16. August 2017 – Twisp, WA

Die Nacht war erneut auf der kühlen, aber schlafkomfortmässig angenehmen Seite. 8° lachen mich an, allerdings jenseits unserer Fenster, drinnen erneut 11°, die Heizung muss ran. Eile haben wir keine, wann haben wir diese schon. Die heutige Fahrt nach Twisp runter nur etwas über 30 Meilen und alles bergab. So geht’s wirklich mächtig (600 Meter!) und ohne viel Kurven in die warme/heisse Ebene des Okanogan Valley. Wir erreichen das ‘In-Städtchen’ Winthrop, wieso genau dieses Dorf so beliebt/bekannt ist, wissen wir nicht. Vor zwei Jahren gab es hier ein grosses Country Festival, ein riesiges Areal ausserhalb des Dorfes war mit hunderten von Campern besetzt. Nun sind es einige weniger und diese hören nicht Musik sondern müssen ein seit dem 22. Juli loderndes Feuer bekämpfen. Gemäss Lokalblatt soll das Diamond Creek Feuer bis ende Sommer brennen. Noch sind es sieben Meilen bis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz, dem Riverbend RV Park, etwas ausserhalb des 1,000 Seelen Dorfes Twisp. Hier nächtigen wir nun seit drei Jahren einmal pro Jahr, der heutige Grund ist fahrzeugtechnischer Natur: ein Ölwechsel ist überfällig und, sehr zu unserer Schande und Bedauern brauchen wir wohl einen neuen Reifen. Einer der hinteren ist innert kürzester Zeit ‘profillos’ geworden. Les Schwab, die Adresse. Doch zuerst sichern wir uns ein Site auf besagtem Campingplatz, USD 37 für Full Hook-up und viel Sonnenschein, Duschen kosten extra, 50 Cents reichen. Das WiFi, wie früher, mager und am Abend dann völlig unbrauchbar. Ölwechsel wird für morgen 8:00 Uhr vereinbart, ohne Termin keine Chance. Die Reifengeschichte ist schnell und (hoffentlich)  kompetent erledigt. Wir erwerben einen neuen ‘Finken’, diesen und der nagelneue Ersatzreifen werden dann vorne montiert und einer der vorderen kommt nach hinten, danach haben alle vier hinteren mehr oder weniger gleich viel Profil. Auf den neuen über US 250 teuren Reifen gibt es Garantie bis 60,000 Meilen, wie dies genau geht wissen wir nicht. So, noch ein kurzer Besuch bei Hank’s Supermarkt, einem wirklich sehr guten Futterladen. Zurück auf dem nun sehr heissen RV Park verdrücken wir unseren obligaten Salat-Lunch, dann wieder ab in die Stadt, Car Wash ist angesagt. Genug gearbeitet, wir fahren nach Hause und ruhen aus, die Sonne verschwindet nur sehr ungern hinter hohen Bäumen und so müssen wir die eher ungeliebte AC in lauten Betrieb nehmen. Um 18:30 Uhr haben wir endlich Schatten, die Temperatur nicht  brüllend, doch angenehm heiss, wir hoffen auf etwas Abkühlung. Spargelrisotto ist angesagt! Diese Köstlichkiet verspeisen wir draussen, es hat abgekühlt und auch der Wind hilft, das Leben hier nun sehr erträglich zu machen. Jetzt muss nur noch der starke Durchgangsverkehr nachlassen und wir sind rundum zufrieden.

Riverbend RV Park, Twisp, WA

Riverbend RV Park, Twisp, WA

14. und 15. August 2017 – Lone Fir CG, Mazama, WA

Die Nacht war wunderbar ruhig, seit langem nicht mehr so gut pfuuset! Dank Elektroheizung ist es drinnen brauchbare 18°, draussen unbrauchbare 9°. Das Wetter ist auf dem besten Weg, seine alte Form wiederzufinden. Noch etwas wolkig, aber sehr viel blau ist auch dabei. Weiter kann die Fahrt rauf ins Kaskadengebirge gehen. Die Strasse wird nun enger, dafür noch kurviger.  Kurz nach Marblemount kommt die entmutigende Ankündigung, dass auf den nächsten 74 Meilen keine ‘Services’ mehr erhältlich sein werden, wohl dem, der genügend Benzin im Tank hat. Die Strasse steigt anfangs nur unmerklich an, dann aber geht’s in die Höhe zum Ross Dam. Hier wird Strom für die Stadt Seattle produziert, der Skagit River (entspringt oben in Kanada) wird hier gestaut, das Resultat ein sehr langer und schmaler See, der bis an die Grenze von BC rauf reicht. Der Aussichtspunkt auf eben den Diablo Lake und die uns nun umgebenden Berge ist bereits 530 Meter über Meer, gestartet sind wir bei 80 Meter. Weiter geht es in die recht einsame und schöne Bergwelt, letzten Juni konnten wir hier oben leider nicht wandern, zu viel Schnee, heute haben wir ‘keine Lust’ dazu. Der nächste Halt gilt der Liberty Bell, der grosse Parkplatz auf über 1,700 Meter. Für ein Foto oder gar ein Pano reicht’s nicht, zu viele Wolken und schlechter Sonnenstand. Immerhin marschieren wir zum grandiosen Aussichtspunkt raus und geniessen die Landschaft. Da sehen wir ein Fahrrad mit Walliserwappen stehen, aber keinen ‘Fahrer’. Diesen bekommen wir dann auf der Rückweg zu Gesicht und plaudern ein wenig mit dem jungen Unterwaliser. Oohh, isch abe sehr viel Zeit, meint der freundliche Mann. Begonnen hätte er in Alaska und Ziel sei Argentinien. Alle Achtung!! Weiter, achteinhalb Meilen um genau zu sein, geht die Fahrt, nun mächtig in die Tiefe, der Lone Fir Campground wartet, einmal mehr, auf uns. So, nun sind wir 600 Meter tiefer als noch vor ein paar Minuten, die gut ausgebaute (zur Abwechslung) Strasse mächtig steil. Der Camping ist nicht sehr gut besucht, kostet immer noch USD 12, allerdings will man ab nächstem Jahr USD 15. Wasser gibt es nicht, die Wasserpumpe sein kaputt. Lagerfeuer sind (zu unserer grossen Zufriedenheit) nicht erlaubt, kein Wasser, kein Feuer, was machen auch die Zeltcamper wohl? Nach einmaligem Sitewechsel, das erste kriegt sehr bald Schatten und richtig heiss ist es hier oben nicht, das zweite dann einiges sonniger (#17, vorher #15). Wir richten uns ein und geniessen die Ruhe, die Passstrasse jedoch in ziemlicher Nähe und so lebt man/frau halt mit etwas Strassenlärm, der am Abend jedoch aufhört. Viel mehr läuft heute nicht, Abendessen besteht aus zwei sehr schmackhaften kanadischen Wagyu Burgern vom Grill (dies ist feuermässig erlaubt). Es wird recht schnell kühl, der Platz ruhig, wunderbar!

