20. und 21. April 2018 – Zurück in die CH

Das Wetter ist wider Erwarten sehr gut. Ein letztes Frühstück, Zusammenräumen und um 10:00 Uhr sind wir startklar. Wir haben beschlossen draussen auf der grossen Spier Wine Farm unseren Lunch zu verspeisen. Die Fahrt ist nicht weiter von Bedeutung, dichter, schneller und auch schon mal rücksichtloser Verkehr halt. Noch hat es nur wenige Leute auf dem grossen Spier Gelände, doch für heute Freitag sind nicht weniger als vier Konferenzen angesagt (PWC und Konsorten…..). Stört uns nicht weiter, nach längerem Herummarschieren im schönsten Sonnenschein aber bei etwas kühlem Wind, haben wir uns entschieden im ‘Hoghouse Barbeque’ Restaurant zu essen. Die Preise nicht ganz günstig, aber immerhin sind wir hier auf einem eher noblen Weingut. Die Bedienung gut und zu Spässen aufgelegt. Das Essen sehr speziell, aber wunderbar gut. Blacked End of Brisket und Pulled Lamb. Beide Gerichte stundenlang geräuchert, das Fleisch muss nicht mit einem Messer in Berührung kommen, butterzart. Die Pommes ein Klasse für sich! Die zwei servierten Gläser Wein ebenfalls erste Sahne! Höchst zufrieden marschieren wir danach noch einmal auf dem grossen Gelände herum, Zeit haben wir immer noch genug. Dann aber nehmen wir die letzten Kilometer unter die Räder, in einer halben Stunde sind wir am Ziel. Noch schnell den Tank gefüllt denn, Achtung: ein grosser Zettel im Auto will den ahnungslosen Mieter regelreicht reinlegen. NEIN, tanken Sie das Fahrzeug vor der Abgabe nicht auf! Dies wird kostenlos erledigt, allerdings muss man das Benzin natürlich bezahlen….. Ohne Probleme und Diskussionen wird der Mietwagen abgegeben und wir schleppen unser Gepäck zum nahen Flughafen rüber. Die Schalter der Edelweiss machen erst drei Stunden vor Abflug auf und so warten wir halt in der bereits ansehnlichen Schlange. Ich gehe etwas auf Wanderschaft,  Anstehen ist nicht mein Ding. Doch plötzlich besinnen sich die Schalterangestellten eines Besseren und beginnen mit ihrer Arbeit. Wir kriegen keinen Zweiersitz am Fenster des A340 wird uns lapidar mitgeteilt, man/frau solle doch vorher (kostenpflichtig) einen solchen reservieren. Also werden wir halt in der Mitte des sicherlich übervollen Kahns unsere 11 Stunden absitzen. Der Immigration Officer ist kein Aushängeschild für die sonst freundlichen Südafrikaner, er knallt unsere Pässe etwas arg despektierlich auf den Tresen, ein Engländer würde dies wohl als Majestätsbeleidung auffassen. Die übliche Warterei beginnt, zumindest ist das Free WiFi sehr gut. Das Einsteigeprozedere einmal mehr aus der Steinzeit. Jedermann/frau steht an, alle rennen gleichzeitig los, die besseren Herrschaften der Businessklasse kommen kaum durch das anstehende ungeduldige/drängelnde Proletariat. Doch alles hat ein Ende, auch das Einsteigen. Unsere Sitze sind nicht so schlecht wie befürchtet, ein Nebensitz bleibt, oh Wunder, frei. Die umliegenden Nachbarn entpuppen sich als sehr pflegeleicht. Aber wie immer hat es etliche kleine Schreihälse, die das Flugzeuginnere (Kapazität 314 Passagiere, bei der SWISS: 219!) terrorisieren. Kopfhörer montiert und Minifernseher eingeschaltet, der Lärm wird verdrängt. Das Essen gut, wenn auch nicht denkwürdig, dies ist schon eher der immer hervorragende Service. Ich sage es noch einmal: Emirates kann von Edelweiss einiges lernen, nicht jedoch das Einsteigeprozedere. Die elf Stunden sind relativ rasch vorbei, das Morgenessen wollen wir lieber nicht erwähnen. 6:10 Uhr und wir sind wieder einmal in Zürich. ÖV-mässig machen wir uns auf den Weg nach Langnau, kein Problem, wenn auch der Preis bald die Hälfte eines Flugtickets nach Kapstadt beträgt! Das Wetter übrigens wunderbar, wärmer als in Kapstadt!

13. bis 19. April 2018 – Scarborough

Sehr gut geschlafen! Heute muss es leider weitergehen, hätte es noch länger als Schlossherr ausgehalten. Frühstück, wie gestern, im Daily Coffee Café im Stellenbosch Square. Auch heute ist der Service nicht zu vergleichen mit den exzellenten Kaffee und dem schmackhaften Muffin. Wie haben Zeit uns so geht’s, einmal mehr, zur Spier Winery. Es hat noch keinen Massenandrang und so können wir uns nach Herzenslust die Füsse auf dem sehr weitläufigen Gelände vertreten. Nun aber weiter, runter auf die hektische N2 und Richtung Kapstadt. Um 11:00 Uhr ist die Rush Hour vorbei, es herrscht nur normal dichter Verkehr. Einige Kilometer vor der Innenstadt biegen wir links weg auf die M3, der starke Verkehr bleibt, nur ist nun die Strasse einiges enger und kurviger. Es geht durch die Nobelvororte Newlands, Claremont, Kenilworth, Wynberg, Constantia, Tokai, usw. Hier überall sehr hohe Mauern und natürlich obendrauf mindestens vier Elektrodrähte….wieder kommt das komische Gefühl auf. Wir machen einen längeren Halt im Botanischen Garten Kirstenbosch, ZAR 65 der Eintritt. Die Wolken hängen tief über/am nahen Tafelberg, es regnet sogar ein paar Tropfen. Das Licht wäre perfekt für Pflanzenaufnahmen, nur hat es leider nicht sehr viele, die sich ansprechend präsentieren, soll heissen sie blühen nicht. Trotzdem macht die Sache Spasse, Pflanzen sind für mich immer interessant. Lunch genehmigen wir uns im moyo Restaurant, hier hatten wir auch schon weniger gut gegessen. Doch jeder hat eine zweite Chance verdient, das Service- und das Küchenpersonal nützen diese diesmal. Wir bekommen sehr gute Speisen auf den Tisch, der Service ist speditiv und höflich. Sehr zufrieden kann die Fahrt weitergehen, zuerst wieder zurück auf die M3 und dieser folgen wir bis zu ihrem Ende. Nun geht’s auf dem Oude Kaapsweg rüber nach Sun Valley. Das Wetter hier ist recht gut, der Himmel meist blau. In Sun Valley einen weiteren Halt: Food Lover’s Market. Pick’n’Pay und Checkers können bis morgen oder so warten.  Nun noch die letzten paar Kilometer runter nach Scarborough, vorbei an weniger eindrücklichen Siedlungen (Masiphumelele, pop. > 38,000). Der Schlüssel liege unter der Fussmatte, wurde uns mitgeteilt…..dies in Südafrika! Das für eine Woche gemietete Haus ist gross, sauber, etwas Meerblick ist auch vorhanden. Wir richten uns ein und fühlen uns auch alsbald wohl. Der Herbst liegt eindeutig in der Luft, an der Sonne ist es schön warm, im Schatten schön kühl. Die Gegend sei sicher, einzig vor den Pavianen sollte man sich in Acht nehmen. Burglar Bars sehen wir keine montiert, also muss was dran sein. Die Woche Aufenthalt hier wird uns um CHF 350 bringen, ein mehr als nur fairer Preis! Viel mehr machen wir heute nicht, wir richten uns aufs Wohnen ein. Trotz der Nähe zu anderen Häusern ist es hier ziemlich ruhig, ab und zu ein entfernter Hund, jedoch (bis jetzt) keine Hähne und andere Schreihälse.  Wegen des erwähnten Herbstes müssen wir abends die Elektroheizung laufen lassen, TV können wir nicht laufen lassen, da nicht vorhanden, ebenso wenig WiFi. Wir geniessen einen ansprechenden (nicht Top 5 Material) Sonnenuntergang. Nach einem guten Schweinsfilet mit Nudeln verbringen wir den Rest des Abends mit Lesen.

