28. September bis 5. Oktober 2019 – Needles, Canyonlands NP

Wir müssen nicht früh auf, die Fahrt heute 50 Meilen und wir haben ja eine Reservation beim Needles Outpost RV Park in der Tasche. Das Wetter einmalig, die Temperatur bereits erstaunlich hoch: 12°, dies auf über 2,000 Meter Höhe. Nach Dusche und Morgenessen und Anruf nach Bülach geht’s in die Stadt, wir bunkern noch relativ günstiges Benzin zu USD 3.00 die Gallone. Weiter geht’s, dem Paradies entgegen, der Verkehr hält sich im Rahmen, mehrheitlich natürlich RVs und Lastwagen. Die Fahrt muss ich nicht zum x-ten Male beschreiben, einfach unvergleichlich schön. Der Needles Outpost ist erreicht, wir checken ein, suchen uns ein einigermassen ebenes, sandiges Site und lassen ein Tischtusch als Beweis unserer Okkupation hier. Es geht weiter in den nahen Park, wir möchten uns, trotz Starkwind, etwas die Füsse vertreten. So kurven wir zum grossen Parkplatz im A-Loop (First Come – First Served) und passieren doch um 11:30 Uhr an einem Samstag ein noch freies Site! Ungläubig fahren wir weiter, doch nach wenigen Metern drehen wir um und schnappen uns diesen Platz, ehe es ein anderer tut. Site #5 ist nicht sehr gross, hat wenig Umschwung und Null Schatten. Aber in Anbetracht des kommenden kühlen Wetters ist dies eher von Vorteil. Nun marschieren wir den Rest des weitläufigen Loops ab, morgen und  übermorgen würden einige Sites freiwerden. Wir bezahlen vorerst nur für eine Nacht, vielleicht werden wir morgen zügeln. Lunch steht auf dem Programm, dann fahren wir die paar Meilen wieder raus zum Outpost und beichten unsere neue Situation, wir verschieben einfach unsere Reservation auf kommenden Samstag, beide Seiten sind einverstanden. So gelten die USD 22.50 für nächste Woche, keine finanzielle Einbusse, perfekt! Nun wieder, definitiv, in den Park der Pärke, einer der schönsten National Parks für uns. Weniger schön immer noch der extrem böige Wind, Sturmspitzen bis 55 mph sind angesagt. Also wir nicht viel mit spazieren. Erst um 16:30 Uhr verdrücke ich mich für eine Stunde zwischen die zahllosen Felsen und suche einen Weg für meine morgendlichen Fotoabenteuer. Nicht ganz einfach, auf dem Rückweg stehe ich zwei Male vor einem unüberwindbaren Abgrund und muss mir einen neuen Weg suchen. Mit nur einer Minute Verspätung bin ich zurück, Apéro-time! Leider kein weiteres Ausrücken, der Wind ist zu stark und rote Sandsteinfelsen habe ich schon genug in meinem Portefeuille. Das Handicapped (korrekter wohl: People with Mobility Issues) Site neben uns bleibt leer. Dies wäre ab 20:00 Uhr auch für ‘normale’ Camper zu haben. Unisex Toiletten heissen hier neuerdings Gender Neutral. Ohne Orkan würde es sich hier ganz gut leben lassen…..

 

Der Wind war auch in der warmen Nacht sehr aktiv! 19° zu 20° die Situation um 7:30 Uhr. Zum Wind gesellen sich nun noch riesige Wolkenschiffe die gen Norden ziehen. Ein früher Wintersturm werde unerwartet grosse Schneemassen in den Rockies bringen. Im Yellowstone fällt das Quecksilber in der Nacht auf Minus 10°! Auch hier wird es in drei Tagen nur noch 4°, allerdings plus,  in der Nacht. Seit 1934 soll es nicht mehr einen solch starken Sturm mit Rekordschneemengen gegeben haben, wissen die allwissenden Medien zu berichten. So üben wir uns vorläufig in Stubenarrest, auch ganz bequem. Zwischendurch tanze ich allerdings auf den fotogenen Felsen vor der Haustüre rum, die Wolkenstimmungen dramatisch, es gibt sogar Regen. Die Regentropfen füllen sich an wie kleine Nadeln, der Orkan erneut der Schuldige. Die meiste Zeit jedoch sind wir leider drinnen, der Orkan zu unangenehm. Lediglich ein Verdauungsspaziergang liegt drin und dieser bei relativer Windstille. Ist dies bereits das erhoffte ende des ewigen Sturmes? Leider nein, kurze Zeit später rüttelt es wieder an unserem Heim, dass einem Angst und Bange werden könnte. Doch heftigen Wind hatten wir hier schon etliche Male, keine Wetteranomalie.

