21. bis 24. Juni – Flaming Gorge, Utah

Der morgendliche Berufsverkehr Richtung Steamboat Spring ist wirklich enorm! Das Wetter einmal mehr kein Thema: Sommer! Wir ziehen weiter westwärts, 175 Meilen lang ist die Fahrt zur Flaming Gorge hoch, bereits in Utah gelegen. Die Fahrt mächtig langweilig, mal Rinderweide, mal gar nichts…..doch die ‘Schönheit’, resp. der Reichtum ist unter der Erde: Öl. Ein kurzer Stopp gilt dem Städtchen Craig, knappe 9,500 Einwohner zählend. Es bietet sich ein anständiger, aber dann doch nicht sooo toller City Market an, unserer Vorräte aufzufüllen. Im Magazinregal zähle ich 22 verschiedene Waffenzeitschriften und kein einziges Fotomagazin, man muss Prioritäten setzen und sich wohl dem hiesigen Publikum anpassen. Wir näheren uns der Grenze zum ‘Life Elevated’ Staat Utah. Rechts nun interessante Berglandschaft, alles zum Dinosaur National Monument gehörend. Ein Stopp, wie üblich, im sehr schönen und grosszügig Kartenmaterial verteilenden Visitor Center in Jensen. Danach tauchen bereits die ersten Vorstädte der Boom Town Vernal auf. Öl, ich sage nicht mehr! Einwohnerzahl 2005: 5,300, in 2015: 11,200! Und es wird immer noch gebaut, meist Hotels/Motels, viele preisen ‘Long Stay’ an, ein klares Indiz für Wanderarbeiter. Nochmals ein Einkaufsstopp bei Smith’s, danach Lunch auf dem Parkplatz und die Fahrt in die Höhe kann angetreten werden. Hier unten soll es heute 40°, im Death Valley und in Phoenix sogar 52° heiss werden, so die Dame im Visitor Center. Wir nehmen die Strasse mit der uns bekannten Nummer 191 (Moab und Umgebung….) und kurven in die hoffentlich kühlere Höhe. Der Himmel ist bedrohlich schwarz, die Strasse steil und etliche Spitzkehren sind zu bewältigen. Wir passieren eine Phosphatmine (Simplot Phosphates LLC), nicht gerade ein schöner Landschaftseindruck, der sich uns hier bietet. Per Flüssigschlammpipeline wird das Phosphat nach Rocks Springs (130km Luftlinie entfernt) transportiert und dort verarbeitet, Abnehmer natürlich die riesigen Kartoffelfelder von Idaho im Besitze derselben Firma. Immer weiter in die Höhe, nun beginnt es sogar zu regnen. Eine ‘richtige’ Höhe wie drüben in Colorado erreichen wir leider nicht, bei 2,500 Metern ist Schluss, doch die Landschaft ist ansprechend, wie letztes Jahr erwähnt, erinnert sie an die Gegend am Boulder Mountain, einiges weiter südlich von hier. 40 Meilen nach Vernal haben wir unser Ziel erreicht: Red Canyon Campground, hart am Abgrund, tief unter uns der zum Flaming Gorge Reservoir aufgestaute Green River. Der Camping ist bis auf ein (‘unser’ letztjähriges!) Site leer, doch sind praktisch alle reserviert. Nur gerade 3 wären noch zu haben. Wir wählen Nummer 1 und bezahlen, etwas murrend, die geforderten, übermässigen USD 20. Als einzige Gegenleistung, sieht man einmal von der Lage am Schluchtenrand ab, wird eine kleine, stinkige Pit Toilet geboten. Es beginnt wieder leicht zu regnen und da und dort zuckt auch ein heller Blitz durch die schwarzen Wolken. Trotzdem mache ich mich auf eine kurze Fotoexpedition an den nahen Abgrund, die Szenerie recht eindrücklich!

Auch die nächsten drei Tage verbringen wir hier oben, die Landschaft ist eindrücklich, die Ruhe wunderbar und marschieren/spazieren können wir auch. Richtig früh stehen wir nicht auf, 7:30 Uhr unsere ‘Bestmarke’. Es ist auch recht warm, höhenmässig sind wir ‘nur’ 2,260 Meter, aber der Wind macht’s sehr erträglich. Erstaunlicherweise sind die meiste Zeit nur 3 Sites belegt, obwohl 5 der total 8 reserviert wären, aber eben was sind schon USD 20 (& Reservation Fee) pro Nacht. Zum Vergleich: der Mindeststundenlohn hier beträgt stolze USD 7.25!! Eines nicht so warmen Tages (Nordwind) machen wir uns auf die Canyon Rim Wanderung, viereinhalb Meilen pro Strecke. Sehr schön, sehr ruhig, wenn auch ein paar Mitbenutzer (Velos!) unterwegs sind. Auch das nahe Visitor Center (10:00 bis 17:00 Uhr) bekommt einen Besuch von uns. Sehr informativ und mit gutem Gratismaterial ausgestattet präsentiert sich dieser kühne Bau hart am Rande der tiefen Schlucht. 420 Meter soll der Höhenunterschied bis runter zum Green River sein, die Uferlänge des gesamten ‘Sees’ immerhin 360 Meilen. Die Staumauer 153 Meter hoch, Energie wird wir 50,000 Haushalte produziert und der grösste Teil es Stausees liegt in Wyoming, während wir hier oben in Utah sind. Schaue ich aus dem Stubenfenster, so sehe ich ein paar schneebedeckte Gipfel der High Uintas, 5 davon bringen es auf über 4,000 Meter. Die nächst niedrigen, auch wieder 5, sind immer noch über 3,700 Meter hoch. Dies eine der wenigen Bergketten der USA, welche Ost-West verlaufen. Vor (westlich) dieser mächtigen Bergkette eine weitere Barriere, die Nord-Süd verlaufende Wasatch Range mit den bekannten Utah Skiorten wie Alta, Park City  und Brighton. Die vier Tage sicherlich keine verlorene Zeit, Entspannung, Wandern und (meist) wunderbare Ruhe waren den langen Anfahrtsweg wert. Trotz Weekend ist es erstaunlich ‘unhektisch’ hier, der kleine Platz füllt sich nie und nimmer. Die ‘richtigen’ Weekender sind wohl alle mit ihren Motorbooten unten auf dem See und geniessen das Wochenende halt auf ihre Art. Am Samstagabend sind tatsächlich nur zwei der acht Sites belegt, so müsste Campieren immer sein!

