31. Oktober bis 6. November 2019 – Hong Kong

Es ist soweit, unser Nomadenleben kann weitergehen. Tagwache um 7:00 Uhr, Abmarsch dann um 9:00 Uhr, um 10:00 Uhr am Schalter der Cathay Pacific. Alles in kürzester Zeit erledigt. Denkste! Am letzten Sonntag noch dunkelgrün gewählt und heute steht man/frau/kind ungeniert an der Sicherheitskontrolle an, alle Flugscham dahin! 40 Minuten dauert das Warten, haben wir noch nie erlebt! Die Menschenmasse erdrückend, wird das Fliegen morgen verboten? Endlich sind wir durch und müssen uns beeilen, um noch rechtzeitig draussen im Terminal E anzukommen. Hier dann nur kurzes Warten, das undisziplinierte Einsteigen geht sogleich los. Ein zweites Mal sind wir überrascht: die A350 ist bis auf den letzten Platz besetzt. Dabei habe ich von 50% Reduktion des Touristenaufkommens in Hong Kong gelesen. Wir fliegen pünktlich ab, die Maschine ziemlich neu, das Personal sehr freundlich und grosszügig, was den Weinausschank betrifft. Das Essen ebenfalls auf der besseren Seite. Wir sind heute erstmals positiv überrascht. Die 11 Stunden vergehen wie im Flug, das Unterhaltungsprogramm sehr gut und sehr umfangreich. Ich schaue mir die gesamte zweite Staffel von Young Sheldon an. Dann noch Toy Story 4 und etwas Schlaf und die Zeit ist um. Kurz nach 6:00 Uhr landen wir im warmen Hong Kong. Noch herrscht keine Hektik, Immigration ein Kinderspiel und innerhalb weniger Minuten erledigt, keine endlosen Schlangen vor den Schaltern. Nun geht’s per Aiport Express Bahn in die noch weit entfernte Stadt. Zwei Tickets sind für angemessene HKF 170 (CHF 22) zu haben. 25 Minuten braucht der saubere und bequeme Express bis Hong Kong Station. Hier geht’s weiter per Hotel Shuttle, alles im Preis inbegriffen, alle Achtung! Nach wenigen Minuten Warten kommt der Fahrer daher und heisst uns einzusteigen. Wir sind die einzigen Fahrgäste, fast wie ein Privattransfer. Nach wenigen, aber hektischen Minuten sind wir am Ziel, es ist erst 8:00 Uhr und trotzdem kriegen wir bereits unser Zimmer im Hotel Ibis. Dies natürlich keine Edelabsteige, aber sauber und das Personal freundlich und effizient. Wir sind müde, könne jedoch nicht richtig schlafen, also geht’s wieder raus in die nun erwachte Stadt. Hier wird gearbeitet, jerderman/frau ist fleissig, arbeitsscheue Elemente wie unsereins sind wohl nicht gerne gesehen. Die Enge zwischen unzähligen Hochhäusern ist eben etwas eng, wir finden uns nicht richtig zurecht. Trotzdem finden wir Ess- und Trinkbares, dies am HK Macao Ferry Terminal. Zuerst ein guter Kaffee bei McCoffee und nach etlichem Umherschlendern gibt es ein frühes Mittagessen. Das Essen nicht denkwürdig, aber schmackhaft und bezahlbar. Es geht aufs Zimmer, nun sind wir müde genug für eine Mütze Schlaf. Am späteren Nachmittag dann ein Versuch, den Man Mo Tempel ausfindig zu machen. Soll ganz in der Nähe unseres Hotels sein, sagt mir MAPS.ME. Doch die Orientierung ist sehr schwierig, einerseits durch die vielen erwähnten Hochhäuser und andererseits wegen meiner bescheidener Kartelesefähigkeit. Aber auch mein Telefon bekundet Mühe, ein GPS Signal in den Strassenschluchten zu kriegen ist schwierig. So irren wir mehr oder weniger kopflos durch die hektische Stadt und finden mehr durch Zufall denn Können den Tempel. Dieser sah im Reiseführer einiges imposanter und interessanter aus, aber man/frau nimmt was man/frau kriegt.