Stille Nacht, ruhige Nacht…… Es ist 8° draussen, drinnen 11°, also muss die Gasheizung in Betrieb genommen werden. Erst bei 16° kriechen wir aus den warmen Federn. Noch hat es einige Wolken ab Himmel und die Sonne lässt auf sich warten, die Berge um uns herum schon arg hoch. Heute machen wir Ferien!  Die Sonne kommt und es wird angenehm warm, nicht mehr brüllend heiss. Ich übe einmal mehr mit meinen falt- und tragbaren Sonnenkollektoren, doch die Dinger haben ihre liebe Mühe die Akkus aufzuladen. Preis/Leistung der doch teuren Dinger scheint mir fragwürdig. Die beiden Panels oben auf dem Dach jedoch scheinen sehr gut zu laden, kaum trifft ein Sonnenstrahl drauf, geht’s die Batterieladung von meist 12.8V im Nu auf 13.4V und höher, Strom ist sofort im Überfluss vorhanden. Heute machen wir wirklich wenig bis gar nichts, ein paar Platzrunden, vor und nach dem Abendessen. Nach dem Schlummertrunk jedoch mache ich mich auf und versuche die Milchstrasse abzulichten. Der Himmel scheint sehr klar zu sein, komisch, bei all den vielen Feuern in der näheren und weiteren Umgebung. Sternschnuppen gibt’s als Belohnung für mein nächtliches Engagement.

Lone Fir CG, Mazama, WA

Lone Fir CG, Mazama, WA

Lone Fir CG, Mazama, WA

Lone Fir CG, Mazama, WA

13. August 2017 – Marblemount, WA

Es hat mächtig geregnet in der Nacht. Meine Daunendecke ist ziemlich feucht geworden, aber man könnte ja auch das Oberlicht schliessen. Kurz nach 7:00 Uhr(!) stehen wir auf, wollen wir doch zeitig los, wie lange der Grenzübertritt dauern wird, ist immer völlig offen. Unser letzter Morgen in Kanada präsentiert sich sehr trüb und kühl, Zeit, abzureisen. Nach D & D (Dusche und Dumpen) machen wir uns auf den Weg, der Transcanada Highway ist schnell erreicht, nach nur fünf Minuten sind wir auf der Autobahn. Der Verkehr ist sehr zivil, ist ja auch Sonntagmorgen, die ist man/frau entweder im Bett oder der Kirche. Je weiter ostwärts wir kurven, desto aufgelockerter wird er Himmel. Wieder geht’s über die mautpflichtige Port Mann Brücke, aber wir haben ja bereits bezahlt. Der Verkehr dünnt noch etwas aus, der Himmel zeigt da und dort schon etwas Blau. Runter von der Autobahn geht’s, nu durch Farmland, auch hier wohl meist Beeren, aber auch vieh sieht man langweilig herumstehen. Wir versuchen unser Glück am Aldergrove Zollamt und siehe da, die Wartschlange ist gerade einmal ein Wagen lang. Doch das Auto vor uns wird rechts ran beordert, die vier Asiaten wohl einer genaueren Prüfung unterzogen. Kann ja heiter werden, die Leute haben hier praktisch nichts zu tun….. Doch der Beamte ist die Freundlichkeit in Person, wir sind sprachlos! Drei Fragen: wohin wollt ihr,  wie lange bleibt ihr, habt ihr Holz, Früchte oder Gemüse an Bord. Dies wohl der allerschnellste Grenzübertritt seit Erfindung der Zölle überhaupt! Nun sind wir wieder im Staates Washington, dem Land der sehr schlechten Strassen. Wir rumpeln runter bis Bellingham, hier gibt es zwei Einkaufs- und einen Benzinstopp: Walmart, Fred Meyer und dessen Tankstelle. Das Benzin ziemlich günstig für hiesige Verhältnisse: USD 2.43. Lunchbreak dann der Einfachheit halber auf dem eher engen Parkplatz von Freddy (aka Fred Meyer). Weiter geht die Fahrt, nun auf dem sehr schlechten Interstate 5 südwärts bis kurz vor Burlington, hier dann links weg Richtung Sedro-Woolley, resp. den Cascade Mountains (20 East). Hier hat es nun mächtig Rückreiseverkehr, jeder mit übergrossem Pickup Truck und langem Trailer, wie es dies Jahr Mode zu sein scheint. Nach wenigen Meilen sind wir bereits in ziemlich dichten Regenwald, ja, regnen tut es auch ab und an. Den ersten RV Park beim Dorf Concrete lassen wir nach kurzer Inaugenscheinnahme rechts liegen, kein Mensch ist anwesend auf diesem Motel/RV Park Kombinat. Alles macht einen heruntergekommenen & verlassenen Eindruck. Die nächste Campiermöglichkeit ist leider keine, der Rockport State Park wäre aber sehr schöne Dschungellandschaft, aber eben kein Camping!  Die nächste echte Möglichkeit, direkt am schönen Skagit River scheitert am Campground Full Schild. Weiter geht die Fahrt bis kurz vor Marblemount, hier erspähen wir ein Schild, welches Werbung für Cabins und RV Sites macht. USD 29 Full hook-up und erst noch Good Sam Member. Die grosse Anlage ist ‘Under New Management’, so der hyperaktive Betreiber. Er zeigt uns die RV Plätze, wir wählen einen nicht unter dunkeln Bäumen und bezahlen zufrieden die fälligen USD 28.37, da ja nach Good Sam Rabatt noch Tax draufgehauen wird. Geboten werden wenige, dafür sehr saubere Toiletten/Duschen und ein erstklassiges WiFi. Nicht zu vergessen natürlich die Ruhe hier hinten/oben, nachdem der Sonntagrückreiseverkehr endlich vorbei ist. Es regnet wieder, doch vor Sonnenuntergang klart es auf, das Wetter soll ja wieder gut, aber nicht mehr so heiss werden.

Glacier Peak Resort, Marblemount, WA

Glacier Peak Resort, Marblemount, WA

3. bis 12. August 2017 – Vancouver, BC

Es hat abgekühlt, wenn auch nicht gewaltig, um 8:00 Uhr ist es bereits 20°, doch die Sonne ist immer noch eine goldene Scheibe am eher braunen Himmel. Immer noch weht der Wind von Nordosten und so sitzen, resp. fahren wir halt in der Suppe weiter nordwärts nach Kanada. Eilig haben wir es nicht, gegen 10:30 Uhr machen wir uns auf den 60 Meilen langen Weg. Das Zollamt Blaine ist schnell erreicht, die Wartezeit sehr kurz, doch die Fragestunde des Zollbeamten eher lang. Der Mann ist freundlich, redet, im Gegensatz zu seinen südlichen ‘Artgenossen’ langsam und deutlich. Die üblichen Fragen: wo lebt ihr, wem gehört das Fahrzeug, wie lange wollt ihr bleiben, wann das letzte Mal eingereist (als ob er dies nicht bereits wüsste….), wie viel Geld ist im Wagen, habt ihr Waffen oder Früchte, wo übernachtet ihr in Vancouver……etc.? Stempel in den Pass gedrückt und ab geht die Fahrt, wir sind in Kanada, was man sofort an den Benzinpreisen ersichtlich ist: CAD 1.34/l! In US preisen wären dies knappe USD 4 pro Gallone! Letztes Jahr war der ‘Moscht’ einiges günstiger (CAD 1.25), billig war er nie hier oben. Der Transcanada Highway (#1) ist erreicht, nun geht es westwärts, bald taucht die schöne (Maut-)Brücke auf und dann geht’s runter von der hektischen Strasse zu Treo, wollen wir doch den Brückenzoll gleich bezahlten, einfach CAD 6.30, retour CAD 12.60. Wir die letzten beiden Male auch, sind man bequem im Büro im zweiten Stock und plaudert ausgiebig mit dem Beamten, nebenbei wird die Geldgeschichte erledigt. Sehr sympathisch! Wir haben noch etwas Zeit, Einchecken ist erst ab 14:00 Uhr möglich und so besuchen wir einen Sketcher Outlet Store. Es findet sich für jeden von uns ein Paar sehr bequeme Strassenschuhe, 2nd Pair 50% off! Dann aber die letzten Kilometer unter die Räder genommen, der Verkehr nun sehr zähflüssig, nicht richtig Stau, aber sehr langsam, das Verkehrsaufkommen enorm, die Strassen wohl zu klein, aber man ist an der Arbeit zu Sache breiter, resp. mehr Spuren zur Verfügung zu stellen. Der Capilano River RV Park ist erreicht, es ist 14:00 Uhr und wir checken ein. CAD 576.45 werden fällig, dies für 10 Tage, versteht sich. So kommt uns eine Nacht auf dem sehr engen Site auf umgerechnet CHF 45 zu stehen. Wir haben unten schon wesentlich mehr für wesentlich weniger bezahlt. Es ist angenehm warm hier, das nahe Meer kühlt leicht, wenn auch die dicke Suppe immer noch über uns hängt. Wir spazieren rüber zur nahen Park Royal Shopping Mall. Alles gäbe es hier zu kaufen, nun hat es im ersten Stock der Süd Mall auch noch einen riesigen Food Court gegeben. Doch wir marschieren weiter bis zum einzigartigen Whole Foods Market. Ein Schlaraffenland, für den, der Geld sein Eigen nennen kann! Die Waren werden wunderschön präsentiert, sehr vieles wird frisch vor Ort produziert, die Anzahl der Angestellten enorm. Wir sind ob der Vielfalt ziemlich verwirrt, doch nach einer halben Stunde in diesem Lebensmittel-Tempel haben wir für viel Geld dies und das erworben. Wir essen heute zu Hause. Einer unserer nahen Nachbarn schwärmt uns von Québec vor, die farbigen Wälder im Herbst müsste man einfach gesehen haben….Natürlich ist der gemütliche und interessante Mann aus Québec, spricht aber ein einwandfreies Englisch. Die noch näheren Nachbarn aus Holland sind zum Glück von der leisen Seite, so wird der Abend und die Nacht eher ruhig, nur der unablässige Strassenlärm ist garantiert, aber ich ‘montiere’ Ohropax und habe so wirklich meinen Pax.

