27. September 2019 – Monticello, Utah

17° zu 17°, es wird immer wärmer. Heute gibt’s zur Abwechslung keine Bilder. Das Wetter perfekt, keine Wolke mehr am Himmel und wir könnten, so wir wollten, sogar noch eine Nacht hier bleiben. Wir müssen ablehnen, man/frau soll gehen, wenn es am Schönsten ist. Aber es wird noch schöner: die Fahrt durch den Park Richtung Hanksville sucht wohl ihresgleichen! Bei Caineville wird’s dann weniger schön: wir stehen unvermittelt im Stau, vor uns ein schwerer Unfall. Also heisst es warten, doch nach 20 Minuten können wir weiter, der sehr starke Verkehr wird einspurig um die Unfallstelle geführt. Die Sache sind gar nicht schön aus, weit mehr als Blechschaden. Später erfahren wir, dass es ein Todesopfer und eine Schwerverletzte gab, beides Australier. Die beiden anderen Beteiligten nur leicht verletzt (da viel grösseres Auto), diese beiden aus Österreich, resp. der Schweiz. Mit mulmigem Gefühl im Magen geht es weiter nach Hanksville. Unser üblicher Halt im skurrilen Supermarkt. Der Weg ist noch weit, wir wissen nicht genau, wo wir überhaupt nächtigen wollen/sollen/können. Nun ist die zweitschönste Strasse, UT95 am Zug (UT24 vielleicht noch schöner, gerade eben ‘befahren’), zuerst recht flach und langweilig, rechterhand die herbstlich verfärbten Henry Mountains geht’s an Little Egypt (von der Strasse aus leider nicht einsehbar) vorbei langsam in die Tiefe, rote Sandsteinformationen tauchen wieder auf, wunderbar. Ein kurzer Halt an einer, nein, der einzigen Raststätte weit und breit, und wir kurven noch tiefer in die Sandsteine. Dann geht’s in die Höhe, dem Aussichtspunkt hoch über dem kümmerlichen Rest des oberen Lake Powell entgegen. Hier natürlich ein längerer Stopp und wir müssen eingestehen, dass es so wenig Wasser gar nicht hat, wir hatten schon weit weniger gesehen. Also müssen Alibibilder her zum Vergleich mit früheren Jahren (falls nicht schon lange gelöscht).

Die Strasse führt runter zum Lake Powell, hier gäbe es die Möglichkeit an ein paar Orten relativ primitiv zu campieren, Pit Toilets sind im Angebot und USD 6 (gemäss Peter G.) wären zu berappen. Doch kein Schatten weit und breit und die Temperatur angenehm bis schon zu hoch für uns zwei. Wir kurven weiter, die Landschaft immer noch ein Knüller. Nun folgen wir längere Zeit dem engen White Canyon, leider nicht viel zu sehen vom Auto aus, man/frau müsste schon hinunterklettern. Dies könnte man dann etliche Meilen später im Natural Bridges NM. Der dortige Mini-Camping immer sehr gut besucht, wir versuchen unser Glück schon gar nicht. Es folgt ein weiteres Highlight, die Fahrt durch die Comb Ridge, es geht rauf und runter und rauf und runter, ohne Ende, so scheint’s zumindest. Endlich erreichen wir Blanding (pop. 3,400, elev. 6,100’) und steuern schnurstracks den uns bekannten Blue Mountain RV Park an. Der Schreck ist gross, alles restlos ausgebucht, OK, es ist Freitag, aber trotzdem…… Die Leute sehr freundlich, man ruft sogar nach Monticello rauf an und versucht bei zwei anderen RV Parks ein Site zu ergattern. Beim zweiten klappt’s: Old West RV Park. Beruhigt können wir nun ans Einkaufen denken. Es bietet sich der nicht einmal schlechte Clark’s Supermarket an. Die Preise natürlich weit über Walmart Niveau, aber wir brauchen Groceries und bezahlen sie halt. Noch 22 Meilen bis Buffalo, nein: Monticello (pop.2,000, elev. 7,100). Der RV Park ist mitten in der ‘Stadt’, hart an der Durchgangsstrasse angesiedelt. Wählerisch können wir nicht sein, wir bezahlen die geforderten USD 35, die Leute sehr freundlich und kommunikativ, wir eher müde und abgekämpft. Es wird ein sehr brauchbares WiFi geboten, die Facilities klein, aber blitzsauber, der Stellplatz eng, aber die Nachbarn bis jetzt leise. Man hatte uns unten in Blanding von einem neuen Thai Restaurant hier erzählt, so marschiere ich durch das kleine Dorf und treffe auf das Visitor Center und erkundige mich nach eben dieser Beiz. Jawohl, brandneu und gleich neben dem RV Park, wird mir mitgeteilt. Tatsächlich, keine 50 Meter von unserem Camper entfernt befindet sich das Restaurant. Nach unserem kustomarer Apéro kugeln wir dann rüber, das Etablissement hat bereits diverse Gäste. Muss wohl bis vor kurzer Zeit ein Western-Schuppen gewesen sein, das Décor sieht stark danach aus, von Thai-Atmosphäre keine Spur. Der Besitzer, ein Thai mit Cowboyhut hantiert noch etwas gar unsicher an seiner Kasse/Computer herum, alles geht ziemlich langsam über die Bühne. Endlich können wir bestellen und warten dann eine geschlagene Dreiviertelstunde auf ein Green Curry und einen Beef Salad. Was können wir sagen ausser: immenses Verbesserungspotential ist vorhanden. Die Speisen harmlos, das Curry noch einiges besser als mein lieblos fader Rindersalat. USD 34 waren hier wohl eine Fehlinvestition, wir werden kaum Wiederholungstäter werden. Zurück auf dem immer noch ruhigen Platz, erholen wir uns von der 185 Meilen langen Fahrt bei unserer Flasche YT.