Der Rückweg gestaltet sich einiges einfacher, haben nun schon etwas mehr Routine und mein Orientierungssinn ist nicht mehr ganz so unbrauchbar wie vorhin. Essensmässig werden wir nicht so glücklich und so enden wir leider im 5. Stock unseres Hotels. Dies nicht gerade ein lauschiges Restaurant, eher eine grössere Snackbar. Doch das Essen ist gut, aber die Preise eher unverschämt hoch. CHF 50 für ein paar Stückchen Huhn mit Reis und eine Wonton Suppe, dazu zwei Minigläser Wein. Nun noch einen Schluck Whiskey und dann ist Nachtruhe angesagt, auch wenn es erst 20:00 Uhr ist.

Wir schlafen bis 7:00 Uhr, das Bett und die Kissen sehr gut. Frühstück ist nicht im Zimmerpreis inkludiert, also müssen wir los um etwas Essbares aufzutreiben. Wellcome heisst uns dann willkommen, dies ein allgegenwärtiger Convenience Store mit sehr gutem Angebot, alles ausser anständiges Brot und Müesli ist zu haben. Äpfel, Joghurt, Cracker und Instant Coffee unsere Wahl. Wieder zurück in unserem Minizimmer, wird das Gekaufte verspiesen und schmeckt nicht einmal schlecht. Das Wetter wie gestern: blauer, leicht dunstiger Himmel und eine angenehme Temperatur, 28° werden’s dann wohl werden. Heutiges Ziel ist Kowloon. Vorher jedoch erwerben wir zwei Octopus Karten, HKD 150 pro Stück, 100 Fahrguthaben, 50 Depot. Wir schlendern bis zum Pier 7, hier tuckert die altersschwache Star Ferry rüber nach Kowloon, HKD 3.10 kostet die leider nur kurze Fahrt. ‘Drüben’ gefällt es uns auf Anhieb, es ist offener, keine engen Strassenschluchten und viel Grünfläche. Auch hier natürlich Nobelhotels und vornedran Nobelkarossen der Marken Ferrari, Lamborghini, etc.. Frau/man hat hier ganz offensichtlich sehr viel Geld, nicht alle jedoch, wir sehen erstmals auch Homeless People. Es ist richtig heiss geworden, doch ein kühlender Wind bläst, herrlich! Ich schlendere längere Zeit durch den Kowloon Park, mitten in der Stadt, eine Oase der Ruhe, inkl. Free WiFi versteht sich. Es ist Samstag, also hat es auch dementsprechend viele Leute, aber richtig stören tut es mich nicht. Die Stadt gefällt, besser als Singapore (schon des besseren Klimas wegen….). Nach ausgiebigem Schlendern, nun wieder zusammen, finden wir uns im Shanghai Lao Lao Restaurant wieder. Es gibt Dim Sum! Dazu noch ein ausgezeichnetes und scharfes Nudelgericht und all dies zu sehr vernünftigem Preis. Wir sind sehr zufrieden und machen uns auf einen längeren Verdauungsspaziergang. Dann geht’s mit der Star Ferry wieder rüber nach Hong Kong, in zehn Minuten erledigt. Nun noch der kurze Gang zurück ins Hotel und wir ruhen uns aus, viele Eindrücke und noch mehr Menschen machen etwas müde und verwirrt. Abends wollen wir in ein nahes Dim Sum Restaurant, sechs Fussminuten vom Hotel entfernt. Doch nach nur drei Minuten Wanderschaft sehen wir immer mehr schwarz gekleidete junge Leute, die meisten mit schwarzen Gesichtsmasken. Also doch! Wir drehen um und marschieren in eine andere Richtung in der Hoffnung diesem Mob ausweichen zu können. Wir erreichen eines der auch in Frage kommenden Restaurants, Basmati mit Namen, indisch wohl die Küche. Wir sind die einzigen Gäste und werden dies auch bleiben. Wir studieren die Speisekarte, aber nicht sehr lange, draussen scheint sich wirklich etwas zusammenzubrauen. Ein Unmenge schwarzer Gestalten rennt vorbei, dann folgt eine ebenso grosse Menge von Polizisten in Kampfmontur, bewaffnet mit Schlagstöcken. Doch auch auf der Gegenseite habe ich den einen oder anderen Hammer in den Händen der rebellierenden Jugend gesehen. Es folgen unzählige Polizeifahrzeuge, alle mit Blau-, hier eher mit Rotlicht. Der Verkehr bricht zusammen, alles stockt, also gehen die Türen der Polizeiwagen auf und eine weitere Unmenge von Polizisten rennt halt zu Fuss weiter. Ah, wir sollten ja unser Essen bestellen, kann ich aber kurz fassen: das Essen ist recht, mehr nicht, doch: reichlich. Aber keine Gaumenfreude, ein weiterer Besuch wird es mit Sicherheit nicht geben. Draussen geht das Spiel weiter, zum Glück findet das Zusammentreffen der beiden Seiten nicht hier statt. Man versichert uns, dass man/frau als Tourist keine Probleme zu vergegenwärtigen hätte, wir werden sehen…… Tatsächlich treffen wir auf dem zum Glück kurzen Nachhauseweg auf keine der beiden verfeindeten Truppen. 100,000 DemonstrantInnen werden an diesem Abend erwartet, ob die Zahl denn auch stimmt, wer weiss? Schade, bisher hat uns HK sehr gut gefallen.