Habe komischerweise nicht sehr gut geschlafen, dies obwohl das Bett sehr gross und bequem ist, die Kissen sehr gut und der Geräuschpegel praktisch bei Null lag. Das Wetter ist gut, doch der Wind ist bereits am Werk. Wir kurven die paar Kilometer dem wunderschönen Meer entlang rauf nach Sun Valley und tätigen nötige Einkäufe, es ist Samstag, der Andrang in der recht guten Mall stark. Seit längerem fallen hier die ziemlich gelangweilten/abwesenden und scheinbar immer müden Kassiererinnen auf, dies sowohl im Food Lover’s Market als auch im Pick’n’Pay und sogar bei Woolworths. Die Ocean Basket Filiale hat übrigens ihren Betrieb per Ende Januar eingestellt, hat wohl nicht rentiert, die Lage war alles andere als ideal. Aber auch die gebotene Qualität war bei unseren früheren Besuchen nicht über jeden Zweifel erhaben. Wieder zurück in unserer Loge stellt sich heraus, dass wir kein heisses Wasser haben, der Boiler tut nicht. Also bestellt meine Beste Hälfte die Mit-Vermieterin (Co-Host) auf die Matte, aber auch sie ist ratlos. Der Besitzer Nik, Pilot bei SAA, ist natürlich in der Luft. Sicherung raus und wieder rein, ein paar Stunden warten, doch nix geschieht, kalt ist kalt. Nik meldet sich per Telefon, morgen Sonntag um 10:00 Uhr käme der Elektriker vorbei. Am Nachmittag spazieren wir runter an den schönen Strand, diesem spazieren wir eine längeres Stück entlang, zuerst mit dem Wind, dann aber folgt der Rückweg, voll gegen den starken Wind. Wir passieren Kulu on the Rocks, hier stiegen wir schon drei Mal ab, dieses Jahr wegen des hohen (ZAR 1,100 pro Tag oder CHF 630 pro Woche) nicht mehr. Die Loge scheint nicht vermietet zu sein. Abends wieder einmal ein Rindsfilet, dieses vom Feinkosthändler Woolworths, drei Stück für ZAR 155. Leider KEINE Offenbarung. Zumindest macht der phänomenale 2013  Waverley Hills ‘Shiraz/Mourvèdre/Vigonier’ (ZAR 105) die karnivore Enttäuschung erträglicher. Sonnenuntergang heute war Fehlanzeige, keine Farben, gar nix, bleich und fahl der Himmel.

Wieder habe ich nicht sehr gut geschlafen, fehlt es mir an körperlicher Betätigung, meinem Bauchumfang nach zu urteilen eindeutig! Das Wetter ist perfekt, der Wind, zumindest hier, noch sehr erträglich. Um 10:00 Uhr kommt der Elektriker, welcher aber, aus meiner Sicht, einen nicht sehr kompetenten Eindruck macht. Ja, er möchte auswandern, nach England oder Neuseeland, aber den Boiler bringt er nicht wieder in Schuss. Kaputt! Wir überlassen den jungen Mann seinem Schicksal, wir wollen runter ans Kap der guten Hoffnung. Doch unterwegs wird der Wind plötzlich wieder zu einem Thema. Wir testen unsere Windkenntnisse und beschliessen auf die Westseite der Halbinsel zu fahren, der Wind weht ja von Osten. Eintritt in den National Park wäre übrigens ZAR 147, KEIN Rabatt für Einheimische hier! Nach längerer Fahrt zum Olifantsbos Point, mehrheitlich durch abgebrannte Fynbos Landschaft. Beim Aussteigen fegt uns dann der vermeintlich nicht vorhandene Wind um die Ohren. Also doch rüber an die Ostküste an die Buffels Bay. Hier leider die selbe Situation, nein, der Wind ist hier noch stärker. Nächster Versuch bei Bordjiesrif, nur wenige Kilometer nördlich. Hier ist es tatsächlich auszuhalten und wir machen uns auf einen kleinen Strand/Felsenspaziergang. Die Landschaft eindrücklich, doch die Wellen nicht ganz so mächtig, wie ich sie gerne hätte. Lunch verdrücken wir im Auto, es werden hier keine Tische/Bänke zur Verfügung gestellt. Dann wagen wir uns in die Höhle des Löwen, so heissen das eigentliche Kap. Doch oh Wunder, der Parkplatz ist bei weitem nicht voll, also hat der Touristenstrom doch nachgelassen. So geht es hier auf einen kleineren Verdauungsspaziergang. Wer zählt die Völker, nennt die Namen! Deutsch ist wieder ‘Amtssprache’, doch auch Franzosen und Schweizer sind auszumachen. Paviane! Ein grössere Truppe terrorisiert den ganzen Platz hier. Die aggressiven Viecher hängen an Rücksäcke von ahnungslosen Touristen oder versuchen sogar Kleidungsstücke wegzureissen. Pech hat derjenige, welcher im noblen Cabriolet angereist ist: die Affen turnen ungeniert auf den wohl teuren Sitzen rum, alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird geklaut. Die Affen-Patrouille, ein paar Angestellte mit einem Rohrstock bewaffnet, ist hoffnungslos überfordert oder Unwillens, dem frechen Treiben Einhalt zu gebieten. Drei Kerle leeren einen Abfallkübel, man/frau schaut zu, es kommt ein Rohrstock-Bewaffneter, die Viecher flüchten, der überall herumliegende Abfall wird wieder fein säuberlich in den Kübel bugsiert. Und so wartet man halt auf den nächsten Angriff. 20 Meter weiter weg hätte es einen affensicheren Abfallbehälter…… Es geht nach Hause, wo natürlich nur kaltes Wasser auf uns wartet. Morgen soll ein Plumber vorbei kommen und einen neuen Boiler (Geyser) installieren.

Es geht also doch: ich habe sehr gut geschlafen! Wieder ist das Wetter perfekt und auch einiges wärmer, oder fehlt ganz einfach der übliche wind? Nach dem Frühstück geht’s wieder runter in den National Park, den Schlüssel zum Haus legen wir vertrauensvoll unter die Fussmatte vor der Eingangstüre. Das Wetter ist wirklich einmalig, von Osten ziehen jedoch bereits ein paar Wolken heran. Wir kurven ohne Umschweife raus zum Pavian-Parkplatz am Cape Point und sind erstaunt ob dem grossen Besucheraufkommen, dabei ist es Montag. Noch sind keine Affen anwesend, wir montieren die Wanderschuhe und nehmen den ‘Voetpad’ zum Kap der Guten Hoffnung unter diese (…Wanderschuhe). Die Aussicht auf die unter uns liegende Dias Beach eindrücklich, der Strand weiss und menschenleer (sind es doch etliche steile Stufen bis runter). Anderthalb Stunde sei der Weg hin und zurück. Der Wind macht heute wirklich Pause, wir kommen richtig ins Schwitzen. Doch das Wandern tut gut, wir sind nicht mehr ganz so fit, ehrlich gesagt: überhaupt nicht fit, dies muss sich nächsten Monat ändern. Die angegebene Marschzeit können wir (zum Glück) einhalten, wir sind wieder oben am nun ziemlich vollen Parkplatz, Paviane immer noch keine in Sicht. Die Notrufnummer übrigens kurz und einprägsam: +27 86 110 6417 (gilt nicht nur für Pavianattacken, nehme ich einmal an). 911 ist da schon etwas einfacher……  Nun aber runter zur Buffels Bay, heute hat es sicher keinen Wind….aber PAVIANE und nicht eben wenige! Also geht’s rüber an die Westküste, Platboom heisst der Ort, resp. der grosse Parkplatz hart am langen, schneeweissen Sandstrand. Hier hat es ausser ein paar Strausse keine Viecher, wir können in Ruhe unseren guten Lunch verdrücken. Danach ein Verdauungsspaziergang runter an den Strand. resp. diesem entlang. Es geht nach Hause. Hier erwartet uns der Sanitär, ein neuer Boiler und unser Vermieter Nik. Letzterer ein sehr angenehmer Mensch, Pilot von Beruf und aufgewachsen auf einer Farm hier in der Nähe (4km Richtung Kap). Während der neue Boiler installiert wird plaudern wir angeregt mit Nik. Er bringt uns noch zwei Flaschen ihres Weines, macht die Farm doch auch Wein. Keine Etiketten dran, aber der Sauvignon Blanc schmeckt uns dann kurze Zeit später recht gut. Der Abend wird ruhig und fleischlos: keine Hunde/Hähne dafür Penne. Morgen soll es wieder einiges kühler werden, schauen wir mal.