Kein Camperbild, die Aufnahmen sind irgendwie ‚verloren‘ gegangen…..

 

11. Mai 2019 – Blanding, UT

Eine ruhige Nacht und auch nicht kalt, trotzdem haben wir natürlich Heaty Logan aufgeboten, unsere Stube auf erträgliche Niveau vorzuheizen. So haben wir uns die Temperaturen vorgestellt, nicht heiss und auch nicht schw….. kalt. Doch wir geben hier keine Verlängerung ein, der Preis weit über der Schmerzgrenze. So geht die Fahrt weiter, heutiges Ziel wäre das uns unbekannte Navajo National Monument. Doch zuerst zurück zu Safeway, wir wollen noch etwas mehr Wein bunkern, der Preis ist konkurrenzlos: USD 3.95 die Flasche und inkl. Tax! Am Morgen macht der Laden einen schöneren, aufgeräumteren Eindruck als gestern Nachmittag. Wir immer hier, tummeln sich sehr viele Überseetouristen zwischen den Regalen. Noch erstaunlich günstiges (verglichen mit Tucson) Benzin gebunkert und die Fahrt ins Navajo Land kann angetreten werden. Die Wolken nehmen wieder von Minute zu Minute zu, wir hatten gedacht, der Sturm oder was dies war, sei ausgestanden. Wir passieren das riesige Kohlekraftwerk (2,250 MW), hier ist auch der weltberühmte Antelope Canyon zu finden. Doch auch diesmal verzichten wir auf einen Besuch, es geht weiter in die nun recht einsame Landschaft. Die Strasse trägt die Nummer 98 und mündet nach 67 Meilen in den 160er. Zwischendurch wird die Gegend recht imposant, rote Sandsteinformationen (was sonst?) zeigen sich dem interessierten Durchreisenden. Der Himmel wird immer mehr mit schweren und dunklen Wolken überzogen. Einmal auf der ‘neuen’ Strasse, erreichen wir bald die Abzweigung zum Navajo NM, dieses auf der Strasse 564 zu erreichen, nicht über die 221 über Shonto, letztere ist nämlich eine Gravel Road. Die Strasse steigt an, ich habe dies gar nicht bemerkt, aber plötzlich sind wir auf über 2,000 Meter Höhe und bei einem ersten Halt bekommen wir arg kühle Temperaturen zu spüren. Der Himmel nun völlig bedeckt, Regen ist wohl nur noch eine Sache von ein paar Minuten. Das National Monument ist erreicht und auch 2,250 Meter über Normalnull. Es ist kalt, saukalt. Im schönen Visitor Center studieren wir die ernüchternden Wetterprognosen, es bleibt kalt und nass. Doch die Gegend hier ist recht eindrücklich, ich würde gerne hier ein Nacht verbringen, doch die Kälte und die leider nicht mehr so starken RV Batterien lassen uns umdisponieren. Es soll weitergehen, nächster Versuch bei den Goosenecks etwas nördlich des Kaffes (jawohl!) Mexican Hat. Also wieder runter auf den 160er und dem Monument Valley, resp. Kayenta entgegen. Dieses Dorf macht immer noch keinen sonderlich freundlichen Eindruck, wenn auch diverse neue Hotels um die Gunst oder besser wohl Geldbeutel der vielen Touristen buhlen. Auf dem ziemlich heruntergekommenen Parkplatz bei Bashas’ machen wir Lunchpause. Zuerst natürlich eine Rundgang durch besagten Grocery Store, dies mehr um die Beine etwas zu vertreten, kaufen tun wir nix unser Kühlschank und der Weinkeller sind randvoll. Die Fahrt kann weitergehen, das Wetter hat sich gebessert, es hat nur noch sehr viele Südwestwolken am wieder blauen Himmel, die schwarzen Regenwolken sind weg. Die Landschaft wird nun ‘John Wayne-isch’, halt richtig wie im Western. Sehr eindrücklich und nochmals sehr eindrücklich! Am mittlerweile berühmten Forrest Gump Drehort hat es eine ansehnliche Menschenmenge, Stative stehen hart am oder sogar schon in der Fahrbahn. Doch der Blick in den Rückspiegel mag den vielen ‘Pilgern’ recht geben: eine wunderschöne, fast schon apokalyptische (im positiven Sinne) Gegend wird einem hier geboten. Es geht weiter, runter nach Mexican Hat, die Landschaft immer noch kaum zu verdauen, obwohl wir sie schon einige Male erleben durften. Wir haben beschlossen, doch nicht an die Gänsehälse zu fahren, sondern gleich weiter rauf nach Blanding. Die Gegend nun ganz grosses Kino! Der ‘Durchstich’ durch die höchst imposante Comb Ridge ein Leckerbissen erster Güte. Wir erreichen Bluff, die Landschaft ‘entspannt’ sich. Ein kurzer Halt auf dem grossen Parkplatz beim Twin Rocks Café und die letzten 22 Meilen können in angriff genommen werden. Landschaftsmässig wird’s eher zahm, die Highlightsw sind vorbei, zumindest für heute, morgen wird’s dann noch einen draufgeben, der Canyonlands Needles District ist angesagt. Wir nächtigen auf dem bekannten und sauberen Blue Mountain RV Park zwei Meilen südlich der ‘Innenstadt’ von Blanding. USD 36.40 sind hier durchaus gerechtfertigt, allein schon die Aussicht gen Westen ist ein paar Dollar wert. Die Sites etwas eng beieinander, aber die Nachbarn zum Glück ruhig.  Die nahen Abajos tragen übrigens ein stattliches Schneekleid, der höchste Gipfel, Abajo Peak, 11,360 Fuss oder 3,462 Meter hoch. Blanding ist jedoch auch auf bereits 1,860 Meter über Meer. Der Abend wird ruhig, ganz in unserem Sinne, von der stark befahrenen Durchgangsstrasse hört frau nicht viel.

 