19. und 20. Juni 2017 – Yampa River State Park, CO

Ruhige & kühle Nacht! Um 7:30 Uhr ist es draussen wir drinnen kümmerliche 12°, doch dies ändert sich schnell. Um unseren erarbeiteten Fitnesslevel aufrecht zu erhalten, machen wir vor und nach dem Frühstück einen Spaziergang, es ist nun bereits 20° warm geworden. Wir wollen weiter, es hat noch diverse andere National Forest Campings oben in den kühlen Bergen. Also weiter dem tosenden Fluss entlang in die Höhe, die Gegend wird nun sehr ansprechend, jetzt ohne böse Waldbrandnarben. Die Strasse schlängelt sich zum Cameron Pass hoch. 3,130 Meter die Höhenangabe, aber oben kein Ausflugsrestaurant und hunderte von Motorrädern wie auf der Grimselpasshöhe, nichts, nur endlose Landschaft begrüsst uns. Nun geht’s runter, nicht sehr viel allerdings, die nächsten Meilen führen über eine Hochebene (+/- 2,600 Meter hoch) durch eher langweilige Gegend, meist extensive Rinderweide, da und dort eine wohl grosse Ranch. Hier oben soll man die beste Gelegenheit haben, in Colorado Elche zu sehen, das Glück ist uns nicht hold, oder wir sind zur falschen Tageszeit hier. Walden ist erreicht, eine Ansammlung vom ein paar Häusern, Tankstellen, Hotels, Motels, nichts, was für touristische Schlagzeilen sorgen würde. Die Hochebene ist überquert, die Strasse steigt wieder an, der Rabitt Ears Pass wartet auf uns. Nur 2,870 Meter hoch, dafür ist die Strasse sehr gut ausgebaut und auch benutzt, liegt drüben doch das mondäne Steamboat Springs. Wenige Meilen nach der Passhöhe finden wir den angepeilten Camping mit Namen Meadows, immerhin auch noch auf 2,830 Meter über Meer. Doch die Anlage lacht uns mit einem ‘Closed’ entgegen! Wieso ist uns nicht klar, da und dort letzte Schneereste, keine Grund also, die Pforten nicht offen zu haben. Lunch- und Studierpause. Das Studium der Landkarte bringt uns zum Schluss, dass wir noch etliche Meilen weiter kurven müssen, erst 27 Meilen westlich von Steamboat Springs böte sich der Yampa River State Park an. Weiter geht die Fahrt, nun immer talwärts und nicht zu knapp, das Gefälle ist enorm, Kurven sind praktisch keine vorhanden, ein Grenzfall für den zuverlässigen Tow Haul. Der Nobel Skiort ist erreicht, man/frau protzt und klotzt, was die Riesenhäuser hergeben. Auch ändert die Zusammensetzung der Automobile, klobige Ford Trucks weichen immer mehr teuren Deutschen Nobelkarossen, wie drüben in Ketchum, Idaho! Woher kommt auch all dies Geld? Nach kurzem Tankstopp geht’s weiter durch die hektische Stadt (pop. 12,100, elev. nur noch 2,040m). Westward Ho! unsere Devise. Es wird wieder heiss, die 2,000 Metermarke haben wir bereits unterschritten, neben uns nun nicht mehr der Versteck-das-Pulver sondern der Yampa Fluss. Zwei Meilen westlich des Minidorfes Hayden findet sich besagter State Park, sehr schön und grosszügig angelegt, nur Schatten haben sie vergessen, alle Sites stehen an der prallen Sonne. Zumindest über den Picknick Tischen wird für Schatten gesorgt. USD 24 plus USD 7 Eintritt in den State Park werden fällig. Der Preis völlig gerechtfertigt, die grosse Anlage blitzsauber, Pit und Flush Toilets im Angebot. Duschen USD 1 extra. Was will man mehr. Es ist heiss, so muss leider die laute Klimaanlage erneut gequält werden. Ab 16:00 Uhr übernimmt Blasi Boise die Arbeit, der Ventilator tut’s dann auch. Doch die Zeit nimmt wieder Überhand, kurz vor der Apéro Zeit muss erneut gekühlt werden, Apéro aber natürlich draussen im Schatten unseres rollenden Heimes. Bald darauf folgt eine sehr gutes Spargelrisotto, dann die obligate Campingplatzrunde. Diese leider begleitet von sehr aggressiven Mosquitos, also müssen wir die ebenso obligate Flasche YT leider drinnen trinken.

Es hat schön abgekühlt, so müsste es immer sein. Trotzdem brauchen wir kurz die Hilfe von Heaty Logan um die etwas mageren 13° im Camperinnern raufzuschrauben. Das Wetter, einmal mehr, keine Thema: Sommer, basta! Heute machen wir frei, Zeit, um über die Route nachzudenken. Es naht ja unvermeidlich das 4. Juli Wochenende. Eine Bleibe über diese Tage zu finden gestaltet sich nicht einfach. Natürlich machen wir auch etwas ‘Wanderarbeit’, wir marschieren zwei Mal um den grossen Campingplatz. Der Weg führt wunderschön zuerst dem recht breiten Yampa River entlang, dann natürlich an diversen Mitcampern vorbei. Wir haben übrigens heute Jubiläum: wir kennen uns nun schon seit 37 Jahren! Viel mehr läuft nicht, ausser vielleicht wieder die Klimaanlage, ist ist wieder mächtig heiss geworden, weit über 30°.  Am Abend nochmals ein längerer Spaziergang, ich mit der Kamera, ist doch der Himmel dramatisch schwarz geworden. Der Platz wird heute voller, doch von Lärmbelästigung (ausser von der nahen Strasse) kann keine Rede sein. Der Platz gefällt, es dürfte allerdings 10° kühler sein und er Durchgangsverkehr massiv geringer.

18. Juni 2017 – Am Cache La Poudre River, CO

Leider heisst es nun Abschiednehmen, doch ich muss nochmals eine Pilates Lektion überstehen. Dann aber, natürlich nach gesundem Frühstück, verabschieden wir uns von den zwei lieben Menschen. Ein erster Halt gilt dem hiesigen King Sooper und dessen Tankstelle. Dank Treuepunkten kriegen wir Benzin ‘bereits’ für USD 2.40. Dann kurven wir auf Nebenstrassen langsam hoch zur Interstate 25, immer durch endloses Farmland, dann und wann ein kleineres Dorf, alles dreht sich hier um Landwirtschaft. Natürlich sind die Strassen nicht in bestem Zustand, aber Trump wird’s ja dann schon richten (Infrastruktur Programm in gigantischem Umfang….). Nun gut, die Autobahn Nummer 25 ist erreicht und es geht nun wieder nordwärts, die letzten Meilen waren ja immer den imposanten Rocky Mountains entgegen. Der Wochenendrückreiseverkehr sehr stark, übervertreten natürlich RVs und Konsorten. Fort Collins (pop. 150,000 elev. 1,500m) bekommen wir nicht zu Gesicht, unsere Fahrt führt uns zielstrebig in die Höhe, immer dem Cache La Poudre River auf der gleichnamigen Strasse entlang. Hier hat es dann praktisch nur noch Freizeitmobil-Verkehr, alles will/muss nach Hause, es ist Sonntagnachmittag. Der uns begleitende Fluss ein veritables Wildwasser, also hat es auch dementsprechend viel Schlauchbootverkehr, allerdings nur in einer Richtung…. Der Rummel ist riesig hier oben, hätten wir nicht erwartet. Es erscheint der erste Camping, direkt zwischen Strasse und tobendem Fluss. Viele Sites noch belegt, Check-out Time 1pm stört hier niemanden. Wir kurven weiter in die Höhe, sind noch zu niedrig, 1,800 Meter ist noch zu heiss. Doch auch der nächste Platz haut uns nicht um, also weiter, die Gegend recht Scenic, doch der Verkehr unglaublich stark. Wir sind mittlerweile auf 2,000 Höhenmetern angelangt und ein nächster Platz bietet sich uns an. Na ja, nicht sehr schön angelegt, die Strasse natürlich gleich nebenan, ebenso der tosende Grossbach oder Fluss, doch für heute haben wir genug Meilen ‘gefressen’, wir bleiben. USD 21 werden fällig, als Gegenleistung hat es je eine Pit Toilet, das wär’s. Preis/Leistung völlig ungenügend! Zum Glück sind nicht alle Sites belegt, doch gleich neben uns hat sich eine grössere Menschenmenge inkl. Riesenhund einquartiert. Es ist anständig warm bis heiss, 30° im Camper liegen spielend drin, Blasi Boise muss an die Arbeit. Die Landschaft um uns herum, wie wir erst jetzt sehen, völlig abgebrannt, kein schöner Anblick. Wir ruhen aus, ich leiste mir einen einstündigen Schlaf, das Pilates-Turnen macht mich müde….Der Abend kommt, der Verkehr lässt etwas nach und auf dem Platz ist es erstaunlich ruhig, natürlich schreien Goofen um die Wette, aber dies gehört halt einfach zum Outdoor Leben in Amerika. Es kühlt ab, nicht radikal, dazu hat es zu viele Wolken, aber an ein angenehmes Schlafen ist sicherlich zu denken.

