27. Februar 2015 – Lake Hawea II

Haben, nicht zuletzt wegen fehlender Lärmquellen, wunderbar geschlafen. Der kalte Südwind von gestern ist passé, heute weht ein anderer Wind und dieser ist einiges wärmer. Ich stehe, widerwillig, um 6:30 Uhr auf und torkle noch etwas schlaftrunken zum nahen See runter, es müssen ein paar Fotos her. Mit einer Spiegelung wird nix, der See hat mächtig Wellen. So versuche ich mein Glück mit Langzeitbelichtungen, 30 Sekunden oder so. Danach zurück und es folgt ein Frühstück draussen: Spiegeleier, OHNE Speck. Heutiger Tagesbefehl: Wandern. Wir spazieren dem Südufer des bademässig sehr einladenden (aber saukalten) Sees entlang, es ist warm, sogar heiss. Nach 4 Stunden sind wir zufrieden, aber erschöpft zurück, wer schlägt auch immer dieses Renntempo vor? Am späteren Nachmittag ziehen Wolken auf, so muss/kann ich nicht fotomässig ausrücken und widme meine ganze Freizeit dem bruzeln von Rindsfilet. Nicht ganz einfach, hat doch der Wind kräftig aufgedreht und bläst mir doch zweimal die Flamme des Gasgrills aus. Nach sehr langem Grillieren (>10 Minuten, die gestrigen Lammfilets waren in 5 Minuten mehr als gar….) doch noch ein zartes, saftiges Happy End. Doch ein Doppelschock soll noch kommen: die City of Tucson schickt uns eine Final Notice. USD 1,750 Use Tax seien bis zum 12. März zu bezahlen, ansonsten werde der Wagen (oder andere Wertgegenstände) gepfändet. Von dieser Tax war nie die Rede, doch sie existiert gemäss Internet Recherchen tatsächlich und das seit 2003. Der zweite Schock dann die Erkenntnis, dass Edelweiss nicht mehr im Winter Las Vegas bedient. So beschliessen wir, morgen nach Wanaka rüberzusiedeln, im dortigen Holiday Park ist das Internet stabil, schnell und im hohen Preis von NZD 47 inbegriffen. Hier wäre es pro Maschine NZD 7 und langsam. Nur die ersten 30 Minuten sind gratis. Es ist Freitag und die Locals stürmen den Platz, nicht ganz so voll wie andernorts, doch in relativer Nähe zu uns natürlich wieder eine laute Familie, schreiende Goofen und plärrende Musik.

Am Lake Hawea

Am Lake Hawea

Morgen am Lake Hawea

Morgen am Lake Hawea

26. Februar 2015 – Lake Hawea

Das Wetter ist wunderbar, noch leicht kühl, aber ein Himmel, wie man/frau ihn selten hat in New Zealand: KEINE klitzekleine Wolke. Nach gemütlichem Frühstück geht’s ins nahe Dorf, resp. den New World Supermarkt. Sehr schön und gut bestückt, die Preise nicht mehr so arg hoch wie in Christchurch seinerzeit. Auch die Milch ist hier 70 Cents billiger als in Invercargill (von NZD 3.05 runter auf 2.35!). Wir leisten uns, einmal mehr, ein Rindsfilet, NZD 18 für zwei anständige Stücke. Wie so oft, gibt’s Benzin/Diesel Vergünstigung bei Einkäufen von über NZD 40. 8 Cents weniger pro Liter Diesel und wir haben schon ein Viertel des Filets ‘rausgeholt’! Die Fahrt kann weitergehen, wir wählen die Route rechts dem langen Lake Dunstan entlang. Wieder nichts spektakuläres: Obst und Wein, wohin und soweit das Auge reicht. Die Fahrt ist kurz und das Meiste eigentlich schon in der Gegenrichtung abgespult. Wanaka lassen wir links liegen und biegen 3km vor dem lebhaften Städtchen rechts weg ins 10km entfernte Lake Hawea, am gleichnamigen 400 Meter tiefen See gelegen. Das Dorf dann eine Wohltat, NICHTS geht hier ab, alles Ferienhäuser und/oder Altersresidenzen. Der Campingplatz, Lake Hawea Holiday Park, ist 500 Meter ausserhalb, direkt am wunderschönen See (141 km2, 35 km lang). NZD 36 werden fällig, der Platz ist gross und wir schnappen uns ein Site weit wegen von jeglichen Mitcampern. Die sanitären Anlagen nicht die allerneusten, doch sauber. Wir haben unsere kostbare Ruhe wieder! Das Wetter ist perfekt, wir machen Urlaub. Viel mehr machen wir heute nicht, nach dem Abendessen noch ein längerer Spaziergang, welcher dann als Fototour endet. Das Licht wird sehr gut und ich renne zurück, da ich ja meist die falsche Kamera und/oder Linse dabei habe.

