26. bis 28. Juni 2015 – Yellowstone National Park, Wyoming

Die Nacht war angenehm ruhig und kühl. Um 6:45 Uhr ist es zwar lediglich 9° ‘warm’ , im Camper 13°, doch es wird schnell wärmer. ein wunderbarer Tag lacht uns entgegen. Nichts wie los auf die Piste! Unser Ziel, vor dem Frühstück, ist das Norris Gesyer Basin. 12 Meilen durch ansprechende Landschaft sind zu absolvieren. Der Verkehr noch spärlich, ebenso leider auch die Wildtierausbeute. Da und dort ein Büffel, damit hat es sich schon. Der grosse Parkplatz unseres ersten Zieles ist noch ziemlich leer. Es geht los, immer über Holzplanken, diversen Sprudeldingern entgegen. Eindrücklich! Wie einst beim El Tatio in Chile, nur hier mit (noch!) viel weniger Touristen. Ich knipse, was das Zeug hergibt. Plötzlich sind wir mitten in einer Herde Chinesen, aus mit der ach so geliebten Ruhe. Ich komme nun nur noch mit viel Mühe, Warten und unter Zuhilfenahme meiner Ellbogen zu Fotos. Nicht ganz meine Welt. Es geht zurück zum Camper, ein Morgenessen ist  fällig. Der Parkplatz nun gut belegt, diverse Cars (mit laufendem Motor) stehen rum und spucken ihre Riesenladung von fernöstlichen Sightseer aus, resp. laden diese wieder ein.  Unsere Fahrt kann weitergehen, wir wollen nach Mammoth Hot Springs rauf. Eine längere Baustelle kündigt sich zum Glück frühzeitig an: 30 Minuten Wartezeit und schlammige Strasse, letzteres unschwer am dreckigen Gegenverkehr zu erkennen. Wir drehen um und nehmen die Route über den Dunraven Pass, etwas weiter, aber zumindest alles asphaltiert und keine Baustelle. Erneut muss ich erwähnen, dass die Landschaft trotz grossem Touristenaufkommen, einmalig schön ist. Wir erreichen Mammoth Hot Springs, mächtig gewachsen seit unserem letzte Besuch vor über 20 Jahren. Doch es findest sich ohne grössere Probleme eine Parklücke ganz in der Nähe der eigentlichen Attraktion, den Sinterterrassen. Es ist heiss, keine Wolken am blauesten aller blauen Himmel, doch wir marschieren los, ich übermütig ohne Kopfbedeckung, dafür mit zwei Kameras…. Doch die Sinterterrassen sind wirklich am Sterben, alles eigentlich grau in grau und noch etwas weiss, dazwischen ein klitzekleines Stück Orange. Trotzdem knipse ich nach Herzenslust alles was mir vor die Linse kommt. Der asiatische Ansturm auch hier enorm und, wie in NZ, die meisten mit den teuersten Kameras ausgerüstet. Nach einer Stunde an der sengenden Sonne haben wir genug, Lunch ist fällig. Der Parkplatz nun heillos überlaufen und so überlassen wir einem Mitcamper unseren freiwerdenden Platz. Die Fahrt geht zurück, der selbe Weg, die selbe, wunderschöne Landschaft und derselbe enorme Verkehr. Wir passieren das Canyon Village, heute haben wir für zwei Nächte Quartier auf dem Brige Bay Campground, 20 Meilen weiter südlich. Die Fahrt dem Yellowstone River entlang einmal mehr wunderschön. Nur Elche kriegen wir nicht zu Gesicht. OK, Bären auch nicht, aber auf diese habe ich keinen Bock, besonders nicht während einer Wanderung. Der Camping ist schnell erreicht, riesengross und sehr nüchtern angelegt. Über 400 Sites ständen zur Auswahl, doch der Laden ist natürlich voll, ohne Reservation keine Chance. Etwas über USD 25 (Tax wird erhoben, da die Betreiberin Xanterra eine private steuerpflichtige Firma ist) werden fällig. Es ist heiss, der Awning kommt zum Einsatz (es ist windstill), doch auch im Schatten ist es immer noch anständig warm 82° F. ist prognostiziert. Der Abend dann halt nicht so ruhig und gemütlich wie auch schon: Hundegebell, Kindergeschrei, Generatorengeknatter und Erwachsengeschrei. Doch dies ist meist so üblich auf einem Campingplatz, also kein Klagen/Lamentieren. Die Lagerfeuer, eine Sache für sich….wir sind einmal mehr die einzigen Anwesenden ohne rauchendes, stinkendes Feuer und trotzdem haben wir Atembeschwerden. Um uns brennt es, als ob Brandrodung im grossen Stil betrieben würde.

Die Nacht war ruhig und erneut kühl, 9°. Doch der Himmel ist blau und so wollen wir vor dem grossen Ausflugsverkehr auf die Gasse, Ziel der altehrwürdige Old Faithful Geyser. Die Fahrt entlang dem grossen Yellowstone Lake eindrücklich, wenn auch nicht spektakulär. Tiere sehen wir, ausser den allgegenwärtigen Büffel, leider keine. Bei West Thumb biegen rechts weg und schnaufen über den Craig Pass, 2,520 Meter hoch. Die Landschaft, wie immer hier, wunderschön. Nach 17 Meilen (ab West Thumb, bis West Thumb waren es auch 17 Meilen) erreichen wir Old Faithful, nicht nur der Geyser, sondern auch der Ort heisst so. Der Parkplatz riesig und praktisch leer. Nun gibt es ein kräftigendes Frühstück bevor wir unsere Wanderkluft montieren und die diversen Geysire abklappern. Noch hält sich der Besucherandrang sehr im Rahmen, aber dies bleibt nicht mehr lange so. Auch die Asiaten scheinen Frühaufsteher zu sein, der Amerikaner geht den Tag wohl etwas gemächlicher an. So wandern wir, meist auf Holzplanken (wie einst in Tasmanien) durch wunderschöne (schon wieder!) Landschaft. Überall sprudelt, blubbert und dampft es, sehr eindrücklich. Wir ‘machen’ noch das Bisquit Basin bevor es dann auf den langen und heissen Rückweg geht. Der Besucherandrang nun ziemlich stark, die grösste Konzentration natürlich beim Old Faithful Geysir. Diesen, resp. den ‘Ausbruch’  können wir zwei Mal erleben, immer imposant. Lunch gibt es bei (nicht in) der Old Faithful Lodge. Danach suchen wir unseren Wagen auf dem nun hoffnungslos überfüllten, riesigen Parkplatz. Der Massenansturm hier ist enorm, doch wir können es verstehen, die Landschaft….. Nach Tanken von teurem Benzin (USD 3.20) machen wir uns auf die Heimreise. Wieder lässt sich kein Elch blicken, die ewigen Büffel haben wir satt, nicht jedoch die anderen Verkehrsteilnehmer, man/frau steht kreuz und quer auf der nicht eben breiten Strasse und versucht ein Bild dieser zugegebenermassen imposanten Dinger zu machen. Aber auch schon ein kleines Reh in Strassennähe lässt den Verkehr zum Erliegen kommen. Da der Camping alles andere als einladend ist, beschliessen wir, an einem der diversen Rastplätze unsere Zeit zu verbringen. Wir finden einen schattigen Platz und geniessen die Ruhe. Gegen 18:00 Uhr dislozieren wir wohl oder übel auf den riesigen Campingplatz, der auch heute wieder voll werden wird. Insgesamt stehen 2,180 stehen total zur Auswahl, nicht alles von Xanterra gemanagt und in der Hauptsaison immer ausgebucht. Da kommt schon etwas an Geld rein, was an Gegenleistung geboten wird, na ja, lassen wir dies mal ruhen. Wir haben neue Nachbarn, ein Gruppe Chinesen in einem grossen Roadbear RV, ausser, dass sie ein Feuer machen, ziemlich ruhig, da hatten wir schon weit schlimmeres einheimisches ‘Publikum’. Urplötzlich wird der Himmel schwarz und es beginnt kräftig zu regnen, ein Wärmegewitter, eben, nichts dramatisches, doch dieses bringt die hohe Temperatur einiges runter. Wir sitzen drinnen und hören Musik, die Auswahl ist ja beinahe unerschöpflich. Hier noch ein Vergleich des Parkplatzes beim Old Faithful um 9:00 Uhr und dann um 14:00 Uhr:

