22. bis 24. August 2019 – Eatonville, WA

Das Wetter……..Aber vielleicht wird’s ja im Laufe des Tages besser. Wir fahren weiter landeinwärts, also keine Ausrede mehr von wegen Küstennebel. Die Landschaft nun flach und langweilig und auch ziemlich zersiedelt. Ein erster Stopp gilt dem Fred Meyer in Lacey, wohl einem Vorort der Hauptstadt Washingtons, Olympia. Der Laden, wie andernorts erlebt, sehr gut und auch gut besucht. YT kostet (vor Steuern) keine USD 5. Aber wir kaufen ja nicht nur Wein ein, auch sehr gutes Roast Beef. Mein Fehltritt in die Welt der Vegetarier, nein sogar Veganer, von gestern muss wettgemacht werden. Der Soja-Burger wirklich ungeniessbar, dabei doppelt so teuer wie ein ‘normaler’ Burger. Der Vegan-Burger kann mit stattlichen 330 Kalorien aufwarten, das Rindfleisch nur gerade mit 150! Die Fahrt kann weitergehen, immer durch bewohntes Gebiet, nicht wirklich interessant, aber irgendwo müssen ja die über 7,600,000 Einwohner vom Evergreen State ja wohnen/leben/arbeiten. Die Zivilisation nimmt ab, Wald hat wieder das Sagen. Wir näheren uns unerbittlich dem 4,392 Meter hohen Mount Rainier, sehen tun wir in allerdings nicht. Etliche kurvige Meilen nach Eatonville sind wir am Ziel, resp. bei Joyce. Grosses Hallo und dann geht die Plauderei los, ich kann da einfach nicht mithalten. So lasse ich den beiden Damen freien Lauf. Abends dann ein Essen bei uns, in ihrem Avion Trailer ist es etwas eng. Die energiegeladene ältere Dame zieht in eine paar Tagen hier aus, wohnt eine Woche bei einem ihrer Söhne in Ashford (ein paar Meilen die Strasse Richtung Rainier rauf) und am 7. September geht’s für vier Jahre nach Hawai’i, auch nicht schlecht. Nach so viel Geplauder brauchen wir noch etwas Ruhe, wir lösen die fröhliche Runde auf und verdauen das Gesehene/Gehörte beim obligaten Yellow Tail.

Das Wetter besser als angekündigt, aber leider nicht war lange. Um 11:00 Uhr kurven wir nach Ashford hoch, müssen wir doch unseren Sticker in Empfang nehmen, zuerst meint die Dame in Post Office, sie hätte kein General Delivery auf unseren Namen gesehen, doch nach kürzerem Suchen taucht das Couvert von Tucson auf. Dann geht’s wieder runter, der Verkehr wird nun immer dichter, das Wochenende naht und der Berg der Berge ist ja auch ziemlich nah. Nächster Stopp ist Eatonville, nicht das schönste aller Dörfer, aber wir wollen ja nicht hier leben, nur essen. Cruiser Café die Wahl von Joyce. Die Speisekarte lang, ich brauche eine halbe Ewigkeit um mich durchzukämpfen. Derweil lacht der wirklich nahe Mount Rainier auf uns herab. Die Spitze leider in Wolken gehüllt und auch sonst ist das Wetter wieder, wie erwähnt, auf dem Weg zur Schlechterung. Wir sitzen draussen und warten der Esswaren, die da kommen mögen. Ich wage mich an Fish & Chips und werde von ersteren nicht enttäuscht, die Fries hingegen etwas ‘lampig’. Dann ein kurzer Verdauungsspaziergang durch die betriebsame Innenstadt, die Hälfte des Verkehrs RVs, alles will wohl zum Berg hoch. Dann zurück zum Avion Trailer und jeder geht seiner gewünschten Beschäftigung nach, ich schreibe meine ‘Memoiren’ mit mehr oder weniger Enthusiasmus, Schriftsteller wäre wohl kein Beruf für mich gewesen. Der Himmel nun erneut weiss, die Sonne verschwunden. Joyce meint, dies sei einer der ganz schlechten Sommer. So klingt’s also von Arizona bis rauf nach Washington gleich. Abends dann gemeinsamer Apéro und natürlich ein Abendessen, wenn auch nicht ein sehr grosses. Es ist recht kalt geworden.

 

 

 

Das Wetter ist immer noch nicht unser Freund. Viel haben wir nicht auf dem Programm, wir bleiben noch einen Tag bei Joyce und plaudern oder auch mal nicht. Die Sonne findet es endlich auch an der Zeit, ihren wichtigen Dienst wieder aufzunehmen. Aber so richtig schön soll es ja erst morgen werden. Trotzdem vergeht die Zeit recht schnell, Apéro ist schon bald auf dem Programm, gefolgt dann von einem schmackhaften Red Curry. Heute machen wir etwas früher Schluss mit dem Geplauder, wir sitzen in unserer Stube und laben uns am Yellow Tail, USD 4.94 plus Tax kostet die Flasche bei Fred Meyer.

 

 

 

21. August 2019 – Montesano, WA

Nach ein paar Tagen Wald haben nun auch den dazugehörigen Regen, der temperierte Regenwald in Vollendung. Also wird wieder nichts mit Bildern. Nass und trüb, so bleibt es längere Zeit. Dann eine kurze Aufhellung, aber viel davon sehen wir nicht, fahren wir doch meist in einer in den Wald gehauenen Strassenschneise südwärts. Langsam habe ich eine Waldübersättigung! Der Parkplatz an der Ruby Beach übervoll, so können wir die Seastacks und den langen Strand leider nicht besichtigen, viel zu sehen gäbe es dann auch nicht, die Sicht sehr eingetrübt, es regnet, die Wolken und/oder der Nebel hängt tief bis sehr tief, eine Lausewetter, wie schon lange nicht mehr erlebt. Es folgen noch weitere Strände, etwas fantasielos als Beach 4, Beach 3 und so weiter bezeichnet. Dann ein Stück Forstwirtschaft, immer noch ein grosser Geldbringer hier, es folgt ein Stück National Park, die Bäume hier noch dunkler, als die vorher wieder aufgeforsteten. Rayonier ist eine der ansässigen Waldbewirtschaftungsfirmen oder aber der noch viel grössere Weyerhaeuser Konzern mit über 12,000 Angestellten. Die Strasse 101 durchquert nun erneut National Park Gebiet, ein stetes Hin und Her, nur die Bäume bleiben. Das Wetter bleibt mies, es regnet und regnet, aber hier ist ja auch der pazifische Nordwesten, wohl die Heimat des Regens. Wir erreichen Hoquiam, dieses geht nahtlos in die nächste Stadt, Aberdeen über. Hier nun wieder Zivilisation (pop.  17,000, Metropolitan Area: 74,000!) und keine Bäume. Erster Halt bei Safeway, einen Parkplatz zu kriegen ist fast unmöglich, alles scheint heute und hier am Einkaufen zu sein. Es regnet in Strömen, der Parkplatz an manchen Stellen überflutet, wir kommen nicht trockenen Fusses in den Laden. Auch zurück zum Camper kommen wir nicht ungeschoren davon: es regnet noch stärker! Wir machen Lunchpause während draussen die Sintflut niedergeht. Im Sommer soll es hier sehr wenig regnen, so die Statistik: 40mm im August, aber 340mm im Dezember. Die Zahlen für Zürich: 124mm im August und 83mm im Dezember. Aufs ganze Jahr gesehen gibt es hier doppelt so viel Niederschlag wie in Zürich. Weiter geht die nasse Fahrt, allerdings nur noch ein paar Meilen. Unser heutiges Ziel ist der Friends Landing Campground bei Montesano. Der Platz etwas ‘speziell’, das Einchecken über den Camp Host, dieser ist per Telefon mit einer Art ‘Zentrale’ verbunden, welche auch die Abbuchung über die Kreditkarte vornimmt. USD 31.50 inkl. Seniorenrabatt. Wir kriegen ein grosses Site, wenige Meter vom kleinen Lake Quigg entfernt. Strom/Wasser dabei, Dumpstation vorhanden, die Facilities älter, doch sehr sauber. Das Wetter schlecht bis lausig. Der Platz sehr gut belegt, doch wir haben genug ‘Luft’ um uns herum. Diese ist allerdings etwas schwer zu atmen, nebenan wird gefeuert, was dass nasse Holz hergibt, leider ist es nur stinkender Rauch. Es wird nun auch kühler, Heaty Logan kommt mitten im Sommer auf Meereshöhe zum Einsatz. Unsere Aussenaktivitäten bleiben auf bedenklich tiefem Niveau, das Wetter…….

Der Abend wird ruhig, der Regen endet, die Wolken bleiben jedoch, nur kurz vor Sonnenuntergang zeigt sich die Sonne für ein paar Minuten. Das Wetter soll erst Sonntag wieder besser werden.