Abendstimmung am Lake Hawea I

Abendstimmung am Lake Hawea I

Abendstimmung am Lake Hawea II

Abendstimmung am Lake Hawea II

25. Februar 2015 – Cromwell

Die kurze Nacht ist vorbei. Das Wetter ist erwartungsgemäss schlecht. Wie beschlossen, verlassen wir diesen eher ungastlichen und lauten Ort und machen uns auf ins Goldgräberland, Clutha-Central Otago mit Ziel Alexandra oder Cromwell. Die Fahrt geht zuerst südwärts, vorgestern bereits in anderer Richtung abgespult, bis kurz nach Milton. Hier biegt die Strasse Nummer 8 mitten im Nichts rechts weg Richtung Goldgräbergebiet. Unterwegs noch ein kurzer Fotostopp bei einer verlassen Phosphat Fabrik, der Himmel schwarz und bedrohlich, der sich im Zerfall befindliche Backsteinbau höchst fotogen. Es beginnt zu regnen, nicht sehr stark zum Glück.

Ewing Phosphate Company I

Ewing Phosphate Company I

Ewing Phosphate Company II

Ewing Phosphate Company II

Fährt hier noch ein Zug nach Nirgendwo?

Fährt hier noch ein Zug nach Nirgendwo?

Die Gegend wird langsam einsamer, der dichte Lastwagenverkehr dünnt aus. Die Landschaft eher langweilig, Meist Farmland und je weiter westlich desto kahlere, nackte Hügel um uns herum. Ein WiFi und Einkaufsstopp im Lawrence sei uns gegönnt. Einst eine ansehnlich grosse Stadt zu Goldrauschzeiten, fristet dies Dorf nun eher ein kümmerliches Dasein. Nur gerade vorbeieilende Touristen, immer noch in ansehnlicher Truppenstärke, machen hier kurz Halt. Die kurvige Fahrt geht weiter, das Wetter bessert sich und die Landschaft wird nun südkalifornisch gelb und kahl. Bei Roxburgh machen wir Lunchstopp unterhalb einer kleineren Staumauer, der Clutha wird hier aufgestaut, dies nicht das erste Hindernis für den breiten und trägen (erinnert etwas an die gemütliche Aare) Fluss, weiter oben entstand vor 22 Jahren ein neuer See: Lake Dunstan. Alexandra ist erreicht und der angepeilte Camping macht einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Schnell ist entschieden: es soll weiter nach Cromwell gehen, 30km sind keine Weltreise. Das Dorf macht einen eher verschlafenen, wenn auch sauber und aufgeräumten Eindruck. Der Camping, nicht der FLOP 10 Holiday Park, sondern The Chalets Holiday Park dann ziemlich nüchtern und schon etwas arg in die Jahre gekommen. Der Besitzer rät korrekt, dass wir Schweizer sind, Sulser sei/war ein Schweizer Fussballer. NZD 34 sind jedoch angemessen. Der Platz ist (noch) leer, soll sich aber noch ändern, sind doch hier diverse Fruchtpflücker untergebracht (mit einem Jahresvisum in der Tasche wandern diese Youngsters von Obst- zu Obstplantage und danach von Wein- zu Weinberg. Wie es das Glück so will, logieren (hausen) gleich vier junge Deutsche Pflücker neben uns. Wir gehen getrennte Wege, ich will das historische-, meine bessere Hälfte das Einkaufsviertel erkunden. Das Wetter ist mittlerweile perfekt, blauer Himmel, aber ein leicht kalter Wind spielt eine kleinere Nebenrolle. Das historische Viertel besteht lediglich aus ein paar wiederaufgebauten Steinhäusern aus der Goldgräber Ära, nicht sehr authentisch, oder für mich: zu wenig Morbidität ausstrahlend, eher wie ein Mini-Disneyland. Ich marschiere zum Camping zurück, wo sich doch exakt neben uns ein Mitcamper breitgemacht hat, seine Markise reicht fast in unsere Stube, als ob auf es auf dem weiterhin recht leeren Platz kein anderes Site gäbe. Wenigstens herrscht, trotz zwei grossen Hunden und Satellitenschüssel, Ruhe. Die von der Arbeit heimkehrenden Jungs machen dann noch eine halbe Stunde Rabauz , doch dann scheint ihnen der ‘Schnauf’ auszugehen, es wird ruhig. Der Wind weht zu stark, ich kann meinem Grillhobby nicht nachgehen, es gibt ‘Penne Indoor’.

...historisches Cromwell...