Old Faithful Parking Lot um 9:00 Uhr

Old Faithful Parking Lot um 9:00 Uhr

Old Faithful Parking Lot um 14:00 Uhr

Old Faithful Parking Lot um 14:00 Uhr

Erneut eine ruhige und kühle Nacht. Der Morgen, wie gehabt: wunderschön. Relativ zeitig machen wir uns auf den Weg, vor dem Frühstück, versteht sich. Unser Ziel ist der Parkplatz beim South Rim Drive am Grand Canyon of the Yellowstone. Die Fahrt, ich muss es wieder sagen, wunderschön. Doch auch heute stehen nur Büffel auf dem Programm. Der Verkehr noch spärlich, ausser bei einem Wildtier nahe der Strasse, dann geht jeweils verkehrstechnisch gar nix mehr. Der Parkplatz noch leer und so geniessen wir ein gemütliches Morgenessen bevor es dann auf den Waggel geht. Die anschliessende Wanderung immer hart am Abgrund des South Rims entlang ein absoluter Knüller, der North Rim kann man getrost vergessen. Alle paar Meter muss ich ein paar Fotos schiessen, der Ausblick in die Tiefe auf den extrem farbigen Canyon und den tosenden Yellowstone River, rechtfertigen dies. Der Wanderverkehr sehr spärlich, genau nach unserem Gusto. Wir schaffen es fast bis zum Point Sublime, kurz vorher, nun mitten in der Einsamkeit und ohne Mitwanderer, stolpern wir über ziemlich frische Bärenlosung. Wir treten den Rückweg an, diesmal mit etwas weniger Fotostopps. Noch ein kleiner Abstecher zu einem nahen Weiher, Lily Pad Lake mit Namen, und wir sind alsbald wieder auf dem mittlerweile übervollen Parkplatz. Der Touristenstrom ist enorm, ich schätze mal 2/3 sind Asiaten. Wir machen Mittagspause und ruhen ein wenig aus, ich übe an meinem Power Nap. Doch es treibt uns wieder raus, wir möchten noch rüber zum North Rim wandern. Gesagt, getan. Nun geht es kräftig runter bis zum Yellowstone Fluss, dann wieder rauf, wir müssen ja über eine Brücke, um auf die andere Seite des tosenden Flusses zu kommen. Nun geht es logischerweise wieder in die Höhe, ganz schön anstrengend. Wir hören über uns Donnergrollen aus dem nun schwarzen Himmel. Gibt es ein Donnerwetter oder nicht, schwer zu sagen, wir beschleunigen einfach unser Wandertempo. Doch es wird immer ungemütlicher, wir treten die Heimreise an. Tempo: noch etwas schneller, als gehabt. Kurz vor Erreichen unserer rollenden Bleibe kriegen wir ein paar Tropfen ab, das Unwetter zieht weiter, wir bleiben verschont. Wir brechen unsere Zelt hier ab und kurven südwärts zum Grant Village Campground. Dies Strecke kennen wir ja bereits, ist aber trotzdem immer noch wunderschön. Ich glaube, ich habe noch nie so oft schön und Yellowstone zusammen geschrieben. Aber dieser Park hier ist, abgesehen von den Menschenmassen, wirklich einmalig…..SCHÖN. Doch hier hat es auch weniger schöne Dinge, zum Beispiel der heutige Campingplatz. Unser Site, gerade mal ein Pull Out an der engen Strasse, ein breiter Camper kommt kaum an uns vorbei. So klappen wir vorsichtshalber den fahrerseitigen Rückspiegel ein. Etwas über USD 30 wurden der Kreditkarte belastet, an der Schmerzgrenze, muss man/frau sagen. OK, es werden Duschen geboten, die aber zu Fuss nicht erreichbar sind, momentan sowieso nicht, es geht ein kräftiger Gewitterregen mit Hagel nieder. Danach machen wir uns auf, unsere Dusche zu ‘beziehen’, die Anlage kasernenartig (als ob ich wüsste, wie es in einer solchen zu und herginge-…..), aber das warme Wasser tut trotzdem gut. Es geht zurück auf den Klaustro-Camping. Natürlich knattern und stinken diverse Generatoren bis kurz vor 20:00 Uhr (oder auch danach) um uns herum. Doch ein Red Curry mit Schweine Filet lässt uns allen Krach vergessen. Danach noch unsere Hausmusik und der übliche Schlummertrunk, die Welt ist wieder in bester Ortnung.