25. September 2017 – Blanding, UT

Ich stehe etwas zu spät auf, der Schlaf war stärker. Trotzdem kann ich das wunderbare Prewdwn Light erhaschen, resp. geniessen. Fotos gibt es nicht viele, es fehlen plötzlich die Sujets, gestern waren sie noch in genügender Anzahl vorhanden, aber nun…..? Unten auf unserem Übernachtungsplatz knattert seit Stunden(!!) der Generator unseres ‘lieben Mitcampers’ aus Missour. Auf dem Nachhauseweg von meiner nicht sehr ergiebigen Fotoexkursion klopfe ich beim Nachbarn an und erinnere ihn an die Spielregeln hier: 8am to 8pm sind die Generator-Zeiten. ‘Oh, ich bin noch in meiner Zeitzone’, bringt er als sehr faule Ausrede. Wenn hier um vier Uhr morgens der Generator läuft, ist es in Missouri auch erst 5 Uhr! Der Generator wird abgestellt. Nach kurzem Morgengruss, meine beiden Damen sind noch etwas verschlafen, mache ich nochmals einen längeren Fotoausflug. Etwas mehr Glück wird mir diesmal zuteil, kein spektakuläres Bild gelingt, doch ich bin zufrieden. Danach Frühstück, dieses wird oben am Aussichtspunkt serviert. Hier oben hat es brandneue WCs und kaum ‘Volk’. Doch dies ändert sich leider während des Frühstücks: ein Reisecar spuckt seinen koreanischen Inhalt aus und wie Ameisen schwärmen die Leute aus, dies meisten runter zu den Goblins, andere jedoch schnurstracks den der schönen WC Anlage. Jetzt kommt noch ein Car, dieser jedoch hat keine asiatische Fracht, doch hier stürmen nun die meisten zu den einst frische gereinigten Toiletten. Erst danach wagt man sich runter zu den eigentlichen Sehenswürdigkeit. Es ist das erste Mal, dass wir hier Tourbusse sehen…. Ok, auf geht’s, die heutige Fahrt ist über 150 Meilen lang, und nicht etwas Freeway-Meilen. P & E kommen angebraust, wir verabschieden uns mit dem Versprechen/Wunsch, dass wir uns nächstes Jahr wieder unten in Tucson und Umgebung sehen werden. In Hanksville bunkern wir noch eher teures, weil USD 3.00/gallon, Benzin und kurven dann auf der zweitschönsten Strasse (UT95) von Utah Richtung Lake Powell, resp. was davon noch übrig ist. Die Landschaft ist majestätisch, das Wetter sehr gut, der Wind immer noch auf der kalten, störenden Seite. Natürlich machen wir den obligaten Stopp hoch über Hite. Von hier aus sieht man runter auf den Colorado, resp. den Anfang des Lake Powell. Wir sind überrascht, der See ist zurück, die letzten Male schlängelte sich nur ein kümmerlicher Colorado durch grasgrüne Landschaft, nun hat es wieder einen richtigen See. Die Hite Marina ist jedoch immer noch ausser Betrieb, der Seepegel müsste noch ein paar Meter steigen, damit man hier wieder Boote wassern könnte. Weiter geht’s steil runter, dann wieder rauf und wir fahren dem White Canyon entlang, hier hätte es unzählige Slot Canyons, allerdings ist der Fussmarsch zu diesen meist lang bis sehr lang. Wir legen keinen Stopp bei den Natural Bridges ein, der Abstecher zu lang und die Fahrt dauert auch so lange genug. Die imposante Comb Ridge muss durchfahren werden, immer ein landschaftlicher Leckerbissen. Blanding (pop. 3,785, elev. 1,860m) ist erreicht, zuerst fahren wir ins Dorf, resp. zum Supermarkt. Dieser hat ein ganz akzeptables Angebot, die Preise sind allerdings eher auf der hohen Seite. Denn wieder zwei Meilen südwärts zum Blue Mountain RV Park. Wir auch schon, ist die Anlage recht gut besucht, hier und dort ein Langzeitmiedet oder auch deren zwei, drei. Der Preis ist vernünftig: USD 37.60, die Facilities kleine, aber sauber, die Aussicht raus in die Natur sehr schön, das WiFi weniger schön. Ausruhen und Körperpflege sind angesagt, dann bald Apéro und ein Nachtessen. Der Himmel nach Sonnenuntergang wird dramatisch orange/rot. Der kalte Wind ist immer noch mit von der Partie, doch die Temperatur sollte nicht allzu tief fallen, so die Wettervorhersage. Zeitig ist Nachtruhe angesagt, morgen wollen wir früh raus und, einmal mehr, unser Glück auf dem Squaw Flat Camping versuchen.

Blue Mountain RV Park, Blanding

Blue Mountain RV Park, Blanding

 

 

