5. September 2016 – Gypsum, CO

Dies Nacht war etwas lauter als auch schon. Na ja, wir brechen ja heute unsere Zelte hier ab und kurven gen Osten. Das Wetter ist in seiner besten Form zurück, die Temperatur noch auf der leicht kühlen Seite: 15°. Um 9:00 Uhr sind wir startklar, nochmals müssen wir zum City Market, das erworbene Schweinefilet leider nicht nach unserem Geschmack, in einer Salzlösung ‘eingelegt’, wohl das dies Stück Fleisch einiges länger in den Kühlregalen rumliegen kann und trotzdem noch geniessbar ist. Doch dies ist die einzige ‘Sorte’ Filet, welche der Laden führt. Also weiter Richtung Rocky Mountains. Die Fahrt bereits ab Grand Junction sehr, sehr eindrücklich, wie in Utah drüben: Sandsteinkathedalen, eine nach der anderen. Leider nicht knallrot sondern eher schmutzigbraun und der Freeway stört das Landschaftsbild im wahrsten Sinne des Wortes einschneidend. Ich blende die unschönen Dinge aus und geniesse die schönen! Nur 10 Meilen östlich der Stadt folgt Palisade, Obstplantagen und Weinberge (na ja, wohl mehr Felder) und im Hintergrund Sandsteinschlösser, mächtig Scenic! Der sehr stark befahrene 70er, es ist Labor Day, windet sich immer dem Colorado entlang durch schönste Canyonlandschaft, ein unerwarteter Augenschmaus. Bei Parachute wirds’s dann flacher und langweiliger. Wir erreichen Rifle (elev. 5,345, pop. 7,200), eine erstaunlich grosse Stadt. Hotels und Motels (wie schon unten in Parchute) säumen die Autobahn. Sogar ein grosser Walmart taucht auf, dieser nun führt ‘richtiges’ Schweinefilet im Sortiment. Ich meinerseits kann nicht widerstehen und erwerbe ein Dash Cam, ein winzig kleines Teil, das aber recht gut funktioniert, auch die Qualität, wie sich kurze Zeit später herausstellt, ist ganz ordentlich. Weiter geht’s im dichten Ausflugs/Heimreiseverkehr. Glenwood Springs ist erreicht, ein Halt hier gilt nur der sehr schön angelegten Rest Area, nicht etwa dem neben liegenden völlig überteuerten RV Park. Vor sechs Jahren bezahlten wir bereits über USD 50 für ein staubiges, enges Site, die Facilities in erbärmlichen Zustand…..aber tempi passati! Preis heute: USD 60 plus 11.15 Tax!! Beim Dorf Dotsero verabschiedet sich der Colorado links weg, wir folgen nun dem Eagle River. Kurz vor Gypsum erspähen wir dann einen RV Park, hart an der Autobahn, aber ziemlich leer. Also raus und die Sache genauer angeschaut. Niemand ist vor Ort, wieder muss ein Telefon das Einchecken übernehmen. USD 40 wären fällig, ob mit oder ohne Tax was man/frau nicht. Kurzes Beraten und wir kurven zwei Meilen Richtung Gypsum zurück. Hier hat es einen ‘Forest Campground’, ebenfalls hart am Freeway und nur gerade mit Pit Toilets im Angebot, doch USD 10 sind ein starkes Argument. So stehen wir in der Pampa neben der Autobahn und verbringen den Rest des Nachmittages und natürlich auch den Abend und die Nacht hier draussen. Der Lärm der Autobahn will und will nicht abnehmen, doch gegen Abend kühlt es markant ab, wir können die Luken dicht machen und die Musik aufdrehen. So halten wir es aus, aber wirklich nur diese eine Nacht, auf dem unvermeidlichen Rückweg werden wir sicherlich nicht mehr hier Halt machen. Schweinfilet und Polenta helfen auch, den unglaublichen Lärm ein wenig zu vergessen.