19. und 20. August 2019 – Olympic NP, Hoh Rainforest, WA

Gegen 8:00 Uhr bequemen wir uns aufzustehen. Das Wetter wie gehabt: bedeckt oder benebelt. Ohne Kaffee geht’s wieder los, runter an die Rialto Beach. Der Parkplatz bereits oder immer noch recht voll. Das Wetter hier unten eher mies, aber doch nicht richtig dramatisch. Trotzdem geht’s auf eine Kurzexpedition, ein paar Bilder müssen schon her. Wo ist sie denn, die Muse? Sie schläft noch oder will mich einfach nicht küssen, kein Wunder, müsste mich dringendst rasieren. Es gibt Kaffee, dann ein Frühstück und ein zweites Ausrücken kann ich mir verkneifen. Es kann weitergehen, heutiges Ziel der Hoh Regenwald, eine Fahrt von 45 Meilen, die Strasse kurvig und nicht immer in allerbestem Zustand, dafür der Verkehr recht stark. Die einzige Ansiedlung unterwegs ist Forks, nicht sehr einladend, trotzdem hat es eine Menge Motels und da und dort ein No Vacancy Schild, muss wohl noch vom Wochenende her sein. Wir erreichen die Abzweigung auf die Upper Hoh River Road. 18 Meilen meist durch dunklen Wald, mehr oder weniger dem Hoh River entlang, müssen nun abgespult werden, auch hier ist der Verkehr sehr stark. USD 30 wäre der Eintrittspreis in den Park, die Rialto Beach war ja noch gratis. Ohne Probleme findet sich ein freies Site, sogar eines mit Flussanstoss und sehr viel Licht, resp. wenig Bäumen drumrum. Auch hier wurden die sanitären Anlagen renoviert und halbiert, eine Toilette pro Gender und Loop erachte ich als sehr knauserig. In der Zwischenzeit ist der Nebel oder die Wolkendecke weg und die Sonne lacht auf uns nieder, hier, wo ich eben gerade keine Sonne möchte. Egal, wir, zusammen mit vielen anderen, ‘machen’ den Hall of the Mosses Trail. Sehr eindrücklich, auch mit Sonnenlicht, doch Bilder gibt’s keine oder nur alibimässige. Bald folgt ein Outdoor Lunch, das Wetter erlaubt dies und die Temperatur ist perfekt. Am Nachmittag nochmals ein Spaziergang durch den Regenwald, auch wieder eindrücklich und auch wieder mit vielen anderen Touristen und ebenfalls wieder mit Sonnenschein. Aber ich sollte mich nicht beklagen, das Wetter soll in zwei Tagen sehr schlecht werden: ‘Rain, Heavy at Times’ meint die Vorhersage. Dies Jahr hat es bis dato noch sehr wenig Regen gegeben, die Menge erst bei der im April üblichen und es ist Ende August…. Der Abend wird ruhig, was will man/frau mehr?

 

Nur im mich zu ärgern scheint heute in der Früh die Sonne. Ich brauche aber keine, zumindest nicht für meine Knipserei. Also schlafe ich halt weiter. Es ist recht kühl, 12°,  und so soll die Sonne zumindest etwas Gutes tun, nämlich Strom produzieren. Doch richtig schön ist es dann auch nicht, hohe Wolkenfelder sagt mein fachmännisches Auge. Furny muss unsere kalte Stube aufheizen, drinnen ist es auch nur 14°…… Wir beschliessen noch einen (Frei)tag anzuhängen, viel wollen wir nämlich nicht unternehmen. Ein kurzer Marsch durch den Regenwald soll uns genügen und dann geht’s ans Ausruhen, was ja auch eine eine Art von Beschäftigung ist. Es ist warm, der Himmel weiss, die Prognose für heute war/ist Mostly Cloudy, schön wär’s! Auf den Wander- und Waldlehrpfaden hier hat es diverse Warntafeln:  Achtung, ein Bär frequentiert die Gegend, Achtung eine Wapiti-Mutter mit Jungtier sei aggressiv, ebenso aggressiv seien Wespen und zuletzt treibt noch ein Kojote sein Unwesen hier, gefährliche Welt! Am späteren Nachmittag bessert sich das Wetter entgegen der Vorhersage, wir sitzen draussen und feiern den Geburtstag unseres Campers, er wird heute 5 Jahre alt. So laben wir uns am in Vancouver erworbenen Pink Bubbly von Yellow Tail. Als Gegenleistung wohl für die USD 20 Übernachtungsgebühr wird uns eine längere Wildtier Show geboten. Ein stattlicher Wapiti und wohl sein ganzer Harem inkl. Jungtiere äsen friedlich unten am Hoh River, 30 Meter von uns entfernt. Doch mit nur 200mm Brennweite sieht auch ein Wapitibulle ziemlich klein aus, zumindest auf den von mir schnell geknipsten Bildern. Heute hat es auf unserem Loop einiges mehr an Gästen, doch es ist wunderbar ruhig. Leider wurde nichts mit Fotos vom Regenwald, die Sonne und auch der Wind haben dies verunmöglicht. Vielleicht kriege ich morgen in der Früh noch eine Chance.

18. August 2019 – Olympic NP, Mora CG, WA

Wieder der Nebel oder halt eben Wolken. Hier bleiben wir nicht, wir wollen an einen noch dunkleren Ort: Mora Campground, zwei Meilen inland der bekannten Rialto Beach. Die Fahrt dann auf enger, aber stark befahrener Strasse Richtung Küste zum Teil interessant (Lake Crescent), zum grösseren Teil eher nicht, Wald und was einmal Wald war. Der Hauptverkehr ist in der Gegenrichtung, es ist Sonntag, Rückreiseverkehr ist angesagt. Die ganze Fahrt etwas über 70 Meilen. OK, der Mora Campground ist erreicht und es findet sich ohne Probleme ein freies Site, wir ‘pflücken’ eines, das nicht ganz so düster ist, aber wir wollen ja sowieso sofort runter an die Rialto Beach. USD 20 werden auch hier fällig. Die Facilities renoviert, aber nun auch nur noch mit einem WC, dafür alles rollstuhlgängig. Unten am Strand dann das Parkplatz Roulette. Es findet sich eine enge Parklücke auf dem völlig überfüllten Kiesplatz, welcher eigentlich für Busse, RVs und Übernachtungswanderer gedacht ist. Der ‘normale’ Parkplatz nebenan natürlich auch zum Bersten voll. Es geht auf einen ersten Erkundungsgang. Das Wetter hier unten am Meer etwas besser, die Sonne scheint ab und zu, doch Wolken/Nebel hat es immer noch sehr viele im Angebot. Der Strand riesig, das Treibholz noch riesiger, es ist halt eben alles ein, zwei Nummern grösser in Amerika. Doch das erhoffte Aha-Erlebnis bleibt aus, das letzte Mal waren wir 2015 hier und haben (leider) seither einige andere Strandlandschaften gesehen/erlebt. Nicht immer ist grösser auch besser, das Treibholz in Neuseeland kleiner, aber viel fotogener, die Strände in Australien oder Südafrika eindrücklicher. Trotzdem versuche ich inmitten von sehr vielen Strandbesuchern ein paar Fotos zu machen. Doch die Muse küsst mich nicht, vielleicht liegt es auch am ‘weder Fisch noch Vogel’ Wetter. Also zurück in den Camper und ein Mittagessen verdrückt. Dann ist Ausruhen auf dem Programm, zumindest bei mir. Am späteren Nachmittag mache ich mich nochmals auf an den Strand, das Wetter nun schlechter, soll heissen dramatischer. Doch die Muse hat wohl den Bus verpasst und kommt heute nicht mehr…. Um 18:00 Uhr bin ich zurück und es kann zurück in den dunkeln Camping gehen. Dieser ist erstaunlich gut belegt, würde sagen zu 2/3. Doch es ist ruhig, aber auch DUNKEL! Hier bleiben wir nur eine Nacht, morgen soll es ja in den richtigen, noch dunkleren Regenwald gehen.

