20. und 21. Dezember 2018 – Vientiane, Laos

Um 6:20 Uhr stehe ich auf, draussen plärrt bereits seit längerem ein Lautsprecher durch die noch schlafende Landschaft. Doch nicht das Paradies! Aber der Krach hört auf, es ist wieder wunderbar ruhig und die Sonne kann aufgehen. Ich versuche dieses immer wieder faszinierende Ereignis fotografisch festzuhalten, gelingt nicht ganz nach Wunsch. Die kleine Kamera hat schon so ihre Tücken, die Flitterwochen mit ihr sind definitiv vorbei, nun beginnt der ‘Ehealltag’ mit all seinen Ups and Downs. Es geht an den Frühstückstisch. Erneut sehr gediegen und das Essen in einer anderen Klasse als bisher gehabt. Dieses praktisch leere Hotel ist wirklich eine Perle. Unser Guide Ting meinte, letztes Jahr sei diese Anlage ausgebucht gewesen. Erst um 9:00 Uhr geht’s los, so haben wir noch Zeit die wunderbare Ruhe und schöne Landschaft zu geniessen. USD 170 für eine Villa (na ja, die Hälfte) mit River View wären bei Booking.com zu bezahlen: in High Demand, only one Room Left! Wer’s glaubt! Unser erstes Ziel heute ein recht verfallene Tempelanlage mit Namen Wat Phou. Khmer und Hindu, die beiden Stichworte. Viel sieht man wirklich nicht, wenn man auch sanft (oder einfach langsam?) dabei ist, Teile der Ruinen zu restaurieren. Was Eindruck macht, zumindest mir, ist die umliegende Landschaft, grün, Wald und hohe Berge.

Hier wären zwei Stunden Besuchszeit eingeplant gewesen, schon gestern Abend konnten wir die Zeit um eine Stunde runterhandeln. So bleibt der Besuch des Museums ‘auf der Strecke’, kein Beinbruch für uns zwei Museumsmuffel. Wir schwitzen wieder vor uns hin, die Sonne brennt von einem blauen Himmel auf uns arme Touristen nieder. Unser Guide ist immer irgendwie im Schatten während ich irgendwie immer an der prallen Sonne stehe. Wir machen noch Halt bei zwei schönen, farbenfrohen Tempeln, keine Ruinen. Pakse ist dann schnell erreicht. Hier kurven wir noch, Zeit ist vorhanden, zu zum grossen Goldenen Buddha hoch. Auch hier ein sehr schöner Tempel und dazu eine gute Aussicht auf eben dieses Pakse. Runter geht’s mitten ins Gewühl, Lunch ist angesagt. Wir speisen wieder im selben Restaurant wie vor zwei Tagen. Diesmal schmecken uns die Speisen einiges besser, vielleicht ein halber Michelin Stern? Nun raus zum sehr nahen und überaus provinziellen Flughafen, müssen wir doch noch nach Vientiane rauf. Alles geht hier im Zeitlupentempo über die Bühne, sehr erfrischend für uns zwei gestresste Touristen. Recht pünktlich starten wir, resp. der Pilot, Fluggerät diesmal eine ATR72-500. Der Flug dauert daher einige Minuten länger, als der Hinflug mit einem Jet: 80 Minuten verglichen mit 55 Minuten. Wir werden abgeholt und sogleich ins nahe Hotel Beau Rivage chauffiert. Morgen geht es auf eine ausgedehnte Stadtrundfahrt, Abmarsch: 8:30 Uhr. Wir haben Durst, doch das Bier im Zimmer Kühlschränkchen ist unverschämt teuer: USD 2.50 für ein kleine Büchse. Drüben an den Strassenständen gibt’s die grosse Flasche für USD 1.50. Danach geht’s ans Ausruhen, nicht sehr lange jedoch, ein Nachtessen muss aufgetrieben werden, ebenso noch zwei Flaschen Wein. Den Wein finden wir ohne Probleme, das Abendessen, wir hatten erneut an gegrilltes Huhn gedacht, jedoch wird schwieriger. Keiner der diversen Hühnerbrater ist heute Abend ‘im Geschäft’. Betretene Gesichter! Die anderen Garküchen laden nicht wirklich zum Verweilen, geschweige denn zum Essen ein. Nach längerem Marschieren und Diskutieren einigen wir uns auf einen Laoten/Thai. Die Speisen eher mittelmässig, dafür nicht ganz billig, aber wir sind ja in der Hauptstadt und da darf’s schon was kosten. Heute fallen zum ersten Mal zahlreiche Bettler aller Altersstufen auf. Es geht zurück, nun durch den sehr gut besuchten Night Market, der Geräuschpegel steigt von Minute zu Minute, es könnte auch bei uns unten wieder ein eher laute Nacht geben.

Nein der Rest des Abends und die Nacht waren durchaus auszuhalten. Das Frühstück wird nebenan im ‘Pub’ serviert, wohl ebenfalls unter der Leitung des kauzigen Australiers, der das Hotel führt. Ein grössere (Männer-)gruppe aus Südkorea ist ebenfalls anwesend, die ist eigens zum Golfspielen hier runter geflogen. Das Morgenessen sehr anständig, der Kaffee gut, aber nicht all zu stark. Um 8:30 Uhr geht die längere Stadtrundfahrt los. Der neue Fahrer fährt sehr gut und sicher, der Verkehr ist mehr als nur lähmend. Mehr Pick-ups hat es auch in  den USA nicht, kaum zu glauben. Erneut erspähen wir Nobelkarossen der teuersten Art, ein Rolls Royce biegt gerade aus einer Gravel Road in die Hauptstrasse ein. Das Land scheint wirklich auf der Überholspur zu sein. Es soll ja auch kräftig ausländisches Geld hierher fliessen. Die über einen Kilometer lange Brücke rüber nach Thailand sei ein ‘Geschenk’ von Australien. In Laos wird sehr viel Gold gewonnen, da sind wohl BHP Billiton (USD 43.6 Mia. Umsatz) und Rio Tinto (USD 40 Mia Umsatz) mit von der Partie. Doch Glencore schlägt sie alle mit über USD 200,000,000,000 Umsatz! Erster Stopp, etliche Kilometer ausserhalb der Stadt mit dem unglaublichen Verkehr, ist der Buddha Park. Eher ein Religions-Disneyland, stehen hier doch über 200 Statuen dicht an dicht, ein kunterbuntes Durcheinander aus Buddhismus und Hinduismus. Es geht wieder zurück in die Stadt, 25 Kilometer, Ziel Pha That Luang. Diese eine imposante goldene Stupa, 44 Meter hoch und das bedeutendste National Monument von Laos. Wir sind sehr beeindruckt! Wieder mache ich viel zu viele Bilder, mittlerweile sind es über 5,000 seit Beginn der Asien Reise vor fünf Wochen. Aber in Kuala Lumpur werde ich hoffentlich die Zeit finden, all das Bildmaterial zu löschen/ordnen/bearbeiten. Erstaunlicherweise hat es hier praktisch keine Touristen, kann mir und der Kamera nur Recht sein. Es geht ein paar Meter weitere zum eigentlichen Tempel, ebenfalls sehr eindrücklich und etliche Bilder wert. Die jeweiligen Jahresdaten und Ereignisse sind im Internet ja einfacher abzurufen, als ich sie hier mühsam niederschreiben kann. Weiter geht die Besichtigungstour mit exzellentem Guide und ebensolchem Fahrer, nächster Halt bei der laotischen Version des Triumph Bogens. Nicht sonderlich eindrücklich, alleine die schön verzierten/bemalten Decken sind ein paar Bilder wert. Ein Monument, das die Unabhängigkeit von Frankreich feiern/zeigen soll, 1962 begonnen und bis heute noch nicht ganz fertig gestellt, kam da doch noch einer längerer (einseitiger!) Krieg dazwischen. Nun ist eine Mittagspause angesagt. Das empfohlene Restaurant Khop Chai Deu dann auf der sehr teuren (für hiesige Verhältnisse) und das Essen sehr schlecht. Recht frustriert deponieren wir unsere Kritik bei unserem Guide, aber viel ausrichten (ausser die Beiz nicht mehr zu empfehlen) kann er wohl auch nicht. Es folgen noch weitere, immer sehr eindrückliche Tempel: Wat Phra Kaew und Wat Si Saket. Eher bedrückend dann der kurze Besuch bei COPE, hier werden wir wieder an die schrecklichen Folgen des Vietnamkrieges erinnert. Wie konnte man ein Land so bombardieren, mit dem man nicht einmal im Kriegszustand war???? Die beste Ausrede: wir mussten die Ausbreitung des Kommunismus stoppen. Wer stoppt die Ausbreitung des Kapitalismus? Ende der Vorstellung für heute, es geht zurück ins Hotel. Ein sehr interessanter und schöner Tag! Ausruhen ist angesagt, danach, die Sonne ist bereits untergegangen, ein Spaziergang zum Nachtmarkt. Apérozeit! Wir versuchen unser Bierglück in einer lokalen Bar, dachte ich….hier serviert man nur kleine Flaschen des sehr guten Beerlao, aber zu überhöhtem Preis. So landen wir wieder in der gestrigen Beiz, trinken aber nur ein Bier, das Essen war ja nicht sonderlich überwältigend. 12,000 Kip für eine grosse Flache, vorher 10,000 Kip für eine kleine. Auch heute hat es keinen ‘Hühnerbrater’, hatten uns so gefreut, nochmals ein sehr gutes Chicken ‘reinzuziehen’.  So beschliessen wir, nebenan im Pub zu essen und bereuen dies dann ganz und gar nicht. die Preise sind hoch (125,000 Kip für zwei Speisen und ein Bier), doch die Qualität ebenfalls! Sehr zufrieden geht’s die paar Meter rauf in unser Zimmer. Morgen geht die Fahrt bereits um 6:30 Uhr los, allerdings nur zum Flughafen, wir werden nach Kuala Lumpur runter fliegen.

