24. bis 27. Februar 2016 – Karoo National Park, Beaufort West

Ich stehe um 5:30 Uhr auf, es ist heute wärmer als gestern, ein T-Shirt plus ‘Fasi’ reichen vollauf. Es hätte sogar ein kleines Predawn Licht am Berg gegeben, aber der Schlaf war stärker. Die üblichen paar Minuten zu spät halt……Doch auch der normale Licht taucht den markanten Tafelberg in ein schönes und warmes Licht. Sehr zufrieden marschiere ich, nun nur noch im T-Shirt (natürlich auch mit Hose…) bekleidet zurück zur nahen Farm. Es herrscht schon ein reges Treiben, die kühlen Stunden müssen ausgenutzt werden, die Sonne kennt hier in der Karoo kein Erbarmen. Frühstück wieder drinnen, der Gartensitzplatz, wie gestern auch schon, von den diversen Rasensprenger völlig unter Wasser gesetzt, ebenso meine Seite des Autos, da hat wohl jemand nicht alle Scheiben hochgekurbelt. Leider geht’s heute weiter, hier könnten wir noch ein paar Tage bleiben. Die drei Hunde des Farmers rennen uns fast um, rasen in unsere Bude, springen an uns hoch, eine Riesengaudi für sie, wir sind ja leider nicht die grössten Hundeliebhaber. Aber der kleinste der drei Viecher wirklich putzig und quirlig! Wir bezahlen die geforderten ZAR 1,500 bei den zwei ‘Empfangsdamen’, nun nicht mehr in ‘Uniform’, sehr liebe Menschen. Es kann die 25 Kilometer Holperpiste zurückgehen. Uns scheint die Strasse in dieser Richtung noch eine Spur schlechter zu sein als andersrum. Dafür entschädigt die grandiose Landschaft: wie in Arizona, Tafelberge und unendliche Weite. Endlich vorne an der R61 geht’s rechts weg Richtung Beaufort West. Die Strasse ziemlich gut ausgebaut, Verkehr praktisch nicht existent, die Landschaft anfangs, zumindest auf der rechten Seite grandios, meine Seite jedoch topfeben, praktisch Vollwüste. Noch zwei kurzen Stopps erreichen wir nach über 200 km das grosse (50,000 Einwohner) Beaufort West. Der Checkers Supermarkt findet sich sofort, nicht der allergrösste, doch sauber und das Angebot gut, ausser Brot…..Es ist enorm heiss und ein ebenso heisser Wind fegt uns um die Ohren. Die Weinauswahl übrigens eher beschränkt, hätte für eine Stadt dieser Grösse etwas mehr erwartet. Wir haben Hunger und es ist immer noch heiss, das Restaurant hier ums  Ecke leider gar nicht einladend und so geht’s halt gleich raus in den nur noch 12 Kilometer entfernten Karoo National Park. Die Eincheckerei eher wieder auf der gelangweilten bis unfreundlichen Seite und vor 14:00 Uhr sei gar nichts mit Zimmerbezug. Das Restaurant macht uns auch hier einen Strich durch unsere Hungerrechnung, es wird nur Frühstück und Abendessen serviert. So sitzen wir draussen an der kräftig brennenden Sonne auf einer Parkbank und verdrücken Brot mit Hühnerwurst, dazu Tomaten und Eistee. Es ist 14:00 Uhr und wir fahren zu unserem Bungalow, dieser dann eher klein, doch mit einer leisen Klimaanlage (im Schlafzimmer) ausgestattet. ZAR 1,300 pro Nacht wohl eher über der Schmerzgrenze, kommen ja noch (theoretisch) ZAR 160 pro Nase und Tag Conservation Fee dazu. Die Aussicht auf die Karoolandschaft jedoch ein Hammer, allerdings verläuft hart an unserem Balkon einmal mehr ein Elektrozaun. Auch hier haben sie neuerdings Löwen im Angebot, Schluss mit einfach so in der Gegend herumwandern, wie wir dies die letzten beiden Male getan hatten. Temperaturvorhersage für hier und heute: 38°. Morgen starke Gewitter und danach Abkühlung…hoffentlich! So warten wir drinnen auf kühlere Zeiten, die Klimaanlage kommt für einmal sehr gelegen. Gegen Abend ziehen immer dickere Wolken auf, die Hitze bleibt jedoch. Dann kommt das Gewitter. Ein Spektakel! Trotzdem können wir draussen essen, ein paar Tropfen fallen und wir müssen den Tisch etwas unters Dach ziehen. Ein Thai Curry mit Yoghurt dazu ein Glas 2014 Pinotage Earth’s Essence von KWV. Der Wein eine Wucht, wie flüssige Himbeeren! Jetzt beginnt es richtig zu regnen, wir verziehen uns in unser Stübchen, schauen aber weiterhin dem imposanten Gewitter zu. Dieses zum Glück eher in der Ferne, über den Karoo Tafelbergen, das Donnergrollen hält sich in Grenzen. Ein schöner, wenn auch sehr heisser Tag findet sein Ende. Es kühlt, dank geschlossener Wolkendecke, kaum ab, doch die Klimaanlage verrichtet ihren Dienst ohne Murren.

Karoo National Park

Karoo National Park

Ohne Klimaanlage wäre die Nacht wohl auf der warmen bis heissen Seite gewesen. Der Wecker geht um 5:30 Uhr, aber draussen ist alles stockdunkel. Nach langem Hin und Her bequeme ich mich endlich aufzustehen. Mein Fotostandort in der Früh: unsere Terrasse, wie praktisch. Leider muss die die Sonne zuerst durch ein mächtiges Wolkenband kämpfen. Die Tafelberge werden natürlich nicht rot, aber morgen kann ich ja meine Glück nochmals versuchen. Trotzdem gibt die Gegend fotografisch einiges her. Der ganz National Park ist immerhin 90,000 Hektar gross, aber sehr nahe an der Grossstadt Beaufort West. Frühstück ist im Übernachtungspreis inbegriffen und so marschieren wir nach unsrem obligatem Kaffee zum Restaurant hinauf. Man/frau fährt natürlich die paar Meter, jenseits des nahen Zaunes lauern ja wilde Tiere. Die servierten Omeletten schmecken sehr gut! Das Publikum mehrheitlich Rentner, so sind wir unter ‘Kollegen’. Dann setzen auch wir uns ins Auto und fahren den sehr steilen, aber dafür spektakulären Klippspringer Pass hoch. Die Aussicht auf die Karoo Landschaft sehr eindrücklich, ebenso eindrücklich bereits wieder die Hitze! Leider endet hier das schmale Asphaltband und die Strasse wird zur Steinpiste, nicht Kies, sondern wirklich steinig. Dies können wir unseren zarten Pneus wohl nicht zumuten, das Profil wird ja auch immer weniger und hier oben/draussen einen Reifen zu wechseln….kein berauschender Gedanke. Wir drehen um und und checken den Campingplatz ab. Sehr sauber, aber nicht so schön angelegt, wie andere bisher inspizierte. Hier hat es eine Waschmaschine und somit habe ich die nächste Stunde das Chalet für mich alleine. Ich muss es nochmals erwähnen: es ist heiss! Auch für heute sind wieder 38° angesagt. Am späteren Nachmittag machen wir nochmals eine Ausfahrt, diesmal kurven wir auf dem Zungenbrecher ’Lammertjiesleegte’ Drive herum. Kein einziges Tier bekommen wir zu Gesicht, was wir sehen, ist die nahe Stadt, ich als Viech wäre wohl auch lieber oben in den Bergen. Abends eine Boerewors, wieder nicht, was wir in Erinnerung haben, es fehlen die Gewürze (Nelken!). Noch ein kurzer Verdauungsspaziergang und wir widmen uns unserem Rest der Flasche Rotwein: 2014 Pinotage von Fat Bastard zu ZAR 90. Nicht ganz so spitzenmässig wie der Shiraz-Kollege, aber gut allemal. Es ist eine Spur kühler, nein: weniger warm, geworden und so sitzen wir lange draussen und erfreuen uns am eindrücklichen Sternenhimmel, alle Wolken sind weg.

Karoo National Park - Blick von unserer Terrasse

Karoo National Park – Blick von unserer Terrasse

Heute geht das Aufstehen etwas zackiger. Doch draussen hat es diverse Wolken an diversen Horizonten, so auch im Osten. Es wird nix mit roten Tafelbergen, dafür ist die Stimmung jedoch super, Wolken kommen daher gerast und verziehen sich auch gleich wieder, doch es kommt eine noch dickere Wolkenbank daher gejagt. Unglaublich, was sich nun am Himmel abspielt. Ich habe alle Hände voll zu tun. Nun wir es am Westhimmel dunkelschwarz, kaum zu glauben aber es regnet keinen Tropfen, im Gegenteil, innerhalb von ein paar Minuten ist der Spuk vorbei und der Himmel blau. Selten so ein Himmelspektakel erlebt! Jetzt aber ist ein Morgenessen fällig. Natürlich draussen, so kann ich immer ein Auge auf die Landschaft werfen und noch ein weiteres Bild schiessen, als ob ich in der letzten Stunde keines gemacht hätte!! Wir fahren ins nahe Beaufort West, Einkäufe sind fällig, allem voran: Wein. Die Temperatur steigt aber nicht mehr in schwindelerregende Höhen. Dafür bläst ein kalter Westwind. 28° das angesagte Maximum, eigentlich perfekt. Die nicht sehr attraktive Stadt ist schnell erreicht, ein erster Stop gilt dem Pic’n’Pay Local in einer kleinen Shopping Mall. Na ja, es geht…..Die Weinauswahl sehr mager, also wieder zum etwas besseren Checkers. Hier kriegen wir mit Mühe und Not einen der raren Parkplätze, es ist Freitag, allerlei und vor allem viel Volk tummelt sich hier herum. Es kann wieder aus in die ‘heile & ruhige Welt’ gehen. Der Wind wird immer stärker, fast schon unangenehm. Ich sichte meinen wieder anschwellenden Bilderberg. Abends ein angebliches Straussenfilet, für hiesige Verhältnisse eher teuer und geschmacklich unterdurchschnittlich. Der 2014 Shiraz von Klein DasBosch (ZAR 75) schmeckt gut, aber nicht aussergewöhnlich. Aber natürlich nur ein Glas. Wir müssen um 19:30 Uhr auf einen Night Game Drive (ZAR 202 pro Nase). Der heutige Andrang hält sich sehr in Grenzen, ganze vier Interessierte (wir inklusive!) tauchen auf. Der Wind wird immer stärker, nun richtig unangenehm, zudem gibt’s jetzt auch noch Fahrtenwind. Die nächtlich Ausbeute eher mager: zwei Ohren eines Schakals, ein paar Zebras und rote Hartebeeste, man kann nicht immer Glück haben. Eigentlich froh, dass die kalte Fahrt ein Ende gefunden hat, fahren wir zurück zu unserer Bleibe, man solle ja in der Nacht nicht im Camp herumlaufen. Doch die Rangerin versichert, dass der mickrige Elektrozaun wirklich löwensicher sei. Wieso dann das Nachtspazierverbot? Wir verköstigen den Rest des Rotweines, leider drinnen. Der vorher noch sternenklare Himmel ist im Nu bedeckt und der kalte Wind treibt sein Unwesen! Zumindest können wir ohne die störende Klimaanlage schlafen, ein geöffnetes Fester ist uns einiges lieber, es wird wohl kein Löwe reinspringen, dafür ist das Fenster zu klein.

