28. September bis 5. Oktober 2019 – Needles, Canyonlands NP

Wir müssen nicht früh auf, die Fahrt heute 50 Meilen und wir haben ja eine Reservation beim Needles Outpost RV Park in der Tasche. Das Wetter einmalig, die Temperatur bereits erstaunlich hoch: 12°, dies auf über 2,000 Meter Höhe. Nach Dusche und Morgenessen und Anruf nach Bülach geht’s in die Stadt, wir bunkern noch relativ günstiges Benzin zu USD 3.00 die Gallone. Weiter geht’s, dem Paradies entgegen, der Verkehr hält sich im Rahmen, mehrheitlich natürlich RVs und Lastwagen. Die Fahrt muss ich nicht zum x-ten Male beschreiben, einfach unvergleichlich schön. Der Needles Outpost ist erreicht, wir checken ein, suchen uns ein einigermassen ebenes, sandiges Site und lassen ein Tischtusch als Beweis unserer Okkupation hier. Es geht weiter in den nahen Park, wir möchten uns, trotz Starkwind, etwas die Füsse vertreten. So kurven wir zum grossen Parkplatz im A-Loop (First Come – First Served) und passieren doch um 11:30 Uhr an einem Samstag ein noch freies Site! Ungläubig fahren wir weiter, doch nach wenigen Metern drehen wir um und schnappen uns diesen Platz, ehe es ein anderer tut. Site #5 ist nicht sehr gross, hat wenig Umschwung und Null Schatten. Aber in Anbetracht des kommenden kühlen Wetters ist dies eher von Vorteil. Nun marschieren wir den Rest des weitläufigen Loops ab, morgen und  übermorgen würden einige Sites freiwerden. Wir bezahlen vorerst nur für eine Nacht, vielleicht werden wir morgen zügeln. Lunch steht auf dem Programm, dann fahren wir die paar Meilen wieder raus zum Outpost und beichten unsere neue Situation, wir verschieben einfach unsere Reservation auf kommenden Samstag, beide Seiten sind einverstanden. So gelten die USD 22.50 für nächste Woche, keine finanzielle Einbusse, perfekt! Nun wieder, definitiv, in den Park der Pärke, einer der schönsten National Parks für uns. Weniger schön immer noch der extrem böige Wind, Sturmspitzen bis 55 mph sind angesagt. Also wir nicht viel mit spazieren. Erst um 16:30 Uhr verdrücke ich mich für eine Stunde zwischen die zahllosen Felsen und suche einen Weg für meine morgendlichen Fotoabenteuer. Nicht ganz einfach, auf dem Rückweg stehe ich zwei Male vor einem unüberwindbaren Abgrund und muss mir einen neuen Weg suchen. Mit nur einer Minute Verspätung bin ich zurück, Apéro-time! Leider kein weiteres Ausrücken, der Wind ist zu stark und rote Sandsteinfelsen habe ich schon genug in meinem Portefeuille. Das Handicapped (korrekter wohl: People with Mobility Issues) Site neben uns bleibt leer. Dies wäre ab 20:00 Uhr auch für ‘normale’ Camper zu haben. Unisex Toiletten heissen hier neuerdings Gender Neutral. Ohne Orkan würde es sich hier ganz gut leben lassen…..

 

Der Wind war auch in der warmen Nacht sehr aktiv! 19° zu 20° die Situation um 7:30 Uhr. Zum Wind gesellen sich nun noch riesige Wolkenschiffe die gen Norden ziehen. Ein früher Wintersturm werde unerwartet grosse Schneemassen in den Rockies bringen. Im Yellowstone fällt das Quecksilber in der Nacht auf Minus 10°! Auch hier wird es in drei Tagen nur noch 4°, allerdings plus,  in der Nacht. Seit 1934 soll es nicht mehr einen solch starken Sturm mit Rekordschneemengen gegeben haben, wissen die allwissenden Medien zu berichten. So üben wir uns vorläufig in Stubenarrest, auch ganz bequem. Zwischendurch tanze ich allerdings auf den fotogenen Felsen vor der Haustüre rum, die Wolkenstimmungen dramatisch, es gibt sogar Regen. Die Regentropfen füllen sich an wie kleine Nadeln, der Orkan erneut der Schuldige. Die meiste Zeit jedoch sind wir leider drinnen, der Orkan zu unangenehm. Lediglich ein Verdauungsspaziergang liegt drin und dieser bei relativer Windstille. Ist dies bereits das erhoffte ende des ewigen Sturmes? Leider nein, kurze Zeit später rüttelt es wieder an unserem Heim, dass einem Angst und Bange werden könnte. Doch heftigen Wind hatten wir hier schon etliche Male, keine Wetteranomalie.

 

Der Wind hat endlich gegen die Morgenstunden nachgelassen. Es ist drei Grad kühler und der Osthimmel ist mit dicken Wolken verziert. Doch die Sonne macht nach kurzer Zeit auch solchen, eben kurzen, Prozess. Der Himmel stahlblau, die Luft nun wieder sehr klar, der Wind in erträglichem Rahmen, aber es ist doch merklich kühler als die letzten Tage. Keine Ausrede, wir machen den Squaw Flat Loop. 7.6 Kilometer, immer rauf und runter, zwischendurch auch einmal ein ebenes Stück. Wunderschön! Leider fehlen natürlich die blühenden Kakteen, welche uns im Mai so begeistert hatten. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön und das Wanderaufkommen erstaunlich gering, was machen all die Leute hier auf dem immer vollen Camping wenn nicht wandern? Wir üben an unserer neunen Wandermethode: langsam. So brauchen wir diesmal über viereinhalb Stunden für den ganzen Loop. Trotzdem lege ich danach einen Kurzschlaf ein, verboten ist dies ja nicht. Unsere Nachbarn sitzen immer noch in ihrem grossen Airstream Trailer und hören Radio. Ein herrlicher Tag, morgen heisst es nun endlich für mich früh raus zu den Nadeln. Nach dem Apéro renne ich nochmals rauf auf die nahen Felsen und bin erst kurz nach Sonnenuntergang wieder daheim. Es ist einfach wunderschön hier draussen!

 

Zum Glück bin ich schon früh wach, der Wecker wäre erst um 5:55 Uhr abends los. Wieder einmal Mühe mit AM und PM! Es ist dunkel, der Sterne sind da viele. Es muss also losgehen. 13° ist nicht schlecht, eher leichte Kluft ist angesagt. Eine neue Route für mich, natürlich bin ich überfordert, der grösste Feind eben die Dunkelheit, kein Vollmond hilft mir, meine beiden Taschenlampen erhellen nur die nähere Umgebung. Doch ich finde meinen Weg, wenn er auch ein langer und im wahrsten Sinne steiniger ist. Ich bin zu früh dran, aber warten kann ich ja immer. Das Predawn kommt, wenn auch eher schwach, dann die fahlen 10 Minuten und das erste Licht trifft auf die Nadeln. Auch dieses Licht eher fahl, doch rot ist es allemal. Nach diversen Panos habe ich es einmal mehr gesehen, der längere Rückweg kann angetreten werden, diesmal satte 30 Minuten. Nach dem Frühstück geht’s los, wir wohlen einen, den grössten Teil hoffentlich, des Peekaboo Trails ‘machen’. Das Wetter perfekt, der Wind fast etwas auf der kühlen Seite. Nach zweieinhalb Stunden drehen wir um und sind auch nach fünf Stunden wieder zurück beim Camper, eine sehr, sehr schöne Wanderung, aber das sind sie ja alle hier……. Apéro heute um 17:00 Uhr ich möchte danach erneut raus, resp. rauf in die Steinlandschaft. Kurz vor 19:00 Uhr bin ich zurück und alsbald laben wir uns an einen formidablen Kao Soi. Der Verdauungsspaziergang dann während des sehr roten Afterglows, aber ich kann nicht noch mehr rote Steine fotografieren. Der Abend erneut wunderbar ruhig, der zwischendurch aggressive Wind hat sich gelegt.