Die Nacht war ruhig, aber auf der eher warmen Seite. 8:00 Uhr ist Tagwache, aber es ist ja Sonntag. Heute wollen wir die Stadt per Tram erkunden. Doch zuerst erneut zu Wellcome, Emi Joghurt fehlt in unserem Mini-Kühlschrank. Danach entern wir eines der recht zahlreich verkehrenden Trams, eine etwas wackelige Fahrt beginnt und endet so schnell nicht, es hat sehr viele Stopps und das Tempo ist gemütlich, perfekt für eine Stadtrundfahrt. Der Preis: etwas über 70 Schweizer Rappen! Causeway Bay die Endstation. Die Menschenmenge enorm, aber es ist Sonntag, was aber hier nichts heissen soll, die meisten Läden sind offen, ebenso wird auf den meisten Baustellen gearbeitet. Überall sehen wir bunte Kopftücher, müssen wohl die zahlreichen malayischen und indonesischen (+/- 100,000) ‘Haushalthilfen’ sein, welche für wenig Geld sechs Tage die Woche zu arbeiten haben. Wir schlendern durch die belebten Strassen, sehr interessant, was hier abgeht. Ich muss es erneut sagen, mir gefällt es hier trotz der ‘Getümmels’. Wie es das kulinarische Schicksal so will, entdecken wir eine weitere Filiale von ‘Shanghai Lao Lao’, allerdings macht der Laden erst, wie viele andere auch, um 12:00 Uhr auf. Also nochmals rein ins Gewühl nach Indonesien. Kurz und bündig: das Essen erneut sehr gut und schmackhaft, Preise und Effizient sind wohl nicht zu überbieten, wir sind halt im geschäftigen/fleissigen Asien. Die Wolkenkratzer über mir schreien förmlich, abgelichtet zu werden, ein paar ganz imposante Dinger stehen hier rum. Wir marschieren langsam zurück, diesmal auf einer Parallelstrasse der ‘Tramstrasse’, die alle paar hundert Meter ihren Namen ändert. Hier hat es Sanitärgeschäfte, nicht eines, nein, gleich Dutzende und alle verkaufen in etwa die selben WCs, Armaturen, Boden- und Wandbelege. Erschöpfung macht sich breit, wir wollen wieder ein Tram als Fortbewegungsmittel. Doch nach längerem Warten kommt keins, nur ein Van der Verkehrsbetriebe zuckelt auf den Schienen an uns vorbei und schreit durchs offene Fenster: ‘No Tram Service’. Schöne Aussichten! Ob irgendwo wohl wieder eine Demo abgeht? Wir versuchen unser Glück mit dem Bussystem, diese grossen Doppeldecker fahren in einer unglaublichen Dichte durch die Strassenschluchten. 969 unsere Nummer, dieser Bus bringt uns zur HK-Macau Fährstation, ein Steinwurf vom Hotel entfernt. Auch hier ist der Preis lächerlich tief, 80 Rappen mögen’s schon sein. Die letzten paar Meter zu Fuss sind schnell zurückgelegt und wir können uns erneut dem Ausruhen widmen. Am späteren Nachmittag mache ich mich nochmals auf die Beine, möchte ich doch die Skyline von Kowloon in einem wärmeren, abendlichen Licht knipsen. Die Sonne geht früh, aber leider nicht sehr sauber unter, trotzdem mache ich ein paar Bilder, wohl mehr der Übung halber, habe die neue Kamera noch nicht im Griff. Um 18:30 Uhr machen wir nochmals einen Versuch, das gestern nicht erreichbare Dim Sum Restaurant zu finden. Dies gelingt auf Anhieb, heute keine Strassenschlacht im Gange. Das winzige Restaurant ist bereits übervoll, trotzdem kriegen wir innert kürzester Zeit einen Minitisch zugewiesen. Der Laden ist eine Goldgrube, die Gäste wohl mehrheitlich Fremdländer unserer Sorte, aber das Essen (Dim Sum eben) sehr gut und schmackhaft, einzig eine Atmosphäre gibt es hier nicht, die Stimmung eher wie in einem Tollhaus oder am Oktoberfest, allerdings ohne Betrunkene. Ein Verdauungsspaziergang steht an, wird auch erledigt, dann ab nach Hause. Die durchschlenderten Strassen,resp. deren Trottoirs erstaunlich sauber, da liegt nix rum!