…historisches Cromwell…

24. Februar 2015 – Dunedin

Erneut wunderprächtig geschlafen und ebenso erneut ist das Wetter freundlich. Wir machen uns auf den Weg in die zweitgrösste Stadt der Südinsel: Dunedin, das Edinburgh der Antipoden. Die Fahrt geht einmal mehr durch endlose Schaf- und Rinderweiden, nicht unschön anzusehen, da etliche grüne Hügel die Szenerie auflockern. Ähnlich dem Appenzellerland, aber flacher. Nach 85 km ist bereits Schluss, wir erreichen Dunedin, die letzten paar Kilometer sogar auf einer Motorway und dementsprechend gut befahren. Der Lastwagenverkehr ist ziemlich stark und die Dinger sind riesengross, Zugfahrzeug und Anhänger zusammen meist 8 Achsen und immer ganz flott unterwegs. Ich leiste mir eine hiesige Zeitung (NZD 1.50) und lese über die diversen Unfälle, welche die ausländischen Touristen hier verursachen, die Chinesen kommen besonders schlecht weg, auch ein Inder (135km/h) wird (wie die Chinesen auch) namentlich erwähnt. Etliche werden vor Gericht gezerrt und angeklagt/abgeurteilt. Einer der Chinesen (auf Hochzeitsreise) soll auf einer engen Passstrsse (Cardrona Highway) 6 Fahrzeuge in einem ‘Aufwisch’ überholt haben, dies vor einer unübersichtlichen Kurve. Auf dem Parkplatz der Passhöhe wurden dem Mann vom wütenden Mob die Schlüssel aus der Hand gerissen und die Polizei verständigt. NZD 1’000 Strafe, NZD 130 Gerichtskosten und 6 Monate Fahrverbot auf NZ Strassen. Und weitere Müsterchen werden erwähnt von den ach so bösen, ignoranten Ausländern. Dass die Einheimischen selber höllisch schnell und rücksichtlos fahren und sehr intolerant auf langsamere Strassen-Mitbenützer reagieren, wird leider nicht vermerkt. Also: wir checken auf dem TOP 10 Holiday Park ein, eine mürrische Dame erledigt dies, von Freundlichkeit keine Spur, obwohl wir beileibe nicht wie Chinesen oder Inder aussehen. Egal, Ausländer bleibt Ausländer. Man, resp. Frau knöpft uns ohne rot zu werden NZD 50 ab, ohne WiFi oder andere Annehmlichkeiten. Der Platz ist klaustrophobisch eng, die Sites schief wie eine Appenzeller Kuhweide. Die Facilities haben auch schon bessere Zeiten gesehen. TOP 10 Rip-Off Park! Nach kurzem Ausruhen, es ist bald Mittagszeit, möchten wir in die Stadt um uns dort zu verpflegen. Doch der Fussmarsch zieht sich in die Länge, respektive in die Höhe: eine unglaublich steile Strasse will erklommen sein, dann geht es immer runter Richtung Stadtzentrum, 2.8 Kilometer gemäss (Fussgänger-)Routenplaner. Unterwegs passieren wir eine wunderschöne Kathedrale, ein paar Bilder müssen her.

St. Joseph's Cathedral, Dunedin

St. Joseph’s Cathedral, Dunedin

Dann sind wir mitten im Zentrum, aber eine anständige Beiz finden wir nicht. Hin und her geht die Latscherei/Sucherei, einzig ein gähnend leerer Inder würde sich anbieten. Doch wir suchen weiter, es geht zum wunderschönen Bahnhof, ein Bild muss warten, zuerst die Mägen füllen. Es findet sich wirklich nichts Brauchbares und so schleppen wir uns dem Hungertod nahe zu besagtem Inder. Noch immer ist der Laden leer, doch wir haben Kohldampf. Die Speisekarte verspricht viel und die Preise sind lachhaft niedrig. Wenn dies mal nur gutgeht.  Ein weiterer Versuch meinerseits zu guten Pakoras zu kommen wage ich hier. Auch bestellen wir Chicken Vindaloo und Chicken Tikka Miela Masala, beides je NZD 10 inklusive sehr schmackhaften Reis und riesigem Naan. Die Pakoras dann wie in Indien, ein Traum! Es folgen die Hühnergerichte und wir haben einen neuen Gourmettempel entdeckt: einfach obersappertonihaft gut!! Der Inder in Wanaka (….best in the South Island…) weit abgeschlagen und die dortigen Speisen waren auch auch nicht schlecht. Selten so gut gespiesen! Mittlerweile sind noch andere Gäste gekommen, sehen alle aus wie Pakistani, kein Einheimischer oder Tourist verirrt sich in dieses unscheinbare Etablissement. Wir bedanken uns bei der freundlichen Bedienung und natürlich beim Koch. Zufrieden flanieren wir zum Bahnhof runter, wo ich dann zu meinen paar Bildern komme, hier fahren tatsächlich Züge ab, in der Stosszeit 3, sonst 2 am TAG, alles auf Touristen ausgerichtet.