 

Ich geniessen den Sonnenaufgang aus dem Stubenfenster, eine wunderschöne Sache, auch ohne Kamera. Dann geht’s wieder bis 8:00 Uhr ins warme Bett, 14°, resp. 12° sind nicht eben viel. So muss wohl kurz Furny zum Einsatz kommen. Es ist heute eine Spur kühler als auch schon, somit fühlt sich der wieder aufkommende Wind noch kälter an. Keine grosse Wanderung ist anstehend, ich möchte einfach in der Gegend ‘herumturnen’, immer auf Sandstein, versteht sich. Die Kryptobiotische Kruste gilt es um jeden Preis zu vermeiden und dies ist nicht immer ganz einfach, sind diese kleinen, schwarzen Erdhäufchen doch fast allgegenwärtig. So sind wir nach knapp zwei Stunden wieder zurück und denken sogleich an ein Mittagessen. Danach muss ich endlich mit meinen Bildern aufräumen, meine beste Waffe/Hilfe immer noch die Delete Taste. Um 16:00 Uhr mache ich mich nochmals auf die Socken, es hat sicherlich Steine, die ich noch noch nicht fotografiert habe. Natürlich finde ich genügend ‘Material’, der Speicherchip ist geduldig und gross. Exakt zur üblichen Apérozeit bin ich zurück, den YT Chardonnay lass ich mir nicht entgehen. Abends eine Art ‘Fischstäbli’, grossspurig als Fish Fillets’ deklariert, schmecken diese aber wir Fischmus im Teigmantel, heben wir uns den Fisch lieber bis Australien oder besser noch Teneriffa auf. Die Farben vor, während und vor allem nach Sonnenuntergang sind spektakulär, leider ohne Kamera und nur auf der Verdauungsrunde erlebt. Erneut ein totenstiller Abend hier im Paradies.

 

Es ist 9° und 6:20 Uhr, Zeit für mich einmal mehr zum Berg hoch zu pilgern. Doch diesmal sind es nicht die Felsnadeln, sondern der beiden Zwillingstürme hinter dem Campingplatz, bequem innert 20 (Kletter-)Minuten zu erreichen. Das Predawn Licht wird grandios! Ich bin im Himmel, nein, im Paradies, habe ich ja gestern erwähnt. Das extrem farbige Licht bleibt und bleibt, die fahle Phase dann nur kurz und dann kommt das ‘richtige’ Licht, auch nicht schlecht. Sehr, sehr zufrieden stolpere ich nach Hause. Nach Kaffee und Frühstück geht’s erneut raus in die fabelhaft schöne Natur, diesmal natürlich zu zweit. Wir spazieren auf der Gravel Road, welche runter zum Parkplatz beim Elephant Hill führt. Perfektes Wanderwetter, noch ist es nicht zu warm und ein kühler Wind weht. So sind die 5.3 Kilometer schnell abgespult, der Autoverkehr noch nicht stark. Doch der Parkplatz dann schon recht voll, hier wird nun entweder zum Chesler Park gewandert oder den Elephant Hill hoch ‘geviermalviert’, nur für richtige Männer, versteht sich. Wir nehmen die Wanderoute, doch nicht bis in den Chesler Park, es geht vorher links weg, zurück Richtung Campingplatz, auf und ab und nochmal auf und ab und nochmals auf und ab. Doch die Anstrengung lohnt, der Landschaft ist ein Knüller. Nach viereinhalb Stunden und 13.5 Kilometer ist die ‘Sache’ erledigt, müde und zufrieden sind wir zurück. Ein Power Nap, dann an an Arbeit, es warten sehr, sehr viele Bilder auf mich und die Delete Taste. Nach vorgezogenem Apéro und Abendessen mache ich mich kurz nach Sonnenuntergang nochmals auf, ich möchte die Nadeln im Gegenlicht fotografieren, gestern war der Himmel ein Traum. Heute leider nicht, wie sich nach knapp 30 Minuten herausstellt. Es hat Rauch am Westhorizont, dieser, der Rauch, wird wohl farbig/gelb, aber ich hatte auf ein dunkelviolett spekuliert. Halb zufrieden trete ich die für mich gefährliche Rückreise an. Es ist mittlerweile ziemlich dunkel und ich sehe weniger als nichts, da hilft auch die kleine ‘Koplamp’ nicht viel. Solche Ausflüge werde ich in Zukunft tunlichst vermeiden!

 

Kurz nach 7:00 Uhr stehe ich auf und erfreue mich an einem recht farbigen Morgenhimmel, dann endlich ‘dämmert’ es mir, ich könnte ja raus und ein paar Fotos machen. Im Nu bin ich reisefertig, das Stativ lasse ich hier, es ist ja bereits sehr hell und auch anständig warm: 17°! Dabei waren 4° angesagt gewesen. Kaum bin ich oben auf meinen Felsen kommt die Sonne und die grosse Sandsteinfestung wird angestrahlt, wunderbar! Dies könne morgen mein Panoramaplatz werden, wir werden sehen. Sehr zufrieden und mit sehr vielen Bildern strauchle ich runter nach Hause. Der Wind scheint heut wieder an Fahrt gewonnen zu haben, doch die höhere Temperatur wird dies wohl wieder ausgleichen und uns schönstes Wanderwetter bescheren.  Wie es der Zufall halt so will, kommen die Luzerner Noé und Andrea mit ihrem Jeep daher, Amerika ist halt klein. Die beiden suchen ein frei werdendes Site und haben Glück, das übernächste können sie ‘erben’. Nach ein wenig Geplauder gehen wir unseren Weg, nämlich den Wanderweg, auch Squaw Flat Loop genannt. Etwas über vier Stunden, im Uhrzeigersinn angegangen, können sich sehen lassen, 13 Kilometer war der ganze ‘Waggel’. Immer wieder wunderschön, wenn auch heute relativ stark bewandert. Der Wind wird immer stärker, nun sind plötzlich neue Wetterprognosen aufgetaucht, resp. ausgehängt worden, diese prophezeien Windböen von erneut über 40 mph. Also wohl wieder ein Kaltfront im Anzug. Es soll morgen nur noch 69° warm werden, für heute sind 81° angesagt. Die Wetterprognosen sind eher ein Ratespiel denn seriöses Handwerk oder gar eine Wissenschaft. Kein abendliches Ausrücken, nur eine Platzrunde und ein längerer Schwatz mit den Luzernern.

 

6:20 Uhr ist’s und ich stehe sofort auf! Der Himmel klar, also nix wie rauf auf die nahen Sandsteinfelsen. Ich finde, trotz Dunkelheit, sogar noch einen neuen, besseren Standort. Das Predawn Licht kommt und zwar gewaltig, selten solche intensiven Farben erleben dürfen. Needles verabschiedet sich bei mir mit einer wahren Feuerwerk. Ich bin mehr als zufrieden und die Panos, ich nehme es vorweg, gelingen recht gut. Es folgt ein Frühstück und nochmals eine längerer Schwatz mit Noé und Andrea. Die beiden wollen runter nach Mexico und weiter bis Panama, na ja, lieber sie, als wir. Leider brechen wir unsere Zelte ab, die sieben erlaubten Campiertage sind um, aber wir nächtigen ja nur ein paar Meilen ausserhalb des Parks, also können wir den ganzen Tag noch tun und lassen, was wir wollen. 10:00 Uhr kommt, Check-out Time und niemand will unser Site, dabei ist es Samstag und Hochsaison, komisch! Wir spulen den Scenic Drive ab, runter bis die Strasse aufhört und die Wanderung zum Confluence Overlook beginnen würde, nicht für uns, zumindest nicht heute. Wir machen den einfachen Slickrock Foot Trail, der aber auch einiges an wunderschönen Ausblicken in die Landschaft bieten kann. Es ist sehr wenig Fussvolk unterwegs. Der Wind heute kühl, die Temperatur auch, perfektes Wanderwetter. Lunch gibt’s dann auf dem unerwartet betriebsamen Parkplatz beim Visitor Center. Grund der Kommotion sind die zahlreichen Jeep Enthusiasten, welche hier ihre kostbare Fracht von den Anhängern bugsieren. Dann geht’s natürlich ab in die zu bezähmende Wildnis, aber nur nicht zu Fuss! Wir checken e-mails, WiFi langsam doch immerhin vorhanden und gratis. Am späteren Nachmittag dislozieren wir zum Needles Outpost Campground. Bezahlt haben wir ja bereits letzten Samstag, so okkupieren wir, diesmal für eine ganze Nacht, das Site #25, eines der wenigen weniger schiefen. Überall hat es roter Sand/Staub, zum Glück weht nur ein laues, aber kühles Lüftchen. Der Platz füllt sich erstaunlich gut, wir mögen es den engagierten und sehr freundlichen Betreibern gönnen. OK, die sanitären Anlagen sind nicht Grand Hotel Standard und es wären auch USD 3 für eine Dusche zu bezahlen. Wasser ist hier Mangelware und muss von etlichen Meilen entfernt herangekarrt werden. Benzin gäbe es auch: USD 6 die Gallone! Es ist ruhig, das Farbenspiel am Westhimmel eine Klasse für sich. Leider hat es keinen ‘anständigen’ Vordergrund, so ist nix mit Bildern.