Zwei Tage mit nicht sehr viel Action kann ich getrost zusammenfassen. Zuerst kommt nochmals der Klempner und beendigt seine Boileraustauscharbeit. Dann kurven wir schnell in die Stadt, Sun Valley genannt. Am Dienstag ist das Parkieren in der Tiefgarage gratis, wir sparen 17 Rappen, bei Mugg & Bean gäbe es, auch heute, 10% Seniorenrabatt. So sieht man noch mehr noch ältere Leute als sonst in der geschäftigen Mall herumschlurfen. Zurück in unserer Loge dann die verdiente Dusche mit heissem Wasser aus dem neuen Boiler. Am Nachmittag noch ein kürzerer Spaziergang runter ans Meer und diesem entlang. Das Dorf hier ist schon ziemlich verschlafen, ausser ein paar fleissigen und dem kalten Wasser trotzenden Surfern sieht man kaum eine Menschenseele. Es ist doch, wie angekündigt, kühler geworden, der Wind weht nun von Norden, aber es hat keine klitzekleine Wolke am Himmel. Der Abend wie immer ruhig, wir lesen, es geht, wie in unserem Wohnmobil, ganz gut ohne Fernseher. Am nächsten Morgen sieht’s dann etwas anders aus, Wolken, Wolken und ein satter Wind, der durch alle Ritzen hier pfeift. Wir fahren nochmals schnell ins Dorf, etwas WiFi muss her, in der Mall soll es solches geben. Tut es nicht, nur bei Mugg & Bean klappt das Gratis-WiFi. ein Kaffee hier kostet inkl. 10% Tip ZAR 27.50, für hiesige Verhältnisse nicht sooo günstig (CHF 2.30), hätten doch gestern den Seniorenrabatt beanspruchen sollen. Ein Fliessband Arbeiter in der Automobilindustrie bringt es auf CHF 1,000 pro Monat. Nach etwas Herumturnen im Internet wird es uns bald zu langweilig und wir kurven nach Hause. Das Wetter wird immer schlechter, es beginnt ENDLICH zu regnen. Leider nur eine Stunde und auch nicht allzu heftig. Doch jeder Tropfen zählt! Viel mehr läuft heute nicht.

Das Wetter ist immer noch schlecht und es ist noch kühler geworden. Unser letzter Tag hier! Dank des erwähnt lausigen Wetters haben wir Stubenarrest, es wird gelesen und natürlich ist da die Sache mit dem Zusammenpacken. War gestern nicht viel los, ist heute gar nichts los. So haben wir Zeit über die letzten drei Monate nachzudenken. Es hat uns, wie die beiden Male zuvor, sehr gut gefallen, wohnen allerdings möchten wir hier nicht. Die Sicherheitslage, nicht jetzt hier in Scarborough, ist alles andere als angenehm. Immer muss alles doppelt und dreifach kontrolliert werden: sind alle Fenster zu, die Haustüre verriegelt, liegen keine Wertsachen offen herum. Nein, es ist keine Verfolgungswahn unsererseits, die Tagespresse ist voll mit wenig erbaulichen Meldungen. Vorgestern gab es gleich drei Überfälle auf weisse Farmer, gestern wurde eine weisse Farmersfrau ermordet….. Wir wünschen dem Land wirklich nur Gutes, noch die Realität sieht anders aus….in den letzten 21 Jahren wurde 1,700 weisse Farmer ermordet. Nächstes Jahr machen wir Pause, es soll ja nach Teneriffa gehen, in zwei Jahren wäre es dann wieder auf der Wunschliste, wir werden sehen. Um 18:00 Uhr pünktlich zur Apérozeit lugt die Sonne zwischen zwei dicken Wolkenbänken hindurch, der schöne Abschied dauert leider nur zwei Minuten.

11. und 12. April 2018 – Stellenbosch

Auch diese Nacht hat uns der Gockel, trotz Ohropax, wieder terrorisiert. Das Wetter ist dafür perfekt, wenn auch noch ein bisschen kühl. Herbst liegt in der Luft. Mit gemischten Gefühlen brechen wir auf, das Cottage selber wunderschön, doch die Lärmbelastung weit jenseits des für uns Erträglichen. Wir haben uns für eine längere Rundfahrt entschieden, können ja nicht schon um 12:00 Uhr beim Weingut Dornier auf der Matte stehen. Es geht zuerst wieder runter nach Wellington, dann weiter südwärts ins geschäftige Paarl. Trotz Gewerbe und Industrie (oder wegen?) hat man/frau hier Geld, elegante Häuser und natürlich Shopping Centers bekommen wir zu Gesicht. 112,000 Einwohner leben hier in der zweitgrössten Industriestadt des Westkaps, gegründet immerhin bereits 1690. Bei Woolworths einen kurzen Halt, sehr edel, der Laden, wir kaufen unseren Lunch ein, wollen wir doch unterwegs und nicht in der Pizzeria in Stellenbosch essen. Weiter geht die Fahrt nun nach Franschhoek, 15,600 Einwohner stark und bereits zwei Jahre vor Paarl gegründet: 1688. Wie immer, herrscht hier ein ziemlicher Rummel, wir finden jedoch einen Parkplatz mitten im Dorf und schlendern dann, wie viele andere auch, durchs ‘auf Edel’ machende Dorf. Samstag/Sonntag sieht man hier meist nur Cabrios mit Kapstädter Nummernschilder. Weiter geht unsere Fahrt, den Franschhoek Pass hoch, ein paar enge Kurven, eine wunderschöne Aussicht und wir sind oben, nun wird’s ziemlich einsam, nicht jedoch was den Verkehr betrifft. Die Gegend gebirgig und mehr oder weniger grün. Gemäss Karte sollte der Theewaterskloof Damm erscheinen, wir sehen nur wüstenartige Landschaft. Der Damm sollte 480 Millionen Kubikmeter Wasser fassen, mit Betonung auf sollte, der Pegelstand momentan bei mickrigen 10.5%! Wir wechseln auf die R321 und kurven Richtung Elgin, nun durch endlose Apfel und sogar Feigenplantagen. Ich nehme einmal an, diese Monokulturen brauchen praktisch kein Wasser….. Der Viljoenspass ist erklommen, doch die Plantagen nehmen kein Ende. In Grabouw (pop. >30,000) machen wir Mittagshalt. Dies auf dem Parkplatz von KFC. Hier, nicht im KFC, wachsen 60% aller Äpfel Südafrikas. Weiter soll’s gehen, noch ein paar Meter und wir sind im der Zivilisation, auch genannt N2. Die Rennbahn bringt uns in kürzester Zeit über den 450 Meter hohen Sir Lowry’s Pass runter nach Sommerset West. Der Verkehr wird immer dichter und leider auch rücksichtsloser. Ausfahrt Nummer 43 bringt uns auf die R44 und diese Strasse führt rauf nach Stellenbosch. Etwas übertrieben gesagt sind Sommerset West und Stellenbosch bereits ein durchgehendes Ballungsgebiet, aber viel fehlt wirklich nicht…. Ein Halt gilt dem Stellenbosch Square, wir möchten uns vergewissern, dass die gute Pizzeria immer noch im Geschäft ist. Ja, sie ist! Nun geht’s aber rüber, noch ein paar Kilometer Umweg sind zu fahren, das Weingut Dornier liegt eigentlich hinter dem kleinen Shopping Center, doch es hat keine direkte Strasse. Oh wie wunderbar ruhig ist er hier draussen am Fusse des Stellenbosch Mountain. Wir parkieren unseren Wagen vor dem Dornier Manor, einem wunderschönen Wohnhaus der gehobenen Art (erbaut von Sir Herbert Baker, wem dies was sagt). Bald wird uns geholfen, resp. ein junger Mann zeigt uns das Zimmer. Wir kriegen den Pink Room. WC/Dusche auf der Etage, aber was soll’s, das Haus ist wirklich sehr, sehr schön. Ich renne alsbald los und knipse, was die Kamera hergibt, so schnell kriege ich kein so imposantes Haus/Schloss mehr vor die Linse. Wir fühlen uns saumässig wohl hier! Im Kühlschrank stehen Wein und Mineralwasser, bitte sich zu bedienen….hat man/frau noch Worte. Wenig später sieht man uns zwei unten auf der grossen Terrasse liegen, natürlich mit einem grossen Glas Chenin Blanc von Dornier in der Hand. Es gefällt uns immer besser. Ein anderes Zimmer wurde mittlerweile bezogen, so sind wir nicht mehr ganz alleine in diesem Herrschaftshaus. Doch von diesen zwei Mitbewohnern hören und sehen wir nichts. Ja, sie rühren nicht einmal den Gratiswein an. Um 18:00 Uhr kurven wir dann die paar Kilometer zum Shopping Center, resp. zum ‘Piza e Vino’ Restaurant. Der Laden ist bereits recht gut besucht, die Leute essen früh, wohl alles keiner Spanier. Die Pizze kommen und schmecken auch diesmal sehr gut, ‘Pizza Züri’ hat ernsthafte Konkurrenz bekommen. Das Restaurant wird immer voller und auch lauter, wir  bezahlen und es geht nach Hause (….schön wär’s!). Der Rest des Abends wird wunderbar ruhig und entspannend, es hat auch hier den einen oder anderen Hund, doch immer weit weg und keinesfalls wirklich nerventötend.

