1. bis 7. Dezember 2018 – Taiwan

Um  5:30 Uhr in der Früh geht der doofe Wecker los, schlafen hätten wir noch lange können, war die Nacht doch etwas kurz. Frühstück gibt’s keins, wäre auch nicht inkludiert gewesen. Man bestellt uns einen Taxi, nach fünf Minuten ist es da und wir kurven wieder zum nahen, aber nicht strassenmässig, Flughafen. Einchecken am Automaten klappt einmal mehr nicht, so stehen wir brav an. Dann kommt ein Fehler unserseits zu Tage, wir hatten ursprünglich geplant, mit nur einem Koffer diese Taiwan Reise anzutreten, der andere wäre hier in einem Schliessfach geblieben. So müssen wir zähneknirschend SGD 78 für den zweiten Koffer abliefern. Nun aber rein, keine Warteschlange bei der Durchleuchtungsschikane, ganz angenehm. Ein Kaffee wäre nicht schlecht, wir wählen das kleinere der beiden Übel: McCafé, Starbucks kann uns gestohlen bleiben. Dazu ein Muffin mit sicherlich 10,000 Kalorien, schmeckt aber nie und nimmer so gut wie das Riesending seinerzeit am Johannesburger Flughafen. Es kann losgehen, wir steigen ein, die Maschine der Scoot ein Airbus A320 mir 180 Sitzen. Der Flug geht nach kurzer Zwischenlandung (für uns Endstation) weiter nach Tokyo. Ich verliere nicht viele Worte über diese Billigairline, die am Ende des Tages, zieht man alle Extras mit in Betracht, so billig gar nicht ist. Nicht einmal Wasser wir serviert, bitte kaufen und bezahlen: SGD 4! Es ist verboten mitgebrachtes Essen zu vertilgen, stört uns und viele weitere Mitflieger aber nicht, wir kauen an trockenen Cracker und getrockneten süssen Mangoschnitzen. Der Geräuschpegel auf einem bis dato noch nie erlebten Niveau. Nicht die Triebwerke, sondern die unzähligen Goofen produzieren einen unglaublichen Krach. Niemand scheint dies zu stören. Zum Glück ist die Tortur nach etwas über vier Stunden vorbei. Wir landen in Taipei, marschieren etliche Minuten durch leere Gänge nur um dann auf eine riesige Menschenmasse vor der Immigration zu treffen. Uns trifft fast der Schlag, es kann ewig dauern, bis wir durch sind. Es geht unerwartet speditiv über die Bühne, nach ‘kurzen’ 40 Minuten sind wir durch. Passmässig kann ich Thailand, Korea und Japan ausmachen, die meisten, wie wir später erfahren, nur auf einem Wochenendtrip. CO2 Bilanz wohl eher negativ. Man, resp. frau holt uns ab, verfrachtet uns nach kurzer Begrüssung in einen Wagen und die Fahrt in die weit entfernte Stadt kann losgehen. Wir sind die einzigen Gäste, versteht sich, Privattransfer inbegriffen, habe ich im Nachhinein gelesen. Es ist übrigens wunderbar warm, aber der Himmel kommt etwas dunstig daher. Die Landschaft natürlich ziemlich verbaut, aber da und dort auch Wald und in der Ferne grüne Hügelzüge. Nach 45 rasanten Minuten auf nicht sehr stark befahren guten Strassen (Samstag) sind wir im The Landis Hotel, dieses dann eine Kragenweite über dem gewohnten, alles piekfein, sofort rennen Pagen zum Wagen und reissen sich um unsere Koffer, die Türen werden selbstverständlich für uns geöffnet. Das Zimmer dann sehr gediegen, wenn auch nicht riesengross. Die Toilette, kaum zu glauben, noch eine ganze Stufe über dem in Japan gehabten hohen Niveau. Wir ruhen uns aus, dann geht es auf kurze Erkundungstour durch die nähere Umgebung. Die Stadt eine Mischung zwischen Singapur und Tokyo, ebenso das sehr angenehme Klima. ÖV wird hier grossgeschrieben, trotzdem hat es mächtig Individualverkehr, sehr viele Vespas (resp. wohl das chinesische Plagiat) knattern durch die recht breiten und sauberen Strassen. Der erste Eindruck durchaus positiv. Auch hier hat es praktisch an jeder Ecke einen Family Mart  und so erwerben wir eine Flasche Yellow Tail für TWD 450 oder CHF 16, nicht sehr billig, aber natürlich gut. Gegen 18:00 Uhr machen wir uns erneut auf in die Umgebung, ein Nachtessen ist geplant. Dieses wollen wir in einem nahen Thai Restaurant einnehmen. Das Essen ist eher unterdurchschnittlich, allein der gute Beef Salad kann das Niveau etwas nach oben drücken. Zurück ins Hotel und den YT getrunken, Sendeschluss für heute.