 

Der Wind hat endlich gegen die Morgenstunden nachgelassen. Es ist drei Grad kühler und der Osthimmel ist mit dicken Wolken verziert. Doch die Sonne macht nach kurzer Zeit auch solchen, eben kurzen, Prozess. Der Himmel stahlblau, die Luft nun wieder sehr klar, der Wind in erträglichem Rahmen, aber es ist doch merklich kühler als die letzten Tage. Keine Ausrede, wir machen den Squaw Flat Loop. 7.6 Kilometer, immer rauf und runter, zwischendurch auch einmal ein ebenes Stück. Wunderschön! Leider fehlen natürlich die blühenden Kakteen, welche uns im Mai so begeistert hatten. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön und das Wanderaufkommen erstaunlich gering, was machen all die Leute hier auf dem immer vollen Camping wenn nicht wandern? Wir üben an unserer neunen Wandermethode: langsam. So brauchen wir diesmal über viereinhalb Stunden für den ganzen Loop. Trotzdem lege ich danach einen Kurzschlaf ein, verboten ist dies ja nicht. Unsere Nachbarn sitzen immer noch in ihrem grossen Airstream Trailer und hören Radio. Ein herrlicher Tag, morgen heisst es nun endlich für mich früh raus zu den Nadeln. Nach dem Apéro renne ich nochmals rauf auf die nahen Felsen und bin erst kurz nach Sonnenuntergang wieder daheim. Es ist einfach wunderschön hier draussen!

 

Zum Glück bin ich schon früh wach, der Wecker wäre erst um 5:55 Uhr abends los. Wieder einmal Mühe mit AM und PM! Es ist dunkel, der Sterne sind da viele. Es muss also losgehen. 13° ist nicht schlecht, eher leichte Kluft ist angesagt. Eine neue Route für mich, natürlich bin ich überfordert, der grösste Feind eben die Dunkelheit, kein Vollmond hilft mir, meine beiden Taschenlampen erhellen nur die nähere Umgebung. Doch ich finde meinen Weg, wenn er auch ein langer und im wahrsten Sinne steiniger ist. Ich bin zu früh dran, aber warten kann ich ja immer. Das Predawn kommt, wenn auch eher schwach, dann die fahlen 10 Minuten und das erste Licht trifft auf die Nadeln. Auch dieses Licht eher fahl, doch rot ist es allemal. Nach diversen Panos habe ich es einmal mehr gesehen, der längere Rückweg kann angetreten werden, diesmal satte 30 Minuten. Nach dem Frühstück geht’s los, wir wohlen einen, den grössten Teil hoffentlich, des Peekaboo Trails ‘machen’. Das Wetter perfekt, der Wind fast etwas auf der kühlen Seite. Nach zweieinhalb Stunden drehen wir um und sind auch nach fünf Stunden wieder zurück beim Camper, eine sehr, sehr schöne Wanderung, aber das sind sie ja alle hier……. Apéro heute um 17:00 Uhr ich möchte danach erneut raus, resp. rauf in die Steinlandschaft. Kurz vor 19:00 Uhr bin ich zurück und alsbald laben wir uns an einen formidablen Kao Soi. Der Verdauungsspaziergang dann während des sehr roten Afterglows, aber ich kann nicht noch mehr rote Steine fotografieren. Der Abend erneut wunderbar ruhig, der zwischendurch aggressive Wind hat sich gelegt.

 