Es hat auch hier Gockel, allerdings, wie die Hunde, ziemlich weit weg und Arbeitsbeginn war erst um 4:00 Uhr. Frühstück wird hier keines serviert, es hat Kaffee, mehr nicht. Wir kurven wieder zum Shopping Center raus und genehmigen uns einen richtigen Kaffee, dazu verdrücke ich einen sehr guten Savoury Muffin. Dann wieder zurück in ‘unser Schloss’, heute sind wir alleine im riesigen Haus! Doch es heisst zuerst arbeiten: die Flüge mit Air Asia von Kuala Lumpur nach Laos und zurück müssen gebucht werden. Klingt eigentlich recht simpel, doch dies Sache hat so ihre Tücken, einmal reagiert die Web Seite nicht mehr, das andere Mal wird die Kreditkarte nicht akzeptiert. Nach knapp zwei Stunden haben wir es geschafft. Um 13:30 Uhr haben wir einen Tisch drüben im Bodega Restaurant reserviert, also straucheln wir die paar Meter rüber, wir sind und bleiben auch die einzigen Gäste heute. Schon ein komisches Gefühl, das ganze Herrenhaus und nun auch das Restaurant für uns alleine. Der Service ist sehr gut, das Essen natürlich auch, die Wein noch besser als sehr gut. Der Cabernet ein absoluter Renner, das Glas zu ZAR 55. Die sehr freundliche Bedienung erzählt uns, dass Frau Dornier mit Kindern erst kürzlich für drei Wochen hier war, dann werden natürlich keine Zimmer vermietet. Christoph, ihr Mann (jüngster Sohn des berühmten Claude Dornier) ist bereits vor ein paar Jahren verstorben, er hatte das Weingut und diverse Nachbarfarmen 1995 erworben. So sitzen wir lange auf der sonst leeren Terrasse und geniessen Essen, Wein, Aussicht und einen guten Schwatz. Um ZAR 1,100 ärmer, aber mehr als zufrieden, dackeln wir wieder rauf zum Herrenhaus. Siesta ist angesagt. Das Wetter übrigens eher schlecht als recht, es kommen unablässig dicke Wolken angebraust, hängen etwas verloren an den diversen Bergspitzen rum, werden weggeblasen und es kommen wieder neue daher. Doch es ist nicht kalt. Am Abend wird es dann wunderbar schön, alle Wolken sind weg. Abendessen halten wir sehr kurz: etwas Brot und Droëwors, mehr gibt’s nicht, doch: eine Flasche Charisma vom (Schweizer) Weingut Eikendal, gleich nebenan. Der Wein hat irgendeinen Fehler, er wäre wunderbar, doch er ist leicht frizzante. Wir sitzen auf der Terrasse der nun leeren Honeymoon Suite (ZAR 2,400, unser Zimmer ZAR 1,300) und geniessen den Sternenhimmel und die Ruhe.

8. bis 10. April 2018 – Riebeek-Kasteel

Ein perfekter Tag lacht uns entgegen, Frühstück draussen, was wollen wir mehr. Doch es heisst zusammenpacken, weiter geht die Reise, wir haben nur noch 12 Tage hier in Südafrika. Die kommenden drei Tage wollen wir im angeblich pittoresken Riebeek-Kasteel verbringen. Um 10:00 Uhr verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin Kelly (Grant ist bereits wieder am Segeln). Wir fahren nochmals durch den West Coast National Park, ausser einer langen Schlange (Mole Snake?) bekommen wir kein Getier zu Gesicht. Wieder draussen, geht’s Richtung Darling, die Gegend wird hüglig und es tauchen Weinfelder auf, zum Teil riesengrosse, wer trinkt nur all den Wein… Ohne Halt geht die Fahrt weiter nach Malmesbury, auch hier keinen Stopp, ist unser heutiges Ziel lediglich noch 20 Kilometer entfernt. Die Landschaft wir noch trockener, es geht über den nicht sehr hohen Boothmaskloof Pass runter nach Riebeek-Kasteel. Dieses kleine Dorf (pop. 1,983, davon 61% Weisse, 7% Schwarze, 31% Coloureds und 1 Asiate) ist nicht direkt an der Durchgangsstrasse, könnte also ruhige Nächte bedeuten. Mitten im Dorf stellen wir unseren Wagen auf eine grossen Parkplatz, wie sind nicht die einzigen Ausflügler/Touristen hier. Es ist Sonntag und Kapstadt wirklich nicht sehr weit entfernt. Lunch genehmigen wir uns im Kasteelberg Bistro: Tapas seien die Spezialität. So gut wie in Andalusien kommen die Häppchen nie und nimmer daher, da ist noch grosses Verbesserungspotential vorhanden. Doch es schmeckt und Hunger haben wir auch. Der Kellner geht auf Nummer sicher und möchte sein grosszügiges Trinkgeld (CHF 3.70) bar auf die Hand, nicht via Kreditkarte. Sein Wunsch sei uns Befehl. Nun aber ab zu unserer Bleibe an der Rose Street Number 6. Schnell gefunden, das Dorf ist wirklich winzig und wirklich auch schön auszuschauen. Nicht zu vergleichen mit Tulbagh jedoch. Unser Gastgeber spricht nicht sehr gut Deutsch, obwohl ‘Klaus’ eigentlich sehr Deutsch daherkommt. Dafür macht er auf Späthippie (oder Künstler) mit langen Haaren und Bart. Unser Haus dann wunderbar gross und sehr gut eingerichtet, es hat auch einen eher kalten Swimming Pool. Einzig die sehr vielen kläffenden Köter werden uns in den nächsten Tagen und Nächten ziemlich zu schaffen machen. Am späteren Nachmittag machen wir einen kleinen Dorfrundgang, wie gesagt, viel ist hier nicht los, es wäre wunderbar ruhig, hätte es keine Köter. Es ist sehr warm geworden, 30°, aber trocken und gut auszuhalten. Nach Sonnenuntergang kühlt es langsam ab, wir können alle Fenster öffnen und das Hundegebell nun noch besser hören. Als Gegenmassnahme schalten wir den Fernseher ein und schauen diverse Big Bang Folgen.