 

 

19. Mai 2019 – Moab, UT

Um 5.15 Uhr geht der Wecker und ich stehe pflichtbewusst auf. Einen Kontrollblick aus dem  Schlafzimmerfenster mache ich nicht und werde nach nur wenigen Minuten dafür bestraft: der Himmel ist völlig bedeckt, nur ein winziger bereits gelber Streifen am Osthorizont lässt erahnen wo die Sonne aufgehen wird. Na ja, irgendwas wird es ja wohl abzulichten geben, rauf auf den Felsen und abgewartet. Es ist 14°, doch der Wind lässt es einiges kälter erscheinen. Oben dann die Ernüchterung: die Nadeln dunkel, farb- und kraftlos, der Himmel weder dramatisch noch sonst wie interessant. Dies wohl der schwächste Morgen der vergangenen Woche. Ein paar Alibibilder müssen her, ich muss mir beweisen, dass die Nikon die besseren, resp. schärferen Bilder macht als die Fuji. Nach langem Warten und nur wenigen Bildern geht’s rüber auf die andere Seite des grossen Felsrückens, möchte noch dort mein bescheidenes Glück  versuchen. Hier werde ich etwas ‘fündiger’, oder ich knipse einfach alles, was mir vor die Linse kommt. Um 8:00 Uhr bin ich zurück und die Stube ist angenehm warm. Die störrische Gasheizung konnte einmal in Betrieb genommen werden, dann kam das Aus und ein weiterer Versuch, trotz laufendem Motor, blieb erfolglos. So wurde mir berichtet. Höchst unangenehm! Nach dem Morgenessen heisst es Abschiednehmen, die Woche war sehr schön, das Wetter meist auf der brauchbaren Seite und die Nachbarn auch mehr als nur brauchbar. 75 Meilen stehen auf dem Tagesplan, der Moab Rim RV Campark unser Ziel. Der Verkehr auf dem 191er wie immer sehr stark, es dominieren Trucks und riesige Freizeitfahrzeuge mit meist einem 4×4 im Schlepptau. Der überaus geschäftige Ort Moab ist erreicht, wie fahren noch zwei Meilen weiter bis zu City Market. Einen Parkplatz hier zu finden ist eine Frage des Glücks und der Geduld. Nach Eroberng einer Parklücke geht’s zuerst nebenan in die Express Laundry, auch hier herrscht eine Hektik, die wir uns nicht mehr gewohnt sind. Free WiFi (‘laundrymoab’ das Passwort) hat sich wohl herumgesprochen. Nach einer Stunde ist diese wichtige Arbeit auch erledigt und wir sind um USD 6 ärmer, kann man/frau verkraften. Jetzt rüber in den City Market, wir haben Hunger, leider hat es keine Grilled Chicken im Angebot, wir müssen mit sehr gutem Roastbeef vorlieb nehmen. Lunch ist fällig und danach erst kommt der richtige Einkauf. Ich klinke mich aus und bleibe im Camper, draussen wird das Wetter zusehends schlechter, die Temperatur um die 20°, aber der Wind….. Auf dem Parkplatz gibt es auch Free WiFi von City Market und erst noch ohne Passwort, so surfe ich bald eher ziellos im WWW herum. Fitnessmässig leisten wir uns dann einen kurzen Spaziergang durch das sehr hektische Dorf, resp. wohl Städtchen (pop. 5,250) bis zum Visitor Center. Die Wetteraussichten, die uns dort erwarten sind ernüchternd, schönes Wetter ist bis auf weiteres vertagt. Dann fahren wir raus aus der wirklich, nach meinem Dafürhalten, nicht sehr schönen Stadt, zwei Meilen südlich auf den Moab Rim RV Campark. USD 33.50 werden fällig, für diesen Preis jedoch gibt’s weder Strom, Wasser noch Sewer. Wir stehen eng an eng in der ‘Zeltabteilung’, die RV Sites seien ausgebucht. Das Wetter nun lausig und kalt, ein Glück haben wir ein Dach über dem Kopf. Auf einen Einsatz der unzuverlässigen Gasheizung können wir knapp verzichten. Das WiFi ist brauchbar, weniger ist, dass unser Nachbar praktisch vor unser Stube herumsteht und raucht oder mit einem weiteren Nachbarn lauthals diskutiert, aber wir sind bei den ‘Zeltler’, da ist eng und eher laut wohl Programm. Es wird immer kühler, aber wir haben ja unsere Wunderwaffe: die indischen Decken von Walmart für USD 5, die wirken Wunder! Ein Bild unseres Campers gibt’s heute nicht, alles viel zu eng und keine Sonne weit und breit. Ein Bild jedoch, wie der Himmel auch aussehen könnte, wenn er dann wollte……

12. bis 18. Mai 2019 – Needles, Canyonlands NP, Utah

Um 6:00 geht der Wecker, dunkel ist es schon lange nicht mehr, also nichts wie los, runter zu unseren geliebten Steinnadeln, etwas über 70 Meilen werden es schon sein. Ohne Kaffee machen wir uns auf die sechs Räder, der Verkehr noch spärlich, was fährt sind Lastwagen. In Monticello bunkern wir nochmals Benzin, USD 3.30 die Gallone, Utah hat wieder 85 Oktan als Billigbenzin (USD 3.19) im Angebot, doch wie tanken 87 Oktan, wie uns von Lazy Daze ans Herz gelegt worden ist. Ein paar Rehe queren die Strasse, doch wir sind gewarnt, dies eine Strecke mit sehr vielen Deer Crossings, besonders im Herbst. Die Abzweigung auf den 211er ist erreicht, noch immer sind wir auf 2,000 Meter, doch bald geht es in die (relative) Tiefe. Der Needles District ist noch auf stattlichen 1,500 Metern. Monticello gar auf 2,150 Meter. Die Gegend wird schön bis sehr schön, dann bald apokalyptisch. Die Fahrt begeistert einmal mehr! Natürlich hängt das Campground Full Schild bei der noch geschlossenen Zahlstation (es ist kurz vor 8:00 Uhr), doch wir fahren weiter direkt zum Campingplatz. Dieses Jahr nun neu: der A Loop ist Walk (besser wohl Drive-) in, B Loop nur mit Reservation, die letzten Jahre war’s umgekehrt. Das Glück ist uns hold, ein junger Kalifornier räumt sein riesengrosses Site und wir dürfen dieses ‘erben’. Geschafft, wir sind drin! Immer noch kostet eine Nacht USD 20, geboten wird eine Pit Toilet in der Nähe oder Flush Toilets einige Minuten entfernt. Wasser gibt es auch, nicht natürlich am Site. So, wir richten uns auf Site Nummer 15 ein und denken sehr bald an ein spätes Frühstück. Der Platz ist wirklich riesig, so viel Umschwung hatten wir noch nie, für uns ist hier der Garten Eden und auch im Himmel kann’s wohl nicht schöner sein! Nach Ausruhen und Lunch machen wir uns auf eine kleinere Expedition über und zwischen die einfach unglaublich schönen Felsformationen. Es geht querfelsein, kein Weg führt uns durch das Steinlabyrinth und so müssen wir nach einer Stunde passen, einen Rundkurs zurück zum Campingplatz findet sich bei allem Suchen nicht, immer wieder stehen wir vor einem tiefen Abgrund oder einer hohen Sandsteinwand, aber der Weg ist das Ziel. Apéro draussen, selbstredend bei diesem Wetter und Temperatur. Nach dem Abendessen mache ich mich ‘uf u dervo’, möchte die verschneiten La Sal Mountains ablichten, der Abendlicht dann leider nicht ganz so klar, etwas trübe, kein Biss, aber Spass macht’s trotzdem. Der Rest des Abends und auch die Nacht wie wir es lieben: totenstill!

 

Um 5:00 Uhr geht der Wecker, natürlich ist es noch stockdunkel, doch die Sonne kommt unerbittlich. Es ist immerhin passable 13 ° draussen, also nicht zu viele Kleider montieren, beim Aufstieg komme ich sicher bald ins Schwitzen. Hier ab Site 15 bin ich sehr schnell oben am Ort des Geschehens und so stehe ich dann hinter dem Stativ und schaue in die dunkle Nacht. Kann wohl morgen eine Viertelstunde länger schlafen……. Das Predawn Licht kommt, wunderschön, weniger schön ist die ewige Haderei mit der Fuji Kamera. Trotzdem kommt die treue, aber unsägliche schwere Nikon nicht zum Einsatz, mit der kleinen ist es einfach ‘einfacher’, wenn die Schärfe mal sitzt! Sehr zufrieden räume ich das Feld und klettere runter, nach Hause und gleich ins Bett, ist es doch erst 7:00 Uhr. Nach einer Stunde verdientem Schlaf heisst es zum zweiten Mal Tagwache, diesmal wird jedoch ein heisser Kaffee serviert und erst noch draussen bei perfektem Wetter. Es folgt ein Frühstück und dann machen wir uns langsam auf und in die Wanderschuhe, es soll auch noch gewandert werden heute! Der Squaw Flat Loop steht auf dem Programm. Immer eine wunderschöne Sache! Es blüht, was die zahlreichen Blumen hergeben, besonders haben es uns natürlich die Kakteen angetan, eine wahre Augenweide, was sich uns hier präsentiert. Es ist warm bis heiss, doch wir beklagen uns nicht. diverse Mitwanderung sind auch draussen in der, ich sage es nochmals, wunderschönen Natur! Nach 4.15 Stunden haben wir die Rundwanderung geschafft und sind auch müde und abgekämpft, aber sehr zufrieden. Der Abend wir wieder, sehr zu unserer Freude, sehr ruhig, das Nachbar Site ist immer noch leer, doch der NPS hat es für sich beansprucht, keine weiteren Fragen. Nach dem Abendessen machen ich dann nochmals einen Ausflug in die umliegende Sandsteinwelt, das eine oder andere Foto wird’s wohl noch geben. Leider zu viele und dabei noch zu viele unscharf……diese Fuji….!