Ich geniessen den Sonnenaufgang aus dem Stubenfenster, eine wunderschöne Sache, auch ohne Kamera. Dann geht’s wieder bis 8:00 Uhr ins warme Bett, 14°, resp. 12° sind nicht eben viel. So muss wohl kurz Furny zum Einsatz kommen. Es ist heute eine Spur kühler als auch schon, somit fühlt sich der wieder aufkommende Wind noch kälter an. Keine grosse Wanderung ist anstehend, ich möchte einfach in der Gegend ‘herumturnen’, immer auf Sandstein, versteht sich. Die Kryptobiotische Kruste gilt es um jeden Preis zu vermeiden und dies ist nicht immer ganz einfach, sind diese kleinen, schwarzen Erdhäufchen doch fast allgegenwärtig. So sind wir nach knapp zwei Stunden wieder zurück und denken sogleich an ein Mittagessen. Danach muss ich endlich mit meinen Bildern aufräumen, meine beste Waffe/Hilfe immer noch die Delete Taste. Um 16:00 Uhr mache ich mich nochmals auf die Socken, es hat sicherlich Steine, die ich noch noch nicht fotografiert habe. Natürlich finde ich genügend ‘Material’, der Speicherchip ist geduldig und gross. Exakt zur üblichen Apérozeit bin ich zurück, den YT Chardonnay lass ich mir nicht entgehen. Abends eine Art ‘Fischstäbli’, grossspurig als Fish Fillets’ deklariert, schmecken diese aber wir Fischmus im Teigmantel, heben wir uns den Fisch lieber bis Australien oder besser noch Teneriffa auf. Die Farben vor, während und vor allem nach Sonnenuntergang sind spektakulär, leider ohne Kamera und nur auf der Verdauungsrunde erlebt. Erneut ein totenstiller Abend hier im Paradies.

 

Es ist 9° und 6:20 Uhr, Zeit für mich einmal mehr zum Berg hoch zu pilgern. Doch diesmal sind es nicht die Felsnadeln, sondern der beiden Zwillingstürme hinter dem Campingplatz, bequem innert 20 (Kletter-)Minuten zu erreichen. Das Predawn Licht wird grandios! Ich bin im Himmel, nein, im Paradies, habe ich ja gestern erwähnt. Das extrem farbige Licht bleibt und bleibt, die fahle Phase dann nur kurz und dann kommt das ‘richtige’ Licht, auch nicht schlecht. Sehr, sehr zufrieden stolpere ich nach Hause. Nach Kaffee und Frühstück geht’s erneut raus in die fabelhaft schöne Natur, diesmal natürlich zu zweit. Wir spazieren auf der Gravel Road, welche runter zum Parkplatz beim Elephant Hill führt. Perfektes Wanderwetter, noch ist es nicht zu warm und ein kühler Wind weht. So sind die 5.3 Kilometer schnell abgespult, der Autoverkehr noch nicht stark. Doch der Parkplatz dann schon recht voll, hier wird nun entweder zum Chesler Park gewandert oder den Elephant Hill hoch ‘geviermalviert’, nur für richtige Männer, versteht sich. Wir nehmen die Wanderoute, doch nicht bis in den Chesler Park, es geht vorher links weg, zurück Richtung Campingplatz, auf und ab und nochmal auf und ab und nochmals auf und ab. Doch die Anstrengung lohnt, der Landschaft ist ein Knüller. Nach viereinhalb Stunden und 13.5 Kilometer ist die ‘Sache’ erledigt, müde und zufrieden sind wir zurück. Ein Power Nap, dann an an Arbeit, es warten sehr, sehr viele Bilder auf mich und die Delete Taste. Nach vorgezogenem Apéro und Abendessen mache ich mich kurz nach Sonnenuntergang nochmals auf, ich möchte die Nadeln im Gegenlicht fotografieren, gestern war der Himmel ein Traum. Heute leider nicht, wie sich nach knapp 30 Minuten herausstellt. Es hat Rauch am Westhorizont, dieser, der Rauch, wird wohl farbig/gelb, aber ich hatte auf ein dunkelviolett spekuliert. Halb zufrieden trete ich die für mich gefährliche Rückreise an. Es ist mittlerweile ziemlich dunkel und ich sehe weniger als nichts, da hilft auch die kleine ‘Koplamp’ nicht viel. Solche Ausflüge werde ich in Zukunft tunlichst vermeiden!

 