19. Dezember 2018 – Champasak, Laos

Leider wieder eine laute Nacht, der Laote und die Laotin wohl auch, hat es eben gerne laut und lange laut. Der Sonnenaufgang mittelprächtig, aber zumindest bin ich dabei. Momentan ist es auch noch schön ruhig, also geniesse ich es. Es folgt ein Frühstück draussen hart am Mekong, sehr idyllisch, das Essen nicht schlecht, wenn auch die Auswahl nicht sonderlich gross ist. Um 8:30 Uhr geht es auf ein Boot in eher zweifelhaftem Zustand, zur Beruhigung werden uns Schwimmwesten gereicht, nur für alle Fälle….. So schippern wir gemächlich auf dem Mekong zwischen unzähligen Inseln, eben den bekannten 4000 Islands, zu einem andern Dorf. Unterwegs treffen wir auf sehr viele touristische Infrastruktur der Backpacker Art, so hängen dann auch diverse Auststeiger*innen lässig in ihren Hängematten vor ihrer ‘Behausung’.

Wir sind am Ziel und auf der Insel Don Khone. Hier nun setzten wir uns auf ein altersschwaches, doch gut funktionierendes Fahrrad und pedalen durch das lebhafte Dorf zu den Liphi Wasserfällen. Nicht überaus sehenswert, die Fälle eher Kaskaden und auch die Ziplines über dem Fluss machen die Sache nicht sehenswerter. Doch Adrenalin bringt Geld, aber auch hier herrscht kein Grossandrang, niemand hängt an der Leine. Obwohl dieses Jahr das ‘Visit Laos Year’ ist, kämen nicht sehr viele Touristen ins Land, letztes Jahr hätte es viel mehr gehabt. Doch auch in 2017 hatte man einen Besucherrückgang von 10% vermeldet. Weiter geht’s, wir schwingen uns erneut auf unsere Drahtesel und holpern auf katastrophaler Strasse durch dichten Wald, fast noch Primärurwald. Unsere Hinterteile sind sich solche Torturen nicht gewohnt und auch brennt die Sonne, einmal aus dem Wald draussen, unbarmherzig auf uns herab. Nach vier sehr anstrengenden und holprigen Kilometern sind wir am Ziel. Hier geht es erneut auf ein Boot, wollen wir hier doch mit etwas Glück Delphine mitten im Mekong beobachten. Auch auf dem Boot ist es enorm heiss, der Fahrtenwind mag bei dem gemächlichen Tempo nicht gross zu kühlen. Tatsächlich bekommen wir in einiger Entfernung drei Delphine kurz zu Gesicht, doch diese Tiere springen nicht aus dem Wasser sondern zeigen nur kurz einen Teil ihres Rückens und tauchen wieder ab, die ganze Population hier besteht denn auch aus eben diesen drei, das wär’s. Zurück geht die Fahrt, unsere Velos warten auf uns! Die Tortur ist nun noch grösser, wir haben Hunger und bereits einen halben Sonnenstich, dieser wird dann fast zu einem veritablen Sonnenstich, unser Köpfe hochrot unsere Hintern arg ‘gebeutelt’. Endlich sind wir zurück im Dorf und stürzen ins nächst beste Restaurant, es muss ein Beerlao her und zwar schnell! Auch etwas Essbares wäre angebracht, doch dies dauert seine Zeit, die Küche nicht eben gross, aber wird sind die einzigen Gäste….. Nach einer halben Stunde sind unsere Köpfe wieder normal rot, nicht mehr glühend. Es geht weiter, nun ohne Velo, runter an den Mekong und rauf aufs Boot. Neues Ziel: die Khonephapheng Wasserfälle. Die Angaben über diese Sehenswürdigkeit sind verschieden, ich lese da von den grössten Wasserfällen der Welt, an einem anderen Ort dann die grössten Kaskaden von Südostasien. Letztere Aussage kann ich glauben, von Fall kann nicht die Rede sein, eher von diversen Kaskaden. Doch dies Sache ist auch ohne touristische Superlativanpreisungen sehr eindrücklich! 21 Meter ist der höchste der diversen Fälle. Wir müssen weiter, der Weg ist noch lang und die Sonne steht nicht mehr sehr hoch am Himmel. So fährt unser sonst eher zurückhaltender Fahrer einen ganzen Zacken schneller, doch die Strasse ist sehr gut ausgebaut, der Verkehr, ausser den zahlreichen Kühen, nicht sehr stark. Ende der rasanten Fahrt dann erneut unten am Mekong, das dritte Boot für heute wartet auf uns. Die Fahrt ist kurz, leider ist es schon recht dunkel, die Gegend sehr ansprechend: der träge Fluss, am Horizont markante Hügel/Berge und relative Ruhe. The River Resort nennt sich unsere heutige Bleibe. Hier ist das arg strapazierte und missbrauchte Wort Resort wirklich angebracht. Die Anlage sehr gediegen, die einzelnen Villen anständig weit von der nächsten entfernt, man/frau fühlt sich wohl. Wir sind sehr müde! Nach etwas Ausruhen geht’s dann ab ins Restaurant, zuerst ein wohlverdientes BeerLao, danach erstaunlich gutes Essen, teuer zwar, aber wirklich sehr, sehr schmackhaft. Habe ich die Ruhe hier draussen schon erwähnt? Hier könnten wir es ein paar Tage aushalten!

18. Dezember 2018 – Khong Island, Laos

Ja, die Nacht war ruhig, doch das Einschlafen fiel mir schwer, mein Magen ist noch nicht ‘Back to Normal’. Beim Aufstehen ist es kühl, aber nicht kalt und der Himmel strahlend blau. Mal schauen, was das Frühstück für uns bereithält. Heute ausnahmsweise keine Nudelsuppe sondern Rührei und Baguette, nicht schlecht, dann noch ein paar Früchte und für mich nochmals einen sehr guten und extrem starken Kaffee. Die Reise über das Plateau kann weitergehen, 120 Kilometer bis nach Pakse runter, hier rauf (Counterclockwise) waren es gestern deren 90. Die Gegend immer sehr ansprechend, Kaffee dominiert lange Zeit über. Auch hier oben ging ein unglaublicher amerikanischer Bombenregen nieder, aber lassen wir dieses ganz, ganz schlimme Thema. Wir halten bei einigen Minoritätendörfern (49 in ganz Laos) und schauen dem eher armen bis sehr armen Treiben zu. Fotos sollte man bitte keine machen, wird uns höflich mitgeteilt. Die ‘normalen’ Dörfer dann wieder wie gehabt, eine paar schlichte Häuser wechseln ab mit sehr stattlichen Anwesen, auch hier prosperiert es. Nicht alle scheinen es ‘zu schaffen’ doch die Prosperität scheint mehr als nur ein oder zwei Familien zu ‘beglücken’. Es werden auch noch zwei Wasserfälle besucht, nicht wirklich spektakulär, wir sind etwas verwöhnt, aber Bewegung tut allemal gut.