Bridge Bay CG, Yellowstone NP

Bridge Bay CG, Yellowstone NP

25. Juni 2015 – Yellowstone National Park, Wyoming

Der Schlaf war tatsächlich himmlisch! Doch die harte Realität erwartet uns: der Beartooth Pass will überwunden sein, 3,320 Meter hoch. Es geht in die Höhe und höher und höher, die Landschaft wunderbar, Schneeberge und Aussicht ohne Ende. Kein Dorf, kein Haus, nichts stört das Einsamkeitserlebnis…..wäre da nicht der enorme Verkehr! In etlichen Serpentinen kämpft sich der gutmütige Wagen auf die Passhöhe. Eine Fotostopp muss her, nein, gleich zwei, wenige Meilen später wird die Aussicht auf die umliegenden Berge noch besser. Dann sogar ein dritter Halt, nicht mehr ganz so dramatisch, aber trotzdem ein Pano wert. Mittlerweile sind wir in Wyoming, die zuvor mühsam erklommenen Meter müssen wieder preisgegeben werden. Die Landschaft, falls ich es noch nicht erwähnt habe, wunderschön! Wie in der Schweiz, nur viel grösser, mächtiger und einsamer. Wir passieren Cooke City, wieder in Montana, nur eine geballte Ansammlung von Tourismusinfrastruktur, der Benzinpreis eine Frechheit, über 50 Cents teurer, wie gehabt. Wenige Meilen westlich beginnt der Yellowstone National Park und bald auch wieder Wyoming. In diesem Park waren wir seit über 20 Jahren nicht mehr, eigentlich eine Schande, die Gegend ist wirklich ein Hammer. Der Verkehr ist auch ein Hammer, auf den wenigen Picknickgelegenheiten findet sich keine Parklücke. So machen wir an einem normalen Parkplatz halt und verdrücken unser obligates Sandwich, jetzt wieder mit Roastbeef vom Londonbroil. Die Fahrt geht weiter, das Wetter ist gut, ziemlich warm, kann man sagen, die schönen Wolken verzieren und nicht verunstalten den blauen Himmel. Ausser einer sehr grossen Anzahl von Büffeln sehen wir kein Getier. Bei Tower-Roosevelt, nur eine Strassenkreuzung, biegen wir links weg Richtung Canyon Village. Nun geht es wieder in die Höhe, der 2,700 Meter hohe Dunraven Pass muss überwunden werden. So zuckeln wir, immer im dichtesten Ausflugsverkehr durch hier nun nicht mehr so ansprechende Gegend, ziemlich abgebrannt schaut’s aus. Das Canyon Village ist erreicht, der Campingplatz findet sich ohne Probleme, die Reservation hat geklappt. USD 30.72 sind abgebucht worden, als Gegenleistung stehen wir auf den Site I175 mitten im Wald, umgeben von unzähligen Mitcampern, der Stellplatz ist topfeben, nicht selbstverständlich. Der Laden hier wird von Xanterra betrieben, ehemals Fred Harvey (Grand Canyon!), dies Firma betreibt führt/melkt Lodges, Restaurants und Campingplätze in diversen National Parks. Die Facilities sind alt, aber sauber, pro Nacht werden zwei Duschen erlaubt, nicht pro Mann/frau, sondern pro Stellplatz. Wir ruhen uns ein wenig von der doch anstrengenden Fahrt, 107 Meilen total, aus. Danach geht es auf den North Rim Drive, ganz in der Nähe. Der Verkehr lähmend, die Parkiermöglichkeiten sehr dünn gesät. Doch die Aussicht auf den Yellowstone River, resp. auf die farbigen Canyonwände gigantisch. Natürlich muss ein Panorama her. So eindrücklich hatten wir diesen Teil des Parkes nicht in Erinnerung! So kommen wir doch noch zu leichtem Wandern, immer dem Rim entlang. Der Inspiration Point dann der Disappointment Point. Keine richtige Aussicht, die Fahrt war das Benzin nicht wert. Zurück auf dem (vollen, wie alle anderen passierten auch) Camping geniessen wir dann einmal mehr das Camperleben, wie wir es NICHT lieben. Laute Rap Musik, stinkende/rauchende Feuer, Generatorengeknatter und Hunde- und Kindergebrüll/schrei. Der Lärmpegel sinkt dann langsam, nur noch Generatoren müssen wir erdulden. Was soll’s, bald ist es kalt genug, die Schoten dicht zu machen und unsere Musik aufzudrehen. Ein landschaftlich sehr eindrücklicher Tag findet ein Ende, hoffentlich ein ruhiges.

Canyon Village CG, Yellowstone NP

Canyon Village CG, Yellowstone NP

 

 

 

24. Juni 2015 – Red Lodge, MT

Die heutige Fahrt ist nicht sehr lang, an die 80 Meilen. Wir bunkern noch (viel!) Benzin, die Mileage ist immer noch schlecht, und kurven auf dem 90 west bis Laurel, ab hier geht’s auf dem 212er südwestwärts, den Bergen entgegen. Die Gegend erst flach und langweilig wird langsam interessanter, die nicht mehr so weit entfernten Berge können noch etwas Schnee aufweisen, nicht soviel wie einst unten in Colorado, dafür sind diese hier zu niedrig. Red Lodge (pop. 2,100) ist schnell erreicht, das Städtchen auf ‘Historic’ getrimmt, doch wie fahren weiter rauf in die Berge. Nach wenigen Meilen sind wir einigermassen in der Wilderness und es bietet sich eine Campgelegenheit an: Rattin Campground, mehr oder weniger nahe am Rock Creek gelegen. 7 Sites (minus eins, das der Camp Host für sich gepachtet hat) stehen zur Auswahl. Wir nehmen die Nummer 7 und bezahlen die geforderten USD 15. Gegenleistung lediglich Pit Toilets und Wasser zum selber pumpen. Dafür ist die Ruhe unbezahlbar! Nach gemütlichem Lunch und Ausruhen schlendern wir ein wenig durch die Landschaft, nicht atemberaubend, doch eine wohltuende Abwechslung zur gehabten der letzten Tage/Wochen: Berge. Es finden sich hier auch diverse Summer Homes, meist gut versteckt im Wald, doch die tun der wunderbaren Ruhe keinen Abbruch. Abends kommt noch ein Mitcamper, zwei Sites entfernt. Die beiden sind jedoch sehr ruhig und so geniessen wir seit Urzeiten wieder einmal absolute Stille. Wir sind mittlerweile auf etwas über 1,900 Meter über Meer angelangt, morgen soll es noch weit höher gehen. Die Temperatur auch ganz angenehm, es wird anständig kühl, so kann einem himmlischen Schlaf nichts mehr im Wege stehen. Abends dann ein  Rindsfilet vom Grill, das Pfund zu vernünftigen USD 10. Wunderbar!

Rattin Campground bei Red Lodge, MT

Rattin Campground bei Red Lodge, MT

22. und 23. Juni 2015 – Billings, Montana

Ein einziger Zug nur hat die Stille der Nacht durchbrochen, dafür aber wirklich ohrenbetäubend! Wir denken alsbald an Aufbruch, eine Dusche hier können wir uns verkneifen, der Zustand der Facilities macht uns die Entscheidung leicht. 220 Meilen sind zurückzulegen, alles auf dem Interstate 94, bis auf die letzten paar Meilen vor Billings, wo der 94 in den 90er übergeht. Die Fahrt nicht weiter umwerfend, meist dem breiten, trägen Yellowstone River entlang, in der Ferne Badlands, in der Nähe der allgegenwärtige Schienenstrang. Bei Bighorn mündet der von Wyoming unten kommende Bighorn River in den Yellowstone, erster auch nicht von schmächtiger Natur, wer von den zweien breiter ist, lässt sich auf die Schnelle nicht beurteilen. An jeder Rest Area machen wir einen kurzen Halt, immer etwa 60 Meilen voneinander entfernt. Das Wetter übrigens gut, ein paar Wolken, mehr nicht und die Temperatur angenehm hoch. Der Höhenunterschied von Glendive zu Billings gerade einmal 1,000 Fuss (auf einer Distanz von über 200 Meilen). Kurz vor Erreichen unseres heutiges Zieles, Billings (pop. 106,000, elev. 3,124’) sehen wir ein Reklameschild für einen Car/Truck Wash. Also runter von der Autobahn und den Platz inspiziert. Self Service Waschen oder machen lassen, unser Dilemma. Dank meiner immer noch schmerzenden Schulter optieren wir für letzteres. USD 35 soll der nasse Spass kosten, müssen dann allerdings über eine Stunde warten. So warten wir und lassen die jungen Burschen unseren Wagen schrubben. Dann geht es in die hektische Stadt, der Billings Village RV Park ist schnell erreicht, mitten in der Stadt, aber dies hat natürlich seinen Preis: die Anlage ist sehr eng, man steht Tür an Tür mit meist Luxus Class A Motorhomes, die Eisenbahn ist SEHR nahe und last but not least werden USD 45 fällig (ohne Good Sam Karte gar USD 50). Die Facilities eher klein und altmodisch, aber sauber. Es ist heiss, über 30°, aber wir beklagen uns nicht. Kaum im Internet, sticht ein Mail von der Cornèr Bank ins Auge: Abteilung Fraud Prevention, meine Karte sei provisorisch gesperrt worden, bitte sofort anrufen. Trotz diverser vorhandener Cell Phones ist dies nicht ganz einfach. Endlich kriege ich eine schlechte Verbindung und wir können die Situation klären. Da meine Einkäufe seit längerem immer in den USA erfolgen und nun plötzlich eine Belastung aus England vorliegt, hat der VISA Computer auf Rot geschaltet. Ziemlich clever, die Leute in Lugano. Der Schuldige ist Herr Beethoven, resp. der Chinesische Dirigent Lan Shui mit den Dänischen Philharmonikern, hatte ich doch vor eine paar Tagen ein paar Musikfiles runtergeladen. Zweites Problem dann Campingunterkünfte im Yellowstone National Park zu ergattern. Nach langem hin und her haben wir endlich 4 Nächte auf drei verschiedenen Plätzen unter Dach und Fach. Für Juli (und den grössten Teil des Augustes)sind alle reservierbaren Sites bereits ausgebucht. Abends dann ein sehr gutes Rib Eye Steak (USD 15) mit Couscous. Der Geräuschpegel ist knapp akzeptabel, jetzt vor der Camp-Knecht endlich fertig ist mit Rasenmähen und dergleichen. Natürlich bellen diverse Hunde und Goofen schreien/plärren um die Wette, aber was soll’s….