Kurz nach 7:00 Uhr stehe ich auf und erfreue mich an einem recht farbigen Morgenhimmel, dann endlich ‘dämmert’ es mir, ich könnte ja raus und ein paar Fotos machen. Im Nu bin ich reisefertig, das Stativ lasse ich hier, es ist ja bereits sehr hell und auch anständig warm: 17°! Dabei waren 4° angesagt gewesen. Kaum bin ich oben auf meinen Felsen kommt die Sonne und die grosse Sandsteinfestung wird angestrahlt, wunderbar! Dies könne morgen mein Panoramaplatz werden, wir werden sehen. Sehr zufrieden und mit sehr vielen Bildern strauchle ich runter nach Hause. Der Wind scheint heut wieder an Fahrt gewonnen zu haben, doch die höhere Temperatur wird dies wohl wieder ausgleichen und uns schönstes Wanderwetter bescheren.  Wie es der Zufall halt so will, kommen die Luzerner Noé und Andrea mit ihrem Jeep daher, Amerika ist halt klein. Die beiden suchen ein frei werdendes Site und haben Glück, das übernächste können sie ‘erben’. Nach ein wenig Geplauder gehen wir unseren Weg, nämlich den Wanderweg, auch Squaw Flat Loop genannt. Etwas über vier Stunden, im Uhrzeigersinn angegangen, können sich sehen lassen, 13 Kilometer war der ganze ‘Waggel’. Immer wieder wunderschön, wenn auch heute relativ stark bewandert. Der Wind wird immer stärker, nun sind plötzlich neue Wetterprognosen aufgetaucht, resp. ausgehängt worden, diese prophezeien Windböen von erneut über 40 mph. Also wohl wieder ein Kaltfront im Anzug. Es soll morgen nur noch 69° warm werden, für heute sind 81° angesagt. Die Wetterprognosen sind eher ein Ratespiel denn seriöses Handwerk oder gar eine Wissenschaft. Kein abendliches Ausrücken, nur eine Platzrunde und ein längerer Schwatz mit den Luzernern.

 

6:20 Uhr ist’s und ich stehe sofort auf! Der Himmel klar, also nix wie rauf auf die nahen Sandsteinfelsen. Ich finde, trotz Dunkelheit, sogar noch einen neuen, besseren Standort. Das Predawn Licht kommt und zwar gewaltig, selten solche intensiven Farben erleben dürfen. Needles verabschiedet sich bei mir mit einer wahren Feuerwerk. Ich bin mehr als zufrieden und die Panos, ich nehme es vorweg, gelingen recht gut. Es folgt ein Frühstück und nochmals eine längerer Schwatz mit Noé und Andrea. Die beiden wollen runter nach Mexico und weiter bis Panama, na ja, lieber sie, als wir. Leider brechen wir unsere Zelte ab, die sieben erlaubten Campiertage sind um, aber wir nächtigen ja nur ein paar Meilen ausserhalb des Parks, also können wir den ganzen Tag noch tun und lassen, was wir wollen. 10:00 Uhr kommt, Check-out Time und niemand will unser Site, dabei ist es Samstag und Hochsaison, komisch! Wir spulen den Scenic Drive ab, runter bis die Strasse aufhört und die Wanderung zum Confluence Overlook beginnen würde, nicht für uns, zumindest nicht heute. Wir machen den einfachen Slickrock Foot Trail, der aber auch einiges an wunderschönen Ausblicken in die Landschaft bieten kann. Es ist sehr wenig Fussvolk unterwegs. Der Wind heute kühl, die Temperatur auch, perfektes Wanderwetter. Lunch gibt’s dann auf dem unerwartet betriebsamen Parkplatz beim Visitor Center. Grund der Kommotion sind die zahlreichen Jeep Enthusiasten, welche hier ihre kostbare Fracht von den Anhängern bugsieren. Dann geht’s natürlich ab in die zu bezähmende Wildnis, aber nur nicht zu Fuss! Wir checken e-mails, WiFi langsam doch immerhin vorhanden und gratis. Am späteren Nachmittag dislozieren wir zum Needles Outpost Campground. Bezahlt haben wir ja bereits letzten Samstag, so okkupieren wir, diesmal für eine ganze Nacht, das Site #25, eines der wenigen weniger schiefen. Überall hat es roter Sand/Staub, zum Glück weht nur ein laues, aber kühles Lüftchen. Der Platz füllt sich erstaunlich gut, wir mögen es den engagierten und sehr freundlichen Betreibern gönnen. OK, die sanitären Anlagen sind nicht Grand Hotel Standard und es wären auch USD 3 für eine Dusche zu bezahlen. Wasser ist hier Mangelware und muss von etlichen Meilen entfernt herangekarrt werden. Benzin gäbe es auch: USD 6 die Gallone! Es ist ruhig, das Farbenspiel am Westhimmel eine Klasse für sich. Leider hat es keinen ‘anständigen’ Vordergrund, so ist nix mit Bildern.