Karoo National Park - Morgenstimmung, jedoch kam kein Tropfen Regen

Karoo National Park – Morgenstimmung, jedoch kam kein Tropfen Regen

Huuiii, was eine kalte Nacht! 13° waren angesagt, hatte es jedoch nicht so ganz geglaubt. Trotz der hoffentlich temporären Kälte bin ich früh wach und stehe auch sofort beim Weckergepiepse  auf. Warm angezogen mache ich mich auf meinen kurzen Weg, Ziel ist das Chalet #29, von hier oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Tafelberge, der Löwenzaun nur schwach störend. Der Himmel präsentiert sich praktisch wolkenlos, daher auch die frostige Temperatur. Meine Sujets werden leider nicht zur gleichen Zeit angestrahlt, so ist die linke Bildhälfte im schönsten Morgenlicht, derweil die rechte noch im Dunkeln liegt. Es macht trotzdem Spass, wenn auch auch beileibe nicht so dramatisch und interessant  wie gestern. Dank bester Cell Phone Reception hier und unseren erworbenen Daten-Guthaben, wissen wir immer wie das Wetter werden wird, so es denn auch wirklich stimmt. Für heute sind noch magere 20° drin, welch Unterschied zu den gehabten 38°! Es fühlt sich an wie Juli/August oben in Namibia: an der Sonne sehr angenehm, im Schatten eher kalt. Frühstück gibt’s heute wieder im Restaurant, diesmal schmackhafte Tramezzini, sehr lecker! Danach spulen wir die wenigen Wanderwege innerhalb der Umzäunung ab, total 3.1km und eine magere Stunde Wanderzeit. Jetzt setzen wir uns an die angenehme Sonne und schauen in die immer noch wunderschöne Landschaft hinaus. Zwischendurch reservieren wir eine Unterkunft in Springbok, etwas ausserhalb, doch die Landschaft scheint sehr schön zu sein, so suggerieren zumindest die paar Bildchen. Es ist wunderbar ruhig hier draussen auf knapp 1,000 Metern Höhe über dem weiten entfernten Meer, sollte ich dies noch nicht erwähnt haben! Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen wieder auf 36° bis 38° steigen, ist der Sommer doch noch nicht vorbei.  Es ist jetzt fast Apéro Zeit und ich wage die 20° Prognose zu bezweifeln, es ist einiges wärmer draussen an der wunderbaren Sonne! Wir lassen einen weiteren Game Drive sausen. Die Ruhe hier und die Aussicht reichen uns vollauf. Abends Ginger Chicken mit Reis. Dazu ein Glas 2013 Shiraz von Durbanville Hills (ZAR 72), keine Sensation…. Ab 20:00 Uhr dann jeweils den Rest der Flasche, heute wieder draussen unter herrlichem Sternenhimmel. Die vier Tage hier waren tiermässig kein Renner, landschaftlich und stimmungsmässig jedoch einmalig.

Karoo National Park

Karoo National Park

Karoo National Park - Noch ein Versuch

Karoo National Park – Noch ein Versuch

22. und 23. Februar 2016 – Langfontein Farm, Camdeboo Conservancy

Was für ein hektischer Morgen! Unsere Unterkunft in Graaff Reinet wurde kurzerhand annulliert. Wir müssen schnellstens Ersatz finden. Auch die Leute bei Safari Now helfen tatkräftig mit. So kommt alle zwei Minuten ein mail mit einem neuen Angebot reingeflattert, ich werde kaum Herr der Postflut. Es findet sich eine Unterkunft ausserhalb von Safari Now, doch mittlerweile sind die Leute dort auch auf diese Unterkunft gestossen. Wo sollen wir buchen, die Farmersfrau möchte lieber direkt mit uns verhandeln, was wir auch machen. Ich muss derweil 10 Angebote ablehnen, so einen Bürokrieg hatte ich seit meinem Arbeitsalltag nicht mehr! Endlich kann es losgehen, unterwegs müssen wir jedoch noch mails checken, wir brauchen noch die Wegbeschreibung und den Code für das Eingangstor. Der Laden nennt sich Langfontein Guest Farm und liegt 52 Kilometer ausserhalb von Graaff Reinet. Die rasante Fahrt durch wunderschöne Landschaft, die sehr stark an Südarizona erinnert ist leider allzuschnell vorbei. Hie müssten wir einmal noch länger verweilen können. Samara Game Reserve oder Mount Camdeboo Game Reserve würden sich anbieten, Namen, die wir uns merken sollten. Wir erreichen die viertälteste Stadt (gegründet 1786) von Südafrika. Ein erster Halt gilt einem neuen Spar, aber zuerst mail checken, wir haben die Wegbeschreibung erhalten und auch den Code. Wir sollten nochmals anrufen,wenn wir am Gate sind, hier beginnt die 25 Kilometer (!) lange Schotterpiste. Doch der Hunger meldet sich und wir finden ein anständiges Restaurant inmitten des schmucken, wenn auch hektischen Städtchens. Die Speisekarte verspricht viel, das Ambiente auch….doch nach überlangem Warten werden endlich ziemlich durch- bis unterdurchschnittliche Gerichte serviert. Meine drei Filetstückchen (Springbock, Strauss und Rind) kommen well done und zäh auf den Tisch. Auch der Chicken Salad sei alles andere als ein Highlight, wird mir versichert. Dabei sind wir die einzigen Gäste hier, die Küche beileibe nicht überfordert. Ich bringe meine Kritik an und kurze Zeit später erscheint die Chefin mit einem Stück Rind, dies nun sehr zart und entschuldigt sich für dies Küchenmissgeschick. Na ja, wir brechen auf, sind doch noch etliche Kilometer zu absolvieren. Es geht 27km westwärts Richtung Aberdeen, dann, mitten im Nichts, ein Abzweiger und eben besagtes Gate. ‘Camdeboo Conservancy’ steht da geschrieben, der Code funktioniert und wir holpern auf anfangs noch recht guter Schotterpiste raus ins Nichts. Hier passieren wir diverse Farmen, doch unsere kommt und kommt nicht, die Strasse wird holpriger und Wellblech ist auch dann und wann in Angebot. Doch die uns umgebende Landschaft herrlich, trotz Halbwüste ist es hier extrem grün und auch die zahleichen Tafelberge machen mächtig Eindruck. Endlich sind wir am Ziel, dies wirklich eine Working Farm. Wir werden von zwei freundlichen Angestellten herzlich empfangen und frau zeigt uns das ‘1830 Cottage’, unser Heim leider nur zwei Tage. 1830 wird sich wohl auf das Erstellungsjahr dieses sehr schönen und grossen Gebäudes beziehen. Alle Annehmlichkeiten sind vorhanden, jedoch kein TV und kein WiFi. Telefonempfang gibt’s 100 Meter weiter oben am Cell Phone Tower. Hier gefällt es uns ausserordentlich gut, ein kleines Paradies! Ich habe bereits einen interessanten Tafelberg in der näheren Ferne erspäht.  Diesen schaue ich mir später auf einem ausgiebigen Rekognoszierungsmarsch genauer an. Schwierig zu fotografieren, zu viel und unruhiger (dichte Vegetation) Vordergrund. So verpasse ich die Happy Hour um eine geschlagene halbe Stunde. Das Abendessen leider eine Enttäuschung, nicht, dass die Köchin nichts taugt, vielmehr die erworbenen Lammkoteletten. Diese sind äusserst zäh, beliebe nicht den recht hohen Preis wert (ZAZ 110/kg). Dafür schmecken die Butternut Nudeln und auch das Glas 2013 Pinotage von Neethlingshof (ZAR 89) hilft uns, die Fleischtragödie (die zweite heute!) zu vergessen. Lange sitzen wir danach draussen auf der Stoep und laben uns am Rest des Rebensaftes. Es ist absolut still, einfach herrlich und nun geht auch noch der Vollmond auf!

Langfontein - Camdeboo Conservancy

Langfontein – Camdeboo Conservancy

Die Nacht war angenehm kühl. Ich stehe nicht um 5:00 Uhr auf, erst gegen 6:00 Uhr, dann aber ziemlich zackig. Es geht mit dem grossen Gear los, Stativ und Rucksack. Der Marsch eine Viertelsunde, doch das Licht kommt sehr bald, viel Zeit bleit mir nicht. Stativ aufgebaut und ausnivelliert und der Berg beginnt zu leuchten. Das war knapp, morgen muss es eine Viertelstunde früher rausgehen. Endlich wieder einmal ein Panorama, wenn auch sicherlich kein Meisterwerk, aber Spass macht es trotzdem. Es folgt ein Frühstück draussen unter einem schattenspendenden Baum. Die Temperatur ist stetig am Steigen, keine Wolken verunziert den blauen Himmel. Um 10:00 Uhr machen wir uns auf eine zweistündige Wanderung. Wir folgen einfach der Schotterpiste, welche in einem grossen Bogen wieder runter auf die normale, asphaltierte N9 führen würde. Entlang dieser Piste würden wir wahrscheinlich noch auf diverse weitere Farmen treffen. Das Land scheint hier sehr fruchtbar zu sein, die hohen Büsche kommen im sattesten Grün daher. Mittagessen ist danach angesagt, erneut unter dem schönen Baum. Mittlerweile ist es sicherlich über 30° geworden, fast schon lähmend. So verbringe ich längere Zeit drinnen in der kühlen Stube und führe dies Tagebuch nach. Abends werden zwei, nein, eigentlich nur ein Sirloin Steak verdrückt. Das zweite heben wir uns für ein kommendes Mittagessen auf, die Dinger sind sooo riesig.  Danach wieder raus auf die Stoep und in die Nacht hinausträumen. Einfach herrlich hier, um mich einmal mehr zu wiederholen.