Das Hundegeheul war knapp auszuhalten, die Mückenattacke jedoch überhaupt nicht, so habe ich trotz sehr gutem Bett, sehr schlecht geschlafen. In der Nacht scheint es zweimal kurz geregnet zu haben, doch nun ist der Himmel grösstenteils blau und die Temperatur im Steigflug. Frühstück drinnen, draussen ist es bereits zu warm. Dann machen wir uns auf eine längere Rundfahrt über Hernon, Gouda, an Tulbagh rechts vorbei, es folgt Wolesley und Romansrivier. Hier führt eine enge und relativ miese Strasse den bekannten Bainskloof Pass hoch. Der Verkehr ist zum Glück spärlich, doch dieser fährt wie verrückt, ist ja auch eine enge Passstrasse. Kurz nach der Passhöhe stellen wir den Wagen auf einen grossen Kiesparkplatz, montieren die Wanderschuhe und marschieren in die schöne Gegend hinaus. Kein Mensch hier oben, nur Berge, Wälder und eine etwas getrübte Aussicht. Mittlerweile sind diverse Wolken herangezogen, doch die Wärme ist immer noch da und mag auch zu gefallen. Nach dieser seit langen grössten körperlichen Anstrengung, wir sind richtig ‘faul’ geworden, kurven wir runter nach Wellington. Immer noch können wir diesem grossen und eher hektischen Dorf/Stadt nicht viel abgewinnen. Schnell sind wir draussen und auch bald schon wieder zu Hause. Die Grundstückspreise sind hier übrigens am explodieren, Kapstädter ziehen hier raus, der Ruhe und Sicherheit wegen, sogar Leute aus Gauteng verschlägt es hierhin. Ein Haus unter ZAR 1,500,000 sei nicht mehr zu haben, entnehme ich einer Broschüre. Am späteren Nachmittag verschlechtert sich das Wetter zusehends, es wird kühler und ein starker Wind treibt sein Unwesen. Dabei wollten wir Abend im Royal Hotel speisen. Es wird so schlecht, dass wir dies Vorhaben um einen Tag verschieben. Abendessen demnach zuhause, inklusive mehr oder weniger konstantem Hundegeheul/bell/japse, wie halten die Leute dies nur aus? Erneut muss der Fernseher herhalten um ein akustisches Gegengewicht zu liefern, zum Glück kommen diverse Folgen von Two and a Half Man und danach Big Bang. Schade, die Unterkunft ist wirklich sehr schön, man/frau könnte hier ziemlich lange wohnen.

Was sind schon ein paar japsende Hunde gehen einen völlig durchgeknallten Gockel, welcher uns um unseren Schlaf bringt. Der Idiot beginnt bereits um 2:00 Uhr mit seinen grauenhaften Gekrächze und dies neben unserem Schlafzimmerfenster. Dann ist wieder ein paar Minuten Ruhe bevor der Gockel erneut die Nachbarschaft (oder nur uns?) terrorisiert. Um 5:30 Uhr halte ich es nicht mehr aus, ich disloziere in die Stube, montiere Kopfhörer und höre nun endlich meine Art von Musik/Unterhaltung. Nach 7:00 Uhr sind dem Viech wohl die Stimmbänder gerissen, doch Rettung naht: die diversen Köter übernehmen nahtlos und der höchst unangenehme Geräuschpegel verweilt auf hohem Niveau. Es ist immer noch recht kühl, der Himmel jedoch blau. Wir machen einen, leider kurzen, Ausflug ins Nachbarstädtchen Riebeek Wes. Dies einiges grösser, die Strassen viel breiter, doch es fehlen die pittoresken Häuser. Dafür hat es einen sehr schönen und wohl neuen Pick’n’Pay. Viel können wir hier wirklich nicht unternehmen und so geht’s bald wieder in unsere Bleibe, unser Ankommen von Hundegebell begleitet. Erneut montiere ich Kopfhörer und versuche mich am Computer zu entspannen oder besser abzulenken. Würde liebend gern unsere Siebensachen packen und abreisen, doch ich reisse mich zusammen. Am Abend geht’s dann ins Royal Hotel, mitten im verschlafenen Dorf. Eine Reservation wäre wohl nicht nötig gewesen, sind wir doch lange Zeit die einzigen Gäste in diesen recht schönen Hotel. Die Bedienung sehr freundlich, das Essen dann recht, wenn auch nicht denkwürdig. Doch die Ambiance stimmt, die Temperatur angenehm um draussen zu sitzen, was wollen wir mehr? Die Weinkarte kann mit ein paar sehr teuren Tropfen aufwarten, ZAR 1,400 oder 1,600 sind ohne Scham vertreten, dies der Preis pro Flasche, nicht für das ganze (für mich unbekannte) Weingut. Voll und zufrieden schlendern wir die paar Meter durch die dunkle, aber nicht ruhige (Hunde!), Nacht zu unserer Bleibe, der Himmel sternenklar.

2. bis 7. April 2018 – Langebaan

Es hat Nebel! Heute ist Reisetag, es geht wieder runter nach Langebaan. Diesmal nehmen wir diverse Nebenstrassen und dies macht die Fahrt um glatte 100km kürzer. Theunette kommt gegen 10:00 Uhr vorbei und bringt das versprochene Werbegeschenk (2 Flaschen Kookfontein) für Kelly, unsere Schlummermutter in Langebaan. Also, ab geht die Post, doch zuerst müssen wir noch ein paar Liter Benzin bunkern, dies an der einzigen Tankstelle hier, es herrscht ein Riesenandrang, aber wir haben Zeit und auch Geduld. ZAR 13.50 pro Liter will man hier, ab April wurde ja die Sales Tax und diverse andere Steuern (inkl. natürlich auf Benzin) erhöht. Wir kurven südwärts, die Landschaft eher karg, Sand verziert mit allerlei Gestrüpp, zum Teil wohl Weide- und/oder sonstiges Farmland, Kartoffeln wachsen hier sehr gut. Bei Kreefbaai führt die Strasse ins Landesinnere nach Leipoldtville (hier wächst der sehr gute Shiraz von Die Kraal), die Dörfer/Weiler nicht weiter eines Kommentars würdig. Jetzt geht’s wieder ans Meer zurück, Elandsbaai ist das nächste Dorf, dieses sehen wir jedoch nicht, die Strasse biegt erneut ins Landesinnere, die Landschaft nun etwas ansprechender: Hügel und richtige kleinere Berge erscheinen, aber kurze Zeit später sind wir erneut am Meer. Das Wetter übrigens recht gut, dann und wann sind wir im Nebel, wenig später im schönsten Sonnenschein. Es tauchen die ersten Feriensiedlungen, mitten im Nichts auf, erneut meine Frage: wer hat all das Geld diese Häuser 11 Monate im Jahr leerstehen zu lassen? Velddrif ist erreicht, auch kein weltbewegendes Dorf. Hier ein  kurzer Halt bei Wimpy, der Laden ist ziemlich voll, sehr viele Familien mit zahlreichen Kindern futtern, was die meist schon dicken Bäuche aushalten. Weiter geht’s, nur noch ein paar Kilometer und wird sind wieder in Langebaan. Ich dränge auf einen weiteren Lunch im sehr guten Restaurant Flags, doch nicht immer habe ich Glück mit Auswärtsessen. Wiederum bestelle ich Hake frittiert, doch der gelieferte Fisch ist ein maximale Enttäuschung, der Batter schwammig, der Fisch lauwarm und die Farbe des Fleisches grau, braun und in anderen unangenehmen Schattierungen. Soll ich einen Aufstand machen, die Bedienung kann ja nichts dafür, die Chefin ‘erwische’ ich leider nicht ohne zahlreiche Gäste drumrum, so lasse ich es halt bleiben. Die Beiz ist jedoch (leider!) für mich ‘gestorben’! Wieder dränge ich, diesmal auf einen Besuch des nahen Spar, resp. des dortigen tops! Liquor Store. Notfallmässig muss ich eine kleine Flasche Whisky erwerben, der soeben runtergewürgte Fisch verdaut sich nicht von alleine. Ich suche verzweifelt einen stillen Ort, wo ich unauffällig einen kräftigen Schluck ‘Lebenswasser’ zu mir nehmen kann. Es findet sich ein dunkler Ort zwischen zwei geschlossenen Läden. Nun scheint es mit besser zu gehen, allein der Glaube daran lässt meinen Magen aus dem Panikmodus schalten. Es geht in unsere Unterkunft, Kelly ist nicht anwesend, doch ihre Angestellte Grace (aus Malawi) öffnet uns Tür und Tor. So, hier bleiben wir nun für satte sechs Tage, hoffentlich bleibt das Wetter auf der warmen Seite. Am Nachmittag folgt ein Kurzeinkauf bei Checkers und Woolworths, hier zum Beispiel gäbe es keinen Tropfen Alkohol zu kaufen, Schwein gehabt! Das Abendessen dann auf de leichten Seite: Salat, Brot und etwas Käse. Mein Unwohlsein ist etwas abgeklungen, doch wohl fühle ich mich noch lange nicht.