Dann nochmals ein Dorf, dieses auch wieder sehr, sehr ärmlich, doch die Leute machen einen (nach aussen?) zufriedenen Eindruck. Nun sind wir wieder unter auf Mekong-Höhe und die Wärme hat uns wieder, es ist gut auszuhalten, weht doch ein forsches Lüftchen. Lunch heute in einem ‘besseren’ Restaurant wo auch Falangs mit empfindlichem Magen  essen können. Die Speisen recht, erneut nichts, was einen Michelin Stern verdienen würde. So, noch ein kurzer Stopp und einem der vielen Supermärkte hier, wir wollen noch zwei Flaschen Wein kaufen. Man/frau steht mit offenem Mund vor der Riesenauswahl, Tropfen für weit über CHF 100 liegen nonchalant in den Regalen. Erstaunlich viele teure Tropfen aus Südafrika warten auf potente Käufer. Weine in unserer Preisklasse sind schon sehr rar hier. Chile kommt zu unserer Rettung: 95,000 Kip (knappe CHF 11) sind zu verkraften. Weiter geht die nun etwas rasantere Fahrt auf sehr gut ausgebauter Strasse südwärts Richtung kambodschanische Grenze. Hier wird kein Hochgeschwindigkeitszug gebaut und somit ist die Strasse noch in sehr guter Verfassung, Lastwagen hat es trotzdem, Trucks aus Thailand laden hier getrocknetes Tapioca (Cassava), dieses wird dann ‘drüben’ zu Ethanol verarbeitet. Die Landschaft flach und grün und nicht sehr dicht besiedelt. Es ist warm/heiss geworden, aber wir beklagen uns nicht. Unser Ziel ist erreicht, die Khong Insel im Mekong, im Grenzgebiet zu Kambodscha. Bis vor kurzem musste man mit der Fähre rüber, doch die Chinesen haben den Laoten ein imposante Brücke ‘gespendet’, wie unser Guide erzählt. Nothing is for Free! Unser Hotel ‚Pon Arena‘ dann sehr schön und direkt am Ufer gelegen. Das Zimmer gross, die Umgebung nicht sehr laut, bis jetzt zumindest. Ausruhen ist angesagt. Um 18:00 Uhr dann eine Flasche Bier unten am Fluss, ganz romantisch und es ist immer noch ruhig. Wir spazieren nun etwas dem Uferweg entlang, dies tun diverse andere Leute und vor allem Tiere auch. Kleine Kuhherden wandern zwischen den zahlreichen vorhandenen Wohnhäuser und Restaurants herum, Hunde sowieso, aber auch Hühner, Enten und die allgegenwärtigen Katzen. Um 19:00 Uhr dann ein Abendessen, wieder draussen auf der Terrasse am Flussufer. Dies Speisen eher harmlos, aber nicht vom Preis her: 115,000 Kip für zwei Gerichte und eine Flasche Bier. Den üblichen Verdauungspaziergang  lassen wir ausfallen, es ist stockdunkel und so manches Obstakel lauert auf der recht schmutzigen Strasse auf den unbedachten Wanderer/Touristen. Ein recht abwechslungsreicher und interessanter Tag findet sein Ende bei einer Flasche Rotwein aus Chile.

17. Dezember 2018 – Bolaven Plateau, Laos

Früh schon geht der Wecker: 5:20 Uhr. Um 6:00 Uhr werden wir pünktlich abgeholt und werden durch die noch leeren Strassen der Hauptstadt zum Flughafen gebracht. Eine Fahrt von nur wenigen Minuten, fast zu Fuss machbar. Der Flughafen ziemlich neu und ohne grosse Hektik. Eingecheckt ist schnell, dann die übliche Warterei, wir hätten auch eine halbe Stunde später aufstehen können, aber man will wohl auf der sicheren Seite sein. Mit nur wenig Verspätung beginnt das gesittete Einsteigen in den Airbus A320 der Lao Airlines. Die Maschine nicht die neueste, dafür ist der Flug nur gerade 55 Minuten lang. 11 Maschinen hat die Fluggesellschaft, vier A320, der Rest ATR 72. Geflogen wird bis nach Südkorea, China sowieso und man will bald auch Japan ‘bedienen’. Der Flug mehrheitlich ruhig, doch einmal rüttelt es ordentlich, die Flügel bleiben dran…. Das Aussteigen in Pakse dauert eher lange, ist doch vorne in der Business Clas das Erziehungsministerium mitgeflogen und wird nun VIP mässig mit schwarzen Limousinen abgeholt. Wir werden erwartet, ohne schwarze Limousine, ein Hyundai Minivan tut’s für uns auch. Wir lassen uns in einem für mich sehr erträglichen Tempo durch die 120,000 Einwohner zählende Stadt chauffieren. Auch hier herrscht Aufbruchstimmung, überall wird gebaut und da und dort sieht man grosse Konsumtempel in den blauen Himmel ragen, die buddhistischen Tempel sind wohl auf den zweiten Platz verwiesen worden. Die sehr gut ausgebaute und enorm breite Strasse führt unmerklich auf das Bolaven Plateau hoch. Ein erster Stopp gilt den Tan Fane Wasserfällen. Diese stürzen inmitten von Dschungel 120 Meter in die Tiefe, die Wassermassen der beiden Fälle jedoch etwas gering, aber momentan ist ja Trockenzeit. Im Dezember soll es lediglich 2.8 mm Regen geben, im August hingegen 524 mm (Wikipedia). Ein nächster Stopp bei einer der zahlreichen Kaffeeplantagen (von den Franzosen seinerzeit eingeführt), ein Kaffee muss schon sein, in der Früh hatten wir aus Zeitmangel ja keinen. Der Kaffee schmeckt ausgezeichnet, die Maschine kommt aus Italien und die Sache ist verhältnismässig teuer: 2 ‘Kafi’ für 30,000 Kip, für diesen Preis kann man sonst ‘richtig essen’. Immer höher geht die Fahrt, das Klima nun sehr angenehm, warm und nicht so schwül. Ein Mittagessen ist fällig. Dieses nehmen wir in einem der zahlreichen Minirestaurants entlang der Strasse ein. Pho gibt’s hier, die Nudelsuppe schmeckt gut, die darin schwimmenden Hühnerteile lasse ich lieber weg. 70,000 Kip für drei Personen inkl. Bier, hier stimmt das Preis- Leistungsverhältnis wieder. Wir fahren noch 40 Minuten weiter rauf auf das Kaffee-Hochland, überall wächst Kaffee, aber auch Tee soll hier gedeihen. Wir erreichen das Sanouk Coffee Resort, unsere Bleibe für heute. Wie der Name vermuten lässt, sind wir hier umgeben von Kaffeebäumen/sträuchern. Wir beziehen ein kleines, aber schön eingerichtetes, sauberes Zimmer. Unser Lunchexperiment zeigt nun unangenehme Folgen, unser Mägen haben trotz längerer Angewöhnungszeit Mühe mit der Nudelsuppe. Danach legen wir uns für eine Stunde hin, war doch die Tagwache etwas früh. Am späteren Nachmittag ist der Himmel völlig bedeckt und es sieht arg nach Regen aus, ist jedoch gemäss Klimatabelle gar nicht möglich, ha ha ha. Wir spazieren durch die leider eher heruntergekommene Anlage, entdecken aber nichts Interessantes oder Aussergewöhnliches. Bis jetzt ist es relativ ruhig, können wir nach vier(!) lauten Abenden/Nächsten auch wirklich gebrauchen. Das Abendessen dann keine wirkliche Offenbarung, aber es macht satt. Die Preise eher gehoben, die Leistung eher nicht. Es kühlt schön ab, es könnte eine angenehme Nacht werden.