Langfontein Farm - 1830 Cottage

Langfontein Farm – 1830 Cottage

21. Februar 2016 – Somerset East

Das Wetter ist erneut trübe, ein Game Drive hätte sich wohl nicht gelohnt. Frühstück leider auch drinnen…. Es soll weiter gehen, ziel: Somerset East, in Somerset West waren wir ja vor ein paar Wochen bereits. Die Ostversion sol ein hübschen Stadtbild vorweisen können und liege auch besonders schön an einem der vier zahlreich vorhandenen Tafelberge. Kurz vor dem Verlassen des Parkes kreuzt uns eine riesige Büffelherde, natürlich hat der Meisterknipser seine Kameras im Kofferraum und austeigen ist nicht erlaubt und wohl auch nicht zu empfehlen. Wir schätzen/zählen an die 50 Büffel, zum Teil mächtige Exemplare. Wir geniessen diesen Schauspiel auch ohne ewiges Herumknipsen. Dann aber weiter, zurück nach Cradock. Es stehen noch ein paar Einkäufe an, einer davon im Spar Bottle Store. Die Auswahl auch hier sehr schmal, aber mehr als vier Flaschen brauchen wir ja nicht. Meine Route durch die schönen Tafelberge hindurch müssen wir leider beerdigen, die angegebene Srasse leider nur Schotter, hier stimmt die Landkarte nicht ganz. So ‘rasen’ wir auf der N10 südwärts bis Cookhouse, hier biegen wir rechts weg und erreichen nach 25 Kilometern besagtes Tagesziel. Das Wetter immer noch mehrheitlich bedeckt, aber die Temperatur angenehm. Ich werde die Seite im Reiseführer wohl rausreissen: dies Kaff ist eine mittlere Katastrophe! Schönes Stadtbild? Fehlanzeige! Es ist Sonntag und vor den zahlreichen Liquor Stores (geöffnet an Sonntagen hier im Eastern Cape!) lümmeln ganze Horden von wahrscheinlich alkoholisierten Leute herum. Sehr triste! Ein Restaurant findest sich nicht, wir müssen unsere letzten Vorräte im Auto sitzend verdrücken. Nicht sehr romantisch, aber es bleibt uns keine andere Wahl. Den als schön angepriesenen Mountain Drive lassen wir auf Grund des oberlausigen Strassenzustandes lieber sausen. Es ist 13:00 Uhr, wir machen einen Eincheckversuch beim gebuchten Guesthouse ‘Angler & Antelope’. Man, resp. frau gewährt uns Einlass und weist uns eine schöne Bleibe zu, ein ehemaliger Stall wohl, aber liebe- und stilvoll umgebaut. Wir erholen uns von diesem touristischen Anti-Klimax. Es gibt WiFi hier, und erst noch recht flottes. Nach einen erneuten Besuch in der abgekämpften Stadt, im Spar erwerben wir noch diverse Kleinigkeiten, machen wir uns aber ran ans Internet, es müssen diverse Unterkünfte gebucht werden. So vergeht der Rest des Nachmittages im Flug. Abends dann ein Dinner auswärts: wir speisen in der ehemaligen katholischen Kirche. Dies ehrwürdige Gebäude gehört ebenfalls zum Gästehaus, wurde aber zweckentfremdet. Es fällt mir anfangs etwas schwer, in einer Kirche zu essen und trinken, aber das schmackhafte Essen und das gute Glas Wein dazu zerstreuen meine Bedenken. Der Abend wird recht interessant, wir plaudern mit Alan, dem Gastgeber und einem Mitgast aus der Touristik Branche. Es sind auch noch zwei Holländer anwesend, die beiden arbeiten auf der nahen Windfarm. Diese Art von Energiegewinnung scheint hier in Südafrika recht verbreitet zu sein, wieso nicht mehr Solar, bleibt mit ein Rätsel. Als Absacker dann noch ein 2014 Shiraz von Fat Bastard (ZAR 90), ein Hammer von einem Wein!

17. bis 20. Februar 2016 – Mountain Zebra National Park

Wir stehen nicht um 5:00 Uhr auf, 6:30 Uhr reicht auch. Das Wetter ist schlecht, der Himmel völlig zu, aber es ist warm. Wir nehmen Abschied von diesem sehr eindrücklichen Ort, schauen wir einmal, ob es im Mountain Zebra NP auch so tierreich zu und hergeht. Nach wenigen Kilometern treffen wir auf die N10 und dieser folgen wir für die nächsten fast 200 Kilometer. Der Lastwagenverkehr sehr stark, die durchfahrene Landschaft anfangs noch eher langweilig. Es geht zum ersten Male in die Höhe. Der Olifantskop Pass will überwunden werden. Es wird hüglig und langsam angenehmer fürs Auge. Wir passieren eine Game Lodge, hart am Strassenrand sehen wir ein paar Giraffen, zu eben diesem Freiluftzoo gehörend. Diverse Baustellen müssen passiert werden, die Strasse wird laufend erneuert, wird sicher stark von riesigen Lastwagen beansprucht. Die Hügel weichen Bergketten, allerdings erst am Horizont, doch wir nähern uns unerbittlich diesen. Der Himel ist nun praktisch wolkenlos, all die Wolken hängen unten im Flachland und es ist auch angenehm warm bis heiss. Cradock ist erreicht, die gerade meine Wunschstadt um auszuwandern. Der Superspar auch nicht ganz super, der Weinlden ebenflls mager, aber dies war eigentlich zu erwarten. Hier lebt man von Landwirtschaft und braucht kein Rindsfilet um sich zu ernähren und wohl auch keinen teuren Wein zu schlürfen. Ein anständiges Restaurant findet sich ebenfalls nicht, Wimpy nicht ganz unser Ding. So kurven wir die letzten 25 Kilometer raus in den Mountain Zebra National Park, welcher über 28,000 Hektar gross ist. Die Gegen nun wunderschön, imposante Berge, weite Ebenen und Ruhe. Das Gate ist erreicht, der übliche Papierkram erledigt und wir nehmen die letzten 12 Kilometer und die Räder, die Strasse nur teilweise asphaltiert, versteht sich. Nochmals Papierkram an der Reception und wir haben den Schlüssel für Bungalow Nummer 7 in der Hand. Schon tauchen die ersten Affen (Vervet Monkeys) auf.  Alles eingeräumt und endlich (späten) Lunch!  Die Bleibe kommt etwas abgekämpft daher, ist aber sauber und geräumig (zwei Schlafzimmer). Ausruhen steht auf dem Programm, ich übe an meinem vernachlässigten Power Naps herum, gelingt heute sehr gut. Mittlerweile ist der Himmel wieder völlig bedeckt, schwarze Wolken sind auch mit von der Partie. Noch vor dem Apéro beginnt es zu regnen, dann folgen Blitz und kräftig Donner. Der Strom fällt immer wieder aus, hoffentlich können wir unser Abendessen brutzeln. Der Strom geht und kommt, der Donner wird immer lauter, richtig unheimlich hier unter diversen Bergketten. Der Strom bleibt, Kochherd funktioniert, Abendessen ist gerettet. Ginger Chicken mit Reis, dazu ein Glas 2014 Barista Pinotage (ZAR 70), nicht so komplex, aber ungemein süffig, mit starkem Mokka-Geschmack. Den Rest der Flasche leeren wir zuerst bei einen Fernseh-Versuch, bis dann der Strom (resp. dem Fehlen dieses) dem unsinnigen Unterfangen ein Ende bereitet, danach wird gelesen. Draussen geht die Sintflut nieder und es blitzt und donnert immer noch gewaltig.

Mountain Zebra NP - Black Wildebeest

Mountain Zebra NP – Black Wildebeest

Kaum zu glauben, aber das Gewitter dauert noch immer an, nicht mehr mit voller Gewalt, doch Donnergrollen und Regen gibt’s allemal in der Morgenstund. So verzichten wir auf einen Game Drive und gehen den Tag gemütlich an. Dank des ergiebigen Regens sieht unser Wagen wieder einigermassen anständig aus, der rote Staub ist weg. Ein kurzer Spaziergang runter zum Restaurant/Laden/Réception liegt auch noch drin. Bald ist Mittagszeit, ein anständiger Lunch muss her. Das Wetter hat sich langsam gebessert, es kann auf den zuerst abgesagten Game Drive gehen. Die anfangs noch asphaltiert Strasse windet sich in steilen Kurven auf das Rooiplat (rotes Plateau) hinauf, immerhin 1,450 Meter hoch gelegen, das Restcamp auch schon 1,250 Meter hoch. Die Landschaft ist unglaublich schön, es sieht aus, wie in Afrika, wenn ich dies mal so blöde ausdrücken darf. Wildtiermässig natürlich nicht mit dem Addo Elephant Park zu vergleichen, doch landschaftlich einiger Klassen besser.  So sehen wir halt Bergzebras, Blesböcke, Black Wildebeest, Springböcke und auch noch drei Eland, ziemlich unförmige Tiere (das Männchen zumindest, beim Weibchen stimmen die Proportionen einigermassen). Dann noch ein kurzer Abstecher zum Picnic Platz, sicher eingezäumt mit einem Elektrozaun, natürlich. Hier beobachten wir eine ganze Weile eine quirlige Affenfamilie. Eher auf der ungewohnt scheuen Seite, diese Viecher. Ein Bild zu schiessen gestaltet sich als ziemlich schwierig. Der Nachmittag  bietet isch zum ausruhen an, besonders nach einem schmackhaften Savanna Dark (ZAR 75 das 6-pack). Abends ist kein Game Drive auf dem Programm, dafür wird das Nachtessen draussen serviert: Boerewors mit Couscous Salat. Die Wurst nicht sehr fettig, dafür auch nicht so schmackhaft gewürzt, wie in Erinnnerung (die neuseeländische war sehr gut, wenn auch fettig). Ein 2013 Cabernet Sauvignon von Backsberg kann uns begeistern, kann man/frau wohl auch für ZAR 100 erwarten.

Rooiplat - Mountain Zebra National Park

Rooiplat – Mountain Zebra National Park

Wir stehen um 5:45 Uhr auf, das Wetter ist schwer zu deuten….total verhangen oder nur Hochnebel oder beides? Wir machen uns nach dem obligaten Kaffee auf den mittlerweile auch schon obligaten Game Drive. Oben auf der weiten Hochebene angelangt, sehen wir nicht viel mehr, Wolken, Wolken, eben düster, aber eigentlich ideal für Tieraufnahmen. Doch die Viecher stehen allesamt weg von der Strasse entfernt und so ein Riesentele habe ich auch nicht in meinem Sortiment. Das Sortiment ähnlich wie gestern nur kein Eland. Jetzt kommt wirklich dichter Nebel auf, gespenstisch! Die äsenden ‚Black Wildebeester‘ werden zu Silhouetten, eindrücklich und ungewohnt. Der Nebel scheint hartnäckig zu sein, er begleitet uns bis zurück zu unserem Bungalow. Nun aber muss ein Frühstück her,leider drinnen, draussen wäre es zu feucht. Die Sonne gibt nun mächtig Gas, der Nebel muss weichen und im Nu herrscht strahlendster Sonnenschein und blauer Himmel lacht auf uns herab. Wir erkunden die näheren Umgebung, ein zweieinhalb Kilometer langer Wanderweg bietet sich an. Das Klima perfekt, warm mit einer leichten Brise. Die Gegend macht Eindruck, wenn wir auch immer innerhalb des Elektrozaunes wandern müssen. Es ist wunderbar ruhig hier draussen/oben, genau nach unserem Gusto. Es folgt ein guter Lunch und ich leiste mir ein Nickerchen. Den Rest des Nachmittags nehmen wir frei, reservieren aber vorher noch eine Bleibe in Somerset East. Die Megabytes gehen weg wie warme Semmeln, wie genau von Vodafone abgerechnet wird, bleibt uns ein Rätsel.  Abendessen draussen: Hörnli & G’hackets, dazu ein 2012 Shiraz/Cabernet Sauvignon von Hartenberg (ZAR 70), nicht sehr inspirierend, kommt bitter über die Zunge…. Leider sind die ‘Gartenstühle’ alles andere als bequem und so verlagern wir unseren Aufenthalt in die gute Stube.