No Name Campground bei Gypsum, CO

No Name Campground bei Gypsum, CO

2. bis 4. September 2016 – Grand Junction, CO

Die Nacht war sehr ruhig, würde das WiFi funktionieren blieben wir glatt noch einen Tag, sind doch noch diverse Sachen betreffend Südafrika zu erledigen. Doch die Fahrt geht weiter, runter ins 60,000 Seelen starke Grand Junction, der grössten Stadt ‘West of the Rockies’ (innerhalb von Colorado natürlich). Die Fahrt immer auf dem 139er ist recht einsam, immer durch Ölfördergebiet und Viehweide. Nach etlichen Meilen windet sich dann die in einem schlechten Zustand befindliche Strasse in die Höhe, Douglas Pass der höchste Punkt, immerhin 8,268’ (2,520m) hoch. Für Colorado-Verhältnisse keine nennenswerte Erhebung. Dieses ‘Pässchen’ ist der niedrigste der total 38 Pässe von Colorado, der höchste, stattliche 4,350 Meter, ist eigentlich kein richtiger Pass, mehr eine Einbahnstrasse den Mount Evans hoch und wieder runter. Auf der anderen Seite zuckeln wir dann gemächlich in die Tiefe, 7% Gefälle sind auch nicht ohne. Wir sind unten und nun hat es nur noch Ranchland, flach und langweilig. Der 70er Freeway taucht auf, doch wir kurven lieber auf dem 6er gemächlich Richtung Grand Junction. In Fruita machen wir einen kurzen Stopp, ein ansprechendes Dorf präsentiert sich uns, der City Market (Kroger) nicht schlecht. Weiter geht’s in die Stadt, Ziel ist der Super Walmart, dann Sprouts. So füllen wir unsere Lebensmittelvorräte auf, ich für meinen Teil meinen Nuss- und Müeslivorrat. Sprouts der ideale Beschaffungsort, wenn die Sache auch nicht ganz billig ist. Danach auf den altbekannten Junction West RV park, ganz im der Nähe. USD 38 wären fällig, minus 10% Good Sam Rabatt plus total 10.65% Steuern macht netto USD 37.84. Die einzelnen Steuersätze wie folgt: 3% City Lodging Tax, 2.75% City Sales Tax, 2% County Sales Tax und 2.9% State Sales Tax. Der Laden ist bis unters Dach ausgebucht (Labor Day Weekend), dank der Reservation von gestern für uns jedoch kein Problem. Die Facilities sehr sauber, die Sites grosszügig angelegt und relativ weit auseinander. Der Verkehrslärm vorhanden, aber nicht übermässig störend. Nur das WiFi funktioniert nicht. Einer der Gründe, wieso wir Grand Junction überhaupt unsere Aufwartung machen, war Zugang zu anständigem WiFi um diverse Reservationen in Südafrika vorzunehmen…..Doch in der Laundry ist WiFi möglich, so dislozieren wir alsbald rüber und versuchen unser Glück mit der Addo Elephant Reservation, ein recht langes und eher mühsames Unterfangen, jedoch von Erfolg gekrönt. Wir können vier Tage ‘am Stück’ reservieren. Der Preis nicht ganz heiss, aber Elephanten kosten eben etwas Geld. Der Abend wird ziemlich gemütlich, der Lärm ist auszuhalten, Züge hören wir keine. Wir essen draussen, es ist immer noch anständig warm/heiss. Morgen allerdings soll es abkühlen und Regen geben. Das Abendessen übrigens ‘blutti’ Spaghetti, draussen serviert und verspiesen. Kein Witz: gestern musste der Green River Campground im Dinosaur NM evakuiert werden, einmal mehr ein Feuer, dieses jedoch nur 150,000 qm gross und auch schnell unter Kontrolle gebracht.

Ein zwei Donner gab es in der Nacht, dann etwas Unruhe im nahen FedEx Depot (um 4:00 Uhr in der Früh) und auch ein Zug ist vorbeigerollt, mit nur wenig Huperei, allerdings. Der Himmel ist blau und es ist bereits 20°, stehen wir doch erst um 8:00 Uhr auf. Nach Frühstück und Lagebesprechung geht’s erneut in die Laundry und so schleppen wir unsere Computer und den Hamper voller Schmutzwäsche dorthin und es wird regelrecht gearbeitet. Die Wäsche wird sauber und wir haben heute Storms River unter Dach und Fach gebracht, nur mit Hermanus gibt’s Probleme, die Leute sind da wohl etwas schreibfaul. Auch unsere Wild Card können wir erneuern, dies zum alten Preis von ZAR 3,005 (der Preis für 2017 steht noch nicht fest). Dafür geht draussen völlig unerwartet die Sintflut nieder, natürlich haben wir alle Fenster geöffnet. So kriegen wir ein nasses Bett (meine Seite) und einen nassen Teppich in der Stube. Auch ist es 10° kühler geworden, fast schon kalt, knapp über der 20° Marke, gestern schmorten wir noch bei 35°. Doch wir sind zufrieden mit unseren Hausarbeiten. In der Zwischenzeit haben wir uns auch auf die weitere Route geeinigt, es soll doch ostwärts nach Denver gehen, ein ziemlicher Umweg (280 Meilen einfach), aber wir wollen einfach ‘unsere’ Südafrikaner nochmals sehen. Der Himmel bleibt verhangen/schwarz/interessant, Regen gibt’s es dann und wann, doch zur Grillzeit ist es mehrheitlich blau. So brutzle ich relativ teure Kobe Burger (USD 10/£), doch das Resultat ist nicht über jeden Zweifel erhaben, es schmeckt, mehr aber auch nicht. Wieder wird der Abend schön ruhig hier auf dem vollen Platz.