16. und 17. August 2019 – Olympic NP, Hurricane Ridge, WA

Um Mitternacht(!) kam noch ein Nachbar der lauten, rücksichtlosen Art……. Der Morgen ist grau, Nebel oder Wolken, ich weiss es nicht. Wir verzichten auf eine Dusche, die sanitären Anlagen bei genauerem Hinschauen eher in fragwürdigem Zustand. Hier bleiben wir nicht noch eine Nacht, der günstige Preis allein ist nicht so verlockend, zieht man die ‘anderen’ Umstände mit in Betracht. Also geht’s weiter, Port Angeles, resp. der Campground im Olympic NP bei der Hurricane Ridge das Ziel. Wir sind hier auf einer Halbinsel auf der Halbinsel, Wasser, resp. das Meer ist immer mit im Spiel. Die Fahrt eher langweilig, der Verkehr eher stark, das Weekend steht ja einmal mehr vor der Tür. Der Himmel immer noch grau in grau, aber sieht man den stehengelassenen dichten Wald links und rechts der Strasse, erstaunt das Wetter nicht, es muss hier viel und reichlich regnen. Sequin ist erreicht, nicht weiter spektakulär, dann folgt bereits Port Angeles. Hier ein ‘Pee Stop’ bei Walmart, der grosse Laden brandneu. Weiter geht’s, mitten in der Stadt biegen wir links weg die Berge hoch. Nur noch fünf Meilen und 500 Höhenmeter und wir sind im Wald und auf dem Heart O’ the Hills Campground. Alles ziemlich dunkel und düster hier, nicht zuletzt wohl dem trüben Wetter zu verdanken. 5 Loops kann der Camping aufweisen, die Belegung bereits seht gut. Es braucht seine Zeit bis wir einen ebenen Stellplatz ergattern können, die meisten sind schiefer als eine Rutschbahn. Wohl zu einer Zeit angelegt, als es noch keine Wohnmobile und Monster Wohnwagen gab. USD 20 werden fällig, die Gegenleistung eher bescheiden: 1 WC und ein Urinal für uns Männer, den Damen werden zwei WCs gegönnt. Es ist, wie erwähnt, dunkel hier unter hohen Bäumen und so machen wir keine grossen Sprünge, die Hurricane Ridge muss bis morgen warten, dann ist Mostly Sunny angesagt. Wir machen fitnessmässig ein paar Campingrunden und schauen dem bunten (Feuer-)treiben zu, praktisch überall lodern oder rauchen Lagerfeuer, dazu gibt’s Hundekonzerte in allen Tonlagen, Wochenende in den ‘Great Outdoors’. Macht sich da bei mir etwa langsam eine ‘Campingmüde’ breit? Wär es nicht schön, in richtigen vier Wänden zu wohnen/leben….?

Wir schlafen bis 8:00 Uhr, die Nacht war kühl und ruhig, wie wir es mögen. Wieder hängt eine Nebel- oder Wolkenbank über unseren noch müden Köpfen. Doch es geht ohne Morgenkaffee los, wir wollen rauf auf die Hurricane Ridge. Das Parkplatzangebot knapp, wird mitgeteilt, daher unser frühes Aufbrechen. Der Weg ist relativ kurz, 12 Meilen, doch enorm steil, über 1,000 Höhenmeter sind zu überwinden. (560m –> 1,600m), der Wagen dankt’s mit enormen Spritverbrauch. Doch auch oben ist das Wetter nicht sonderlich gut, dabei war die Rede von Mostly Sunny, ich sage: Mostly Crummy! Doch die Aussicht ist schon eindrücklich, aber nicht umwerfend. Der höchste namensgebende Berg, Mt. Olympus ‘nur’ gerade 2,430 Meter hoch, aber recht vergletschert. Andere weniger hohe Berge tragen auch ein Gletscherkleid, aber von ‘schlankerer’ Statur. Aber: keine menschliche Ansiedlung oder Verunstaltung soweit das Auge reicht, nur Wald, Wald und unzählige Berge, manche, wie erwähnt, vergletschert. Nach ein paar Alibi-Aufnahmen gibt es endlich den verdienten Kaffee und dann auch ein Morgenessen. Es ist recht kühl hier oben, der Wind macht es noch eine ganze Spur kühler. Danach nochmals eine Reihe Bilder, nichts, was in mein Top 10 Portfolio kommen wird, aber Spass macht’s trotzdem. Natürlich geht es auch auf eine kleinere Wanderung, nicht lang, aber sehr steil und die Aussicht eindrücklich, wenn nur das Wetter entweder besser oder schlechter, dramatischer wäre. Wir verbringen den Nachmittag hier oben, aber viel unternehmen wir nicht mehr, das Wetter langweilig, die Bilder wie ich mittlerweile  festgestellt habe, haben keinen Biss, alles ziemlich flau. Um 16:00 Uhr geht’s die 12 steilen Meilen runter auf den Waldcamping. Dieser ist, wer hätt’s nicht geahnt, ausgebucht, zumindest unser Loop. Ausser viel zu vielen Feuern ist alles im grünen (es hat ja Bäume genug…) Bereich, auch der Geräuschpegel. Ich verdaue das Buch, eines der spannendsten seit Menschengedenken, das ich innert nur drei Tagen gelesen habe: Michael Connelly  –  The Lincoln Lawyer!

Etwas mager, obige Aussicht, in der Schweiz sieht es halt imposanter aus:

15. August 2019 – Port Townsend, WA

Um 6:30 Uhr geht der Wecker, die Zeit des Faulenzens ist vorbei! Ziel ist es, um 8:00 Uhr auf der Gasse zu sein und Richtung USA zu kurven. Das Ziel ist nicht zu hoch gesteckt, wir schaffen es, in der Morgenstund hat es hier auf dem Camping noch nicht übermässig viel Betrieb. Das Wetter erneut eine Wucht, aber man/frau muss gehen, wenn es am Schönsten ist. Der Verkehr auf dem Transcanada Highway stark, in der Gegenrichtung (stadteinwärts) noch viel stärker. Wir erreichen unsere Ausfahrt bei Aldergrove und zuckeln nun ein paar Meilen südwärts über Land.Es dominiert die Land- und Beerenwirtschaft. Schnell sind wir am zoll und müssen gerade einmal fünf Minuten Warten, dies wirklich ein Geheimtipp. Der Immigration Officer dann eine Nummer für sich: sehr freundlich und zu unglaublichen Spässen aufgelegt. sind wir hier in den USA oder wo/was? Der gute Mann schreit zu seinen Kollegen rüber: hej, ich habe hier zwei ‘Swisszonies’, als er unser Arizona Nummernschild entdeckt. So ein Einreiseprozedere haben wir noch nie erlebt, aber wir müssen sagen, dass es seit 2014 immer sehr freundlich und gesittet zugegangen ist. In den früheren Jahren leider nicht immer….. Ausnahme auch der 3. August 2015 am Zollamt Blaine. Wir sind wieder ‘drinnen’, leider nur noch für zwei Monate, dann ist bereits Schluss, die 6. Saison zu Ende. Weiter geht die Fahrt und bald erreichen wir Läden, Tankstellen, Restaurants, Shopping Malls in unglaublicher Anzahl, es nennt sich hier auch Bellingham. Erster Halt bei Walmart, unser Kühlschrank ist leer, ebenso natürlich der Weinkeller. Doch die Alkoholika müssen noch ein paar Meilen warten, Fred Meyer ist gleich ums amerikanische Eck. Eine Flasche Yellow Tail diesmal USD 4.97 & Tax (8.7%)n, kurven wir weiter südwärts Richtung Burlington. Hier rechts weg auf die Strasse mit der Nummer 20 Richtung Anacortes, resp. dann Whidbey Island. Der Verkehr nimmt zu, die Strasse wird enger. Bevorzugte Wohnlage und beliebtes Ferienziel, so schaut’s wohl aus. Lunch unterwegs auf dem Parkplatz eines Office Max, wie lange es diese Ladenkette noch gegen wird…..ich weiss es nicht, alle Filialen sehen ziemlich abgekämpft/heruntergekommen aus. Dann sind wir unten in Coupeville an der Fähranlegestelle, wir sind zu früh, doch man sagt und wir sollen es auf die frühere Fähre versuchen, auf Deutsch wohl Stand-by. Es bleibt beim Versuch, doch die gebuchte Fähre kommt auch einmal, leider etwas verspätet, aber nun sind wir drauf. Eine knappe halbe Stunde Seefahrt gibt es für USD 43.65. 2015 bezahlten wir USD 44. Seniorenrabatt: USD 1.70 pro Nase! Drüben in Port Townsend kurven wir ohne Umschweife auf den Jefferson County Fairground. Nicht die schönste Art der Übernachtung, der Platz nüchtern, doch die Facilities inkl. Duschen einigermassen sauber, wenn auch in die Jahre gekommen und der Preis fair: USD 20 für Strom/Wasser. Full Hook-up ginge für USD 25 über den (nicht besetzten) Ladentisch. Die Anlage ist sehr gut belegt, doch man/frau hat etwas mehr Freiraum als oben in Vancouver. Einzig der konstante Lärm von startenden und landenden Jets der nahen Whidbey Island Naval Air Station stört ein wenig oder auch mehr. Ab 17:00 Uhr wird, wie in der Schweiz, nicht mehr geflogen, nur zu Bürozeiten, ein Dank an Ueli M. Das Tag war lang, also wird nicht mehr viel unternommen. Der eine oder andere Mitcamper trudelt am Abend noch ein, Platz hat es immer noch.

7. bis 14. August 2019 – Vancouver…..where else?