Die Nacht war warm und LAUT…diese verd….. Güterzüge rauben einem den Schlaf. Es ist wunderbaren Wetter und bereits 17°, ein paar Wolken segeln aber den sonst blauen Himmel von Montana (pop. knapp eine Million auf einer Fläche von 381,000 qkm). Nach einer Dusche, Wäschewaschen und Frühstück fahren wir in den nahen Albertsons. Dies ein sehr schöner Laden, die Preise erträglich, die Fleischauswahl verlockend, die Weinauswahl erschlagend. Doch wir bleiben meist bei unserem YT, welcher hier im Sonderst-Angebot für USD 5.25 über den Tresen geht. 25% Spezialrabatt auf Wein/Bier diese Woche, meint die Kassiererin. Dann geht es auf die Suche nach Propan, unser Tänkchen ist ziemlich leer. Für USD 37.38 gibt es bei Holiday Stationstores 12.50 Gallonen. Das Mädchen scheint das Prozedere des Auffüllens nicht so ganz im Griff zu haben. Plötzlich ist sie weg und bringt kurze Zeit später den Manager mit, nach zwei, drei klärenden Worten schwirrt dieser wieder ab und die junge Dame ist ihrem Schicksal überlassen. Nebenan mäht ein Störgärtner den Rasen, ungeniert eine Zigarette im Mundwinkel. Keine zwei Meter vom grossen Propantank und dem No Smoking Schild entfernt. Mir ist höchst unwohl, was ich dem Typen auch ausrichte, aber er lächelt nur milde, ist ja auch nicht sein Camper. Es geht zurück auf den Camping, Mittagessen ist fällig: Buffalo Wings, zuvor im Albertsons erworben, nicht schlecht! Es folgt ein Power Nap meinerseits. Es ist heiss, 31° in unserer guten, aber warmen Stube. Abend stehen Hamburger (ebenfalls von Albertons) mit einer Art Laugenbrötli auf der Speisekarte.

Billings, Montana

Billings, Montana

21. Juni 2015 – Glendive, Montana

Geschlafen haben wir, nachdem es endlich ruhig war, sehr gut und sehr lange. Gegen 8:00 Uhr kriechen wir aus unser Koje und werden von Sonnenschein, blauem Himmel und 14° Temperatur begrüsst. Nach dem Frühstück sieht die Sache schon besser, soll heissen: wärmer aus. Wir brechen auf, doch zuerst müssen noch diverse Ab- und Frischwassertanks geleert/gefüllt werden, ein anständige Dumpstation steht zur Verfügung. Danach zuckeln wir gemächlich (25mph sind erlaubt) zum Parkausgang und biegen dann links weg auf den altbekannten 85 North ab. Nach 14 Meilen, die Strasse wird immer breiter, erreichen wir die Boomtown Watford City. Es sei nur noch halb soviel los, wie noch vor kurzer Zeit, als der Ölpreis über USD 100 lag, so John Weiser, der Park Ranger. Doch die Hälfte ist auch noch genug, Nonstop Lastwagen (es ist Sonntag) kurven/donnern auf der vierspurigen Strasse auf und ab, die Pickups der Ölarbeiter sind dann gar nicht mehr zu zählen. Etliche aus dem Nichts gestampfte RV Park bieten ihre Dienste an, die meisten rappelvoll mit 5th Wheels der ‘Goldsucher’. Mobile Home Siedlungen stehen in der kahlen Natur, Hotels /Motels en masse, viele noch nicht einmal geöffnet, die Übernachtungspreise kennen wir leider nicht. In einem Cash Wise (‘Employee Owned’) decken wir uns mit neuen Lebensmitteln ein. Der Laden nicht schlecht, eine Art Pak’n’Save wie seinerzeit in NZ. Es geht weiter, wir wollen nach Sidney, Montana, rüber. Dieses ist auch alsbald, auf zum Teil sehr schlechter Strasse, erreicht, die durchfahrene Gegend immer noch Ölgebiet, auch drüben in Montana. Wie viel schwarzes Gold hier gefördert (fracking!!!) werden kann, weiss niemand so genau, allein der Weltmarktpreis und bessere Fördertechniken bestimmen wohl über Boom oder Bust der Region. In Sidney (pop. 5,500, elev. 1,931’) findet sich dann ein sehr schöner Supermarkt mit Namen Reynolds, viel brauchen wir eigentlich nicht mehr, aber das Fleisch sieht sehr schön aus. Auch ein paar Flaschen YT wechseln den Besitzer. Sonntags vor 12:00 Uhr gibt es weder in ND noch in MT Alkohol zu kaufen, sei noch erwähnt. Auch Tanken ist fällig, noch immer ist die Mileage nicht die gewünschte…..9.4 Meilen pro Gallone sind nicht rekordverdächtig. Weiter geht die Fahrt, jetzt südwärts nach Glendive, Strasse Nummer 16 bietet sich an. Diese führt immer am leider nur selten sichtbaren, hier nun schon sehr breiten Yellowstone River entlang. Etwas nördlich von Sidney, an der Grenze zu ND, fliesst dieser in den Missouri. Linkerhand tauchen wieder Badlands auf, unser heutiges Ziel soll ja angeblich in den schönsten Badlands von ganz Amerika liegen: der Makoshika State Park. Glendive (pop. 5,000, elev. 2,078’) präsentiert sich dann als ziemlich tristes Kaff. Der State Park wenige Meilen ausserhalb, wirklich in schönster Badlands Umgebung gelegen, dann ein campingmässige Enttäuschung. Als Nicht Montaner kostet die Übernachtung inkl. Eintritt USD 28. Gegenleistung: wenige, nahe beieinander liegende Sites und nur Pit Toilets. Ein Skandal. Da hilft auch die Tatsache nichts, dass Montana keine Sales Tax erhebt. Diesen Preis sind wir nicht gewillt zu zahlen, wir drehen um und schauen uns einen RV Park in der Stadt an. Ach du meine Güte: ein Trailer Park der übelsten Sorte, gleich am Schienenstrang der BNSF (Burlington Northern-Santa Fe) gelegen. Der zweite dann etwas ausserhalb und weniger heruntergekommen, wenn auch nur marginal: Green Valley RV Park. USD 24.60 werden (7% Lodging Tax wird trotzdem erhoben) fällig. Die Gegenleistung: na ja…..Immerhin sind wir keine 100 Meter von den Geleisen entfernt, die Güterzüge starten gleich hier und als erstes treten sie kräftig auf die Hupe. OHRENBETÄUBEND! Eine Nacht hier reicht uns für den ganzen Rest unseres Lebens. Oh, auf der anderen Seite des Platzes ist praktischerweise der Freeway mit der Nummer 94 und zuguterletzt hört unser Nachbar noch TV und telefoniert danach lauthals eine halbe Stunde vor unserem Küchenfenster.  Nicht immer kann man Glück im Leben haben. Es beginnt zu regnen, nicht sturmmässig, wie eigentlich die letzten paar Tage so üblich, ein sanfter Regen, etwas Donnergrollen dafür aber ein knallroter Westhimmel, wie selten gesehen.