Wieder schlafen wir bis 8:00 Uhr, herrlich ruhig war’s. Der Himmel ist, schaut man ost- und südwärts wunderbar blau, ein Blick nach Westen oder Norden trifft dann allerdings bereits wieder auf dicke, schwarze Wolken. Eigentlich müsste es heute schönster Wetter sein, Temperatur 31°. Den Morgen gehen wir gemütlich an, die Liquor Barn öffnet am Sonntag ihre Tore erst um 11:00 Uhr. Gegen Mittag dann der Sprung, resp. die Fahrt zur nahen Mesa Mall, ein riesiger Shopping Komplex, alles ist vorhanden. Erster Stopp eben die ‘Likör Scheune’, die Auswahl enorm, die Preise vertretbar, der Laden sehr gut aufgeräumt und übersichtlich. So wechseln etliche Flaschen den Besitzer, natürlich gegen Bezahlung. Danach zu City Market, auch dieser Laden hier sehr sauber und auch noch ziemlich neu, kein Vergleich mit der engen, abgekämpften Moab Filiale. Nächster Stopp die  eigentlich Mall. Hier trennen sich unsere Wege, resp. ich bleibe im immer heisser werdenden Camper und führe dies Tagebuch nach und meine Beste Hälfte geht shoppen. Das Wetter nun wieder gut, viele Wolken, aber die Temperatur ist auf hohem Niveau zurück. Es kann nach Hause gehen, die Anlage scheint heute nicht ganz so voll zu sein, doch der Schein trügt, auch nach dem Abendessen kommen unentwegt Übernachtunswillige und füllen den Platz unters Dach. Abendessen wieder draussen, ein Rib Eye (USD 13/£, aber reduziert, da Ablaufdatum heute), das Riesending schmeckt ausgezeichnet. Das erste Glas Rotwein wie gehabt draussen, den Rest dann in der gemütlichen Stube. Die drei Tage hier gehen als gar nicht einmal so schlecht in unsere Geschichtsbücher ein.