Haben sehr gut geschlafen, vom Verkehr der nahen Durchgangsstrasse oder eher wohl Rennstrecke hört man hier im 12. Stock nichts, wohl der guten Isolation zu verdanken und nicht dem rücksichtsvollen Fahren. Das Frühstück sehr gediegen, passt ja schliesslich zum noblen Hotel. Um 8:00 Uhr sind wir unten in der Lobby und es kann gleich losgehen. Unser Guide eine sehr lustige und quirlige Angelegenheit. Er beginnt praktisch jeden Satz mit ‘Thank You’, spricht nebenbei auch noch japanisch. Anfangs sind nur zwei ‘Brexit Islander’ mit von der Partie, doch wir halten noch an einem weiteren Hotel. Hier steigen noch fünf Filipinas und eine Japanerin zu. Diese Leute eben Weekend-Besucher. So, nun kurven wir durch die Stadt und machen natürlich diverse Stopps, der erste gilt dem Chiang Kai-Shek Memorial. Die Anlage riesig und imposant, sehr fotogen. Der Besucherandrang noch sehr moderat. Viele Langnasen haben wir bisher nicht zu Gesicht bekommen, die Insel scheint noch nicht auf dem Radar des Welttouristen zu blinken. 2.674 Millionen Einwohner soll die Stadt übrigens ‘beheimaten’. Weiter geht die Fahrt, der Verkehr nun doch etwas dichter und auch schon mal rücksichtloser. Ampeln, resp. der Unterschied zwischen Rot und Grün wird hier recht grosszügig ausgelegt. Danach geht es, wohl unvermeidlich, in einen Souvenir Shop, ich warte brav draussen und lichte die Umgebung ab, wann kann ich wohl die unzähligen bisher gemachten Bilder sichten/bearbeiten! Ich weiss es nicht! Es folgt der National Revolutionary Martyrs‘ Shrine, ein weitläufige, sehr imposante Anlage. Wieder mache ich viel zu viele Bilder. Nächster Stopp ein kleiner Schrein, mitten in einem Wohngebiet, auch ganz schön anzuschauen. Es folgt das National Palace Museum. Trotz Grossandrang präsentiert sich dieses riesige Museum als sehr interessant und gut aufgemacht. Das wär’s gewesen, es geht zurück ins Hotel, die Zeit: 12:30 Uhr. Zeit also, um etwas zu futtern. Wir belassen es bei zwei Broten aus der hiesigen, hoteleigenen  ‘Bäckerei’. Am Nachmittag ruhen wir aus. Am späteren Nachmittag dann mache ich mich auf in die nahen und engen/geschäftigen Gassen. Wieder gibt es viele Bilder, aber hier ist Exotik pur! Nicht ganz so sauber wie in Tokyo, aber einiges besser als in der guten, alten CH! Am Abend dann ein gemeinsamer Ausflug, wir hätten gerne ein Abendessen verspiesen. Es verschlägt und in eine Art von japanischem Restaurant, doch die aufgetragenen Speisen leider qualitativ nicht annähernd so gut wir auf den Inseln weiter nördlich. Die Preise eher gehoben, die Mengen eher mickrig und, wie gesagt, die Qualität medioker. Es geht zurück auf unser sehr schönes Zimmer, unsere übliche Flasche Wein wartet auf uns.