Vancouver Innenstadt

Vancouver Innenstadt

Vancouver Innenstadt

Vancouver Innenstadt

Wohnen im Grünen, Vancouver

Wohnen im Grünen, Vancouver

Es kann teuer werden in Vancouver....

Es kann teuer werden in Vancouver….

Uuuii, es ist noch düsterer heute! Der Wind sollte in der Nacht drehen und die Rauchsuppe zurück ins Inland blasen, ist leider nicht so. Nun heisst es plötzlich, die Rauchglocke solle noch ein paar Tage bleiben. Wir gehen die Sache gemütlich an, erst gegen 10:00 Uhr marschieren wir mit je CAD 2.85 bewaffnet rüber zum Park Royal Shopping Center, resp. zum dortigen Bus Stop. Ein Bus (#250) kommt, wir und viele andere auch entern diesen und werden ohne grossen Stau ins Stadtzentrum befördert. Hier nun umsteigen, Bus Nummer 2 ist angesagt. Im lebhaften Zentrum hat es natürlich einiges mehr an Verkehr und so dauert die Fahrt rüber nach Kitsilano etwas länger. Unser Ziel McDonald/Broadway ist erreicht, wir steigen aus und schlendern die phänomenale Strasse westwärts. Wir würde es sich wirklich leben lassen, wären die Winter kürzer und die Immobilienpreise tiefer. Mein erster Stopp gilt ‘meinem’ Coiffeur, nach knapp drei Monaten ist ein Haarschnitt überfällig. Der Laden ist eine wirkliche Kuriosität…wer zählt die Völker, nennt die Namen. Kaum einer ist englischer Muttersprache, doch alle (ausser mir) Kanadier, köstlich! Nach dieser interessanten halben Stunde und um CAD 20 (CAD 17 & Tip) ärmer verlasse ich diesen Ort und schlendere, sicherlich ein Kilogramm leichter erneut den Broadway entlang, auf und ab, auch schon mal einer Seitenstrasse entlang. Nochmals: hier könnte ich wohnen! Nicht wie geplant beim Vietnamesen sondern beim ‘Malaien’ findest man uns kurze Zeit später. Die das Mini-Restaurant Mamalee, welche wir schon mit Allan & Roberta besuchen wollten. Der Laden ist gestossen voll, es hat eine Art Warteliste an der Wand, doch man erbarmt sich unser und weist uns einen klitzekleinen Tisch zu. Wir scheinen die einzigen Nicht-.Asiaten zu sein, könnte ein Zeichen für gute Qualität sein. Doch, um es vorweg zu nehmen, ist es nicht. Unsre beiden Gerichte, ein Seafood Laksa und eine ‘normale’ Seafood Soup, kommen relativ zahm und geschmacklos (ausser Chilischärfe) daher. Derweil wird die Warteschlange immer länger, nun, da wir das Essen verspiesen haben, etwas unverständlich. Ein sehr langer Verdauungsspaziergang durch wahrscheinlich ganz Kitsilano entschädigt uns dann für das eher durchschnittliche Esserlebnis. Wir wandern unendliche lange die 4th Avenue ostwärts Richtung Granville. Auch hier wunderschön, Läden, Beizen, Wohnquartiere, einfach lebenswert! Der lange Weg muss auch wieder in entgegengesetzter Richtung abgewandert werden, langsam werden wir müde und freuen uns auf eine komfortable Busfahrt. Bus #2 kommt und bringt uns eher langsam zurück in die nun völlig ameisenhafte Innenstadt, es ist Freitagnachmittag und das BC Wochenende naht. Ein Bus in unsere Richtung (250 und >, alle stoppen am Park Royal Shopping Center) bringt uns dann ziemlich schnell raus nach West Vancouver zum besagter Shopping Mall. Hier nun checken wir einen anderen Supermarket mit Namen City Market ab (nicht verwandt mit City Market/Kroger in den USA). Der Laden riesengross, das Angebot noch besser und schöner als drüben im Whole Foods. Kaum zu glauben! Wer hier genügend Geld hat, lebt wirklich im (Schlemmer-)Paradies. Die PReise nicht ganz so hoch wie bei der texanischen Ladenkette, doch immer noch weit über Walmart Niveau, natürlich auch qualitätsmässig. Dann noch ein Besuch beim BC Liquor Store. Auch dieser Laden riesengross und das Angebot fast Applejack Denver mässig, nur die Preise sind einiges höher. Doch wir haben keine eine einzige Flasche Rotwein mehr, also beissen wir in den eigentlich nicht gar so sauren Apfel und erwerben ein paar Flaschen Yellow Tail. aber auch zwei Flaschen Mill Stream Shiraz Vigonier aus Südafrika. Dieser Tropfen ist im Angebot: CAD 9.99, billiger noch als unser YT (CAD 10.99). Ein letzter Besuch dann bei der ‘Black Forest European Deli’, der Fleischkäse und auch das Roggenbrot sind unschlagbar gut. Abend dann ein eher schweres Essen: gebratener Fleischkäse, Spiegeleier und Kartoffelsalat, aber es schmeckt hat wirklich ‘cheibe guet’. Der Abend wird trotz rappelvollem Platz erstaunlich ruhig, immer abgesehen vom konstanten Strassenlärm natürlich.