1. September 2016 – Rangely, CO

Es wird wieder nach 8:00 Uhr bis wir unsere Augen zu öffnen bequemen. Das Wetter ist erneut gut, ein paar Wolken sind zur Abwechslung auch im Spiel. Wir verlassen sehr ungern diesen Ort, dies der eindrücklichste Aufenthalt bis dato. Frühstück (und Abenessen), wie immer, draussen. Danach aber geht die Reise los, wir wollen in den Clorado-Teil des Parkes. Die Harpers Corner Road abspulen, die Stichstrasse ansehnliche 31 Meilen (ab Colorado Visitor Center) lang. Doch zuerst müssen die 38 Meilen vom Camping bis zu besagtem Visitor Center zurückgelegt werden. Nun sehen wir wesentlich mehr Wolken am immer noch blauen Himmel, aber es könnte nach Gewitter aussehen. Im Minidorf Dinosaur (die meisten Strassen tragen den Namen eines dieser Ur-Viecher) suchen wir den RV Park, auf dem wir vielleicht nächtigen werden. Nein, tun wir nicht, der Laden macht einen sehr heruntergewirtschafteten Eindruck (wie das Kaff übrigens auch)! Also rein in den Colorado-Teil, 25 Meilen durch eher langweile Viehweide, dies ist noch nicht Bestandteil des eigentlichen Parkes. Die Parkgrenze ist erreicht, das Landschaftserlebnis wird marginal besser. Ich hatte diese Fahrt als weitaus spektakulärer in Erinnerung, vielleicht sind wir schon zu verwöhnt. Am Schluss der langen Reise auf zum Teil schlechter und immer enger Strasse stehen wir am Harpers Corner und suchen nach einer Aussicht in die Canyonlandschaft unter uns, doch diese (die Aussicht!) bietet sich nicht. Leicht frustriert fahren wir zum letzten Aussichtspunkt zurück, Echo Park Overlook genannt. Hier hat man/frau dann einen einigermassen schönen Rundblick und doch nicht sooo unwerfende Landschaft. OK, das langweilige Mittagslicht macht das Erlebnis auch nicht viel besser. Die Fahrt zurück kann angetreten werden. Wenige Meilen vor dem Visitor Center, resp. Ausgang machen wir Lunchpause am Escalante Overlook. Nur noch etwas mehr als 20 Meilen sind es bis Rangely (elev. 5,224’, pop. 2,365), unserem heutigen Ziel. Dort soll es mehrere RV Parks zur Auswahl haben, qualitativ hoffentlich über dem von Dinosauer. Die Fahrt langweilig, es sieht aus wie oben in Wyoming. Doch hier liegt der Reichtum unter der Erde: Öl! Seit 1933 (mit Unterbrüchen, je nach Ölpreis) wird hier das schwarze Gold gefördert. Chevron der Platzhirsch. 478 Oil Wells auf einer Fläche von knapp 80qkm, so sah es 1949 hier aus! 1956 förderte man 82,000 Barrel täglich, von da an ging’s bergab. Aber es wird auch heute noch gefördert, wie wir sehen konnten. Die (Ex-)Ölboom Stadt ist erreicht, der angepeilte RV park liegt jedoch einige Meilen östlich der eigentlich nicht sehr sehenswerten Stadt. USD 32.52 werden fällig. Die Anlage, schwach von Dauermietern (=Ölarbeiter) belegt,  macht einen etwas abgekämpften Eindruck, doch die Facilities sind erste Sahne. Das WiFi schwach und nun seit längerem praktisch tot. Immerhin konnten wir all die unwichtigen e-mails checken. So sitzen wir im heissen Camper und lassen Blasi Boise seinen Dienst verrichten. Eigentlich wollten wir ja weitere Reservationen für Südafrika tätigen, aber dies muss wohl bis Grand Junction warten. Der Himmel ist mächtig von dunkeln Wolken überzogen, kommt nun das prophezeite Donnerwetter? Was kommt ist ein Staubsturm und so müssen wir die Schoten dicht machen und leider die AC in Betrieb nehmen. Die Wetterlage beruhigt sich, Sturm weg, AC weg und es herrscht wieder eine angenehme Ruhe, wäre nicht die AC des leider sehr nahen Nachbarn. Doch am Abend, resp. der frühen Nacht hört auch dieses unangenehme Geräusch auf, die Bude ist wohl mittlerweile auf unter Null gekühlt.

Buck’n’Bull RV Park, Rangely, CO

Buck’n’Bull RV Park, Rangely, CO

28. bis 31. August 2016 – Dinosaur NP, Vernal

Aahhh, diese Ruhe! Leider werden wir heute diesen gastlichen, wenn auch überteuerten Platz verlassen. Doch nur keine Eile, ein Vorfrühstücksspaziergang an den Canyon Rand liegt allemal drin. Auch nach dem Morgenessen bin ich nochmals ‘vorne’, möchte noch ein paar Panos machen, das Wetter ist perfekt, keine Wolke am stahlblauen Himmel. Doch der Kontrast zwischen dem Green River tief unter mir und eben diesem Himmel ist enorm. Kurz vor 11:00 Uhr brechen wir endlich auf, die Fahrt nach Vernal runter kurz, 35 Meilen, aber extrem spektakulär. Die Berglandschaft erinnert stark an den Boulder Mountain zwischen Boulder und Torrey, weiter südlich von hier. Espenwälder hätte es zur Genüge, doch das Laub ist noch lange nicht herbstlich gelb gefärbt. Die Strasse windet sich in fast schwindelerregende Höhen hinauf, 2,650 Meter der höchste Punkt. Nun geht es mächtig in die Tiefe, 8% Gefälle und dies auf nur wenigen Meilen, doch die Bremsen kommen kaum zum Einsatz, das Getriebe übernimmt die Arbeit, Tow-Haul sei’s gedankt. Wir sind ‘unten’, nur noch 1,600 Meter hoch und erreichen das geschäftige (immer noch) aufstrebende Vernal (pop. 8,000). Ein erster Halt gilt dem Smith’s Supermarket, sehr gut bestückt (sogar 4% Bier, auch am Sonntag), dann geht zwei Meilen weiter westlich zu Walmart, was sonst. Der Laden ebenfalls sehr sauber und (natürlich) gut bestückt. Mir fallen, einmal mehr, die unglaublich vielen unglaublich feissen Menschen auf. Dann ein Versuch auf dem hiesigen RV Park unterzukommen, dieser an der Durchgangsstrasse gelegen, gegenüber von Smith’s. Aber es bleibt beim Versuch, kein Mensch anwesend, man/frau solle bitte anrufen. Doch das ‘tracfone’ meldet ‘kein Empfang’, mein altes Schweizer Cell Phone funktioniert hingegen (ausnahmsweise) einwandfrei. Doch ein Anruf über die Schweiz kommt uns teuer zu stehen, so lassen wir dies. Alternativ bietet sich unser ungeliebter KOA an, zwei Meilen ausserhalb zurück Richtung Flaming Gorge gelegen. Doch dieser kommt wegen des exorbitanten Preises nicht in die Kränze. Kurzes Beraten und der Entscheid ist gefällt: wir fahren direkt raus ins Dinosaur National Monument, 25 Meilen sind keine Weltreise hier in den USA. Eintritt ist heute keiner fällig, Free Weekend (einmal im Jahr) in allen National Parks. Der Camping unten am Green River ist erreicht und ein Site zu kriegen erweist sich als ziemlich einfach. Doch die schattigen Plätze sind rar. Das Glück ist uns hold, Nummer 1 ist frei, grosse Cottonwood Bäume schirmen den ebenen Stellplatz von der heissen Sonne ab, perfekt! Hier wollen wir vier Tage bleiben und es werden USD 72 fällig. Als Gegenleistung werden eher altersschwache Flush Toilets geboten. Doch auch für die herrliche Umgebung muss bezahlt werden. ‘Unser’ Loop ist noch ruhig, auf dem anderen hingegen ist die Hölle los: Holzhacken, Kindergeschrei, Generatorengeknatter, American Outdoor Family Life eben. Ein 5th Wheel kommt angebraust und nimmt genau den Platz neben unserem, es könnte also auch hier laut werden. Doch das  Ehepaar aus Missouri verhält sich völlig atypisch: Kein Generator, kein Hund, kein Lagerfeuer und leise sind die beiden obendrein auch noch. So bleibt der Abend wunderbar ruhig und auch warm, es kühlt ab, aber nicht massiv. Wir sitzen lange draussen und geniessen unser Leben. Abendessen übrigens zwei sehr gute Schweinssteaks, dazu grüner Spargel.