Der Schlaf war gut, wenn auch meine Füsse im kalten Einzugsgebiet der Klimaanlage lagen. Der Tag scheint erneut sehr schön zu werden, mal sehen, was er so bringen wird. Doch zuerst ein stärkendes, schmackhaftes Frühstück, Nudeln mit Schweinefleisch darf’s schon sein. Ganz alles Exotische versuche ich doch nicht, aber ich lehne mich weit aus meinem (Müesli-)Gewohnheitsfenster. OK, wir sind startklar, man verfrachtet uns und zwei weitere Gäste in einen wartenden VW Bus und die Fahrt durch die lebhafte Stadt kann losgehen. Wohin wissen wir nicht, der Fahrer ist kein Kommunikationsprofi. Nach 20 Minuten ist Schluss, wir sind auf einem grossen Parkplatz hinter einem ebenso grossen Hotel ‘gelandet’. Wir werden nun, wie vermutet, in einen normalen Reisebus verfrachtet, zusammen mit 36(!) weiteren Teilnehmern. Doch bis diese alle endlich im Bus sind, vergeht eine ganze Weile. Endlich kann es losgehen, die 38 köpfige Reisegruppe kommt aus 10 verschiedenen Ländern: USA, Deutschland, Israel, Italien, Südkorea, Singapur, Neuseeland, Kanada, Schweiz und…hab ich vergessen. Der Verkehr stadtauswärts dicht, aber nicht annähernd so stark, wie in der Stadt. Die Autobahn sehr gut ausgebaut, keine Schlaglöcher oder sonstige Unebenheiten. Der Himmel ist blau, wird aber immer dunstiger oder vielmehr wohl dreckiger, Luftverschmutzung ein akutes Problem hier. Wir passieren das grösste Kohlekraftwerk der Welt(!), sehen aber vor lauter Verschmutzung nicht einmal die 250 Meter hohen Schlote in den braungelben Himmel ragen. Allein dieses Kraftwerk soll pro Jahr soviel CO2 in die Luft schleudern wie die gesamte Schweiz. Wir durchfahren diverse Ballungsräume, dazwischen jedoch grosse Waldflächen und in der Ferne ragen imposante Bergzüge in den Dunst. Den höchsten Berg von Taiwan bekommen wir, schemenhaft zwar, auch zu Gesicht: Yushan, knappe 4,000 Meter hoch. Die rasante Fahrt geht in die Höhe, die Zivilisation muss weichen, nun herrscht Wald vor. Das  heutige Ziel ist der Sun Moon Lake, ziemlich in der Mitte der 35,800 km2 grossen Insel gelegen. Der See ist erreicht, ein längerer Halt ist fällig. Es ist Mittagszeit und jederfrau/man kann/muss sich selber verpflegen. Wir schlendern mit vielen anderen Touristen durch ein kleines Dorf am Seeufer. Hier hat es Restaurants, Imbissbuden, Souvenirläden und alles erdenkliche mehr im Angebot. Doch der Besucheransturm ist noch lange nicht so stark wie in Japan. Nach reiflichem Studium der Ess-Szene versuchen wir unser Glück in einem Dim Sum Beizchen. Der kleine Laden ist gestossen voll, nach ein paar Minuten ratlos herumstehen wird ein Tisch frei und wir können die Speisekarte studieren. Wir kreuzen unsere Wünsche auf einem uns ausgehändigten Zettel an und warten geduldig zehn Minuten. Dann werden die gedämpften Teigtaschen serviert. Es schmeckt zum ersten Mal hier in Taiwan extrem gut! Überaus zufrieden machen wir uns von dannen, Treffpunkt zur vereinbarten Zeit oben beim Bus. Ich schlendere durch Seitengassen, immer auf der Suche nach Fotomöglichkeiten, werde aber für meine Mühe nicht recht belohnt. Die Fahrt um den See kann weitergehen. Die Strasse nun sehr eng und kurvig, doch der grosse Bus, resp. natürlich der Fahrer, ist der Herausforderung gewachsen. Ein Halt in der Nähe der Tse-En (oder Ci’en) Pagode folgt als nächstes. Von hier aus marschieren wir 20 Minuten denn Berg rauf zu eben dieser 46 Meter hohen Pagode. Die Aussicht auf die uns umgebende Berglandschaft