Sicht von Granville Island auf Vancouver

Sicht von Granville Island auf Vancouver

Skyline von Vancouver

Skyline von Vancouver

Am Hafen von Vancouver

Am Hafen von Vancouver

Wir schlafen  l a n g e. Aber das Wetter ist wie gehabt, nein, sogar noch eine Spur rauchiger. Also fahren wir nicht in die Stadt sondern kümmern uns um Bürokram. Das WiFi vorne im Aufenthaltsraum ist brauchbar, am Site überhaupt nicht. So buchen wir eine Unterkunft in Colchester, südlich des Addo Elephant NP. Auch die Flüge von Kapstadt nach Jo’burg werden untersucht, es hat deren viele. Vielleicht fahren wir sogar von JNB rauf nach Pretoria, dies natürlich im komfortablen und sicheren (gemäss Greg) Gautrain. Dann marschieren wir rüber ins riesige Park Royal Shopping Center und genehmigen uns ein Mittagessen, mein Pad Thai sehr gut und auch die vietnamesischen Hühnerflügeli scheinen zu schmecken. Jetzt macht jeder, was er will, ich durchstreife die sehr ansprechende Einkaufsanlage, kaufe jedoch nichts. Danach geht es gemeinsam ans Einkaufen unseres Abendessens. City Market hat Beef Tenderloin im Sortiment (CAD 86 pro kg), doch auf den zweiten Blicke sieht das Fleisch nicht mehr sooo attraktiv aus. So einigen wir uns auf Wagyu Burger und zur Vorspeise ein Rucola Flatbread. Die dicke Rauchglocke soll nun doch erst Montagnacht verschwinden, auch hat es neue Waldbrände in der nahen Umgebung gegeben. Dieses Jahr ist der Eintritt in die National Parks gratis, 150 Jahre Kanada der Grund. Doch bei dieser Sicht macht die Sache auch nicht gerade viel Spass. Trotzdem gefällt es mir hier, falls ich es noch nicht erwähnt habe, ungemein gut.

Hafenkrane, Vancouver

Hafenkrane, Vancouver

'Flughafen', Vancouver

‚Flughafen‘, Vancouver

Der Rauch ist immer noch da, man könnte sich fast daran gewöhnen. Nun heisst es, am Dienstag soll der Wind drehen und zumindest für uns hier, für klare Luft sorgen. Momentan sollen über 100 in BC brennen, das grösste 140’000 ha! Wir nehmen die Sache gemütlich, die Stadt kann auch noch etwas warten. Wir schnappen unsere Computer und dislozieren in die Nähe des Pools, dem einzigen Ort, wo das WiFi richtig funktioniert. Diverse südafrikanische Sachen stehen an, ein paar davon erledigen wir auch. Dann aber ab ins Gewühl, es ist Sonntag und BC Day Weekend. Erneut berappt jeder von uns die geforderten CAD 2.85 im Bus, einen Ticket Automaten gibt es aus unerfindlichen Gründen nicht. Wir fahren eine Station weiter als ’üblich’, Granville Street, hier nehmen wir einen anderen der sehr zahlreich verkehrenden Busse und lassen uns über die Granville Brücke kutschieren. An der Ecke zur 4th Avenue steigen wir aus und marschieren diese westwärts. Hier draussen in Kitsilano läuft einiges weniger, als in der Innenstadt. Dort geht die Pride Parade ab, die Menschenenge gross und dem Anlass entsprechend schrill oder auch fast gar nicht bekleidet. Wir wechseln rauf auf die Broadway, aber ausser einem wirklich breiten Weg gibt es nicht viel zu sehen. Etwas weiter westwärts beginnt sie dann langsam zu leben, Restaurants und Läden aller Couleur tauchen auf. Es findet sich auch das von mir einst gesuchte Akbar’s Own Restaurant, dies einer der besseren Inder der Stadt, so die Kritiker. Doch es ist noch etwas arg früh für einen wohl schweren Lunch und so schlendern wir weiter. Je weiter es geht, desto weiter entferne ich mich vom indischen Gedanken und wir einigen uns ohne viel Worte auf Pho Japolo, Ecke MacDonald/4th Ave. Diesen Vietnamesen hatten wir schon einige Male beehrt und auch dieses Mal werden wir nicht enttäuscht. Die Pho eine der besten, zumindest nach unsrem Dafürhalten. Ein sehr langer Verdauungsspaziergang steht an, wir ‘wandern’ diesmal auf der 4th Ave nach Granville Island. Ich sage es noch einmal: es gefällt mir hier wie kaum an einem Ort auf der Welt! In Granville Island dann ist die Hölle los. Doch ich versuche darüber hinweg zu sehen und dann macht die Sache doch recht Spass. Alles gäbe es zu kaufen, Lebensmittel meine ich natürlich. Nach einer halben Stunde geht’s weiter, zurück in die Innenstadt um dort auf einen 250er Bus rüber nach West Vancouver zu warten. In der Stadt sind wir schnell, doch die Warteschlange an der Busstation ist sicherlich 50 Meter lang! Haben wir noch nie gesehen, was machen wir, in den Panik-Modus schalten, etwas anders kommt uns auf die Schnelle nicht in den Sinn. Wir stehen brav in der Warteschlange, doch nach fünf Minuten haben wir die eigentlich gute Idee und marschieren retour zu einer Busstation vor dieser, es könnte ja dort weniger Leute haben. Doch eine Station finden wir nicht, wir sehen nur ein paar 250er Busse durch Nebenstrassen kurven, komisch….Frustriert und reumütig reihen wir uns wieder in die noch längere Warteschlange ein. Dann die zündende Idee: warum nicht den SeaBus unten am Haben nach North Vancouver rüber nehmen und von dort mit dem Bus 239 nach Hause fahren? Forschen Schrittes geht’s runter zum sehr schönen Gebäude der Waterfront Station. Von hier fahren nicht nur Vorortszüge sondern eben auch der SeaBus ab. Heute ist Wochenende, also gelten die CAD 2.85 auch für die Fähre, unter der Woche leider nicht. Ein SeaBus kommt ziemlich schnell, wir und ein paar andere, viele entern diesen und die kurze Fahrt übers Wasser kann losgehen. Im Lonsdale Quay angekommen müssen wir nur ein paar Minuten auf einer 239 Bus warten. Dieser bringt uns relativ schnell rüber zur Park Royal Mall, wo noch ein paar Einkäufe fällig sind. Ziemlich ausgepowert sind wir zurück in unserem Heim und ruhen aus, zur Feier des Tages gönnen wir und ein tschechisches Bier, Baron mit Namen (CAD 2.20 plus 15% Tax!). Abends dann ein paar dünne Kalbsschnitzeli im Ei gebraten und, wie immer, eine oder zwei Scheiben des sehr guten Bavarian Rye Brotes.

Die Schiffe fahren fast mitten in die Stadt!

Die Schiffe fahren fast mitten in die Stadt!