27. September 2016 – Blanding, UT

Wieder steh ich mitten in der Nacht auf und marschiere/klettere  die roten Felsen hoch. Das Predawn Licht wie gestern, sehr schön und so gibt es wieder unzählige Panoramabilder. Wann werde ich wohl die Zeit finden, diese Bilder alle zu sortieren/aufbereiten? Gegen 8:00 Uhr bin ich zurück, alsbald gibt es ein Frühstück und dann leider heisst es Abschied nehmen. Das Wetter gut, wenn auch nicht mehr so klar, wie die letzten zwei Tage. Wir nehmen die Strasse, welche uns in die Abajo Mountains hoch bringt, seit etlichen Jahren nun geteert und auch mit diversen offiziellen und inoffiziellen Campings versehen. Die Espen auf 2,700 Meter sind knallgelb, eine Augenweide, doch ein starkes Lüftchen weht hier oben, und so zittern die Blätter eben wie Espenlaub. Dann die steile Fahrt runter nach Monticello, hier bunkern wir nochmals Propan, diesmal aber 10.5 Gallonen, die Dame von der Tankstelle versteht ihr (Gas-)Handwerk, nicht wie oben in Moab. Die Fahrt kann weitergehen, Ziel ist das nur 25 Meilen südlich gelegene Blanding (elev. 6,100’, pop. 3,135). Fast doppelt so viele Einwohner wie Monticello, aber einen State Liquor Store sucht der durstige Reisende vergeblich. Hier gibt es keinen Alkohol, wird uns im schönen Visitor Cener (inkl. Tesla Ladestation) versichert. Man/frau fahre eben rüber nach Cortez in Colorado zu Costco. Aber wir haben ja noch ein paar Flaschen Wein, keine Panik. Ein Halt gilt einem ShopOK, einer Art Epa, aber fast alles oder zumindest vieles ist zu haben. Nebenan dann der Lebensmittelladen mit Namen Clarke’s, die Auswahl reicht zum (teuren) Überleben. Das Städtchen strahlt nun wirklich keinen Funken Charme aus, Monticello ist einiges ansehnlicher (und hätte auch einen winzigen Likörladen). Aber wir wollen hier ja nur eine Nacht verbringen und dies auf dem Blue Mountain RV Park, etwas südlich des Städtchens. Dank Good Sam kommt uns dieser Spass auf knapp USD 34 zu stehen. Wieder haben wir ein Site weit weg der Durchgangsstrasse, einzig die sehr nahen Nachbarn stören uns ziemlich, sind uns diese Enge nicht mehr gewohnt. Das WiFi übrigens eher schlecht als recht, letztes Jahr war es (in Erinnerung) besser. Wäschewaschen ist angesagt und endlich den Greywater Tank leeren und mit Chlorox versuchen, den unangenehmen Geruch loszuwerden. Die Sache scheint zu gelingen, allerdings verschwenden wir eine Unmenge von gutem Trinkwasser. Der Abend wir, oh Wunder, sehr ruhig, unsere diversen Nachbarn alle von der leisen Seite, sieht man einmal von den unablässig dröhnenden Klimaanlagen ab. Schweinfiletbraten Thaistyle mit Polenta, das etwas exotische Abendessen, schmeckt hervorragend. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage leider eher schlecht, vor allem was Tiefsttemperaturen betrifft: MINUS 4 oben im Bryce!