Bahnhof von Dunedin I

Bahnhof von Dunedin I

Bahnhof von Dunedin II

Bahnhof von Dunedin II

Bahnhof - Dunedin III

Bahnhof – Dunedin III

Es kann zurück in den FLOP 10 Holiday Park gehen, immer der Stuart Strasse entlang, besser gesagt: hoch. Der kleine Camping wird immer voller, noch haben wir auf der rechten Seite keine Nachbarn, aber dies ändert sich nach unserem nicht so üppigen Abendessen: zwei Camper mit Chinesischer Besatzung kommen angebraust und nehmen die beiden noch freien Sites in Beschlag. Und der Krach beginnt…dauert…..dauert….und endet erst nach Mitternacht! Selten so rücksichtslose Mitcamper erlebt und wir campen ja seit Jahrzehnten. Fast hätt’ ich’s vergessen: Punjab, der Name unseres Gourmet-Stüblis.

Der einzige Lichtblick auf dem Campingplatz

Der einzige Lichtblick auf dem Campingplatz

23. Februar 2015 – Balclutha

Vor Acht geht der Laden nicht auf, unser Laden. Wieder hat es Nebel, doch die Sonne drückt unerbittlich. Wir räumen gemächlich das Feld, es müssen noch diverse Postereien erledigt werden. Der erste Versuch in einem Bier-Wein-Spirits Laden (hier gibt es keinen Alkohol in den Supermärkten) scheitert an der späten Öffnungszeit: 10:00 Uhr. So erledigen wir erst den regulären Einkauf, diesmal im Countdown. Erneut müssen wir feststellen, dass, ausser Rindfleisch, alles recht teuer ist, wir schaffen dies die Leute nur, ist doch das Lohnniveau einiges unter dem Schweizerischen und die Preise (umgerechnet) nicht viel tiefer. 1 Liter Milch kostet über NZD 3.00, hier, wo es nur so wimmelt von Kühen. 100 Gramm geriebener ‘Parmesan’ stolze NZD 5.80, etc.. Dann geht es zum Schnapsladen. Oh wunder: der Laden führt unseren Yellow Tail, aber der Preis prohibitiv hoch. NZD 14 die Flasche, in der Schweiz ist dieser australische Wein für CHF 6.00 zu haben in den USA noch weit darunter. Genug mit Preisvergleichen, es geht ab Richtung Catlins, dies eine wilde, dicht bewaldete Bergregion. Doch zuerst geht es endlos durch Farmland, ziemlich grün, wie in Irland, wenn auch hier mehrheitlich von schottischen Einwanderern betrieben. Beim Dörfchen Fortrose biegen wir kühn auf die Küstenstrasse ab. Doch leider geht es immer noch durch endlose Landwirtschaftszone, das Meer sieht man ab und zu aus der Ferne. Dann plötzlich hört, mit kurzer Vorwarnung, der Asphalt auf und eine Gravel Road bietet sich zur Weiterfahrt an. Davon war nie die Rede in unseren diversen Karten und ist auch gemäss Vermieter nicht erlaubt. Also umkehren und wieder zurück bis Fortrose. Als Entschädigung wird dann die Gegend urplötzlich ziemlich waldig und die Farmerei hat endlich ein (leider nur kurzes) Ende. Hat man hier einfach ein Stück der ursprünglichen dichten Vegetation stehengelassen? Nach wenigen Kilometern ist die schöne Gegend passé, die Bauern haben wieder das Sagen. Doch ab und zu durchfahren wir wieder solche kurzen Urwaldstücke. Wir haben langsam Hunger, keine Roadside Tables, kein Pull-Out, nichts würde sich als Lunchstopp anbieten. Es erscheint eine Abzweigung zu den Mac Lean Falls, 3km Dreckstrasse, aber jedermann/frau will hier hinauf, der Verkehr ziemlich stark für eine solch einsame Gegend. Oben auf dem gut besuchten Parkplatz endlich Mittagessen. Danach ein halbstündiger Fussmarsch durch dichten Dschungel zu eben diesen Wasserfällen, nichts aussergewöhnlich Schönes, aber der Weg ist das Ziel (oder Verdauungsspaziergang). Es geht zurück, nach kurzem Inspizieren des am Anfang der Strasse gelegenen Holiday Parkes, entschliessen wir uns weiterzufahren. Der Laden kommt etwas gar nüchtern daher, wäre aber in schönster Umgebung gelegen. Die nun sehr kurvige Fahrt geht weiter, noch sind es 70km bis Balclutha, unserem neuen Endziel für heute. Der dichte Wald lässt nach und die Bauern beherrschen wieder das Feld. Grosse Schaf- und Kuhherden, wohin das Auge reicht. Endlich ist Balclutha erreicht. Auch dies ein mehr als nur verschlafenes Nest, der Camping findet sich dank Tablet-Navigation ohne Umschweife. NZD 36 und wir stehen auf einem kleinen, aber sauberen Platz, die Facilities nicht topmodern, aber gepflegt. So sitzen wir draussen an der kräftig brennenden Sonne und erholen uns von den vielen Kurven. Abends dann ein Hirschburger, nicht gerade Gourmet, müssen wir uns eingestehen, die Lammburger waren einiges besser. Doch immerhin können wir draussen Essen. Es folgt ein Verdauungsspaziergang durch das total ausgestorbene Dorf/Städtchen, hier ist mächtig NICHTS los.