sehr eindrücklich, natürlich auch die Pagode. Nach diversen Bildern machen wir uns auf den nun etwas kürzeren Rückweg, bergab geht alles einfacher. Unten beim Parkplatz bietet sich der Holy Monk Schrein für einen Besuch an, auch ganz schön anzuschauen. Nun geht die Fahrt zurück Richtung heutigem Hotel. Vorher jedoch noch einmal ein sehr eindrücklicher Tempel: Wen Wu. Sehr exotisch und farbenprächtig, einiges schöner anzuschauen als die immer düsteren Kirchen in Georgien. So, noch zwei Minuten bis zum Hotel Fleur de Chine, einem angeblichen 5 Sterne Etablissement. Architektonisch nichts aussergewöhnliches, die Zimmer eher funktional denn luxuriös. Aber es hat in jedem Badezimmer einen eigenen Hot Spring Pool. So lassen wir uns ein 42° heisses Bad einlaufen und relaxen vor dem Abendessen. Das Abendessen dann ein Enttäuschung, die Speisen unterdurchschnittlich, die Preise leider nicht. Das Preisniveau bewegt sich im 5 Sterne Bereich, die Leistung etliche Sterne tiefer. Leicht ‘underwhelmed’ verlassen wir den praktisch leeren Essraum und ziehen uns in unsere ‘Bude’ zurück.

Der Schlaf war gut, das Wetter heute nicht mehr ganz so gut. Schleierwolken verunzieren den Himmel. Es geht ans Frühstücksbuffet, riesig und bereits stark besucht. Ich wage mich erneut in ‘Uncharted Territory‘ vor. Ausser äusserst faden Glasnudeln schmeckt alles recht gut, die Auswahl ist riesig. Dann noch ein kurzer Besuch in der Sky Lounge, ganz oben und mit eindrücklicher Rundsicht auf den See und die umliegende Berglandschaft. Hier oben hat sich wohl die einheimische Schickeria versammelt, schlürft genüsslich  ‘Tschampanski’ und versucht sich an so exotischen Speisen wir Käse. Doch unsere Reise muss weitergehen, 8:45 Uhr ist Abfahrtszeit und man/frau ist immer noch mehr oder weniger pünktlich. Die kurvige Fahrt kann losgehen. Ziel ist der Staudamm, welche die Japaner seinerzeit dem eigentlich natürlichen See verpasst haben, somit wurde der See Pegel beträchtlich angehoben. Doch die Sache sieht sehr schön aus, wurde auch von einem bekannten japanischen Architekten entworfen. Die Fahrt durch die schöne und üppige Berglandschaft kann weitergehen, allerdings ist unser nächstes Ziel unten im Flachland. Dafür handelt es sich hier um eine Eisenbahnfahrt, wer hätte das gedacht? Das Städtchen nennt sich Jiji und der Bahnhof soll noch so aussehen wie vor 50 Jahren. Leider ist die Fahrt mit einem ‘normalen’ Pendlerzug nur knappe 20 Minuten lang, macht aber trotzdem Spass. Weiter geht die Busfahrt, nun immer durch eine grossen Ebene. Hier hat die Landwirtschaft das Sagen. Das kleine Taiwan soll sogar in der Lage sein, Reis und Früchte zu exportieren. Der Reis geht ironischerweise rüber nach Festland-China. Das Wetter übrigens nicht mehr so gut, wie gehabt, immer noch, oder nun auch noch mehr, Schleierwolken hängen am blassblauen Himmel. Nach längerer Fahrt erreichen wir die zweitgrösste Stadt der Insel, Kaohsiung mit 2.77 Millionen Einwohnern. Ein erster Stopp beim Love River, es geht aufs Love Boat. Eine halbe Stunde schippern wir rauf und runter und bestaunen die imposante Skyline der grossen Stadt, welche, so unser Guide Alan, immer in Konkurrenz zum grösseren nördlichen Nachbarn steht. Längere Zeit hatte man hier das höchste Gebäude der Insel, doch dann schlug Taipei mit dem ‘Taipei 101’ zurück. Als Retorsionsmassnahme baute man hier unten die grösste Shopping Mall der Insel und der Stolz war wieder hergestellt. Es