Mountain Zebra National Park

Mountain Zebra National Park

Um 5:30 Uhr geht der Wecker, das Wetter ist schwer zu beurteilen, was ich klar ist: es stürmt gewaltig. Nach dem weckenden Kaffee sieht’s schon besser aus, es hat schwarze Wolken, doch blauer Himmel überwiegt. Nur der starke Wind ist noch da. Es kann losgehen, wir wollen heute den Kranskop Loop abfahren. dies eine nicht mit sehr vielen Tieren geschmückte Fahrt. Doch die Landschaft ein Renner, wunderschönste Berglandschaft, interessante Wolkenformationen und kein Mensch auf der Gasse! Die Strasse recht gut ausgebaut, zum Teil wieder asphaltiert (die extrem steilen Abschnitte). Ausser ein paar Zebras und roten Hartebeestern sehen wir keine Tiere , doch die Landschaft macht das Fehlen der Viecher mehr als wett. Um uns herum zwei immerhin fast 2,000 Meter hohe Berge. Da staut sich so manche vom Indischen Ozean heraufgeblasene Wolke. Ziemlich zufrieden geht’s zurück und ein Frühstück ist angesagt. Drinnen leider, der kalte Wind macht die Entscheidung einfach. Wir warten auf wärmeres Wetter….Gegen die Mittagszeit ist es für uns Warmduscher anständig warm und so wandern wir eine halbe Stunde durch diese schöne Landschaft hier. Nach dem Lunch dann ernste Gespräche: was machen wir ab November, nach Westaustralien oder doch nicht? Wir beschliessen: Ja. Dann kurzfristigere Probleme, wo übernachten nach dem  Karoo National Park? Ein erster Reservationsversuch scheitert, müssen wohl morgen nochmals intensiver über die Bücher. Der Wind ist immer noch auf der unangenehmen Seite, so verspeisen wir ein Thai Curry halt drinnen, ohne Kokosmilch, dafür mit Joghurt, sehr gut! Ein Glas 2013 Barrel Select Merlot von Raka begleitet uns bem Verzehr, ebenfalls sehr gut, dieser (teure, ZAR 112) Wein! Auf unserem Verdauungsspaziergang stolpern wir fast über eine Baby Poffadder, ein sehr schönes Tier, wenn auch arg giftig, wir rennen zurück und holen eine Taschenlampe, ist es doch bereits dunkel geworden. Lange Zeit beobachten wir dieses kleine Reptil, schützen es gar drei Mal vor dem Überfahren. Einer der Fahrer meint lakonisch: ‘it’s only a snake and it’s deadly.’ Es ist erstaunlich kühl geworden, fast schon kalt, aber auf 1,250 Meter Höhe kommt halt der Herbst früher. Die vier Tage hier waren sehr schön, interessant und auch erholsam.

Mountain Zebra NP - Endlich ein Zebra!

Mountain Zebra NP – Endlich ein Zebra!

Black Wildebeest im Nebel

Black Wildebeest im Nebel

13. bis 16. Februar 2016 – Addo Elephant National Park

So, heute soll es also zu den Elefanten gehen. Doch zuerst haben wir lokale Probleme: keinen Strom, die Kühlelemente sind nur halb gefroren und natürlich gibt es keinen Morgenkaffee. Das Wetter ist durchzogen, viele Wolken, aber angenehm warm. Diese Gegend heben wir uns sicherlich für einen spätere, längeren Besuch auf, eine kleine Oase. Die Realität holt uns wenige Kilometer richtung Humansdorp wieder ein: Shantytowns entlang der Strasse, viele Leute hängen halt einfach herum, kein Wunder bei offiziell 25% Arbeitslosen. In Humansdorp sind wir wieder mitten in Afrika, doch diesmal liegt keine Halt drin, wir haben über 200 Kilometer vor uns. Wie eigentlich immer, kommen wir zügig voran, das (Haupt-)Strassennetz ist wirklich sehr gut ausgebaut und wird auch unterhalten. Ein paar Kilometer vor dem riesigen Port Elizabeth erspähen wir eine grosse, brandneue Shopping Mall. Doch ‘unsere’ angepeilt folgt ja in wenigen Kilometern. Noch herrscht relative Ruhe für Samstag, aber dies wird sich bald ändern. Der Food Lover’s Market kommt denn auch nie und nimmer an jenen von Kynsna ran, auch der Checkers nebenan ist eine mittlere Enttäuschung. So kurven wir nochmals retour zur passierten Mall. Diese wirklich brandneu und riesengross, wer kauft auch all die angepriesene Ware hier. Die Südafrikaner scheinen richtig in einem Kaufrausch zu sein. Der Checker hier, ein Checkers Hyper, dann zwei Klassen besser. Doch dafür führt der Laden keinen Wein. Der Checkers Liquor Store ist ja nebenan, keine Sorge. Aber Sorgen habe ich: die Auswahl an Weinen ist sehr dünn bis kümmerlich, harte Sachen jedoch im Überangebot und –fluss. Wir erstehen nur vier Flaschen, der Weinkeller ist ja noch nicht ganz leer. OK, weiter geht die Fahrt, nur etwas hektischer, da hohes Verkehrsaufkommen. VW soll hier draussen in Uitenhage 6,000 Leute beschäftigen, auch GM und Toyota lassen hier für wohl Billiglöhne Autos fertigen. Wir wollen keine Autos sondern Elefanten und so geht’s weiter auf der R355 durch eher tristere Gebiete, aber nicht alle Leute tummeln sich in den noblen Shopping Malls herum….. Die Landschaft nun eher langweilig, rollende Hügel mit mannshohem Gestrüpp. Der Park ist erreicht und der Jahrmarkt beginnt, eine Riesenmenge von Leuten tummelt sich hier, was die wohl alle wollen? ZAR 250 (für Ausländer, Heimische 1/2 davon) Eintritt pro Nase und Tag sind ja auch nicht gerade wenig. Es findet sich mit viel Mühe ein Parklücke und wir kämpfen uns zum Office vor. Wieder der Formularkrieg, dann aber halten wir den Schlüssel für die nächsten drei Tage in Händen, am vierten Tag müssen wir für eine Nacht zügeln, alles ausgebucht. Unser Chalet #31 sauber, wenn auch gebraucht, aber bei diesen Touristenaufkommen wohl auch zu erwarten. Ausruhen…… Gegen Abend fahren wir in den eigentlichen (eingezäunten) Park, das Gate schliesst jedoch bereits um 18:30 Uhr, die Sonne geht aber erst um 19:15 Uhr unter. So machen wir halt eine kleine Runde um uns ‘einzustimmen’. Viele exotische Tiere bekommen wir nicht zu Gesicht, vielleicht eines: einen Caracal, ein Art Riesenluchs. Sonst: Zebra, Kudu und die allgegenwärtigen Warzenschweine. Abends dann, nicht hier frisch geschossen, ein Straussenfilet, sehr gut und schmackhaft. Ein Glas 2013 Malbec (!) von Klein Das Bosch (ZAR 75) begleitet uns beim Verzehr. Der Wein sehr gut und so begleitet er uns noch lange draussen auf der Terrasse, ein wunderschöner, ruhiger Abend endet jedoch vor 22:00 Uhr. Morgen ist um 5:00 Uhr Tagwache!

Jawohl, um 5:00 Uhr geht der Wecker und wir kriechen schlaftrunken aus den recht guten Betten. Es ist stockdunkel und der Himmel präsentiert sich dick mit Wolken überzogen. Ideales Fotowetter! Nach einem heissen Kaffee geht’s los, das Gat bereits geöffnet, es ist ja auch schon nach 5:30 Uhr. Unser Ziel ist der Hapoor Dam (eher eine Wasserstelle….), die Strassen meist asphaltiert, aber die eine oder andere schon Gravel, aber sehr gut präpariert. Doch Viecher bekommen wir nixcht zu Gesicht. Am Wasserloch angelangt, richten wir uns auf eine längere Wartezeit ein. Viel Wasser hat es hier übrigens nicht. Es taucht ein flinker Schakal auf, dann, wie letztes Mal hier, eine Tüpfelhyäne. Imposantes Tier, welches jedoch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde. Natürlich tummeln sich jetzt auf diverse Pumbas ums Wasser und auf den mageren Graswiesen. Dann erspähe ich sie! Es nähert sich ein Elefantenherde, majestätisch & gemütlich kommen sie anmarschiert und nehmen das ganze Wasserloch in Beschlag.

Addo Elephant NP - ohne Worte

Addo Elephant NP – ohne Worte

Wir beobachten das Treiben eine halbe Stunde, dann verziehen sich die meisten wieder. Aus der entgegengesetzten Richtung kommt nun eine Büffelherde, in Einerkolonne, daher gestampft. Auch diese verköstigen sich am sicherlich nicht sehr sauberen Wasser.  Die Fahrt geht nach Hause, Frühstück muss auch einmal sein. Zwei Stunden dauerte dieser Freiluftzoobesuch immerhin, sehr eindrücklich. Nach dem späten Morgenessen marschieren wir zum Souvenir Laden und schauen uns die Besucherströme aus aller Herren Länder an. Deutsche und Engländer die Platzhirsche. Nach ausgiebigem Lunch (Reste des Strausses, Salat, Käse und Brot) inkl. Weisswein sind wir plötzlich sehr müde und legen uns für zwei Stunden aufs Ohr. Gegen Abend geht es aber nochmals auf eine Wildbeobachtungstour. Hapoor ist erneut auf dem Programm, die Chance, hier auf Elefanten zu treffen sei gross, so die Park Broschüre. Wir warten und warten und warten. Geduld wird belohnt, eine sehr grosse Herde Dickhäuter kommt anmarschiert. Ein eindrückliches Schauspiel, um mich zu wiederholen. Auf dem Rückweg überfahren wir fast einen mächtigen Bullen, der am Strassenrand oder eben fast schon auf der Strasse steht. Dies nun wirklich ein Prachtsexemplar, einzig das grosse Loch im Ohr ist seiner Schönheit etwas abträglich, macht ihn aber leicht wiedererkennbar. Abends fleischlos: Teigwaren und Gemüse. Danach sitzen wir noch lange auf unserer Terrasse und träumen in den Sternenhimmel hinauf.