Green River CG, Dinsosur NM, UT

Green River CG, Dinsosur NM, UT

Die Temperatur ging doch bis auf 15 Grad runter, angenehme Schlaftemperatur und so kriechen wir nicht vor 8:00 Uhr aus den Federn. Das Wetter ist erwartungsgemäss gut, die Temperatur bereits kräftig am Steigen. Unklugerweise beginnen wir unsere Wanderung eher spät und kommen so voll in den Genuss von reichlich Sonnenschein und vor allem natürlich Hitze. Der Weg schon einige Male abgespult, aber jedes mal wieder ein Renner. Schönste Sandsteinformationen in allen Farben, kein Mensch weit und breit, was will man/frau mehr? Die ersten zwei Meilen am Fluss entlang die brutalsten, kein Bäumchen, nix würde Schatten spenden, leider sind dies auch wieder die letzten zwei Meilen und so können wir uns auf einen überaus heissen Rückweg gefasst machen. Doch wir schaffen es auch dieses Mal, morgen wollen wir allerdings den zweiten, hinteren Loop anhängen, dafür mit dem Camper bis zum Split Mountain Campground/Boat Launch fahren und so eben diese heissen vier Meilen einsparen. Auch dieses Mal begegnen wir einer Schlange, eine recht lange (1.5m?) Garter Snake kreuzt unseren Weg, leider bleibt sie nicht so fotogen liegen, wie die Gopher Snake letztes Jahr. Lunch gibt’s auf dem Split Mountain Group Campground, ein Site kostet USD 40, sind aber alle leer, einzig der Camp Host harrt hier in der Hitze aus. Der Rückweg kann angetreten werden, wir nehmen es gemütlich und so hält sich unser Schwitzen in Grenzen. Es kann ans ausruhe gehen, ich sitze im Camper bei 30° und sichte meine Bilder, immer noch zu viel Material vom Yellowstone, also muss die Delete Taste Überstunden leisten. Am späteren Nachmittag kommt meine beste Hälfte mit einem Mitcamper ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass er Südafrikaner ist, aber seit 23 Jahren hier in den USA lebt. Dann kommt seine Frau auch noch vorbei und wir werden spontan zum Abendessen eingeladen: ein südafrikanisches Curry steht auf der Speisekarte. So pilgern wir um 18:30 Uhr zu ihrem Site rüber und beginnen den Abend mit einem indischen (!) Bier, dann ein mexikanisches und bald kommt auch Rotwein mit ins Spiel. Rustenberg und Kanonkop. Das Curry dann ein Renner, Boere Kost vom Feinsten. Die beiden, Greg & Gerda ganz angenehme Zeitgenossen, genau nach unserem Gusto. Leider wieder einer, der Südafrika definitiv den (Arbeits-)Rücken kehren musste. Ein sehr interessanter und gemütlicher Abend findet sein Ende um 22:00 Uhr, wir halten uns ja schliesslich an die Quite Hours. Wir verabreden uns für morgen, es soll auf die (für uns) übliche Wanderung durch schönste Landschaft gehen.