Tautuku Beach bei Papatowai

Tautuku Beach bei Papatowai

22. Februar 2015 – Invercargill II

Na eben, wie bereits erwähnt, die saumässig laute Nacht….. Um 8:00 Uhr stehen wir widerwillig auf, draussen herrscht Väterchen Nebel. Muss ich vielleicht zu ‘meiner’ Kirche rüberrennen? Glaube, der Nebel ist nicht dicht genug, um eine interessante Szene hervorzubringen (nur eine Ausrede, um liegenzubleiben?). Nach einer heissen Dusche und ordentlichem Frühstück ist der Nebel weg und schönster Sonnenschein hat die Regie übernommen. Heute macht jeder, was er will. Wir marschieren die ersten paar Minuten gemeinsam in die sehr nahe Innenstadt, aber bald klinke ich mich aus, ich sehe eine andere Kirche, neben Bahngeleisen im Industriequartier. Sehr interessant und fotogen! Auch dies oder jenes Sujet kommt mir vor die knipswütige Linse. Bin sehr zufrieden mit meiner Ausbeute. Nach zwei Stunden des Umherstreifens bin ich müde und hungrig. So erstehe ich beim Curry Guru gleich neben dem Campingplatz einen anständigen Lunch to Go: Chicken Madras, sehr gut! Pakoras sehr fettig, wandern nach einem Probierer im Garbage! Den Nachmittag verbringe ich mit Bilder aufbereiten und Tagebuchscheiben, dazwischen ein kleineres Nickerchen. Es ist herrlichstes Wetter, richtig heiss, ohne den Wind kaum auszuhalten und dies am Südende Neuseelands. Abends dann ein Thai Curry, exotisches Essen kann man nie genug haben……Aber die Kokos Milch verdirbt den Genuss etwas, irgendwie schmeckt dies Zeugs komisch. Na ja, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Kurz vor 20:00 Uhr mache ich mich auf, die Kirche wartet! Nicht ganz so dramatisch wie gestern, aber doch einige Bilder ist mir der Sonnenuntergang hinter der Kirche schon wert. Danach sitzen wir bis 21:15 Uhr draussen und geniessen das warme Wetter auf dem erstaunlich vollen und ruhigen Campingplatz. Es geht also auch ohne Rabauz!

Erneut 'meine' Kirche

Erneut ‚meine‘ Kirche

Noch ein paar Eindrücke von der eigentlich ganz netten Stadt:

Invercargill I

Invercargill I

Invercargill II

Invercargill II

 

Invercargill III

Invercargill III

St. Mary's Basilica, die schönste Kirche Australasiens..