Schade oder Schande, keine Bilder!

Gründe:

1) Einfach nicht fotogen genug

2) Meine Ansprüche zu hoch

3) Mangelnde Motivation meinerseits

16. Dezember 2018 – Vientiane, Laos

Der Rest der Nacht war dann auszuhalten, beileibe nicht ruhig, versteht sich. Das Wetter ist gut, ich stehe um 6:30 Uhr auf und stolpere runter auf die Terrasse. Der Fluss ist noch ‘unbefahren’, doch eine Spiegelung der Karstfelsen lieft nicht drin, dafür ist die Fliessgeschwindigkeit zu gross. Doch die markanten Felsen werden sanft angestrahlt und ich komme zu ein paar Bildern. Die Temperatur übrigens höchst angenehm und so wird das Morgenessen dann draussen eingenommen. Heute habe ich einen Rückfall in meine alten Essgewohnheiten, ich labe mich an gutem Müesli, die Milch ist ebenfalls OK, der Früchte sind da viele und schmackhaft kommen sie auch daher. Das Morgenessen in diesem Hotel kann sich sehen lassen….nicht vielleicht der Kaffee, der ist etwas dünn. Wir sind froh, diesen Ort des Wahnsinns verlassen zu können. Unser beiden Mitreisenden mussten mangels Unterkunftsmöglichkeiten in einem Zelt schlafen, CHF 12 die (laute) Nacht. Die sehr mühsame Fahrt nach Vientiane kann losgehen. Die Strasse verstopft und in einem noch himmeltraurigeren Zustand als bisher gehabt, der Lastwagenverkehr brutal stark, es ist Sonntag. Doch das Projekt Hochgeschwindigkeitszug durch den Dschungel kann nicht warten. Hier werkelt man noch gleichzeitig an einer Autobahn von Vientiane rauf nach Luang Prabang, ob das die Chinesen auch unter Vertrag haben, weiss ich nicht. Wer hier Zement verkaufen kann ist in kürzester Zeit reich wie Krösus. Auch heute sehen wir in den durchfahrenen Dörfern, Städtchen auffallend viele neue, sehr schöne Häuser, es ist Geld im Land, woher nur oder womit erwirtschaftet? Wir machen einen kurzen Stopp bei einem grossen Markt, auch hier gibt’s wieder alles zu kaufen: ‘Heugümper’ kiloweise und eben auch wieder Ratten, sogar Zibetkatze (Civet) soll verkauft, resp. dann auch verspiesen werden.

Wir kaufen nix! Weiter geht die sehr holperige Fahrt, die 40 Tönner der Chinesen/Vietnamesen setzen der Strasse arg zu und dann kommen noch die Schäden des vergangenen sehr ergiebigen Monsuns dazu. In einem der zahlreichen Dörfer biegen wir plötzlich links weg und nehmen eine Nebenstrasse runter in die Hauptstadt, dabei steht doch im Reiseführer, dass diese Strassen meist sehr schlecht seien, nur gerade die Hauptstrassen wären OK. Das Gegenteil ist der Fall! Die Strasse sehr gut ausgebaut, keine Schlaglöcher und kaum Verkehr, dazu schönste Landschaft um uns herum. Unterwegs sehen wir uns noch den grössten Stausees des Landes an, die 70 Meter hohe Staumauer von den Japanern gebaut. Der Nam Ngum Fluss wird aufgestaut und bildet so, wär hätt’s nicht vermutet, den Nam Ngum Stausee, immerhin 370 km2 gross. Der Strom wird grössenteil über die Grenze nach Thailand verkauft. Weiter geht die schöne, immer rasante Fahrt Richtung Hauptstadt. Diese ist auch bald erreicht, wir haben Hunger, bleiben aber im Stau der 1.2 Millionen Metropole stecken. Der Verkehr ist lähmend, aber es ist Sonntag und Thailand nur eine Brücke über den Mekong entfernt. Endlich sind wir am Ziel, es ist 13:30 Uhr, ein Food Court im 3. Stock eines Einkaufzentrums soll unseren Hunger stillen. Etwas ‘rustikal’ hier oben, müssen wir eingestehen. Man/frau löst am Eingang ein paar Coupons, mit diesen wird an den diversen Essständen bezahlt, was nicht gebraucht wird geht zurück und man kriegt wieder richtiges Geld zurück. Die Sache schmeckt und ist günstig, kein Lobgesang ist hier anzustimmen. Weiter geht die Fahrt durchs hektische Vientiane. Was nun hier alles auf der Strasse rumfährt oder in Schauräumen protzig ausgestellt ist, ist nicht zu glauben: Lamborghini, Ferrari, Bentley, Rolls Royce. Es hat auch normale Autos wie grosse Mercedes oder BMWs, diese wohl eher für die Mittelschicht gedacht. Erneut frage ich mich, woher all dies Geld im ärmsten, wohlverstanden kommunistischen, Land Südostasiens wohl kommen mag! Es geht ins Hotel Beau Rivage, der Name klingt nach sehr viel mehr, es handelt sich hier um ein recht kleines Etablissement an der Uferpromenade, allerdings ist der Mekong sehr weit weg, ist ja auch Trockenzeit. Doch das Hotel ist wohl so eine Art Boutique Hotel, die Zimmer klein, aber sehr schön eingerichtet, nur die Klimaanlage hat ihre liebe Mühe, den Raum runter zu kühlen. Es ist momentan noch ruhig hier in der Umgebung, dies wird sich sehr zu unserem Leidwesen jedoch ändern, der Night Market und diverse Restaurants sind in Hörweite angesiedelt. Ersterem statten wir kurz nach Sonnenuntergang einen Besuch ab. Vorher jedoch noch ein Bier nebenan gezwappt und schwupps sind stolze 17,000 Kip weg. Die Speisekarte kann mit noch viel höheren Preisen prahlen, hier zu essen….wohl eher nicht. Der Markt dann recht interessant, Food Stalls hat es unzählige und da und dort sehen auch die Speisen sehr lecker aus, doch können wir dies unseren Mägen zumuten? Jawohl, wir können. Wir bestellen ein frisch gegrilltes ganzes Huhn, dazu Klebreis, der ganze Spass bringt uns um 40,000 Kip, eine sehr gute Wahl. Zufrieden marschieren wir durch den immer lauter werdenden Night Market. Morgen soll’s früh losgehen, wir müssen nach Pakse runter fliegen, die Maschine geht um 7:50 Uhr.