Radiance of the Seas

Radiance of the Seas

Gastown, Vancouver

Gastown, Vancouver

Der Rauch, unser neuer, aber ständiger Begleiter! Einmal mehr nehmen wir es mit der Ruhe. Zuerst an den Pool, resp. hinter die Computer, wieder ist Südafrika das Arbeitsthema. Gegen 11:00 Uhr aber geht’s ab in die heute hoffentlich ruhigere Stadt. Bis nach Kitsilano raus schaffen wir es nicht, unser heutiges Ziel ist die gute Thai Beiz an der Hamilton Street im hippen Yaletown Viertel. Hier unten sind die meisten Restaurants geschlossen…doch Simply Thai die wohltuende Ausnahme. Die Bedienung, beide Damen, sehr offenherzig und kurzberockt, aber dies ist doch lediglich ein Speiserestaurant…..Mein Red Curry dann eine Offenbarung, weit besser als Idaho Falls oder Cortez, einzig vielleicht eine klitzekleine Spur zu süss, ansonsten perfekt, auch das Chicken Stir Fry sei sehr schmackhaft wird mir von kompetenter Seite versichert. Ein anständig grosses Glas Weisswein kommt vor Tax & Tip auf räsonable CAD 5 zu stehen. Sehr zufrieden machen wir uns auf den langen Fussmarsch nach Gastown, immer der Hamilton Street folgend. Wir passieren dabei sehr gediegene Wohnquartiere, wie hoch die Mieten wohl sind, wer weiss. Das Touristenmagnet ist erreicht und die Menschenmasse hat uns wieder. Aber sooo toll ist es hier unten auch wieder nicht, ein paar ansehnliche Backsteinbauten vollgestopft mit Souvenirläden reichen mir nicht, das Prädikat: hier möchte ich leben/wohnen zu vergeben. Ein paar Meter weiter südwärts und wir sind im Viertel der Homeless, brutale Realität verdrängt sorgloses Sightseeing. Hier nun eine der bislang weniger schönen Seite meiner Lieblingsstadt. Wieder ein paar Meter weiter nur und wir sind im quirligen Chinatown. Nun gefällt es allen Reiseteilnehmern (sind ja nur zwei) wieder sehr gut. Nach ausgiebigem Schlendern durch China geht’s zurück zur Waterfront Station. Wir wollen auch heute mit dem SeaBus nach Hause. Es ist Feiertag, also gilt die Wochenendregelung: eine Zone bezahlen, alle und alles benützen. Kaum von der Fähre, steht schon ein 239er bereit und die Fahrt geht sofort los. Schnell sind wir wieder im Park Royal, ich kaufe nochmals ein tschechisches Bier und ‘beim Bayer’ erstehen wir eine teure (CAD 4.46) St. Galler Bratwurst! Erneut sind wir auf dem Camping regelrecht eingeklemmt, die Sites sind wirklich sehr nahe beieinander, doch der Lärmpegel erstaunlich erträglich. Die Bratwurst entpuppt sich als absoluter Renner, selten haben wir eine so gute und schmackhafte Wurst verspiesen. Das Rezept, so vernehmen wir anderntags in der Deli, sei von einem Schweizer.

Downtown Vancouver

Downtown Vancouver

Zu Fuss unterwegs in Vancouver

Zu Fuss unterwegs in Vancouver

Downtown Vancouver

Downtown Vancouver

Seit dem 1. April hat es in BC 965 Waldbrände gegeben (…und gibt sie immer noch, eben die über 100 momentan aktiven!). Das Resultat sieht man auch heute morgen, die Sonne hängt dunkelorange am ziemlich düsteren Morgenhimmel. Wieder wurde die Wetterbesserung um einen Tag verschoben. Andere Quellen sind ziemlich wage: it will clear this week, kann auch Samstagabend sein…… Um 10:00 Uhr machen wir uns auf den Weg, resp. den Bus. Die Nummer 239 bringt uns an den Lonsdale Quay und wir nehmen erneut den bequemen SeaBus nach Vancouver rüber. Heute sind wir allerdings mit einem CAD 10 teuren Tagespass ausgerüstet, ansonsten wäre nix mit der kurzen, aber schönen Bootsfahrt. Drüben im Bahnhof entern wir einen der diversen Vorortszüge, Expo Line in unserem Fall, die Züge sind schnell, aber ohne Lokführer, wird wohl gutgehen. Der kalte Zug bringt uns raus in die endlose scheinenden Vororte oder bereits –städte  von Vancouver: Burnaby, New Westminster, später dann auch Coquitlam. Hier draussen zu wohnen scheint mir nicht gar so attraktiv zu sein. Die Stadt ist nah, aber doch nicht ganz, lieber in West Vancouver, wo die Mieten, resp. Hauspreise unerschwinglich sind. Kurz vor Überquerung des Fraser River steigen wir aus und wechseln rüber auf die Millenium Line, diese bringt uns wieder zurück in die Stadt. Heute ist die Sicht wieder eher schlecht bis sehr schlecht, aber es soll ja besser werden, vielleicht auch erst nächstes Jahr. Commercial Drive/Broadway unser Stopp dann. Wir steigen hier auf einen Bus um, der uns den ganzen Broadway runter nach Kitsilano bringen wird. Tut er auch, allerdings im Schneckentempo, der Verkehr ist erdrückend. So dauert die Fahrt unerwartet lange, wir haben Hunger und müssten schon auch einmal ‘Wasser lösen’. Endlich erreichen wir Ecke Broadway und MacDonald und marschieren sofort los runter zur 4th Avenue. Hier möchten wir gerne im kleinen Thai Restaurant, das wir vor zwei Jahren mit Allan & Roberta besucht haben, unser Mittagsmal einnehmen. Doch ‘wegen zu geschlossen’, so die kleine Tafel an der Eingangstür. Ratlos und mit drückender Blase entern wir eine Laundry, tatsächlich hat es einen Washroom und so kann zumindest ein Problem gelöst werden. Erlöst marschieren wir wieder rauf an den Broadway und statten dem Banana Leaf Restaurant einen Besuch ab. Wir waren bis anhin nicht ganz so überzeugt von der Küche, resp. den gelieferten Speisen, doch der Hunger regiert. Tatsächlich ist es auch dieses Mal eher auf der harmlosen, lieblosen Seite, nicht allerdings von der preislichen: CAD 47 werden fällig, eindeutig zu teuer! Wieder ist Busfahren angesagt, Nummer 2 bringt uns fast bis zum Hafen runter, an der Endstation bittet uns der Fahrer höflichst auszusteigen, konnten wir ja nicht wissen…..Am Hafen unten ist dann die Hölle los, eine Strasse ist abgesperrt, überall Film Crew und Polizisten in grösster Menge, doch wir wollen weiter runter ans Meer, der wahrscheinlich berühmte (zumindest an der ansehnlichen wartenden, kamerabewaffneten Menschenmenge nach zu urteilen) Schauspieler kann uns gestohlen bleiben. Wir schlendern nun gemütlich Richtung Coal Harbor, links von uns die imposante Wolkenkratzer-Skyline von Vancouver. Was hier auffällt ist, dass die riesigen Gebäude meist Wohn- und nicht Geschäftshäuser (wie etwa in Perth) sind. Es gefällt, einmal mehr! Ebenso gemütlich flanieren wir zum SeaBus Terminal zurück, entern die nächstbeste Fähre und sind in wenigen Minuten wieder drüber in North Vancouver, resp. am Lonsdale Quay. Jetzt noch die 239er Busreise und wir sind zurück im Park Royal. Erneut ein Einkauf in der Bavarian Deli, heute Knackwurst, es soll Cervalatsalat geben. Ziemlich ausgelaugt sind wir um 17:00 Uhr zurück auf dem Camping. Bald ist Apérozeit, die wir aus auch reichlich verdient haben. Es folgt der Wurstsalat, sehr gut. Der Bayerische Metzger versteht sein Handwerk wirklich! Der Platz ist erneut zum Bersten voll, Mietfahrzeuge voll in der Überzahl. CanaDream scheint dem einstigen Platzhirschen Fraserway den Rang abgelaufen zu haben.