Blue Mountain RV Park, Blanding, UT

Blue Mountain RV Park, Blanding, UT

22. September 2015 – Blanding, UT

Um 6:12 Uhr geht der Wecker, erinnert mich irgendwie an frühere, weniger angenehme Zeiten. Es hat etliche bis sehr viele Wolken, hoffentlich lohnt sich die Nachtarbeit auch. Ich marschiere zügig los, kenne ja jetzt den Standort. Na ja, das Predawn leider sehr mager, so warte ich meine nächste Chance ab, den eigentlichen Sonnenaufgang. Doch die Wolken am Osthimmel lassen der Sonne kaum Platz. Es wird mir ein Zeitfenster von gerade mal 30 Sekunden gewährt, das Pano muss durchgezogen werden, beim letzten Bild ist die Sonne schon wieder hinter der nächst höheren Wolkenbank verschwunden. Ich warte geduldig, aber vergeblich. Halb zufrieden geht es zurück, wo, in Anbetracht des eher mageren Wetters, das Frühstück drinnen serviert wird. Noch Dumpen und Frischwasser, alles im ‘Package Preis’ von USD 23 enthalten, kann die Fahrt südwärts losgehen. Das famose Hanksville streifen wir nur ganz am Rand, der 95 East biegt vor dem eigentlichen ‘Kaff’ links weg. Hier hat es nur gerade zwei offene und zwei bankrotte Tankstellen, welche teuren Sprit an den Mann/Frau bringen wollen (nicht die bankrotten, natürlich). Die ersten 20 Meilen eher langweilig, einzig die rechts neben uns aufragenden Henry Mountains sorgen für etwas Augenschmaus. Nach 20 Meilen käme die Abzweigung zum Little Egypt, nun sogar ausgeschildert und somit kein Geheimtipp mehr. Doch auch die normale Strasse durchfährt nun immer bessere Landschaft: rote Sandsteinburgen, einmal mehr. Leider muss ich mich zum x-ten Male wiederholen: die Landschaft hier in Südost-Utah wirklich vom Allerfeinsten! Die Strasse durch den relativen engen North Wash wurde erst 1976 asphaltiert, manche Leute erachten dieses Stück als ‘One of the Most Scenic Roads in America’. Für mich zumindest in den Top Five! Es geht in die Höhe, dem schrumpfenden Lake Powell entgegen. Der obligate Stopp oben mit Blick runter auf die ehemalige Hite Marine, nun mitten in der Wüste gelegen. Man sagte uns, der See sei nur noch halb so gross wie in den besten Zeiten, aber immer noch riesig und habe mächtig viel Wasser. Zweckoptimismus? Runter in die Tiefe, zuerst über den Dirty Devil, dann über den Colorado und es geht wieder in die Höhe. Das Landschafterlebnis nun etwas weniger obersappertonihaft gut. Wir näheren uns dem White Canyon, der zu unserer linken auftaucht, so folgt die kurvige Strasse immer dem Canyonrand, da und