15. Dezember 2018 – Vang Vieng, Laos

Der Schlaf kam dann doch….. Das Wetter ist immer noch miserabel und die Temperatur wollen wir gar nicht erwähnen. Wir sind die einzigen Gäste im Frühstücksraum, daher gibt es auch praktisch nichts zu Essen. Wir erbetteln uns ein Rührei und bestellen noch zwei Nudelsuppen. Doch die beiden Süppchen kommen und kommen nicht, gestern wurde uns dies innert einer Minute vor Ort erledigt/zubereitet. Dann kommen aber zwei Riesenschalen mit Nudelsuppe, würde wohl für eine kleinere Reisegruppe reichen. Nicht einmal die Hälfte können wir vertilgen, aber sie schmeckt sehr gut. OK, Abmarsch, wieder sind etliche und wohl auch äussert kurvige Kilometer abzuspulen. Es geht drei Stunden lang zurück in die Berge nach Phou Khoun, hier hatten wir gestern Lunchpause gemacht. Die Strasse nicht sehr gut, nein: miserabel. Der Lastwagenverkehr hält sich noch in Grenzen. Dies ändert sich aber, nun fahren wir auf der Strasse Nummer 13 südwärts, der Verkehr und der Strassenzustand nun wieder himmeltraurig bis katastrophal! Was sich leider nicht ändert ist das flotte, sehr flotte Tempo unsers Fahrers. Leider findet in Vang Vieng, unserem heutigen Ziel, das ‘bekannte’ Vang Vieng Music Fest statt, dies erklärt das unglaublich Verkehrsaufkommen. So viele neue und teure Autos, SUVs und Pick-ups habe ich noch nie gesehen. Dies das ärmste Land in Südostasien! Am späteren Nachmittag erreichen wir den Hexenkessel, lauteste Musik dröhnt von überall her auf uns ein, der Verkehr ist nun zum Stehen gekommen. Eine letzte touristische Unternehmung heute: Tham Jang Cave. Etwas ausserhalb von ‘Sodom und Gomorrha’ gelegen, doch viele Leute hat es auch hier. Wir erklimmen die über 100 Stufen rauf in eine Tropfsteinhöhle, endlich etwas Bewegung. Die Temperatur wieder im sehr angenehme Bereich, fast schon heiss, aber wir beklagen uns nicht. Nach einer Viertelstunde ist Schluss mit Sightseeing und ‘Treppenklettern’, es geht zurück in die Stadt und zu unserem Hotel, welcher praktischerweise mitten im Getümmel liegt. Na dann mal Prost! Elephant Crossing nennt sich das schon etwas in die Jahre gekommene Hotel, die Zimmer klein, aber sauber, der Blick raus auf den Nam Song Fluss und die dahinter aufragenden Karstfelsen. Die Szenerie umwerfend schön, ebenso das Getöse einer riesigen Lautsprecherbox auf einem Pick-up montiert. Diese Leute drüben am anderen Flussufer feiern wohl eine sehr laute Privatparty, kaum zu glauben. Ich drehe fast durch, ich halte solch einen Krach, vor allem die extrem tiefen Töne nicht aus. Ohropax? Denkste, nützen wenig bis gar nicht. Bald machen wir uns auf in die Innenstadt, Essen steht auf dem Programm. Oben an der Hauptstrasse ist es dann ‘normal’ laut, richtig angenehm. Die Strasse zu überqueren dann schon ein grösseres Problem, doch die Wagenkolonen fahren im Schritttempo und so können wir uns irgendwie durch diese ‘quetschen’. Die Auswahl an Restaurants gross und unüberschaubar, doch wir sind müde, gereizt und haben Hunger, so entern wir ein Etablissement, welches einen einigermassen sauberen Eindruck macht. Die Preise nicht tief, der Service schleppend und auf das Essen warten wir sehr lange. Dafür ist die Qualität unterdurchschnittlich, aber man/frau kann nicht Supermusik und Superessen gleichzeitig haben. Leider geht es zurück ans Ufer, die Party ist immer noch in vollem Gange, vom eigentlichen Musik Fest hören wir gar nichts. Nach 22:00 Uhr ist wohl die Autobatterie leer, der Geräuschpegel sinkt auf akzeptables zu erwartendes Niveau. Hier ist schliesslich die Abenteuer Hauptstadt von Laos, alles mögliche wird hier angeboten, hauptsächlich Flussfahrten, dies für die ältere Generation, die Jungen üben sich im Kajakfahren, Gleitschirmfliegen, Ultraleichtfliegen oder Ballonfahren. Auf dem nicht sehr breiten Fluss vor unser Balkontüre herrscht ein Gedränge wie am Zürcher Rosengarten morgens um 7:00 Uhr! Das frühere Drogenproblem will man offiziell in der Griff bekommen haben, wird uns versichert, so torkeln nur noch leichtbekleidete Touristinnen mit einer grossen Flasche Bier am Mund durch die Strassen….. Diesen Ort, so schön er landschaftlich ist (oder wohl war), kann ich getrost wieder vergessen, wenn das Dröhnen in meinem Trommelfell endlich abgeklungen ist. Ende der Durchsage, wir versuchen zu schlafen.

13. und 14. Dezember 2018 – Phonsavan, Laos

Es hat nicht geregnet, aber in der Früh ist immer noch alles düster und der Himmel mit schweren Wolken verhangen. Es geht rüber an den Frühstückstisch. Die Auswahl immer dieselbe in den vier Tagen, aber schmackhaft allemal. Um 8:30 Uhr sind wir startklar, die Reise südwärts und in die Höhe kann losgehen. Der Verkehr in der Stadt wie gehabt sehr zähflüssig. In den  weitläufigen Vororten werden immer mehr grössere Hotels gebaut, meist, ich ich erfahren habe, von Chinesen. Die Touristen aus dem Reich der Mitte wohnen denn auch in diesen Hotels, die Touranbieter sind auch chinesisch und natürlich die besuchten Restaurants auch. So bleibt, ausser etwaigen Steuern dieser Hotels, nicht viel Geld im Land. Es geht, nicht anders zu erwarten, rasant rauf in die immergrüne Wildnis. Die Temperatur eher im untersten erwarteten Bereich. Immer rauf geht die Fahrt, der Lastwagenverkehr ist enorm, die Strasse meist in einem himmeltraurigen Zustand. Dies den (chinesischen) Grosslastwagen zu verdanken. Unaufhörlich bringen diese neues Material, ob aus der Umgebung oder von jenseits der Grenze weiss ich nicht. Oben, mitten in der grünen Einsamkeit, bekommen wir einen Eisenbahntunnel zu Gesicht. Gestern hatten wir ja eine im Bau befindliche Eisenbahnbrücke über den Mekong gesehen. Beide Teile winzige Puzzlesteine im Mammutprojekt Kunming mit Singapur zu verbinden. Die Strecke 3,900 Kilometer lang und es soll auch noch ein Hochgeschwindigkeits Zug sein, 2021 oder 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kurven und Lastwagen wollen nicht enden, dazu kommt noch der Ehrgeiz unseres Fahrers in die Top 10 der besten Rennfahrer vorzustossen. Immer noch hängen die Wolken tief, aber wir nähern uns diesen in ein forschen Tempo und plötzlich sind wir mitten in dichtem Nebel. Langsamer wird der Fahrer wegen so einer Lappalie nicht. Die Landschaft bleibt immer gleich, grüne Hügel, tiefe Wolken und dann und wann ein Dorf, hier oben meist eher ärmlich. Phou Khoun unser Städtchen für den Lunchstopp, nicht sehr eindrücklich, eine Kreuzung, hier kommen zwei wichtige Fernstrassen zusammen. Das Restaurant dann minimalistisch, wirklich nicht für Touristen gedacht. Doch die laotische Pho schmeckt ausgezeichnet und kosten tut’s auch noch wenig: 60,000 Kip für 4 Leute, allerdings ohne Bier, es ist zu kalt dafür. Die rasante Fahrt, nun über einiges besseren Strassenbelag, kann weitergehen. Es hat weit weniger Lastwagenverkehr, weil kein Zubringer zu Brücken- und Tunnelarbeiten für den High Speed Zug. Die Landschaft bleibt anfangs gleich, dann aber wird die Gegend kahler (abgeholzt?), die üppige Vegetation weicht Kiefernwäldchen. Es hat nun mehr Zivilisation und zum Teil ganz anständige Häuser, hier wird irgendwie recht Geld verdient, womit weiss ich leider nicht. Unsere heutige Endstation Phonsavan ist erreicht, eine Stadt mit 37,000 Einwohnern auf 1,070 Metern über Meer, dies spüren wir auch: es ist sehr kalt. Das Hotel einen Kilometer ausserhalb erhöht an einem Berghang angelegt. Schon etwas in die Jahre gekommen, doch unser Zimmer ist eine regelrechte Wohnung. Eine Stube mit sehr schlecht funktionierendem Cheminée, ein grosses Schlafzimmer und eine Art Miniküche mit grossem Kühlschrank und Garderobe. Doch leider ist die Loge schweinekalt und mit dem Cheminée ist nicht viel, der Kamin lässt den stinkenden Rauch nicht abziehen und so erstickt das Feuer jeweils bereits nach wenigen Minuten. Zu diesem Übel gesellt sich noch ohrenbetäubender Lärm einer Veranstaltung in nächster Nähe, doch heute sei der letzte Abend, wird uns versichert. Wir frieren und frieren, ausgerechnet im heissen Laos! Das Essen hier im Hotel sei ungeniessbar meint unser Guide und auch diverse, nein alle Bemerkungen für dieses Etablissement im Trip Adviser. Um 18:30 Uhr holt er uns ab und wir fahren kurz runter in die Stadt. Das Restaurant wohl eher für Touristen gedacht, doch die Speisen kommen sehr anständig und vor allem heiss auf den Tisch. Unsere Körpertemperatur steigt wieder in normale Höhen. Dann noch auf ein Bier in eine ‘lokale Kneipe’ mit Guide und Fahrer. Ganz lustig, vor allem als ich Fried Buffalo Lung probieren muss, nicht nach jedermanns doch –fraus Geschmack!  Es geht rauf ins immer noch laute Hotel. Unser Guide erbittet sich für uns noch einen Heizstrahler aus, hilft nicht viel, wir müssen fast auf das kleine Ding sitzen um nicht zu erfrieren, aber eben besser als gleich zu Eis zu erstarren. Tiefsttemperatur heute: 9°! Erst um 23:00 Uhr ist Schluss mit dem Riesenkrach, doch morgen dürfte es im selben Stil weitergehen, das zehntägige Neujahresfest der Hmong ist erst morgen, wahrscheinlich um Mitternacht, zu Ende.