Gut geschlafen! Ich bin um 7:00 Uhr wach, meine Beste Hälfte verlässt nur unwesentlich später das Land der Träume. Das Wetter ist gut, die Temperatur in unser Stube halt etwas kühl. Frühstück leider nicht draussen. Es geht nochmals runter zu Checkers und Co., Wein steht auf dem Einkaufszettel und natürlich diverse andere Überlebensmittel. Nach dem Mittagessen, dieses jedoch draussen, es ist nun schön warm geworden, müssen wir Nägel mit Köpfen machen. Es gilt den Flug nach Singapore und weiter nach Japan zu buchen. Dies gelingt, ist aber recht anstrengend, heute kosten die gleichen Flüge plötzlich CHF 100 mehr. Nächste Baustelle: die Japanrundreise, wir buchen über ein amerikanisches Reisebüro in Ontario, CA. Der Preis ist hoch, doch die Gegenleistung scheint zu stimmen. Soweit das Kapitel Asien, nun zurück zu hier, wir buchen eine schöne (hoffentlich) Unterkunft in Riebeek-Kasteel für drei Tage. Schluss mit der Internet-Arbeit: Apéro ist auf dem Programm, es ist herrlich warm draussen und natürlich auch sehr ruhig (den Verkehr hört man/frau schon ein bisschen). Abends eine Springbock-Wurst mit Couscous. Einen Teil der passablen (aber nicht hervorragenden) Wurst verfüttern wir dem Hofhund hier, ihm scheint’s ganz gut zu schmecken. Das Abendrot wird mittelprächtig, kein Vergleich mit Lambert’s Bay. Es folgt noch eine knappe Stunde TV, Big Bang Theory.

Es hat Nebel und sogar recht dichten. Kein Frühstück draussen demzufolge. Um 10:00 Uhr machen wir uns auf einen Ausflug in die nähere Umgebung. Wir möchten das in der Reiseliteratur gelobte Fischerdorf Jacobsbaai  anschauen. Wir kurven nordwärts Richtung Vredenburg, mitten in der Pampa dann die Abzweigung nach Jacobsbaai, dem ‘Geheimtipp’. Schon von weitem fallen uns die sehr zahlreichen schneeweissen Häuser auf. Aber diese entpuppen sich als imposante Ferienhäuser der besseren/besten Art. Kein Dorfkern, nichts, nur überall unzählige, meist natürlich leerstehende Ferienhäuser/schlösser. Auf jedem Flecken unbebautem Land stehen ‘Zu Verkaufen’ Schilder, ein mittelprächtige Enttäuschung, dieser Geheimtipp! Nicht einmal der Strand gibt etwas her, langweilig und nochmals langweilig. Also wieder zurück nach Vredenburg, etwas ausserhalb findet sich eine riesige zweistöckige Shopping Mall, was sonst! Weskus Mall nennt sich dieser überdimensionierte Konsumtempel der bereits seit 10 Jahren in Betrieb ist. Wieder die üblichen Läden: Checkers, Pick’n’Pay, Woolworths, game, Mr. Price, Edgars, cna, Wimpy, Spur etc., etc.. OK, ein nächster Versuch, etwas interessantes anzuschauen: Paternoster, 15 Kilometer von hier entfernt. Vredenburg (Friedenstadt, pop. > 38,000) macht einen recht ansprechenden Eindruck, ziemlich gepflegt, die Strassen sauber und breit, es muss hier wohl Geld haben. Dieses muss entweder von der Landwirtschaft oder dem Erzhafen Saldanha kommen, muss ich noch ‘ergoogeln’. Paternoster macht dann einen ganz anderen Eindruck: sympathisch, wenn auch der kühle Nebel unten am flachen Sandstrand stört. Auch hier die schneeweissen Westküstenhäuser, aber nicht in so protzigen Dimensionen. Hier könnte man überall Selbstversorgerunterkünfte mieten, viele haben jedoch ein ‘Sorry, Full’ Schild draussen hängen. Wir spazieren dem Strand entlang, anfangs im sich auflösenden Nebel, hinter dem Strand reiht sich natürlich auch hier ein Haus ans andere. Plötzlich ist der Nebel weg, blauester Himmel lacht auf uns herab. Nach diesem entspannenden längeren Spaziergang gibt’s Mittagessen. Einmal mehr unromantisch im Auto, Auswärts(Fisch-)essen haben wir nicht vor. Es geht zurück nach Langebaan. Es ist recht warm, fast schon heiss und so ist es endlich auch in unserer Stube gut auszuhalten. Sehr zu unserem Ärger geht das Internet nicht, wir müssten noch weitere Flüge und die Reise nach Taiwan buchen…… Geduld wird belohnt, am Abend scheint das leider wichtige Internet wieder am Leben zu sein, doch nun sind wir zu faul, um weitere Abklärungen/Buchungen vorzunehmen. Dafür gibt’s eines der besten Rindsfilet bis dato! Das Fleisch kam von Checkers und ist wirklich jeden günstigen Rand wert. Der Wein dazu, 2015 Shiraz von First Sighting, leider keine Offenbarung.

Nebel, Nebel, Nebel…und heute sehr dick und hartnäckig. Trotzdem wagen wir einen Ausbruchsversuch, wir kurven runter in den nahen West Coast National Park. Dieser beginnt kurz nach Verlassen von Langebaan, vorher geht’s noch durch Strassen mit enorm grossen Villen/Schlössern, kaum zu glauben der Reichtum hier. Am Eingangstor und im dichtesten Nebel drehen wir um, so macht Sightseeing keinen Spass. Nächstes Ziel: Velddrif, nördlich von Vredenburg gelegen und angeblich, mit einem sehr guten Klima gesegnet. Wenig Wind und nur 10% der Regenmenge von Kapstadt (wenn sie dort denn welchen hätten……). Die Fahrt immer noch im dichten Nebel, die Landschaft topfeben und langweilig. Die Strassen hier gut ausgebaut und so wird auch dementsprechend gerast, wer die erlaubten 120 km/h brettert ist ein Verlierer. Auch in Velddrif (pop. >11,000) hat es Nebel und so gibt es wirklich nicht viel zu sehen, die Stadt wie viele andere auch, der Strand dito. Etwas enttäuschend geht die Fahrt nach Hause, Lunch wird’s nicht auswärts geben. Sehr schnell sind wir zurück, noch schnell ein Einkauf in Mykonos (eigentlich ist dies erst Skiathos….) und dann geht’s ans Futtern. Der Nebel bleibt, dann lichtet er sich und dicke Wolken kommen zum Vorschein, morgen soll es einiges kühler werden und sogar Regen geben. Also Stubenarrest, resp. Internet. Wir kriegen die Taiwan Reise hin, ebenso einen Flug hin und zurück. Scoot die Airline, ein Billigflieger im Besitz von Singapore Airlines. Die Rundreise buchen wir über ein Reisebüro in Wallisellen, Henda Travel. Weiter läuft nichts, Zeit vielleicht über die Eisenbahnlinie zu reden, die hier bei Saldanha endet. Diese beginnt in der Nähe von Kuruman im Northern Cape, hat eine Länge von stattlichen 861km, alles natürlich elektrifiziert, nix Diesellok, wie in den USA. Die Züge seien die längsten der Welt: 342 Waggons, 8 Loks, total 3.8 Kilometer lang. Was wird transportiert: Eisenerz. Arcelor Mittal betreibt eine grosse Stahlfabrik in Saldanha. Von unserer Terrasse aus sieht mein einen Teil der wirklich grossen Anlage, die angeblich sehr umweltfreundlich betrieben werden soll.