14. bis 17. Juni 2017 – Bennett, CO

Auch dieses Jahr werden die Tage hier wunderschön, wenn auch anstrengend. Pilates und Velofahren sind bei Greg & Gerda immer auf dem Programm und als anständige Gäste machen wir natürlich mit. Mir persönlich gefällt das Velofahren um das Aurora Reservoir einiges besser, als die Bauchmuskelübungen. Ausser diesen sportlichen Aktivitäten widmen wir uns hauptsächlich dem Essen & Trinken & Plaudern. Die Krüger Pläne für 2018 werden etwas konkretisiert, definitives dann in ein paar Wochen. Das Wetter immer wunderbar, der Wind hält sich zurück. So geniessen wir wirklich unser Leben, es könnte schöner nicht sein! Eines Abends fahren wir ins nächste Dorf, noch weiter draussen in der Prärie. Der Ort nennt sich stolz Strasburg, hat aber herzlich wenig zu bieten. Ute und David (ex Südafrika) sind ebenfalls mit von der Partie. Der Grund unseres Besuches ist das Restaurant Corona’s. Das Etablissement ist sehr klein, doch bereits anständig voll. Das Essen hier sei sehr gut und die Portionen riesig, wird uns versichert. So bestellen wir zu zweit eine ganze Portion und teilen sie auf und es reicht bei weitem! Mitgäste mit einiges mehr Leibesfülle machen da natürlich nicht mit: es wird viel bestellt & vertilgt. Die Margaritas eine Wucht, an Tequila spart man hier nicht. Ein zweiter Veloausflug steht auf dem Programm, dieser vom Haus aus, immer einer schwach befahrenen Strasse entlang. Die Aussicht auf/in die Weite der Prärie, die tiefhängenden Wolken, einfach unglaublich eindrücklich! Aber natürlich ist dies hier nicht das Paradies, der Preis: oft sehr starker Wind, Hagel, heisse Sommer und kalte Winter. Als Belohnung für die Velotour leisten wir uns Frühstück im High Plains Diner, vorne in der ‘Stadt’. Der Laden ist erstaunlich gut besucht, Small Town USA lässt grüssen. Das Publikum zum Teil sehr dick, doch es gibt auch ‘Normale’. Das Essen schmackhaft, wenn auch die Rösti kalt daher kommt. Ohne Murren bringt man uns kurze Zeit später einen Riesenteller mit heisser Rösti. Service wird hier grossgeschrieben! Auch Menschen über 55 haben es leichter: Senior Meals zu einem lächerlich tiefen Preis. Ansonsten macht jeder, was er will, ich bin meist draussen im Camper am Computer, doch zur Essens- und Apérozeit versammeln wir uns zu friedlichem Umtrunk, schmackhaftem Essen und Geplauder. Wir könnten noch lange hier bleiben! Das Wetter präsentiert sich jeden Tag anders, immer auf der schönen, aber auch meist heissen Seite, Wolken werden genug geliefert, ebenso der unberechenbare Wind, welcher im Nu aus dem Nichts zu kommen scheint. Die Flüge nach Kapstadt sind nun gebucht, die billigsten Sitze bereits weg (April 2018!). Tja, die Tage im Paradies sind leider gezählt, morgen geht’s (ungern) weiter, rauf in die Berge. Die nächsten Tage werden auch hier Temperaturen um 40° bringen!

11. bis 13. Juni 2017 – Fahrt nach Bennet, CO

Wiederum war die Nacht ausgesprochen mild, hier auf knapp 3,000 Metern. Es hat heute einige Wolken, doch diese verziehen sich im Laufe unserer längeren Reise. Zeit haben wir genug, haben wir doch eine Reservation (USD 10!) für den kleinen Gore Creek Campground bei Vail in der Tasche. Eine Dusche wird fällig, nein, es sind keine im Angebot (Pit Toilets die einzige ‘Annnehmlichkeit’), wir erledigen dies intern, unsere Dusche ist gross genug und der Water Heater liefert in kurzer heisses Wasser, was will man mehr! Die Reise beginnt, die Strasse Richtung Mesa runter ist einiges kürzer, dafür logischerweise einiges steiler, als die Delta/Cederedge Auffahrt. Doch Dank Tow Haul werden die Bremsen kaum beansprucht, alle Achtung! Erstaunlich schnell sind wir unten auf 1,500 Höhenmetern und reihen uns alsbald in den dichten Verkehr der Interstate 70 ein. Diese ist zum grossen Teil in einem erbärmlichen Zustand, ein Schlagloch, mehr eine Schlagschwelle über die ganze Fahrbahn, folgt der anderen. Die Fahrt immer im Coloradolauf folgend, ziemlich spektakulär. Einen ersten Halt machen wir in Rifle (Hauptstadt der NRA??), immerhin 9,200 Einwohner stark (elev. 1,600m) kann dies Städtchen mit einem grossen und schönen Walmart aufwarten. Danach noch etwas Benzin, unser treues Gefährt beglückt uns neuerdings mit einer anständigen Mileage: 10.9 Meilen pro Gallone (= 21.7l/100km) und die Fahrt in die Höhe kann weitergehen. Nächster Halt, eine Rest Area bei Glenwood Springs, sehr schön angelegt und auch dementpsrechend gut besucht. Nebenan ist übrigens das Glenwood Canyon Resort, ein Camp Site (Strom/Wasser) dort käme auf unverschämte USD 72.50 zu stehen. Vor sieben Jahren sind wir leider diesen Banditen auf den Leim gekrochen, mussten allerdings ‘nur’ USD 52 hinblättern.