Die Nacht war recht kalt, doch die Zusatzdecken haben uns vor dem Erfrierungstod bewahrt. Das Wetter scheint eine Spur besser zu sein, ein wenig Himmelblau ist auszumachen. Es geht ans Frühstück, eine Dusche können wir uns verkneifen, ist es doch im Zimmer und Bad sch….kalt. Das Morgenessen dann sehr bescheiden, geradezu spartanisch. So schlürfen wir eine heisse Nudelsuppe, es folgt ein starker aber leider lauwarmer Kaffee. Es hat jedoch auch Früchte und so verdrücken wir halt eine grössere Menge von diesen, das Baguette dagegen praktisch ungeniessbar. Das Wetter ist nun tatsächlich besser, viel Sonne, grössere blaue Abschnitte am Himmel, aber die Temperatur und der kalte Wind holen uns auf den Boden der Realität zurück. Um 8:30 Uhr geht es pünktlich los, Hotelgäste hat es übrigens nicht sehr viel hier oben. Erster Stopp unten in der quirligen Stadt gilt dem Markt. Was hier alles verkauft und wahrscheinlich dann auch gegessen wird ist unglaublich. Spitzenreiter wohl eine Kiste mit gebratenen/getrockneten Ratten, ein Foto muss her, doch die Verkäuferin sieht dies gar nicht gern und deckt die Delikatesse schnell mit Zeitungen zu. Trotzdem sehr eindrücklich hier. Weiter geht unsere Reise in die Ebene der Tonkrüge. Dabei sind die grossen Krüge beileibe nicht aus Ton sondern aus hartem Sandstein, den es in der näheren und weiteren Umgebung gar nicht gibt. Eine ziemlich mysteriöse Sache, dazu passt das nun wieder düstere Wetter mit tiefhängenden Wolken und tiefer Temperatur. Über 300 dieser Riesenkrüge in allen Stadien des Zerfalls liegen hier am Site 1 in einer Grasebene. Als makabere Zugabe gibt es noch etliche Bombenkrater aus der Vietnamkriegszeit. Zweieinhalb Millionen Tonnen Bomben sollen über Laos abgeworfen worden sein, unvorstellbar und schrecklich!! Deutschland und Japan hatten während des ganzen zweiten Weltkriegs weniger ‘abgekriegt’. Wir fahren weiter zum Site 2, einige Kilometer entfernt, hier hat es keine Besucher und es scheint auch die Sonne und mit der Temperatur geht’s aufwärts. Auch hier wieder die Riesensteingefässe und Bombenkrater. Hier sollen immer noch unzählige Blindgänger herumliegen, einfach so durch die Gegend latschen ist überhaupt nicht zu empfehlen. Die MAG (Mines Advisory Group) hat allein letzten Monat über 2,000 Blindgänger aufgespürt und entschärft. So, nun fahren wir noch raus zu Site 3, dieses erfordert dann einen längeren Fussmarsch durch trockene Reisfelder, vorbei an Kühen und Wasserbüffeln. Wir haben genug Krüge gesehen, die Fahrt geht nun ins 32 km entfernte Muang Khoun. Die dichten Wolken sind in kürzester Zeit wieder über unseren Köpfen und die Temperatur erneut im Keller. Lunch gibt’s in einer winzigen Beiz, erneut laotische Pho, schmeckt sehr gut. Danach ein Verdauungsspaziergang zu zwei etwas zerfallenen Stupas in der näheren Umgebung. Danach geht es zurück nach Phonsaven, in der nicht sehr viel Charme ausstrahlenden Stadt fahren wir noch kurz zu einem Aussichtspunkt hoch, natürlich, wie fast alles hier, kostenpflichtig. Die Aussicht auf die Umgebung eindrücklich, das Wetter endlich besser und wärmer. Nun ein kurzer Besuch beim erwähnten MAG, das Büro eher nüchtern und die Informationen, Berichte ziemlich erschütternd. An einer Pin Wand hängen, wohl von Touristen angehängt, Bemerkungen wie: ‚America Should Pay for This!‘ und ‚Stop Trump!‘

Es geht zurück ins leider immer noch sch…kalte Hotel. Zum Glück haben sie uns die magere ‘Heizleuchte’ gelassen und so sitzen wir eng um dieses halbwegs wärmende Ding und warten bis es Zeit zum Abendessen wird. Um 18:30 Uhr geht’s runter in die Stadt, der Lärm natürlich immer noch in vollem Gang, das Restaurant bleibt gleich wie gestern. Die Speisen jedoch, zumindest meine, recht banal und geschmacklos, Stir Fried Vegetables kommt als verkochtes Gemüse auf den Tisch, na ja. Wir haben Faserpelz und Regenjacke montiert, das Restaurant ist ‘halboffen’ und etwa so warm, wie unser Zimmer. Die Gäste ausnahmslos Nicht-Asiaten, welche sich an French Fries oder Pizza gütlich tun. Es kann nach Hause gehen. Wir kriechen sofort ins Bett, nicht um zu schlafen sondern um nicht zu erfrieren. Hier oben möchten wir ganz sicherlich nicht längere Zeit wohnen/leben müssen. Draussen herrscht wieder bis nach 23:00 Uhr Jubel, Trubel, Heiterkeit, eine akustische Vergewaltigung.