St. Mary’s Basilica, die schönste Kirche Australasiens

21. Februar 2015 – Invercargill

Vor acht Uhr stehen wir nicht auf, müssen ja nicht auf irgend ein Boot oder so. Gemütlichkeit ist angesagt, trotzdem brechen wir routiniert unsere Zelte hier ab und machen uns alsbald auf die Fahrt gen Süden, Invercargill das Ziel. Das Wetter ist eher sehr schlecht, ein Glück, machten wir den Doubtful gestern. Die Strasse führt durch endloses Landwirtschaftsgebiet, nicht sonderlich Scenic, doch da tauchen linkerhand die Takitimu Berge auf. Wie in Schottland, auch das Wetter dementsprechend düster, ein Fotohalt muss her. Dann und wann passieren wir ein kleineres Dorf, nichts grandioses, doch in jedem wäre ein öffentliches WC vorhanden, auch eine Gratis Dump Station sieht man sehr oft, hier könnten sich die Amerikaner ein Stück abschneiden. Es beginnt zu regnen, nein die Sintflut kommt nieder! Im strömenden Regen treffen wir in Invercargill (pop. 53,000, gegründet immerhin bereits 1856) ein. Der Central City Camping Park ist schnell gefunden. Wir stehen kurz darauf für NZD 36, ziemlich eben auf einem Platz angeblich mitten in der Stadt. Doch um uns herum nur ein paar Wohnhäuser und eine absolut fotogene, verfallene Kirche. Die Facilities SEHR sauber und WC/Showers in genügender Anzahl vorhanden. Doch es regnet und regnet und regnet….. Trotzdem wagen wir den Sprung in den nahen Pack’nSave, erneut ein grösseres Problem, einen Parkplatz zu finden. Die vorhandene Infrastruktur wurde wohl vom Massen-Camper-Tourismus förmlich überrollt, sind doch alle Parkplätze für kleinere PWs konzipiert. Die Auswahl im Laden dann nicht so toll wie weiland in Christchurch oben, wohl auch dem Publikum, resp. deren Kaufkraft angepasst. Wir kriegen noch 10 Cents Vergünstigung für Diesel, gleich nebenan aufzufüllen. NZD 1.13 der Liter, aber man vergesse die Dieselstrafgebühr nicht, welche wir bei der Camperabgabe zu berappen haben: NZD 5.32 (+10% Tax) pro gefahrene 100 km. Kaum zurück auf dem Camping, mache ich mich trotz drohendem Regen auf in die nahe Umgebung. Die verlassene Kirche bietet sich als sehr fotogenes Objekt an. Noch weitere zwei Male werde ich diese Kirche heute heimsuchen, vor- und nach dem Abendessen. Wobei der Besuch nach dem sehr guten Abendmahl, Ribeye Steak am Knochen, der beste wird, die Sonne geht unter und taucht die flache Landschaft, resp. ‘meine’ Kirche in ein wunderbares Licht. Der Campingplatz wird einmal nicht voll, ein Novum für uns. Der Geräuschpegel im grünen Bereich. Die ändert sich dann leider mitten in der Nacht, da wird herumgeschrien, gejohlt und geflucht, was das Zeug hergibt. Na ja, Samstagabend, Langeweile, nicht viel Arbeitsmöglichkeiten und sechs Alkoholläden in unmittelbarer Nähe lassen Schlimmes ahnen und auch Wahrheit werden.

Invercargill - 5 Fuss-Minuten von der Innenstadt entfernt

Invercargill – 5 Fuss-Minuten von der Innenstadt entfernt

Teviot Street - Invercargill

Teviot Street – Invercargill

Invercargill

Invercargill

 