Star Princess in Vancouver

Star Princess in Vancouver

Star Princess

Star Princess

Star Princess

Star Princess

Der Rauch will und will nicht weichen. Heute ist es eine Spur wärmer, aber der Himmel immer noch graubraun. Gegen 10:00 Uhr machen wir uns erneut auf in die schöne Stadt. Wir steigen kurz nach dem Stanley Park (Danman Street) aus und marschieren ein paar Meter rauf auf die bekannte Robson Street. Dieser folgen wir ein sehr, sehr langes Stück. Die Strasse recht interessant, etwas gehobener als drüben in Kitsilano, aber da und dort auch schon abgekämpft, es mag zu gefallen. In der Innenstadt fallen die leider zahlreichen Homeless, resp. Bettler negativ auf. Der Kontrast stark zu den vielen vorbeiflitzenden Nobelkarossen der teuersten Marken: Lamborghini, Rolls Royce, Bentley, Tesla, AMG Mercedes, Audi R8 etc.. Wir wechseln auf eine Querstrasse, Homer Street und marschieren südwärts unserem Mittagsziel entgegen. Die Hamilton Street ist ja gleich neben der Homer und so sind wir endlich, es war ein langer Marsch, in unserem ‘Thai Stübli’, Simply Thai. Die Bedienung heute nicht so offenherzig, dafür das Essen wieder ein Hammer: Massaman und Green Curry, beide Gerichte je CAD 10 (plus Tax & Tip). Die Curries  crèmig wie selten zuvor, wie einst im Laikram in Bangkok. Ein Hochgenuss! Sehr zufrieden ziehen wir von dannen. Wir schlendern die Granville Street Richtung Hafen. Diese Strasse hat auch seinen (eher abgekämpften) Charme und etliches mehr an Bettlern. Nicht ganz das, was die Touristen eigentlich sehen sollten, doch leider Realität. Unten am lebhaften Hafen sind zwei neue Kreuzfahrtschiffe eingelaufen: Seven Seas Splendour und die Volendam (letztes Jahr war es das Schwesterschiff Nieuw Amsterdam) der Holland-America Linie. Nach Bestaunen der riesigen Schiffe schlendern wir weiter Richtung Stanley Park, wie gestern, nur dass es heute ein paar Grade wärmer ist und wir Schatten gut gebrauchen können. An der Ecke Georgia/Broughton nehmen wir den üblichen 250er Bus und lassen uns im noch nicht so dichten Verkehr über die Lions Gate Bridge zur Park Royal Mall bringen. In der Deli kaufen wir erneut eine St. Galler Bratwurst, unser Abendessen, viel mehr wird es nicht geben. Wieder ein wunderschöner Tag in ‘meiner’ Stadt!

Wohnsilo, aber teuer, in Vancouver

Wohnsilo, aber teuer, in Vancouver

Hier oben ist's noch teurer, Vancouver

Hier oben ist’s noch teurer, Vancouver

Der Rauch, der Rauch……. Aber es scheint heute eine Spur klarer zu sein, vielleicht auch nur Wunschgedanken, auf jeden Fall ist es wärmer. Nach obligatem Morgenessen sind Büroarbeiten angesagt. Der Flug von Kapstadt nach Jo’burg und zurück müsste gebucht werden. Ebenso möchte ich unsere Wild Card verlängern in der Annahme, dass der Rand weiter gefallen ist, jetzt wo Herr Zuma das 8.(!) Misstrauensvotum glänzend überstanden hat. Doch das Web Site von San Parks ist extrem unkooperativ, ich komme nicht rein, muss mich x-mal anmelden, obwohl ich bereits nagemeldet bin. Mein Telefon geht auch nicht, so könnte ich die Zahlung auch gar nicht vornehmen. Frust! Zumindest die Flüge können gebucht werden, GBP 350 für beide hin- und zurück, liegt im Rahmen. Wir wählen British Airways, resp. Comair, wer weiss, wie lange South African Airways noch fliegt. Dann endlich machen wir uns auf in die Stadt, hier wartet bereits der zweite Tiefschlag auf uns: das Essen im sonst superben Simply Thai ein grosse Enttäuschung. Das Pad Thai kommt sehr lieb- und geschmacklos (ausser der penetranten Süsse) daher, auch der Yellow Curry Fried Rice mit Huhn enttäuschend. Dazu wird die Weinration praktisch halbiert, auf unsere Reklamieren reagiert man mit Schulterzucken und einem Lächeln. Niedergeschlagen schlendern wir durch die immer noch schöne Innenstadt Richtung Hafen, diesmal auf ein paar anderen Strassen, resp. deren zum Teil schmutzige Trottoirs. Unten am Hafen liegt leider kein Kreuzfahrtschiff, interessant und kurzweilig ist es dort jedoch trotzdem. Leider fallen wieder die doch recht zahlreichen Homeless und Herumhänger/Bettler auf. Und erneut auch fallen die sehr vielen Luxuskarossen auf, welche durch die Stadt donnern. Geld und Elend auf engstem Raum. Beim Convention Center erspähen wir einen Bus mit der verlockenden Aufschrift Park Royal Free Shuttle. Tatsächlich bringt uns und zwei weitere Passagiere dieser bequeme Bus rüber ins besagte Shopping Center. Natürlich geben wir ein kleines Trinkgeld für diese exzellente Leistung. Der Shuttle fährt aber nur während eines Festival in dieser Woche, dann ist Schluss. Sponsor sind die Shopping Mall und das Warenhaus Simons. Noch ein Kurzeinkauf im City Market und BC Likör Laden und wir sind zurück im natürlich übervollen Campingplatz. Ein leichtes Abendessen, eine längere Platzrunde und wir verziehen uns definitiv in unsere gemütliche und etwas ruhigere Stube zurück.

Wohn(hoch)haus in Vancouver

Wohn(hoch)haus in Vancouver

Das Wetter, resp. der Himmel ist wie gehabt. Mittlerweile ist die Wetterbesserung, resp. –änderung auf Sonntag verschoben worden. Dann soll es regnen und so den Rauch wegwaschen. Auch wir frönen unserer Routine, nach dem Morgenessen und einer Dusche geht’s rüber ins Park Royal Shopping Center zum Shoppers Drug Mart wo wir zwei Tagespässe für Bus & SeaBus zu je CAD 10 erwerben. Heute nehmen wir wieder die Route üben den Lonsdale Quay (Bus #239) und hängen ein wenig dort rum, nicht wirklich spektakulär, ausser vielleicht die Aussicht rüber auf Vancouver, heute ein wenig klarer aus auch schon. Dann weiter mit dem SeaBus rüber in die Stadt mit über 600,000 Einwohner (Metropolitan Area. 2,460,000). Hier marschieren wir rauf zur Ecke Georgia/Granville, hier warten wir auf Bus Nummer 2, welcher uns einmal mehr nach Kitsilano rüber schaukelt. Lunch gibt’s wieder, wir wollen heute nicht enttäuscht werden, bei Pho Japolo. Das einzige Wagnis meinerseits ist, ich versuche eine Cambodian Seafood Soup, aber das Land grenzt ja an Vietnam, kann also hoffentlich nichts schieflaufen. Und es läuft nichts schief, beide Gerichte, wie immer hier, sehr gut. Einiges zufriedener als gestern lassen wir uns wieder per Bus nach Granville Island bringen, nicht, dass der Bus die tatsächlich täte, aber in die Nähe reicht auch, die letzten paar Meter können wir gut zu Fuss machen. Es hat heute etwas weniger Volk hier unten, leer ist es allerdings auch nicht. Jedermann/frau schlendert dann ‘individuell’ durch die vollen Gassen, Läden, Souvenirstände etc. Danach geht’s mit dem Bus #50 direkt zur Waterfront Station, wollen wir doch wieder mit dem praktischen SeaBus nach Lonsdale rüber. Bus #239 wartet bereits bei unserer Ankunft und kaum abgesessen, geht das letzte Stück Fahrt los. Es ist enorm heiss im Bus, doch das Leiden hat ein Ende, Park Royal ist erreicht. Heute ist Whole Foods unser Einkaufsstopp, wir möchten zur Abwechslung Laugenbrötli der Swiss Bakery, nicht dass das Roggenrot der Pohl’s Bakery etwa schlecht wäre, aber Abwechslung darf sein. Irgendwie gehen die Tage hier sehr schnell rum, bald ist Apérozeit, ausnahmsweise trinken wir als Vor-Apéro ein Carlsberg von Izmir, Türkei (CAD 1.80, 500ml). Der Abend wird leider etwas laut, zwei Sites weiter  weg von uns üben sich ein paar Junge im Kampfsaufen. Der Lärm wird unerträglich und so marschieren diverse Nachbarn runter zum Office und beschweren sich. Die (meist immer unfreundlich angetroffene) Dame schaltet auf stur  und meint der Platz sei voll. Aber wir wollen gar keine anderes Site, nur Ruhe. Dann kommt ein Campground Gehilfe und meint, vor 21:00 Uhr könne er nichts machen, vier Leute sind aber anderer Meinung…… Endlich schickt man einen weiteren Angestellten raus um mit den Rabauzern zu reden. Diese hören zu, doch als der Mann von dannen zieht, wird lauthals gelacht. Man/frau droht mit Polizei…..ach, soll doch alle Polizei der Welt kommen…. Alkohol und seine weniger gute Nebenwirkung! Es wird doch noch einigermassen ruhig und der Rest des Abend ist gerettet.