 

 

29. September 2018 – Needles Outpost, UT

Es ist 10° und hat etliche Wolken…. Heaty Logan schnurrt vor sich hin und bald ist die Stube bewohnbar. Ein Dusche ist fällig, bei mir auch eine Rasur. Nach dem Frühstück geht’s schnell raus zu Safeway, Salat wäre unser Wunsch. Die Sorte ‘Fresh Express Sweet & Crunchy’ haben wir bis dato nur in dieser Supermarktkette ‘gefunden’. Dann zu City Market Tankstelle, hier gibt’s dank unseren Fuel Points Benzin für günstige USD 2.85 pro Gallone, unser Gefährt will 35 davon. Die Fahrt westwärts geht nun definitiv los. wir durchfahren eine recht flache Hochebene immer +/- 2,000 Meter über Meer. Landwirtschaft wird hier betrieben, woher das Wasser kommt, weiss ich nicht. Einige eher triste Dörfer werden durchfahren und bald sind wir erneut in Utah. Die Landschaft ändert deswegen nicht, nur die Abajo Mountains sind nun näher. Ein Stopp bei Family Dollar, aber die haben keine mini-Schraubenzieher im Angebot, so kaufe ich halt Batterien für meine neue Koplamp. Monticello präsentiert sich verschlafen wie eh und je. 2,000 zu 7,000 so das Verhältnis Einwohner und Höhe. Nun geht’s gen Norden, die Strasse #191 soll uns bis zum Church Rock bringen. Hier biegen wir links weg auf die #211. Die Landschaft immer noch eher flach und langweilig, einzig ein paar farbige Waldstücke oben an den Abajos bringen etwas Farbe ins Spiel. Nach ein paar Meilen führt die Strasse in engen Kurven runter zum den Indian Creek, resp. dann dem berühmten Newspaper Rock. Aber ich lese heutzutage meine News lieber am Bildschirm und nicht mühsam vom Sandstein. Jetzt kommt das Paradies! Die Enge ist weg, die Landschaft öffnet sich und meine Sandsteinschlösser, –burgen tauchen auf, einfach herrlich! Das Wetter nicht ganz eindeutig, es hat viele leider unschöne Schleierwolken und es weht ein kräftig Lüftchen. Doch Himmelblau gibt’s auch, also nicht undankbar sein. Nach 120 Meilen sind wir am Ziel: Needles. Natürlich ist der kleine B Campground voll (der A Loop ist ja exklusive für Herrschaften mit einer Reservation). Wir platzieren unser Gefährt auf einen der wenigen Parkplätze und machen späte Mittagspause. Recht viele Sites hier werden morgen frei werden, die Chance eines zu kriegen wahrscheinlich nicht schlecht.  Es kann auf eine erste Wanderung gehen, nichts verrücktes, dafür ist es zu spät und immer noch zu heiss. Aber es ist einfach unbeschreiblich schön hier draussen, nicht zu beschreiben, man/frau muss es erfühlen. Nach knapp zwei Stunden sind wir zufrieden uns auch ein bisschen müde zurück im nun mächtig heissen Camper. Langsam dislozieren wir raus auf den Needles Outpost Camping, aber wir kommen ja morgen wieder und campieren, dank dem Effort meiner Besten Hälfte, hier dann auf dem auch schon okkupierten Site #19. 6 Meilen und wir sind am Ziel. Der Laden kommt etwas abgekämpft daher, doch die Bedienung extrem freundlich und lustig. USD 22.50 sind für ein Site abzuliefern, ohne Strom, Wasser, Sewer, Showers. Letztere beiden sind gegen Gebühr zu haben. Die einzelnen Site im tiefen Sand angelegt und mächtig schief. Der Andrang hier ist recht stark und so ist die Geräuschkulisse erstaunlich hoch. Schuld daran wohl der grosse halbrunde Sandsteinfelsen in nächster Nähe, jedes Geräusch wird verstärkt  von diesem zurückgeworfen. Es ist heiss, Blasi Boise kommt zum Einsatz. Draussen bläst auch ein Lüftchen, allerdings einige Nummern stärker. Der Sonnenuntergang wird wunderschön, die Temperatur sinkt leicht, der Wind ist nun annehmbar und auch gut zu gebrauchen, alle Türen und Fenster sind offen, wir wollen unsere gute Stube so gut es eben geht runterkühlen. Seit Urzeiten sehen wir wieder einmal einen phantastischen Sternenhimmel, wunderbar. Die Wettersituation soll sich leider zu unseren Ungunsten ändern, doch wir nehmen, was wir kriegen.