Green River, Dinosaur NM, Utah

Green River, Dinosaur NM, Utah

Die Biere waren wohl etwas zu viel, bin mir Alkohol im Übermass nicht (mehr?) gewohnt. Doch es geht früh raus, die Wanderung, resp. die Fahrt zum Split Mountain Parkplatz startet um 8:30 Uhr und so sind wir um 7:15 Uhr auf den noch unsicheren Beinen. Pünktlich geht’s los, wir werden mit einem Mercedes SUV zum Ausgangspunkt der Wanderung chauffiert. Es folgt die wunderschöne Wanderung begleitet von angenehmer Konversation. Wirklich zwei sehr liebenswerte Leute. Das Wetter übrigens perfekt: blauester Himmel, keine Wolke und die Temperatur dank unseres frühen Startes gut auszuhalten. So ‘machen’ wir ohne Probleme die beiden Trails (Desert Voices & Sound of Silence) samt dem Connector Trail. Nach drei sehr schönen Stunden sind wir zurück und es kann auf den Camping gehen. Hier machen wir Mittagsrast, jede Partie zieht sich in ihre jeweilige Behausung zurück. Um 13:30 Uhr soll es dann weiter gehen, Ziel das Visitor Center, resp. der Dinosaurier-Friedhof. Auch dies wird ganz interessant und kurzweilig, die beiden Südafrikaner sind einfach Good Company! Dann geht jeder seine Wege, nach dem Abendessen, eher durchschnittlicher Elk Burger, kommen die beiden Rentner und Weltenbummler noch auf einen Schlummertrunk zu uns rüber. Geschichten über Afrika werden erzählt. Man merkt es, in ihren Herzen sind die beiden Afrikaner geblieben. Wir nehmen Abschied, wissen aber bereits jetzt, dass wir uns wieder sehen werden, sei es in Südafrika oder dann in ihrem ‘Exil’ östlich von Denver. Nach 22:00 Uhr mache ich mich, wie schon nach dem frühen Abendessen, auf und schultere Rucksack und Stativ. Nun will ich mein Glück mit Sternenfotografie versuchen. Die Nacht ist im wahrsten Sinne des Wortes sternenklar, doch etwas arg viel Fremdlicht (Campingplatz) moinkt mir drein.

Dinosaur NM, Milchstrasse

Dinosaur NM, Milchstrasse

Milchstrasse, Dinsosaur NM

Milchstrasse, Dinsosaur NM

Wir erwachen erst um 8:15, unsere Südafrikaner sind schon über alle Berge! Heute schalten wir einen Nicht-Wandertag ein. Erneut ist das Wetter perfekt, nicht ganz so klar dafür eine Spur heisser als gestern.Ich sitze meist drinnen bei nicht ganz so angenehmen 30° und lösche Bilder. Dann und wann ein kurzer Spaziergang im nun ziemlich leeren Campingplatz, mehr Bewegung gibt’s heute nicht. Gegen Abend dann das übliche Füllen des Platzes, wieder haben wir Glück mit Nachbarn, nämlich keine! Nur der neuangekommene DRITTE Camp Host lässt seine Klimaanlagen (Class A haben eben zwei davon) ununterbrochen dröhnen. Wieso es hier überhaupt einen, geschweige denn drei Camp Hosts braucht, wissen wir nicht. Ausser mit den Golfwägelchen die beiden Loops abfahren tun diese Rentner nämlich nix. Die Facilities werden von einem Parkangestellten gereinigt. Auch kurvt, wohl aus schierer Langweile, sehr häufig ein Park Ranger umher, Law Enforcement steht in grossen Lettern am Pickup. Ist dies bereits ein Vorgeschmack für das kommende Trump-Amerika? Nach dem Abendessen gehe ich unverhofft runter an den Green River, das Licht ist sehr schön und lädt zu ein paar Panoramas förmlich ein, als ob ich nicht schon genüg hätte. Nach dem vorzüglichen Yellow Curry schaden ein paar Schritte sicherlich nicht. Danach noch eine grössere Campingplatzrunde. Also waren wir doch nicht so faul,wie angenommen, zählt man auch noch meinen nächtlichen Ausflug in die Astrofotografie hinzu, kommen schon ein paar Meter Fussarbeit zusammen. Die Sternenknipserei ist nicht ganz einfach und die Resultate lassen immer noch zu wünschen übrig. Um 23:15 Uhr bin ich endlich im Bett, es ist immer noch weit über 20° draussen/drinnen.