Heute geht es bereits um 7:00 Uhr los, allerdings nur zum Kaffee und einer weckenden Dusche. Erneut ein improvisiertes Frühstück im Minizimmer,dann geht’s aber los, Ziel Pier Nummer 5, von dort geht die Fähre nach Cheung Chau, einer ziemlich kleinen Insel, 30 oder 45 Minuten (je nach Art der Fähre) entfernt. Immer noch gefällt mir die Stadt, trotz Hektik und dichtem Verkehr. Wir haben Glück, nach nur wenigen Minuten Warten und dem Entrichten von HKD 27 (Sonntag: HKD 38!) nimmt uns eine Express-Fähre mit. der Andrang wohl eher spärlich für hiesige Verhältnisse. Leider sind die Scheiben ziemlich undurchsichtig, somit kriegen wir von der Fahrt wenig mit, also muss halt das Free WiFi herhalten, die 30 Minuten zu überbrücken. Wir sind am Ziel und auf einem anderen Planeten. Hier scheint es einiges weniger an Eile und Geschäftigkeit zu geben. Keine Hochhäuser, dafür die Gassen eng und die zweistöckigen Häuser pittoresk. Sehr fotogen! Doch zuerst muss der Fischerhafen für ein paar Bilder herhalten, auch dieser sehr fotogen, in der Ferne ragen imposante Hügel/Berge aus dem Dunst, in der Nähe unzählige farbige Fischerboote und –bötchen. Wir schlendern durch enge Gassen und geniessen die Unhektik und das exotische Treiben hier. Das Wetter übrigens erneut ein Renner: blauer Himmel und warm bis heiss, aber mit einem kühlenden Wind: perfekt! 21,000 Einwohner soll die nur zweieinhalb Quadratkilometer kleine Insel haben. Doch nun kommt doch noch etwas Stress auf: wo sollen wir essen? Restaurants hätte es einige, aber nicht alle würden meinem Magen wohl ‘gefallen’. Wir einigen uns mit Mühe und bereits knurrendem Magen auf ein Etablissement im zweiten Stock, ohne verständliche Speisekarte wohlgemerkt. Oben angekommen, sind wir die einzigen Langnasen. Bestellt wird per Tablet und es hat sogar eine rudimentäre englische Version. Trotzdem sind wir heillos überfordert, auch die Bedienung kann uns nur wenig weiterhelfen, Englisch leider nicht ihre Stärke, aber Chinesisch auch nicht unsere….. Mit Mühe und Not kriegen wir etwas zusammen und die Bestellung landet in der kleinen Küche. Die Dim Sum schmecken sehr gut, besser als gestern, doch das Pork entpuppt sich als Knochen mit ein paar Fetzen Fleisch/Fett dran, ungeniessbar. Das Minced Chicken dann höllisch scharf und die dazu gereichten ‘Spaghetti’ mehr als nur al dente. Ein wahres Esserlebnis, Erlebnisse müssen ja nicht immer nur positiv sein. So, nun habe ich Freigang, eine Stunde ist mir gegönnt. Ich irre erneut durch die exotischen, eindrücklichen aber blitzsauberen Gassen. Es gefällt! Zurück am Fährhafen geht’s dann ohne Umschweife auf die bald ablegende Express Fähre und in 30 Minuten sind wir wieder in der üblichen Hektik. Es geht nach Hause, hier allerdings für längere Zeit zu wohnen, käme für uns eher nicht in Frage. Abends ein weiterer Versuch, in Hotelnähe zu Essen zu kommen. Wir hetzen mit tausenden anderen auch durch die Strassen und Gassen und nach einer Viertelstunde sind wir am Ziel: Mak’s Noodle, ein traditionell kantonesisches Restaurant. Der kleine Laden ist bereits ziemlich voll, doch schnell werden uns zwei Miniplätze zugewiesen, viele der Gäste, wie unsereins, Langnasen. Ich mache es kurz: das Essen ist unbefriedigend, die berühmten Nüdelchen fad, die gereichte Sauce ungeniessbar und obendrein (oder zum Glück!) die Portionen sehr mickrig. Dafür sind die Preise eher gehoben. Ziemlich ‘Underwhelmed’ spazieren wir zurück ins Hotel.