Nach dem Lunch spazieren wir noch einige Minuten auf dem Veloweg dem tosenden Colorado entlang, ein Wildwasser-Schlauchboot nach dem andern schiesst an uns vorbei. Natürlich inspizieren wir auch den besagten Camping und, wer hätte es nicht vermutet, die Sites unten am Colorado sehen noch gleich aus wie früher: eng, staubig und inkl. Güterzuglärm vom anderen Ufer herüber. Weiter geht die Fahrt in die Höhe, viel gibt es nicht zu berichten, die Gegend wird immer alpiner, da und dort ein Schneeberg in nun nicht mehr so weiter Ferne. Wir erreichen Vail (pop. 5,130, elev. 2,485m), hier macht man auf noblen Wintersportort mit europäischem Flair, resp. Architektur, nicht immer ganz gelungen. Der hiesige City Market sieht ein wie ein überdimensioniertes Chalet, die Auswahl gediegen, nebenan ein Weinladen, die Auswahl noch gediegener doch die Preise so hoch wir der Ort selber. Nach kurzer Besichtigung nehmen wir die letzten paar Meilen zum Gore Greek Campground ist East Vail unter die Räder. Wie sich herausstellt, wäre eine Reservation nicht nötig gewesen, aber man/frau weiss ja nie. Wir nehmen unser eher dunkles Site in Beschlag und ruhen aus. Die Luft hier oben auch wieder angenehm frisch und (hoffentlich) gesund. Der Platz füllt sich nicht, einige reservierte Sites werden nicht belegt, aber was sind schon USD 33 pro Nacht! Der Abend wird mehrheitlich ruhig, die Feuerbelästigung auf normal hohem Niveau, wir können/müssen damit leben.

Einiges kühler, als oben auf der Grand Mesa, wer hätte das gedacht. Doch auch die Gasheizung lässt uns nicht im Stich, bald ist es schön warm in der Stube. Es geht weiter, wir wollen endlich über die Rocky Mountains, Ziel Golden, resp. der Dakota Ridge RV Park (der eigentlich eher in Wheat Ridge denn Golden ist. Die Strasse mehrheitlich in einem erbärmlichen Zustand, hier kann man es wohl der langen Wintersaison zuschreiben, aber reparieren könnte man dies schon. Die gut befahrene Strasse windet sich rauf in die Rockies, der Vail pass ist stattliche 3,250 Meter hoch. Dann fahren wir auf einer Art Hochebene an diversen Skiorten vorbei. So, das pièce de résistance kommt, die Fahrt rauf zum Eisenhower Tunnel, in Colorado geht’s immer noch ein wenig höher, als man erwartet. Kurz vor dem recht langen Tunnel erreichen wir die 3,400 Meter Marke. Nachher geht’s nur noch bergab, aber auch dies recht steil, doch der Tow Haul sorgt dafür, dass die Bremsen kaum zum Einsatz kommen. Wir näheren uns dem Grossraum Denver, rechts und links auf und an den Hügeln kleben/sitzen imposante Ferienhäuser, zum Teil schon fast Schlösser, Geld muss im Überfluss vorhanden sein. Beim Dörfchen Georgetown verlassen wir die Rennbahn und machen dem hübschen aber betriebsamen Visitor Center unsere Aufwartung. Es ist wieder warm geworden, obwohl wir noch auf der Höhe von Vail sind. Weiter geht die Fahrt, der Verkehr nun noch ein, zwei Spuren stärker, Denver hat ja auch 600,000 Einwohner, ohne die diversen Vororte, versteht sich. Ein nächster Halt gilt Applejack, DEM Weinladen von Denver, die Auswahl unüberschaubar und die Preise, zumindest für unsere Kategorie, sehr zivil. Ein YT macht uns um USD 5 & Tax ärmer, natürlich kaufen wir nicht nur eine Flasche sondern am Schluss werden es 30. Nicht alle jedoch aus Australien,  zwei Kalifornier (Cline Family) und ein paar Südafrikaner (Simonsig & Meerlust) sind auch mit von der Partie. Nächster Halt: Whole Foods und Barnes & Noble, wieder eine Autobahnausfahrt zurück. Der ‘Futterladen’ wirklich eine Klasse für sich! Wir erstehen ein Bauernbrot texanischen Ausmasses (Whole Foods hat ja seinen Ursprung in Austin, Texas) für USD 8. Das Brot dann ein Gedicht! Dazu gibt es exquisites Roast Beef, USD 16 pro £. Wer Geld hat, kann hier sehr gut leben und sich eben auch sehr gut verpflegen. Es kann zum nahen Dakota Ridge RV Park gehen, zweieinhalb Meilen weiter westlich gelegen. Die Anlage gross, aber etwas schief an den Hang ‘gepflastert’. Über den Preis wollen wir lieber nicht sprechen…..doch: USD 63.46 für eine Nacht, die Facilities anständig (nicht Sundance/Cortez Niveau), dafür ist das WiFi ausgezeichnet. Es ist sehr heiss, sind wir doch nur noch auf 1,600 Höhenmetern. So muss die leider laute Klimaanlage in Betrieb genommen werden. Nach Sonnenuntergang kühlt es jedoch etwas ab, wir machen noch einen längeren Spaziergang durch den praktisch vollen Platz….was hier für Dinger rumstehen, kaum zu glauben! Man könnte meinen, die Riesen RVs seien gratis oder ist jeder Amerikaner Millionär?  Protzen/Klotzen ist hier angesagt, wir zwei können sicherlich das kleinste Wohnmobil unser Eigen nennen, doch uns reicht es allemal.

Die Nacht war erstaunlich ruhig, bedenkt man die Nähe zu diversen grösseren Strassen. Wir nehmen die Sache gemütlich, erst um 11:00 Uhr fahren wir vom (zu teuren) Platz Richtung Denver. Ein erster Halt gilt dem Walmart in Wheat Ridge, gleich neben King Soopers und Applejack, in diesen darf ich heute nicht, gestern hatte ich ja weinmässig ‘gesündigt’. Lunch gibt’s der Einfachheit halber auf dem Parkplatz, wieder das ausgezeichnete Roast Beef von Whole Foods, eingeklemmt zwischen zwei Pretzel Buns, oder wie wir halt sagen: Laugenbrötli. Wir wagen den Sprung nach, resp. durch Denver. Der Verkehr sehr stark, zwei Mal kommen wir in stockenden Verkehr, aber sonst geht’s problemlos voran. Draussen in Bennett (Exit 304, mitten in der flachen Prärie) statten wir dem sehr guten King Soopers einen Besuch ab, wir haben Zeit, sind wir doch erst um 15:00 Uhr verabredet. OK, die letzten paar Meilen wollen auch erledigt sein, wir treffen pünktlich ein, doch niemand scheint anwesend zu sein. Nach fünf Minuten jedoch öffnet Gerda die Türe und dann kommt auch Greg daher, die beiden sehen ziemlich müde/verschlafen aus. Ja, die letzten Tage mit Kindern und vor allem Enkelkindern seien sehr anstrengend gewesen, wird uns erzählt. Langsam werden die beiden wach, wir schlürfen einen guten Rooisbos Tee und eine angenehme Plauderei nimmt ihren Anfang und endet nicht so schnell. Einfach schön, hier draussen bei diesen zwei lieben Menschen zu sein. Apéro beginnt erst um 17:00 Uhr, wir halten uns an die Regeln. Es folgt ein wunderbares Abendessen (Forelle), Wein, aber nicht im Übermass und natürlich immer noch rege Plauderei. Auch den obligaten Marsch zum Gate machen wir, Greg, wie immer, mit seinem Snake Stick bewaffnet. Danach schauen wir noch etwas TV, die meisten Teilnehmer nicken dabei jedoch ein und so machen wir gegen 22:00 Uhr Sendeschluss.