geht weiter, mittlerweile ist es finster geworden, der Night Market bietet sich an. Hier nun kriegt man wohl alles, was der (starke) Magen aushält, nur Schiff, Eisenbahn und Flugzeug stehen nicht auf der Speisekarte. Nichts für unsere doch recht verwöhnten (verweichlichten?) Mägen, aber dies anzuschauen ist schon halb gegessen und erweitert sicher unser kulinarisches Wissen! Danach geht es ins Grand Hi-Lai Hotel, einem imposanten Wolkenkratzer von 186 Metern Höhe mitten in der quirligen Stadt gelegen. Der Zugang etwas schwierig, wir müssen uns mit unserem Gepäck durch einen Teil des riesigen Shopping Centers kämpfen, dann eine Etage höher und von hier aus mit dem eigentlichen Hotellift in unsere Loge rauf, diese ist im 28. Stock. Die Aussicht wohl eindrücklich, doch es ist stockfinster. Nach kurzem Einräumen geht’s wieder runter in den Shopping Komplex, auf Hotel-Essen haben wir keine Lust. Es findet sich ein Supermarkt, wir decken uns mit dem Notwendigsten (Wein!) ein und verziehen und wieder auf unser sehr schönes Zimmer. Der Tag war lang, aber sehr interessant, nun sind wir müde und bald ist Lichterlöschen angesagt.

Erneut eine ruhige Nacht, doch ich bin um 6:15 Uhr bereits wach. Die Skyline der Stadt wäre vielleicht ein oder zwei Bilder wert. Gesagt, getan. Ich verkrieche mich zwischen schwerem Vorhang und Panoramascheiben, so hoffe ich Spiegelungen im dicken Glas zu vermeiden. Die Aussicht vom 28. Stock auf die unter mir liegenden Stadt ganz schön eindrücklich. Danach folgt ‘offizielles’ Aufstehen und der unvermeidliche Gang zum riesigen und natürlich bereits bestens gefüllten Frühstücksbuffet. Trotz enormer Auswahl finde ich keine mir so richtig schmeckenden Häppchen, frittiertes Schweinefleisch noch das beste/exotischste. Es findet sich später noch Reis mit Krabbenfleisch, auch nicht schlecht. Der Andrang ist enorm, doch die Equipe hat den ‘Laden’ im Griff. Um 8:15 Uhr dann bereits Abmarsch, es steht eine sehr lange Carfahrt an. Wie hier so üblich, winken bei der Abfahrt einer aus dem Kader und ein paar ‘normale’ Angestellte unserem davonfahrenden Bus nach. Die Fahrt raus aus der Stadt gestaltet sich als langwierig, der Verkehr enorm stark. In Kaohsiung ist das Bussystem nicht sehr gut ausgebaut, jederman/frau rast auf seiner/ihrer Vespa durch die verstopften Strassen. In Taipei fahren die Mädchen/Frauen nicht Motorrad, wird uns erzählt, dies tut frau nur hier im Süden. Endlich sind wir draussen auf dem Land, das Wetter übrigens eher schlecht als recht. Viele Wolken und ein enorm starker Wind, so sieht’s aus! Wir fahren runter an die Südspitze der Insel, Ziel der Kenting National Park. Dann und wann fahren wir hart dem Meer entlang, recht schön anzuschauen, Städte hat es nicht mehr viele, ist ja auch ein National Park. Doch Kenting ist die namensgebende Stadt, also doch Zivilisation im(?) Park. Ein erster Halt gilt dem Sailrock, einem recht unscheinbaren Felsklotz  wenige Meter vom Ufer entfernt. Ein paar Alibibilder werden gemacht, doch diese sind bereits wieder gelöscht, während dich diese Zeilen tippe. Nächster, etwas interessanterer Stopp: der Eluanbi Leuchtturm. Ein längeres Umherstreifen wird zur Qual, der Wind, oder ist es bereits ein Typhoon, zu unangenehm. Weiter geht die Reise zum Longpan Park, hier nimmt, falls möglich, die Windstärke noch einiges zu, so gibt es kein Bild der recht eindrücklichen Küstenlandschaft. Nun wieder zurück in die Kleinstadt Kenting, ein