Wieder ein ruhige Nacht und es ist bereits angenehm warm, der Himmel blauer als blau. Wie im Urlaub! Erneut machen wir uns auf in die schöne Stadt. Der Bus heute leider nicht halbleer sondern übervoll. Trotz ‘Sorry Full’ nimmt uns der Chauffeur mit. In der Innenstadt wechseln wir auf die Line 2 nach Kitsilano. An der Ecke Cornwall/Cypress steigen wir aus und marschieren runter ans Meer. Einfach herrlich hier! So schlendern wir rüber zum Touristenmagnet Granville Island und schauen uns den Rummel an, wir sind noch relativ früh dran, der Menschenauflauf hält sich in Grenzen. Danach geht’s weiter immer dem False Creek entlang, der Blick auf die ansprechende Skyline der Stadt. Wir diskutieren wichtige Dinge wie Lunch und beschliessen dann, zurück zum Granville Island Public Market zu spazieren und dort etwas einzukaufen. Essen können wir auch hier draussen auf einer der zahlreichen Parkbänke. Die Auswahl an Esswaren kaum überschaubar, praktisch alles gibt’s käuflich zu erwerben, so dann frau/man auch das nötige Nichtkleingeld dabei hat. Ein Olivenbrot: CAD 5, zwei kleine Landjäger: CAD 4, etwas Fleischkäse: USD 4, eine Flasche Mineralwasser: CAD 3. Wieder zurück aus dem G’wurl und auf einer Parkbank verdrücken wir das schmackhafte Essen, der Fleischkäse nicht so gut wie bei der European Deli draussen bei uns, die Landjäger jedoch erstaunlich gut. Wir wandern weiter Richtung Cambie Bridge, es ist heiss, doch ein kühlendes Lüftchen hilft uns, das perfekte Wetter auszuhalten. Über die Brücke und wieder runter an den False Creek, allerdings nicht mehr für lange. Wir erreichen die bekannte Davie Street und marschieren diese hoch bis wir auf die eher heruntergekommene Granville Street treffen. Rauf bis Georgia und rein in einen 25n Bus (250, 257, 253, es halten alle am Park Royal). Der BC Likör Laden kommt in einen weiteren Genuss eines Besuches von uns. So gross der Laden, so leer ist er auch, doch Personal hat es en masse!  Der Abend ruhig, die Nachbarn leise was will es (statt man/frau) mehr?

Nebel oder Wolken? Es ist empfindlich kühler geworden, sicher ein Grad. Das Wetter weiss nicht so genau, was es will, so warten wir zu. Um 10:00 Uhr scheint die Sonne Oberhand zu kriegen und wir marschieren rüber nach Ambleside. Zwei Stunden zu Fuss reichen uns heute, es geht zurück, vorher jedoch noch schnell in die Deli, der Fleischkäse ist uns ausgegangen. Nach kurzem Ausruhen, wie immer bin ich hundemüde, geht’s rüber in die Mall, resp. in den Osaka Supermarket und danach zu Whole Foods, in ersterem gibt es Dinge zu kaufen, davon haben wir noch nie gehört. Aber alles würden wir auch nicht kaufen: marinierte Schweinedärme zum Beispiel. Natürlich kommt alle Ware hier aus Asien, sei es Japan, China oder was es sonst noch drumrum gibt. Bringt Herr Trump dem Welthandel nicht zum Erliegen, wird es sicher Greta T.  schaffen. Die Welt wäre ein (nicht nur kulinarisch) ärmerer Ort. Viel mehr läuft heute nicht mehr, der Platz ist wie immer praktisch voll, aber der Lärm auszuhalten oder wir haben uns einfach daran gewöhnt.

Das Wetter leider auf der eher schlechten Seite und heute sind es wohl doch Wolken und nicht Nebel. So warten wir ab, doch den ganzen Tag drinnen bleiben und schmollen ist auch nicht unser Ding. Um 11:00 Uhr fahren wir in die Stadt, die Rush Hour ja längst vorbei. Denkste! So lange hatten wir noch nie in die Innenstadt, alles verstopft und es geht mehr oder weniger im Schritttempo vorwärts. An der Ecke Georgia/Burrard geht’s rüber zur 2er Haltestelle wo dieser soeben  abfährt. Also warten wir halt, der Donnerstag scheint auch in Kanada der neue Freitag zu sein, alles ist auf der Gasse und kurvt irgendwo hin. Es schnauft ein weiterer 2er durch die verstopften Gassen der Innenstadt, wir entern diesen und lassen uns über die Burrard Brücke nach Kitsilano chauffieren. Nun wird etwas marschiert, keine Kontinentdurchquerung, aber immerhin eine stramme Stunde. Dann nehmen wir Platz im Bangkok City Cafe an der 4th Street. Natürlich waren wir auch hier schon, dies ist unser dritter Besuch innerhalb von vier Jahren, es sei uns gegönnt. Das Restaurant winzig klein, doch die Speisen sehr lecker: Red Curry, eins mit dem neuerdings verpönten Beef, das andere, ich bin voll im Trend, mit Tofu. Die Portionen nicht übermässig gross, dafür ist der Preis auch seht tief. CAD 26 total, inkl. Tip, als etwa CHF 20. Nun nochmals eine Stunde zu Fuss durch das attraktive Kitsilano, wo leider die Mieten auch, wie in North und West Vancouver, sehr hoch sind. Wir entern erneut einen 2er Bus in die Innenstadt und hier geht dann die Warterei los. Die Schlange an der 250er Busstation sehr lange, doch nicht alle die warten, steigen dann auch ein, komisch….. Sitzplätze gibt’s natürlich keine mehr, aber man kann auch im Stehen im Schritttempo durch die Innenstadt schaukeln. Die Luxuswagendichte ist einiges über derer von Zürich, nur Marbella mag dies wohl noch zu toppen, unglaublich. Endlich sind wir draussen, resp. zuhause. ÖV kann schon auch stressig sein.

Der Morgen grau in grau, aber so war es angekündigt. Unsere Nachbarn  links verlassen den Platz, wir haben wieder mehr Raum zum Atmen und unsere Trommelfelle können sich wieder entspannen. Wir leisten uns kostenpflichtiges Internet: CAD 6.72 für zwei Geräte und 24 Stunden. Aber dies nutzen wir für ‘Arbeit’. Die Australienreise wird besprochen und wir können uns auf einen Mietwagen einigen, wenn auch nicht ganz billig, aber Australien ist ja eben auch nicht ein Billigreiseland. Auch eine Fährüberfahrt von Coupeville nach Port Townsend unten in Washington ist gebucht, sicher ist sicher. Es soll trotz anfänglichen Zögern doch in den Olympic NP gehen, dafür lassen wir die Küstenidee (Oregon….) zugunsten einer Inlandroute sausen. Lunch kaufen wir drüben im Osaka Supermarket ein: Japanisch. Nicht billig (CAD 31) , aber sehr schmackhaft. Im BC Likör Laden erzählt man uns, gestern Abend hätte eine Dame fernöstlicher Provenienz ein Flasche 50 jährigen Whiskey für CAD 18,000 (plus 15% Tax) gekauft. Ja, solche Sachen ereignen sich hier öfters, meint die Kassiererin. Heute werden wir einmal mehr umzingelt, doch der Geräuschpegel ist zu ertragen.

Das Wetter noch schlechter als gestern. Definitiv ein Stubenhockertag! Leichter bis mittlerer Nieselregen fällt bin gegen 15:00 Uhr und es ist noch 17° kühl. So nützen wir die uns verbleibende Internetzeit und schauen Tatort. Geht ganz schön an die Nieren, wie mal/frau wohl so sagt. Um15:00 Uhr dann ein Marsch rüber zu City Market, wir brauchen etwas Essbares für den Abend. Die Temperatur, kaum ist die Sonne raus, steigt auf 21°, wunderbar, viel mehr (na ja, vielleicht zwei oder drei °) braucht es nicht. Mehr gibt’s nicht zu berichten, natürlich füllt sich der Platz gegen Abend wieder, mal schauen, wie’s mit der Ruhe aussehen (besser: hören) wird. Eine Korrektur betreffend Steuern auf Alkoholika: 5% Generelle Verkaufssteuer und 10% Provinzsteuer. 15% ist immer noch die totale Steuer, lediglich meine Annahme, dass sich dies gänzlich auf Alkohol bezieht war falsch. Mit der Ruhe geht es dann halt so, wir sind wirklich eingeklemmt, der Mietcamper links lässt seinen Ausschub raus und wir hausen nun wirklich Fenster an Fenster, zum Glück sind unsere von aussen nicht einsehbar, so haben wir theoretisch etwas Privatsphäre. Die Kinder des rechten Nachbarn sind auch nicht gerade auf der leisen Seite….. Um 22:30 Uhr ist jedoch dann Ruhe und wir suchen die unsere im bequemen Bett.