 

5:15 Uhr reicht auch! Aber nun ohne lange herum zu trödeln. Der Berg ruft! Na ja, ist ja nur eine kleinere Anhöhe. Das Predawn Licht heute noch eine Spur besser, dafür hadere ich mehr mit der störrischen Kamera als gestern. Nach einer Stunde ‘arbeiten’ geht’s zurück in die noch etwas kühle Stube, aber 15° ist auszuhalten. Frühstück draussen, ganz klar, dann machen wir uns reisefertig, der Peekaboo ‘Waggel’ soll angegangen werden, nicht der ganze, dafür sind wir zu alt und ‚unfit‘. Doch am Schluss werden es doch 4.45 Stunden, alle Achtung. Aussichtsmässig ist diese Wanderung die allerbeste hier aus unserer Optik und alle Wege sind wir ja noch nicht abgegangen. Die Sandsteinschlösser, -burgen und -festungen suchen wohl ihresgleichen auf der Welt. Nach dieser Anstrengung nehmen wir uns den Nachmittag frei. Mein Power Nap fällt etwas länger aus als eigentlich üblich. Nach dem Outdoor Abendessen (Rindsfilet von Lee Lee) machen wir nur noch eine längere Platzrunde, keine Fotos heute. Es ist auch heute Abend wunderbar ruhig. Das Nachbar Site immer noch reserviert, aber unbesetzt. Das Thermometer zeigte am Nachmittag Werte +/- 30°, kann ich schon glauben, in der Nacht ‘kühlt’ es jedoch auf erträgliche 15° ab.

 

Wir schlafen bis 8:45 Uhr, muss auch mal sein. Der Himmel heute bereits recht bewölkt und ein leicht Lüftchen weht. Dies macht jedoch die Wärme gut erträglich. Frühstück, selbstredend draussen. Dann kurven wir die paar Meilen runter, rüber zum Visitor Center, wir brauchen ein Telefon und oder WiFi. In der Touristenhochburg Moab ohne Reservation aufzukreuzen wäre mehr als nur blauäugig/fahrlässig. Das WiFi geht nur ab und an, das Public Phone akzeptiert nur Calling Cards oder Toll Free Nummern. Also mehr oder weniger schnell im Internet die Telefonnummer des gewünschten RV Parks gegoogelt und ab ans ‘Pay Phone’. Ein Site ist nur nur in der Zelt Sektion zu haben! Doch bis Sonntag soll es merklich abkühlen und so können wir wohl gut auf Strom verzichten. Weiter geht die Fahrt, ein kurzer Halt am Pot Hole Point, der Parkplatz klein und gut besucht/belegt. Die Kurzwanderung zum recht grossen Pot Hole ist schnell abgespult. Das Ding hat ziemlich viel Wasser, doch leider kann sich nix spiegeln, der Wind ist zu stark. Überhaupt hat sich das Wetter massiv verschlechtert, der Himmel voller Wolken, dies stört uns nicht weiter, doch der böenartige Wind ist eher unangenehm.

 

Tagwache um 5:15 Uhr, klare Sache, wenn auch das Wetter alles andere als klar ist. Doch ich möchte ja etwas Stimmung am Himmel und die kriege ich auch, nicht obersappertonihaft, aber für den Anfang ganz brauchbar. Über die Fuji Kamera verliere ich besser keine Worte……ich glaube, die Soft/Firmware wurde bei Boeing eingekauft. Nach zweieinhalb abwechslungsreichen Stunden bin ich zurück, das Wetter eher schlecht, aber warm und leider mit sehr böigem Wind. Trotzdem essen wir draussen. Dann geht’s auf eine längere Wanderung raus zum Parkplatz beim Elephant Hill, ganz schön anstrengend, aber dank den Wolken und dem Wind gut erträglich. 13.5 Kilometer die ganze Wanderung, nicht so Scenic, wie der Peekaboo, aber schön allemal. Auch hier wieder eine Unmenge von blühenden Pflanzen, eine Augenweide. Vom gut belegten Parkplatz beim Elephant Hill sind es noch sechs Kilometer, immer der Strasse entlang, doch die Landschaft bleibt sehr ansprechend. Wir haben es geschafft, sicherlich auch Dank des kühlen Wetters, beim prallem Sonnenschien wären die letzten km wohl unerträglich geworden, denn Schatten gibt’s nicht! Am Nachmittag ist Ausruhen angesagt, ich verfalle erneut in einen Erschöpfungsschlaf, Power Nap kann man dem nicht sagen. Ein abendliches Ausrücken entfällt, der Wind zu stark und die Wolken zu dicht, aber doch zu wenig interessant. Apéro und Abendessen heute ausnahmsweise drinnen.

 

Ich stehe nicht auf, es hat in der Nacht geregnet und auch jetzt, es ist 7:30 Uhr, hat es eine mächtige Wolkenwand am Osthimmel. Über uns ist es zwar blau, doch die Temperatur ist mächtig in den Keller gesackt. Gestern waren es noch 21° (um 5:00 Uhr!), jetzt 12°. Doch Furny kommt nicht zu Einsatz, wir ziehen uns einfach etwas mehr über. Morgenessen halt drinnen. Dann schauen wir der neuen Platzbelegung zu, werden doch drei Sites heute frei. Lange Zeit kommt niemand, dann nehmen zwei Deutsche ein Site in Beschlag nur um dann kurze Zeit später von zwei ‘Einheimischen’ verjagt zu werden. Letztere hätten das besagte Site schon gestern ‘reserviert’ und angeblich auch bezahlt. Soviel zu first come – first served. Aber nebenan ist noch ein Site frei und dies ‘erben’ die beiden Vetriebenen. Auch der Stellplatz links neben uns wird natürlich belegt, aber heute scheint es ein grösserer Wechsel gegeben zu haben und eher wenig Neuankömmlinge. Schluss mit dem Rumsitzen, wir machen uns auf eine zweieinhalb Stündige Wanderung Richtung Peekaboo. Ich möchte mich abseits des ‘offiziellen’ Wanderweges etwas umsehen und die Sandsteinkathedralen näher betrachten. Der Wind ist heute extrem giftig, das Wandern macht nicht sonderlich Spass. Lunch gibt’s zu Hause, dann ein kurzer Nap und ich wage mich wieder rauf in die Sandsteinfelsen. Der Himmel wird dramatisch, ein paar, nein zu viele Fotos werden gemacht, diesmal jedoch nur mit der schweren Nikon und ich muss eingestehen, dass auch dies sehr viel Spass macht, Gewicht hin oder her. Ich bekomme dann und wann ein paar Regentropfen ab, nicht weiter störend. Nach anderthalb Stunden bin ich wieder zurück und entkomme so dem ersten, wirklich heftigen Regen. Nach wenigen Minuten ist der nasse Spass vorbei und die Sonne gibt ein Comeback.