Invercargill

Invercargill

20. Februar 2015 – Doubtful Sound

Um 6:20 Uhr gehen unseren beiden Wecker, man kann nicht vorsichtig genug sein, das Schiff wartet nicht! Nach kurzem Frühstück, mit Betonung auf Früh marschieren wir die paar Minuten durch dichten Jungle an die Bootsanlegestelle. Natürlich sind wir beileibe nicht die einzigen Teilnehmer, es herrscht bereits ein hektisch Treiben. Wir erhalten unsere Boarding Card und reihen uns in die wartende Menschenschlange ein, es herrscht ein babylonisches Sprachengewirr, doch eine Sprache ist eindeutig dominant: Chinesisch. Die Schranken fallen und man rennt los aufs Boot, es könnte ja keinen Platz mehr haben. Wir schnappen uns zwei gute Plätze gleich links hinter der Brücke immer mit Blick auf den Kapitän. Das Wetter, habe ich ganz vergessen zu erwähnen, ist eher auf der lausigen Seite, kein Sonnenstrahl weit und breit, dafür dicke, tiefhängende Wolken im Überfluss. Das Schiff wird natürlich randvoll, unglaublich, wie lange die Hochsaison hier andauert. Später vernehmen wir, dass jetzt eigentlich Hochsaison sei……. Leinen los und ab geht die Post, resp. das in Neuseeland gebaute Schiff. Kaum einige Meter vom Ufer weg, geht die Post wirklich ab….der Kapitän wohl ein Fan von Geschwindigkeitsrekorden. So schnell möchte ich nun auch wieder nicht über den Lake Manapouri geschossen werden. Ein Drittel der Anwesenden sind Chinesen, so haben diese natürlich einen eigenen Reiseleiter und alles wird auf Chinesisch und Englisch durchgegeben. Die Zeiten ändern sich, die Reise-Vorherrschaft des Westens ist gebrochen, es lebe Asien. Nach einer knappen Stunde haben wir den riesigen See hinter uns, die Wolken immer noch tief und bedrohlich und legen in der angeblichen Wildnis an. Hier hat es nun diese berühmte, famose Power Station, alles verborgen in den uns umgebenden Bergen. 85% des generierten Stromes geht nach Bluff runter in eine……na was wohl: Aluminium Schmelze! Dies der grösste Stromverbraucher von ganz Neuseeland. Die restlichen 15% sollen für einen Grossteil von Neuseeland reichen. Hier heisst es in einen der wartenden Busse umsteigen und über den Wilmot Pass nach Deep Cove zuckeln. Dies angeblich die teuerste Strasse (21km lang) Neuseelands, NZD 2 pro cm2. Dies kann natürlich nicht stimmen, ist die Gravel Road doch an die 8 Meter breit, sodass wir auf über drei Milliarden Dollar kommen würden. Aber die Kosten, 30 Jahre geheimgehalten, waren 4.2 Millionen (Wikipedia). Die Chinesen haben natürlich ihren eigenen Bus inkl. Reiseleitung. Die Strasse ist nicht asphaltiert und führt durch unglaublich dichten Urwald ziemlich steil zum Wilmot Pass (671m) hoch. All die Wolken sind weg, wir sind im schönsten Sonnenschein und blauem Himmel. Von hier oben sieht man auf den Doubtful Sound, dieser noch in eine Nebelschicht gehüllt. Soll sich aber, gemäss unserer Busfahrerin, schnell ändern. Es geht mächtig in die Tiefe, 20% Gefälle, doch die Dame hat ihren Bus im Griff, nur einmal müssen wir anhalten, ein Schwersttransport bringt einen neuen Transformator (nein 3, die ersten zwei hat man schon gestern über den Pass gezogen/geschoben) für das Wasserkraftwerk. Dies Ding angeblich 119 Tonnen schwer wird von zwei riesigen Lastwagen gezogen und von einem sogar noch geschoben. Unten am Deep Cove wartet dann bereits ein anständig grosser Katamaran und man begibt sich mehr oder weniger gesittet an Bord. Die letzten Nebelschwaden hängen noch pittoresk an den steilen Hängen des Fjords, wunderschön anzuschauen. Die Gegend macht mächtig Eindruck! Es geht los, erneut in für mich zu forschem Tempo, aber wir haben nur 3 Stunden Zeit und man will uns auch noch auf die Tasman See rausschippern. Die drei Stunden sind keine Minute langweilig, die Landschaft wohl die eindrücklichste seit langem. Was kann ich sagen, hänge noch ein paar Bilder dran, diese sollen meine fehlenden Worte kompensieren. Die Tasman See dann, wie der Kapitän versichert, sehr ruhig, der Himmel blau und die Seelöwen eher auf der miefigen Seite. Wieder zurück in den Sound/Fjord, es gilt einen Nebenarm zu erkunden, dieser absolut atemberaubend, man kappt die Motoren und es wird um Schweigen gebeten, nicht mal Kameras soll man bitte auslösen. Wie in der Kirche, nur VIEL schöner die Berge um uns herum! Es muss zurück gehen, der Weg ist noch weit. Es gilt erneut den Wilmot Pass zu erklimmen, wirklich sehr steil, oben ein kurzer Stopp und ein letzter Blick hinunter zum phänomenalen Doubtful Sound. Das Manapouri Boot wartet bereits und die letzten 50 Minuten können angegangen werden. Hier ist das Wetter einiges schlechter, als auf der regenreichen Westseite, doch es regnet nicht, der Himmel ist nur ziemlich mit unansehnlichen Wolken verunstaltet. Um 15:00 Uhr sind wir zurück in Pearl Harbor, 7 Stunden Landschaft pur, der happige Preis scheint gerechtfertigt zu sein, zieht man die logistischen Herausforderungen in Betracht wie: Herbeischaffen von Diesel für die Busse und das Schiff, Unterhalt dieser und natürlich die Löhne der zahlreichen Angestellten. Zufrieden, aber noch etwas verwirrt marschieren wir die paar Minuten zum Camping zurück. Dieser natürlich wieder knackevoll und auch nicht mehr so ruhig, wie gehabt. Trotz des Lärms, der eine einzige Familie produziert, geniessen wir den Rest unseres Aufenthaltes hier. Nach dem Abendessen eine kurze Flucht an das ruhige Seeufer und 20 Minuten kräftig marschiert, sieht die Welt wieder ganz in Ordnung aus.