Erneut ein wunderschöner Morgen und das Wetter bleibt den ganzen Tag über auf der sehr guten, wenn auch warmen Seite. Heute soll es wieder rüber nach Kowloon gehen, doch diesmal mit der MTR. Alle Achtung, diese U-Bahn funktioniert perfekt, alles sauber ausgeschildert, ohne Probleme auch von Fremden zu benützen, die Züge unglaublich lang und in erstaunlicher Frequenz verkehrend, da muss sich Singapur mit Platz 2 begnügen! Wir steigen zwei Mal um, alles ohne Probleme, einziger Kritikpunkt: es ist schw….kalt in den Zügen. Diamond Hill unsere Endstation, hier wollen wir den Nan Lian Garden und danach die Chin Lin Nunnery besichtigen, praktischerweise liegen die beiden Sehenswürdigkeiten eng zusammen. Wir sind beeindruckt! Sehr schön angelegt der grosse Garten und die Architektur des Frauenklosters ebenfalls sehr ansprechend. Der Besucherandrang hier draussen hält sich in Grenzen, ebenfalls zum Glück die Hektik, trotz Nähe zu etlichen ‘vielberasten’ Strassen. Ein nächster Stopp soll dem Wong Tai Sin Tempel gelten. Hier endlich nun ein Tempel nach meinem Gusto, einfach schön und kitschig, aber auch sehr gut besucht. Nebenan bietet sich die riesige Temple Mall an, wir haben Durst, also zuerst rüber und ein eiskaltes Wasser heruntergestürzt. Dann melde ich mich ab, 40 Minuten sollten genügen um etliche Fotos dieses sehr schönen und farbigen Tempels zu machen. Danach ist es bereits wieder Zeit um an eine gemeinsames Essen zu denken. In der Mall hat es diverse Restaurants, wir wählen einmal mehr Shanghai Küche: Shanghai Popo. Der Laden gross und, einmal mehr, sehr effizient. Das Essen sehr gut! Die Preise moderat, eine Perle! Die Nudeln einige Klassen besser als gestern, die Dim Sum äusserst schmackhaft, was wollen wir mehr? Ein kurzer Verdauungsspaziergang zur nächsten MTR Station, wir wollen runter zur Fähre nach Hong Kong. Erneut ist das Zugfahren ein Kinderspiel und schnell erledigt, wir sind am Ziel und auch gleich an der sehr geschäftigen Nathan Road. Hier hat es uns definitiv zu viel Rummel, jeder zweite Inder will mir einen Massanzug aufschwatzen, andere versuchen es mit Uhren oder Handtaschen. Noch ein paar Minuten dem Meer entlang und dann hüpfen wir in die altersschwache Star Ferry, HKD 2.20 sind unter der Woche fällig, die erwähnten HKD 3.10 gelten fürs Wochenende. Noch sind es 20 Minuten bis zum Hotel, wir sind müde, abgekämpft, aber sehr zufrieden. Abends ein weiterer Reinfall, kulinarisch gesprochen. In der näheren Umgebung des Hotels finden wir einfach kein anständiges Restaurant. Der Kellner heute ist die Freundlichkeit in Person, natürlich andersrum zu verstehen. Das Essen, ein Chicken Curry und ein scharfes Nudelgericht eher ländlich, einfach aber doch geschmacklos. Dafür sind die Preise im Rahmen. Auf dem Zimmer dann die obligate Flasche YT (zwei für HKD 100 bei Wellcome, ein guter Preis).