 

Erneut etwas Regen in der Nacht und, nicht zu vergessen, relativ tiefe Temperaturen. Ich stehe erst um 6:00 Uhr auf, es ist magere 8°! Ab und rauf zu den Nadeln, es hat eine Wolkenbank vor der Sonne, lediglich ein Bild gelingt mir, dann ist die Sonne für längere Zeit weg. Also warte ich halt, nicht ganz angenehm bei Kälte/Kühle und noch kühlerem Wind. Die Sonne kommt wieder, ich mache ein paar Panos und disloziere dann auf die andere Seite des Felsrückens. Ich gibt’s weitere Panos, das Licht nun sehr klar, die Schatten stark, aber es macht Spass, dies mit der schweren/grossen Kamera sei angemerkt. Langsam geht’s zurück, nach 8:00 Uhr bin ich im Camper, die Heizung musste in Betrieb genommen werden, ist es doch immer noch kalt, 10° nämlich. Sonne kriegen die beiden Kollektoren erst um 9:00 Uhr, ein Baum ist mächtig im Weg. Der Himmel nun wolkenlos, doch die Temperatur und der Wind haben auch ein Wörtchen oder zwei mitzureden. Natürlich machen wir uns auf eine Wanderung, der Squaw Flat Loop, diesmal im Gegenurzeigersinn, soll es sein. Doch nun ein Dank an die massiv tiefere Temperatur, das Wandern ist nun sehr erträglich, vor fünf Tagen noch 32°, sind wir heute bei der Hälfte. Es ist einfach unglaublich schön hier draussen, alles blüht und grünt, man/frau muss es erlebt/erwandert haben. Lunch wieder unterwegs, unterwegs sind wir übrigens nicht alleine, diverse Mitwanderer kommen uns entgegen oder überholen uns sogar. Nach viereinhalb Stunden sind wir müde und zufrieden im Camper. Die Wolken nun eher dicht bis sehr dicht, an ein Draussensitzen kann nicht mehr gedacht werden, aber drinnen ist es sowieso viel schöner. Gegen 18:00 Uhr oder zu Apérozeit klart ein ein wenig auf, die Sonne gibt ein Comeback. Aber wir bleiben in unserer warmen Stube, einzig: wir parkieren um, so dass wir in der Früh etwas eher Sonne haben werden, hoffentlich. Abends ein Kao Soi, immer ein sicherer Wert, auch hier draussen in der unendlich schönen Pampa! Der erwartete und angekündigte Vollmond lässt auf sich warten, keine Ahnung, wann der Erdentrababt sich genehmt aufzugehen….

 

 

5. und 6. Juni 2017 – Cortez, CO

Ich stehe um 5:45 Uhr auf, heute ist der dunkle Weg ein paar Minuten länger. Wie so oft, finde ich den gewünschten Punkt in der Finsternis nicht und muss mich mit einem Ersatz begnügen. Am Osthimmel hat es einige Wolken, doch das Prewdan Licht kommt sehr gut. Das ‘richtige’ Licht dann etwas unzuverlässig: mal werden die Nadeln in weiches Licht getaucht, mal eben nicht. Sehr zufrieden marschiere ich zurück, nun sehe ich, wo mein eigentlicher Standplatz hätte sein sollen, aber was soll’s. Ein letztes Frühstück draussen, noch ist die Temperatur einigermassen auszuhalten. Beim Aufstehen waren es übrigens bereits 25°, hat man noch Töne, eine der wärmsten Nächte, die wie je erlebt/erduldet haben. Die Gegend ist wirklich das Paradies, doch leider bereits zu heiss für uns, aber wir sind ja Ende September (Hochsaison!) wieder hier. Beim Rausfahren inspizieren wir noch den Super Bowl Campground, etwas ausserhalb des Parkes. Die Landschaft hier um den Six Shooter recht eindrücklich, aber der USD 5 teure Primitivcamping hinterlässt keinen positiven Eindruck. Also weiter Richtung Monticello, resp. Cortez. Die Fahrt bereits mehrfach kommentiert, wenn es auch herzlich wenig zu kommentieren gab. Cortez ist erreicht, wir machen einen kurzen Stopp im Visitor Center, brauchen wir doch eine neue Colorado Karte, unsere jetzige ziemlich zerrissen und abgewetzt. Ich entdecke eine Broschüre eines Thai Restaurants, ein paar wenige Fussminuten weiter raus Richtung Walmart. Doch zuerst gilt es Einkäufe zu tätigen, natürlich im schönen City Market. Ich meinerseits messe wieder meinen Blutdruck bei einer in praktisch jedem Supermarkt stehenden ‘Maschine’. Die Werte werden dann per e-mail zugesandt. Komischerweise sind ‘meine Werte’ ganz anders, als noch vor ein paar Wochen beim Arzt, nämlich alles im grünen Bereich. Die Messung kein Zufallsprodukt, hatte ich doch bereits unten in Tucson mit diesem neuen ‘Hobby’ begonnen und immer, ausser einmal, etwa dieselben Werte erhalten.  Danach geht’s über die Strasse in den Sundance RV Park, der Laden hier erstaunlich günstig: USD 39.36 (inkl. Good Sam Rabatt), die Facilities allererste Sahne! Man/frau erinnere sich an den Dump in Monticello für USD 42.50! Auch der Lärm der nahen und stark befahrenen Strasse lässt sich ertragen. Doch es ist auch hier oben auf 1,900 Meter mächtig heiss. Die Klimaanlage muss zu Hilfe genommen werden. Abends, ein Novum, gehen wir aus. Ziel ist das nahe Thai Cortez Restaurant, alles zu Fuss erreichbar hier, auch zum Walmart wären es nur ein paar Fussminuten. Die Beiz dann sehr klein und bereits ziemlich voll, es findet sich jedoch ein kleines Tischchen für uns. Endlich wieder einmal anständig (auswärts) Thai essen! Dies Speisen (Pad Thai und Green Duck Curry) sind wirklich gut und die Preise vertretbar: USD 53 inkl. zwei Glas guten Weines. Sehr zufrieden marschieren wir die paar Minuten nach Hause. Es hat mittlerweile abgekühlt, die Klimaanlage kann ihren lauten Dienst für heute einstellen.

Noch ein letztes Needles Bild:

 

Wir haben dank der wohltuenden Kühle sehr gut und auch lange geschlafen. 18° die Temperatur um 7:30 Uhr, perfekt! Wir verlängern um einen Tag, diverse Camping Reservationen gilt es zu erledigen. Yellowstone haben wir nun Ende August/Anfang September auf dem Programm, Juli bis mitte August ist bereits alles ausgebucht! Auch haben wir uns entschlossen, meinem Wunsch stattzugeben: es soll wieder rauf in meine Lieblingsstadt Vancouver gehen. Also wird auch dort eine Reservation fällig. Mittlerweile ist es wieder unangenehm heiss geworden: 34°! Doch die Klimaanlage läuft noch nicht. Gegen 13:00 Uhr marschieren wir runter ins Thai Cortez Restaurant. Hier verspeisen wir dann zwei sehr gute Salate: Beef und Minced Chicken, Vorspeise Thai Fresh Rolls (Por Pia Sod). So platzieren wir dieses Etablissement auf die gleich gute Stufe wie das Krung Thep oben in Idaho Falls. Zurück im nun unerträglich heissen Camper müssen wir die Klimaanlage in Betrieb nehmen. Die Aussentemperatur bleibt bei 35°, aber es wird wohl, wie gestern auch, am Abend abkühlen. Jawohl, es kühlt ab und so wird das Leben wieder lebenswert. Abends dann ein Mini-Abendessen: Laugenbrötli (City Market!) und das übliche sehr gute London Broil Roastbeef (Boar’s Head), dazu Salat. Unseren Schlummertrunk dann draussen, wobei es fast schon zu kühl ist für mein dünnes Seidenhemd. Morgen wollen wir rauf in wirklich kühlere Gefilde, schauen wir mal, wohin es uns verschlägt.

30. Mai bis 4. Juni 2017 – Needles–Canyonlands NP

Ohne zu murren stehen wir um 6:00 Uhr auf, mit uns auch die Sonne. So ist die Fahrt runter in den Needles nicht so dunkel/gefährlich wie letzten September, als wir in völliger Dunkelheit die Reise antraten. Das Wetter leider nicht mehr so gut, viele Wolken trüben den kommenden phänomenalen Landschaftseindruck. Wie immer sind die ersten Meilen sehr langweilig, doch kurz vor dem ‘berühmten’ Newspaper Rock kommt’s dann ganz dicke. Nun sind wir im richtigen Redrock Gebiet, einfach eine Augen- und Seelenweide! Kurz nach 8:00 Uhr sind wir im Park, natürlich ist an der Zahlstation noch kein Mensch, resp. Beamter anzutreffen. Wir fahren ohne Umschweife zum einige Meilen weiter liegenden Campingplatz. Hier stauen wir wie zwei Pinguine in der Sahara. Der A Loop ist nun doch reservierbar, B Loop Walk-in only. Also rein in den kleinen Loop und Augen auf, es soll eine freies Site gefunden werden. Das Glück ist uns hold, Site #22 ist frei und so nehmen wir dies unverzüglich in Beschlag. Diesen Platz hatten wir auch schon, am Morgen Schatten, am Nachmittag dann leider Dauersonneneinstrahlung. Immer noch werden USD 20 pro Nacht gefordert, als Gegenleistung gibt’s schönste Natur im Überfluss und natürlich auch anständige Toiletten. Ein Frühstück ist fällig und wird auch alsbald draussen serviert. Wir können unser Glück kaum fassen, wir haben einen sehr schönen Platz ergattern können. Vielen wird dieses Glück nicht zu Teil, in den nächsten Tagen sehen wir unzählige Campierwillige unverrichteter Dinge wieder abziehen. Drüben im A Loop sind wirklich alle Sites ausnahmslos mit einem aktuellen Reservationsschild versehen.