Milchstrasse, Dinosaur NM II

Milchstrasse, Dinosaur NM II

26. und 27. August 2016 – Flaming Gorge, UT

Die Nacht wäre überstanden, hier bleiben wir keine weitere! Immer noch sind diverse ‘Feriensachen’ zu erledigen. Südafrika ist schon sehr gut angelaufen, wenn auch die Reservation im Addo schief ging. Zumindest haben wir eine Bleibe in Scarborough (wie gehabt) und eine in unserem neuen Favoritenstädtchen, Hermanus. Heute soll die Fahrt runter ins geliebte Utah gehen, Ziel die Flaming Gorge National Recreation Area. Eine Fahrt von etwas über 80 Meilen. Das Wetter gut, einige Wolken lümmeln am Himmel herum, die Temperatur etwas über 10°. Den Weg finden wir ohne Probleme, wir müssen wieder zurück in die Train Town Green River und danach rauf in die Berge. Die Landschaft wird langsam ‘Utah-haft’, soll heissen: interessant. Es erscheinen erste Sandsteinformation, fühle mich sofort ‘zuhause’, dies ist meine Landschaft. Es geht rauf, recht steil und es geht wieder runter, dieses Spiel wiederholt sich ein paar Mal. Doch am Schluss landen wir auf 2,270 Meter über Meer, zwischendurch hatte wir die 2,400 Meter Grenze geknackt, die Gegend ist sehr gebirgig und natürlich hat es auch Tannli, doch kein richtig dichter Wald, nur ein Grüppchen hier und dort. So lässt sich’s leben. Hier oben hat es diverse Campgrounds, wir wählen den Red Canyon, nahe beim Visitor Center und noch näher am Abgrund. Unter uns der Red Canyon, 500 Meter tief und mächtig eindrücklich. Die Anlage wird durch einen Konzessionär betrieben, dies schlägt sich natürlich auch auf den Preis nieder: USD 20! Pit Toilets die einzige Gegenleistung, etwas hart, nein, eindeutig über der Schmerzgrenze. Aber die Aussicht ist grandios! Leider hat sich das Wetter massiv verschlechtert, es sieht nach einem Gewitter aus. Dunkle Wolken hängen über der Schlucht, dramatisch. Ich bin dann mal weg. Doch das Donnergrollen kommt näher und die Bäume am sehr exponierten Schluchtenrand sehen allesamt schwarz und genickt aus. Ich fordere mein Schicksal nicht heraus und mache auf Rückzug. Doch nach einer Weile muss ich wieder los, der Himmel ist immer noch voller dunkler Wolken, doch das Gewitter scheint weggezogen zu sein. So komme ich zu ein paar hoffentlich guten Panoramas der roten Schlucht und dem Green River. Eigentlich war die Prognose für heute Sunny und 77°, aber dies ist nun wirklich voll daneben! Der (überteuerte) Camping bleibt leer, obwohl es Freitag ist. Die RUHE hier oben ist einfach wunderbar, muss wohl im Preis inbegriffen sein. Abends ‘Hörnli Nam Prik Ong’, immer ein sicherer Wert. Das Gewitter legt noch einen drauf und bringt eine zweite Vorstellung, dies während des Sonnenuntergangs, apokalyptisch! Danach kehrt Ruhe ein und dies die ganze Nacht über.

Flaming Gorge National Recreation Area

Flaming Gorge National Recreation Area

Haben wunderprächtig grschlafen, ein Dank an die RUHE. Das Wetter ist ebenfalls wunderprächtig, die Temperatur im Steigen begriffen: 7°. Heute machen wir die Canyon Rim Wanderung, hin und zurück neun Meilen. Der Weg meist eben, da und dort sehr staubig und versch….. (Pferde!). Kein Mensch begegnet uns, die Wochenendler sind wohl alle unten auf dem aufgestauten Green River, kann uns nur recht sein. Die Landschaft, zumindest die erste Meile, wunderschön, immer am Rand der Schlucht entlang mit umwerfender Aussicht. Dann geht’s ins ‘Landesinnere’ und wird eher mittelprächtig, doch es tut, einmal mehr, gut draussen in der Natur zu sein und sich zu bewegen. Der Stausee unter uns wurde 1964 errichtet und soll 300 Fuss tief sein, nicht nachgeprüft, wir glauben es einfach einmal. Der Rückweg zieht sich dann in die Länge oder ist es die fehlende Kondition…. Doch wir schaffen es und sind auch mächtig stolz darauf. Auf den beiden anderen passierten Campings hat es mehr ‘Volk’, doch für ein Wochenende ist der Andrang mehr als nur spärlich. Auf unserem Platz hat es ein Mitcamper gegeben, weit weg. Abends dann Restenessen: Hörnli, Reis, Eier und dazu einen Bohnensalat. Habe ich die RUHE schon erwähnt? Diese zwei Tage hier katapultieren sich wohl in die Top 10! Unten ein Suchbild: wo ist der Camper?