Coal Harbour, Vancouver

Coal Harbour, Vancouver

Waterfront Station, Vancouver

Waterfront Station, Vancouver

Die Rauchglocke ist weg, dafür ist es bewölkt… Auch einige Grade kälter ist es geworden. Trotzdem machen wir uns erneut auf in die Stadt, wieder der schönen Umweg über das Lonsdale Quay, dann mit dem SeaBus rüber zum Hafen. Heute warten neue Kreuzfahrtschiffe auf meine Begutachtung: Nieuw Amsterdam (letztes Jahre bereits gesehen) und die Star Princess. Letztere hat eine etwas bewegte Vergangenheit: ein Brand brach vor eine paar Jahren aus, ein Todesopfer und mehrere Rauchvergiftungen waren zu beklagen. Dann die ‘Fahrerflucht’ des Kapitäns, welcher drei Fischer auf einem in Seenot geratenen Boot nicht gerettet haben soll. Einer überlebte nach 28 Tagen dennoch, die anderen beiden schafften es leider nicht. Die üblichen Zahlen: 290 Meter lang, 1,300 Kabinen, 1,100 Mann/frau Besatzung, 17 Passagierdecks, gebaut in Italien. Im Besitz von Carnival Corporation (>100 Schiffe, 120,000 Mitarbeiter, > USD 16,000,000,000 Umsatz) einem amerikanisch/englischen Unternehmen, dem auch die unrühmliche Costa Concordia gehörte. Die Nieuw Amsterdam hatte ich letztes Jahr schon ‘besprochen’ (24. Juni 2016), gehört auch der Carnival Corp. Wir marschieren zur Bushaltestelle der Line 2 und lassen uns nach Kitsilano chauffieren. Dort wagen wir den Sprung ins Silk ‘n’ Spice Restaurant (3235 West Broadway). Das Etablissement gibt sich ein wenig alternativ, die Einrichtung rustikal. Die Speisekarte eher schwierig zu interpretieren und so lassen wir uns diese mündlich erklären. Die Küche mehrheitlich Afghanisch, aber auch Indien und Thailand mischen mit. Die Speisen sind recht, nicht, was man wirklich gegessen haben muss, Die Preise eher gehoben. Mittelprächtig zufrieden marschieren wir die nächste Querstrasse (Blenheim) runter Richtung Meer. Wieder können die schönen Häuser begeistern und weiter unten am Meer wird’s dann richtig teuer und gediegen. Es ist frisch, ein kühler Wind weht und die Fernsicht ist erstaunlich gut. Nach diesem ausgiebigen Marsch ist erneut Bus #2 an der Reihe, es soll wieder zum Hafen rüber/runter gehen. Hier trennen sich unsere Wege, ich bestaune erneut die imposanten Wolkenkratzer bevor ich runter zu ‘meinen’ Schiffen schlendere. Nach unserer Wiederbegegnung geht’s einmal mehr, leider das letzte Mal, mit den SeaBus rüber nach North Vancouver und dann im ziemlich heissen/stickigen Bus #239 nach Hause. Wir fordern das Schicksal raus und lassen uns 4 St. Galler Bratwürste vakuumverpacken, schauen wir mal, was morgen die gestrengen US-Zöllner dazu meinen. Der Camping ist, resp. wird dann wieder, übervoll. Doch die Rabauzer von gestern geben sich ganz zahm. So wird der Abend unerwartet ruhig, abgesehen vom heute immensen Vekehrslärm. Liegt vielleicht an der gedrehten Windrichtung, wer weiss.

Capilano River RV Park, Vancouver

Capilano River RV Park, Vancouver

2. August 2017 – Bellingham , WA

Der Rauch der Feuer von Ostwashington, Montana und British Columbia haben die Aussicht mächtig eingetrübt. Mount Rainier ist nicht mehr zu sehen! Gestern Abend war er noch da, heute eben nicht mehr! Nach gemütlichem Frühstück mit Joyce müssen wir uns leider von der lieben Dame verabschieden, es muss rauf an die Grenze gehen. Die 130 Meilen lange Fahrt nach Bellingham eher hektisch, der Verkehr sehr stark und die Verkehrsteilnehmer eher auf der aggressiven und schnellen Seite. Es geht über diverse, meist schlechte Strassen nordwärts an den unzähligen Vorstädtchen von Seattle wie Auburn, Renton, Bellevue (imposante Skyline), Everett, Marysville und Mount Vernon, vorbei zu unserem Ziel, dem Bellingham RV Park. Dieser liegt unmittelbar am lauten Freeway, doch ein grosses Hotel/Motel hält den ärgsten Lärm von uns fern. Etwas über USD 43 sind zu berappen, Full Hook-ups werden geboten, die Facilites sauber, aber leider nur ein WC. Der Platz ist bis unters Dach voll, wie immer mehr zu beobachten, sind es meist Dauer- oder Langzeitmieter, welche hier sicherlich 75% der Anlage für sich beanspruchen. Viel machen wir heute nicht mehr, es ist heiss, die Klimaanlage läuft und draussen wird die Luft immer rauchiger. Die Sonne kann man/frau problemlos mit blossem Auge betrachten, wie einst in Stanley, Idaho.