Das Wetter immer noch schlecht, doch es ist eine markante Besserung versprochen. Doch dies dauert eine kleinere Ewigkeit, es es wird wirklich besser und wieder wärmer. Es geht in die Stadt, der Verkehr….ach ja, dies Thema hatten wir ja schon. Busstation Georgia/Granville ist das vorläufige Ende unserer langsamen Busfahrt. Es geht runter ins Gastown Quartier. Ausser Touristen gibt es hier je länger, je weniger zu sehen. Eine Gentrifizierung ist im Gange, die Restaurants immer hipper, die ‘normalen’ Läden weichen Galerien, das übliche halt. Dann plötzlich das wohl eher inoffizielle Homeless/Drogensüchtigen Viertel, kein schöner Anblick, aber Realität, es folgt nahtlos das Chinesenviertel, hier gefällt’s uns wieder sehr gut. Die Läden exotisch, die Betriebsamkeit/Geschäftigkeit der Asiaten einfach sprichwörtlich. An einer Seitenstrasse, etwas abgekämpft von aussen und ohne Speisekarte im Aushang, findet sich das Restaurant Phnom Penh, ich wäre für einen Versuch aus unserer Esskomfortzone zu springen. Doch es ist noch etwas früh, 12:00 Uhr, aber bei genauem Reinschauen sehen wir, der Laden ist bereits rappelvoll und auch ziemlich gross. Wir überdenken die Sache noch ein paar, genauer gesagt 20 Minuten und stehen dann wieder vor dem unscheinbaren Etablissement. Wir wagen es, doch natürlich hat es eine Warteschlange, man/frau meldet sich an und nimmt dann auf einer Holzbank platz und wartet anständig. Ob wir einen Tisch teilen wollten, fragt uns sie sehr effiziente Waitress. Wieso nicht, kein Problem. Also schleust sie uns zwischen den Tischen und einer Unzahl Essender hindurch an einen Tisch der bereits von zwei anderen Partien besetzt ist. Sofort kriegen wir eine Speisekarte in die Hand gedrückt und das Studium dieser (nicht der Hand) kann losgehen. Das Buch, anders kann man/frau die Speisekarte nicht bezeichnen, bietet kambodschanisches und vietnamesisches Essen an. Wir wagen einen Ausflug nach Cambodia und bereuen diesen kurze Zeit später nicht. Die aufgetragenen Speisen schmecken vorzüglich und werden in grosser Quantität geliefert. Fried Rice mit einer Art Wursträdchen und ein sehr speziell gewürztes Huhn gilt es zu vertilgen. Unsere Tischnachbarn, soeben von Singapore via Zürich(!) zurück nach Vancouver gereist, versichern uns, wir hätten mächtig Glück, normalerweise warte man/frau hier schon mal eine Stunde. Es sei ein sehr bekanntes Restaurant. Können wir angesichts der Menschenmasse und des Geräuschpegels wohl verstehen. Die Bedienung extrem effizient, die Preise sehr moderat, aber eben nichts für ein gemütliches, ruhiges Essen zu zweit. Es zählt die Qualität und die stimmt für uns und wohl für die anderen Anwesenden auch. CAD 27 ärmer verlassen wir den Hexenkessel, vorbei an einer ansehnlich langen Warteschlange, es ist 13:30 Uhr! Nun marschieren wir rüber in die Innenstadt, Bewegung tut Not, die Reismenge war enorm, doch wir haben sie ‘gemeistert’. Das Wetter nun gut und warm, wenn auch noch viele Wolken am halbherzig blauen Himmel herumhängen. Dies tun auch sehr viele Drogensüchtige/Homeless  an der Granville Street, während ein paar Meter weiter auf der geschäftigen Strasse einmal mehr ein Lamborghini vorbeidröhnt. Das Einkommensgefälle wohl nicht ganz so ausgeglichen, oder treffen sich hier nur gerade die beiden Extreme? Wir warten auf einen 250er Bus, neuerdings steigen wir eine Station früher ein (Georgia/Granville), bei Georgia/Burrard ist der Bus jeweils bereits voll und auch dort wollen noch sehr viele zusteigen. So dauert die gemächliche Fahrt durch die Innenstadt  eine ganze Weile, aber wir können ja die unglaublich vielen Luxusfahrzeuge bestaunen. Endlich daheim, immer noch leider eingepfercht, geht es ans Ausruhen, Stadtspaziergänge machen mich ziemlich müde, oder war es das reichliche Essen? Die Temperatur wieder bei 25°, gestern noch knappe 18°.

Das Wetter auf der guten Seite, allerdings ist der Himmel nicht wolkenlos. Die Temperatur aber angenehm keine Jacke nötig. Wir lassen uns einmal mehr in die Stadt befördern, es ist etwas nach 10:00 Uhr und der Bus voll, also muss ich stehen. Wir steigen bei der ersten Stadthaltestelle, Georgia/Gilford, aus und schlendern dem Coal Harbour entlang bis zum Convention Center, resp. der Kreuzfahrtschiffanlegestellen (welch Wort!). Leider ist kein Schiff da, bin etwas enttäuscht. Weiter geht die Wanderei, erneut durch Gastown, ‘Homelesstown’ und dann Chinatown. Der Anblick der auf den Strassen herumliegenden Drogensüchtigen sehr, sehr deprimierend. Vancouver hat eine der höchsten Raten von Drogentoten von ganz Nordamerika. Auch heute sehen wir wieder zwei Ferraris und einen Lamborghini vorbeidonnern. Krass! Wie es der Zufall so will, sehen wir ein Restaurant, welches Dim Sum anpreist, der Laden (Jade Dynasty Restaurant) unscheinbar und bereits gut besucht. Wir wagen den Sprung hinein, kriegen einen Tisch zugewiesen und kämpfen uns dann durch das grosse Speiseangebot. Der gleiche Effekt wie gestern, das Etablissement wird immer voller, die Leute stehen draussen Schlange. Die Speisen kommen, schmecken sehr gut, haben aber nicht die Finesse der Dim Sums von Singapore. Der Preis etwas höher als gestern, wir haben auch mehr bestellt: CAD 30. Nun ist wieder Marschieren angesagt und der ‘Waggel’ wird auch ziemlich lang, erst drüben bei Granville Island steigen wir müde in einen Bus, der uns in die Innenstadt bringt. Es findet sich gleich auch ein 250er und wir sind in sehr kurzer Zeit wieder auf ‘unserem’ Campingplatz. Es wird wieder eng, sehr eng und leider auch sehr laut, zwei RVs mit Italienern haben sich in nächster Nähe angesiedelt. Der Geräuschpegel bereits um 16:30 Uhr sehr hoch. Langsam wird es Zeit wieder raus in die hoffentlich ruhigere Natur zu fahren. Nochmals zu den Drogen….März 2018: 60 Tote pro 100’000 Einwohner, vor 10 Jahren: 6!! Die Zahlen betreffen ‘nur’ Vancouver. Quelle: Georgia Straight vom 10. Mai 2018. Die angespannte Lärmsituation entschärft sich, unsere Nachbarn sind allesamt in die Stadt. Um 22:00 Uhr kommen sie erst zurück, Krach gibt’s keinen mehr, alle Achtung!

Das Wetter perfekt, jedoch ein Grad kühler beim Aufstehen. Doch das Quecksilber macht Überstunden, bald ist es sommerlich warm bis heiss. 28° sind angesagt und werden später dann auch, ich kann es im Schweisse meines Angesichts bestätigen, erreicht. So geht natürlich nochmals in die Stadt, rüber nach Kitsilano. Dort wollen wir dem Uferweg unter die rege benutzten Turn- und Wanderschuhe nehmen. Mit meinen Budget-Latschen von Walmart bis ich bis jetzt sehr zufrieden, es läuft sich wie von selbst. Es ist wirklich warm/heiss, die kleinen Strände sind sehr gut besucht, auch ein grosses Freibad passieren wir, ebenfalls sehr gut belegt. Die Leute wollen auch hier oben Sonne, und so sieht man diverse braun bis schwarzgebackene Leute die Sonne anbeten. Die Häuser dem Ufer entlang eindrücklich, elegant, nicht protzig, aber deswegen sicher nicht günstig oder gar billig. Um 12:00 Uhr sind wir dann die ersten Gäste im Pho Japolo. Es schmeckt exzellent, zwei Klassen besser als in der North Vancouver Filiale. Dort draussen, so unserer Waitress, koche die Tochter der Chefin hier, leider hat sie noch einiges an Verbesserungspotenzial, dies natürlich unsere Meinung. Sehr zufrieden marschieren wir mehr oder weniger denselben Weg zurück. Es ist einfach herrlich hier in Vancouver! Cornwall/Cypress einmal mehr unsere Busstation, der erste 2er braust uns uns Wartenden grundlos vorbei, doch wenig später folgt der nächste, der uns gnädigerweise in die Innenstadt mitnimmt. Hier dann ein kleinerer Marsch rauf zur Station Georgia/Granville, Burrard ist uns zu überlaufen. Es kommt sofort ein 250er und ab geht die (Schnecken)post. Es ist 14:30 Uhr und der Verkehr einmal mehr lähmend. Quo Vadis, Vancouver? Wir verprassen unser letztes kanadisches Bargeld und kaufen einen Yellow Tail Rosé Bubbly (CAD 15.04), in ein paar Tagen gibt’s wieder etwas zu feiern: unser Camper wird bereits fünf Jahre alt. Um 17:00 Uhr kommt Timo Supply, der Bub ist gross geworden! Sind ja auch schon 25 Jahre vergangen…… Es wird viel geplaudert, der junge Mann ist mit zwei Kollegen von Halifax durch ganz Kanada gefahren, unterwegs haben sich noch einen Anhalter mitgenommen, geteilte Kosten, sind halbe, in diesem Fall viertel Kosten. Nach einer Stunde kommen auch noch seine beiden Mitstreiter, einer davon ein Berner und wir spielen zwei Runden Uno. Eine Riesengaudi! Um 19:15 Uhr lösen wir die überaus lustige Runde auf und wir lassen die drei Youngsters ziehen. Es folgt ein verspäteter Apéro und sogleich ein Abendessen. Dies nun wirklich ein schöner Abschied von Vancouver! Ingo, Timos Vater werden wir wahrscheinlich wieder in Teneriffa treffen, die Welt ist ja so klein, nur die beiden Hamburger gross(-gewachsen).