Die nächsten paar Tage hier im (fast) Paradies kann ich getrost zusammen fassen. Wir wandern durch die, ich muss mich wiederholen, unglaublich schöne Landschaft. Alle vergossenen Schweisstropfen, und es sind deren viele, sind es wert hier sein zu dürfen/können. Die Temperatur meist im oberen, grenzwertigen Bereich, das Wandern wird dadurch recht anstrengend. Eines Nachmittags überzieht sich der Himmel in Windeseile mit Gewitterwolken und so schaffen wir den Squaw Flat Loop in neuer Rekordzeit: dreieinhalb Stunden. Wir kriegen nur ein paar Tropfen ab dann sind wir zu Hause und der Regen beginnt. An einem weiteren Tag erleben wir sogar zwei Gewitter, eins am Nachmittag, das andere nach dem Abendessen. Natürlich bin ich am Fotografieren, was die Objektive hergeben, die Gegend ist einfach umwerfend.

Ein weiterer Marsch, nicht der längste (4km) aber aussichtsmässig der absolute Knüller absolvieren wir mit dem Slickrock Foot Trail, die Aussicht auf den Island in the Sky Teil des Parkes und auf die hiesigen ‘Nadeln’ ein Leckerbissen! Das Thermometer zeigt 35° an, im Camperinnern ist es ‘lauschige’ 32°, der kleine Ventilator verschafft mir etwas Abkühlung, Strom liefert natürlich die im Übermass vorhandene Sonne. Ein Besuch, allerdings nichts Fuss gilt dem nicht sehr nahen Visitor Center. WiFi hat man dort im Angebot, langsam zwar, aber immerhin. Auffallend, wir eigentlich meist, sind die zahlreichen Rentals, dieses schöne Gebiet ist wohl auf jermanns/fraus Wunschliste der (meist) Europäer. In all den 37(!) Jahren waren wir ausser in den Monaten Dezember bis Februar (April haben wir um einen Tag verpasst) immer einmal hier. Tagwache an Fototagen ist frühe 4:50 Uhr, das Predawn Licht wartet nicht auf Langschläfer. Am letzten Abend will und will es nicht abkühlen, auch nach 21:00 Uhr ist es drinnen wie draussen 30°! Und draussen haben ekelhafte kleine Fliegen das Sagen! Es wird eine heisse Nacht.

27. September 2016 – Blanding, UT

Wieder steh ich mitten in der Nacht auf und marschiere/klettere  die roten Felsen hoch. Das Predawn Licht wie gestern, sehr schön und so gibt es wieder unzählige Panoramabilder. Wann werde ich wohl die Zeit finden, diese Bilder alle zu sortieren/aufbereiten? Gegen 8:00 Uhr bin ich zurück, alsbald gibt es ein Frühstück und dann leider heisst es Abschied nehmen. Das Wetter gut, wenn auch nicht mehr so klar, wie die letzten zwei Tage. Wir nehmen die Strasse, welche uns in die Abajo Mountains hoch bringt, seit etlichen Jahren nun geteert und auch mit diversen offiziellen und inoffiziellen Campings versehen. Die Espen auf 2,700 Meter sind knallgelb, eine Augenweide, doch ein starkes Lüftchen weht hier oben, und so zittern die Blätter eben wie Espenlaub. Dann die steile Fahrt runter nach Monticello, hier bunkern wir nochmals Propan, diesmal aber 10.5 Gallonen, die Dame von der Tankstelle versteht ihr (Gas-)Handwerk, nicht wie oben in Moab. Die Fahrt kann weitergehen, Ziel ist das nur 25 Meilen südlich gelegene Blanding (elev. 6,100’, pop. 3,135). Fast doppelt so viele Einwohner wie Monticello, aber einen State Liquor Store sucht der durstige Reisende vergeblich. Hier gibt es keinen Alkohol, wird uns im schönen Visitor Cener (inkl. Tesla Ladestation) versichert. Man/frau fahre eben rüber nach Cortez in Colorado zu Costco. Aber wir haben ja noch ein paar Flaschen Wein, keine Panik. Ein Halt gilt einem ShopOK, einer Art Epa, aber fast alles oder zumindest vieles ist zu haben. Nebenan dann der Lebensmittelladen mit Namen Clarke’s, die Auswahl reicht zum (teuren) Überleben. Das Städtchen strahlt nun wirklich keinen Funken Charme aus, Monticello ist einiges ansehnlicher (und hätte auch einen winzigen Likörladen). Aber wir wollen hier ja nur eine Nacht verbringen und dies auf dem Blue Mountain RV Park, etwas südlich des Städtchens. Dank Good Sam kommt uns dieser Spass auf knapp USD 34 zu stehen. Wieder haben wir ein Site weit weg der Durchgangsstrasse, einzig die sehr nahen Nachbarn stören uns ziemlich, sind uns diese Enge nicht mehr gewohnt. Das WiFi übrigens eher schlecht als recht, letztes Jahr war es (in Erinnerung) besser. Wäschewaschen ist angesagt und endlich den Greywater Tank leeren und mit Chlorox versuchen, den unangenehmen Geruch loszuwerden. Die Sache scheint zu gelingen, allerdings verschwenden wir eine Unmenge von gutem Trinkwasser. Der Abend wir, oh Wunder, sehr ruhig, unsere diversen Nachbarn alle von der leisen Seite, sieht man einmal von den unablässig dröhnenden Klimaanlagen ab. Schweinfiletbraten Thaistyle mit Polenta, das etwas exotische Abendessen, schmeckt hervorragend. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage leider eher schlecht, vor allem was Tiefsttemperaturen betrifft: MINUS 4 oben im Bryce!

Blue Mountain RV Park, Blanding, UT

Blue Mountain RV Park, Blanding, UT

20. bis 26. September 2016 – Needles, Squaw Flat CG

Um 6:05 Uhr reisst uns Pinky Benson aus dem Tiefschlaf. Es ist stockdunkel, Sterne sehe ich keine, also muss es auch bedeckt sein. Um 6:30 Uhr fahren wir los, Vorsicht ist geboten, hat es hier doch unzählige Rehe. Der (Lastwagen-)verkehr bereits erstaunlich stark. Wir haben Glück, es rennt uns kein Reh vor den Wagen. Der Church Rock ist erreicht, hier geht’s nun links weg  Richtung Needles District. Die ersten Meilen recht langweilig, das Wetter auch nicht erste Sahne, doch dann kommt’s dicke: nach dem Newspaper Rock fängt (für mich zumindest) das Paradies an. Die Sandsteinburgen und Schlösser eine Wucht, diese Strecke sind wir sicherlich schon zehn Mal gefahren und jedesmal haut es mich aus den Socken. Man/frau muss dies einfach gesehen haben. Es erscheinen die ersten Campings, allesamt auf Gravel Roads zu erreichen und somit für uns tabu. Wir fordern unser Glück heraus und fahren durch bis zum Squaw Flat Camping, total 50 Meilen ab Monticello. Das Glück ist uns hold, wir erben Site Nummer 19. Dies ein wunderschöner, isolierter Stellplatz mit enormen Umschwung und eigenen Felsen inkl. Höhle. Hat sich also das nächtliche Fahrabenteuer doch gelohnt. Es hätte auch noch weitere freie Plätze, doch keiner so attraktiv wie ‘unserer’. Zufrieden mampfen wir ein verdientes Morgenessen. Der Himmel ist völlig bedeckt, doch ebendies gefällt mir ausgezeichnet und so mache ich mich alsbald los, hoch zu meinen Nadeln. Den Weg, steil und mühsam wie er ist, kenne ich wirklich nun im Schlaf. Einmal oben finde ich sogar einen neuen Standort, der für Panos besser geeignet scheint. Der Blick ist nicht ganz so unendlich weit so wird das Pano nicht ganz sooooo lang wie üblich. Die Stimmung ist sehr gut, keine störenden, harten Schatten, ein wunderbar weiches Licht herrscht vor, ich bin im (erneut!) Paradies. Nach zwei Stunden mache ich mich auf den Heimweg, bald ist es Mittagszeit und Durst habe ich auch.  Am Nachmittag gehen wir zusammen raus in die wunderbare Natur, marschieren/klettern hier ist einfach unschlagbar schön. Das Wetter wird leider immer schlechter, so muss ich das Schweinefleisch im strömenden Regen geniessbar machen. Gelingt trotz nassem Umfeld ganz gut. Der Abend wird dank unserem abgelegenen Site sehr ruhig. Die Temperatur eher am unteren Ende der Erwartungen.