Lunch ist fällig. Alan empfiehlt uns drei Restaurants: McDonalds, ein Teppanyaki Etablissement und eine Art Steak House. Wir entscheiden uns für Teppanyaki und werden nicht enttäuscht. Das Restaurant eher klein, aber sehr speditiv, die Bedienung/Köche mehrheitlich des Englischen mächtig und eben das Essen (Beef & Chicken) eine Klasse für sich. Die ganze Sache noch auf der recht scharfen Seite, man hat uns beim Bestellen noch gewarnt, hier koche man sehr scharf. So haben wir die Schärfe von Medium auf ‘ein bisschen’ reduziert. Höchst zufrieden und um gerade mal CHF 10 verlassen wir diese sehr gute ‘Beiz’, die sich 大埔鐵板燒 nennt. Die Fahrt muss weitergehen, noch sind etliche Kilometer zurückzulegen. Es geht nun meist durch sehr hügelige, fast schon gebirgige Landschaft, alles in einem satten Grün. Danach geht es der Ostküste entlang, Zivilisation ist hier eher ein Fremdwort. Da und dort ein Dorf oder ein Städtchen, sonst nur Meer (rechts) und Berge (links). Die lange Fahrt endet beim Royal Chihpen Hotel, nicht am Meer unten, sondern oben in den Bergen und in grünster Umgebung. Leider ist es schon zu dunkel, um die Landschaft um uns herum auszukundschaften, muss wohl bis morgen warten. Das Etablissement erneut ein 5* (hiesige Bewertung) Haus. Die Anlage gross, sehr viele Swimming Pools und auch eine ‘Hot Spring’ Badewanne im Zimmer. Draussen plärrt leider schreckliche Musik durch die gähnend leere Pool Landschaft, so können wir das Zimmer nicht aufwärmen, die Klimaanlage bietet nur Polarluft an. Um 20:00 Uhr sei Schluss, wird uns versichert. Ein kleines Abendessen in der Lobby Lounge folgt: Dim Sun, aber nicht in gehabter, doch akzeptabler Qualität. Ein kurzer Verdauungsspaziergang um das sehr einsam gelegen Hotel und wir ziehen uns auf unser Zimmer zurück. Die folkloristische Darbietung eines der indigenen Völker hier lassen wir sausen, der Tag war anstrengend genug und wir brauchen Ruhe, haben wir doch sehr laute und gesprächige & rücksichtlose Busnachbarn aus dem nahen Osten.

Die offene Balkontüre brachte auch Wärme in unser Zimmer, so stelle ich ‘mitten in der Nacht’ die Klimaanlage an und schliesse natürlich die Balkontüre. Der Himmel sieht düster aus, die Temperatur jedoch sehr angenehm. Es geht, wie jeden Morgen, ans Frühstücksbuffet. Trotz der Grösse und der grossen Auswahl an diversesten Speisen werde ich nicht richtig fündig. Der Andrang wieder enorm, interessant immer der Blick der Gäste, wo ist das Essen, hat es noch, wenn ja, nehme ich lieber zu viel als zu wenig, auch wenn ich es nachher stehenlasse. Die Konkurrenten hinter mir haben das Nachsehen, selber Schuld. Um 8:15 Uhr (plus ein paar Minuten) sind wir im Bus und die Reise kann weitergehen. Immer dem Meer entlang nordwärts. Die Strasse dann und wann recht bis sehr recht kurvig, die Aussicht auf den Pazifik und die linkerhand aufragende Coastal Mountain Range sehr eindrücklich. Der erste Stopp: Xiaoyeliu. Eine grössere Ansammlung von mehr oder weniger skurril ge- oder verformten Felsen im oder am Meer. Ganz nett anzuschauen, doch unser Auge ist leider etwas verwöhnt, was wilde, zerklüftete Küstenlandschaft betrifft. Das Wetter übrigens eher schwach, ziemlich bedeckt, doch dank den vielen Wolken ist die Temperatur sehr angenehm. Es geht weiter zur Three Immortals Platform (Sanxiantai ), drei Felsen ragen aus dem Meer, verbunden mit dem Festland durch eine oberkitschige Brücke. Nicht mein Ding! Die Landschaft wäre