Was haben wir hier in Kanada verpasst? Vielleicht…..siehe unten (aus dem Archiv 2011):

31. Juli bis 6. August 2019 – Vancouver, B.C.

Ein kühle, angenehme Nacht, der Geräuschpegel wirklich auszuhalten. Der Himmel bereits anständig blau, wir sehen sogar den verschneiten Mount Baker (3,285m). Wir haben keine Eile, die Fahrt ist nicht sehr lang und der Grenzübertritt wohl auch keine grosse Hexerei. Um 10:00 Uhr kurven wir hoch, zuerst auf dem 5er Freeway bis fast an die Grenze, dann rechts weg auf den 543er, der nach dem Zoll dann die kanadische Nummer 15 trägt. Wir stehen in der Schlange, doch es geht relativ zackig, ein grösseres Warten wohl dann erst bei der Rückreise in die USA. Die Beamtin ist freundlich, verliert nicht viele Worte, haut zwei Stempel in unsere Pässe und wünscht uns eine gute Weiterfahrt. Nun geht’s Überland, der Verkehr dicht, die Strasse schmaler als ‘unten’. Viele Ampeln gilt es zu ‘überwinden’, synchronisiert sind sie auch hier oben nicht. Der Transcanada Highway ist erreicht, nun geht’s flott westwärts, allerdings nur über die schöne Port Mann Brücke bis Coquitlam. Hier machen wir einen längeren Einkaufsstopp bei IKEA. Meine Köchin braucht neue Pfannen, die alten sind bereits 5 Jahre in ständigem Gebrauch und sollen nun den Status Alteisen kriegen. Der Laden ist riesengoss, aber sind dies nicht alle IKEAs? Nun folgt ein verdientes Mittagessen, das gestern erworbene Roastbeef ist noch nicht alle und das Baguette heute nicht mehr so ‘gummig’, da hart geworden. Es kann weiter gehen, mitten ins Getümmel, der Verkehr extrem stark, da und dort stockt er natürlich auch. Ich sehe die lang ersehnte Ortstafel: VANCOUVER! Noch etwas Stop and Go und wir sind auf dem altbekannten Capilano RV Park. CAD 935.55 an Campinggebühr werden fällig, allerdings für 15 Tage. In CHF wären dies 735, oder CHF 49 pro Tag. Für diesen Discountpreis(!) gibt’s natürlich nur ein sehr enges Site mit 15 Amp Anschluss und Wasser, das WiFi am Site praktisch unbrauchbar, nur vorne am Pool kann man/frau damit auch ‘arbeiten’. Die Nachbarn wirklich sehr, sehr nahe, aber wir haben’s gewusst und tagsüber wollen wir ja in der Stadt sein. Trotz der Enge wird der Abend ruhig.

Das Wetter, eine unerwartete Enttäuschung! Wolken, Wolken und nochmals Wolken, es könnte bald Regen geben. Davon war, wie üblich, nicht die Rede. Trotzdem geht’s natürlich in die Stadt. Die Schlange an der Bushaltestelle lang, doch wir kommen mit. Eine zwei Zonen Fahrt kostet heuer CAD 4.20, die Preise nähern sich Schweizer Niveau. Der Verkehr über die Brücke sehr stark, noch stärker natürlich dann in der Innenstadt. Georgia/Burrard unser Stopp in der Innenstadt, von hier geht’s mit dem 2er Bus rüber nach Kitsilano. Das Wetter eher auf der kühlen und windigen Seite, aber heiss wollten wir es ja auch nicht! Kits sieht immer noch, zum Glück, gleich aus, da und dort wurde zwar ein altes Haus abgerissen und auch etwas Neues hingestellt, der erste Mieter wohl immer Starbucks (über 110 Filialen hier in Vancouver). Ich marschiere schnurstracks zu ’meinem’ griechischen Friseur, meine Haare mehr Last als Pracht. Eine Viertelstunde Warten und ich werde endlich meiner Haare entledigt. Die Dame versteht ihr ‚Scherwerk‘, ganz im Gegensatz zu den diversen Damen und auch Herren (Tucson!) südlich der Grenze bei Cost Cutters, Walmart, etc.. CAD 19 sind sehr angemessen, natürlich gibt’s noch ein Trinkgeld. Nun zurück zur Kreuzung MacDonald & Broadway. Um 12:00 Uhr haben wir uns bei Pho Japolo verabredet. Die Suppe erneut ein Renner, wirklich die beste Pho weit und breit, aus unserer bescheidenen, engen Optik zumindest. Zufrieden und um CAD 28 ärmer wandern wir den Broadway entlang Richtung Stadt. Noch immer gefällt es mir hier in Vancouver ungemein gut, wären nur die Mieten nicht so hoch. Kurz vor der Burrand Bridge warten wir dann auf den 2er Bus, der uns zurück in die Innenstadt bringen soll. Vorher ging es noch am Automobilsalon für Superreiche vorbei, alle Luxusmarken haben hier an der Burrard Street einen mehr oder weniger protzigen Show Room. Alles ist vertreten: Rolls Royce, Bentley, Lamborghini, Ferrari, Aston Martin, Jaguar und wie sie auch alle heissen mögen. Es ist sehr viel Geld vorhanden, so scheint es zumindest. Dann folgt die Ernüchterung, der Bus 250 will und will nicht kommen, in der Innenstadt geht überhaupt nichts mehr, Verkehrskollaps. Wir warten und warten, dann wird es uns zu bunt und wir weichen aus, Plan B sozusagen, auch schon letztes Jahr angewandt. Es geht runter zum Hafen, der SeaBus soll unsere Rettung sein, kostet zwar einiges mehr als der Bus, dafür geht’s vorwärts. Drüben in North Vancouver dann auf den 239 gewartet und dabei erzählt uns ein ‘Mitwarter’, auf der Lions Gate Brücke hätte es einen Unfall gegeben, alles klar. Der Bus kommt, es kann rüber nach West Vancouver gehen. Auch hier ist der Verkehr stark, aber auszuhalten, zumal wir ja im bequemen Bus sitzen können. Der Abend wird trotz Full House ruhig. Auch kühlt es schnell ab, ist die Sonne erst hinter den höhen Bäumen.

Regen  und nicht eben wenig, dies die halbe Nacht über. Um 23:00 Uhr kam gestern noch ein Nächstbar, die beiden Kinder schrien durch den halben Platz, als wären sie die einzigen Leute hier…… Der Himmel ist düster und wolkenverhangen, die Wolken hängen hier sehr tief, die Berge sind ja auch sehr nah. Die Temperatur bei 19°, damit können wir anfangs ganz gut leben. Wir nehmen uns Zeit und warten auf eine Wetterbesserung. Erstaunlich, wie sich der grosse Platz ziemlich leert nur um dann am Nachmittag und Abend wieder rappelvoll zu werden. Gegen 11:00 Uhr machen wir uns auf in die Stadt, das Busfahren heute etwas weniger anstrengend/klaustrophobisch als gestern. Der Verkehr wie gehabt: unglaublich dicht. Der Individualverkehr enorm, aber wenn diese Leute auch noch in die immer übervollen Busse müssten………Zu wenig Strassen oder zu viele Menschen. Wir steigen Ecke Georgia/Denman aus und marschieren dann letztere hoch. Diese Strasse sehr lebhaft, viele kleine Restaurants und je näher wir der Robson Street kommen desto japanisch und koreanisch werden diese. Denn geht’s auf die bekannte Robson Street, die Beizendsichte hier wirklich dicht. Anfangs wird etwas ‘gewandert’, doch bald schon sieht man/frau uns im Rice & Noodle Beizchen. Die Speisen gut, aber nicht denkwürdig, der Preis sehr moderat: CHF 20 für zwei Nasen. Nun aber heisst es die Füsse vertreten. Wir schlendern und schlendern und schlendern durch die schöne und interessante Stadt. Irgendwann haben wir genug, es geht zur Busstation und über die Lions Gate Brücke nach Hause. Der Geräuschpegel auf dem wahrscheinlich immer vollen (zumindest im Sommer) Campingplatz auszuhalten, oder haben wir uns an einen konstanten ‘Grundlärm’ gewöhnt? 300,000 Chinesen (China, Hong Kong, Taiwan) sollen in Greater Vancouver leben.