Addo Elephant NP - hat auch Büffel im Angebot

Addo Elephant NP – hat auch Büffel im Angebot

 

5:00 Uhr Tagwache! Der Himmel ist grössenteils bedeckt, perfekte Voraussetzung für weiches, schattenloses Licht. Unser Ziel erneut das Hapoor Wasserloch. Alles tote Hose, keine Mensch, pardon: Viech zu Hause! Wir warten, lassen uns in der Zwischenzeit von einer angetrabten Zebraherde unterhalten. Spät, aber sie kommen, die Elefanten. Heute eine viel grösserer Herde. Die vordersten Tiere rennen regelrecht die letzten paar Meter zum Wasser, eindrücklich. Nach einer halben, interessanten und kurzweiligen Stunde machen wir uns auf den Nachhauseweg, der Hunger macht sich bemerkbar.  Um 10:00 Uhr marschiert ‘unser’ Elefant an unserem Bungalow vorbei, natürlich auf der anderen Seite des starken und sicheren Zaunes. Der Bursche ist leicht an seinen grossen Loch im rechten Ohr zu erkennen, gestern Abend hatten wir bereits das Vergnügen, den prächtigen Bullen am Strassenrand stehen zu sehen. So schnappe ich eine Kamera und wir marschieren zum Wasserloch runter. Tatsächlich steht der stramme Bursch hier unten und labt sich an diversem Grünzeug. Kein Mensch ist hier anwesend, alle wohl oben im Restaurant oder dem teuren Souvenirladen. Wir wagen uns runter in den Unterstand, hart am Elektrozaun und natürlich Wasserloch. Uns stock fast der Atem, der Bulle steht wenige Meter neben uns und knabbert an dornigen Akaziensträuchern rum. Soooo nah, fast schon zu nah, ich bräuchte statt des langen Zooms ein Weitwinkel. Auch her unten sind wir allein, resp. nur zu Dritt, der Elefant zählt ja auch. Wir sehen dem eindrücklichen Schauspiel lange zu, so etwas haben wir noch nie erlebt! Gesättigt, trollt sich der Dickhäuter wieder langsam von dannen. Lunch ist als nächstes auf dem Programm, danach Ausruhen. Es kommt ein ekelhafter, ziemlich kalter Wind auf. So verbringen wir den Nachmittag drinnen mit Lesen, aber heute ist kein Nickerchen angesagt. Auf einen abendlichen Gamedrive verzichten hier in Anbetracht des starken Windes und der Vielzahl von bereits Erlebten Tiersichtungen. Abendessen leider drinnen, der Wind….. Ein Balti Curry mit Schweinefilet und Biryani Reis. Nach Sonnenuntergang legt sich der Wind und wir können wieder auf die Terrasse. Weinmässig leider erneut eine leichte Enttäuschung: 2013 Backsberg Pinotage, wieder leicht perlend, schlechte Lagerung?

Addo Elephant NP

Addo Elephant NP

 

Same Procedure As Every Morning: 5:00 Uhr aufstehen und Kaffee trinken, dann auf zum Game Drive. Wir versuchen unserer Glück am Domkrak Dam (=Wasserloch). Dies der Platz, wo wir einst ins Auto flüchten mussten, eine Löwin kam in ansehnlichem Tempo auf uns zu. …’Get into your Cars’, schrie die Rangerin. Wir steigen aus, hier ist es ja auf eigene Gefahr erlaubt. Nichts, nur ein paar Wasservögel tummeln sich in der kümmerlichen Pfütze. Nach ein paar Warteminuten hören wir plötzlich ein mächtiges Brüllen und dies ziemlich nah! Das Brüllen dauert an, wir natürlich schon längst wieder im (hoffentlich) sicheren Auto. Es wird still, wir fahren weiter. Nach wenigen Minuten stehen ein paar Autos an, resp. in der Strasse, hier muss was los sein. Dann sehen wir den Brüller, ein mächtiges Männchen schreitet gemütlich an den diversen Wagen vorbei, nicht ganz nah und so wird’s mit Knipsen eher schwierig. In weiterer Entfernung sehen wir nochmals ein Männchen und auch ein Weibchen über die Ebene schreiten. Also nichts wie hin. In nicht erlaubten Tempo (Limit wäre 40km/h) jagen wir auf die andere Seite dieser ‘Ringstrasse’ und erwischen den zuvor geknipsten Burschen nochmals, allerdings auch nicht sehr vorteilhaft, fotografisch gesehen, verseht sich. Doch das Auge zählt und der erhabene, leicht angsteinflössende Augenblick. Das grosse Tier legt sich dann unter einen Busch und macht wohl längere Pause. Wir fahren weiter, nochmals zum Hapoor Wasserloch. Gähnende Leere, ausser natürlich die allgegenwärtigen Pumbas. Warten ist angesagt, doch jetzt meldet sich der Harndrang. Wir dislozieren zum einzigen Ort mit Toiletten, Jack’s Picnic Site. Diese schöne Anlage natürlich eingezäunt, die Drähte unter Strom, das Eingangstor öffnet der Fahrer per Knopfdruck. OK, erledigt, zurück zum Wasserloch, vielleicht sind ja endlich die Elefanten da. Sind sie nicht, auch nach längerem Warten geschieht nichts Mega Herbivoren mässiges. So schenken wir unsere Aufmerksamkeit einer Zebraherde, welche sich am Wasserloch tummelt. Wir kurven langsam zurück, nochmals zum Domkrag…die Löwen locken. Doch wir finden sie nicht, dafür wieder ein grössere, äusserst achtsame und nervöse Zebraherde. Ein Geräusch in den nahen Büschen reicht und die Viecher stieben in alle Himmelrichtungen davon. Nach zwei Minuten wagen sie sich dann erneut ans Wasser, keine schöne Art, so seinen Durst löschen zu müssen. Nun ist aber Schluss mit ‘Tierli luege’. Wir müssen ja heute in ein neues Chalet wechseln, so geht’s ans verdiente Frühstück und danach ans Zusammenpacken. Da wir ja nicht vor 13:00, resp. dann erst 14:00 Uhr einchecken können, machen wir uns nochmals auf einen Game Drive. Viel sehen wir nicht, aber es macht trotzdem mächtig Eindruck. Auch verbringe ich nochmals eine halbe Stunde unten im Hide beim Wasserloch, wenige Meter vom immer vollen Restaurant und Gift Shop. Es kommen nur ein Kuduweibchen und zwei Pumbas auf Besuch. Dann beziehen wir Quartier, das Chalet #33, wenige Meter nur von unserer alten Bleibe, ist eine ganze Spur kleiner (und dies für den exakt gleichen Preis!) aber es ist sauber und die Aussicht auch schön, wenn auch sehr nahe am Hochspannungszaun. Schlafwandeln oder betrunken von der Terrasse fallen sind besser nicht angesagt. Das Wetter übrigens immer eher unstet, viele Wolken, ein kühler bis kalter Wind, aber meist angenehm. Scheint die Sonne einmal, wird’s sofort mächtig heiss. Am späteren Nachmittag natürlich wieder ein Game Drive zu den gehabten Orten. Viel läuft nicht, ganz weit weg ein Elefantenbulle, ein paar Zebras, das wär’s. Beim Apéro stören uns drei wirklich grosse Büffel, welche ungeniert vor unserer Bleibe (natürlich jenseits des Elektrozauns) mampfen, was das Gras hergibt. Leider zu dunkel für ein anständiges Bild. Abends ein sehr gutes Rindsfilet, doch der begleitende 2012  Jacobsdal Pinotage (ZAR 95) gar nicht nach unserem Geschmack, der Rebensaft kommt sehr sauer daher.  Wir sitzen noch lange draussen, die Temperatur sehr angenehm, der Hochsommer scheint vorüber zu sein.

Addo Elephant NP - Auch Löwen gibt's!

Addo Elephant NP – Auch Löwen gibt’s!

Addo Elephant NP - Tüpfelhyäne

Addo Elephant NP – Tüpfelhyäne

Addo Elephant NP - ängstliche oder vorsichtige Zebraherde

Addo Elephant NP – ängstliche oder vorsichtige Zebraherde

Addo Elephant NP - Grumpy Pumba!

Addo Elephant NP – Grumpy Pumba!

...Der aus der Reihe tanzt...

…Der aus der Reihe tanzt…

 