8. bis 10. Juni 2017 – Grand Mesa, CO

Die Nacht war kalt: 5°! Doch dank Heizung haben wir beim Aufstehen bereits wohlige 19°. Draussen lacht die Sonne von einem makellos blauen Himmel auf uns herab. Ein kleiner Spaziergang vor dem Frühstück, dann wird gefuttert und alsbald machen wir aus auf unsere sechs Räder, Ziel eher ungewiss. So kurven wir hoch auf den nahen Lizard’s Head Pass, 3,155 Meter über Meer. Um uns herum tauchen immer mehr imposante Schneeberge auf, viele davon brechen locker die 4,000er Schallmauer. Eine sehr schöne Landschaft, wie in der Schweiz, nur ein paar Nummern grösser und (meist) ohne menschliche Ansiedlungen/Verunstaltungen. Kurz vor dem bekannten Telluride geht’s links weg, immer noch auf der Strasse #145, nun immer talwärts. Es tauchen Häuser links und rechts der Strasse auf, nicht sehr idyllisch, hier an der doch stark befahrenen Strasse sein Eigen-/Ferienheim zu besitzen. Beim Weiler Placerville biegen wir rechts weg, die Strasse trägt nun die Nummer 62 und bringt uns auf die Dallas Divide, einem nur 2,730 Meter hohen Pass, dafür ist die Aussicht auf unzählige Schneeriesen wunderschön.

Weiter geht’s zu Tale, Ridgway entgegen, dieses kleine Dorf ist nur noch 2,130 Meter hoch gelegen und auch entsprechend wärmer. Doch es wird noch wärmer, wir fahren runter nach Montrose (elev. 1,760m). Hier sind wir dann wieder mitten in der (heissen) Zivilisation, eine Boom Town ohnegleichen erwartet uns. Shopping Centers en masse, kaum zu glauben, was 20,000 Einwohner alles so brauchen/kaufen können/müssen. Ein kurzer Mittagshalt wird fällig, wir sind uns immer noch nicht über unser Tagesziel einig. Ein Beschluss wird gefasst: rauf auf die Grand Mesa, den (angeblich) grössten flachen Berg der Welt. Wir durchfahren Delta, einiges weniger Einwohner aufweisend, knapp 9,000 und noch tiefer gelegen: 1,500 Meter. Dies Städtchen macht eine recht gepflegten Eindruck, leider machen wir keinen Halt, es muss rauf auf den ‘Grossen Tisch’ gehen, sollte es oben keine Campiermöglichkeit haben, müssten wir weiter nach Grand Junction, etliche Zusatzmeilen wären angesagt. Auf der Strasse #92 geht’s zunächst ostwärts bis wir auf Strasse #65 treffen, hier geht’s nun ziemlich schnell in die Höhe, anfangs noch ohne Kurven, aber schön steil, es folgen dann Kurven und nicht eben wenige. Immer höher und höher geht die Fahrt, unser Gefährt hat zum Glück damit keine Mühe, nur der Benzinverbrauch wird in die Höhe schnellen. Noch höher geht’s, kaum zu glauben! Es erscheint ein nagelneues Visitor Center, wo man uns mitteilt, dass ausser einem sämtliche Camping Plätze noch geschlossen seien. Schaut man auf den vielen Schnee um uns herum, eigentlich verständlich. Weiter geht’s, immer noch in die Höhe, wir durchbrechen die Schallmauer von 3,300 Höhenmetern! Endlich geht’s wieder in tiefere Lagen, der einzige offene Camping nennt sich Jumbo Reservoir am gleichnamigen Stauseechen. Hier sind wir nun nur noch auf 2,980 Metern über dem weit entfernten Meer. Die Anlage klein, aber sauber, die Sites weit auseinander und es hat sogar Strom. Wir finden ein schönes Plätzchen mit Blick auf das kleine Reservoir und richten uns ein, zwei Nächte wollen wir schon hier oben verweilen. USD 26 werden fällig, geboten eben Strom und Pit Toilets der sauberen Art. Die Sonne scheint und es ist angenehm kühl, wir geniessen den Rest des Tages. Bieber treiben hier ihr ‘Unwesen’ sehr viele Espen sind ihrer Nagewut zum Opfer gefallen und liegen nun ungenutzt überall herum. Es sei nochmals erwähnt: Colorado kann mit 58 Bergen aufwarten, die eine Höhe von über 4,260 Meter aufweisen können. 38 Pässe haben eine Höhe von über 2,500 Metern. Wobei diese Strasse hier, immerhin 3,300 Meter hoch, nicht in der Rangliste vertreten ist. Abends schmackhafte Hamburger vom Grill mit Laugenbrötli. Der Himmel ist nun ziemlich verhangen, doch kurz vor Sonnenuntergang macht die Sonne ein Comeback und strahlt die Landschaft um uns mit einem warmen, wunderbaren Licht an. Wir brauchen die Heizung nicht, doch für den kommenden Morgen setzte ich den Timer vorsichtshalber auf 21°, Heizbeginn 5:30 Uhr.

Eine ruhige und kühle Nacht findet ihr warmes Ende um 8:00 Uhr. Die Elektroheizung hat ihren Dienst anstandslos verrichtet, die Stube ist wunderbar warm. Draussen sieht’s noch ziemlich verhangen aus, gemäss Prognose soll jedoch schönster Sonnenschein vorherrschen. Die Sonne brennt kräftig und bald sind die Schleierwolken weg, wir nehmen unser Frühstück draussen ein. Dann macht jeder was er/sie will/muss. Ich widme mich meiner Canyonlands Bilderflut, meine Beste Hälfte übt sich derweil draussen an einer ‘Lismete’. Am Nachmittag spazieren wir 45 Minuten durch die schöne, aber windige Landschaft, allenthalben sieht man noch Schneereste, der Platz ging ja auch erst vor ein paar Tagen auf. Hier oben hat es sehr viele Espen, in der Schweiz wohl kaum denkbar, die Waldgrenze ist einiges tiefer als hier in den südlichen USA. Der Abend wird wieder ruhig, die Hektik auf dem Camping hält sich sehr in Grenzen. Die Temperatur will nicht so recht sinken, sollte uns eigentlich nur Recht sein, aber der starke Wind lässt an ein längeres Draussenverweilen leider nicht denken.