eigentlich sehr schön. Die nahe extrem grüne Bergkette lässt Hawai’i Feeling aufkommen, mittlerweile stimmt auch das Klima: es ist warm/heiss und feucht geworden. Weiter geht’s, nächster Halt Shitiping, erneut ein paar dem Festland vorgelagerte Steinformationen, nicht wirklich spektakulär, aber erneut ist der Blick auf die grüne Bergkette eindrücklich. Die Strasse wirklich meist nur einen Steinwurf vom türkisfarbenen Meer entfernt, Südsee Feeling! Hier an der wilden Ostküste ist das Rückzugsgebiet von diversen indigenen Völkern, oder was davon noch übrig ist (330,000). Von hier aus, so eine neue Theorie, soll der Südpazifik erobert/besiedelt worden sein. Ein nächster Halt, wahrscheinlich unvermeidbar, gilt einer Marmorfabrik. Nicht so sehr die Fabrik, sondern natürlich der Verkaufsraum soll/muss besichtigt werden. Verkauft wird mehrheitlich Jade….. Wir kaufen, schlechte Touristen die wir sind, nichts. Aber man lässt uns nicht aus dem Show Room raus. Erst als die Menge der Abtrünnigen/Nichtkäufer die kritische Grösse überschritten hat und Unruhe aufzukommen droht, zeigt man uns den Weg in die Freiheit. Der Tag ist noch nicht zu Ende, wir fahren weiter nordwärts immer zwischen Bergen und Meer, Ziel die Taroko Schlucht. Die Strasse in die Schlucht sehr eng, trotzdem kommen zwei Touristenbusse aneinander vorbei, wenn auch sehr, sehr knapp. Die Gegend nun sehr wild, aber leider ist die Sonne bereits weg und die Schlucht um uns herum schon etwas düster. Auf halbem Weg hält der Bus und wir müssen/dürfen 600 Meter zu Fuss durch die imposante Schlucht marschieren, allerdings ist Helmpflicht(!) angesagt, Steinschlag sei hier ein grösseres Problem und wird auch mit diversen Bildern belegt. Dann wieder in den Bus und die letzten 15 Minuten rauf zum sehr einsam gelegenen Hotel Silks Place gekurvt, ja, es hat mächtig viele und enge Kurven. Das Hotel sehr gediegen, nur gerade drei Stockwerke hoch, so dass es die uns umgebende Landschaft nicht verschandelt. Wir ruhen aus, auch dieser Tag war recht anstrengend, dann geht es in eines der drei Restaurants hier, auswärts ist nix! Die Speisen reichlich und relativ schmackhaft, könnten allerdings etwas mehr Würze aufweisen, doch man/frau kocht wohl hauptsächlich für Ausländer. Auch heute gäbe es wieder eine folkloristische Darbietung indigener Natur. Wir hören dieser bei offener Balkontüre zu, aber es klingt weder nach Dire Straits noch Eagles, geschweige denn Beethoven…..

Um 6:15 Uhr steh ich auf, draussen ist es bereits hell, wenn auch nicht ganz und der Himmel hängt voller schwerer Wolken. Ich mache mich auf zur nahen Tianfeng Pagode, welche hoch über dem Hotel thront. Der Weg nicht weit, aber sehr steil. Ich treffe zu meinem Erstaunen auf einige unserer Mitreisenden, die ebenfalls die Idee hatten, der Pagode einen Besuch abzustatten. Die Szenerie unwirklich, die nahen, dichtbewaldeten und steilen Berge sind in Nebel/Wolken gehüllt und als Hauptmotiv eben die Pagode, welche zum Xiangde Tempel Komplex gehört. Es ist erstaunlich warm und feucht, oder waren es vielleicht die vielen Stufen, welche mich leicht ins Schwitzen gebracht haben? Es geht zurück und bald natürlich ans Frühstücksbuffet. Immer eine eher hektische Angelegenheit, doch heute ist die Auswahl sehr lecker, das Angebot ist ja immer riesig, aber nicht für jederfraus Gaumen. Wir fahren, oh Wunder, pünktlich los, Alan hat seine 38 Schäfchen gut im Griff. Es geht die enge und sehr kurvige