dort erhascht man einen kurzen Blick in die Tiefe. Wer hinunter will, tut dies dann im bald folgenden Natural Bridges National Monument mit den drei bekannten Steinbrücken. Wir versuchen unser Glück und kurven die paar Meilen zum Monument, es herrscht hier plötzlich ein emsig Treiben. Und wie es das Schicksal so will, schnappt ein Kalifornier die letzten beiden Site vor unserer Nase weg. Dies trotz 26 Fuss Limit (inkl. Zugfahrzeug), der Airstream und der Riesen-Pickup natürlich etliches über dem Limit, doch wenn’s kümmert’s? So bekommt der Trailer ein Site, der Pick-up das andere und der Laden ist voll. Wir kurven weiter zum Parkplatz bei der filigransten der drei Brücken, Owachomo Bridge. Hier nun verdiente Mittagsrast und Besprechung über das weitere Vorgehen. Beschluss gefasst: weiter nach Blanding. 35 Meilen durch sehr ansprechende Gegend, natürlich durchfahren wir auch die pittoreske Comb Ridge. Es geht rauf und runter und rauf und runter und wir erreichen den altbekannten 191er, kurz vor Blanding. Nun noch vier Meilen nordwärts und unser Tagesziel ist erreicht. Das Städtchen etwas gewachsen (pop. 3,300, elev. 6,100’) aber noch nicht Moabhafte Dimension und Hektik. Der Supermarket nicht schlecht, das Benzin erstaunlich günstig und der angpeilte Blue Mountain RV Park sehr gut (USD 35.70), die Facilities klein, aber blitzsauber, unser Site weit abseits der Durchgangsstrasse und der Ausblick aus dem Stubenfenster in die Weite hinaus auch nicht zu verachten. Oh, und WiFi hat’s auch, funktioniert sogar ganz gut. Tagebuchaufarbeitung ist angesagt und natürlich Bilder sichten/löschen. Das Wetter bessert sich gegen Abend, die nächsten Tage sollen sehr schön und angenehm warm (nicht mehr heiss) werden. Schweinefilet mit Salat unser Nachtessen, gefolgt von unserer kustomaren Flasche YT. Morgen wollen wir unser Glück herausfordern und einmal mehr den Squaw Flat Campground heimsuchen. Die Chancen zu dieser Jahreszeit sehr gering, momentan ist Hochsaison. Aber: Needles Outpost hat neue Besitzer und ist seit Labor Day wieder geöffnet. Die Vorgängerin war ja eine mehr als nur schillernde Persönlichkeit, man google Tracey Napoleone, viel Spass. So könnten wir auch dort nächtigen (USD 30, ohne Strom, inkl. einer Dusche pro Nase), sind ja nur wenige Meilen bis zu den Nadeln. Der Abend wird entspannend ruhig, unsere englischen und kanadischen Nachbarn benehmen sich sehr gesittet.

Blue Mountains RV Park, Blanding, UT

Blue Mountains RV Park, Blanding, UT