 

Der Lärm in der Nacht, na ja, das enge Zusammenleben hier hat auch seine Schattenseiten. Der Himmel ist wolkenlos, die Temperatur perfekt bei 18° und sie wird noch einiges steigen. So geht’s heute früher los, natürlich wieder in die Stadt. Es ist Samstag, der Verkehr ein ganz klein wenig weniger stark. So wird ÖV heute erstmals entspannend, der Bus nur zur Hälfte belegt, kein Drängeln und Drücken beim Einsteigen/Aussteigen. Wir fahren bis Georgia/Granville und schlendern dann zum Hafen runter, es könnte ja ein Kreuzfahrtschiff oder sogar deren zwei anwesend sein. Jawohl es sind zwei, aber jedes Jahr die gleichen: Nieuw Amsterdam (2,100 Passagiere, gilt als mittelgrosses Schiff) und die Royal Princess (dachte, diese Dame sei nach London geflüchtet?). 3,560 Passagiere haben auf der ‘Prinzessin’ Platz. Natürlich mache ich wieder eine Unmenge von Fotos, wieso weiss ich auch nicht so genau, aber die grossen Dinger sind schon imposant. Doch eine Kreuzfahrt steht nicht auf dem Programm, zumindest weiss ich nichts davon. Muss wahrscheinlich warten, bis unsere Camperzeit ‘abgelaufen’ ist. Wir haben uns übrigens getrennt, nein, nur für zwei Stunden, Treffpunkt dann unten an der Ecke Georgia/Denman. Um die Mittagszeit finden wir wieder zusammen und suchen nach einem Restaurant. Nicht ganz einfach, die Ramen-Restaurants, unser Wunsch, allesamt rappelvoll und draussen wird angestanden, als gäbe es etwas umsonst. So finden wir uns etwas unzeremoniell im ersten Stock des ziemlich verlassenen Robson Public Market wieder. Es hat drei ‘Restaurants’ zur Auswahl: zwei Koreaner und ein Japaner, wir wählen Japan. Die Speisen eher harmlos, nichts, was in die Essgeschichte eingehen würde. Doch es schmeckt und hier oben haben wir unsere Ruhe. CAD 24 sind zu bezahlen, ein fairer Preis, die Menge doch anständig gross. Es folgt der übliche Verdauungsmarsch, alles in der lebhaften Stadt, versteht sich.

 

Der Lärm in der Nacht…..erneut! Das Wetter ist perfekt, wie gestern, aber es soll heute noch eine Spur wärmer werden: 28°. Es ist eng auf dem Platz, Rotel Tours ist auch mit dabei, die WC/Duschkapazitäten nun ungenügend. Es soll nicht in die Stadt gehen, in der Innenstadt geht die Vancouver Pride Parade ab. Unsere Wanderung startet vom Campingplatz aus, hinter der Park Royal Mall vorbei runter ans Meer und dann immer diesem folgend. Das Wetter ist wirklich herrlich, richtig warm und dazu ein kühlendes Lüftchen. Wir sind nicht alleine unterwegs, sind also doch nicht alle in der Stadt an der Parade. Immer weiter geht der schöne Spaziergang, bis raus in die Horseshoe Bay recht es dann doch nicht, der Strandweg hört einfach auf. Auf dem Rückweg machen wir natürlich einen Halt in Ambleside. Restaurants und Läden aller Couleur findet man/frau hier. Ein erster Halt gilt dem persischen Lebensmittelladen, sehr interessant, was es hier alles zu kaufen gibt. Dann weiter, wir suchen ja nach dem letztjährigen Inder hier ums Eck. Doch der Inder ist Geschichte, es hat nun einen Iraner. Um so besser! Der kleine ‘Laden’ macht auf Take-Away, aber wir könnten auch draussen an den zwei, drei kleinen Tischen essen. Doch vor 13:00 Uhr geht nichts, wir müssen uns noch 45 Minuten gedulden. So schlendern wir weiter durch das lebendige, aber stark von Autoverkehr/lärm/abgasen geplagte Viertel. Hier und in North Vancouver soll es, gemäss Internet, eine grosse ‘Gemeinde’ (46,000) von Iranern haben. Die grösste von Kanada dann aber in Toronto (97,000). Über 210,000 in ganz Kanada. Endlich ist es soweit, wir sind mächtig hungrig und nochmals müssen wir eine Viertelstunde warten, alles wird frisch zubereitet, das Fleisch von AAA Qualität, wird uns versichert. Das Essen dann, Huhn- und Beefkebab mit Reis auf der extrem guten und schmackhaften Seite, das Warten hat sich gelohnt.

 

Der Lärm ist der Nacht……nein, es war keiner! Wir schlafen lange, doch um 8:00 Uhr gedenken wir trotzdem langsam aufzustehen. Das Wetter erneut perfekt, 28° und blauer Himmel sind angesagt. Wir marschieren heute durch Aussenquartiere rüber ans Lonsdale Quai in North Vancouver, etwas mehr als drei Meilen. Es ist warm, fast schon heiss, aber wir beklagen uns nicht. Unten im kalifornischen El Centro soll es gegen 50° heiss werden, im Death Valley sogar noch heisser. Auch in Tucson ist es weit über 40°, kommt der Sommer also doch noch! Leider findet sich erneut kein Beizli am Lonsdale Quay und ein doofes Frachtschiff vermiest mir meine Aussicht auf Vancouver rüber, also gibt’s kein Panorama der schönen Skyline. So geht’s nach kurzem Aufenthalt und längerem Warten auf den 239er Bus zurück Richtung Capilano. Wir steigen jedoch an der Haltestelle Marine Drive/Capilano aus und schlendern noch ein paar Meter weiter, Ziel ist es, die Aussenfiliale von Pho Japolo mit unserem Besuch zu beehren. Der Laden, wir letztes Jahr auch schon sehr gut besucht, doch die Pho hier nicht annährend so gut wie im Original draussen/drüben in Kitsilano. Leicht ‘Underwelmed’ marschieren wir dann ins nahe Park Royal Shopping Center, resp. zum dortigen BC Liquor Store. Es ist BC Day, ein Grund zu feiern, es soll ein Yellow Tail Rosé Bubbly sein, CAD 15.04 die Flasche, nicht ganz billig. Der Campingplatz könnte heute ausnahmsweise nicht übervoll werden, morgen müssen ja die meisten Leute wieder arbeiten. Fast die Hälfte der Einwohner von Greater Vancouver ist nicht in Kanada geboren. Pro Jahr kommen 35,000 Einwanderer dazu. Gelesen: die Einnahmen aus dem öffentlichen Verkehr hier decken nur gerade ein Drittel der Ausgaben, der Rest wird über die Benzin und Property Tax (quer)finanziert. Auch interessant: Kanada hat 250,000 International Mobility Workers (Arbeitsvisum für 2 Jahre), die Bezeichnung einiges nobler als ’Gastarbeiter’ in der Schweiz. Die meisten von ihnen arbeiten, wenn wundert’s, im Tiefstlohnsegment. Das grösste Kontingent stellt Indien, es folgt USA(!) und China.

 

Wieder eine ruhige Nacht. Es ist herrlichstes Sommerwetter, wohl nicht immer so hier oben. Also ab in die Stadt. Heute hat jederfrau/man Freigang. Der Bus in die Innenstadt nicht einmal voll, so macht das Reisen einiges mehr Spass, als im überfüllten und lauten Klapperbus (die meisten Fahrzeuge sind eher altersschwach…). Ich kümmere mich um das extravagant geformte Hochhaus an der Granville Brücke. Die Hochhaus nur eines unter vielen, die momentan gebaut werden. Dann geht’s weiter über die stark befahrene Brücke zum Granville Island Public Market. Ja, Publikum hat es wahrhaftig und nicht zu knapp. Hier unter der Brücke herrscht, wen verwundert’s, ein babylonisches Sprachengewirr. Aber diese Attraktion ist ja in jeden Reiseführer aller Länder erwähnt. Ich brauche/kaufe nichts, es geht zurück in die Innenstadt, diesmal auf der anderen Brückenseite. Die Aussicht hier stark durch Stromdrähte ‘verschandelt’, so gibt’s weniger Bilder der Hochhäuser. Vielleicht auch besser so, die Delete Taste wartet ja geradezu auf solche unnötigen Knipserbilder. Um 12:30 Uhr, wie verabredet, trifft frau/man sich vor dem Simply Thai Restaurant. Dieses recht gut besucht, immer ein gutes Zeichen (mit Ausnahmen allerdings…… Mamalee in Kits). Fantasielos, wie wir nun einmal sind, ordern wir ein Red und ein Green Curry, einmal mit Beef, einmal mit Chicken. Die Portionen nicht übermässig gross, aber die Qualität. Dies immer noch, trotz eines Patzers vor ein paar Jahren, die beste Thai Beiz für uns. CAD 26 ein Schnäppchen! Sehr zufrieden schlendern wir weiter, rauf zur Bushaltestelle Georgia/Burrard. Erneut fallen die zahlreichen Homeless/Bettler an der Granville Road auf. Das ganze Altersspektrum ist vertreten, doch nur eine ‘Ethnie’, unsere. Die Heimreise dann ein Genuss, der Bus nur halbvoll, der Verkehr noch zu ertragen. Noch ein Kurzeinkauf bei City Market und es geht nach Hause. Hier ist natürlich immer etwas los, doch der Lärmpegel bewegt sich im grünen Bereich, wobei bei uns leider der grüne Bereich sehr klein ist, orange und rot sind nicht weit entfernt. Das Bild unten wohl eher für eine Werbebroschüre, wir sind jeden Abend links und rechts eingeklemmt.