Regen in der Nacht, hoffentlich auch unten in Kapstadt. Im Laufe des Morgens klart es auf, auf auch machen wir uns in den nahen West Coast National Park. Diesmal drehen wir nicht vor dem Gate um, wir werden sehr freundlich begrüsst, zücken unsere Wild Card und ohne Papierkram sind wir im 32,000 ha grossen Park. Hier soll es angeblich 250 verschiedene Vogelarten geben. Wir sehen mehrheitlich Velofahrer/innen. Doch nach ein paar gemächlichen Kilometern (50 km/h das Speed Limit) sehen wir eine kleine Herde Eland Antilopen. Auf der Strasse treffen wir dann und wann auf Schildkröten, die eine oder andere auch bereits zu Tode gefahren(!). Aber die 50km/h werden nur von uns eingehalten, alle anderen rasen, was das Zeug hergibt, Idioten! Jetzt tauchen auch noch ein paar Strausse auf, nicht ganz Krüger’sche Verhältnisse, aber immerhin. Wir fahren um die grosse Langebaan Lagune, sieht aus wie in der Karibik, türkisfarbenes, seichtes Meer, blauester Himmel, warme Temperaturen. Einen ersten Halt machen wir beim bekannten Geelbek Restaurant, einem schönen Cape Dutch Gebäude, allerdings hat der Essenbetrieb mehrheitlich sehr schlechte Kritiken, sofern man dem Internet glauben kann. Viel ist nicht los, an der Eingangstüre entdecken wir einen grossen Hinweis: sollten Sie mit der Bedienung oder der Qualität des Restaurants nicht zufrieden sein, bitte umgehend melden. Hat also der kleine ‘Shit Storm’ bereits Wirkung bezeigt. Weiter geht’s, nächstes Ziel Kraalbaai, pittoresk an der wirklich türkisfarbenen Lagune gelegen. Sehr schön! Besucherandrang kaum der Rede wert, so müsste es überall sein. Nach einen kurzen, aber schönen Spaziergang dem Ufer entlang kurven wir zurück zum Atlantic Viewpoint. Hier wird Lunch serviert, natürlich von uns bereitgestellt. Danach geht’s sehr gemächlich, im krassen Gegensatz zu unseren Mitstrassenbenützern, zurück in unsere Unterkunft. Hier geniessen wir die Ruhe und den wärmenden Sonnenschein, die Wetterprognose für heute war einiges negativer. Abends Penne und Nam Prik Ong, eines unserer Lieblingsgerichte. Danach ein Waverley Hills Grenache, auch dieser, wie der letzte vor ein paar Tagen, eine absolute Wucht. Müssten wir uns für nur je einen Weiss- und Rotwein entscheiden, fiele die Wahl sicherlich auf den Sauvignon Blanc von Kookfontein und eben diesen Grenache.

Das Wetter ist durchzogen bis schlecht! Also ist mehrheitlich Stubenarrest angesagt. Doch wir müssen auch noch an einen Lebensmittel- und Weineinkauf denken. Checkers ist nahe, doch zu Fuss zu weit. Ich ringe mich durch und erstehe einen kleinen Elektroheizstrahler, knapp CHF 20 sind zu verantworten. Wie es das Schicksal so will, begrüsst uns strahlenster Sonnenschein beim Verlassen der kleinen Shopping Mall. Doch kühl ist es immer noch, die Heizung wird sofort in Betrieb genommen und wärmt auch anständig, die beiden an der Wand montierten Heizplatten taugen überhaupt nichts. So habe ich wieder Zeit, mich um die Asienreise zu kümmern. Abends sind wir bei unseren Vermietern Kelly & Grant auf ein Glas Wein eingeladen. Um 19:30 Uhr geht’s los und das ‘Glas Wein’ dauert bis kurz vor Mitternacht. Ein sehr interessanter Abend mit den zwei englischstämmigen Südafrikanern. Sie sehen eher zuversichtlich in die Zukunft, immer jedoch mit der Möglichkeit, jederzeit ins ‘Mutterland’ flüchten zu können. Diese Türe steht den farmenden Buren leider nicht offen. Es wird, wie immer hier unten, sehr viel getrunken, aber wir haben ja nur ein paar Meter zurück in unsere Bleibe. Wir kriegen noch einen Karton Wein mit auf den Weg, dabei ist unser Vorrat ja eben erst aufgestockt worden. Doch der 2014 Ormonde Cabernet Franc schmeckt zu gut, um Nein zu sagen. Morgen geht es ins Landesinnere: Riebeek-Kasteel das Ziel.

29. März bis 1. April 2018 – Lambert’s Bay

Alles ziemlich grau in grau, aber dies war ja angekündigt worden. Regen gibt es heute sicher, die Wolken sind schwarz und hängen bedrohlich tief. Es soll heute rauf nach Lambert’s Bay gehen, eine Distanz von etwas mehr als 250km. Der direkte Weg der Küste entlang wird mir vom Routenplaner nicht empfohlen, nicht überall seien die Strassen asphaltiert. Nachträglich muss ich feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Wir verabschieden uns von unserem Schlummermutter Kelly, wechseln ein paar Worte, wir kommen ja in vier Tagen wieder, dann werden wir wohl ein Glas Wein oder zwei mit diesen beiden englischstämmigen Südafrikanern trinken. Einkaufen ist angesagt, ich halte mich sehr zurück mit Weinen, das Angebot ist riesig und verlockend, doch wie gesagt, in ein paar Tagen sind wir wieder hier und dann wird richtig eingekauft. Die Fahrt geht zurück auf die Rennbahn N7 (Kapstadt – Namibia). Der Himmel über uns immer düster, die Landschaft links und rechts neben uns eher langweilig, immer noch alles abgeerntete Weizenfelder. Das eher gesichtslose Moorreesburg (pop. 13,000) durchfahren wir ohne Stopp, der Weg ist noch weit bis Clanwilliam. Nach Überwinden des Pikenierskloof Passes wird die Gegend hügeliger, Rechterhand tauchen die wolkenverhangenen Cederberge auf. Citrusdal (pop, 7,200), die Hochburg der Zitrusfrüchte, liegt nicht direkt an der N7, einen Abstecher in dieses ebenfalls eher langweilige Städtchen können wir uns gut verkneifen. Auch Clanwilliam (pop. 7,700) ist abseits der Hauptstrasse, doch wir fahren ins quirlige Städtchen, der Hunger plagt uns. Wie immer herrscht hier ein heilloses durcheinander von Autos, Lastwagen und vor allem Fussgänger, welche kopflos zwischen dem starken Verkehr herumlatschen. Nicht unsere Lieblingsstadt. Auswärtsessen wollen wir nicht, so verdrücken wie ein schmackhaftes Salamisandwich auf dem grosses Parkplatz einer neuen Tankstelle/Autohändlers, die Romantik kommt etwas zu kurz. Es geht weiter, noch sind es 60 km bis zu unserem Ziel. Wir durchfahren Rooibos-Plantagen in den wohl letzten Ausläufern der Cederberge angelegt. Nun wird’s flach, wir näheren uns dem kalten Atlantik. Die Temperatur, es sei erwähnt, magere 16°, vor einem Jahr: 42°!! Wir fahren zu unserer Unterkunft, resp. dem Haus daneben, das Abalone, unser ’reguläres’ Haus war nicht mehr zu haben. Nun sind wir im dicken Nebel, sehr interessant, ich renne ans sehr nahe Meer runter und bestaune Wellen und Steinformationen, ich muss hier unbedingt ein paar Fotos machen. Also zurück zu unserer neuen Unterkunft, aber Glück sei Dank, wir wohnen nun doch im Abalone! Schnell alles eingeräumt und ab geht die Post, resp. ich mit einer Kamera bewaffnet. Es folgen mir zwei Hunde auf Schritt und Tritt, nicht aufdringlich, aber sehr neugierig und auch dann und wann ins Bild hüpfend. Der Nebel lichtet sich leider, ich habe genug geknipst, ab nach Hause. Nun richten wir uns häuslich ein, wenn auch nur für vier Tage. Richtig warm ist es im grossen Haus nicht, aber es hat genügend Heizmöglichkeiten. Abends ein vorzügliches Stroganoff mit einem Kanonkop Kadette, dann etwas TV, nämlich Big Bang Theory und unzählige (Tier-)Bilder löschen. Es gefällt uns hier einmal mehr.