Red Canyon CG, Flaming Gorge, UT

Red Canyon CG, Flaming Gorge, UT

25. August 2016 – Green River, WY

Die Nacht war nicht sehr kalt, trotzdem muss natürlich Heaty Logen seinen Dienst verrichten, wir wollen eine warme Stube. Es hat diverse Wolken über der Weite von Wyoming. Nach dem Frühstück wollen wir eben diese Weite durchfahren, Ziel Rocks Springs (Einkaufen), resp. Green River (Nächtigen). Die Landschaft bleibt auf der langweiligen Seite und so liegt es nah, unseren 1980 kreierten Spruch anzuwenden: Whycoming sollte dieser Staat wohl besser heissen. Nach immerhin 85 Meilen Nichts kommen wir in die Zivilisation und den Verkehr. Rock Springs ist erreicht, ob dies immer noch eine Bomtown ist, kann ich nicht sagen, der Ölpreise ist ja bekanntlich immer noch sehr tief. Doch es scheint Wohlstand zu herrschen. Ein riesiges Walmart Supercenter bietet sich an, unser hart erspartes Geld abzunehmen. Der Laden sehr gross (natürlich!) und auch sauber (nicht immer der Fall!). Ich leiste mir einen neuen Inverter (USD 41), der bisherige macht mir einfach keinen sicheren und zuverlässigen Eindruck. Im Gegensatz zu Jackson, gibt es hier Alkoholika zu kaufen, allerdings in einem separaten Raum und die Ware muss auch gleich bezahlt werden. Dann kurven wir weiter, zurück auf den Freeway 80 westwärts, Green River entgegen. Nach weinigen Meilen sind wir im12,500 Seelen Dorf. ‘Train City’, das Motto hier, das kann ja heiter werden. Den angepeilten Campingplatz zu finden erweist sich als unmöglich, da dieser gar nicht existiert, resp. sich nicht in Green River befindet, die gleiche Adresse wohl, aber ein Dorf weiter, James Town genannt. So kurven wir eine kleinerer Ewigkeit durch schönes Wohnquartiere, auch hier muss es Geld haben, bis wir den Irrtum bemerken. Also woeder zurück in eigentliche Green River und auf den ‘80 Business’, nach ein paar Meilen dann das gewünschte James Town, resp. das Tex’s Travel Camp. Der Laden leider hart am 80 Business und am richtigen 80er Freeway. Hinter dem Park natürlich die unvermeidliche Eisenbahn. USD 34.34 (inkl. Good Sam Rabatt) sind fällig. Geboten wird ein ebener Stellplatz, die Nachbarn, jetzt noch keine, eher nah. Die Facilities leicht überdurchschnittlich und das WiFi, dank meinem Extender, sehr brauchbar. Gratis dazu eben der Höllenlärm der zwei Strassen, den überlangen Güterzügen und unzähligen kläffenden Kötern. Genau, was wir lieben! So erledigen wir nochmals administrative Arbeiten, ein Danks an wirklich gute WiFi, doch man/frau wird überwacht, den Blick kann ich nicht ‘lesen’, die Seite ist wegen Nudity gesperrt. Wir kriegen je einen Nachbar links und rechts, aber auch diese Mitcamper können den Geräuschpegel nicht weiter heben. Wie kann man hier nur wohnen? Die Temperatur, trotz relativer Tiefe, 6,100 Fuss, angenehm, es kühlt schön ab, natürlich auch den vielen Wolken zu verdanken. G’schnätzlets und Reis unser gutes Abendessen, dann Musik hören und YT geniessen. Doch kaum mache ich die kleinen Boxen aus, dringt der Strassenlärm wieder in unsere Bude…….hoffentlich kann ich einschlafen. Die Ohropax sind bereit und werden leider auch angewendet.

Tex’s Travel Camp, Green River, WY

Tex’s Travel Camp, Green River, WY