 

30. Juli 2019 – Bellingham, WA

Eine ruhige Nacht, die Temperatur beim Aufstehen bereits erträglich: 16° draussen, 18° drinnen, keine Heizung. 100 Meilen stehen an, Ziel Bellingham, fast schon oben in Kanada. Die Fahrt kurvig und zum Teil durch ansehnlichen Regenwald, wohnen möchten wir hier allerdings eher nicht. Wir erreichen Sedro-Woolley, hier biegen wir rechts weg auf die Strasse Nummer 9. Diese bringt uns dann auch wieder sehr kurvig über Land Richtung Sumas, doch bevor wir über die Grenze kommen, geht’s links weg Richtung Meer, resp. Bellingham. Die Strasse 542, trotz dreistelliger Nummer einiges breiter als die gehabt Nummer 9. Die Zivilisation erreich die Pampa, die ersten Shopping Mall tauchen auf, schnell auch dann der sehr geschäftige Freeway Nummer 5. Diesen benutzen wir für wenige Meilen, dann geht’s wieder weg und gleich in den grossen & schönen Fred Meyer. Viel brauchen wir nicht, aber ein feiner Z’mittag wäre schön nicht schlecht. Das Roastbeef dann exzellent, das Baguette leider eher auf der gummigen Seite, aber das butterzarte Fleisch würde sicher auch einem Hardcore Vegetarier schmecken! Nun noch günstiges Benzin zu USD 2.60 die Gallone tanken, dies dank des Fuel Points von Fred Meyer, 20 Cents Rabatt sind nicht zu verachten. Das Benzin hier oben billiger, als wir es in Erinnerung haben. Die letzte Meile zum Campingplatz, gleich ‘ennet’ dem Freeway kann angegangen werden. Fast USD 49 sind für einen Full Hook-up Stellplatz zu bezahlen, 10% mehr als letztes Jahr, aber der Chef hatte uns dies damals schon mittgeteilt. Der Preis wohlverstanden für Good Sam Mitglieder, ohne wären wir bei knapp USD 54. Aber die Konkurrenz sei minimum 10 bis 15% teurer, die ‘Rechtfertigung’ des lustigen/spassigen  Mannes. Wir beziehen ein Site gleich beim Office, so haben wir nur auf einer Seite Nachbarn. Doch bald sieht, resp. tönt die Sache ganz anders aus. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite hat es einen grossen Truck Parkplatz, USD 7 die Nacht. Und so stehen die grossen Dinger halt und lassen ununterbrochen die laute Klimaanlagen ihrer Auflieger brummen. Der Lärm ist ohrenbetäubend! Wir müssen weg von hier, unmöglich halten wir dies eine Nacht aus. Ein kurzer Spaziergang rüber zu den Trucks bringt uns dann die Bestätigung: ein indischer Trucker meint, ja, ja die Kühlaggregate müssen laufen, er selber könne ohne diesen ständigen Krach nicht leben und dies seit sechs Jahren…… 2 Sites sind doch zu haben, so steht’s an der bereits geschlossenen Office Türe, also schnappen wir uns die Nummer 45, weit weg von dieser Lärmhölle. Hier haben wir es nur mit relativ leisen RV Klimaanlagen zu tun und auch diese verstummen gegen 21:00 Uhr. Schwein gehabt!  Das Wetter übrigens sehr angenehm, etwas über 20° und ein kühles Lüftchen vom Pazifik her. Hoffentlich bleibt es so die nächsten zwei Wochen.

29. Juli 2019 – Newhalem, WA

Die Nacht war mittelwarm/kühl. Doch beim Aufstehen liebäugeln wir stark mit etwas Wärme von Furny. Gesagt, getan. Doch heute ein Bruch mit der Routine, es geht ohne Kaffee rauf zum Washington Pass, ich möchte ein Bild der imposanten Liberty Bell machen. Der Wagen verlangt für die enorme Steigung einiges an Benzin, sei ihm jedoch gegönnt. Natürlich ist das Licht nicht Top 10 Material, aber ein Foto muss halt her, diesmal mit der etwas vernachlässigten Fuji. Der Grund wir die Vernachlässigung wird mir dann ein paar Stunden später wieder klar: unscharfe Bilder! Nach der kurzen Fotosafari dann der ersehnte Kaffee und wenig später ein Morgenessen in ruhiger Natur und strahlendem Sonnenschein. Danach nochmals schnell raus zum Aussichtspunkt, diesmal ohne Fotoabsichten. Die Fahrt durch wunderschöne Berglandschaft kann weitergehen. Die Gegend erinnert etwas an den grandios phänomenalen Icefields Parkway oben in Kanada, ist aber ganz klar auf Platz zwei. Nach 6 Meilen dann der nächste Halt, der Rainy Pass mit dem immer übervollen grossen Parkplatz. Es findet sich ein Plätzchen für unser Mobil und ab geht die eine Meilen lange Wanderung durch dichten Wald zum Rainy Lake. Letztes Jahr wurde ja hier ein Bär gesehen, so sind wir heuer halt vorsichtig und schauen etwas mehr als sonst ins dichte Unterholz. Der kleine See ist erreicht, leider keine Spiegelung, dafür auch kein Bär. USD 5 wären hier übrigens fürs Parkieren abzuliefern, aber der annual Pass übernimmt diese Auslage freundlicherweise. Weniger begüterte lassen den Wagen einfach vorne am Strassenrand stehen und ersparen sich so diese ‘unverschämte’ Gebühr. Weiter geht’s durch schöne Berglandschaft, wie in der Schweiz, aber mit sehr viel bis gar keiner Zivilisation (ausser den vielen Autos, natürlich). Nächster Halt der Aussichtspunkt auf den Ross Lake, aufgestaut durch den gleichnamigen Damm. Hier wird Strom für Seattle produziert, kein Atom- oder Kohlekraftwerk, eine simple Staumauer reicht. Aber auch diese Art von Stromgewinnung ist manche Leute ein Dorn im Auge…… Dann steil runter zum von uns geschmähten Colonial Creek Campground, wir schauen uns die ‘Filiale’ auf der rechten Seite der Durchgangsstrasse an, tatsächlich hat es ein paar sehr schiefe und überaus dunkle Sites, welche noch zu haben wären, auf dem Hauptplatz ist natürlich alles bereits oder immer noch voll, so interpretieren wir zumindest die FULL Tafel am Eingang. Es geht weiter westwärts, die Strasse nun eng und kurvig, der Verkehr immer noch stark, das Landschaftserlebnis etwas weniger eindrücklich. Wir erreichen Newhalem, keine richtige Stadt, nicht einmal ein Dorf, aber es hat ein Visitor Center und etwas weiter entfernt, einen sehr grossen Campground. 117 Sites, verteilt auf drei Loops.Praktisch alle natürlich reserviert. Auf dem A Loop hat es ein freies, ebenso auf dem B Loop, wir wählen B, USD 16 werden fällig. Die Facilities gross und sauber, sogar eine Dump Station ist im Angebot. Loop C heben wir uns für einen späteren Spaziergang durch den Camping auf. Auf diesem hat es dann etliche freie Sites, aber die Umgebung sehr triste, inmitten den unzähligen Baumleichen, kein schöner Anblick, aber das Feuer war wohl nicht wählerisch. So sind wir ganz zufrieden mit unserem B29 Site, etwas dunkel, aber die Sonne ist heute stark (78° sind angesagt), Schatten können wir gut gebrauchen. Wir können uns allerdings nicht gegen die ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit wehren, aber es ist ja nur für eine Nacht, vorne am Meer ist dies hoffentlich keine Thema mehr. Vor einem Jahr war es hier in der Gegend 100°F., also bitte kein Gejammer!