11. und 12. Februar 2016 – Port St. Francis

Wieder stehe ich unverzüglich, wenn auch zu spät auf, die Sonne ist bereits etliches über dem Horizont. Die Knipserei wird nicht ganz einfach, bin glaube ich zu nahe an den tosenden Brechern, mir wird etwas mulmig, lieber wieder näher ans sichere Ufer zurück. Die Stimmung einmalig, die Landschaft, zum x-ten Male erwähnt,  ein Renner. Nach einer guten Stunde bin ich zurück und warte geduldig auf ein Morgenessen. Wir haben heute keine Eile, unser Ziel ist sehr weit entfernt: St. Francis Bay, 70 Kilometer westlich von Port Elizabeth gelegen. Nach Outdoor Frühstück räumen wir unsere Loge und machen uns nochmals, diesmal mit Wanderschuhe ausgerüstet, auf den Weg Richtung Wasserfall. Auch diesmal erreichen wir ihn nicht, nach einer halben Stunde heisst es auf allen Vieren über grössere Felsen klettern, sehr anstrengend und höchste Konzentration erfordernd. Die Vernunft behält die Oberhand, der Ehrgeiz tritt ins zweite Glied zurück. Nun brechen wir definitiv unsere Zelte hier an einem bis anhin schönsten Orte in Südafrika ab. Wir fahren weiter ostwärts, die Gegend, wäre nicht alles Holzschlaggebiet, wunderschön abzusehen, links begleiten uns hohe, spitze Berge, zuerst wohl noch die Tsitsikamma Berge, dann wohl die Grootwinterhoek Berge. Humansdorp ist erreicht. Dies nun das erste Dorf, oder Stadt, die uns afrikanisch scheint. Es ist heiss uns feucht, wir finden ein Shoprite (die Budgetausfühung von Checkers) und vertreten uns in diesem unsere Füsse. Eindeutig eine klasse oder auch zwei tiefer als der grosse Bruder Checkers, wohl auch dem hier ansässigen Publikum angepasst. Viel kaufen wir nicht, noch wissen wir ja noch nicht, wo und wie wir heute nächtigen werden. Dank dem Parkplatzaufpasser wissen wir nun auch, wo es saubere Toiletten hat, nebenan bei Wimpy/Woolworth kombiniert mit Tankstelle. Wir plaudern noch etwas mit dem älteren, weissen Herren und ich gebe ihm ein anständiges Trinkgeld. Ja, es gibt auch arme weisse Leute hier unten. Weiter geht die Fahrt runter ans Meer. resp. St. Francis Bay, mein Magen beginnt leicht bis mittelprächtig zu knurren. Die Landschaft kahl und langweilig, dann erscheint St. Francis Bay, eine andere Welt tut sich uns auf, vergessen ist das eher triste, armselige Humansdorp, hier hat nun wieder Prunk und Protz, man/frau hat hier ein Ferienhaus oder gar eher schon eine Villa. Kaum zu glauben, es muss sehr viele reiche Leute geben, sehen wir doch nicht zum ersten Mal solche Ferien/Wochenendsiedlungen am Meer. Wir suchen ohne Umschweife die Tourist Information auf und lassen uns unterkunftsmässig beraten. Leider neigt die freundliche Dame zum Plappern, derweil mein Magen knurrt, wie der eines hungrigen Löwen. Sie verweist uns runter nach Port St. Francis, dort soll es einen ausgezeichneten Fisch Take Away und eben auch eine nicht ganz billige Unterkunft haben. Seafood Market & Deli so der Name des unscheinbaren (Ess-)Etablissements. Wir bestellen gegrillten Fisch und Tempura Prawns und schnappen uns eine der wenigen Sitzgelegenheiten in diesem Laden. Für ZAR 120 (CHF 7.50) kriegen wir vorzüglichsten Hake und eben die Prawns, selten so gutes und frisches Seaood gegessen! Auf die Pommes, 60 Rappen pro Portion, können wir gerne verzichten. Die Esswelt ist wieder in Ordnung, meine Hunger mehr als nur gestillt. Dann gleich zum nächsten Tür, der Info, hier verweist man uns zum Büro des Ferienwohnungsvermieters, auch nur ein, zwei Türen weiter. Das Dorf hier sehr kompakt und sauber/aufgeräumt, alles rund um den kleinen, aber geschäftigen Hafen angesiedelt. Die Vermiet-Dame fragt nach unseren Wünschen und wir schauen uns kurze Zeit später zwei grosse Wohnungen an, eigentlich schade, nur zwei Nächte hier zu verweilen, doch wir haben Termine einzuhalten, die Reservetage aufgebraucht. Wir entscheiden uns für die Wohnung ‘Upperdeck 11’, ‘Quarterdeck 17’ wäre auch schön gewesen (grosser Balkon) aber zu viele Treppen und unbequeme Möbel (man/frau wird langsam heikel….). Die Wohnung ist noch nicht ganz bezugsbereit und so kurven wir die paar Kilometer zurück nach St. Francis Bay, es soll dort angeblich einen Super Spar haben, wo man alles, was auch in Johannesburg (!) zu haben ist, kaufen könnte, so die Dame im Info Büro. Und sie hat wohl nicht übertrieben (allerdings waren wir das letzte Mal vor 33 Jahren in Jo’burg….): der LAden eher Feinkost denn Supermarkt. Der Weinladen nebenan (ebenfalls von Spar betrieben, aber ‘tops’ genannt) eine Boutique. Weine bis zu ZAR 930 wären zu haben, aber ich kaufe nicht zu viel ein, der Laden kommt mir etwas überhitzt daher, nicht das ideale Klima für edle Weine…… Welcher Gegensatz zum vorherigen Humansdorp! Wohl dem, der über das nötige Klein (oder eher Gross-)geld verfügt. Nun ist Wohnungsbezug. Wir residieren  gleich am, resp. über dem Wasser mit Blick in den kleinen Hafen, Yachten und Fischerboote müssen sich diesen teilen, viel Platz ist nicht. Wir machen es uns in unserer grossen Unterkunft gemütlich, Platz haben wir in Hülle und Fülle, zwei Schlaf- und zwei Badezimmer, eine Stube mit grosser bequemer Polstergruppe…nur der Balkon zum Hafen raus ist klein. Ganz billig ist die Sache natürlich nicht: ZAR 1,400 (CHF 88) pro Tag müssen schon aufgeworfen werden. Abends dann das im Spar erworbene Huhn, einmal mehr kommen diese Dinger arg trocken daher, die amerikanischen Verwandten sind einiges saftiger. Aber wer reklamiert bei knapp 3 Franken schon? Der Wein: 2013 Petit Plaisir (Shiraz/Cab Sauv) von Plaisir de Merle (ZAR 100), ein vorzüglicher Tropfen.

Blick aus unserer Stube auf den Hafen

Blick aus unserer Stube auf den Hafen

Port St. Francis - etwas eng geht es zu und her

Port St. Francis – etwas eng geht es zu und her

Nochmals Port St. Francis

Nochmals Port St. Francis

Haben recht gut geschlafen, ich bin jedoch wieder vor 7 Uhr auf. Der Tag begrüsst uns mit Nebel, aber der kann sich ja noch verziehen, hat die Sonne erst einmal genug Kraft (so denke ich zumindest….). Heute wäre ein Ruhetag angesagt, natürlich auch ein Spaziergang und erneut Fisch oben beim Seafood Market. Nach Frühstück geht’s dann in die nähere Umgebung, natürlich alles nur Ferien/Wochenendhäuser zum Teil auch schon gewaltige Villen, doch nicht amerikanisch riesig/geschmacklos. Viele Leute sieht man nicht, die Ferienzeit ist ja vorbei. Der Nebel ist übrigens weg, Wolken haben nun das Sagen, nicht, dass es deswegen kalt wäre. Ein Schwüle liegt in der Luft, ist aber auszuhalten. Dann wieder zurück in unsere Wohnung, müssen diese ja auch auskosten. Gegen 13:00 Uhr der Gang zum Seafood Market, ein Fussmarsch, alles innerhalb des kleinen Hafens, von fünf Minuten. Heute ist der Laden gut besucht, die wenigen Tische sind allesamt belegt und es wird mächtig gebechert (Freitag), da stehen Biere, Weisswein und Schampuss fröhlich beieinander. Wir schnappen unseren gegrillten Fisch und spazieren zurück. Erneut ist die Ware vorzüglich, noch eine Spur besser als gestern, der Fisch feiner (Sorte?). Die Portionen sehr grosszügig, der Preis sehr zahm….CHF 5! Danach Ausruhen und Warten auf den Apéro. Der Himmel wird immer dunkler, es sollte, gemäss Prognose, Regen geben. Diesen Ort müssen wir uns merken, könnte sein, dass wir hier nochmals länger verweilen könnten, nicht dieses Jahr jedoch. Abends ein Schweinefilet mit Potato Wedges. Der Wein: 2014 Pinotage (Unfiltered) Fleur du Cap, ZAR 145 die Flasche und leider nicht seinen Preis wert, gut, ja, aber nicht sooo gut.

9. und 10. Februar 2016 – Tsitsikamma (Storms River)

Wir haben nicht sonderlich gut geschlafen, vielleicht war das Bett zu eng und zu kurz (für mich). Das Wetter ist gut die Morgenwolken/nebel werden weggebrannt, ein warmer Tag könnte auf uns zukommen. Nach obligatem Frühstück, der Kaffeetopf stellt frau den widrigen Umständen (keine Kochplatte!) gehorchend kurzerhand in den Bräter und die Bude riecht nach kurzer Zeit wieder vom gestrigen Fett, fahren wir ins nahe Shopping Center. Bei La Baguette erstehen wir zwei nicht ganz billige (ZAR 40 das Stück), dafür schwere Brote und beim Feinkost Woolworth noch Goodies für einen Lunch ‘on the Road’. Wir reihen uns in die N2 ein und ‘rasen’ mit 100 Sachen (der Rest der Teilnehmer meist mit 120km/h) gen Osten. Doch unterwegs muss noch etwas Benzin (6.7l/100km braucht das Nissan Wägelchen) nachgefüllt werden. Tankstellen gibt es in Südafrika etwa so viele, wie in Teneriffa, soll heissen: wie Sand am Meer. Ich steige aus und der Tankwart schüttelt mir sofort die Hand, man ist hier freundlich! Dann noch etwas Kühlerwasser und anderes Wasser (Windschutzscheibe….) eingefüllt und die Fahrt kann weitergehen. Die Strasse ist in einem sehr guten Zustand, an diversen Orten wird fleissig repariert. Auch ist die N2 nun zweispurig geworden, ein schnelles Vorwärtskommen somit garantiert. Wir erreichen George, machen aber keinen Halt, es geht weiter nach Knysna. Hier in diesem hübschen und noblen Ort dann unser erster Halt. Man spricht Deutsch, auffallend viele Deutsche Urlauber/Rentner tummeln sich hier, die Preise in den Restaurants am Pier (oder Waterfront?) sind der Einfachheit auch in Euro angeschrieben. Ein komplettes Frühstück käme auf EUR 2.20 zu stehen. Trotz verlockenden Lunch Angeboten, vornehmlich Fischiger Natur, halten wir uns zurück. Gegessen wird unterwegs, wo immer dies dann auch sein mag. Jeder dreht hier nun seine eigene Runde, ich kann es nicht lassen und studiere die aushängenden Speisekarten, Hunger hätt ich schon, aber….Weiter geht’s gen Osten, wenige Kilometer ausserhalb des Dorfes findet sich ein Wegweiser zum ‘Garden of Eden’. Die N2 führt hier mitten durch wirklichen Urwald, für Südafrika eher ungewöhnlich. Diese Anlage gehört bereits zum Garden Route National Park und demzufolge wäre Eintrittsgeld in Höhe von ZAR 120 pro Nase fällig. Die Wild Card kommt erneut zum Einsatz, den ZAR 3,000 Kaufpreis werden wir wohl nach dem Addo Elephant NP bereits ‘draussen’ haben. So verzehren wir unseren mitgebrachten Lunch unter hohen, wunderschönen Bäumen, wie in Neuseeland. Schlangen habe es hier nicht, wird mir versichert, der Lärm der nahen Strasse hätte die Viecher vertrieben. Dann wandern und staunen wir noch ein paar Minuten in diesem Urwald herum, sehr schön, sehr schön! Die Fahrt kann weitergehen. Plettenberg Bay passieren wir, keinen Halt eingeplant. Plötzlich sind wir auf einer mautpflichtigen Strasse, immer noch die N2. ZAR 43 werden fällig, doch die Strasse ist in erstklassigem Zustand und sehr breit. Alsbald erscheint der Abzweiger runter zum Storms River. Nach wenigen Kilometern stehen wir vor dem Eingangstor des National Parks, dies die Tsitsikamma Section des Garden Route National Parks. ZAR 180 pro Tag/Nase wollen auch hier abgedrückt werden. Es dauert eine kleinere Ewigkeit, bis wir unser Chalet bekommen, die Mühlen mahlen langsamer in Afrika. Nochmals ein paar Kilometer, allerdings sehr kurvige und steile sind zu absolvieren und wir sind unten am Meer. Oh Wunder, unser Chalet ist noch nicht bezugsbereit! Wir lassen den Wagen stehen und marschieren die paar Meter runter zum Visitor Center/Restaurant und Jahrmarkt (der vielen Leute wegen….). Selten bisher sooo viele Touristen gesehen (zumindest nicht in Süd Afrika). Also reihen wir uns brav in die Wanderreihe ein und watscheln zur berühmten Hängebrücke rüber. Erneut erstaunt das unglaubliche Grün, tasmanisch fast! Da ist der Name Garden Route nicht einmal so abwegig. Die Brücke ist erreicht, wir schaukeln über sie und auch gleich wieder zurück. Das Chalet ist nun bereit, wir ziehen in unsere Hälfte (15B) der Doppelkonstruktion ein, nebenan in 15A ein Berner Ehepaar. Das Chalet ist gross und recht sauber, wenn auch nicht mehr das allerneuste. Die Aussicht auf die wilde Küste und die tosende Brandung ein Hammer! Von all den bis anhin besuchten Küsten ist dies hier die weitaus beste. Ausruhen…. Glücklicherweise konnten wir beim Einchecken noch eine zusätzliche Nacht hier ergattern (alles rammelvoll), allerdings müssen wir von einem Chalet in eine Oceanette Wohnung zügeln, aber auch diese schauen ganz anständig drein. Zwischen den Chalets und eben dieser Oceanette Anlage dann der zweigeteilte Campingplatz, wunderschön und hart am wilden Strand angelegt. Die ganze Anlage ist extrem weitläufig, trotz vielen Leuten kommt keine Klaustrophobie auf. Nach dem Abendessen geht’s für mich nochmals an den Strand runter, die Sonne geht glutrot (ein Dank dem nahen Feuer!) unter, alle Tagestouristen sind weg, der alte Mann und das tosende Meer haben ihre Ruhe.