Deep Cove, Doubtful Sound

Deep Cove, Doubtful Sound

Im Doubtful Sound I

Im Doubtful Sound I

Im Doubtful Sound II

Im Doubtful Sound II

Im Doubtful Sound III

Im Doubtful Sound III

Die sonst eher stürmische Tasman See

Die sonst eher stürmische Tasman See

Im Doubtful Sound IV

Im Doubtful Sound IV

18. und 19. Februar 2015 – Lake Manapouri II und III

Fasse zwei Tage hier zusammen. Viel läuft nicht, wir ruhen uns aus, machen kleinere Spaziergänge und geniessen das Leben, das Wetter ist, ausser am Morgen des 19. wunderbar warm und der Himmel blau. An besagtem Morgen gibt’s dann kräftig Regen und der Himmel ist demensprechend verhangen. Doch in kurzer Zeit klart es auf und die Sonne brennt erneut unerbittlich auf uns Touristen nieder. Ich übe am Strand unten ein Panorama zu erstellen, gelingt mittelprächtig, aber Draussensein ist das Schöne, gute Bilder hin oder her. An beiden Tagen wird der Laden hier bis unters Dach voll. Der Geräuschpegel jedoch im angenehm unteren Bereich. Auch wird wieder grilliert: Rindsfilet am ersten und Schweinefilet am zweiten Tag. So macht das Camperleben mächtig Spass, schönes Wetter und Ruhe, mehr, abgesehen von Essen & Trinken, brauchen wir nicht. Morgen soll’s früh raus, das Boot geht um 8:00 Uhr, der Fussmarsch dorthin keine Viertelstunde, kein Grund, den Wagen zu nehmen.

Am Lake Manapouri

Am Lake Manapouri

Am Lake Manapouri I

Am Lake Manapouri I

Am Lake Manapouri II

17. Februar 2015 – Lake Manapouri

Schon früh dürfen wir an unzähligen Türezuschlagen Aktionen akustisch teilhaben. Jeder anwesende Tourist will wohl als Erster draussen am Milford Sound sein, immerhin über zwei Stunden Fahrzeit. Wir nehmen es sehr gemütlich, vor 10:00 Uhr verlassen wir diesen teuren Ort nicht, jeder Dollar will ausgenützt werden. Ein erster Halt gilt dem gestern bereits inspizierten Supermarkt. Nun aber ist ein grössere Einkaufstour angesagt. Der Laden hat alles und noch viel mehr, was des hungrigen Menschen Herz begehrt. Der Wein ist eine ganze Spur teurer als z.B. in Te Anau (New World). Zu frischen Brot kommen wir allerdings nicht, der 4 Square hat immer noch die Ware von gestern Nachmittag (als sie noch wirklich warm und frisch war) im Regal, hat die Bäckertruppe heute wohl verschlafen oder bäckt man am anderen Ende der Welt erst am Nahmittag? Dann geht die kurze, halbstündige Fahrt nach Lake Manapouri los. Die Landschaft wird wieder imposant, der See ist riesig und diverse Berge umranden diesen. Das Wetter ist gut, wenn auch etliche Wolken mit von der Partie sind. Das Dorf ist schnell erreicht und schnell abgefahren, viel gibt es hier nicht zu sehen, die Hauptattraktion ist ziemlich weit weg von hier: der Doubtful Sound. Der lange Strand lädt zu einem ersten Spaziergang ein, es ist wunderbar warm, wenn auch ein stetig Lüftchen weht. So schlendern wir eine halbe Stunde dem Beach entlang und erholen uns von Te Anau’s Campingszene. Wir checken den Campingplatz ab, auf dem wir vor 12 Jahren nächtigten, alle Sites unter hohen, grossen Bäumen, die Facilities von vorgestern oder noch vor Erfindung der Glühlampe. So suchen wir den nächsten Holiday Park, dieser allerdings 1.6 km ausserhalb des Dorfes, auf. Die Sites sehr weit auseinander, macht der Laden einen gepflegten Eindruck. Doch die Lage….von hier aus kann man ohne Auto rein gar nichts unternehmen. Der dritte Unterkunftsanbieter dann unten am Ufer, etwas abgelegen, mitten im Jungle. Possum Lodge mit Namen, kommt klein und auch etwas in die Jahre gekommen daher. Doch die (alten) Facilities sind sehr sauber gehalten und die Location ein Traum. NZD 37 sind zu berappen. Danach geht’s zum Pearl Harbour, von hier aus starten all die Ausflugsboote zum Doubtful Sound. Eine Tour (Boot über den Lake Manapouri, Bus zum Deep Cove und Cruise auf dem Sound, ohne Lunch) käme auf NZD 245 zu stehen. Der Ausflug dauert denn auch seine Zeit und scheint, mit grosszügigem Schulterzucken (…es ist ja nur Geld!) das Geld wert. Wir buchen für Freitag, das Wetter sollte dann wieder besser werden, kommt doch morgen eine Störung rein. Es kann auf dem Camping der Possum Lodge gehen. Ausruhen und die nähere Umgebung erkunden steht auf dem weiteren Programm. Der kleine Laden füllt sich gegen Abend zusehends, aber trotzdem kommt keine Klaustrophobie auf und es ist immer noch angenehm ruhig. Ein Zelt-Site käme übrigens auf doch recht stolze NZD 32 zu stehen, auf dem TOP 10 in Te Anau angemessene NZD 22. Wir plagen erneut den sehr guten Aussengasgrill, diesmal Scotch Fillet. Natürlich können wir draussen Essen, das Wetter ist un-neuseeländisch warm und trocken.