entfernt, doch ich kann jedes Wort verstehen, das in die sonst einsame Landschaft hinaus geschrien wird. Trotzdem werden die Berge ansprechend farbig, die Sonne geht ziemlich ‘sauber’ unter.

Funeral Mountains im Abenlicht

Funeral Mountains im Abendlicht (nur ein Ausschnitt des sehr breiten Panos)

Zufrieden marschiere ich zurück, dies tun im selben Augenblick auch die Youngsters und wir treffen uns wieder am Ort meines kalten Schulterzuckens. In weiser Voraussicht hat meine clevere Frau den Camper ans andere Ende des Platzes bugsiert, nun haben wir einigermassen Ruhe. Diverse andere Mitcamper haben ebenfalls umparkiert. Der Geräuschpegel ist noch höher als gestern, doch gegen Abend/Nacht wird’s langsam ruhiger. Wir sitzen draussen, laben uns an Yellow Tail und träumen erneut in den klaren Nachthimmel. 5 wunderschöne und grosse Sternschnuppen bekommen wir beide zu Gesicht, ein neuer Rekord! Dann wird es auch für uns Zeit das Feld zu räumen und nach einem letzten Schluck Gelbschwanz Wein ist alsbald Nachtruhe.