Morgens um 4:00 Uhr war es noch/schon 12°! Doch Heaty Logan kommt trotzdem zu seinem Einsatz, um 8:00 Uhr haben wir in der warmen Stube satte 21° und auch draussen geht’s temperaturmässig in die Höhe. Auch heute ist Nichtstun angesagt. Das Wetter wieder gut, der Wind aber immer noch mit von der Partie. Ich ‘erledige’ meine Bilder, kann mich aber leider nicht von vielen trennen, handelt es sich ja fast ausschliesslich um Needles Panoramen. Am Nachmittag ein Spaziergang inkl. böigem Wind. Es ist Samstag, der Laden wird nun praktisch voll, doch der Lärmpegel bleibt im grünen Bereich, auch abends, der Rauchbelästigungspegel schlägt jedoch einige Male kräftig nach Rot aus. Die Amerikaner können es einfach nicht lassen, immer ein rauchiges, stinkiges Feuer in Gang zu halten, die wenigsten kochen wirklich damit/darauf. Abends brutzle ich ein paar Schweinefilet Medaillons auf der sehr guten Grillplatte, dazu gibt’s heute Nachmittag frisch gemachte Spätzli. Den Abend verbringen wir aus zwei, nein drei Gründen drinnen: der kalte Wind, die rauchiges Feuer und in der Stube lebt’s sich einfach bequemer/gemütlicher.

7. Juni 2017 – Rico, CO

Die Nacht war eine Spur wärmer als letzte, doch immer noch ideal um gut und lange zu schlafen! Gegen 8:00 Uhr ist das Schluss mit der Faulenzerei, eine Dusche und ein Frühstück stehen an. Danach das Dump-Prozedere, welches mir immer recht Spass macht. Wir verlassen diesen sehr guten Camping und kurven rüber zum City Market. Danach noch Benzin, ebenfalls bei City Market und dies 10 Cents pro Gallone günstiger, da wir ja Loyality Points sammeln und diese hier nun auch einlösen. Doch bei 21 Gallonen macht dies leider nur USD 2.10 aus. Das Benzin hier USD 2.60 (ohne Rabatt) teuer. Es gäbe schon Biinsiin für USD 2.39, aber dies nur 85 Oktan, wir halten uns an 88 Oktan. Jeder Staat hat praktisch seine eigene Oktanzahlen…..!? Nun ab in die Höhe, wir kurven auf der Strasse 145 immer dem Dolores River entlang durch wunderschön grüne Landschaft. Die Gegend wird einsamer, erste Schneeriesen tauchen auf, natürlich über 4,000 Meter hoch. Das Minidorf Rico (pop. 265, Elev. 2,690m!) ist schnell erreicht. Ein paar alte Gebäude (zumindest aus Stein und nicht Pressspan) säumen die Hauptstrasse, wir können uns einen Halt verkneifen. Weiter geht die Fahrt in die Höhe, mittlerweile hat es unzählige Wolken, wohl den hohen Bergen um uns herum zu verdanken, sieht aus, als käme ein Regen auf uns zu. Sechs Meilen nördlich des Dorfes machen wir ein kurzen Abstecher zu einem National Forest Campground mit Namen Cayton. Der Platz klein (27 Sites), schön angelegt, die Hälfte der Sites hat sogar Strom. Hier gefällt es uns! So sichern wir uns Site Nummer 10, keine 10 Meter vom tosenden Dolores River entfernt und berappen die geforderten USD 28 (22 plus 6 für den Strom). Die Luft hier oben auf 2,865 Meter Höhe eine Wohltat für Lunge und Seele. Natürlich ist es wie gehofft/gewünscht einiges kühler als unten in Cortez. Viel Outdoor Aktivitäten sind nicht auf dem Programm, regnet es doch dann und wann und so bleibt es bei kleinen Campground Streifzügen. Ich finde Zeit, die Needles Bilder (800 Aufnahmen!) zu sichten/löschen. Es ist richtig gemütlich in unserem warmen Zuhause, auch wird sicher Heaty Logan einen Einsatz haben. Während ich diese Zeilen schreibe (16:30 Uhr) ist es noch kühle 16° draussen, gestern 35°!

5. und 6. Juni 2017 – Cortez, CO

Ich stehe um 5:45 Uhr auf, heute ist der dunkle Weg ein paar Minuten länger. Wie so oft, finde ich den gewünschten Punkt in der Finsternis nicht und muss mich mit einem Ersatz begnügen. Am Osthimmel hat es einige Wolken, doch das Prewdan Licht kommt sehr gut. Das ‘richtige’ Licht dann etwas unzuverlässig: mal werden die Nadeln in weiches Licht getaucht, mal eben nicht. Sehr zufrieden marschiere ich zurück, nun sehe ich, wo mein eigentlicher Standplatz hätte sein sollen, aber was soll’s. Ein letztes Frühstück draussen, noch ist die Temperatur einigermassen auszuhalten. Beim Aufstehen waren es übrigens bereits 25°, hat man noch Töne, eine der wärmsten Nächte, die wie je erlebt/erduldet haben. Die Gegend ist wirklich das Paradies, doch leider bereits zu heiss für uns, aber wir sind ja Ende September (Hochsaison!) wieder hier. Beim Rausfahren inspizieren wir noch den Super Bowl Campground, etwas ausserhalb des Parkes. Die Landschaft hier um den Six Shooter recht eindrücklich, aber der USD 5 teure Primitivcamping hinterlässt keinen positiven Eindruck. Also weiter Richtung Monticello, resp. Cortez. Die Fahrt bereits mehrfach kommentiert, wenn es auch herzlich wenig zu kommentieren gab. Cortez ist erreicht, wir machen einen kurzen Stopp im Visitor Center, brauchen wir doch eine neue Colorado Karte, unsere jetzige ziemlich zerrissen und abgewetzt. Ich entdecke eine Broschüre eines Thai Restaurants, ein paar wenige Fussminuten weiter raus Richtung Walmart. Doch zuerst gilt es Einkäufe zu tätigen, natürlich im schönen City Market. Ich meinerseits messe wieder meinen Blutdruck bei einer in praktisch jedem Supermarkt stehenden ‘Maschine’. Die Werte werden dann per e-mail zugesandt. Komischerweise sind ‘meine Werte’ ganz anders, als noch vor ein paar Wochen beim Arzt, nämlich alles im grünen Bereich. Die Messung kein Zufallsprodukt, hatte ich doch bereits unten in Tucson mit diesem neuen ‘Hobby’ begonnen und immer, ausser einmal, etwa dieselben Werte erhalten.  Danach geht’s über die Strasse in den Sundance RV Park, der Laden hier erstaunlich günstig: USD 39.36 (inkl. Good Sam Rabatt), die Facilities allererste Sahne! Man/frau erinnere sich an den Dump in Monticello für USD 42.50! Auch der Lärm der nahen und stark befahrenen Strasse lässt sich ertragen. Doch es ist auch hier oben auf 1,900 Meter mächtig heiss. Die Klimaanlage muss zu Hilfe genommen werden. Abends, ein Novum, gehen wir aus. Ziel ist das nahe Thai Cortez Restaurant, alles zu Fuss erreichbar hier, auch zum Walmart wären es nur ein paar Fussminuten. Die Beiz dann sehr klein und bereits ziemlich voll, es findet sich jedoch ein kleines Tischchen für uns. Endlich wieder einmal anständig (auswärts) Thai essen! Dies Speisen (Pad Thai und Green Duck Curry) sind wirklich gut und die Preise vertretbar: USD 53 inkl. zwei Glas guten Weines. Sehr zufrieden marschieren wir die paar Minuten nach Hause. Es hat mittlerweile abgekühlt, die Klimaanlage kann ihren lauten Dienst für heute einstellen.