Green Valley RV Park, Glendive, Montana

Green Valley RV Park, Glendive, Montana

17. bis 20. Juni 2015 – Theodore Roosevelt N.P.

Ein Wunder! Der Himmel ist blau, blauer könnte er nicht sein. So dislozieren wir natürlich in den nahen Park, resp. den dortigen Cottonwood Campground. Doch zuvor fahren wir nochmals die Scenic Loop ab, ich möchte diese Badlands auch noch bei schönem Wetter abknipsen. Irgendwie jedoch ist das Mystische weg, es sieht zwar ansprechend aus, doch das gewisse Etwas an Stimmung fehlt. Nun ist aber endlich eine Wanderung angesagt. Es soll auf den Jones Creek Trail gehen. Die Landschaft ansprechend, ziemlich grün und anständig warm ist’s auch. Nach einer knappen Stunde stehen wir am hohen Ufer ebendieses Creeks und können nicht weiter. Nicht Wasser, sondern tiefer Schlamm macht es unmöglich weiterzumarschieren. Also eine Kehrtwendung und zurück zum Camper. Der Wanderweg ist auch ein Büffelweg, so manchem Büffelfladen gilt es auszuweichen. So geht’s es weiter zum Camping, mal schauen, was dieser so im Angebot hat. Das Angebot wäre gross, nur sind die meisten Sites reserviert (gerade Nummer kann man nicht, ungerade kann man reservieren). Es findet sich Platz Nummer 8, ein schönes Site mit genügend Umschwung. Wir lassen die Markise runter und machen auf Urlaub. Der Platz füllt sich zusehends, nach dem Abendessen wird er gar praktisch voll, so unsere laienhafte Beurteilung. USD 14 werden gefordert, Gegenleistung mangelhaft. Pit Toilets und ‘normale’, diese verströmen jedoch einen Duft, der an das Nashorngehege im Zürcher Zoo erinnert. Es kommt noch ein Herr aus Manitoba angewackelt und erzählt uns eigentlich seine ganze Lebensgeschichte und dies in perfektem Deutsch. Ja, Manitoba sei voll von Deutschen und Schweizern. Nebenan knattern munter ein paar Generatoren (erlaubt von 8:00 bis 8:00, leider), dann marschiert noch ein Riesending von Bison am Camper vorbei, ihn scheint der Trubel hier nicht zu stören, das Gras ist wohl zu saftig.

In der Nacht frischt der Wind kräftig auf und am Morgen starren wir ungläubig in die triste Landschaft hinaus. Alles total verhangen! Doch ich möchte, bevor wir in die North Unit des Parks kurven, nochmals den Badlands Overlook ablichten. Gesagt, getan aber nun ab nordwärts. In Medora erwerben wir noch Autosicherungen da sich gestern eine verabschiedet hat, wieso genau, bleibt ein Rätsel. 5 neue für USD 2.50 ist nicht zuviel verlangt. Auch am Painted Canyon erbettle ich mir nochmals einen kurzen Stopp. Dies Szenerie in eben diesem lausigen Wetter wieder eindrücklich/magisch. Es geht weiter, bald biegen wir auf den 85 North ab und wiederum ist dieser praktisch schnurgerade. Nur der Verkehr ist einiges stärker, als gehabt, vor allem Trucks beherrschen das Strassenbild, dicht gefolgt von Pickups, wir nähern uns unerbittlich Eldorado, besser bekannt unter dem Namen Bakken, das riesige Ölfeld, wo sich neuerdings zehntausende von Arbeitern eine wirklich goldene Nase verdienen. Nach 70 Meilen ist Schluss, wir biegen links weg in den National Park. Die Badlands Landschaft um ein vielfaches eindrücklicher, als im South Unit. Nach weiteren 5 Meilen erreichen wir den Juniper Campground, liegt aber inmitten eines Cottonwood Wäldchens. Sehr spärlich belegt, die Site grosszügig angelegt, die Facilities auf gehabt tiefem Niveau, ebenfalls USD 14 teuer. Doch die Landschaft ist ein Renner. So geht es alsbald weiter westwärts, noch sind es neuen Meilen, bis die Strasse einfach im Nichts aufhört. Erster. längerer Stopp am River Bend Overlook, ein Pano muss her. Bentonitic Clay Overlook, der nächste Halt, auch hier ein Pano. Am letzten Aussichtspunkt, Oxbow Overlook, dann kein Foto, das Wetter ist noch schlechter geworden, die Fernsicht nicht mehr sooo fern. Wir kurven die zum Teil steilen 9 Meilen zurück zum immer noch praktisch leeren Camping. Es ist kalt, 15° und Mitte/Ende Juni, bitte sehr! Abends dann eine heisse und köstliche Tom Kha Gai, wir sind aufgewärmt, die Gasheizung kommt nicht zum Einsatz.

Wieder ein Wunder: Der Himmel ist blau, als ob er dies seit Urzeiten auch wäre. Auch mit der Temperatur geht es mächtig in die Höhe, ein verrücktes Wetter. So gibt’s draussen Frühstück und alsbald kurven wir die 9 Meilen bis zum gestrigen Aussichtpunkt ohne Foto, Oxbow Overlook, mit Namen. Leider ist das Licht nicht ideal, die Hälfte des Pano im Gegenlicht, wäre wohl abends besser. Aber es soll am Nachmittag Regen geben, so der Camp Host, er hätte dies von John gehört. Dieser betreibt seit 40 Jahren hier eine Ranch mit Wetterstation. Diesen John treffen wir ein paar Stunden später tatsächlich und unterhalten uns ganz angenehm mit diesem interessanten Menschen. Doch fertig mit der Schwatzerei, wir haben erst die Hälfte unserer Wanderung hinter uns, es muss noch zurück zum Cannonball Parkplatz gehen, keine zwei Meilen, aber an der prallen Sonne, es ist mittlerweile 30° geworden. Auf der ganzen anstrengenden Wanderungen haben wir drei Gegner zu fürchten: Klapperschlagen, Büffel und aggressive Zecken. Nur gerade mit letzeren kommen wir in Kontakt, zwei Ticks hatten wir gestern schon im Camper erwischt und raus bugsiert. Nun wieder drei Stück, ist wohl auf die vielen Büffel hier zurückzuführen. Schweissüberströmt erreichen wir unseren heissen Camper und kurven sogleich zum nahen Camping zurück. Lunchtime. Dann Erholung draussen auf dem sich leider immer mehr füllenden Platz, es ist Freitag und Familien sind in Anmarsch. Der Himmel überzieht sich immer mehr mit Wolken, könnte also wirklich Regen oder besser gesagt, ein Gewitter geben. Doch erst eine wohlverdiente Dusche. Dann kommt der Camp Host anmarschiert (man beachte: zu Fuss!) und erklärt uns, ein Donnerwetter sei eine Stunde entfernt, 100 Stundenkilometer Wind und Pingpong Hagel. Was ist zu tun? Nichts, abwarten. Der Sturm braucht jedoch keine Stunde bis er uns um die Ohren pfeift, der Regen stark, doch der Wind noch stärker. Hagel: Gott sei Dank nur kleine Körner. Nach einer dramatischen Stunde ist der Spuk vorbei und die Temperatur auf 17° gerutscht. Abends dann Schweinefilet mit Teigwaren, immer ein sicherer Wert.