Abendstimmung - Tsitsikamma

Abendstimmung – Tsitsikamma

Morgenstimmung - Tsitsikamma

Morgenstimmung – Tsitsikamma

Das Wetter ist perfekt, ich schlafe zu lange. Sofort mache ich mich erneut auf an den Strand. Die Stimmung ist wunderbar, die Landschaft eindrücklich, wer braucht hier eigentlich Bilder zu machen…. Das Frühstück draussen, überwacht von einer nur gerade einen halben Meter entfernten Möwe, gefüttert wird dies grosse Ding jedoch nicht. Wir räumen zusammen und kurven rüber zu unserer neuen Bleibe, eines der zahlreichen Oceanettes. Hier inspizieren wir die eine oder andere Wohnung. In Unit P trifft uns fast der Schlag: die Küche gleicht einem Schweinestall! Alles stehen uns liegen gelassen, verschmutze Pfannen und Töpfe auf dem Herd….. Das arme Zimmermädchen, welches diese Schweinerei aufräumen/reinigen muss! Wir machen uns auf eine kleinere Wanderung, ganz bis zum angekündigten Wasserfall schaffen wir es nicht, der Weg wird für unsere Freizeitlatschen zu gefährlich. Die Landschaft, ich muss es wieder sagen, wunderschön und wild. Da stören auch ein paar Mitwanderer kaum. Genug des Wanderns, es gilt, unseres Zimmerschlüssels habhaft zu werden. Hierzu muss muss ein paar kurvige Kilometer zur Reception hoch fahren und sich dort in die Schlange stellen. Ein Sechser im Lotto wäre wahrscheinlicher…wie kriegen prompt den Schweinstall (Unit P) zugeteilt!!! Also wieder runter gekurvt und  die Sache genauer angeschaut. Das äusserst fleissige Zimmermädchen hat wirklich alles fein säuberlich aufgeräumt, alle dreckigen Pfannen, etc. geschrubbt/geputzt, alle Achtung! Entwarnung! Ich bin dann mal unten zwischen Brandung und scharfkantigen Felsen. Viel mehr läuft nicht, nur wir nochmals zur Hängebrücke inmitten von Besuchern aus aller Herren Länder, vornehmlich China, Deutschland, Frankreich und der Schweiz, so unser Eindruck.  Das Abendessen fleischlos: Penne (keine Barilla, ber trotzdem sehr gut). Dann nochmals ein Ausflug runter, ein paar Bilder dürfen’s schon noch sein. Die Sonne verschwindet heute klar im Meer, die Rauchwolken von gestern sind verschwunden. Ein 2013 Shiraz von Guardian Peak wird unser Begleiter bis zur Nachtruhe, ein sehr guter Tropfen für sehr anständige ZAR 76.

Vor unserer Oceanette Wohnung

Vor unserer Oceanette Wohnung

praktisch vor unserer Haustüre....

praktisch vor unserer Haustüre….

8. Februar 2016 – Diaz Beach (Mossel Bay)

Das Wetter ist immer noch durchzogen, doch hoffentlich auf dem Weg zur Besserung. So, heute sind etliche Kilometer abzuspulen. Die ersten paar Kilometer zurück bis zum Leuchtturm die wohl schlimmsten, Wellblech schlechtester (oder eben bester!) Güte erwartet uns. Danach 40 angenehme Km durch nicht sehr spektakuläre Landschaft, das Wetter dreht auf gut, der Himmel wird blau, die weissen Wolken dienen nur noch der Verzierung. In Bredasdorp dann den geplanten Einkaufsstopp bei Checkers. Die Fahrt kann weitergehen, die Temperatur steigt. Bald sind wir wieder auf der N2 und ‘brettern’ achtlos an Swellendam vorbei ostwärts . Wir des öfteren erwähnt, herrscht recht starker Verkehr auf dieser West-Ost Verbindung und da ist ja auch noch das Touristenmagnet, die Garden Route. Wir erreichen Heidelberg, ein eher trostloses Dorf, den Mittagshalt verschieben wir lieber. Ein paar Kilometer weiter dann Riversdale, auf der Kate nur klein erwähnt, entpuppt sich dies Dorf als recht anständig mit allen Annehmlichkeiten. Doch wir haben unseren Lunch an einer der diversen Picknickstellen entlang der lauten Strassen verdrückt. Ein gar nicht so schlechter Fleischkäse von Checkers war auch mit von der Partie, hergestellt oben in Namibia. Die rasante Fahrt kann weitergehen. Landschaftsmässig gibt es nichts zu berichten, Farm- und Weideland eben. Der Verkehr wird immer dichter, wir näheren uns der Grossstadt Mossel Bay (130,000 Einwohner). Arbeitgeber und Schuld an der imposanten Wachstumsrate hier ist die Raffinerie und Erdöl, welches vor der Küste zu finden ist. Natürlich wohl noch ein bisschen Tourismus, hat es doch sehr viel Strände hier. Das Diaz Beach Guest House ist schnell gefunden, aber niemand ist anwesend, so geht’s zurück zur eben passierten Langeberg Shopping Mall. Wir vertreten uns erst einmal die Füsse in dieser recht schönen Anlage. Es gäbe alles zu haben, gutes Brot aus der La Baguette Bäckerei, gediegene Lebensmittel von Woolworth und alltägliches bei Pick’n’Pay. Ein paar Kuduschuhe vom ‘Der Lederhändler’ hätten mich um über ZAR 800 ärmer gemacht, ich kann darauf verzichten. Nicht allerdings auf ein Sonderangebot bei Pick’n’Pay: ein 2012 Pinotage von Kanonkop für ZAR 230 statt für ZAR 330. Nun aber zurück in unser Gästehaus, der freundliche Boer ist nun anwesend und bergrüsst uns herzlich, zeigt uns unsere schöne Loge (allerdings ohne Kochherd!) und wir räumen unseren Karsumpel für nur eine Nacht ein.  ZAR 780 kostet der Spass, allemal den Preis für diese grosse und saubere Unterkunft wert. Doch was machen wir mit unserem frisch erworbenen Rindsfilet? Es findet sich in einer der Schränke eine Art Bräter, dieser muss dann herhalten, um das Fleisch essbar zu machen. Dies gelingt meiner besseren Hälfte recht gut, ich meinerseits kann nur den Kanonkop beisteuern. Dieser dann wirklich ein absoluter Hammer, zum Abbeissen dick und wunderbar fruchtig, CHF 14.50  nicht in den Sand gesetzt. Den Rest des Abends verbringen wir hinter unseren elektronischen Büchern und geniessen den Rest des phänomenalen Weines. Vor zwei Wochen hatte Kanonkop ja den Ernteausfall von 50 Tonnen Trauben gemeldet, das Brandstifter-Feuer am Simonsberg war Schuld.