Bellingham RV Park, Bellingham, WA

Bellingham RV Park, Bellingham, WA

31. Juli und 1. August 2017 – Orting, WA

Wieder ist das Wetter ein Renner, es soll wirklich so bleiben, nein, es soll noch heisser werden. Wir verlassen den nüchternen und dunkeln Platz und kurven in Richtung Zivilisation. Wir wählen die Strasse 410 für dieses Unterfangen. Der (Gegen-)Verkehr, trotz Montag, recht stark. Wir fahren immer im dichten Tannenwald, erinnert stark an Kanada…. Doch die Zivilisaion naht, bald sind wir in Eunumclaw (pop, 11,600, elev. wenig über NN). Hier machen wir Stopp bei Safeway, einiges gilt es wieder einzukaufen. Dann fahren wir weiter, über unserer heutiges Ziel hinauf, nach Bonney Lake. Hier findet sich ein grosser und schöner Fred Meyer (auch, wie Smith’s, City Market und Ralphs, zum Kroger Imperium gehörend). Eine wohltuende Abwechslung zu Walmart! Danach noch 11.3 Gallonen Propan gebunkert und wir kurven retour, resp. runter nach Orting (pop. 7,700, elev. ebenfalls kaum über Meereshöhe). Das Haus von Joyce und leider nicht mehr Dick finden wir schnell. Grosses Hallo und natürlich auch verständlicherweise Tränen, Dick verstarb leider letzten November. So geniessen wir, so gut es geht und es geht recht gut zwei Tage hier bei dieser immer noch vitalen, energischen 84 jährigen Dame. Das Haus habe sie vor ein paar Tagen verkauft, Ende August zieht sie aus, wohin, weiss sie noch nicht, Zuerst soll es mit einer Freundin 2 Monate nach Yucatan gehen, alle Achtung! Wir plaudern viel, meist natürlich vom Campen, eine ihrer Leidenschaften. Am zweiten Tag kommt Dick Junior vorbei, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Ein sehr sympathischer Mann, so wird halt noch mehr geplaudert. Auch das Essen kommt nicht zu kurz. Wir haben eine sehr schöne Zeit hier. Der Berg, Rainier mit Namen, zeigt sich nun in seiner schönsten Pracht, vor zwei Jahren sahen wir nix, aber auch gar nix. Die Wohngegend, wie wohl bereits früher erwähnt, eher nobel, alles sehr schöne und sehr gepflegte Häuser, die sich um einen grossen Golfplatz reihen. Die Aussicht phänomenal, falls der Berg sich zeigt, ansonsten einfach schön. Ein, zwei Zahlen zum Staate Washington. 7,300,000 Einwohner teilen sich 185,000qkm. Die Demokraten haben hier das Sagen, wie auch unten in Oregon und noch weiter unten in Kalifornien. Normalerweise ist es hier kühl und feucht, doch momentan erleben wir eine aussergewöhnliche Hitzewelle.

Orting, WA, Mt. Rainier im Hintergrund links

Orting, WA, Mt. Rainier im Hintergrund links

26. bis 30. Juli 2017 – Mount Rainier National Park, WA

Es hat doch noch abgekühlt und die Sonne braucht ihre Zeit um sich durch die zahleichen Bäume zu ‘kämpfen’. So kriegen unsere Solar Panels kaum Licht ab, doch die Batterie (resp. die zwei mal 6V) hat noch genug Pfuus. Nach relativ frühem Morgenessen machen wir uns auf, es warten noch knapp 20 Meilen auf uns. Oben auf der Passhöhe kein Stopp, hatten wir gestern schon erledigt, die Fahrt geht kurvenreich in die Tiefe, die Strasse nennt sich übrigens Mather Memorial Parkway und bald schon stehen wir am Eingang zum eigentlichen National Park. Vor zwei Jahren waren noch USD 20 fällig, nun sind es bereits USD 25. Immer praktisch, wenn zahlungspflichtige Freizeitaktivitäten nicht in den Consumer Price Index fliessen. Doch das Federal Government braucht Geld, der letzte Woche in Dienst gestellte atomare Flugzeugträger ‚Gerald R. Ford‘ war ja nicht ganz billig in der Anschaffung (USD 13,000,000,000 plus ‚Entwicklungskosten‘). Schluss mit lästern, wir haben ja unseren ‘Freipass’ (America The Beautiful). Der Wald wird immer dichter, die Strasse immer schlechter und der Verkehr nimmt rapide zu. Der 112 plätzige White River (der sehr grau daherkommt) Campground ist erwartungsgemäss sehr voll, doch es findet sich glücklicherweise ein ganz passables Site, etwas knapp in der Länge, aber es passt schon. Längen Limite für RVs ist 27 Fuss, Trailer gar nur 18 Fuss. Wir bezahlen für viert Nächte, bleiben aber dann doch bis Sonntag, also total fünf. Wir kurven alsbald die extrem steile und kurvige Strasse zum Sunrise Visitor Center hoch, 11 Meilen. Die Aussicht oben auf den 4,392 Meter hohen Rainier wirklich atemberaubend! Das Wetter ist ein Traum, die Temperatur sehr angenehm, was wollen wir mehr? Der grosse Parkplatz ist noch nicht voll, wir finden ein anständiges Plätzchen und richten uns für die nächsten paar Stunden gemütlich ein. Zwei kürzere Spaziergang sind dann auf dem Programm, die Wanderweg, da sehr stark begannen, extrem staubig, doch die Landschaft ist überwältigend schön. Natürlich gibt es hier oben Apéro und dann auch Abendessen, unten im dunkeln Tannenwald ist es weitaus weniger gemütlich als hier mit grandioser Aussicht auf Tahoma! Nach 20:00 Uhr sind wir zurück auf dem vollen, rauchigen und recht engen Campingplatz. Wir lesen und schlürfen unseren YT Schlummertrunk.

Magenta Paintbrush (Castilleja parviflora)

Magenta Paintbrush (Castilleja parviflora)

Mount Rainier von der Sunrise Seite aus gesehen

Mount Rainier von der Sunrise Seite aus gesehen

....nochmals der Rainier!

….nochmals der Rainier!

Die nächsten vier Tage verlaufen nach dem selben Schema: relativ früh aus den Federn, sofort rauf und einen wertvollen Parkplatz sichern. Danach gemütliches Frühstück, treuer Begleiter immer der wirklich imposante Rainier. Das Wetter, ausser an einem Tage mit ein paar Wolken, wie im Bilderbuch und wohl eher unüblich hier in der Regenecke der USA. Wir wandern täglich immer ein paar Stunden, wie viele andere auch, durch die unglaublich schöne Berglandschaft und geniessen das perfekte Wetter, die Fernsicht ein Hammer: südwärts zum Mount Adams, nordwärts zum Mount Baker und bis weit nach Kanada rauf. 360° wilde Natur, keine Stadt, keine Strasse (ausser der, die uns hier rauf- und runterbringt), keine Seilbahnen, aber leider auch keine Beizen. Ein Bündnerfleisch Teller und ein halber Roter wären nicht schlecht……Am Samstag dann die absolute Chilbi, jedermann aus dem Grossraum Seattle ist wohl hier oben, der Parkplatz hoffnungslos überfüllt, man parkiert, wo’s halt noch geht. Auch die staubigen Wanderweg sind sehr gut begangen, stört aber nicht weiter. Natürlich kommt auch die Fotografie nicht zu kurz, der Berg und sein Umfeld sehr fotogen. Das Morgenlicht allerdings lassen wir bleiben, mitten in der Nacht hier rauf zu fahren……das war mal, das letzte Mal 1998 noch mit der grossen Seitz Roundshot. Auch so macht die ‘Panoramisierung’ Spass. Da wir ja den ganzen Tag auf dem grossen Parkplatz stehen, haben wir auch Zeit rauszuschauen. Das Publikum hier oben leicht anders als in den diversen Walmart. Auch die Autos sind ‘anders’ hier um Seattle, viel mehr Subarus und Hybrid Fahrzeuge als (Diesel)Pick-up Trucks. So vergehen diese wunderschönen Tage sehr schnell, ohne perfektes Wetter hätten wir es allerdings nicht so lange ausgehalten. Schauen wir einmal, ob es auch oben in Vancouver so bleiben wird, die Aussichten wären gut, wenn man ihnen denn trauen darf. Kein Bild vom eigentlichen Campground, wir waren ja die meiste Zeit oben auf dem grossen Parkplatz.

Sunrise Parking Lot, Mt. Rainier NP, WA

Sunrise Parking Lot, Mt. Rainier NP, WA