Strasse dem Liwu Fluss entlang talwärts, jedoch nur für wenige Minuten. Nun heisst uns Alan, zu Fuss weiter zu gehen. Es geht zum Changchun Tempel, nicht wirklich imposant, aber die dramatische Schluchtenlandschaft um den Tempel herum wirkt ungemein stark. Erneut sind wir nicht alleine hier, diverse andere Tourbusse sind anwesend, ebenso Minivans und Taxis. Doch das Touristenaufkommen ist weit unter dem von Japan. Weiter geht die kurvige Fahrt, immer talwärts. Wir parkieren mitten in einem der vielen Tunnels hier und marschieren zum Ausganspunkt des Shakadang Trails. Diesem Pfad folgen wir nun für einen eindrücklichen Kilometer, die Aussicht auf den unter uns träge dahinfliessenden Fluss und die bizarren Steinformationen und -farben machen Eindruck. Nach dieser körperlichen Ertüchtigung ist bald ein frühes Mittagessen fällig. Dieses nehmen wir in einem ‘bekannten’ (gemäss Guide Alan) Nudelhaus ein. Drei Sachen nur stehen zur Auswahl: Beef Noodles, Pigs Feet Noodles und ein Reisgericht. Was soll ich sagen, die Nudelsuppe schmeckt ganz passabel, wenn auch das Beef etwas arg durchzogen daherkommt. Das Wetter übrigens nun ziemlich schlecht, die tiefhängenden Wolken noch tiefer und dann und wann nieselt es da und dort….. Es geht weiter nordwärts, rechts, wie gehabt, der Pazifik und links die nebel/wolkenverhangenen Ostküstenberge. Ah, hätte beinahe die unzähligen und sehr engen Kurven vergessen. Einen Stopp gibt es noch bei den Qingshui Klippen, angeblich 800 Meter hoch und 21 Kilometer lang. Nachgemessen haben wir nicht, aber die Sache sieht schon ganz eindrücklich aus. Taipei ist noch weit und erst noch auf der Westseite der Insel, also auf in die Nebelberge, Kurve reiht sich an Kurve, es scheint nie aufzuhören. Einmal wieder in der Ebene, geht nach ein paar Minuten wieder rauf und rauf. Endlich kommt der bekannte Xueshan (oder auch Hsuehshan) Tunnel von 12,942 Metern Länge, eine technische Meisterleistung, wird uns versichert, wenn auch bei den langen Bauarbeiten etliche Male der Tunnel eingebrochen ist. Ganz zerstört wurde bei einem Einbruch auch die Tunnelbohrmaschine der Firma Wirth. Wir sind wieder draussen, die Klaustrophobie verflüchtigt sich und wir sind bald schon mitten im Moloch Taipei (pop. 2.674 Mio., Neu Taipei 3.9 Mio.). Es ist Freitagabend, der Verkehr ‘stärkstens’. Aber wir, resp, unser sehr guter Fahrer schafft es, uns heil ans Ziel zu bringen. Nur die letzten paar Kilometer in der Stadt werden von einem ‘Subkontraktor’ erledigt und der Typ fährt einen überaus heissen und gefährlichen Reifen. Wir sind wieder zurück im The Landis Hotel, diesmal  ist unser Zimmer leider einiges lauter, da der Haupstrasse zugewandt. Etwas unschlüssig machen wir uns auf Futtersuche und werden dann, nachdem wir unsere Komfort-Zone verlassen haben, auch belohnt. Wir wagen den Sprung in ein kleines von Einheimischen besuchten Restaurants, welches vornehmlich Dumplings serviert. Niemand spricht hier Englisch, aber wir auch ja auch kein Chinesisch. Doch wir können uns einigen und kurze Zeit später laben wir uns ausgiebig an sehr guten Dumplings, der Preis inkl.einem grossen Bier CHF 12! Es kann nach Hause gehen, der Verkehr immer noch ohrenbetäubend und ziemlich rücksichtslos unterwegs. So, Taiwan wäre auch erledigt, es hat uns sehr gut gefallen, das Wetter war, ausser heute, meist gut bis ‚brauchbar‘. Morgen geht’s für eine Nacht zurück nach Singapur und dann weiter über Bangkok nach Laos.