Heute ist es etwas dunstig und auch sonst hat es diverse Fremdkörper am Himmel. Die Wolken lösen sich dann auf, der Dunst bleibt. wir marschieren los zum Pier 4, es gilt, eine Fähre nach Lamma Island zu erwischen. Plötzlich sind wir nicht mehr sicher, wie unser Ziel heisst, hat es doch zwei Fähren zu zwei Orten auf der Insel. Yung Shue Wan oder Sok Kwu Wan, wer kann die Namen aussprechen oder gar sagen wo welcher ist? Nach längerer Debatte nehmen wir die Fähre nach Yung Shue Wan, also noch eine Viertelstunde Wartezeit und HKD 17.80 Fährgeld abliefern  und es kann losgehen. Die Fernsicht, wie schon erwähnt, leider etwas eingetrübt, eindrücklich bleibt sie jedoch, hunderte von Hochhäusern dicht an dicht, dies sieht man nicht alle Tage. Die Fahrt dauert ein knappe halbe Stunde, wir sind am Ziel. Drei grosse Schlote begrüssen uns, dies die Lamma Power Station. Um es allen Recht zu machen, wird hier Strom mit Kohle, Erdgas, Solar und Wind gewonnen, wobei die Kohle am meisten dazu beiträgt.

Das Dorf sieht ähnlich aus, wie jenes auf Cheung Chau, auf der ersten Blick vielleicht nicht so ganz pittoresk, es fehlen die ‘malerischen’ farbigen Fischerboote im Hafen. Doch noch wenigen Minuten gefällt es uns auch hier, vor allem die erneute Antihektik geniessen wir. Viele enge und sehr enge Gassen und Gässchen, meist recht schöne Wohnhäuser und sehr viel Grün dazwischen und in der näheren Ferne. Hier könnte man/frau durchaus Urlaub machen. Um 12:30 Uhr versammelt sich die kleine Reisegruppe wieder, es geht an ein gemeinsames Mittagessen. Die Auswahl an Restaurants ist sehr gross, wir wählen eines mit Dim Sum (was sonst?) im Angebot. Die Dinger sind einmal mehr einfach wunderbar schmackhaft. Zufrieden und um HKD 134 ärmer geht jeder wieder seines Weges, Besammlung am Hafen um 14:15 Uhr, Abfahrt dann um 14:30 Uhr. Ich ‘entdecke’ noch eine winzigen, menschenleeren Strand, etwas versteckt und ausserhalb des Hafenstädtchens. Leider ist die Sicht auf die zahlreichen Inseln in der Ferne schlecht, die eine oder andere wäre sicher auch einen Besuch wert, so man könnte. Es geht zurück nach HK Central, mitten ins G’wurl. Wir beschliessen, auf ein Auswärtsessen zu verzichten, haben wir doch auf der Insel richtiges Baguette erstanden und bei Wellcome kommen wir zu gutem Parmaschinken. Diverses, einiges oder gar fast alles kann man/frau hier auch mit der Octopus MTR Karte bezahlen, nicht nur Bus- oder Fährfahrten, ganz praktisch. So bleiben wir auf dem Zimmer und haben unsere Ruhe und auch keine nicht sonderlich freundlichen Kellner. Die sechs Tage hier waren sehr interessant, meist etwas hektisch, die Mittagessen sehr gut, die Abendessen weniger, aber das kann durchaus an unserer falschen/schlechten Wahl liegen. Die Fotoausbeute gross, wenn auch noch lange nicht ‘gesichtet’, mit der neuen Kamera bin ich bisher sehr zufrieden, der Autofokus sitzt, eine wohltuende Abwechslung.