Theodore Roosevelt NP, North Dakota

Theodore Roosevelt NP, North Dakota

Die Nacht war ruhig, der Himmel ist wunderbar blau, die Temperatur noch etwas im unteren Bereich, doch die Sonne wärmt schnell. Wir beschliessen, den Wagen an einen schattigeren Ort zu stellen, 30° im Camper sind etwas zu viel des Guten. Es findet sich ein halbschattiges Site mit hoffentlich ruhigen Nachbarn, noch hat es keine, doch es ist Samstag…Es soll erneut raus in die Natur gehen. Diesmal direkt vom Camping aus, der Buckhorn Trail, aber ostwärts, bietet sich an. Es ist doch einiges frischer als gestern, der Wind, gestern wohl im Urlaub, bläst uns heute ganz kühl um die Ohren. Der Wanderweg ist erneut ein Multi-User Trail, Wanderer benutzen diesen wohl selten, in erster Line ist es ein Büffelpfad, dann dient er dem Restwasser von gestern, welches noch nicht versickert ist. So ist ein Marschieren eher unangenehm, schlammig und nass. Nach einer halben Stunde müssen wir einen anderen Weg suchen, eine grössere Büffelherde steht uns im (Wander-)Weg. Der Schwächere gibt nach und wir stapfen einfach so durch die sumpfige, aber schöne Landschaft. Einmal mehr macht uns eine Bach/Schlamm Überquerung einen Strich durch unsere Wanderleidenschaft. Wir geben klein bei und marschieren auf der nahen Strasse zurück zum Ausgangsort. Den Rest des Nachmittages verbringen wir mit Nichtstun, resp. Bilderbearbeiten. Der Platz wird immer voller, zwei Sites nebenan, wie könnte es auch anders sein, bezieht eine grössere Gruppe Neanderthaler Stellung. Der Geräuschpegel schnellt in die Höhe, nicht zuletzt dank DREIER Hunde, die diese Gruppe mit sich führt. Abends ein Essen draussen, trotz Dauerbeschallung von nebenan, ein sehr gutes Flanksteak will verspiesen werden. Zur Feier des Tages (unser 35 jähriges Jubiläum!!) muss die Flasche Mourvèdre (in Santa Fe erworben) dranglauben. Nach einem Verdauungsspaziergang ziehen wir uns in unsere Behausung zurück und drehen die Musik etwas lauter auf, als gewöhnlich. Das Hundeheulkonzert kombiniert mit Züri Fäscht Gegröle von nebenan rechtfertigen diese unübliche Massnahme unsererseits.

Theodore Roosevelt N.P., South Unit, North Dakota

Theodore Roosevelt N.P., South Unit, North Dakota

Theodore Roosevelt N.P., North Unit, North Dakota

Theodore Roosevelt N.P., North Unit, North Dakota

16. Juni 2015 – Medora, North Dakota

In er Nacht gab es kräftig Sturm, Regen jedoch nicht. Die Wettersituation präsentiert sich am Morgen jedoch alles andere als akzeptabel, immerhin regnet es (noch) nicht. Wir brechen definitiv unsere Zelte hier ab und machen uns rauf nach North Dakota. Ein paar Meilen noch auf dem 90 West, dann immer auf dem 85 North durch meist topfebende, langweilige Pampa Landschaft. Die Strasse ist ohne jegliche Kurven, selten ein solch gerades Asphaltband gesehen. Die Wolken hängen tief am bleiernen Himmel, dann und wann kommt schon mal Inkontinenz vor. Endlos scheint die über 200 Meilen lange Reise. Dörfer/Städte gibt es so gut wie keine unterwegs, Buffalo vielleicht, wo wir einen kurzen Stopp einlegen. Mitten im Nichts dann der Grenzübertritt: wir sind in North Dakota (pop. 672,500 auf 180,000 qkm). Die Landschaft ändert sich deswegen nicht. Die Strasse wird nur merklich besser, endlich ist Schluss mit dem Gerumpel, Geld hat man hier ja genug, genau so wie Öl. Wir erreichen Bowman (pop. 1,650), hier erspähen wir ein winziges Visitor Center, aber mit kompetenter und liebenswürdiger ‘Beratung’. So kriege ich meine North Dakota Road Map und dazu noch ein Kilogramm weiteres Touristenmaterial, auch ein Strassenkarte von Minnesota ist dabei. Nicht, dass wir jetzt schnurstracks dorthin fahren wollen….aber interessieren tät’s mich schon. Es geht weiter, noch sind es 75 Meilen bis Medora, (fast) alles immer noch auf dem schnurgeraden 85 North. Es taucht eine erste Bisonherde auf, hier oben ganz normal, hat doch schon Teddy Roosevelt solche Viecher abgeknallt (!). Wir treffen auf den Freeway Nummer 94, auf diesem geht’s westwärts die letzten paar Meilen bis Medora (pop. 112). Beim Aussichtspunkt auf den Painted Canyon legen wir eine kurze Pause ein: Lunch ist auf dem Programm. Danach folgt eine längere Fotosession. Dies Gegend ist mächtig eindrücklich. Die Badlands sind hier mit ziemlich viel Grün verziert, sieht sehr interessant aus. OK, weiter die letzten 7 Meilen bis ins historische Minidorf Medora. Wir quartieren uns auf dem Red Trail Campground mitten in der Stadt, pardon: Dorf ein. USD 27.90 sind zu berappen, nur gerade Strom ist inkludiert und noch etwas wackeliges WiFi. Doch wir machen kaum fünf Minuten Pause und es geht erneut los, wir wollen noch den 36 Meilen langen Loop im nahen Theodore Roosevelt N.P. abspulen. Die Gegen irgendwie seltsam und eindrücklich, nicht wirklich umwerfend wie ein Grand Canyon, aber doch fesselnd. Hier hat es natürlich allenthalben ein Büffel oder auch Prärie Hunde. Am Badlands Overlook dann erneut eine Fotosession, ein Panorama muss her, ist aber nicht ganz einfach, die spezielle Stimmung einzufangen. Dies gelingt mir nicht ganz nach Wunsch. Gegen 16:00 Uhr sind wie zurück auf dem nicht mehr ganz so taufrischen Camping, die Facilities haben schon bessere Jahrzehnte gesehen. Die einzige Tankstelle nebenan (USD 2.79 die Gallone) hat keine meiner Kreditkarten akzeptiert, so musste ich mein Cash hervor klauben. Abends dann ein leichtes Mahl, Chicken und Pakhoras, letztere leider etwas fade, aber die Rezeptur wäre nach unserem Geschmack. Die Bahnlinie ist übrigens keine 100 Meter entfernt, doch die langen Güterzüge hupen hier mitten im Dorf nicht…na ja, sehen, resp. hören wir mal. Viel zu hören gibt es dann auch wirklich nicht, die Züge rumpeln vorbei, doch gehupt wird nicht, auch auf dem Camping herrscht eine angenehme Ruhe.