Ich stehe nicht auf, das Wetter ist eher schlecht als recht. Um 9:00 Uhr kommen unsere Costa Ricaner abgebraust und so helfen wir ihnen ein Site in Beschlag zu nehmen. Es gelingt, sie manövrieren ihren 30 Füsser in ein anständiges Site. Danach machen wir uns auf eine kleinere Wanderung, kein neuer Weltrekord, doch was zählt ist die phänomenale Landschaft und das Bewegen unserer Knochen. Nach dem Lunch mache ich mich nochmals, diesmal schwer bepackt, auf in die Sandsteinlandschaft. Leider versuche ich erneut, jeden Stein, der mit vor die diversen Linsen kommt abzulichten. Die Delete Taste muss wohl bald Überstunden schieben. Das Wetter zeigt sich eher komisch, ziemlich bedeckt und ein kühler, manchmal auch kalter Wind weht. Apéro gibt es dann bei unseren neuen Freuden, Peter & Erin und Schäferhündin Leila. So sitzen wir draussen und plaudern und plaudern, Wein fehlt natürlich auch nicht. Nach zwei Stunden lösen wir die Runde auf und wir denken an ein Abendessen: Hörnli & G’hackets in unserem Fall.

Wieder ist das Wetter durchzogen und nicht unbrauchbar sagen zu müssen. So stehe ich natürlich nicht wie üblich vor 6:00 Uhr auf sondern schlafe aus. Für eine grössere Wanderung ist es nach spätem Frühstück zu spät und so belassen wir es bei total drei sehr schönen und kurzweiligen Stunden. Wir wandern zu Dritt, Peter begleitet uns, Erin kann wegen Herzproblemen leider nicht mitkommen. Um mich zu wiederholen: die Landschaft hier ist EINMALIG SCHÖN! Abends dann wieder Apéro in Costa Rica, erneut wird viel erzählt, uns interessieren natürlich die Verhältnisse und Reise/Entspannmöglichkeiten unten im tropisch warmen Costa Rica. Das folgende Abendessen dann sehr spartanisch, haben wir doch bereits etliches Essbares  apéromässig verdrückt. Wieder wird der Abend sehr ruhig, wäre da nicht der ekelhafte Wind, der die ganze Nacht über an unserem Mobil rüttelt und schüttelt.

Eine laute und unruhige Nacht findet endlich ihr Ende. Der Wind unser Feind Nummer 1! Es ist kalt, viel zu kalt verglichen mit letztem Jahr, selbe Zeit. Ursprünglich wollten wir um 9:00 Uhr auf unsere grössere Wanderung, doch wir verschieben dies Unterfangen auf 10:00 Uhr. Es ist 10:00 Uhr und es geht los, Ziel ist der Lost Canyon Trail. Der Wind ist immer noch recht kühl bis kalt, doch das Wandern wärmt. Die Gegend natürlich wieder ein Traum, einfach nicht zu beschreiben, man/frau muss die Gegend spüren. So marschieren und plaudern wir drei halt so vor uns hin. Nach 16.8km und 6 Stunden & 15 Minuten ist Schluss, wir sind müde und zufrieden. Apéro gibt’s heute bei uns. Wieder vergeht die Zeit im Fluge, die beiden sind ganz angenehme Zeitgenossen, es wird viel gelacht und geplaudert. Costa Rica wird wohl bald einen Platz auf unserem Wunschzettel kriegen. Danach erneut ein karges, aber völlig genügendes Abendessen. Der Abend und die Nacht werden so, wie sie sein sollten: ruhig.

Erneut ist das Wetter durchzogen bis schlecht. Unsere neuen Freunde & Hund reisen heute ab, vielleicht sehen wir sie nächsten Mai in Tucson, wo sie ebenfalls ihr Gefährt einmotten, resp. dann natürlich wieder entmotten werden. Wir kurven zum ersten Mal seit Tagen mit dem Camper ein paar Meilen durch die Gegend, der Big Spring Canyon Overlook ist das Ziel. Eine grössere Wanderung machen wir nicht, nur gerade der Slickrock Foot Trail wird abgespult. Hier hat es recht viel Wander- oder besser Spaziervolk auf der Gasse. Die Aussicht auf die Canyonlandschaft auch hier sehr imposant. Dann ein kurzer Halt beim und im Visitor Center, WiFi gibt’s hier gratis. Keine wichtigen e-mails, noch etwas Zeitung lesen aber dann auf nach Hause. Das Wetter ist nun einiges besser geworden, der Himmel jedoch dicht mit Südwestwolken verziert. Der Wind soll gemäss Wettervorhersage bleiben und sogar noch an Stärke zunehmen. Heute sind wir leider nur zu zweit am ‘Apérölen’, trotzdem gibt es erneut ein (kleines) Chäsplättli. Dann folgt ein Yellow Curry, wunderbar. Wieder ist es ruhig, hier könnten wir leben! Um 22:30 Uhr rücke ich nochmals aus, der Himmel ist sternenklar und so versuche ich mich erneut mit Astrofofografie. Aber die Resultate, wie sich dann zeigt, sind immer noch nicht über das Anfängerstadium hinaus.

Ein Wunder: der Himmel ist blau und blitzeblank, keine einzige Wolke! Ich hätte aufstehen sollen/müssen. Die Luft nun extrem klar, die Fernsicht phänomenal, doch dies will mit einem kalten Nordwind bezahlt sein. Wir machen uns erneut auf zum Big Spring Canyon Overlook. Diesmal jedoch geht’s auf eine ausgedehntere Wanderung, der Confluence Overlook Trail steht auf dem Marschprogramm. Mostly Level, wurde uns im Visitor Center versichert. Leider sind fast schon Kletterkenntnisse erforderlich, der Saumpfad präsentiert sich anfangs extrem steil und eng. Nach diversen Ups and Downs wird es endlich gemütlich, die Landschaft, einmal mehr, phänomenal. Wieder sind exakt 16.8km zurückzulegen, doch diese lohnen sich wirklich, vor allem natürlich der imposante Ausblick runter auf die beiden Flüsse Green und Colorado. Der Colorado kommt einiges grüner rüber als der Green, welcher recht braun dahinfliesst. Kurze Zeit später kommen doch tatsächlich die neun (!) Italiener, die wir auf dem Parkplatz schon gehört haben, daher marschiert. Der Geräuschpegel schnellt in selten dagewesene Höhen. Für uns Zeit, den langen Rückweg anzutreten.  Nach fünf Stunden und 45 Minuten wäre auch dieser Waggel erledigt, einer der ganz schönen, müssen wir zugeben. Es geht die paar Meilen zurück zum Camping, hier natürlich das grosse Ausruhen. Es folgt alsbald ein Apéro und danach ein Abendessen bestehend aus Corvina (noch von King Soopers in Bennett, CO), Couscous und Salat. Wie immer absolvieren wir unseren Verdauungsspaziergang. Erneut ein wunderbar ruhiger Abend

Ich stehe auf bevor der Wecker andere Mitreisende aus dem Tiefschlaf reisst. Um 6:15 Uhr mache ich mich auf durch die stockdunkle Nacht zu meinem Needles Aussichtspunkt. Eine anstrengende Viertelstunde dauert dieser Marsch. Oben angekommen ist es immer noch dunkel, doch so habe ich Zeit, Kamera und Stativ sauber aufzustellen. Das Predawn Licht kommt, gar nicht schlecht sogar. Ich panoramisiere einmal mehr die herrliche Sandsteinlandschaft, kann nicht genug davon bekommen. Die Nadeln werden angestrahlt (7:10 Uhr), ein paar letzte Bilder und ich denke an eine Heimkehr. Unten beim Camper kommt erst das erste Licht, so muss die Gasheizung in Betrieb genommen werden, war es doch 13° in unseren kalten Stube. Um 10:00 Uhr machen wir uns auf den Squaw Flat Loop, diesmal im Gegenurzeigersinn. Auch dieser Hike ein Renner, die Natur unbeschreiblich schön, die Anstrengung hält sich bis auf einen sehr steilen Auf- und Abstieg in Grenzen. 14km wären auch abgespult, Zeitbedarf: 4:42 Stunden, inkl. Pausen natürlich. Abends grilliere ich ein Schweinekotelette, das Ding wird sehr schmackhaft und saftig. Es ist unser letzter Abend hier, dieser Aufenthalt war wahrscheinlich der schönste & interessanteste bis dato. Aber wer weiss, was nächstes Jahr auf unserem Reiseprogramm steht.