9. bis 12. Dezember 2018 – Luang Prabang, Laos

Sehr früh geht der Wecker, hätte noch einiges länger ‘pfuusen’ können. Der der Flieger wartet nicht und so sind wir in wenigen Minuten bereit zur Fahrt rüber zum Flughafen. Diesmal haben wir wieder einen normalen Taxifahrer, nicht so eine Zicke, wie gestern Abend/Nacht. Auch hier wird gefahren, was der Motor und die Reifen hergeben, warum, weiss ich nicht. Erneut werden knappe SGD 20 fällig. Eingecheckt ist in Windeseile, Thai Airways ist nicht Scoot! Danach das übliche Warten, das immer anders ablaufende Sicherheitsprozedere wird hier erst am Gate gemacht. So ist sich die Warteschlange kurz bis nicht existent. Die Boeing 777-300 hebt relativ pünktlich ab und schwingt sich in die wolkenverhangenen Lüfte von Singapur. Knappe 2 Stunden bis Bangkok sind sehr gut zu ertragen: es gibt Essen und Wein und erst noch Bordunterhaltung, dies alles zu einem sehr vernünftigen Preis, wieso fliegt man/frau eigentlich mit Scoot, wo NICHTS geboten wird? Nach der sanften Landung, die gestrige war brutal hart, geht’s halt ans Zeitüberbrücken, der Weiterflug erst in fünf Stunden. Der Flughafen nicht sehr interessant, fast schon langweilig, zumindest im internationalen Teil. Es findet sich, wie erhofft, ein Thai Stübli. Ich muss einfach ein Pad Thai in Thailand essen, doch die Ernüchterung kommt kurze Zeit später auf den Tisch: eine Mini-Portion und so süss wie in den USA. Welche Enttäuschung! Das Bier übrigens weit teurer als die Nudeln. Die Warterei geht weiter und dann hat die Maschine zusätzlich eine halbe Stunde Verspätung. Endlich geht es los, wir müssen in einen Bus, Bangkok Airways (zur besten Boutique Airline gewählt, was immer dies heissen mag) dockt nicht an sondern steht ziemlich weit weg auf dem Tarmac. Die Maschine (Airbus A320) wird voll und leider auch recht laut, doch die Flugzeit ist ja gerade einmal 70 Minuten. Die letzten davon sehr spektakulär. Die enorm gebirgige und extrem grüne Landschaft unter uns höchst eindrucksvoll, dazu kommt noch das warme Licht der untergehenden Sonne, herrlich! Das Einreiseprozedere kurz und schmerzlos, Schweizer (es hatte etliche an Bord) können 14 Tag ohne Visum im Land bleiben. Unser Guide wartet bereits uns schnell geht es ab in die nur drei Kilometer entfernte Stadt. Diese empfängt den müden Reisenden mit einem Riesentrubel. Die halbe Welt scheint hier versammelt zu sein. Unsere Unterkunft ist erreicht, das Zimmer etwas arg eng, sogar in unserem Wohnmobil haben wir gefühlt mehr Platz. Kurzes Ausruhen ist angesagt, dann ab an die Vergnügungs- und Verpflegungsmeile, einen Steinwurf von hier entfernt. Nach vergeblicher suche der empfohlenen ‘Geldmaschine’, welche nur KIP 2,000 Gebühr verrechnet, müssen wir das dringend benötigte Bargeld anderweitig beziehen. 2% werden fällig, dazu kommt natürlich noch die Gebühren und Spesen der lieben Cornèr Bank. Am Ende des Tages ist das Preisniveau dann nicht mehr ganz so günstig. Hier soll es überhaupt am teuersten von ganz Laos sein. 66% der Touristen kommen von Übersee und man/frau nimmt an auch mit einer grösseren Geldbörse. Wir versuchen unser Glück im Coconut Garden, hart am Beginn des Nachtmarktes. Die Touristen überwiegen hier ganz klar. Wir sind müde und nicht gross zu Experimenten aufgelegt, so belassen wir es bei Fried Rice und Chicken Satay (ohne Erdnusssauce). Das Essen schmeckt recht, nicht Michelin Stern verdächtig, dafür sind die Preise zu tief. 120,000 Kip kostet der Spass, inkl. einer Flasche sehr gutem Beerlao, welche allein auf 21,000 Kip zu stehen kommt. Umgerechnet CHF 14, vor den erwähnten Zuschlägen und Spesen/Gebühren. Ein Verdauungsspaziergang steht an, dieser führt und durch den nun sehr gut besuchten Nachtmarkt. Hier werden hauptsächlich Souvenirs angeboten, also im krassen Gegensatz zum Night Market in Kaohsiung, wo der Magen der vielen Leute der Kunde war. Es geht zurück in unser Mini-Zimmer und nach einem Schluck Whiskey, der alle bösen Keime töten soll, ist alsbald Nachtruhe.

Konnte nicht sehr gut schlafen, es war zu heiss, doch die Klimaanlage wäre zu kalt, ebenfalls der Deckenventilator. Dann haben diverse Hunde ein Heulkonzert gegeben…..also stehe ich lieber auf, auch wenn es erst 5:30 Uhr und noch stockdunkel ist. Kaum aus dem Zimmer gestolpert, steh ich auf der Strasse inmitten von Mönchen. Eine Dame drückt mir einen Behälter gefüllt mit Klebreis in die Hand und gibt mir zu verstehen, dass ich den Reis an die vorbeiziehenden Mönche verteilen soll. Bin ziemlich überrumpelt, gehorche jedoch den Anweisungen. Kaum ist der Reis alle, wird mir neuer gereicht, denn ich dann natürlich sofort weiterverteilen muss. Dann soll ich zehn Minuten warten bis eine neue Runde Mönche vorüberziehen wird. Jetzt lässt die Dame die Katze aus dem Sack und fordert forsch Geld von mir. Doch ich trage keinen Rappen, resp. Kip auf mir. Dies versuche ich der resoluten Dame klarzumachen. Es geht weiter, neuer Reis und neue Mönche. Endlich ist Schluss mit der ‘Vorstellung’, ein Mann, ein Wort ich gehe zurück ins Hotel und stibitze meiner noch schlafenden Frau 20,000 Kip aus dem Portemonnaie. Brav händige ich meiner Reislieferanten die 20,000 Kip Note aus, doch die Dame will mehr. Das wird ja immer besser/dreister. Nun ist Schluss mit Höflichkeit meinerseits, Take it or Leave it! Ich marschiere davon, schliesslich wollte ich ja fotografieren und nicht Mönche verköstigen. Das Dämmerlicht weicht langsam, der Himmel leider ziemlich verhangen, aber ich wage mich trotzdem auf den bekannten 100 Meter hohen Hügel, pardon: heiligen Berg, mitten in der Stadt. Der Stufen sind da viele und trotz leicht kühler Temperatur komme ich ins Schwitzen. Eintritt wäre  20,000 Kip , doch niemand ist um diese Zeit an der ‘Zahlstation’, dies scheint sich herumgesprochen zuhaben, tummelt sich doch ein grössere Völkerschar oben beim Wat Chom Si. Auffallend bis jetzt die vielen eher jungen bis sehr jungen Überseetouristen hier in Luang Prabang, die älteren dann meist Franzosen. Es geht zurück in unsere Guest House, Hotel ist doch etwas übertrieben. Ein Frühstück wird fällig, dieses natürlich nie und nimmer mit Taiwan oder Japan zu vergleichen. Doch es schmeckt, macht satt und wir können erst noch draussen sitzen. Um 8:30 Uhr geht’s los, unser Guide ist schon da und so marschieren wir mit im durch die sehr lebhafte und von Touristen heimgesuchte Stadt mit 65,000 Einwohner und über zehn Mal mehr Besucher. So wandern wir von Tempel zu Tempel, die komplizierten Namen niederzuschreiben lohnt nicht, alles im Internet ersichtlich/abrufbar.Ich mache erneut viel zu viele Fotos, wann ich den Bilderberg, mittlerweile warten 4,800 Bilder auf Sichtung, abtragen kann, weiss ich nicht.

Vor dem Lunch fahren wir raus aus der Stadt, ein Überraschung, so unser Guide, warte auf uns. Die Überraschung ist gross, sehr gross, menschmässig versteht sich, die Hmong, eine der 49 Ethnien von Laos, feiern ihr Neujahr. So viel Leute haben wir seit Osaka nicht mehr gesehen. Nur sind diese hier sehr bunt angezogen, die meisten Tragen ihre Tracht. Es herrscht ein heilloses Durcheinander, ist aber trotzdem sehr eindrücklich anzuschauen. Genug gesehen, es geht weiter, Mittagspause ist angesagt. Diese machen wir etwas ausserhalb in einem kleinen, unscheinbaren Restaurant. Doch die aufgetragenen Speisen sehr, sehr lecker. Endlich kriege ich ein gutes Pad Thai und erst noch zu einem lächerlich tiefen Preis. Den Rest des Nachmittages haben wie frei. So streifen wir durch das quirlige von Touristen überlaufene Städtchen und suchen den auf dem Stadtplan eingezeichneten Supermarkt. Wir suchen, suchen, marschieren und suchen weiter. Eine Befragung der Einheimischen hilft herzlich wenig. Doch wir finden nach hartnäckigem Marschieren und Suchen unser Ziel. Der Laden sehr gross und gediegen eingerichtet. Wein ist ebenfalls im Angebot, die Preise nach oben offen, nach unter leider nicht. Unter 100,000 Kip ist nix zu haben, in Schweizer Währung 12 Fränkli. Wir leisten uns zwei Weine aus Frankreich, der ehemaligen Kolonialmacht und noch zwei wohlschmeckende Beerlao zu 9,500 Kip für die 640ml Flasche. Im Hotel kostet die Flasche bescheidene 500 Kip oder 6 Rappen mehr. Am späteren Nachmittag bin ich nochmal kurz unten am Mekong, die Sonne könnte sauber untergehen. Tut sie leider nicht, ein paar viele Bilder mache ich trotzdem. Abends dann ein Ausflug wiederum an den Mekong, diesmal jedoch mit der Absicht ein Abendessen zu verzehren. Die Auswahl an Restaurants riesengross, alle haben eine mehr oder weniger grosse Terrasse hart am Flussufer, so ist für Aussicht gesorgt, wenn es auch bereits stockdunkel ist. Wir wählen einfach ein Etablissement aus, bei welchem wir die Speisekarte entziffern können. Das Essen ist erstaunlich gut und auch recht scharf. Auch das Bier schmeckt natürlich. Der Spass ist erstaunlich günstig, geradezu billig. Dabei sei diese Stadt hier die teuerste in ganz Laos. So, nun schlendern wir noch etwas durch die dichtgepackten Strassen der Stadt, das Touristenaufkommen wirklich enorm. Dabei sind die Besucherzahlen seit zwei Jahren rückläufig. 2015: 4.7 Mio, 2017: 3.86 Mio. Das Hauptkontingent stellt übrigens Thailand mit über zwei Millionen, die Schweiz tapfer auf Rang 17 mit etwas mehr als 10,000 Besuchern.