Das Wetter ist gut, der Wind etwas frisch, doch wir sind ja am kalten Atlantik. Heute ist Karfreitag, doch der hiesige Spar Supermarkt hat seine Türen offen. Der Andrang im engen Laden enorm, sind alle Bewohner & Urlauber hier versammelt, muss wohl sein, eine Kirche habe ich nämlich keine gesehen. So marschieren wir halt ein wenig dorfauf und –ab, hier zu leben wäre nicht unser allergrösster Traum. Der grösste und wohl auch einzige Arbeitgeber hier die Pommes Fabrik, welche 270 Angestellte haben soll. Die etwas laute Fabrik ‘Lamberts Bay Foods’ ist nun im Besitz von ‘Famous Brands’, Betreiber von zahllosen Restaurants (Mugg & Bean, Steers, Wimpy, Debonaires Pizza, etc., etc.), der Umsatz  im letzten Jahr CHF 460,000,000, Reingewinn: CHF 17,000,000. Eine sehr grosse Firma! Lunch gibt’s zuhause, Salat von Woolies, Salami aus Windhoek, sehr gutes Roggenbrot und einen Schluck Kookfontein Sauvignon Blanc 2017 (14.5% Alkoholgehalt!). Dies der beste Weisswein überhaupt hier in Südafrika, die beiden letzten Jahren hatten wir bereits das Vergnügen, diesen hiesigen speziellen Tropfen zu trinken. Kartoffelfarmer Joos Engelbrecht macht eben auch sehr guten Wein, seine Partnerin Theunette van Heerden vermietet Self Catering Häuser, zum Beispiel das ’unsrige’, ZAR 900 sind nicht wenig, dafür ist das Haus riesengross und der Blick aufs sehr nahe Meer unbezahlbar. Am Nachmittag dann nochmals ein Spaziergang, diesmal südwärts, hier hat es noch mehr Ferienhäuser, allerdings der etwas besseren Art. Viele werden vermietet, aber viele auch sind zum Verkauf ausgeschrieben. Momentan sind sehr viele Häuser besetzt, Osterweekend und Schulferien sind die Gründe. Es ist übrigens angenehm warm, einiges ‘bekömmlicher’ als gestern das Nebelwetter. Abends Huhn im Ei-Mantel, eines meiner Favoriten. Trotz der nähe zu anderen Häusern ist es ruhig. Die Sonne geht fast perfekt unter, der Himmel färbt sich nicht knall- aber immerhin rot. Ein schöner Abend, heute ohne TV, findet um 22:00 Uhr sein Ende.

Sehr gut war der Schlaf, kühl ist’s auch geworden. Das Wetter ist wieder enorm in Form, auch ist es nochmal eine Spur wärmer heute. Morgen soll es sogar massiv wärmer (>30°) werden. Nach gemütlichem Frühstück machen wir uns auf zum Farmers Market, ein paar Kilometer südlich von hier. Theunette hat uns auf dieses Ereignis (letzten Samstag im Monat) aufmerksam gemacht. Die Aufmache ist ähnlich wie seinerzeit in Hermanus. Es wird ebenfalls schon sehr zeitig ‘gebechert’, das Publikum jedoch etwas bäuerlicher als im eher snobigen Nobelort. So treffen wir natürlich auch Joos Engelbrecht und Theunette, die ihren Sauvignon Blanc an den Mann/die Frau bringen wollen, es fällt ihnen ziemlich leicht, die Leute sind hier scheinbar sehr durstig. Wir erwerben noch einen anderen lokalen Wein: 2016 Shiraz Die Kraal (ZAR 80). Austern gibt’s ebenfalls, das Stück zu ZAR 15, aber wir können uns zurückhalten. Natürlich hat es auch Live Musik, und nicht einmal schlechte! Der Besucherandrang sehr stark, nach ein paar Umrundungen und schnuppern der immer fettiger werdenden Luft machen wir uns wieder auf nach Hause. So, nun noch etwas Recherche-Arbeit, Asien ist noch lange nicht unter Dach und Fach. Japan scheint schwierig und vor allem teuer zu werden. Um 12:30 Uhr marschieren wir los runter ins Dorf. Es herrscht Hochbetrieb, wir müssen sogar ein paar Minuten warten, bis uns ein Tisch im Weskus Kombuis zugeteilt wird. Das Restaurant ist voll, kleine, schreiende Kinder leider in der Überzahl. Der Wein ist eher sauer, dafür kommt das der Fisch in bester Qualität auf den Tisch. Die Pommes….na ja, etwas ‘lampig’. ZAR 240 für zwei sehr grosses Stücke Hake und eben zwei Glas des sauren Weines sind nicht alle Welt, wir runden auf 300 auf, die Bedienung enorm speditiv und freundlich, aber stressmässig am Anschlag. Sehr zufrieden geht’s die paar Minuten zurück in unsere Bleibe. Doch ich möchte noch etwas Wellen fotografieren, kein Problem, sind diese ja praktisch vor der Haustüre. So warte und warte ich auf die Jahrhundertwelle, die aber leider nicht kommt. Macht trotzdem Spass an der frischen Luft zu sein. Der Abend wir trotz etwas lauten Nachbarn ruhig, das  Nachsonnenuntergans-Rot von gestern wir heute einiges besser, richtig kitschig.

Schlaf und Wetter war und ist gut! Es ist Ostersonntag und immer noch ist recht viel los hier. Nach Ostern ist noch eine Woche Schulferien, so wird’s wohl nicht so schnell wieder ruhig. Wir unternehmen nicht viel, ein längerer Spaziergang liegt natürlich schon drin, es ist herrlich warm, wenn man/frau nicht in den Südwind spaziert, mit Rückenwind dann fast schon heiss. Wir kümmern uns erneut um unsere Asienreise, ganz schön anstrengend, all die Termine unter einen Hut zu bringen, aber wir glauben, etwas Brauchbares zusammengeschustert zu haben. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bin ich erneut unten am Strand und versuche den Sonnenuntergang mit Felsen und Meer fotografisch zu kombinieren, nicht ganz einfach. Es folgt ein Abendessen, dann der gestern erworbene Die Kraal Shiraz. Ein sehr guter Tropfen. Leider sind unsere Nachbarn heute extrem laut, doch wir sind ‘nur’ Ausländer und zu Gast, gegen ein paar stämmige Buren haben wir nicht viel auszurichten. Doch gegen 22:00 Uhr ist plötzlich Schluss mit dem Gejohle, der Musik und dem rauchigen Feuer neben unserem Schlafzimmerfenster.