Noch ein letztes Needles Bild:

 

Wir haben dank der wohltuenden Kühle sehr gut und auch lange geschlafen. 18° die Temperatur um 7:30 Uhr, perfekt! Wir verlängern um einen Tag, diverse Camping Reservationen gilt es zu erledigen. Yellowstone haben wir nun Ende August/Anfang September auf dem Programm, Juli bis mitte August ist bereits alles ausgebucht! Auch haben wir uns entschlossen, meinem Wunsch stattzugeben: es soll wieder rauf in meine Lieblingsstadt Vancouver gehen. Also wird auch dort eine Reservation fällig. Mittlerweile ist es wieder unangenehm heiss geworden: 34°! Doch die Klimaanlage läuft noch nicht. Gegen 13:00 Uhr marschieren wir runter ins Thai Cortez Restaurant. Hier verspeisen wir dann zwei sehr gute Salate: Beef und Minced Chicken, Vorspeise Thai Fresh Rolls (Por Pia Sod). So platzieren wir dieses Etablissement auf die gleich gute Stufe wie das Krung Thep oben in Idaho Falls. Zurück im nun unerträglich heissen Camper müssen wir die Klimaanlage in Betrieb nehmen. Die Aussentemperatur bleibt bei 35°, aber es wird wohl, wie gestern auch, am Abend abkühlen. Jawohl, es kühlt ab und so wird das Leben wieder lebenswert. Abends dann ein Mini-Abendessen: Laugenbrötli (City Market!) und das übliche sehr gute London Broil Roastbeef (Boar’s Head), dazu Salat. Unseren Schlummertrunk dann draussen, wobei es fast schon zu kühl ist für mein dünnes Seidenhemd. Morgen wollen wir rauf in wirklich kühlere Gefilde, schauen wir mal, wohin es uns verschlägt.

30. Mai bis 4. Juni 2017 – Needles–Canyonlands NP

Ohne zu murren stehen wir um 6:00 Uhr auf, mit uns auch die Sonne. So ist die Fahrt runter in den Needles nicht so dunkel/gefährlich wie letzten September, als wir in völliger Dunkelheit die Reise antraten. Das Wetter leider nicht mehr so gut, viele Wolken trüben den kommenden phänomenalen Landschaftseindruck. Wie immer sind die ersten Meilen sehr langweilig, doch kurz vor dem ‘berühmten’ Newspaper Rock kommt’s dann ganz dicke. Nun sind wir im richtigen Redrock Gebiet, einfach eine Augen- und Seelenweide! Kurz nach 8:00 Uhr sind wir im Park, natürlich ist an der Zahlstation noch kein Mensch, resp. Beamter anzutreffen. Wir fahren ohne Umschweife zum einige Meilen weiter liegenden Campingplatz. Hier stauen wir wie zwei Pinguine in der Sahara. Der A Loop ist nun doch reservierbar, B Loop Walk-in only. Also rein in den kleinen Loop und Augen auf, es soll eine freies Site gefunden werden. Das Glück ist uns hold, Site #22 ist frei und so nehmen wir dies unverzüglich in Beschlag. Diesen Platz hatten wir auch schon, am Morgen Schatten, am Nachmittag dann leider Dauersonneneinstrahlung. Immer noch werden USD 20 pro Nacht gefordert, als Gegenleistung gibt’s schönste Natur im Überfluss und natürlich auch anständige Toiletten. Ein Frühstück ist fällig und wird auch alsbald draussen serviert. Wir können unser Glück kaum fassen, wir haben einen sehr schönen Platz ergattern können. Vielen wird dieses Glück nicht zu Teil, in den nächsten Tagen sehen wir unzählige Campierwillige unverrichteter Dinge wieder abziehen. Drüben im A Loop sind wirklich alle Sites ausnahmslos mit einem aktuellen Reservationsschild versehen.

Die nächsten paar Tage hier im (fast) Paradies kann ich getrost zusammen fassen. Wir wandern durch die, ich muss mich wiederholen, unglaublich schöne Landschaft. Alle vergossenen Schweisstropfen, und es sind deren viele, sind es wert hier sein zu dürfen/können. Die Temperatur meist im oberen, grenzwertigen Bereich, das Wandern wird dadurch recht anstrengend. Eines Nachmittags überzieht sich der Himmel in Windeseile mit Gewitterwolken und so schaffen wir den Squaw Flat Loop in neuer Rekordzeit: dreieinhalb Stunden. Wir kriegen nur ein paar Tropfen ab dann sind wir zu Hause und der Regen beginnt. An einem weiteren Tag erleben wir sogar zwei Gewitter, eins am Nachmittag, das andere nach dem Abendessen. Natürlich bin ich am Fotografieren, was die Objektive hergeben, die Gegend ist einfach umwerfend.

Ein weiterer Marsch, nicht der längste (4km) aber aussichtsmässig der absolute Knüller absolvieren wir mit dem Slickrock Foot Trail, die Aussicht auf den Island in the Sky Teil des Parkes und auf die hiesigen ‘Nadeln’ ein Leckerbissen! Das Thermometer zeigt 35° an, im Camperinnern ist es ‘lauschige’ 32°, der kleine Ventilator verschafft mir etwas Abkühlung, Strom liefert natürlich die im Übermass vorhandene Sonne. Ein Besuch, allerdings nichts Fuss gilt dem nicht sehr nahen Visitor Center. WiFi hat man dort im Angebot, langsam zwar, aber immerhin. Auffallend, wir eigentlich meist, sind die zahlreichen Rentals, dieses schöne Gebiet ist wohl auf jermanns/fraus Wunschliste der (meist) Europäer. In all den 37(!) Jahren waren wir ausser in den Monaten Dezember bis Februar (April haben wir um einen Tag verpasst) immer einmal hier. Tagwache an Fototagen ist frühe 4:50 Uhr, das Predawn Licht wartet nicht auf Langschläfer. Am letzten Abend will und will es nicht abkühlen, auch nach 21:00 Uhr ist es drinnen wie draussen 30°! Und draussen haben ekelhafte kleine Fliegen das Sagen! Es wird eine heisse Nacht.