Red Trail Campground, Medora, North Dakota

Red Trail Campground, Medora, North Dakota

12. bis 15. Juni 2015 – Spearfish

Vier Tage zusammenfassen? Was ist los? Nicht viel. Das Wetter meint es nicht sehr gut mit uns. Den 12. und 13. Juni verbringen wir am Little Spearfish Creek, resp. auf dem dortigen Rod and Gun Campground. Der Camping ist nur ein par Meilen von Spearfish entfernt, den Spearfish Canyon hoch bis Savoy und dann rechts weg dreieinhalb Meilen auf der ungeteerten Roughlock Falls Road. Gerade einmal sieben Stellplätze kann der Minicamping aufweisen, ebenso eine Pit Toilet. Doch die Lage und das (zweitletzte) Site, welches wir ‘erwischen’ lassen gute Stimmung aufkommen. USD 16 pro Nacht ist dann allerdings etwas jenseits der Schmerzgrenze, bedenkt man die magere infrastrukturielle  Gegenleistung. Nach etwas Ausruhen montieren wir unsere Wanderkluft und marschieren in die schöne Landschaft hinaus. Wanderweg starten gleich hinter unserem Site. So geht es meist durch Gras, immer dem kleinen Speerfisch Fluss aufwärts. Nach knapp zwei Meilen treffen wir auf den zweiten Campingplatz, Timon. Dieser ebenfalls winzig und gut belegt, doch unser Site Nummer 7 ist unschlagbar gut gelegen. Es geht weiter dem Fluss entlang, vorbei an Bieberdämmen und –burgen. Wirklich ein ‘liebliche’ Landschaft hier draussen. Wieder zufrieden und leicht erschöpft zurück, ist es bald Apérozeit. Abendessen: eine hausgemachte Pho….aber es läge noch einiges mehr drin……war aber auch der erste Versuch überhaupt. Die Nacht wird sehr ruhig, ein kurzer Regen beglückt uns auch noch gegen Tagesanbruch. Am zweiten Tag ist das Wetter nicht mehr gar so gut, bereits ziehen Wolken heran, derweil wir gemütlich draussen frühstücken. Erneut geht es auf eine Wanderung: Rimrock Trail. Wie der Name ahnen lässt, führt dieser in die Höhe, aber wir schaffen dies mit links, die Gegend ist wiederum sehr schön, diverse Blumen blühen, unter anderem Orchideen, gestern, fand sich sogar ein Frauenschüchen am Wegesrand. Natürlich kommen uns praktisch keine Mitwanderer zu Gesicht, nur zwei Velöler, obwohl der Weg ausschliesslich für Wanderer und Pferde markiert ist, egal, erlaubt ist, was gefällt. Der Himmel überzieht sich immer mehr mit Wolken und der Wind frischt auf. Zurück auf dem Camping: Same Procedure as Last Day: Apéro und danach Abendessen. Diesmal Flanksteak vom Hirsch, nicht ganz so zart, wie erhofft, aber geniessbar.  Der Camping heute übrigens kaum halbvoll, kann uns nur recht sein. Der Abend wird erneut sehr ruhig. Was man jedoch von der Nacht nicht gerade behaupten kann: um 2:00 Uhr geht das Donnerwetter los. Blitze und Donner non-stop und dies über zwei Stunden lang. Sehr ungemütlich! Irgendetwas rausch da kräftig…ich schaue hinaus, aber die Bäume schwanken nicht, hoffentlich ist dies nicht der ach so zahme Fluss nebenan. An Schlaf ist nicht zu denken, wir warten dieses Mega Gewitter ab, passiert ist zum Glück nichts, der Fluss immer noch zahm, war es also doch der Wind. Gegen Morgen finden wir unseren Schlaf wieder und erwachen nicht vor 9:00 Uhr. Alles ist grau in grau. So bleiben wir nicht länger hier, es soll in einem Bogen über Lead und Deadwood wieder runter nach Spearfish gehen. Car Wash ist zuoberst auf der Do-To Liste. Wir kurven in die Höhe, dann wieder runter, immer auf sehr gut ausgebauten Strassen, meist zweispurig (pro Richtung). Lead (pop. 3,100, ein Wintersportort!) passieren wir, einen Stopp gibt es erst in Deadwood (pop. 1,300). Dies ein Touristenort, ehemals Minenstadt, nun Gambling Hot Spot. Es findet sich ausserhalb der pittoresken Altstadt ein grosser Parkplatz für RVs und dergleichen, gratis versteht sich. Jens Werner hat sich sms mässig gemeldet, er sei am Crazy Horse Denkmal, in einer Stunde könne er bei uns sein. Wunderbar, klappt das erwartete Treffen also! Die Wartezeit überbrücke ich mit computern, meine bessere Hälfte schaut sich nach einer Verpflegungsstätte im Städtchen um. Jens macht seine Drohung war und steht bald mit seiner ‘Indian’ Maschine auf dem Parkplatz. Der Mann ist einer meine sehr guten Erinnerungen an meine Arbeitszeit beim Schweizer Rückversicherer, den Name will ich nicht erwähnen. Wir dislozieren ins Gem Steakhouse im Mineral Palace Hotel. Der Laden macht einen gepflegten, wenn auch etwas altbackenen Eindruck. Doch die aufgetragenen Speisen von sehr guter Qualität und auch die Preise vertretbar. Jens zieht ein Wunderding von Ribeye Steak rein, wir begnügen uns mit Büffelfleisch, aber auch nicht schlecht, die French Fries ein Renner, wie in Neuseeland (Beer Battered…..). Natürlich wird viel geplaudert, auch einmal über unseren ehemaligen Arbeitgeber. Bin froh, letztes Jahr abgesprungen zu sein. Allzuschnell ist die Zeit vorbei und wir verabschieden uns vom sympathischen Jens, er will noch weiter bis Rapid City oder gar Wall, die Badlands stehen auf dem Programm. Wir unsererseits zuckeln rüber ins nahe Spearfish und nisten uns erneut auf dem Chris’ Camp ein. Das Wetter wird wieder schlechter, tagsüber war es durchzogen schön bis wolkig mit kühlem Wind. Abendessen lassen wir fallen, eine Suppe reicht uns vollauf. Die Nacht wird ruhig, sieht man einmal vom erneut einsetzenden Regen ab. Der Morgen ist grau in schwarz, ein Hundewetter, das seinesgleichen sucht. Mit dem Car Wash wird nix, der wird auch von alleine nass. Wir verlängern um einen Tag, jetzt nach North Dakota rauf bei diesem Schw……wetter lohnt sich nicht. Am Morgen Stubenarrest, am Nachmittag Shopping, so schaut’s aus! Safeway steht auf dem Programm, ebenso der neue und r i e s i g e  Walmart. Dort möchte ich mir die Haare schneiden lassen, müsste aber eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen. Also weiter mit diesem Pelz auf dem Kopf rumlaufen….doch da erspähe ich eine Filiale der allgegenwärtigen Cost Cutter Kette. Keine Wartezeit und so bin ich in einer Viertelstunde wieder draussen, um USD 20 ärmer (17.97 & Tip) und sehe wie ein Mensch aus, wenn auch die Figaro-Künste des Mädchens nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Es regnet eigentlich meistens, ein paar Minuten trocken, dann der nächste Guss….und es soll noch schlimmer werden. Die Temperatur für diese Jahreszeit völlig unüblich im tiefsten Keller: 15°. Abends endlich wieder einmal ein Thai Curry, immer ein sicherer, kulinarischer Wert. Es ist knapp vor 18:00 Uhr und ich sehe die Sonne das erste Mal heute, wenn auch nur für wenig Augenblicke. Text fertig getippt und die Sonne ist wieder weg.