 

Haben sehr gut geschlafen, aber leider geht der Wecker bereits um 6:00 Uhr. Um 6:30 Uh ist Abfahrt, ohne Morgenessen, wohlgemerkt. Unser Fahrer rast über die engen Landstrassen als gäbe es einen Preis zu gewinnen. Die ‘durchflitzte’ Landschaft eigentlich schön anzuschauen, alles grün, grüner geht es kaum, in der Ferne wolkenverhangene Hügel und Bergrücken. Nach 45 Minuten sind wir am Ziel, die Kuang Si Wasserfälle. Wir sind die ersten Besucher hier, aber dies wird sich im laufe der nächsten Sunde schlagartig ändern. Die Anlage ist recht weitläufig, es geht an einem leider zu kleinen Kragenbärengehege (Ursus thibetanus) vorbei rauf zum Wasserfällen. An Wochenenden soll hier jeweils die Hölle los sein, versichert uns unser Guide Lanexang. Nach ein paar Minuten immer dem Fluss entlang, vorbei an diversen Schwimmgelegenheiten stehen wir unvermittelt vor einem sehr imposanten Wasserfall, wohl dem Kuang Si.Total 100 Meter hoch, doch nicht direkt, sondern in einigen ‘Abstufungen’ kommt das Wasser vom hohen und sehr grüner Berg herunter. Sehr schön! Und erst noch keine Leute. Ich mache erneut viele, zu viele Fotos. Nun kommen die ersten Touristen, Zeit für uns, an den reichlich gedeckten Frühstückstisch zu sitzen. Die mitgebrachten Speisen sehr lecker und sehr reichlich. So laben wir uns an Rührei mit Speck und dergleichen, immer mit Blick auf den tosenden Wasserfall in nächster Nähe. Die ersten Busgruppenkommen, es wird laut, aber wir haben es gesehen, baden wollen wir angesichts der eher kühlen Temperatur nicht, also ab nach Hause. Wieder rast der Fahrer in einem unverständlichen Tempo durch die schöne grüne Natur, die Strasse eng, kurvig und der Gegenverkehr nun sehr stark, ein Bus nach dem andern fährt hoch zu den Fällen. Zeitig sind wir zurück im Hotel, den Rest des Tages wieder zur freien Verfügung. Natürlich geht’s noch etwas in die Stadt, ich meinerseits ziehe das Mekongufer vor, sehr interessant, was hier schiffsmässig abgeht. Abends suchen wir uns wieder ein Restaurant am Flussufer aus, leider kann ich indischer Küche nur schwer widerstehen, aber dies soll mir nun eine Lehre sein. Das Essen ist mittelmässig, die Portionen mickrig und der Preis überrissen. Schnell sind wir draussen, brüllt doch auch nebenan ein Chinese in sein Telefon, dass ich nicht umhin komme kräftig zurück zu schreien. Einige Sekunden baffe Stille, dann schreit der I… wieder weiter. Es geht hoch ins Städtchen, hier herrscht wieder eine Action, welche ihresgleichen sucht und wohl kaum finden wird. Die Restaurants hier an der Flanier/Amüsiermeile sind preislich noch einiges höher angesiedelt, als unten am Fluss. Sehen und gesehen werden, unten am Fluss ist es dunkel, da wird man nicht ‘gesehen’.

Es hat zu regnen begonnen, irgendwann in der Nacht…… und es regnet immer noch, jetzt um 17:00 Uhr! Alles ist grau in grau und nass und noch nässer. Die Temperatur ist merklich in den Keller gerutscht. Trotzdem gibt’s das Frühstück draussen, über uns hat es ja ein Dach. Findet der Bootsausflug überhaupt statt? Doch zuerst wird gegessen, wieder hat es die sehr guten Nudeln, dazu Baguette und sehr gute Früchte, auch der Kaffee kann sich sehen lassen. Um 8:30 Uhr ist unser Guide noch noch nicht da, so warten wir halt, während draussen die Sintflut niedergeht. Gemäss ‘Klima-Literatur’ soll es im Dezember nur gerade einen Tag regnen, also heute. In der verschmähten Regenzeit soll es jeweils zwei bis drei Stunden täglich regen, dann scheint die Sonne wieder. Jetzt, in der Trockenzeit, bekommen wir die Sonne keine Minute zu Gesicht und es regnet ununterbrochen. Lanexang kommt zu spät, wir verzeihen es ihm. Nun marschieren wir regenschirmbewaffnet runter ans Flussufer und entern ein Ausflugsboot, alles ist nass und glitschig, aufgepasst! Wir sind die einzigen Gäste, haben dies ja auch so gebucht/bezahlt. So, der Kahn schippert nun zwei Stunden lang flussaufwärts, sehen tun wir nicht viel, einen Dank an der sehr starken Regen. Die Ufer grün, die Wolken hängen sehr tief, ebenso die Temperatur. Wer hätte dies gedacht! Wir erreichen unser erste Ziel, die Pak Ou Höhlen. Das Aussteigen aus dem schwankenden Boot gestaltet sich als schwierig, ein Fehltritt und man/frau landet recht schnell im Mekong (4,350 bis 4,900 Kilometer lang….kann man sich nicht einigen?). Auch der steile Aufstieg ist extrem rutschig, wieder wartet der nahe Mekong auf den unachtsamen Touristen. Die Grotte dann eher harmlos, eine Ansammlung von Buddha Statuen und Statuetten in diversen Stadien des Zerfalls. Die Fahrt kann weitergehen, nun 80 Minuten zu einem Handicraft Center, doch der Aufenthalt ist kurz, sind wir zwei doch nicht sonderlich interessiert und/oder in Kauflaune. Nächster, wichtigster Stopp dann eine kleines Restaurant, spezialisiert auf Kao Soi, aber natürlich die laotische Variante. Diese kommt ohne Kokosmilch aus, ist daher leichter, aber dafür einiges schmackhafter/interessanter, als die Thai Version. Hervorragend! Der Preis für drei inkl. einem Bier: CHF 48,000, nein, ich meine Kip, in Schweizer Franken gerade einmal 5.50! So, nun werden wir zurück in unsere Unterkunft gefahren und haben den Rest des Tages wieder Zeit zur freien Verfügung. Viel können wir dank des Dauerregens nicht unternehmen, Stubenarrest ist angesagt. Um 18:00 Uhr ist Schluss mit dem Himmelsnass, wir wagen uns auf einen Sprung raus, ein Abendeseen wäre nicht schlecht. Doch die Uferbeizen haben heute Pech, dank dem Regen sind die Tische und Stühle klitschnass und so bleibt das Publikum aus. Wir verdrücken uns in eine Mini-Beiz, keine 50 Meter von unserer Bleibe entfernt und laben uns an guten, wenn auch nicht phantastischen Nudeln. Das Kao Soi von heute Nachmittag war zwei Klassen besser. Noch eine kurze Verdauungsrunde und wir machen die Schoten dicht, immer noch ist es unverhältnismässig kühl, hoffe, die Sache sieht morgen besser aus.