5. bis 7. Februar 2016 – Cape Agulhas NP

Wir haben sehr gut im riesigen Bett geschlafen. Morgenessen gibt es erst ab 8:00 Uhr, wir Frühaufsteher surfen so halt noch im WWW herum und ich schreibe meine allwöchentlich Entschuldigung für meine Stammtischabstinenz. Nun ab aber ans Frühstück. Dies wird draussen serviert und ist von aussergwöhnlich hoher Qualität und auch die Quantität stimmt. Nach Früchten, Müesli, Joghurt und Muffins noch eine Eierspeise nach Wahl. Wir bestellen ein, resp. natürlich zwei Omletten. Dazu wird noch Toast gereicht. Wunderbar. Dis Haus ist sehr zu empfehlen. Eine Nacht hier zu verbringen ist fast schon unhöflich, doch wir haben eine Reservation im über 100km entfernten Cape Agulhas National Park in der Tasche und dies für drei Nächte. Die Fahrt kann losgehen. Zuerst ein paar Kilometer auf der N2 Kapstadt entgegen, dann aber links weg auf die R319 Richtung Bredasdorp. Nun nur noch Landwirtschaft, meist Weizenfelder, aber dann und wann auch sehr magere Rinder. Da ist wohl wirklich eine schlimmere Dürre im Gange. Bredasdorp überrascht durch seine Grösse (16’000 Einwohner) und die Einkaufsmöglichkeiten. Checkers, Superspar, alles vorhanden und dies mitten in der Pampa. Noch sind es 40 Kilometer bis ans südlichste Ende von Afrika. Die Gegen wird ansprechender, Landwirtschaft weicht Landschaft. Das Meer ist erreicht: Struisbaai. Hier waren wir vor 33 Jahren schon einmal. Der schneeweisse Strand riesig und, wie meist hier unten in Südafrika, menschenleer. Doch es geht ein paar, die letzten, Kilometer weiter bis Cape Agulhas. Ferienhäuser der besseren Sorte säumen den schönen Küstenabschnitt. Wir können noch nicht einchecken, sind zu früh dran, so bietet sich ein einfaches Fisch-Restaurant an, unseren Hunger zu stillen. Bestellt wird drinnen, gegessen draussen. Der Wind hält sich in Grenzen, die Sonne brennt unerbittlich auf uns nieder. Nun der Kracher: Yellow Fin Tuna und Calamari (ohne Beilagen) und einen halben Liter guten Weisswein gibt es hier für total CHF 5!!!! Kaum zu glauben! Das Essen schmeckt ausgezeichnet und beim Abräumen frage ich nochmals nach, ob die bezahlten ZAR 82 wirklich kein Rechenfehler waren. Nein, nein, alles OK. Wir dislozieren zu unseren Bleibe für die kommenden drei Tage. Zuerst ein paar Kilometer auf einer eher grauenhafter Schotterpiste, dann wieder geteert und wir befinden uns in der sehr schönen Chalet Anlage. Total stehen 15 Chalets und ein Lagoon House an einem Hang oberhalb eines wilden, wunderschönen Strandes (das Lagoon House ziemlich hart am Wasser allerdings). Die Häuser sehr neu und nicht zu vergleichen mit denen im Bontebok. Gross, blitzsauber, hier kann man es sehr lange aushalten. Bald zieht es mich jedoch runter an den Strand, ein Fussmarsch von fünf Minuten, natürlich in Begleitung einer Kamera. Doch richtig fündig werde ich nicht, die Landschaft ist schön, aber wieder fehlen markante Felsen. Der Wind hält sich im Rahmen, es war von Böenspitzen von 75km/h die Rede, doch dies kann ich nicht bestätigen. Auf einer Länge von 100 Kilometer sollen hier über 130 Schiffe untergegangen sein, dies seit 1552, macht 3.6 pro Jahr. Total sollen über 2’130 an Südafrikas Küsten untergegangen/zerschellt sein. Hier treffen sich nun offiziell der indische und der atlantische Ozean. Den Nachmittag verbringen wir mit Ausruhen und schlürfen auch schon mal ein Savanna Dry. Abends Chicken mit Salat (immer sehr gut hier in SA), dazu ein Glas 2012 Tokara Shiraz, nicht die bezahlten ZAR 100 wert, leider. Kurz vor Sonnenuntergang mache ich mich nochmal auf die Socken und inspiziere den Strand erneut, vielleicht finde ich ja doch noch ein Sujet. Nicht ganz zufrieden geht’s zurück in in unserer schönes, wenn auch nur temporäres Heim, der Rest des Weines wartet.

Cape Agulhas

Cape Agulhas

Cape Agulhas - unsere temporäre Bleibe

Cape Agulhas – unsere temporäre Bleibe

Die Nacht war ruhig, der Wind hat sich gelegt. Es ist wunderschönes Wetter und so geht’s vor dem Frühstück runter auf einen Strandspaziergang. Das wohlverdiente Essen dann draussen, der Wind immer noch zahm. Danach geht’s nochmals auf einen Spaziergang, diesmal westwärts und etwas länger (>1h). Die Strandlandschaft wunderschön, das Meer karibikmässig grün/türkis. Es geht durch Fynbos, hier soll es über 9’000 verschiedene Pflanzenarten geben. Für mich etwas viel, sehen die Sträucher doch mehr oder weniger alle gleich aus. Es folgt eine längere Pause, dann ist Lunch ist angesagt. Doch nun wollen die Leute hier das Zimmer machen/aufräumen/reinigen, also lassen wir sie gewähren und futtern munter weiter. Am Nachmittag, der Wind hat nun mächtig aufgefrischt (kommt aus West, diesmal) und ist auch recht kühl. So montieren wir unsere Windjacken und wagen uns hinaus, jetzt Richtung Osten, natürlich immer dem Strand entlang. Der Rückweg dann voll gegen den Orkan, doch die Jacken schützen uns vor dem ekligen Wind. Der Himmel überzieht sich in kürzester Zeit mit Wolken, morgen soll es erneut Regen geben, so die Prognose. Eine halbe Stunde später sind die dicken Wolken im wahrsten Sinne des Wortes weggeblasen. Abendessen: Hörnli & G’hackets, dazu eine leichte Enttäuschung: 2013 Shiraz/Mourvèdre/Vigonier von Kleine Zalze (ZAR 100). Trotz eigentlich schönem Wetter rücke ich nicht nochmals aus, der Wind ist sehr stark. So verbringen wir den Rest des Abends mit Lesen und dem Leeren des Weines, der im Laufe des Abends doch noch eine Spur besser wird. Die Anlage hier scheint heute recht voll zu sein (Samstag), doch Lärm, Rabauz und Gejohle gibt’s nicht.

Cape Agulhas - am wilden Strand

Cape Agulhas – am wilden Strand

Der angekündigte Regen kam in der Nacht, etwas zu früh, aber was soll’s. Es ist grau in grau. Frühstück drinnen, derweil das Wetter draussen langsam besser wird. So gut, dass wir uns auf einen kleineren Spaziergang wagen. Der Wind weht nun wieder von Osten, gestern kam er von Westen. Dann geniessen wir unser schönes Chalet, man/frau liest oder malträtiert den Computer. Am Nachmittag, just als die Reinigungscrew eintrifft, machen wir nochmals einen Spaziergang, nicht einmal eine Stunde, doch der Gedanke zählt… Das Wetter wird nun wieder schlechter, der Himmel ist völlig bedeckt, so muss ich wohl nach dem Essen nicht runter an den Strand. Das Abendessen, na ja, so eine Sache halt….die Rib Eye Steaks, optisch ein Renner, entpuppen sich als extrem zäh und faserig, dies war wohl eine arg alte Kuh. Der 2014 Pinotage von Diemersfontein (ZAR 110!) macht die Sache etwas erträglicher, doch das Preis/Leistungsverhältnis wird hier schon strapaziert. Wir lassen den Abend mit dem Rest des Weines und Lesen ausklingen. Morgen werden wir nach Mosselbay dislozieren, knappe 300km sind zu absolvieren. Mir drängt sich nun die Frage auf, ob nicht die Weine einen Transportschaden haben….drei Weine hintereinander nicht ihren Preis wert…..schon komisch. Dabei sind die Flaschen immer schön in der Kühlbox (nicht gefroren, nur kühl).

Cape Agulhas - Blick aus dem Stubenfenster

Cape Agulhas – Blick aus dem Stubenfenster

4. Februar 2016 – Swellendam

Das perfekt Wetter meldet sich zurück, wäre hätte dies nach gestrigen Fiasko erwartet! Die ‘Gartenmöbel’ sind leider noch triefend nass, so gibt’s Frühstück halt drinnen. Dann auf nach Swellendam, aber mit einem grösseren Abstecher über die Berge nach Montagu und weiter nach Barrydale von hier dann zurück auf die N2 und Swellendam wäre erreicht. Die Fahrt eigentlich wunderschön, wenn auch meist Farmland und auch da und dort Weinfelder. In Montagu machen wir einen längeren Spaziergang durch das hübsche Dorf, Unterkünfte gäbe es hier zuhauf, aber eine hat es uns besonders angetan: ‘Les Hauts de Montagu’, etwas ausserhalb, aber wunderschön am Fusse pittoresker Berg gelegen. Hier müsste man/frau einmal übernachten. Die Landschaft hier ‘jenseits der Berge’ nun einiges kahler, die Gegend ist bereits Teil der Kleinen Karoo. Trotzdem wird fleissg weiter ‘gebauert’ und Trauben hat es sowieso. Es ist heiss, aber wir jammern nicht, das Wetter der letzten beiden Tage war uns eine Lehre! Im verschlafenen Nest Barrydale machen wir Mittagsrast. Ein Ausflugsrestaurant hart an der Strasse bietet sich an. Die aufgetragenen Speisen eher deftig und, erneut, mit CHF 15 eher auf der teureren Seite (immer im Vergleich, was andernorts bezahlt werden muss). Da Essen war zu deftig für mich, schnell runter zum hiesigen Drank Winkel. Ein Minifläschchen Jack Daniel’s soll meine Not lindern. Das Schnäppschen kostet CHF 1.50, gefährlich billig. Die Fahrt geht weiter und wird gleich sehr Scenic, der Tradouws Pass (351m) will überwunden werden. Wunderschöne Steinformationen und, dank des Regens, unzählige Wasserfälle. Eine wirklich eindrückliche Fahrt. Bald sind wir auf der N2 und Swellendam ist wirklich schnell erreicht. Wir möchten noch schnell eine Reservation beim Restaurant unserer Wahl (Koornlands) vornehmen, doch der Laden hat über Mittag geschlossen. Eine Dame erbarmt sich unser, teilt uns aber klipp und klar mit, dass heute Abend alles ausgebucht sei. Na ja, Pech gehabt. Also gehen wir halt zur nahen (kleinen) Shopping Mall und verdauen diesen Tiefschlag. Es ist 14:00 Uhr und wir können im African Shades einchecken. Dies ein eher grösseres Etablissement inkl. Restaurant. Unser Zimmer ist sehr gross und gediegen, die Lage relativ ruhig, aber das Stadtzentrum in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Gesagt, getan: wir maschieren los und siehe da, es findet sich ein uns passendes Restaurant, wir machen, ohne die Speisekarte konsultiert zu haben, eine Reservation für 19:00 Uhr. Zeit des Ausruhens ist angesagt. Das Hotel bietet übrigens auch gratis WiFi an, ebenso ein (Mini-)Pool oder auch Self Catering Units. Die Anlage gefällt und sehr gut, dies Leute sehr zuvorkommend und herzlich, all dies für CHF 55! Frühstück ist natürlich auch dabei! Abends dann der Gang ins Restaurant, keine 10 Fussminuten entfernt. Der Laden ist bereits gut besucht, ohne Reservation wären wir wohl angebrannt. Die Bedienung sehr gut, vor allen unser Kellner, ein Mann aus dem Stamme der Shona (Zimbabwe). Das Essen, ich mache es kurz, leider ganz und gar nicht gut. Die Calamari Vorspeise noch gut, aber bereits recht salzig. Dann warten wir über ein halbe Stunde auf unser beiden Stücke Fleisch (Kudu und Black Hartebeest). Die Speisen kommen endlich sind aber, zumindest meine, absolut ungeniessbar weil TOTAL versalzen. Auch der Kudu hat Mängel: völlig durchgebraten. Ein mächtige Enttäuschung. Nach drei Bissen weigere ich mich weiter zu essen. Die Chefin kommt, findet auch, dass das Gericht salzig sei, aber dies sei hier ihre Art zu kochen……Keine Entschuldigung, kein Entgegenkommen, nix. Wäre da nicht der freundliche Shona, hätte ich eine grössere Szene gemacht. Schluss mit der unliebsamen Story. Wir spazieren nach Hause, hier (sprich Swellendam, 14’000 Einwohner stark) soll es übrigens sehr sicher man brauche nicht einmal das Auto abzuschliessen. Zurück in unserem grossen & schönen Zimmer ist ziemlich schnell Sendeschluss für heute.