Little Spearfish Creek, South Dakota

Little Spearfish Creek, South Dakota

10. und 11. Juni 2015 – Spearfish II

Und der Regen kam doch, nicht ganz so dolle, wie auch schon. Es ist alles grau in grau und die Temperatur auf 15 Grad gesunken. Gestern noch weit über 30°! So richten wir uns auf einen gemütlichen Tag ein. Das Internet funktioniert immer noch einwandfrei und so surfe ich durch klassische Musik von Komponisten, welche ich noch nie gehört habe. Eine Schatztruhe/Wundertüte tut sich mir auf. Namen führe ich hier keine auf, die Liste wäre zu lang! OK, zwei vielleicht: Julius Weismann und Adolf Fredrik Lindblad, wunderschön! Den Wagen bewegen wir am 10. überhaupt nicht, am Tag darauf (dieser ist noch weit katastrophaler) jedoch für ein paar Meilen zum nahen K-Mat und in die Stadt, resp. zum Safeway. Die Stadt macht übrigens einen wirklich aufgeräumten, ansprechenden Eindruck, auch scheint Geld vorhanden zu sein. Da und dort thront ein ansehnlich Gebäude auf einem der nahen und zahlreichen Hügel. Abends: Schweinfilet und Polenta, am zweiten Tag: Brot und Salat. Wir hatten einen ausgiebigen, eher ungesunden Lunch: Frozen Pizza, USD 5.50 das Wagenrad, schmeckte aber nicht schlecht und natürlich assen wir dies Ding nicht gefroren. Das Thermometer kam nie über die 16° Marke, doch gemäss Prognose soll es morgen wieder strahlend blau und warm werden, wenn auch nicht mehr die gehabten 30°+, sondern um 25°. Viel mehr kann man nicht berichten, wir geniessen das Camperleben trotz lausigem Wetter ungemein, Langeweile oder Hüttenkoller kommen nicht auf. Der Camping, wie wir es lieben: immer noch praktisch leer. Die seit zwei Tagen bestehende Flash Flood Warnung scheint nun vom Tisch zu sein, hier ist zum Glück nichts passiert, mal schauen, was die Medien morgen so berichten. Der Mai übrigens der nässeste seit Wetteraufzeichnung, die 1895 begann (dies in Bezug auf die gesamte USA, nicht hier in South Dakota). In Ermangelung anderer Wichtigkeiten unten noch drei Schwarz-Weiss Übungen, die Badlands sind wirklich fotogen:

Badlands, South Dakota I

Badlands, South Dakota I

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Badlands, South Dakota II

Badlands, South Dakota III

Badlands, South Dakota III

9. Juni 2015 – Spearfish

Es ist wunderbar warm, dies schon beim (späten) Aufstehen. So frühstücken wir erneut draussen, heute hat es praktisch keinen Wind. Doch wir beschliessen weiterzufahren, es soll heute in den Mid Nineties werden, etwas zu viel, um ohne Kühlung zu überleben. Wir nehmen die kurze Route den Cedar Pass hoch und sind dann alsbald auf der Rennbahn, auch genannt Freeway 90. Mitten im nichts, am Cheyenne River, machen wir Halt an einer Rest Area mit Besucherzentrum, hier kriege ich endlich eine South Dakota Strassenkarte und auch noch weiteres Tourismus-Material. Die Leute sehr freundlich und redselig. Der Fluss nebenan, eben der Cheyenne, führt mächtig Wasser, ist weit über die Ufer getreten. Dies sei das Ergebnis vom sehr starken Thunderstorm, welcher vor zwei Tagen über den Black Hills niederging. Auch hier wird wieder über das überaus regenreiche Wetter berichtet/gejammert. Die Fahrt geht weiter, wollen wir doch in Rapid City unsere Vorräte auffüllen. Auf Anraten der netten Dame der Visitor Info suchen wir das Family Thrift Center (gehört SpartanNash, einer Fortune 500 Company) auf, einmal ein anderer Supermarket als die ewig gleichen Safeways & Albertsons (die jetzt ja zusammengehören). Dieser findet sich nach ein paar Minuten hektischen Herumkurvens in Rapid City (pop. 68,000). Ich erlaube mir ein Sixpack ‘Devastator Double Bock’ der Wasatch Brewery Salt Lake City zu erstehen. Einen Dollar teurer, als andere Biere, dafür, wie sich später herausstellt, um Längen besser. Erinnert an ein Belgisches Trappiste, auch was den Alkoholgehalt betrifft: 8%. Nun noch eine Tankfüllung nicht ganz so günstiges Benzin (USD 2.74, vor den Toren der Stadt wäre es 15 Cents billiger gewesen…..) abgezapft und die Reise geht weiter, zurück auf den Freeway und Sturgis (pop, 6,600), resp. Spearfish (pop. 10,500) entgegen. Es ist saumässig heiss! Etwas Statistik/Info: Pierre, die Hauptstadt von SD hat gerade einmal 13,500 Einwohner und liegt mitten in der Pampa, auf der Zeitzonengrenze Mountain und Central. Bald ist Spearfish erreicht, das Städtchen kommt ziemlich anständig und modern daher, mit Walmart und allen anderen Annehmlichkeiten. Der Camping mit Namen Chris’ Camp liegt etwas abseits der Autobahn und, viel wichtiger: es ist keine Zugslinie weit und breit in Sicht. Der Schienenstrang führt von Sturgis direkt nordwestlich nach Belle Fourche, Spearfish wird links liegengelassen. Für USD 37 (Strom und Wasser) kriegen wir ein schönes, schattiges Site auf dem sehr gepflegten Platz. Die Facilities sind nicht mehr neu, aber blitzeblank. WiFi auch dabei und in hervorragender Stärke/Schnelligkeit. Die Klimaanlage muss ihren Dienst aufnehmen, es ist wirklich sehr heiss, 34° draussen, 37° drinnen. Nach zwei Stunden ist es im Camper noch erträgliche 27°. Wir sitzen draussen und verköstigen, wie kurz erwähnt, das ausgezeichnete Doppel Bock aus dem Mormonenstadt. Abends dann ein sehr gutes & dickes New York Steak vom Coleman Grill/Kocher, USD 14 teuer. Die Temperatur sinkt in den sehr angenehmen Bereich, alle Fenster und Türen auf, damit die Resthitze endlich raus kann. Der Platz ist praktisch leer, kann uns mehr als nur recht sein, wir haben unsere kostbare Ruhe. Von der Autobahn hört man kaum etwas. Das Wetter soll rapide umschlagen, die Temperatur in den Keller sausen dazu wieder heftiger Regen. Warten wir einmal ab, momentan ist alles schön ruhig und warm. Nun das übliche Camping-Foto:

Chris' Camp, Spearfish, South Dakota

Chris‘ Camp, Spearfish, South Dakota