28. und 29. Mai 2017 – Auf dem Weg ins Canyonlands

Das Wetter ist erneut gut, die Temperatur etwas höher als gestern. Wir brechen auf, rauf nach Colorado mit Fernziel jedoch Utah. Es ist Memorial Day, der Verkehr, mehr wohl der Rückreiseverkehr enorm, zum Glück für uns in der Gegenrichtung. Santa Fe ist schnell verlassen, wir sind nun schon recht in der Pampa. Die Gegend nicht übermässig attraktiv, doch einiges schöner als Süd New Mexico. Ein Casino folgt dem anderen, alles demzufolge Indianergebiet. Wir halten uns immer an die Strasse Nummer 84, diese führt auf und ab alsbald durch recht einsames Gebiet. Dann und wann eine Ansammlung von eher traurigen Mobil Homes, wieso man hier draussen lebt und was man genau arbeiten kann wissen wir leider nicht. Die Strasse ist sehr gut ausgebaut, wir kommen flott voran. Einen kurzen Vorgeschmack auf Utah haben wir beim El Monte Rojo, roter Sandstein und skurrile Felsformationen, aber leider eben nur kurz. Die Strasse steigt an, wir sind dann auf einer weiten Hochebene, hier sieht man zumindest, was man tun könnte: Rinderzucht. Chama ist erreicht, dies die Anfangs- oder Endstation der bekannten Cumbres Toltec Scenic Railroad (Antonito nach Chama oder eben umgekehrt). Es geht weiter, der Staat Colorado ist bald erreicht und wir sehen die San Juan Mountains in der nicht mehr so fernen Ferne. Hatte allerdings einiges mehr an Schnee auf den hohen Bergen erwartet. Nun geht’s wieder etwas in die Tiefe, Pagosa Springs entgegen. Auf einem grossen Kiesplatz machen wir unromantische Mittagsrast bevor wir uns ins Getümmel von Pagosa Springs (pop. 1,750, elev.2,170m) machen. Viel, ausser enormen Rückreiseverkehr ist trotzdem nicht los. Etwas ausserhalb findet sich ein brandneuer Walmart, ein weiterer Halt wird fällig.   Weiter geht’s nun durch frühlingshafte Gebirgslandschaft, das intensive Grün eine Augenweide. 18km vor Durango machen wir Schluss für heute. Der Übernachtungsplatz nennt sich Bayfield Riverside RV Park. Die Anlage sehr schön, wenn auch mit USD 50 (inkl. Good Sam Rabatt!) ziemlich jenseits der Schmerzgrenze. Doch der ‘Laden’ ist sehr gut besucht, so scheint den Mitcampern der Preis nicht sauer aufzustossen. Zum Vergleich, wenn er auch hinkt, in Südafrika kriegt man für diesen Preis ein ganzes Haus inkl. tadellosem WiFi. Doch die Umgebung ist schön grün, die Strasse weit genug entfernt und die Facilities (wenn auch klein) blitzsauber. Das magere WiFi habe ich ja bereits erwähnt. Wir geniessen die relative Ruhe, der starke Verkehr der leider nahen Strasse nimmt zum Glück gegen Abend merklich ab. Nach üblichem Apéro folgt ein exzellentes Spargelrisotto, danach der Verdauungsspaziergang durch den grossen Platz. Wir sind wahrscheinlich die einzigen Gäste ohne Kläffer und dem kleinsten/billigsten Wohnmobil. Unglaublich, was die Amerikaner hier zur Schau stellen!

Ohne Heaty Logan wäre es kühl geworden. Draussen hat es knapp 8°, drinnen, eben dank Elektroheizung bereits vertretbare 15°. Das Wetter liefert erneut keine Negativschlagzeilen.  Wir verlassen diesen schönen, wenn auch arg teuren Platz unter kurven weiter westwärts. Durango (pop. 18,000, elev. knapp 2,000m) ist bald erreicht und ist mittlerweile noch grösser und hektischer geworden. Wir machen einen Stopp bei Albertsons, gehen aber in den nahen Liquor Store, ab morgen sind wir ja für eine unbestimmte Zeit in Utah…. Unser Yellow Tail kostet hier USD 8.30 plus Tax, ab 6 Flaschen dann 10% Rabatt. So kommt eine Flasche auf USD 8.00, damit muss man leben können! Weiter geht die Fahrt, nun in die Höhe, die Strasse gut ausgebaut und gut benutzt. Wir passieren das Skigebiet Hesperus, die Strasse hier auf über 2,500 Höhenmeter, der Skilift beginnt gleich neben der Strasse. Nun wieder runter Richtung Cortez (pop. 8,700, elev. knapp 1,900m), vorbei am aufstrebenden Dörfchen Mancos, dann folgt die Abzweigung zum berühmten Mesa Verde National Park…….doch wir fahren durch nach Cortez. Optisch auch keine Glanzleistung, kann es zumindest mit einer soliden Einkaufsinfrastruktur und unzähligen Motels/Hotels aufwarten. City Market wartet auf uns, noch immer macht dieser Laden einen sehr gepflegten Eindruck, alles ist zu haben (ausser natürlich Alkohol). Danach marschieren wir noch ein paar Minuten durch das geschäftige Städtchen, Bewegung tut Not! Die letzten 60 Meilen können unter die Räder genommen werden. Die Landschaft flach, ziemlich langweilig, meist wohl Rinderweide. In der Ferne die nur noch schwach schneebedeckten Abajos, rechterhand, einiges weiter weg, die La Sals, diese mit mehr Schnee ‘drauf’. Unser Übernachtungsplatz ist erreicht: Mountain View RV Park, etwas nördlich des wirklich trostlosen Dorfes Monticello (pop. 2,000, elev. 2,150m) gelegen. Weniger trostlos dann der in die Höhe geschnellte Preis für ein Site: USD 38 & 11% Tax, letztes Jahr: USD 30 plus Tax, hat man/frau noch Töne!!! Die sanitären Anlagen……..keine weiteren Details, aber hier kann man halt den Canyonlands Touristen ausnehmen, grosse Konkurrenz gibt’s nicht. Trotzdem können wir uns zu einer Dusche durchringen, ebenso werden die Abwassertanks geleert und der Frischwassertank gefüllt, keine solche Annehmlichkeiten unten im Needles. Das WiFi ist zumindest einigermassen brauchbar, doch der Preis, ich sage es nochmals: USD 42.50 eine bodenlose Frechheit. Nebenan steht ein Trailer, niemand ist drin, doch die Klimaanlage läuft seit Urzeiten ununterbrochen und das auch noch laut. Nach einen sehr guten Abendessen haben wir die Nase, resp. die Ohren voll und suchen uns eine ruhigeres Site. Wir machen uns auf eine frühe morgige Abfahrt gefasst.