Squaw Flat CG, Canyonlands NP

Squaw Flat CG, Canyonlands NP

28. September 2015 – Mexican Hat, UT

Der Morgen wird eine Wucht, selten so ein Predawn Licht erleben dürfen! Das Aufstehen lohnt sich eben doch! ein letztes Frühstück draussen und die Fahrt ost- und dann südwärts kann losgehen. Der Himmel ist ziemlich mit Wolken verunziert, dank diesen jedoch brannten die Felsnadeln in der Früh. Wieder ist die Strecke einmalig schön, der 211er wohl die schönste Strasse überhaupt, zumindest vom Park bis zum Newspaper Rock. Einmal auf dem geschäftigen 191 geht es flott voran, wieder liegen unzählige tote Rehe neben und auf der Strasse. Ein kurzer Halt in Monticello oben, ein Telefonanruf nach Bülach ist (über-)fällig. Alles scheint in Ordnung zu sein, immer gut zu wissen. Weiter nach Blanding und dann in die Tiefe nach Bluff (elev. 4.300, pop. ??). Hier leisten wir uns einen ausgiebigen und sehr guten Lunch im Twin Rocks Café. USD 30 sind nicht zu viel für die gebotene Menge und Qualität. Die Fries ein Renner! Dick und rund kurven wir weiter Richtung Mexican Hat, kurz davor jedoch geht es rechts rauf Richtung Valley of the Gods. Den Goosenecks State Park lassen wir sausen. Der Camping dort nicht sehr einladend. So stehen wir alsbald auf dem grossen Gravel Parkplatz am Eingang zum Göttertal, das B&B in Sichtweite. Dann der Schreck, der Greywater Tank leckt und zwar gewaltig. Ich murkse daran herum, schlage und drücke, hämmere sogar und das Wasserlassen hat ein Ende. Da ist wohl eine Bride nicht mehr ganz satt angezogen. Was machen wir: bleiben wir hier stehen und verbringen die Nacht oder doch runter nach Mexican Hat in den Valle’s RV Park, wo ich den Schaden vielleicht beheben könnte. der zweiten Variante wird den Verzug gegeben, also die paar Meilen runter ins sehr triste Kaff und Einchecken auf dem ebenfalls sehr tristen RV Park. Genau heute vor 20 Jahren haben wir Lee & Gail oben in besagtem B&B kennengelernt und nun hausen wir im abgehalfterten Camping, der einst der energischen Doris Valle gehörte. Seinerzeit machte der Laden einen ganz anderen Eindruck. Es ist brutal heiss! Die Klimaanlage läuft auch Hochtouren. Ich begutachte den Schaden am Abwasserrohr, finde nichts gebrochen, nur lose halt. Erneut ein paar Hammerschläge und Anziehen der grossen Bride mit unzulänglichem Werkzeug, na ja, das Ding wird nun wohl halten. Die Facilities auf diesem Platz hier, ich gehe nicht ins Detail, aber ein Schw…stall macht einen gepflegteren Eindruck. Trotzdem nehmen wir eine verdiente Dusche, rasieren kann ich mich nicht, alle Lavabos sind bis oben mit dreckigen Wasser gefüllt………iiiggg. Stubenarrest und Tagebuch nachführen und natürlich die Bilderflut bewältigen sind die nachmittäglichen Aufgaben. Am Abend kühlt es nur langsam ab, aber wir haben ja genügend Strom um die Klimaanlage und unsere Ohren zu strapazieren. Viel mehr läuft nicht für heute, ein leichtes Abendessen noch, der Lunch war gut & reichlich.

Valle's RV Park, Mexican Hat, UT

Valle’s RV Park, Mexican Hat, UT

23. bis 27. September 2015 – Canyonlands NP,….Needles!

Um 7:00 Uhr stehen wir auf, das Glück lässt nicht auf sich warten! Wir kurven ohne Frühstück nordwärts über Monticello bis zum Abzweiger beim Church Rock auf den 211er bis zum Newspaper Rock, knappe 50 Meilen. die Stichstrasse in den Needles District hat auch schon bessere Zeiten gesehen, ein neuer Belag wäre mehr als nur angebracht. Jetzt endlich ein Morgenessen, den Zeitungsfelsen besichtigen wir nicht, schon ein paar Mal angeschaut, doch nicht wirklich interessant, zumindest nach unserem Dafürhalten. So, jetzt noch etwas über 20 Meilen, aber was für Meilen!! Dies meine Number One Strasse! Ich kann es nicht beschreiben, man/frau muss es einfach gesehen, ja gespürt haben. Solche Felsenkathedralen könnten nicht von Menschhand geschaffen werden, einfach perfekt in Form und Farbe! Wir näheren uns unserem Ziel, lassen das Visitor Center rechts liegen und fahren sogleich zum Campground. Wir versuchen den kleinen B Loop und siehe da, der Camp Host begrüsst uns vor dem letzten freien Stellplatz. Da haben wir aber mächtig Schwein gehabt! Das Site ist nicht gerade sehr eben und auch ziemlich nahe beim nächsten Platz, aber: Take it or Leave it! USD 15 kostet der Spass, die Facilities recht und auch sauber, die Gegend den Preis mehr als nur wert. Wir fühlen uns wie nach einem bestätigten Lottogewinn. Kurze Pause und dann ab in die grandiose Natur. Wir kraxeln über und durch Sandsteinburgen, einfach herrlich. Den Rückweg geht jeder für sich, ich will nochmals einen Standort für den morgigen Fotoausflug suchen, die bereits besuchten etwas abgedroschen. Es findet sich ein Örtchen, rechts des Felsaufstieges, all die bisherigen Jahre stand ich jeweils links davon.

The Needles, Canyonlands NP, UT

The Needles, Canyonlands NP, UT

Die nächsten Tage hier im Paradies kann ich eigentlich gut zusammenfassen. Am 24. sichern wir uns ein anderes Site, ziemlich alleinstehend, dafür mit mächtig Sonneneinstrahlung, doch Ruhe ist mehr wert. An drei von fünf Tagen stehe ich um 5:50 Uhr auf und strauchle durch die stockdunkle Nacht zum auserkorenen Fotostandort hoch, 25 Minuten die sich dann allerdings lohnen. Die Aussicht auf die Nadeln sehr gut, das Licht von gut über besser bis absolut perfekt.

Predawn Licht an den Needles

Predawn Licht an den Needles

An vier von fünf Tagen wird auch kräftig gewandert. Nur am Samstag legen wir einen Ruhetag ein, just der Tag, an dem es kühlende Wolken über uns hätte. Die anderen Tage ist es jeweils jenseits der 90° Marke und Schmerzgrenze. Doch die Landschaft ist soooo einmalig schön, da kann man/frau schon ein bisschen leiden. Der Squaw Flat Loop wird ‘gemacht’, >12km lang und meist ein ständig auf und ab, ebenso wagen wir uns an einen längeren Teil des Picaboo Trails, den ganzen schaffen wir nicht, natürlich wird die Hitze und nicht die mangelnde Ausdauer als Grund unseres Scheitern angegeben. Dann ein Vorstoss zum Chesler Park, ein sehr heisses (temperaturmässig) Unterfangen. Zurück über den Parkplatz des Elephant Hill, wo wir eine Mitfahrgelegenheit erbetteln. Wird uns prompt von zwei jungen Mitwanderer gewährt. Diese drei Meilen immer der Strasse entlang und ohne jeglichen Schatten hätten uns sicherlich in die Knie gezwungen. Abends bin ich meist auch auf den Felsen, nach dem Abendessen aber während des Abwaschs. Die Abendstimmung ist fotografisch nicht ganz so toll, ausser am letzten Abend, dem 27. September: Vollmond mit totaler Mondfinsternis über dem Six Shooter Felsen! Selten so ein Natur Spektakel erlebt, ein richtiger Blutmond hängt die längste Zeit am nun klaren Nachthimmel, dann füllt sich der Mond langsam wieder bis er dann strahlend hell auf uns niederleuchtet.

Beginnende Mondfinsternis über Canyonlands

Beginnende Mondfinsternis über Canyonlands

Der Camping wird natürlich an allen Tagen voll, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Der Camp Host ist sehr beschäftig, am Morgen noch mit dem Fahrrad, kurvt er dann an den heissen Nachmittagen wohlweislich mit seinen Jeep umher. Am Samstag haben wir, wie erwähnt,  unseren freien Tag, so frei ist dieser für mich nicht gerade: eine Unmenge von neuen Bildern muss gesichtet, verarbeitet oder gelöscht werden. Ohne Blasi Boise würde ich es drinnen nicht aushalten, obwohl über 30°, liefert der nur gerade USD 20 teure Ventilator unablässig kühlenden Wind. Die RV Batterie wird bei dieser Sonneneinstrahlung nicht sonderlich beansprucht, die beiden Solar Panels laden und laden. Gegessen wird jeweils draussen, abends und am Morgen ist es noch angenehm kühl. Um 6:00 Uhr ist es jeweils bereits 18 bis 20°, am Nachmittag dann leider 35°. Diese Tage sind wohl die schönsten je hier verbrachten (oder auch anderswo, müssen wir ehrlich eingestehen).

Squaw Flat CG, Canyonlands NP

Squaw Flat CG, Canyonlands NP